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Einer der zur Zeit in den westlichen Medien zu schlimmsten Feindbildern stilisierten Menschen stellt sein Denken und seinen Glauben in dieser Rede vor: der Präsident Irans Mahmoud Ahmadinedschad. Es ist immer gut, sich nicht auf Sekundär- oder Tertiär-Berichte zu verlassen, sondern die Quellen zu studieren.

Adelinde stellt hier die Rede Ahmadinedschads vor und freut sich auf Gesprächsbeiträge dazu. Die Beurteilungen werden sicher unterschiedlich ausfallen. Spannend!

Mahmoud Ahmadinedschad

Ahmadenedschad sprach genau vor einem Jahr, am 30. September 2011, vor dem UNO-Plenum folgendermaßen:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren!

Ich danke Gott,

der mir die Gelegenheit gegeben hat, mich in dieser Versammlung vorzufinden.

  • Ich bedanke mich bei dem vorigen Vorsitzenden und gratuliere dem neuen Vorsitzenden.
  • Ich ehre und gedenke der Opfer der Katastrophen im vergangenen Jahr, u. a. der der Erdbeben und der Atomkatastrophe in Japan, der Hungerkrise in Somalia und der Sturmflut in Pakistan.
  • Ich rufe alle dazu auf, die Unterstützung und die Hilfen für die Überlebenden zu intensivieren.

In den vergangenen sechs Jahren haben wir über unterschiedliche globale Themen und über die Notwendigkeit von Änderungen und Reformen bei den Beziehungen gesprochen. Angesichts der zunehmenden Entwicklungen widmen wir uns heute aus einer weiteren Perspektive diesem Thema.

Ihr wißt, daß der Mensch auf Grund seiner menschlichen Natur – eine göttliche Gabe und ein Ausdruck göttlichen Geistes – den anderen Wesen überlegen ist. Hierzu zählen

  • der Glauben an den ewigen Gott, der Schöpfer und Machthaber über alles ist und alle Geschicke leitet,
  • die Nächstenliebe, Großzügigkeit und Gerechtigkeit,
  • Aufrichtigkeit in Wort und Tat,
  • Würde und Streben nach materieller und spiritueller Erhabenheit,
  • Freiheit und Freiheitsliebe, Forderung nach Freiheit,
  • Verneinung der Unterdrückung, Diskriminierung und Unterstützung der Unterdrückten,
  • Forderung nach Wohlstand, Glück, Frieden und stabiler Sicherheit für alle.

Mahmoud Ahmadinejad 2009 (Wikipedia)

Das sind einige Attribute, die durch die göttliche Natur im Menschen in Erscheinung treten. Sie zeigen sich sehr deutlich in den historischen Wünschen über das literarische Erbe, in Kunst und in Forschungsarbeiten. Auch kulturelle, soziale und politische Entwicklungen und Bewegungen spiegeln diesen Geist wider. Alle göttlichen Propheten und Reformer haben zu diesen Tugenden aufgerufen. Gott hat den Menschen mit all diesen Tugenden ausgestattet und ihm dabei die Ehre erwiesen, bis zu seinem Nachfolger auf Erden aufsteigen zu können.

Freunde, es steht fest,

daß trotz aller großen historischen Fortschritte wie die UN-Vollversammlung, die das Ergebnis von Kämpfen und Einsatz freiheitsliebender und gerechter Menschen und internationaler Kooperationen ist, die menschliche Gesellschaft heute weit entfernt ist von ihren Wünschen und ihrem angeborenen Idealsinn. Die Mehrheit der Völker ist über die gegenwärtige Situation unzufrieden.

Den Menschen dürstet es nach Frieden, Fortschritt und Brüderlichkeit, dennoch sind wir Zeuge, daß Kriege, Massaker, weit verbreitete Armut, wirtschaftliche, soziale und politische Krisen, Diskriminierungen, Erniedrigungen und Unsicherheit die Rechte und die Würde und Ehre der Völker verletzen und ihnen Verluste und Schäden aufzwingen, die nicht wieder gut zu machen sind.

Auf der Welt fristen

  • etwa 3 Mrd. Menschen ihr Leben mit weniger als 2.5 Dollar pro Tag,
  • über eine Mrd. Menschen haben nicht einmal eine ordentliche Mahlzeit am Tag.
  • 40% der ärmsten Menschen auf der Welt verfügen über nur 5% der Einkommen,
  • 20% der reichsten Menschen auf der Welt aber besitzen 75% der gesamten Einkommen auf der Welt.
  • Täglich erleiden 22.000 Kinder einen tragischen Hungertod.
  • 80% der Finanzmöglichkeiten in den USA stehen nur 10% der Bevölkerung zur Verfügung; die weiteren 20% der Möglichkeiten werden von 90% der Bevölkerung genutzt.

Welchen Grund kann man dafür finden, und wo liegen Lösungen?

Die Herrscher, die die Welt dirigieren, vertiefen die Kluft zwischen Moral und Spiritualität und dem gesellschaftlichen Leben und behaupten auch noch, daß der Grund der Probleme darin liegt, daß die Menschen die Wegweisungen der Propheten befolgt haben und daß die Völker selbst schwach aufgetreten sind und daß die Misere das Werk von einigen Gruppen und Personen sei. Sie glauben, daß einzig ihr eigener Weg und ihre Ideen und Richtlinien der menschlichen Gesellschaft die Rettung bringen können.

Doch Freunde, sollte man den wahren Grund für die Mißstände nicht doch bei dem herrschenden System auf internationaler Ebene und bei dem globalen Management suchen? Achtet bitte auf diese Fragen:

Welche Leute waren es,

  • die durch Jahrhunderte hindurch und in der Ära der Sklaverei mehrerer dutzend Millionen Menschen gewaltsam von Afrika und anderen Orten entführten und in Amerika und Europa zu Opfern ihrer Gelüste und Gier gemacht haben?
  • Wer hat vier Jahrhunderte Kolonialismus, Besatzung, Plünderung und Ausbeutung von anderen Ländern, die Vernichtung von Talenten, Sprache, Kultur und Identität anderer Völker zu verantworten?
  • Wer hat den ersten und den zweiten Weltkrieg mit etwa 70 Mio. Todesopfern und hunderten Mio. Verletzten, Obdachlosen und Flüchtlingen und die Kriege in Korea und in Vietnam zu verantworten?
  • Wer hat mit Tücke und List die Zionisten und damit mehr als 60 Jahre Krieg, Flucht, Terror und Massaker dem palästinensischen Volk und den Völkern der Region aufgezwungen und die Verbrechen unterstützt?
  • Wer hat Jahrzehnte lang Diktaturen und Putsch-Regierungen den Völkern in Lateinamerika, Afrika und Asien aufgezwungen und mit denen gute Beziehungen unterhalten?
  • Wer hat gegen wehrlose Menschen Atombomben eingesetzt und wer hat heute noch tausende Atomsprengköpfe gebunkert?
  • Wessen Wirtschaft basiert heute auf Waffenverkauf und Kriegstreiberei, um diese Waffen auch zu verbrauchen?
  • Wer hat Saddam Hussein für seinen Angriff auf Iran mit chemischen Waffen ausgerüstet und ihn motiviert, iranische Städte anzugreifen?
  • Wer hat unter dem suspekten Vorwand des 11. September und im Grunde eigentlich für Beherrschung der Ölquellen und des Nahen Ostens den Irak und Afghanistan angegriffen und dort Millionen Tote, Verletzte und Flüchtlinge hinterlassen?
  • Wer hat das Devisenreservengesetz ausgesetzt und damit dutzende tausend Milliarden Dollar ohne hinterlegte Goldreserven freigesetzt, was natürlich Inflation auf den Weltmärkten zu Folge hatte?
  • Wer hat jährliche Militärkosten in Höhe von 1000 Mrd. Dollar, d. h. mehr als alle Länder der Welt zusammen?
  • Wer droht anderen Völkern und unabhängigen Staaten immer wieder mit Krieg und Militärangriff?
  • Welche Staaten haben auf der Welt die höchsten Schulden?
  • Wer sind die eigentlichen Bosse bei Entscheidungsstellen für die Weltwirtschaft?
  • Wer hat die Wirtschaftskrise verursacht, dessen Folgen nun Amerika, Europa und die ganze Welt zu spüren bekommen hat?
  • Wer ist immer spontan bereit, tausende Tonnen Bomben auf andere Völker abzuwerfen, aber lange Monate braucht, wenn es um Hilfeleistung an Hunger leidenden Menschen in Somalia oder anderen Orten der Welt geht?
  • Wer beherrscht den Sicherheitsrat, der für die Weltsicherheit verantwortlich ist?

Dutzende weitere und ähnliche Fragen warten auf eine Antwort, die natürlich deutlich ist. Die meisten Regierungen und Völker haben keinen Einfluß auf diese Geschehnisse gehabt, weder jetzt noch in der Vergangenheit, sie sind eher die Opfer gewesen und beschädigt.

Es liegt klar auf der Hand,

daß die Drahtzieher der zwei Weltkriege und der chaotischen Zustände seit dieser Zeit bis heute eine neue Maske aufgelegt haben und so den Weltsicherheitsrat und die Zentren der politischen und wirtschaftlichen Macht auf der ganzen Welt kontrollieren.

Ahmadinedschad 2005 (Wikipedia)

Liebe Kollegen! Ist es akzeptabel, daß diese, die sich als einzige Verfechter der Demokratie und Freiheit und Menschenrechte und dergleichen sehen und die unter diesem Vorwand andere Länder angreifen und besetzen, weiterhin ihre Führungsrolle behalten? Werden Freiheit und Demokratie aus den Raketen und Bomben der Nato blühen?

Sehr geehrte Damen und Herren! Manche Länder zahlen nun, sechs Jahrzehnte später, im Namen vom Holocaust den Zionisten weiterhin Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Ist es da nicht logisch,

daß die Verursacher der Sklaverei und des Imperialismus den geschädigten Völkern ebenfalls Schadenersatz zahlen? Sollte für die Sklaverei und für die Zeit des Kolonialismus Schadenersatz gezahlt werden, wie würden dann die Kapitalisten in den USA und Europa, die hinter den Kulissen sitzen, aussehen? Wird es dann noch eine Kluft zwischen Nord und Süd geben?

Wenn nur die Hälfte der Militärkosten von Amerika und seinen Verbündeten in der Nato für die wirtschaftlichen Nöte der Völker verwendet werden, würde es dann noch eine Wirtschaftskrise geben? Wenn eine solche Summe den armen Ländern zur Verfügung gestellt wird, wie würde dann das Ergebnis aussehen?

Amerika unterhält

  • 268 Militär- und Informationsstützpunkte in Deutschland,
  • 12 in Japan,
  • 87 in Südkorea,
  • 83 in Italien,
  • 45 in England,
  • 21 in Portugal
  • und hunderte weitere in anderen Teilen der Welt.

Haben diese Stützpunkte eine andere Bedeutung als Besatzung? Gefährden etwa die Atombomben, die in diesen Stützpunkten stationiert sind, nicht die Sicherheit der Völker?

Geehrte Damen und Herren! Die Frage ist doch, wo

die Ursachen für dieses falsche Verhalten

sind? Die müssen in den Überzeugungen und Ansichten der Herrscher gesucht werden. Eine Gruppe von Menschen, die sich zusammengeschlossen und organisiert haben, die nicht an Gott und den Weg der Propheten glauben, haben ihre Triebe, Gelüste und Ambitionen zu ihrem Gott erhoben. Für sie sind nur Macht und Reichtum das Ziel. Alles dreht sich nur darum, daß Macht und Geld erworben wird.

Schwache Völker haben bei ihnen keine Hoffnung auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Fortschritt, Wohlstand und Würde sind bei dieser Gruppe mit der Vernichtung, Armut und Erniedrigung von anderen verbunden.

Sie sehen sich über anderen und mit besonderen Konzessionen bevorzugt. Anderen räumen sie keinen Wert und kein Recht ein. Sie erlauben sich, die Rechte aller Völker und Regierungen mit Füßen zu treten. Mit Waffengewalt und Mißbrauch internationaler Strukturen sehen sie sich als die Allmacht der Welt und Vormund aller Staaten und Völker.

Internationale Gesetze werden einfach verletzt. Sie beharren darauf, ihre Lebens- und Sichtweise anderen aufzuzwingen. Der Rassismus wird offiziell unterstützt. Die Infrastruktur der Länder wird durch Kriege geschwächt und von anderen abhängig gemacht. Diese Situation wird dann mißbraucht und die Reichtümer der Länder geplündert.

Die Folgen

  • Sie säen Zwietracht und Feindseligkeit unter den Völkern und Menschen, daraus entstehen Mißtrauen und Unsicherheit, und dadurch gehen die Möglichkeiten zu Fortschritt und Entwicklung verloren.
  • Der Gier und Herrschaftssucht dieser Gruppe fallen Kultur, Identität, Leben und Hab und Gut der Völker, die menschlichen und moralischen Werte, Frauen, Kinder und Familien zum Opfer.

  • Die Ressourcen der Länder werden ausgebeutet und geplündert. Um die eigenen Ziele zu erreichen und Interessen zu wahren, werden Tücke und List, Heuchelei, Verbreitung von Drogen und sogar Mord und Tötung von Menschen zugelassen und erlaubt.
  • Nach der Besatzung von Afghanistan durch die Nato ist die Drogenproduktion in diesem Land um das Vielfache gestiegen.

  • Sie dulden nicht die geringste Kritik oder Fragen. Statt auf Fragen zu antworten, sehen sie sich immer im Recht. Mit Hilfe ihres imperialistischen medialen Netzwerkes drohen sie und schüchtern jeden ein, der Fragen stellt.
  • Gegenüber Fragen über den 11. September stoßen sie Drohungen zu Sanktionen und Militärangriffen aus.

Im letzten Jahr, als der

Einsatz eines unabhängigen Untersuchungskomitees über den 11. September angefordert

wurde, was der Wunsch der Völker und unabhängigen Staaten und sogar der des amerikanischen Volkes ist, wurden mein Volk und ich von der US-Regierung unter Druck gesetzt, uns wurde mit Krieg gedroht, anstatt eine klare Antwort zu geben.

Anstatt ein Komitee einzuberufen, das die Wahrheit herausfinden soll, wurde der Hauptverdächtige, der seit Jahren von ihnen beobachtet wurde, getötet und ins Meer geworfen.

  • Wäre es nicht richtig gewesen, den Hauptverdächtigen vor Gericht zu stellen, damit die Hintermänner der Angriffe auf die Türme und der Unsicherheit herausgefunden werden?
  • Warum sollte kein öffentlicher Prozeß stattfinden, bei dem terroristische Gruppen und jene, die den Völkern der Region Krieg und Massaker aufgezwungen haben, vorgestellt werden könnten?
  • Gibt es Informationen, die geheim bleiben müssen?
  • Sie sehen die zionistische Idee als heilig an, und eine Hinterfragung des Zionismus und seiner Geschichte wird grundsätzlich als unentschuldbare Sünde abgelehnt, aber die Beleidigung und Schändung aller menschlichen und göttlichen Heiligtümer lassen sie zu.

Liebe Freunde und Kollegen!

Wahre Freiheit, Gerechtigkeit, Recht auf Entscheidung, Würde, Wohlstand und stabile Sicherheit sind Rechte, auf die alle Völker Anspruch haben.

Diese Werte können nicht mit der gegenwärtigen nicht anständigen Weltführung oder durch eine Einmischung von Imperialisten oder durch das Waffenrohr der Nato erreicht werden; dazu bedarf es der Unabhängigkeit und der Akzeptanz gegenseitiger Rechte, Geschlossenheit und Zusammenarbeit.

Bietet die gegenwärtige Weltführung die Möglichkeit und Kompetenz, die Probleme der menschlichen Gesellschaften zu lösen und das historische Verlangen nach Frieden, Sicherheit und Gleichheit zu erfüllen?

All jene, die ihre Überzeugungen bewahren und dennoch Reformen erreichen wollten, sind gescheitert.

Die wertvollen Bemühungen der Blockfreien Bewegung, der Gruppen 77 und 15 und mancher Persönlichkeiten haben Wirkung gezeigt, konnten aber die Situation nicht ändern.

Die Weltführung braucht Reformen vom Grund auf. Was ist aber zu tun?

Mit einem kollektiven Willen, Zusammenarbeit und allgemeiner Beteiligung müssen neue Pläne und Ideen her. Diese basieren auf der menschlichen Natur und auf Gewissen und auf allgemein gültigen menschlichen Werten wie Monotheismus, Gerechtigkeit, Freiheit, Freundlichkeit und Glück und Wohl für alle.

Die Idee zur Gründung der UNO ist eine große historische Errungenschaft für die Menschheit.

  • Man muß sie wahren und die Kapazitäten ausschöpfen.
  • Wir dürfen nicht erlauben, daß die UNO mehr als ohnehin schon ihren eigentlichen Stellenwert, d. h. als einen Ort, wo gemeinsame Entscheidungen getroffen werden, verliert und zum Spielball der Großmächte wird.
  • Für beständigen Frieden und Sicherheit muß eine allgemeine Beteiligung aller Mitglieder auf gerechtem Wege gewährleistet werden.
  • Wir müssen im wahrsten Sinne des Wortes eine gemeinsame Weltführung durchsetzen.
  • Dafür müssen die Regeln des internationalen Rechts und Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit die Basis bilden.
  • Jeder von uns muß eingestehen, daß es keinen anderen Weg gibt außer einer allgemeinen Beteiligung an der globalen Weltführung, um so die Mißstände zu beseitigen und die Unterdrückung und Diskriminierung zu unterbinden.

Darin liegt der einzige Weg zum Glück der menschlichen Gesellschaft und der unbestreitbaren und wirklichen Wahrheit. Wir sind uns alle dieser Tatsache bewußt, das reicht aber nicht aus, denn wir müssen daran glauben und uns dafür einsetzen.

Liebe Freunde und Kollegen! Wie gesehen ist es das Recht aller Völker, sich an einer gemeinsamen Führung zu beteiligen.

Wir, die Vertreter unserer Völker, müssen dieses Recht verteidigen.

Manche Mächte wollen der Weltgemeinschaft die Hoffnung auf Verständnis und Zusammenarbeit nehmen, doch wir müssen daran glauben, daß wir eine wahre gemeinsame Führung aufstellen können.

Die Vereinten Nationen wurden ins Leben gerufen, damit alle Völker sich aktiv an globalen Entscheidungen beteiligen können.

Wir wissen alle sehr gut, daß dieses Vorhaben bisher nicht realisiert wurde; Grund dafür ist die fehlende Gerechtigkeit in der Struktur und in der Führung der UNO. Die Zusammensetzung des Weltsicherheitsrates ist ungerecht. Die UNO braucht grundlegende und wahre Reformen, die vom Plenum beschlossen werden müssen.

Bei der Sitzung im vergangenen Jahr schlug ich vor, diese Dekade als „Dekade der gemeinsamen Weltführung“ zu benennen und dafür alle Kapazitäten auszuschöpfen.

Heute wiederhole ich meinen Vorschlag und bin sicher, daß mit internationaler Zusammenarbeit und dem Einsatz von Ländern und Staaten, mit dem Rückhalt der Völker und mit dem Beharren auf Gerechtigkeit sehr schnell eine Zukunft angestrebt werden kann, die allen gehört.

Das ist der Weg, den die reine Schöpfung in Richtung einer klaren Zukunft für die Menschheit eingeschlagen hat.

Der Prophet Mohammed; aus der Apokalypse des Mohammed, 1436, Herat. Das Werk befindet sich in der Sammlung der Bibliothèque Nationale in Paris. (Wikipedia)

Diese Zukunft wird dann Wirklichkeit,

  • wenn die Menschen den Weg der Propheten und der Männer Gottes und der Nachfolger des erhabenen Propheten des Islam und den Weg von Imam Mahdi beschreiten.
  • Die ideale und glückliche Gesellschaft wird dann erreicht werden, wenn ein vollkommener Mensch, der die Menschen wirklich und aufrichtig liebt, erscheint.
  • Das ist die endgültige und absolute Verheißung Gottes.
  • Er wird mit Jesus Christus und vor allen Gottesfürchtigen, Freiheitsliebenden und Gerechten auf der Welt voran die Diskriminierung und Unterdrückung auf der Welt entwurzeln und den Menschen Wissen und Verständnis schenken und ihnen Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe bringen.
  • Er wird allen Menschen die Schönheiten und Tugenden vorführen und jedem einzelnen ein glückliches Leben schenken.
  • Das Gewissen der Menschen ist erwacht, und mit dem zunehmenden Allgemeinwissen dulden sie keine Erniedrigung, Unterdrückung, Diskriminierung und Verdummung mehr.

Das große und zivilisierte Volk Irans ist bereit, auf der ganzen Welt diesen reinen und stolzen Pfad mit anderen Nationen zu beschreiten und all seine Macht für ein globales Engagement einzusetzen.

Sei gegrüßt Liebe und Freiheit, Gerechtigkeit und Wissen und sei gegrüßt, du helle und strahlende menschliche Zukunft.

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Steffen
Steffen
10 Jahre zuvor

Liebe Adelinde,
„Wahrheiten“ sind nun mal perspektivenabhängig. Beispiele für diese Art perspektivischer Verzerrungen, gibt es unendliche. Zu gern benutzen Vertreter von Unrechtsregimen eine übergeordnete Argumentationsebene, um das eigene verbrecherische Tun aus einer solchen Höhe kleinwerden zu lassen.

“An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.” (Mt 7:16-20)!!!!!!!!

Herzlichst, Steffen

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Nineeleven ist m.E. der Schlüssel zum Verständnis.

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Ich sag’s wie einst Herr Janich,
nur kürzer im Gedicht,
als Schillers treuer Kranich:
“Wir glauben es Euch nicht”.

Zur Sache selbst gibt es eine sehr gute Zusammenfassung von Gerhard Wisnewski, der sich in seinem Artikel auch an Oliver Janich anlehnt.
Er wird m.E. nichts dagegen haben, wenn ich diesen Artikel hierher kopiere. Besser könnte ich es nicht sagen.

»Wir glauben euch nicht!«: »Focus Money« präsentiert prominente Zweifler an den Lügen des 11. September
Gerhard Wisnewski

2003 verloren Willy Brunner und ich wegen unserer Zweifel an der offiziellen Lügen-Version der Attentate vom 11. September 2001 noch unseren Job als freie Mitarbeiter des WDR. Nach einer Hetzkampagne des Magazins »Der Spiegel« wurde uns von der öffentlich-rechtlichen Anstalt die Zusammenarbeit aufgekündigt. Nun, über sechs Jahre später, hat die Wahrheit einen neuen Durchbruch erzielt. Das Mainstream-Magazin »Focus Money« zählt in einer überzeugenden Geschichte die wichtigsten Ungereimtheiten rund um die Anschläge auf und stellt Dutzende von prominenten Zweiflern vor.

Für die Wahrheit in Sachen 11.9. setzte es in den offiziellen »Qualitätsmedien« bisher Jobverlust, Verleumdung, Existenzbedrohung, Ächtung und Ausgrenzung. Dafür stehen Namen wie Der Spiegel, Panorama, Süddeutsche Zeitung und Westdeutscher Rundfunk (WDR). Nachdem Willy Brunner und ich im Frühjahr 2003 den weltweit ersten kritischen Dokumentarfilm über die Attentate des 11. September 2001 für einen großen Sender gedreht hatten, begann eine Hetzkampagne ohne Beispiel, intoniert von dem »Nachrichtenmagazin« Der Spiegel. In einer Titelgeschichte vom 8. September 2003 bezeichnete er uns als »Verschwörungstheoretiker« und »Phantasten«. Der »Enthüllungsjournalist« Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung pöbelte Zweifler an der offiziellen Attentatstheorie als »Affen der Angst«, »Paranoiker, Apokalyptiker und andere Verschwörungs-Junkies« an. Der WDR inszenierte eine peinliche Hinrichtungssendung namens Täuschung oder Wahrheit, in der Moderator Helmut Rehmsen als Oberinquisitor fungierte. Der mit Gebührengeldern finanzierte Film Aktenzeichen 11.9. verschwand auf Nimmerwiedersehen vom Bildschirm. Zuschauern gegenüber behauptete der Sender gar, »dass der von Ihnen gewünschte Beitrag nicht in unserem Archiv ist«. – Mittelalter im 21. Jahrhundert.

http://video.google.de/videoplay?docid=-8592480341669572210&hl=de#

Der renommierte Dokumentarfilmer Willy Brunner verlor aufgrund der Hetzkampagne seine Existenz als Fernsehmacher. Ich selbst konnte als Schriftsteller überleben. Auch andere prominente Zweifler an der offiziellen Lügenversion wurden ausgegrenzt und verleumdet, wie etwa der Journalist Mathias Bröckers. Der frühere Bundesminister Andreas von Bülow wurde nach Veröffentlichung seines Buches über die CIA und den 11. September von der Amateur-Inquisitorin Sandra Maischberger vor einem Millionenpublikum abgefertigt. Ich selbst führe noch heute Prozesse gegen Zeitgenossen, die versuchen, mich und andere Zweifler an den offiziellen Lügentheorien als »Antisemiten« hinzustellen – einzig und allein, weil dies die schwerste Keule ist, mit der man einen deutschen Journalisten mundtot machen kann. Die TU Berlin mußte ein Schmerzensgeld zahlen (KG Berlin, Aktenzeichen 9 U 142/08), der österreichische »Militärexperte« Gerald Karner verpflichtete sich, seine ehrenrührigen Behauptungen nicht zu wiederholen. Dies nur mal zur Erinnerung an die Journalisten, die im Kampf um die Wahrheit als Erste »fielen« oder schwer verwundet wurden, sodass sie Jahre brauchten, um sich von den Folgen zu erholen.

Nun hat ein weiterer Journalist einen wichtigen Etappensieg errungen, nämlich der Focus-Autor Oliver Janich. In dem Magazin Focus Money brachte er am 5. Januar 2010 einen fünfseitigen Bericht über die prominentesten Zweifler und Zweifel an der offiziellen Version der Attentate vom 11.9.2001 unter. Zu den Zweiflern gehören demnach reihenweise Piloten und Professoren, Schauspieler und Politiker, ehemalige US-Gouverneure und Fluglosten.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet ein Finanzmagazin eine solche Geschichte veröffentlicht. Denn wenn Anleger nicht mehr denken, dann gehen sie pleite – der wohl überzeugendste Anreiz, den eigenen Verstand zu benutzen. Und der sagt: Die offizielle Version des 11.9. kann nur eine eklatante Lüge sein. Wer nicht fähig ist, das zu denken, sollte in Zukunft lieber auch kein Geld mehr anlegen. Wer dagegen seinen Verstand noch nicht abgegeben hat, sollte in Versicherer, die für einen mutmaßlichen Versicherungsbetrug einfach mal ein paar Milliarden überweisen, kein Geld mehr investieren. Siehe auch hier.

Der Focus-Money-Bericht hat vor allem zwei wichtige Verdienste:

1. Er bündelt die wichtigsten und besten Beweise gegen den 9/11-Humbug.

2. Er trägt diese Beweise zu einem etablierten und wichtigen Publikum, nämlich zu wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsträgern.

Da das belohnt werden muss, will ich hier nicht weiter aus dem Bericht zitieren. Bitte besorgen Sie sich Focus Money und belohnen Sie die Wahrheit mit Auflage. Kaufen Sie die etablierten Medien nur, wenn diese um die Wahrheit kämpfen.

Copyright © 2010 Das Copyright für die Artikel von Gerhard Wisnewski liegt beim Autor.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Liebe Adelinde,
ich war nicht sorgfältig und habe es versäumt, den Link aus der Kopie zu prüfen. Dafür hier der Link zum Focus-Money-Bericht von Oliver Janich:
http://www.parteidervernunft.de/sites/default/files/911wir-glauben-euch-nicht.pdf.

Ansonsten sehe ich die Lage so wie Sie und vermute darüberhinaus, dass die ganze Sache im größt denkbaren Rahmen von vornherein als Schwindelunternehmen angelegt worden ist. Der schöne Schein hat viele geblendet und tut es heute noch, sodaß sie sich sagen: “Es wird wohl nicht anders machbar sein”. Allerdings muß ich gerechterweise sagen, dass etwas Besseres unter uns Menschen mit all unseren lästigen Eigenschaften auch nur schwer denkbar ist.

Die Hintergrundmacher fühlen sich m.E. so sicher, dass sie mit 9/11 ihre Machtfülle testen können. Wenn sie damit durchkommen sollten, dann können sie nur noch mit militärischer Gewalt an ihrer Weltherrschaft gehindert werden. Das allerdings wäre der schlechteste Weg…

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Oh, dieser Link landet auch nicht im Ziel, ihn konnte ich aber im Entwurf nicht prüfen. Man kann die pdf-Datei aber unter ” Wir glauben euch nicht” ergugeln, sie war vor einer Minute noch existent.

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Es sieht so aus, dass wir jetzt ziemlich weit vom Thema abkommen, wenn wir uns auf die durchaus prüfwürdigen Zweifel zu 9/11 verlegen. Kehren wir bitte noch einmal zu etwas Grundsätzlichem und Unausweichlichem in der menschlichen Tragik zurück, die sich aus der Rede Achmadinejads ergibt!

Bei den Antagonisten Netanjahu/Achmadinejad erkennen wir das gleiche Konstellation wie seinerzeit bei Churchill/Hitler oder Hitler/Stalin: für sie alle gilt – auch wenn sie keine Christen sind oder waren – das bekannte Pauluswort aus dem Römerbrief, Kap. 7, 19-21: “Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich….Ich finde also das Gesetz, das bei mir, der ich das Gute tun will, (nur) das Böse vorhanden ist.” Paulus spricht hier die grundsätzliche Zwiegesichtigkeit des Menschen an, über die es in der Literatur tiefgreifende Analysen und kritische Parabeln gibt. Wir sind also von Seiten der Intelligenz vor Mr. Hyde und Mr. Jekyll gewarnt. Ich kann mich hier also mit dem Hinweis auf die umfangreiche Literatur etwas kürzer fassen:

Es ist dieser Zwiepsalt des Ichs und der Mächte (Dämonen) in uns, der uns einerseits die guten Absichten und den stets besten Willen einredet , ja uns sagen sogar läßt: “Ich bin o.k. – du bist o.k!” Offenkundig ein leichtfertiger Ausspruch im Zeichen einer neuen Spiritualität mit dem Postulat des “positiv-Denkens” bei gleichzeitiger, erfolgreicher Verdrängung der wahren Abgründe in uns. C. G. Jung meinte aus diesem Grunde sagen zu können, “niemand begegne sich gern selbst”. Diese Zwei-Personen-Struktur ist uns aber geschöpflich eingepflanzt. Diese ist es nun, die uns andererseits auf der Schattenseite unseres Seins ebenso schnell aus einem vorethischen, biologisch-vital angelegten Überlebenswillen heraus immer wieder vergessen machen will, dass das von uns für gut und allein richtig angesehene Verhalten sehr oft – und leider auch zu oft – genau das Gegenteil für mein Gegenüber sein kann und ist.

Es ermangelt uns stets an der gebührenden Reflexion über die Folgen unseres Tuns bei den Anderen. Darüber hinaus – das sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt – gibt es auch noch Situationen, in denen der Mensch sogar gegen seinen Willen das Böse entweder tun oder dulden muß, weil er letztlich überleben will (Über-lebensreflex).

Dieser ganz besonders bei Juden ausgebildete Reflex, der aus deren ständiger Bedrohungsangst und -gefahr weltweit (auf die tieferen Ursachen dafür gehe ich hier nicht ein) entspringt, darf nicht einseitig gesehen werden, so verständlich dies aus der jüngsten Shoa-Erfahrung auch sein mag. Auch andere Völker haben diese aus der latenten Angst vor dem Verlust ihrer Existenz geborenen Reflexe, anders wäre die überproportionale Aufrüstung in der Welt gar nicht zu erklären, sofern man nicht von vornherein daneben noch gnadenlose Durchsetzung von Hegemonialansprüchen unterstellen muß.

Nun kann es objektiv aber nicht nur nicht sein, dass man es gegen alle UNO-Resolutionen duldet, dass sich Israel mit Atomwaffen hochrüstet und dieses Land einem anderen Land, hier dem Iran, Gleiches verbieten will – wenn der Iran denn Derartiges vorhaben sollte, was unbewiesen ist – und dies unter gleichzeitiger Androhung eines kriegerischen Überfalles.

Auch wenn hinter dem Überfall keine weiteren Landnahme- und Hegemonialabsichten Israels stehen sollten, hat Israel ebenso auch die Befindlichkeiten seiner Nachbarn zu respektieren, noch dazu, wenn, wie im Falle des Iran, dieses Land ringsum von Atommächten umgeben ist. Die Waffengleichheit auf Augenhöhe hat schon einmal jüngst einen Atomkrieg verhindert.

Aber auch das schon bei Paulus angesprochen “Gesetz” der menschlichen Doppelbödigkeit verlangt es aus ethischer Sicht, gegen die de facto waffentechnisch vorherrschenden dämonischen Mächte im israelischen Atomstaat weltweit etwas zu unternehmen, damit die Menschheit keinen Rückschritt in archaisches Denken erleiden muß.

Wenn wir folglich überzeugend vor uns selbst im hier angesprochenen Thema mitreden wollen, dann ist es das Gebot der Stunde, gleichzeitig mit der Verhinderung der Atom- Aufrüstung im Iran die kontrollierte Atomabrüstung im ganzen Nahen Osten, vorneweg in Israel, zu verlangen und dafür in allen Medien mit Nachdruck zu werben, dass der Bestand Israels in den noch festzulegenden Grenzen auch ohne Atomwaffen von allen Supermächten der Welt auf der Basis eines sofort wirksamen Beistandsabkommens garantiert und gesichert wird.

Das menschliche Natur-“Gesetz” kann nur überwunden werden, wenn auch die Schattenmächte in Israel nicht nur bei dem Anderen, sondern bei sich selbst die dämonische Gegenmächte erkennen und gemeinsame Anstrengungen zu deren Überwindung mit allen Nachbarn unternehmen. Das gilt dann für Ahmedinejad wie für Netanjahu und jeden und alle, die weltweiten politischen Einfluß geltend machen können.

Hier zeigte sich dann bald, wie ernst und ehrlich wir die Stimmen nehmen dürfen, die nach den Menschenrechten rufen. Menschenrechte werden immer von den dämonischen Mächten im Menschen selbst mißachtet. Darf vor diesem Hintergrund Israel den ersten Stein, die Erstschlagbombe werfen?

Da sei ihr eigener Gott, der auch der unsere und der der Iraner ist, vor.

Steffen
Steffen
10 Jahre zuvor

……..“Auffällig ist bei den monotheistisch-abrahamitischen Religionen, daß sie ihre Anhänger glauben machen, von ihrer Ausbreitung hänge das Glück der Menschheit ab. Welche Verbrechen sind im missionarischen Eifer und aus der Glaubensarroganz der jüdisch-christlich-muslimischen “Welt”-Religionen begangen worden!“……….

Sorry, liebe Adelinde. Diese Problematik ist ein generelles! Ich muss wohl nicht an den Expansionswahn atheistischer Diktaturen erinnern. Immerhin haben chr. Kirchen dieses menschliche Fehlverhalten erkannt und sprechen daher vom “sündigen Menschen”. Diesbezüglich bin ich gedanklich sehr nah den Einlassungen von Mithus.

….“dass das von uns für gut und allein richtig angesehene Verhalten sehr oft – und leider auch zu oft – genau das Gegenteil für mein Gegenüber sein kann und ist.“……………… „Es ist dieser Zwiepsalt des Ichs und der Mächte (Dämonen) in uns, der uns einerseits die guten Absichten und den stets besten Willen einredet“

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Liebe Adelinde,

die biblische – also auch die jüdische – Theologie ist längst fortgeschritten und über Dein etwas “historisches” Bild hinausgewachsen. Ich selbst spreche schon seit mehr als 30 Jahren nicht mehr von einem personalen Gott (es gibt keinen Rauschebart über den Wolken mehr), denke nicht mehr theistisch, bin also Non-Theist, aber Gläubiger. Und das, woran ich, die Juden und die Mohammedaner glauben, ist ein und dasselbe, ein Numimosum, das wir – weil wir keinen besseren Begriff dafür haben – Gott nennen. Mehr aber auch nicht ist zu beschreiben.

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Ich versuche es mal mit einem Reim, auch wenn er nicht bestimmter sein kann als alles, was hier bisher gesagt worden ist.
Was würde wohl Herr Ahmadinedschad dazu sagen?

D e r L o g o s

Die Liebe ist des Daseins Ziel,
sie lässt uns Gott erkennen.
Und doch kann man in diesem Spiel
ihr Wesen nicht benennen.

Die Liebe ist nicht Emotion,
nicht Lust und nicht Begehren.
Sie ist der reinen Herzen Lohn
und muss sich nicht vermehren.

Die Liebe ist der letzte Schritt
für uns auf dieser Erde.
Der Geist geht dabei hilfreich mit,
auf dass ein Anfang werde.
HM 2006

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Das Gedicht, das archelys zitiert, sagt ganz wunderbar in den beiden letzten Zeilen aus, worum es letztlich geht:

Der rationale Geist ist das schwächste Glied in der Kette, die als solche doch eigentlich durch die grenzenlose Kraft der Liebe wirken möchte. Wer Liebe als Sinn des Lebens und Kette zwischen den Menschen begreifen kann/lernt, der setzt der kalten Logik des Verstandes die wärmende logique du coeur (Pascal) entgegen.

Da ist es dann egal, ob ich dies als Heide in der tiefen verstandesgemäßen, aber auch mystischen Deutung von Adelinde versuche, oder in meiner ganzen Schwäche als zweifelnder Christ, Jude oder Moslem.

Solange die Kette der Liebe nicht reißt, ist noch alles im Lot. Aber diese Kette ist doch stets in Gefahr, durch schlimme Verstandesenge zerrissen zu werden. Da sei dann die Liebe oder (synonym) Gott im mystischen Sinne vor.

Es gibt eben Dinge, die wir nicht mit dem Verstand machen, wohl aber im Herzen als Erfahrung, wenn auch unbeweisbar für den Verstand, empfinden können. Und das ist für mich der Grund, weshalb ich im “Vater unser” bete: “… und bewahre uns vor dem Bösen!”

Denn das Böse ist für mich die allseits um sich greifende Lieblosigkeit in allen Bereichen des Lebens, wie sich dies z.B. in der wörtlichen Übernahme der alttestamentlichen Texte dartellt. Nur die Liebe als göttliche Wirkkraft in uns kann diesen Wahnsinn – konkret: Unterdrückung in Palästina und anderswo – besiegen.

Steffen
Steffen
10 Jahre zuvor

Sehr schön beschrieben!! . Das ist wohl auch das, was J. Ratzinger meinte mit: „… Am Ende ist ein Liebender mehr als alle unendliche Weltraum-Massen…“.
Trotzdem muss ich sagen, Mithus sein Beitrag scheint mir etwas idealisiert und zu romantisch, Adelindes Einwand mehr als berechtigt! Schließlich predigen die „heiligen Schriften“ jeweils von dem einen Gott, während andere Glaubensrichtungen abgelehnt werden. „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir“. Aus diesem Gebot nun rauszulesen, wir Gläubige sollen andere Religionen mit Liebe und Toleranz begegnen-weil schließlich kann es sich nur um den ein und denselben handeln- überfordert wohl so Manchen. Die Fähigkeit zu entwickeln, diese Schriften so zu deuten, dass sie eben nicht zu Ablehnung und Gewalt führen, ist ein sehr zäher Prozess, der sicher gewisse Voraussetzungen benötig, um überhaupt beginnen zu können. Ich denke, Humanismus, Säkularismus, Anerkennung von Gewalt als Sünde in den Religionen, sind wohl die Wichtigsten.
Die letzten beiden Weltkriege haben in Europa diesen Prozess forciert und uns befähigt, dass Gemeinsame anstatt das Trennende in den Fokus zu rücken. Wird allerdings weiterhin Toleranz bis hin zur Selbstaufgabe betrieben, steht es schlecht um das Christentum samt seiner pazifistischen Grundausrichtung. Nun könnte man natürlich sagen, wenn es doch nur den einen Gott gibt, ist es unerheblich, welche Religion bei uns führend ist. Falsch!!
Religionen beschreiben eben nicht nur die anzubetenden Schöpfer samt Rituale, sie sind auch Ausdruck von Kultur und offenbaren ein Menschenbild. Der Umgang im Islam mit Andersdenkenden, Frauen, anderen Religionen lassen diesbezüglich einiges erkennen.
Aus meiner Sicht ist es naiv zu glauben, man könne mit Vertretern von Gottesstaaten, am runden Tisch friedliche Koexistenz einüben. Ihre Fähigkeit, sich als staatsmännisch, friedliebend, humanistisch und weltoffen zu präsentieren ist stark ausgeprägt. Die Diskrepanz zur Realität in ihren Ländern meist groß. Das sind die faulen Früchte die erkennen lassen, wie es um die Politik in solch einem Land bestellt ist.

Steffen

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Lieber Steffen,
nach meinem Verständnis ist Religion nicht mehr als die individuelle geistige Verbindung des Menschen mit einer noch nicht eindeutig begreifbaren geistigen Dimension, die wir Gott (das Gute?) nennen.
Alles andere ist Kult, der sich mit der Frage befasst, wie diese Verbindung herzustellen und zu halten ist. Solange wir das noch nicht eindeutig wissen können, gibt es eben unterschiedliche Ansichten und Gebräuche, die hinsichtlich ihrer Ausprägung auch Rückschlüsse auf ihre Qualität zulassen.
Dieser Weg der Erkenntnis ist für uns nicht einfach …

Elke
Elke
10 Jahre zuvor

Sehr geehrter Herr Mithus,

woher wissen Sie denn so sicher von der Bosheit dieses Herrn Achmadinejad? Doch aus den hiesigen westlichen Medien, oder kennen Sie ihn persönlich? Waren sie im Iran und haben dort sein Tun verfolgen können?

Was A. fragt, sind doch ganz objektiv betrachtet, normale Fragen. Wie kann man da von gespaltener Persönlichleit reden! Bei G.W. Bush könnten Sie damit ins Schwarze treffen: Einerseits sein christliches Gefasel, andererseits Einmarsch in fremde Länder, unwürdige Gefangenenbehandlung, medikamentöse Menschenversuche an Unterschichtkindern in USA u.v.m. der Verbrechen. Oder gibt eben gerade diese menschenverachtende Religion die Grundlage zu solchem Verhalten?!!

Gerade heute berichtet unsere Tageszeitung von der Spiegel/Augstein-Affäre 1962 und dass sie zur “Etablierung der Vierten Staatsgewalt in Deutschland beigetragen” hat. “Augstein ist von jenem Zeitpunkt an so etwas wie ein ungekrönter König der Medien in Deutschland gewesen,” stellt der Historiker Hans-Ulrich Wehler fest.

Wer die Medien dirigiert, hat Macht über das Denken von mindestens 80 % der Bevölkerung, wahrscheinlich sind es sogar mehr. Eva Herman hat in ihrem neuen Buch “Das Medienkartell” ausführlich dargelegt, “wie wir täglich getäuscht werden.”

Die offizielle Darstellung des 11. September 2001 ist ein krasses Beispiel dafür, wie diese Macht ausgenutzt wurde für Hetze gegen Millionen Andersgläubiger und für wie dumm man uns tatsächlich hält. Die Fehler, die gemacht wurden, sind aber zu offensichtlich: z.B. ein Loch im Pentagon, das viel kleiner ist als die Breite eines Flugzeuges… Alles diente der einen Inszenierung eines Kriegsgrundes gegen sog. Terrorstaaten. Zuerst hat man von seiten der USA den Saddam Hussein aufgebaut, damit er die Russen bekämpfe, und als er nicht mehr gebraucht wurde, wurde er zum Schurken.

Schreiben kann man alles. Wir müssen alles glauben, was wir nicht nachprüfen können. Aber Lügen haben schon immer “kurze Beine” gehabt.

Einerseits geht es offensichtlich um Öl und Bodenschätze in den bekämpften Ländern – der Kabarettist Volker Pispers auf http://www.youtube.com/watch?v=AdlkTNnnBFo&feature=related brachte es auf den Punkt: “Wir müssen schützen, was wir haben wollen”, aber andererseits muss auch die Tatsache bedacht werden, welche Wolfgang Eggert in seinem Buch “Erst Manhatten dann Berlin” bringt:

Die orthodoxe Judenheit arbeitet daran, die Weissagungen der Bibel in Erfüllung gehen zu lassen. Es ist verheißen, dass ein Messias komme. Aber davor werde es ein Armageddon geben, eine Art Weltuntergang. (Frage: Deshalb die Faseleien, der Maya-Kalender spräche vom bevorstehenden Weltuntergang, wo er, genau betrachtet, nur das Ende eines Zeitabschnittes beschreibt). Und dieses Armageddon scheint nun seit Monaten in Gang gesetzt zu werden mit gemachten Unruhen/Umstürzen und vielen Toten in den Mittelmeeranreinerstaaten einerseits, mit Zerstörung der Wirtschaft der europäischen Mittelmeerstaaten und darüber hinaus unserer eigenen. Und aus dem Chaos werde dann der strahlende Messias herausführen.

Achmadinejad scheint auch auf diesen alttestamentarischen Glauben Bezug zu nehmen. So vernünftig sich seine Rede ansonsten anhört, in diesem Punkt zeigt er, dass er weder Koran noch Bibel richtig gelesen hat, ja gar nicht unvoreingenommen lesen konnte, da er mit diesem Glauben aufgewachsen ist.

Auch Jesus hat gesagt: “Ich bin nicht gekommen zu versöhnen, sondern zu entzweien.” Und aus Sicht des Koran sind ja alle Christen Ungläubige und deshalb zu bekämpfen. In der jüdischen Tora werden Nichtjuden sogar als “noch unterm Tier stehnd” beschrieben.

Achmadinejad zeigt in seiner Rede genauso viel Menschlichkeit und Versöhnungswillen wie viele Christen, welche ihre Bibel auch nur auszugsweise kennen und ansonsten gute Menschen sein wollen. Aber wenn er denkt, ein Jesus werde zu Völkerverständigung und Friede auf Erden führen, dann hängt er dem Falschen an. In Matthäus 10/34 sagt Jesus:

“Meinet nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, einen Menschen mit seinem Vater zu entzweien und eine Tochter mit ihrer Mutter….”

Und A. verkennt die Unvollkommenheit der menschlichen Seele, die immer die Freiheit hat, sich gegen das Leben und für die Macht zu entscheiden. Sein Wollen scheint mir gut zu sein. Aber damit endlich Friede auf dieser Erdkugel eintreten kann, müssen intolerante Religionen und Ideologien zuerst überwunden werden zugunsten einer tief empfundenen Demut vor dem Wunder menschlicher Entwicklungsfähigkeit bis auf höchste geistige und seelische Höhen.

Davon sind Machthaber weit entfernt. Ich gebe A. Recht, dass nur “ein vollkommener Mensch,” besser nur vollkommene Menschen Völker anführen sollten. Zu Recht prangert er die USA an, diese selbsternannte “Moralinstanz” aus macht- und geldgeilen, über Leichen gehenden Zynikern:

Anstatt “Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König würde, führet hierher und machet sie vor meinen Augen nieder! (Lukas 19/27, zitiert aus einer Bibel der Deutschen Bibelstiftung Stuttgart 1980!), statt Missionierung und Verachtung Andersgläubiger, statt Bedrohung derer, die ihre Ölquellen nicht von selber anbieten, statt Aufhetzung von Türken gegen Deutsche durch Erdogan (“Unsere Mütter sind unsere Kasernen, unsere Kinder unsere Soldaten…” und dem daraus gefolgerten Originalton von Türken gegenüber Deutschen: “Wir werden euch noch zu Tode gebären!”) kann jeder dafür eintreten, dass eines jeden Volkes Leben geschützt wird, aber nie auf Kosten eines anderen.

Komischerweise liegen die sog. “Schurkenstaaten” zumeist rund um Israel. Dass Israel davor Angst hat, dass seine Freunde auf der Welt immer weniger werden (angesichts seiner volkszerstörenden Politik gegenüber den Palästinensern), ist nachvollziehbar. Lügen über den Iran, seinen Führer, über den Irak, über Saddam, über Gaddafi aber (Massenvernichtungswaffen wurden nie gefunden, Atomwaffen wurden im Iran nie gefunden. Die Lügen wurden nachher zugegeben.) zeigen doch, dass unseren Medien nicht zu trauen ist, dass sie nicht, wie sie vorgeben, der Wahrheit und nur der Wahrheit verpflichtet sind, sondern übergeordneten Interessen dienen. Der Journalist im obigen Kommentar hat ja am eigenen Leben erfahren müssen, was passiert, wenn man wirklich kritisch berichtet.

Die Politik ist nicht das einzige Feld, auf dem es zuförderst um Macht und Geldanhäufung geht. Der Pharmasektor unterliegt diesen Gesetzen genauso. Auch da muss gehen oder wird in der Existenz zerstört, wer den Verdienst stört, weil er an Menschenleben denkt und unlautere Machenschaften anprangert.

Es gibt viel zu tun. Helfe jeder mit, der Menschlichkeit und der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen. Und bezgl. Herrn Achmadinejad muss wie bei allen gelten: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Liebe Elke,

darf ich Sie alternativ zu ‘sehr geehrte’ so ansprechen?

Ihr Kommentar sagt mir etwas, das ich auch in mir selbst finde. Vielleicht ist er mir deshalb sympathisch.

Allerdings ist m.E zu bedenken, dass die Überlieferung der Aussagen Jesu zweitausend Jahre zurückliegt und wir nicht wissen, ob Jesus es heute genauso sehen und sagen würde.

Und schließlich noch eine neckische Finesse zu Ihrer Aussage, dass Sie Herrn A. Recht geben: M.E. kann man nur das geben, was man hat. Haben Sie es?

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Der Kommentar von Elke hinkt an den gleichen Mängeln, die sie – quasi mal ausnahmsweise – auch A. vorwirft. Ich zitiere sie: “So vernünftig sich seine Rede ansonsten anhört, in diesem Punkt zeigt er, dass er weder Koran noch Bibel richtig gelesen hat“.

Auch Elke tat es ihm darin leider gleich, wenn man unter dem rechten Lesen das “rechte Verständnis” der Texte meint. Die von ihr zitierten angeblichen Jesusworte bei Matthäus 10 und Lukas 19 sind allesamt pseudepigrafisch (vulgo: Fälschungen) und nachträgliche Unterschiebungen der Bibelautoren selbst. Das hat die kritisch-historische Wissenschaft im Zusammenhang mit der Jesusforschung in den letzten 200 Jahren unmissverständlich nachgewiesen.

Der Textkürze wegen berufe ich mich als Quellennachweis auf Gerd Lüdemann, “Jesus nach 2000 Jahren”, S. 889.

Sind nun aber die Textauszüge nicht authetisch, dann taugt die ganze Beweisführung und Argumentation von Elke nichts. Ich habe den Eindruck, dass sich Elke als Bibelkommentarin etwas überfordert, archelys wies ja bereits in seiner vorsichten Art darauf hin. Mehr habe ich auch nicht zu ihren Ausführungen zu sagen, außer dass mir das Eifern missfällt.

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Liebe Adelinde,

das “Wort Gottes” steht nicht wörtlich in der Bibel. Wir sind ja weder Kreationisten noch Zeugen Jehovas, jedenfalls nicht der Durchschnittsleser und -bürger. Und wenn etwas am jesuanischen Wort, dem Menschen aus Nazareth – und nicht “eingeborener Sohn Gottes”! – etwas auszusetzen wäre, dann sollte dies auch belegbar dargestellt und kritisch belastbar sein bei dem so qualifizierten Blogg wie das Adelinde Gespräch. Der Beitrag von Elke ist das nicht.

Recht zu geben ist ihr aber darin, dass die Kirchen und ihre Lehrer viel auf dem Kerbholz haben, von Intrige bis Mord. Man lese nur die Papstgeschichte und stelle dem die kirchliche Falschbehauptung gegenüber, sie – die r.-k. Kirche – befände sich in der apostolischen Sukzession. Der Verknüpfungsknoten mit Jesus besteht leider überhaupt nicht, darauf wies schon A. Loisy hin.

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Ich glaube zu wissen,
dass wir nicht wissen,
was wir zu wissen glauben.

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Sehr geehrter archelys,

wer glaubt, kann doch nicht wissen, und wer weiß, kann nicht glauben. Gilt das nicht mehr?

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Lieber Mithus,
wer weiß?

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Liebe Adelinde,

wenn wir gerecht sein wollen, dann müssen wir auch den anderen Aspekt dieser ‘Anleitung’ bedenken. Viel weniger als das Mörderische ist wahrscheinlich das Gute bekannt, welches von Mensch zu Mensch getan worden ist.

Die ‘Anleiter’ waren nicht vollkommen und sind es heute noch nicht. Vielleicht ist unser Menschsein ja eine unaufhörliche Entwicklung zum Guten. Vielleicht sind wir auf dem Wege, wahrscheinlich aber noch längst nicht im Ziel.

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Weil das so ist, wie die beiden vorangehenden Einträge schreiben, erkenne ich in der Bibel keine Offenbarung Gottes.

Aber ich sehe in der Weisheit eines Jesus oder Gandhi eine Hilfestellung für das Leben, man muß nur beizeiten lernen und studieren, wo und wann Jesus missbraucht wurde und was er seinen Glaubensbrüdern, den Juden, lehrte. Ein globales Gleichsetzen der Weisheit Jesu mit der chrsitlichen Kirche – nebenbei Paulus kannte weder Jesus noch interessierte diesen dessen Botschaft (Meinrad Limbeck) – hieße doch, die Sache zu leicht zu nehmen.

archelys
archelys
10 Jahre zuvor

Liebe Adelinde,

der letzte Absatz Ihres Beitrages hat mich an meine Kindheit denken lassen. Die sanfte Mahnung meiner Großmutter, dieses oder jenes nicht oder anders zu tun, war mir eine große Hilfe und wirkt bis heute. Ein andersartiger Einfluß hätte möglicherweise anderes bewirkt. Ich meine, dass wir auf eine vorbildhafte Anleitung nicht verzichten können. Nur, wo kriegen wir die vorbildhaften Eltern, Erzieher und Lehrer her?
Aus der Frankfurter Schule?

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Kehren wir von unserer Abweichung ins philosophisch Anmutende noch einmal zum Ausgangspunkt zurück: Ich zitiere eine wesentliche Stelle in der Rede des A.:

“Den Menschen dürstet es nach Frieden, Fortschritt und Brüderlichkeit, dennoch sind wir Zeuge, daß Kriege, Massaker, weit verbreitete Armut, wirtschaftliche, soziale und politische Krisen, Diskriminierungen, Erniedrigungen und Unsicherheit die Rechte und die Würde und Ehre der Völker verletzen und ihnen Verluste und Schäden aufzwingen, die nicht wieder gut zu machen sind.”

A. schildert hier einen Ist-Zustand, den auch Jesus und Gandhi ähnlich vorfanden und der auch uns heute leider immer noch vertraut ist. Dennoch sollten die in Spiritualität gegründete Lehre Jesu (als Mensch) und die des unverdächtigen Nichtchristen Gandhi – neben der ganz ähnlichen Weitsicht vieler Lehrer aus anderen Kulturen und Zeiten (z.B. aus China: “Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen”) – auch ihre Weitergeltung gerade für diejenigen behalten, die die Wahrheit (im Sinne von empirischer Richtigkeit) dieser beispielgebenden Lebensform und Botschaften schon gänzlich gedanklich nachvollzogen haben. Das erfordert schon einiges an Mühe und die Einsicht, nämlich, dass das “Gute” oder das “Böse” keine ontologischen Gegebenheiten sind, sondern versubstantiierte adjektivische Eigenheiten menschlich guten oder bösen Handels vor dem Maßstab ethisch-moralischer Einsichten.

Vor diesem Hintergrund ist Adelinde Recht zu geben, wenn sie auf die Vielen hinweist – darunter ganz sicher auch Christen -, die im Stillen das ihnen Mögliche an “Gutem” tun. Das “Gute” wie das “Böse” in unserem Tun sind aber keineswegs ausschließlich christlich-geprägte und definierte Merkmale, zumal es heute ganz unsteitig ist, dass der Alleinanspruch des Christentums auf die eine und einzige Wahrheit nicht mehr aufrecht erhalten werden kann und wird. Hier hat sich etwas bewegt, liebe Adelinde, wenn auch nicht im Zentrum Roms.

Wir dürfen – darin stimme ich archelys vollkommen zu –
a) auf dem Weg der Entwicklung zum Guten und Besseren nicht stehen bleiben und müssen – wohl aufgrund der Vorgeschichte ganz besonders als Christen –
b) von dem theistischen, antropomorphen, personalen Gottesbild loskommen (hier lebt A. wie viele Christen noch in einer alten Welt). Wir sollten im spirituellen Geiste das, was früher als “Gott” (Gut) bezeichnet wurde, viel weitergehend heute als mystisch erfahrbares, aber letztlich nicht kommunizierbares “Göttliches Geheimnis” in der Welt und im Kosmos verstehen und als letzte Instanz vor und in uns anerkennen.

Der Theologe Prof. em. Dr. Matthias Kroeger (Uni HH) hat in seinem jüngsten Buch (“Es muß ein Ruck durch die Köpfe der Kirchen gehen”) in aller Stringenz darauf hingewiesen,
dass im Zeichen der Aufklärung nicht länger unter “Gott” das romantische, ausschließlich aus Liebe schenkende und verzeihende Männlein im “Himmel” zu verstehen ist, sondern vielmehr jenes respektheischende “Göttliche Geheimnis”, zu dem uns der Zugang über den Verstand fehlt und dem es ebenso eigen ist, uns mit Leiden aus Krankheit, Naturkatastrophen und sonstigen Schicksalsschlägen, die nicht ausschließlich auf menschliches Handeln zurückzuführen sind, zu bedrücken.

Weil das “Göttliche Geheimnis” etwas Unbennbares, ein Numinosum ist, kann sich die Warum-Frage (Theodizeefrage) danach, wie “Gott” solches zulassen kann, gar nicht mehr stellen.

Für den Frieden in der Welt bleibt Grundlage zunächst die Gerechtigkeit, von der beispielsweise auch Jesus sprach, durchaus politisch wie bei den Befreiungstheologen in Latenamreika und anderswo verstanden.

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Lieber archelys,

von der Frankfurter Schule ganz sicher nicht. Ich erlaube mir auf das diesbezüglich kritische Buch von Gerhard Szczesny mit dem Titel “Das sogenannte Gute”, Untertitel: “Vom Unvermögen der Ideologen” (erschienen bei Rowohlt) hinzuweisen. Im Klappentext dazu heißt es:

“Dieser Essay [des Autors] ist der Orientierungsversuch eines Linken, der Abschied von der Linken nimmt. Er hat entdecken müssen, dass die in Antike und Christentum wurzelnden idealistisch-spekulative Tradition des abendländischen Denkens durch Marxismus und neue Linke nicht aufgehoben, sondern fortgesetzt wurde und wird: der unbegrenzte, nicht an den Möglichkeiten der menschlichen Natur, sondern an den Möglichkeiten des Denkens ausgerichtete Wille zum Guten bringt unentwegt das Schlechte hervor.”

Das liegt wohl auch u. a. an der Projektion menschlicher Wünsche auf einen “Gott”, den es so, wie er geglaubt werden sollte und soll, gar nicht gibt.

Vergleiche auch Paulus im Brief an die Römer Kapitel 7 … 7:19: “Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.” Dazu ließe sich viel sagen, aber es ist hier nicht der Ort dafür. Nur dies:

Ohne den selbsternannten Ap. Paulus wäre das Abendland – auch wenn man, wie ich, sein christologisches Konzept ablehnt, nicht da, wo es heute steht, natürlich nicht ohne auch die Schattenseiten zu übersehen.

Steffen
Steffen
10 Jahre zuvor

„Das Gute bedarf keiner Lehre, auch nicht des Christentums. Es erscheint entweder spontan aus dem göttlichen Kern, der jeder Menschenseele mit in die Wiege gelegt ist, oder es unterbleibt.“

Liebe Adelinde,

allein die Fähigkeit zu besitzen, Gutes vom Bösen zu trennen, bedarf doch einer Lehre!! „Du sollst nicht töten“. Ja, warum eigentlich nicht? Weil man es nicht tut-oder warum? Ich denke, kein anderes Argument als: „der Mensch ist das Abbild Gottes“ hätte die Kraft gehabt, uns so von der Richtigkeit dieser Aussage zu überzeugen. Ohne die drohende Strafe Gottes am jüngsten Tag als übergeordnetes Regulativ, gäbe so manche humanistische Idee nicht.

Die Gegenthese, dass auch eine „gottlose Gesellschaft“ diese Normen als selbstverständlich erachtet, weil sie die Basis eines friedvollen Miteinanders sind, halte ich deshalb in ihrer Begründung für falsch. Das Pflegen der Alten, das Heilen von Schwerstkranken, Hospize, usw., wäre ohne Gotteslehre ein völlig irrationaler Akt.

In Wirklichkeit erkennt doch ein jeder den Menschen als „Krönung der Schöpfung“ an, woraus ein Anrecht auf Würde entsteht. Religion ist immer auch Soziallehre! Beide wirken wechselseitig auf sich ein und bedingen einander.

Zu Entstehungszeiten der „Heiligen Schriften“ betrachtete man den Menschen von Natur aus als böse. Diese Sichtweise spiegelte sich natürlich in den Schriften wieder, was heutzutage oftmals Anlass einer religionskritischen Echauffiertheit ist. Im Gegenzug verlangt das soziale Gebilde, in dem wir heute leben, immer mehr theologische Anpassungen. Oft wird der Vorwurf laut, Kirche agiert mit Angst und schüchtert ein, wenn diese auf die Folgen unserer Sünden hinweist. Die menschliche Furcht vor der ewigen Verdammnis, das Wissen um einen übergeordneten Richter bedeutet aber auch Disziplinierung und Trost.

Wie wir alle wissen, sind Regeln und Leitplanken für unser Zusammenleben fundamental wichtig. Sie sind es aber auch nur dann, wenn sie durch eine Lehre fundiert werden, die jeglichem Hinterfragen standhält. Durch die Nichtbeweisbarkeit Gottes sind unsere chr. Werte so wunderbar unangreifbar.

Vom göttlichen Kern, als Sinnbild für die grundsätzliche Ausrichtung zum Guten in uns, kann ich weit und breit nichts erkennen. Ich jedenfalls bin froh, dass mir jemand erklärt, warum ich meinen Chef nicht erschlagen darf.

Herzlichst, Steffen

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Zitat Adelinde @: “Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.”

Diese ins Negative gekehrte “Goldene Regel” finden wir nicht in der Bibel, sondern “nur” bei Tobias ( (Tobias 4,16). Sie schmälert die ethisch-moralichen Anforderjungen auf ein Minimum, was unnötig und gar falsch sein kann. Die negative Fassung ist in dieser Form nicht nur ein deutliches Minus gegenüber der positiven, dann auch vollständige richtigen Fassung der Bibel bei Matthäus: „Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ (Matth. 7,12), sondern sie gebietet nur das Unterlassen des Bösen. Vom Tun des Guten – hier muß ich Adelinde leider widersprechen – sagt die Negativregel gar nichts. Und das ist ihr Manko.

Die positiv gefasste “Goldene Regel” ist sozusagen die ethische umfassendere Generalklausel, die noch über den 10 Geboten steht und die einschränkende Sicht der negativen Form bei Tobias außer Kraft setzt. Jesus gibt dazu herrlich klare Beispiele in Matth. 5, 20 ff. und im Gleichnis vom überfallenen Samariter, dem selbst von (kirchen-)gesetzestreuesten Juden, die des Weges kamen, keine Hilfe zuteil wird, weil sie sich i. S. d. negativen Fassung sagten: “Ich habe ihm ja nichts getan und kann weitergehen, ohne zu helfen. Im Übrigen sind die Samariter für uns Juden so etwa das Letzte unter den Menschen, da bin ich ohnehin nicht gefordert.” Eine vollkommen unzureichende Sichtweise!

Der Inhalt der “Goldenen Regel” ist nun allerdings keine christliche Erfindung, sondern gehört zum allgemein und weltweit anerkannten, wenn auch oft verletzten Weltethos. Gleichwohl wird dies auch von vielen Christen beachtet.

Mithus
Mithus
10 Jahre zuvor

Liebe Adelinde,

ich habe es befürchtet, dass religiöse Begründungen, und seien sie noch so zutreffend im eigentlichen Kern ihrer Aussage, nicht unbedingt Deine Gegenliebe erfahren würden. Dennoch halte ich daran fest, denn Dir ist leider ein Fehler im Verständnis der “Goldenen Regel” unterlaufen:

Dieser Regel ist die Liebe/Nächstenliebe immanent, oder wie Du sagst: der innerseelische Wunsch zum Guten, und – ich erlaube mir das zu ergänzen – weiterführend der generelle, existenzielle Wunsch zum Lieben und Geliebtsein. Diese Impulse sind die Hauptüberschrift, unter der die jesuanische Regel steht und zum “Göttlichen Geheimnis” unseres Seins elementar zählt. Von daher darf dieser Grundtatbestand nie geleugnet oder übersehen werden, weil dies sonst zu der Pervertierung führt, zu der Du gelangt bist, leider.

Berücksichtigt man diese Immanenz, dann können Sätze wie
@”Das wahre Gute ist nicht nachahmbar”, wobei offen bleibt,
was Du unter “wahr” verstehst?,
@”Es kann weder “gewollt” noch “gesollt” sein”,
@“alles”, was ich will, das man mir tun “soll” – “alles”, man
stelle sich das vor!”

nur als völlig missverstanden und die Regel ins Gegenteil verkehrend verstanden werden. Auf dieser perversen Basis könnte auch der Selbstmörder dann argumentieren und fordern:

“Ich möchte Selbstmord begehen. Also darf ich anderen dieses Schicksal zumuten und sie umbringen.” Geht’s noch perverser, kranker? Diese Meinung wird in der Diskussion ernsthaft erörert und benutzt, die “Goldene Regel” schadlos und zur eigenen Entlastung umzudeuten!!! Wozu menschliches Denken – Denken? – doch in der Lage sein kann!

Das ein solches Verständnis weder in der Bibel steht, noch dass man Liebe und Nächstenliebe nicht lernen oder nicht nachahmen können sollte, dürfte doch als falsch von jedermann erkannt werden können, auch von jenen, die dem religiösen Gedanken etwas ferner stehen.

Wir sollten – wie es heute Brauch ist und in Deiner Argumentation durchscheint – das Gegensatzpaar “Gut” und “Böse” nicht ersetzen durch “Was nutzt es mir” und “Was nutzt es mir nicht”. Das führt zum emotionalen Autismus, zur Unfähigkeit des empathischen Mitdenkens und -fühlens, letztlich zum Untergang jeder Kultur. Wer, wie dies heute geschieht, den Kapitalimus zur Religion des größten Nutzens macht (Walter Benjamin), der hat die Ehrfurcht vor dem “Göttlichen Geheimnis” in dieser Welt verdrängt. Dieses Verdrängen wird sein zunächst inneres, später auch äußeres Scheitern bewirken. Eigentlich schon kein Geheimnis mehr, wenn man in die Tiefenpsychologie und ihre Ergebnisse schaut.

notabene
notabene
9 Jahre zuvor

Ich möchte nochmals direkt zur Rede von Ahmadinedschad zurück: Wahrheit bleibt Wahrheit, egal von wem sie ausgesprochen wird – und selbst wenn es der Teufel selbst ist der sie ausspricht! Nun – wenn wir aufgeklärten Zeitgenossen nun in Ahmadinedschad einen ausgemachten Gauner zu erkennen meinen, erlaubt dieser Sachverhalt noch lange nicht den Schluss, dass die Feststellungen welche aus dem Munde dieses “unwürdigen” kommen falsch und ungerechtfertigt sind. Der Umstand, dass er sich uns als “schlechter” darstellt ist noch lange nicht die Rechtfertigung dafür diejenigen auf welche der “schlechte” hinweist automatisch als die “guten” zu benennen. Religion, Politik, Philosophie hin oder her: Der Teufel hat immer (mindestens) zwei Krallen!

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