Versöhnung 1937: Hitler und Ludendorff
Donnerstag, 23. Juli 2026 von Adelinde |
Adelinde:
Als Adolf Hitler 1933 zur Macht gekommen war und als einen seiner ersten Schritte den Schulterschluß mit dem jahrhundertealten Erzfeind des Deutschen Volkes, Rom, suchte, war Erich Ludendorff entsetzt. Er schrieb seine Kampfschrift: Hitlers Verrat der Deutschen an den römischen Papst.
Das Band zueinander war nicht nur durch diesen Schritt Hitlers zerschnitten, sondern auch aus anderen Gründen. Einerseits fand bei den Natio-nalsozialisten keinerlei Verstehen der Philosophie Mathilde Ludendorffs statt, die sogar von den Nazis übelst herabgesetzt, ja verleumdet und somit des „Verderbens des Feldherrn“ schuldig gesprochen wurde.
Schließlich schmierte die SA an öffentliche Wände „Ludendorff verrecke“ und „Mathilde verrecke“. Zwar ließen sich die Ludendorffs davon persönlich nicht treffen, aber … schön ist anders. Ludendorff aber hatte sich längst von Hitler distanziert.
Und der NS erlaubte sich Verbote auszusprechen gegen den „Tannenbergbund“ Ludendorffs, gegen den religiösen Bund der Ludendorff-Bewegung „Deutschvolk“, der Wochenzeitung „Ludendorffs Volkswarte“ und der Zeitung „Vor’m Volksgericht“ schon 1933.
Ein Schock für viele hoffnungerfüllte Deutsche und ein erzwungener schwerer Verzicht der Ludendorffs auf
Verbreiten der Wahrheit und Jahre, in denen unser Freiheitswille täglich das Allerschwer-ste zu tragen hatte. (Mathilde Ludendorff, Lebenserinnerungen Band 6, S. 266 ff.)
… schon Jahre zuvor hatten wir durch zuver-lässige Boten gehört, daß sowohl in Vatikan-kreisen, als auch in Freimaurerkreisen wie auch von seiten der Juden ausgesprochen wurde:
„Lieber noch Hitler, als Ludendorff und seine Frau noch weiter an der Volksbe-arbeitung sehen.“
Und da uns auf unseren Frühstückstisch an-stelle der Freimaurerdrohungen mehr und mehr das „Auf-den-Sand-Stellen“ gleich nach Machtergreifung angekündigt wurde, sahen wir nicht eben große Möglichkeit, in kom-menden Jahren noch die Wahrheit zu sagen!
Als dann am 21. März 1933 die Glocken läuteten, erfüllte sich wieder das „Gesetz“, das Mathilde Ludendorff schon früher einmal entdeckte,
dieses liebe Gesetz, das rettendes Handeln ermöglicht und doch die liebe stille Abge-schiedenheit sichert, wenn andere gefeiert werden, die überhaupt gar nicht gerettet hatten!
Und Ludendorff sagte zu ihr:
Nun feiern sie, die Totengräber der Freiheit des Volkes.
Doch im Todesjahr Ludendorffs 1937 geschah das Wunder. Hitler hatte sich in seiner Außenpolitik als deutscher Führer glänzend bewährt.
Dann kamen die Wochen, in denen sich die Unterredung zwischen Adolf Hitler und meinem Mann anbahnte, die ein wichtiges Ergebnis hatte. In der Presse erschien über die Unterredung folgende Bekanntgabe:
„Erklärung
Zur Beseitigung von Schwierigkeiten und Mißständen hat im Interesse des Volkes zwischen dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und dem Feldherrn Luden-dorff eine eingehende Aussprache statt-gefunden, die auch das gewünschte Ergebnis erzielt hat.
Der Feldherr brachte darauf zum Aus-druck, wie er die rettende Tat des Füh-rers und Reichskanzler, den Versailler Schandpakt Punkt für Punkt zerrissen zu haben, begrüßt hat, vor allem die Tatsa-che, daß Volk und Staat wieder wehrhaft und Herr am Rhein sind.
Er sprach von seinem Wirken für die seelische Geschlossenheit des Volkes, um es zu ernsten Aufgaben zu befähi-gen.
Der Führer und Reichskanzler sprach von seinen Erfahrungen und begrüßte es, daß das dritte Reich und seine Wehrmacht nun wieder in vertrauensvoller persönli-cher Fühlungnahme mit dem Feldherrn des Weltkrieges ständen, wie es einst das alte Heer im Weltkriege und die Kämpfer des 9. November 1923 taten.“
In der letzten Geburtstagsnummer vom 9.4.1937 des „Am heiligen Quell deutscher Kraft“, die Ludendorff noch mitverfaßte, fügte er dieser allgemeinen Presseerklärung die Worte hinzu:
„Der Führer und Reichskanzler hat die Beschränkungen aufgehoben, denen bisher mein und meines Hauses weltan-schauliches Wirken begegnete. Die Deutschen, die sich zur ,Deutschen Gotterkenntnis (Ludendorff)‘ bekennen, haben volle Gleichberechtigung mit den Volksgeschwistern, die den in Punkt 24 des Parteiprogramm eingeschlossenen Glaubens- und Religionsgemeinschaften angehören.
Ich danke dies dem Führer und Reichs-kanzler. Mein Ringen für die Festigung des totalen völkischen Staates wird da-durch für mich freudiger und für diesen, so hoffe ich, wirkungsvoller.
Ich erwarte nun aber auch von denen, die auf mich hören, vor allem den Anhängern der deutschen Gotterkenntnis außerhalb, aber auch innerhalb der nationalsozia-listischen deutschen Arbeiterpartei, daß sie sich stets vor Augen halten, daß mein Ringen der Festigung des deutschen Menschen und der Geschlossenheit des deutschen Volkes in dem völkischen und totalen Staate gilt und heute alles von ihnen eingesetzt werden muß, um dieses große Ziel zu erreichen und zugleich die in jüngster Zeit besonders scharf hervor-tretenden Bestrebungen der überstaat-lichen Mächte, unser junges völkisches Reich zu unterwühlen und über unser Volk ihre Herrschaft wieder zu errichten, ein für allemal zunichte zu machen.“