Die Bedeutung der Coburger Ernestiner für die europäische Geschichte
Dienstag, 29. September 2026 von Adelinde |
Thomas Engelhardt
hat sich einmal mit Sachsen-Coburg befaßt und hier besonders mit der Bedeutung der Coburger Ernestiner für die europäische Geschichte[1].
Die russische Zarin Katharina II.[2] suchte 1795 für Ihren Enkel Konstantin[3] eine passende Braut und ließ dies an den dama-ligen europäischen Fürstenhöfen bekannt-geben. Die Nachricht gelangte auch an die Herzogin Auguste[4] aus dem kleinen und zu dieser Zeit bereits verarmten Herzogtum Coburg[5].
Sie nahm kurzerhand ihre drei älteren Töch-ter Sophie, Antoinette und Juliane an die Hand und reiste an den russischen Zarenhof nach St. Petersburg.[6]
Der Name Sachsen-Coburg war in Moskau aufgrund erfolgreich geführter Kommandos, die Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld[7] im Siebenjährigen Krieg befehlig-te, nicht unbekannt. Der Mann hatte Eindruck auf die Zarin Elisabeth gemacht.
Konstantin Romanow entschied sich seiner-zeit für die jüngste der Coburger Töchter, Juliane von Sachsen-Coburg.[8] Die Ehe verlief jedoch nicht glücklich und war auch nicht von langer Dauer.[9]
Damit Juliane nicht allein und fremd am Zarenhof war, schickte man ihren jüngsten Bruder Leopold[10] nach Moskau, wo er eine Karriere in der russischen Armee machte und wo man sein diplomatisches Geschick zur Kenntnis nahm. Denn als erstes gelang es ihm auf diplomatischem Wege, seine älteste Schwester[11] an einen Neffen des Zaren, den König Alexander Friedrich Karl von Würtemberg[12] zu verheiraten.
Als Vertrauter Zar Alexanders nahm Leopold Prinz von Sachsen-Coburg 1815 am Wiener Kongreß teil, wo er andere europäische Diplomaten kennenlernte, u. a. den ungari-schen Diplomaten von Kohary.[13]
Die Koharys waren nicht adlig, galten jedoch als unermeßlich reich. Die Koharys strebten nach dem Aufstieg in den hohen Adel, Coburg benötigte bares Geld, und so aran-gierte Leopold ein Treffen zwischen seinem Bruder Ferdinand[14] und Maria Kohary.[15]
Die Begegnung führte zu einer Liebesheirat, und Ferdinands Nachkommen (ein Sohn bzw. ein Enkel) stiegen später zu Zaren von Bulgarien[16] und Königen von Portugal[17] auf.
Leopold machte auf dem Wiener Kongreß aber auch die Bekanntschaft König Georges III. von England.[18] Dieser lud den jungen Mann nach London ein, wohl nicht ganz uneigennützig. Denn er suchte für seine einzige Tochter und Thronerbin Charlotte von Kent[19] einen passenden Ehemann, und in dem klugen Leopold schien er den richtigen gefunden zu haben.
Schon ein Jahr später war Hochzeit und Leopold schien am Ziel seiner Träume zu sein, ein eigenes Königreich zu regieren. Doch seine Frau Charlotte starb bereits ein Jahr später nach einer Totgeburt im Kindbett.
England war ohne Thronerben, und Leopold verließ designiert England. König Georg III. hatte noch drei unverheiratete, jedoch schon in die Jahre gekommene Brüder. Von denen mußte einer heiraten und für Nachkommen sorgen, damit England wieder einen König bekam.
Prinz Wilhelm von Kent[20] verehelichte sich mit Prinzessin Adelheid von Sachsen-Meiningen[21] (nach ihr ist die Stadt Adelaide in Australien benannt). Die Ehe blieb jedoch kinderlos.
Prinz Leopold von Sachsen-Coburg[22] gelang es jedoch, seine gerade verwitwete jüngste Schwester Victoire, verwitwete Fürstin zu Leiningen[23], an den dritten Prinzen in England Edward August[24] zu verheiraten.
Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor, die später als Königin Viktoria das Vereinigte Königreich für mehr als 60 Jahre regieren sollte und so einem ganzen Zeitalter einem Namen gab.
Dem Prinzen Leopold trugen die Griechen die Königswürde an, jedoch lehnte er ab. Später hatten sich die spanischen Niederlande von ihrem Mutterland abgesagt und mit den Wallonen (durch Rückendeckung Frankreichs) das neue Königreich Belgien gegründet.[25]
Diese Königswürde nahm Leopold 1831 an, legte aber Wert darauf, daß er nicht König von Belgien, sondern König der Belgier genannt wurde.
Sein größter Coup gelang ihm, als er für die Verbindung seiner Nichte Viktoria von Kent[26] mit seinem Neffen Prinz Albert von Sachsen-Coburg[27] sorgte.
Überliefert wird, daß Viktoria von Kent den Prinzen Albert zunächst ablehnte, weil sie sich in den Kopf gesetzt hatte nicht zu heiraten. Worauf Leopold gesagt haben soll:
Legt ihn ihr ins Bett, dann wird sie schon merken, was sie an einem Mann hat. Nun, die Ehe kam dann doch zustande, und Albert und Viktoria bekamen 9 Kinder. Die älteste Toch-ter[28] wurde später Mutter des deutschen Kaisers Wilhelm II., die zweite Tochter[29] wurde die Schwiegermutter von Zar Nikolaus dem II.
Ein Enkel[30] besetzte später den verwaisten Coburger Herzogsthron. Dieser war ein Anhänger der Nationalsozialisten und ein glühender Nazi-Verehrer.
Das führte im II. Weltkrieg zum Bruch mit dem englischen Königshaus, da u.a. dessen Sohn Prinz Hubertus[31] persönlich Jagd-bomberangriffe auf den Londoner Buckingham-Palast flog.
Das englische Königshaus hatte sich aber bereits im I. Weltkrieg von Sachsen-Coburg in Windsor umbenannt. Die deutsche Abstam-mung des Hauses Windsor wird heute kaum noch erwähnt.
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Anmerkungen
[1]Unter Verwendung einer Vorlage zusammengestellt u. ergänzt von Thomas Engelhardt, Ilsede)
[2]Katharina II., gen. Katharina die Große (geborene Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst), * 2.05.1729 Stettin, † 6.11. (jul.) / 17.11.1796 (greg.) St. Petersburg), Juli 1762 Kaiserin von Russland,1793 Herrin von Jever (Herrschaft Jever). Ein (legitimierter) Sohn Paul I. (eigtl. Pawel Petrowitsch), * 20.09. (jul.) / 1.10.1754 (greg.) St. Petersburg, † 11.03. (jul.) / 23.03.1801 (greg.) St. Petersburg), 1762–1773 Herzog von Holstein-Gottorf, 1796–1801 Kaiser („Zar“) von Rußland (gehörte dem Haus Romanow-Holstein-Gottorp an).
[3]Konstantin Pawlowitsch Romanow (aus dem Haus Romanow-Holstein-Gottorp), Großfürst und Zarewitsch („Zarensohn“) von Rußland, * 27.04. (jul.)/8.05.1779 (greg.) Zarskoje Selo, † 15.06.(jul.)/27.06.1831 (greg.), oo 26.02.1796 Juliane, Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld (sie * 23.09.1781 Coburg) (durch Heirat wird sie unter dem Namen Anna Fjodorowna russische Großfürstin).
[4]Auguste Caroline Sophie geb. Reuß zu Ebersdorf (* 19.01.1757 Ebersdorf, † 16.11.1831 Coburg), To. des Graf Heinrich XXIV. Reuß zu Ebersdorf (1724–1779) und dessen Frau Karoline Ernestine zu Erbach-Schönberg (1727–1796). Als geborene Gräfin wurde sie durch Heirat Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld (Auguste Caroline Sophie von Sachsen-Coburg-Saalfeld)
[5]Sachsen-Coburg-Saalfeld, ernestinisches Herzogtum (1735-1826).
[6]Juliane reiste am 12. August 1795 mit ihrer Mutter und ihren Schwestern Sophie und Antoinette in Begleitung von Ferdinand von Wintzingerode und ab dem 19. August unter Begleitung von General von Budburg über Königsberg (mit dreieinhalbtägigem Aufenthalt ebd.) nach Rußland. Für die Strecke Coburg-St. Petersburg (ca. 2.000 km) wurden mehr als drei Reisewochen benötigt.
[7]Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld, * 26.12.1737 Schloß Ehrenburg, Coburg, † 26.2.1815 in Coburg, Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Reichsgeneralfeldmarschall und 1789 kaiserlicher Feldmarschall. Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld spielte eine entscheidende militärische Rolle als kaiserlicher Feldherr für Österreich gegen Preußen und wurde durch seine Tapferkeit und Erfolge berühmt, was dem Haus Sachsen-Coburg einen hohen militärischen Rang verschaffte. Im Türkenkrieg 1788 bis 1792 befehligte er unter Feld-marschall Laudon das galizische Armeekorps und eroberte im August 1788 die Festung Chotyn. Zusammen mit den Russen unter General Alexander Suworow erkämpfte der Prinz von Coburg am 1. August 1789 den Sieg in der Schlacht von Focșani und nochmalig am 22. September über die viermal stärkere türkische Hauptarmee in der Schlacht bei Mărtinești am Rimnik. Für diesen Sieg wurde er zum Feldmarschall ernannt, schon vorher war er mit dem Großkreuz des Maria-Theresia-Ordens ausgezeichnet worden
[8]Juliane Henriette Ulrike von Sachsen-Coburg-Saalfeld, * 23.09.1781 Coburg, † 15.08.1860 in der Elfenau, Bern, (To. d. Herzogs Franz Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806) u. der Auguste (1757–1831), Tochter des Grafen Heinrich XXIV. Reuß zu Ebersdorf); sie oo 26.02.1796 St. Petersburg Konstantin Pawlowitsch Romanow, Großfürst von Rußland (Bruder des späteren Zaren Alexander I.). Über ihre Schwester Victoire war sie eine Tante der englischen Königin Victoria. Ihr Bruder Ernst folgte 1806 dem Vater als Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Juliane von Sachsen-Coburg, Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, wurde durch die Heirat unter dem Namen Anna Fjodorowna russische Großfürstin.
[9]Diese Verbindung Julianes von Sachsen-Coburg mit den Romanows und auch die Heirat ihres Bruders Leopold mit der britischen Thronfolgerin Charlotte Auguste (Princess Charlotte Augusta of Wales, * 7. 01.1796 London, To. d. britischen und hannoverschen Kronprinzen Georg, Fürst von Wales, u. dessen Ehefrau Caroline von Braunschweig- Wolfenbüttel) machten den Coburger Hof zu einem dynastischen Mittelpunkt in Europa. Napoleon behandelte den kleinen Coburger Staat in den Koalitionskriegen aufgrund der Verbindung mit Rußland weitaus weniger willkür-lich.
[10]Leopold Prinz von Sachsen-Coburg (Prinz Leopold von Sachsen-Coburg , 1816 russischer Generalleutnant, ab 1831 König der Belgier), I oo 2.05.1816 Carlton House Charlotte Augusta of Wales (* 7.01.1796 Carlton House, London, † 6. November 1817 in Claremont House, Surrey), To. d. britischen und hannoverschen Kronprinzen Georg, Fürst von Wales u. dessen Ehefrau Caroline von Braunschweig-Wolfenbüttel, II oo 2.07.1829 Karoline Bauer, III oo 9.08. 1832 Compiègne Louise d’Orléans (* 1812, † 1850), To. d. Königs Ludwig Philipp von Frankreich); 1816 ist Leopold Prinz von Sachsen-Coburg russischer Generalleutnant. Vgl. Fußn. 19.
[11]Antoinette von Sachsen-Coburg-Saalfeld (* 1779, † 1824), To. d. Herzogs Franz von Sachsen-Coburg-Saalfeld.
[12]Alexander Friedrich Karl von Würtemberg, in russischem Staatsdienst, russischer General, * 24.04.1771 Mömpel-gard, Grafschaft Württemberg-Mömpelgard (jetzt Montbéliard , Frankreich), † 4.07.1833 Gotha, Bruder von König Friedrich von Württemberg sowie der Zarin Maria Fjodorowna.
[13]Ferenc József Koháry de Csabrág et Szitnya (* 4.09.1767 Wien, † 27.06.1826 Oroszvar), ungarisch-österreichischer Magnat, Vizekanzler der ungarischen Hofkanzlei, ab 1815 erster Fürst Koháry. Als sich seine To. Maria mit Ferdinand Georg von Sachsen-Coburg verlobte, erhob Kaiser Franz I. Ferenc Jozsef Kohary in den Fürstenstand um den Rangunterschied zwischen der Familie Kohary und Sachsen-Coburg auszugleichen. Dies geschah durch eine Anfrage des Bruders des Bräutigams, Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg. Franz Josef Kohary bestand darauf, dass die Nachkommen der beiden katholisch erzogen werden.
[14] Prinz Ferdinand Georg August von Sachsen-Coburg, oo 2.01.1816 Maria Antonia Koháry.
Qu.: August Wilpert: Kurze Geschichte der katholischen, sog. „Koháry“-Linie des Herzoglichen Hauses Sachsen-
Coburg und Gotha, München 1990. – Harald Sandner: Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha 1826 bis 2001. Eine
Dokumentation zum 175-jährigen Jubiläum des Stammhauses in Wort und Bild. Druck- und Verlagsanstalt Neue Presse, Coburg 2001.
[15]Maria Antonie Gabriele Koháry de Csábrág et Szitnya, ungarisch-österreichische Magnatin, (* 2.07.1797 Budapest, † 25.09.1862 Wien, To. des Grafen Ferenc József Koháry (1767–1826) und dessen Gemahlin Antonia Gräfin von Waldstein zu Wartenberg (1771–1854)), Erbin des Hauses Koháry und Stamm-Mutter der Linie Sachsen-Coburg-Gotha-Koháry. Ihr Sohn Ferdinand wurde 1837 König von Portugal, ihr Enkel Ferdinand 1887 König von Bulgarien und ihr Urenkel Ferdinand I. 1914 König von Rumänien. Sie war außerdem die Urgroßmutter des letzten sächsischen Königs Friedrich August III.
[16]Ferdinand I., * 26.02.1861 Wien (als Ferdinand Maximilian Karl Leopold Maria von Sachsen-Coburg und Gotha in Wien), † 10.09.1948 in Coburg), aus der Linie Sachsen-Coburg-Koháry, Sohn d. kaiserlich-österreichischen Generals August von Sachsen-Coburg und Gotha (1818–1881) und Clémentine von Orléans (1817–1907), Tochter des französischen Königs Louis-Philippe I. Väterlicherseits war er der Enkel des Prinzen Ferdinand, des Begründers des katholischen Hauses Sachsen-Coburg-Koháry u. Großneffe des regierenden Herzogs Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha sowie ein Neffe 2. Grades von Prinz Albert, dem Prinzgemahl der britischen Königin Victoria. Ferdinand I. (1861–1948), urspr. Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, wurde er 1887 Fürst und 1908 Zar von Bulgarien, bis er nach dem Ersten Weltkrieg abdankte und in Coburg im Exil lebte. 1893 heiratete Ferdinand I. Marie Louise von Bourbon-Parma (1870–1899), Tochter des entthronten Herzogs Robert I. von Parma und eine ältere Halbschwester der späteren österreichischen Kaiserin Zita, mit der er vier Kinder hatte:
(1) Thronfolger Boris III. (* 1894 Sofia, † 1943 Sofia, oo 25.10. 1930 Assisi Prinzessin Giovanna von Savoyen,
(2) Kyrill (* 1895, † 1945), Prinzregent 1943–1944,
(3) Eudoxia (1898–1985),
(4) Nadeshda (* 1899, † 1958, oo 24.01.1924 Bad Mergentheim Albrecht Eugen Herzog von Württemberg. (Anm.: Sein Sohn Boris III. (regiert 1918–1943) sowie der letzte Zar Simeon II. (* 16. Juni 1937 in Sofia), war als Simeon II. minderjährig von 1943 bis 1946 der letzte Zar des Zarentums Bulgarien und von 2001 bis 2005 Ministerpräsident der Republik Bulgarien.
Boris III. und Simeon II. trugen den Namensteil „Saxe-Coburg-Gotha“ (Simeon Borissow Sakskoburggotski, deutsch Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha).
[17]Ferdinand August Franz Anton (1816–1885), seit 1837 als Ferdinand II. König von Portugal, oo 1836 Königin Maria II. da Gloria von Portugal.
[18] Georg III. von England (englisch George William Frederick), * 24.05. (jul.) /4.06.1738 (greg). London, † 29.01.1820 Windsor Castle), 1760–1801 König von Großbritannien und Irland, danach bis 1820 König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland (im Heiligen Römischen Reich regierte er als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, seit dem Wiener Kongreß als König von Hannover).
[19]Charlotte Augusta von Wales (Princess Charlotte Augusta of Wales, britische Prinzessin aus dem Haus Hannover), * 7.01.1796 Carlton House, London, † 6. November 1817 in Claremont House, Surrey), To. d. britischen und hannoverschen Kronprinzen Georg, Fürst von Wales u. dessen Ehefrau Caroline von Braunschweig-Wolfenbüttel, oo 2.05.1816 Carlton House Leopold Prinz von Sachsen-Coburg (Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld (ab 1826 Sachsen-Coburg und Gotha), * 16.12.1790 Schloß Ehrenburg, Coburg, † 10.12.1865 Schloß Laken, Laken (Sohn des Herzogs Franz Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806) aus dessen Ehe mit Auguste (1757–1831), einer Tochter von Graf Heinrich XXIV. Reuß zu Ebersdorf) (ab 1831 ist Leopold Georg Christian Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld als Leopold I. König der Belgier (geboren als Prinz Leopold Georg Christian Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzog in Sachsen).
[20]Wilhelm IV. (aus dem Haus Hannover, einer Nebenlinie der Welfen) (englisch William IV; The Prince William Henry, Duke of Clarence and St Andrews, Earl of Munster), * 21.08.1765 Buckingham House, London, † 20.06. 1837 Windsor Castle, Berkshire), oo 13.07.1818 Kew Palace/Surrey Adelheid von Sachsen-Meiningen; 1830–1837 König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland (sowie in Personalunion) König von Hannover, er folgte seinem älteren Bruder Georg IV. auf den Thron, beide gehörten dem Haus Hannover an, einer Nebenlinie der Welfen.
[21]Adelheid von Sachsen-Meiningen (Adelheid Louise Theresa Caroline Amelia von Sachsen-Meiningen), später: Queen Adelaide, Königin von Großbritannien und Irland sowie Königin von Hannover, * 13.08.1792 Meiningen, † 2.12.1849 in Bentley Priory bei Stanmore, Middlesex), To. d. Herzogs Georg I. von Sachsen-Meiningen und dessen Gemahlin Prinzessin Louise Eleonore zu Hohenlohe-Langenburg.
[22]Vgl. Fußn. 10 u. Fußn. 19.
[23]Marie Louise Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld (Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld), * 7.08.1786, Coburg, † 16.03.1861, Frogmore House, Windsor (To. d. Herzogs Franz Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806), aus dessen Ehe mit Auguste (1757–1831), Tochter des Grafen Heinrich XXIV. Reuß zu Ebersdorf), I oo 21.12.1803 Coburg (nachmaliger) Fürst Emich Carl zu Leiningen, II oo 29.05.1818 Coburg, oo 11.07.1818 (nach anglikanischem Ritus) Kew Palace/ Surrey, England, Eduard August, Herzog von Kent und Strathearn. durch Heirat nacheinander Fürstin von Leiningen und Herzogin von Kent (Mary Louise Victoria, Princess of Saxe-Coburg-Saalfeld, Duchess of Kent), Mutter der britischen Königin Victoria; Marie Luise Viktoria
[24]Eduard August, Herzog von Kent und Strathearn (Prince Edward Augustus, Duke of Kent and Strathearn), * 2.11. 1767 London, † 23.01.1820 in Sidmouth, Devon), brit. Prinz aus dem Haus Hannover, Vater Königin Victorias.
[25]In der Belgischen Revolution von 1830 erhob sich die überwiegend katholische Bevölkerung der südlichen Provinzen des Vereinigten Königreichs der Niederlande gegen die Vorherrschaft der mehrheitlich protestantischen Nordprovinzen. Innerhalb weniger Wochen im August und September führte der Aufstand zur Aufteilung des Königreiches in zwei Staaten. Das überwiegend niederländischsprachige Flandern und das überwiegend französischsprachige Wallonien begründeten das neue Belgien. Nur Teile Luxemburgs blieben bis 1890 in Personalunion mit den Niederlanden verbunden. Belgien verkündete am 4. Oktober 1830 die Unabhängigkeit von den Niederlanden.
[26]Victoria (deutsch Viktoria; * 24.05.1819 als Princess Alexandrina Victoria of Kent im Kensington Palace, London, † 22.01.1901 in Osborne House, Isle of Wight), 1837–1901 Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland. Seit Mai 1876 trug sie als erste britische Monarchin zusätzlich den Titel Kaiserin von Indien (Empress of India). Sie war die Nichte ihres Vorgängers William IV., genauer die Tochter dessen jüngeren Bruders Edward Augustus, Duke of Kent and Strathearn und der Prinzessin Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld.
[27]Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (gebürtig Seine Durchlaucht Prinz Franz Albrecht August Karl Emanuel von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Herzog zu Sachsen, Sohn d. Herzogs Ernst I. von Sachsen-Coburg-Saalfeld), * 26.08.1819 Schloß Rosenau, Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld, † 14.12.1861 auf Windsor Castle, Berkshire, oo 10.02.1840 London St. James’s Palace Königin Victoria von England (Victoria von Kent). Mit der Thronbesteigung Victorias im Juni 1837 endete aufgrund des im Königreich Hannover geltenden Salischen Gesetzes, das Frauen von der Thronfolge ausschloß, die seit 1714 bestehende Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover (1840 heiratete Prinz Albert seine Cousine, die britische Königin Victoria, und hatte bis zu seinem Tod 1861 erheblichen Einfluß auf seine Ehefrau und die Entwicklung der britischen Monarchie. Ab 1857 trug er den Titel Prince Consort (Prinzgemahl)).
[28]Victoria („Vicky“) (* 21.11.1840, † 5.08.1901), Princess Royal, oo Friedrich III., Deutscher Kaiser und König von Preußen (Friedrich III., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen (aus dem Haus Hohe-nzollern), (* 18.10. 1831 im Neuen Palais in Potsdam, † 15.06.1888 ebd.).
[29] Alice (* 25.04.1843, † 14.12.1878), oo Großherzog Ludwig IV. von Hessen; dessen Tochter Alix (* 1872, † 1918), später Alexandra Fjodorowna, ⚭ 1894 Zar Nikolaus II. von Rußland (1868–1918).
[30] Carl Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha (getauft als Leopold Charles Edward George Albert, Enkel von Königin Victoria,), * 19.07.1884 Claremont House, Esher, Grafschaft Surrey, † 6.03.1954 in Coburg (Sohn d. Prince Leopold, 1. Duke of Albany (Prince Leopold George Duncan Albert, er * 7.04.1853 Buckingham Palace, London, † 28.03.1884 Cannes, achtes Kind der britischen Königin Victoria und deren Gemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha); Carl Eduard war 1900–1918 (bis 1905 unter Regentschaft) letzter regierender Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha aus dem gleichnamigen Fürstenhaus (geboren wurde der Enkel der britischen Königin Victoria als Herzog von Albany und Prinz von Großbritannien und Irland), in der Zeit des Nationalsozialismus war er unter anderem Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und Obergruppenführer der SA sowie des NSFK.
[31]Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha, * 24.08.1909 Gotha, † 26. November 1943 bei Groß-Mosty, General-gouvernement (jetzt Ukraine), Oberleutnant in einer Sonderverwendung im Gefolge des Generalstabes des Heeres (Oberkommando des Heeres), eingesetzt als Staffelkapitän, starb bei einem Flugzeugabsturz am 26. November 1943 bei Welyki Mosty/UKrane (damals Generalgouvernement). Er gehörte als Staffelführer der Flugbereitschaft zbV zur Besatzung einer Heinkel He 111 , mit der der Geschwaderkommodore des Fliegerverbindungsgeschwaders 2 seine Staffeln bei den Heeresgruppen A und Süd besuchen wollte.