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In ihrem anrührenden Epos auf die gefallenen deutschen Soldaten des Weltkrieges II

Unseren Toten

ruft die Dichterin Ursel Peter

Wind, Sterne, Sonne und Mond an, unsere Toten fern der Heimat zu grüßen:

… So grüß unsre Toten dort,
die Helden im fernen Land …

und schließt mit den Worten:

Eines nur, Mond und liebes Sonnenlicht,
eines nur sagt unseren Toten nicht,
verschweigt es tief, Sterne und leiser Wind,
sagt ihnen nicht — daß wir verraten sind.

In unserer Zeit des Volksverrats auf allen Ebenen soll hier – zum Volkstrauertag und Totensonntag – auch Hanna Reitsch einmal zu Wort kommen.

Sie vermittelt ein anderes Bild vom Schicksal unseres deutschen Volkes und von der Haltung damaligen deutschen Soldatentums, als was Sieger-Geschichtsschreibung und linke Häme den nachwachsenden Generationen bis auf den heutigen Tag mit allen Mitteln der Propaganda einzuhämmern versuchen, um am eigenen Volkstum zu verzweifeln.

Unter der Kapitel-Überschrift „Mein Wortbruch“ schreibt die überragende Fliegerin Hanna Reitsch in ihrem Buch „Fliegen – mein Leben“:

Ich brachte Feldmarschall von Greim, dessen Zustand sich von Tag zu Tag verschlechtert hatte, hochfiebernd in das Luftwaffennotlazarett in Kitzbühel, wo uns die Amerikaner verhafteten.

… Nach einigen Tagen unseres Aufenthaltes dort übermittelte mir Herr von Greim tieferschüttert die furchtbarste Nachricht meines Lebens:

Meine Familie, Vater, Mutter, meine jüngere Schwester Heidi (deren Mann als Major, kurz bevor sie ihr viertes Kind bekam, 1942, vor Leningrad gefallen war) und ihre reizenden Kinder waren nicht mehr am Leben.

Im Frühjahr 1945 war Hirschberg, unsere Heimatstadt im Riesengebirge (Niederschlesien), evakuiert worden, und so gehörte meine Familie wie Millionen andere aus Ober- und Niederschlesien, aus dem Sudetenland, aus Ost- und Westpreußen, aus Pommern, Mecklenburg und aus Brandenburg zu den Heimatvertriebenen.

Die Meinen hatten durch Freunde Aufnahme im Schloß Leopoldskron bei Salzburg gefunden.

Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner war bekanntgeworden, daß

General Eisenhower beabsichtigte,

die aus dem Osten geflüchteten Frauen und Kinder soweit wie möglich in ihre Heimat, die inzwischen bereits von Russen besetzt war, zurückzuschicken.

Ihre mit ihnen geflüchteten Männer sollten von den Familien getrennt und von den Amerikanern gefangengesetzt werden.

Eisenhowers mörderisches Rheinwiesenlager für Hunderttausende deutscher Soldaten ohne Wasser, ohne Nahrung, ohne Hygiene, ohne Schutz vor Wetterunbill (Foto: Google)

Mein Vater hatte als Arzt in den zeitweise zurückeroberten Gebieten im Osten erfahren und mit eigenen Augen gesehen, was dort an Frauen und Mädchen Grauenvolles geschehen war.

Bevor er also von seiner ohne ihn schutzlosen Familie getrennt werden würde, wollte er den Seinen, die das Heiligste und Liebste bedeuteten, was ihm auf der Welt anvertraut war, ein solches Schicksal ersparen, wie er es nun ausweglos hier auf sie zukommen sah.

Von mir nahm er an, ich sei beim Flug mit Herrn von Greim nach Berlin gefallen …

Ich war wie gelähmt vor Schmerz: Das furchtbare Schicksal einer Grenzlandfamilie – eines unter unzähligen anderen.

Feldmarschall Robert Ritter von Greim (Bild: en.wikipedia)

Acht Tage danach ging Feldmarschall von Greim aus dem Leben.

Er war aus unserer Haft im Luftwaffennotlazarett von einem jungen, akzentlos Deutsch sprechenden amerikanischen Offizier abgeholt worden.

Er sollte als Gefangener nach England und anschließend nach Nürnberg vor ein Kriegsverbrechertribunal gebracht werden.

Er war zwar der letzte Oberbefehlshaber der Deutschen Luftwaffe, aber zum Zeitpunkt seiner Ernennung, am 26. April 1945 im Führerbunker, existierte sie praktisch kaum mehr.

So hatte er keinen Grund, sich diesem Tribunal in Nürnberg zu stellen, um den Siegern Rede und Antwort zu stehen über Dinge, für die nicht er die Verantwortung trug und die zu klären er vor allem als

eine rein deutsche Angelegenheit

ansah.

Jener Amerikaner, der ihn abholen sollte, verschob die Abreise wegen des dichten Nebels auf den nächsten Morgen und betrank sich derweilen mit Sekt und Wein.

Solche Getränke ließ Dr. Weidemann ihm bewußt in reichlicher Fülle bringen, anstelle „deutscher Mädchen“, nach denen er verlangt hatte.

So blieben Herrn von Greim und mir noch einige Stunden, um in Ruhe alles vor uns Liegende zu besprechen.

Seine Handlungsfreiheit war nur gelähmt und behindert durch die Verantwortung, die er vor meinen toten Eltern mir gegenüber empfand, da er von meinen Eltern die Erlaubnis für den Flug nach Berlin für mich erbeten hatte.

Jetzt nach dem Tod all der Meinen und dem Verlust meiner schlesischen Heimat mich einer feindlichen Welt ausgeliefert zu wissen, schien ihm undenkbar.

Ich empfand aber, wie wichtig es war, daß er völlige Handlungsfreiheit behielt. Falls er seinen Freitod für unausweichlich und richtig und für die einzige Lösung hielt, um keine Kameraden vor dem Tribunal belasten zu müssen, so versprach ich ihm, daß ich ihm acht Tage nach Verkündung seines Todes im Rundfunk darin folgen würde.

Wir beide hatten die Giftampullen, die wir im Hitlerbunker erhalten hatten, in unsere Kleidung eingenäht.

Die tendenziöse Feindpropaganda, die alles Deutsche in den Schmutz zog, sollte mit diesem Abstand von acht Tagen daran gehindert werden, unser beider Tod miteinander in Verbindung zu bringen.

So trennten wir uns – schweren Herzens.

Mit Feldmarschall von Greim schied in Salzburg, einen Tag nach unserem Abschied, einer der größten und edelsten Offiziere der deutschen Wehrmacht aus dem Leben, von jedem verehrt und geliebt, der ihn erlebt hatte.

Selbst die russischen Kriegsgefangenen, die im Bereich seiner Luftflotte zu arbeiten hatten, betrachteten ihn als einen Vater.

Bevor die acht Tage verstrichen waren, die ich nach der Todesnachricht auf meinem Bett liegend wie vor Schmerz gelähmt verbrachte, liebevoll umsorgt von Dr. Weidemann und Schwester Gertrud Huxel und nur sehnsüchtig den Tag herbeiwünschend, an dem ich folgen durfte, erschienen drei hohe amerikanische Offiziere.

Sie ließen sich von Dr. Weidemann nicht abwehren und verlangten Zutritt zu mir. Sie erklärten, vor meinem Bett stehend, sie hätten größte Hochachtung vor mir und meinem Leben.

Hanna Reitsch (Bild: historynet.com)

Ich wäre wohl einer der ganz wenigen Piloten der ganzen Welt, der all diese Typen geflogen hätte: von den größten Bombern und Verkehrsmaschinen sowie Raketenflugzeugen, der V 1, Stukas und Jagdflugzeugen bis zum rückwärts fliegenden Hubschrauber.

Sie bräuchten meine Erfahrungen und bäten mich, mit ihnen nach den USA zu kommen.

Ich würde berühmter werden als ich je war – ich würde eine der reichsten Frauen werden und fliegen dürfen, was ich an Typen nur wolle.

Sie versprachen noch vieles mehr. Ich starrte sie an und fragte höflich, ob sie nicht wüßten, wen sie vor sich hätten.

  • Noch hätten wir keinen Frieden.

  • Bisher hätten sie während des Krieges meine Landsleute getötet und unser Land zerstört.

  • Nun hätte ich erfahren, daß sie alle namhaften Deutschen einsperren ließen, um die Führenden vor ein Gericht zu bringen.

  • Was würden sie mit diesen Eingesperrten machen?

  • Und wüßte ich, was sie mit meinen Erfahrungen drüben anfangen würden? Nein!

Niemals würden sie mich lebend zu diesem Zeitpunkt nach den USA bringen können.

Sie baten mich eindringlich, diese Entscheidung doch nochmals ernsthaft zu überlegen. In drei Tagen wollten sie wiederkommen.

Wenn ich nicht gewillt wäre, mit ihnen zu kommen, wären sie machtlos, mich vor dem Zugriff ihrer amerikanische CIC zu schützen. Diese würde mich unweigerlich in eine Gefängniszelle sperren.

„Schade für euch, nicht für mich,“ antwortete ich. „Niemals habe ich etwas getan, das Ihnen das Recht dazu geben würde.“

„Nach Recht fragt man bei dem Besiegten nicht,“

war die Antwort. Die Atmosphäre begann immer eisiger zu werden. Dann lenkten sie ein und versuchten, mich mit allen Mitteln zu überreden:

Ich würde in Deutschland gar nicht mehr Gelegenheit haben zu fliegen (sie wußten, daß ich ohne das Fliegen nicht leben konnte).

„Da haben Sie recht, ohne Fliegen sterbe ich,“ antwortete ich,

„aber lieber sterbe ich anständig und bald in Ihrem Gefängnis, als unanständig und reich drüben in den USA zu fliegen und zu leben.“

Darauf gingen sie, nicht ohne mich noch einmal zu bitten, die Sache zu überlegen.

Drei Tage später erschienen sie wieder. An meinem Entschluß hatte sich nichts geändert.

Sie waren tief betroffen, blieben jedoch ritterlich und höflich. Sie fragten, ob sie irgend etwas für mich tun könnten, und drückten mir ihre Teilnahme zum schmerzlichen Verlust all der Meinen aus. Sie hatten darüber von Dr.Weidemann erfahren.

Zu diesem Zeitpunkt war es für einen Deutschen unmöglich, von einem Ort zu einem anderen zu gelangen.

So bat ich sie, mich nach Schloß Leopoldskron und nach Salzburg zu bringen, wo meine Angehörigen umgekommen und begraben waren. Ich wollte erfahren, wie sich das Ende meiner geliebten Familie abgespielt hätte, und wollte ihnen und Herrn von Greim eine Blume aufs Grab legen, bevor ich mein Herrn von Greim gegebenes Wort einlöste.

Dr. Weidemann hielt aber eine solche Fahrt wegen meines schlechten gesundheitlichen Zustandes, bedingt durch ein Übermaß an schwersten seelischen Erschütterungen, nicht für möglich; er ließ sich indessen erweichen unter der Bedingung, daß er mich als Arzt begleiten dürfe.

So fuhren wir im Jeep, ich vorne zwischen zwei der hohen Offiziere sitzend, Dr. Weidemann hinten mit dem dritten Offizier. Keiner von ihnen konnte ahnen, daß es die letzte Fahrt meines Lebens sein sollte.

Auf dem Weg nach Salzburg entschied sich mein Schicksal und mein Entschluß, wortbrüchig werden zu müssen.

Die Offiziere fragten mich unterwegs, wie es denn möglich gewesen sei, daß ich einer solchen „Verbrecherregierung“ hätte dienen können …

Hier folgen nun groteske Darstellungen angeblicher Verbrechen des deutschen Volkes. Sie glaubte ihnen nicht:

Eines dagegen wußte ich todsicher, daß das deutsche Volk davon ebensowenig gewußt haben konnte wie ich selbst.

In der Zukunft würde es sich schon klären, was an solchen grauenhaften Dingen wirklich geschehen sei. In meinem Inneren hämmerte es:

Ich müsse mich vor Millionen anständiger Deutscher stellen, ich müsse versuchen, die Wahrheit ergründen zu helfen, was immer sie auch ergeben würde.

Und in solchem Augenblick sollte ich aus dem Leben gehen, um das gegebene Wort zu halten?

Ich rief im Geiste lautlos die Namen meiner Toten und vor allem den von Feldmarschall von Greim und bat um Rat und Hilfe.

Die Tränen liefen mir jetzt heiß und unaufhaltsam über die Wangen. Gesprochen haben wir kein Wort mehr. Mein Entschluß, um dieses Zieles willen aber weiterzuleben, stand fest, noch bevor ich schluchzend vor den Gräbern all der Meinen kniete.

Das frisch aufgeworfene Grab von Herrn von Greim war kaum 200 Meter von dem Grab meiner Familie entfernt. Sein Grab lag zwischen den Gräbern einfacher Soldaten. Es wäre dies ganz in seinem Sinn gewesen, wenn man ihn danach gefragt hätte.

Ich flehte ihn an, meinen Wortbruch zu verstehen.

Ich dürfte jetzt nicht nachkommen, so sehnlichst ich es mir auch wünschte. Ich müsse, was immer auch geschehen würde, mich vor ungezählte Deutsche stellen …

Hanna Reitsch wählte das Schwerere:

das Leben – aus Verantwortung.

So erkannte auch Hans Baumann, wieviel schwerer als die Gefallenen es die Hinterbliebenen haben:

Setzt ihr euren Helden Steine,
baut ihr einem Mann das Mal,
dann vergeßt der Mütter keine,
die da starben hundertmal.

Hundertmal in bangen Stunden,
wenn die Söhne in der Schlacht,
einmal nur den Tod gefunden,
fanden sie ihn jede Nacht.

Theodor Storm über die Linken

Es gab sie wohl zu allen Zeiten –           die deutschen Selbsthasser

Theodor Storm wurde vor 200 Jahren in Husum geboren – ein Deutscher durch und durch, der seine Heimat liebte und wußte, was sie dem Menschen bedeutet.

Theodor Storm (1817-1888) (Bild: ArticleWide.jpg)

Doch auch zu seiner Zeit gab es sie: die deutschen Selbsthasser.

Auf sie schrieb Storm nach Beendigung des deutsch-dänischen Krieges 1864 sein Gedicht

Es gibt eine Sorte

Es gibt eine Sorte im deutschen Volk,
Die wollen zum Volk nicht gehören,
Sie sind auch nur die Tropfen Gift,
Die uns im Blute gären.

Und weil der lebenskräftige Leib
Sie auszuscheiden trachtet,
So hassen sie nach Vermögen ihn
Und hätten ihn gern verachtet.

Und was für Zeichen am Himmel stehn,
Licht oder Wetterwolke,
Sie gehen mit dem Pöbel zwar,
Doch nimmer mit dem Volke.

 

Bild: Susanne Albers

Der fromme Jude Aron im Schweizer Spital

Schwester Dörte

erzählt wieder eine ihrer selbsterlebten Geschichten:

Als die Oberschwester anrief, ich könne den neuen Patienten, Herrn Aron, abholen, ahnte ich nicht, was mich erwartete.

So traf ich nun das Ehepaar Aron, umringt von sieben ihrer zwölf Kinder. Fünf waren in der Schule.

„Wir sind eine große Familie,“ brüstete sich der stolze Vater.

Orthodoxe Jüdinnen mit weißem Kopftuch (Foto: deutschlandfunkkultur.de)

Seine Frau – bleich und von Kopf bis Fuß grau gekleidet, auf dem Kopf ein weißes Tuch, von einem schwarzen Netz zusammen-gehalten – schwieg, müde und abgearbeitet, mit einem Kind auf dem Arm.

Herr Aron stolzierte über den Krankenhausflur zu seinem Zimmer, im Schlepptau seine Familie.

orthodoxer Jude (Bildausschnitt deutschlandfunk.de)

Er trug sein Judentum zur Schau: schwarz gekleidet, auf dem Kopf die Kippa, darüber der steife schwarze Hut über Vollbart und langen Schläfenlocken.

Ein schwarzes Mäppchen trug er unterm Arm. Seine Frau mühte sich indes mit der Reisetasche ab, voll mit des Herrn Aron Habseligkeiten.

„Schau mal!“ Neugierig tuschelten Patienten angesichts dieses Aufmarsches.

„Das sind fromme Faulenzer“, kommentierte recht vernehmlich ein alter Bauer.

Ich zeigte Herrn Aron sein Bett und den Schrank für seine Kleider. Die räumte seine Frau sofort ein. Sie sprachen hebräisch miteinander, ich war ausgeschaltet.

Die Kinder tauten auf und stürzten sich auf die Technik des Bettes. Unter lautem Geschrei drückten sie die vielen Knöpfe, worauf das Bett in sämtliche Positionen sprang.

„Stop, stop!“ rief ich, „auf diese Weise geht das Bett kaputt.“ Sie machten munter weiter, die Eltern schauten zu.

Herr Aron litt an einer großen Geschwulst vor dem linken Ohr. Die sollte operiert werden. Ich bat ihn, sich auszuziehen. Das überhörte er. Nicht einmal den Hut nahm er ab.

Seine Frau stand da, stumm und regungslos, ein kleines, graues Mäuslein.

Gut, dachte ich, ich hole den Assistenzarzt, einen Mann. Er wird es richten, mußte er Herrn Aron doch ohnehin untersuchen.

Doch kaum war der im Zimmer, war er auch bald schon wieder auf dem Flur.

„Der zieht sich nicht aus, wie soll ich ihn da untersuchen“, ärgerte er sich. „Er erlaubte mir, mein Stethoskop durch den engen Halsausschnitt zu stecken und mehr schlecht als recht sein Herz abzuhören, dann war Schluß.“

„Gut, fangen wir mit der Rasur an“, entschied ich zuversichtlich und holte Schere und Rasierapparat. Für die Rasur mußten die Haare vom Halsansatz bis hinauf zur linken Schläfe entfernt werden.

Das wird er doch einsehen, hoffte ich. Fremdartig war mir Herr Aron zwar. Aber guten Mutes machte ich mich auf zu ihm.

Bald wurde ich eines Besseren belehrt. Mein Patient saß im Bett, in voller Montur, nur seinen Hut hatte er abgenommen, der thronte auf dem Nachttisch. Seine kleine Mappe lag aufgeklappt auf der Bettdecke.

Ohne mich zu beachten, zog er ein Blatt aus der Mappe, las und begann zu beten: „Bra-ta-ta-ra-ra-wabra-mara …,“ murmelte er vor sich hin. Das Gebrummel dauerte und dauerte. Seine Familie war verschwunden.

Ich räusperte mich, sprach ihn an. Nichts. Der Mann war „weg.“

Erst als ich die Türe öffnete und heftig zuschlug, schreckte er auf und kam in unsere Spitalwelt zurück. Entgeistert schaute er mich und meine „Werkzeuge“ an.

„Herr Aron, ich bin hier, um Sie zu rasieren. Zudem muß ich für die Operation Ihre Schläfenlocke auf der linken Seite abschneiden. Dies gehört zu den unerläßlichen Vorbereitungen.“

Nun wurde er laut: „Das kommt nicht in Frage, niemals!“

„Sie haben sich für die Operation entschieden. Haare sind eine große Infektionsgefahr! Zudem verwehren sie dem Arzt die Sicht. Wie soll er da operieren?“

Entsetzt klammerte er sich an seine Schläfenlocke. „Gehen Sie, gehen Sie, sofort!“ jammerte er.*

Nun stand auch ich wieder draußen. Das Schmunzeln des Assistenzarztes entging mir nicht.

Dann erschien der Operateur. „Der Patient läßt sich nicht ausziehen, geschweige denn rasieren“, klärten wir ihn auf.

Der Arzt öffnete die Türe. Ein Gemurmel drang an unsere Ohren: Herr Aron war schon wieder am Beten.

Lange war der Arzt nicht bei seinem Patienten: „Ich habe Herrn Aron nochmals die Gefahr dieser Geschwulst erklärt und die Notwendigkeit, sie zu entfernen. Er hat nun eine halbe Stunde Bedenkzeit: Entweder er folgt unseren Anweisungen, oder er geht.“

Nach einer halben Stunde gingen wir wieder zu Herrn Aron, überzeugt von seiner Zustimmung.

Doch weit gefehlt: „Ich verlange, daß Sie die Operation durchführen! Und die Schläfenlocke bleibt, wo sie ist!“

„Nein, Herr Aron, das werde ich nicht tun, packen Sie ihre Sachen und gehen Sie!“ sagte der Arzt und verließ das Zimmer.

Und Herr Aron ging, nicht ohne vorher seiner Frau telefonisch anzuordnen, herzueilen und die Reisetasche ihres Herrn zu packen und hinter ihm herzutragen.

Ohne ein Wort verließen sie das Krankenhaus.

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* Auf der Netzseite des Deutschlandfunk erklärt Peter Kapern:

Kurz vor Sukkot, dem Laubhüttenfest, ist es fast unmöglich, in Uriels Friseursalon ein Bein an die Erde zu bekommen. Dicht gedrängt sitzen da die Männer und warten drauf, für den Feiertag noch einmal aufgehübscht zu werden. Auch Reuven, ein Sechzigjähriger mit störrischem, grauen Haar:

Foto: nzz.ch

“Man darf sich den Bart auf keinen Fall mit einem Messer rasieren, und die Pejot, die Schläfen-locken, müssen dran bleiben. Wer sich rasieren möchte, darf das tun, aber nicht mit einem Messer, sondern nur mit einem Rasierapparat oder einer Enthaarungscreme.”

Damit hat Reuven in wenigen Worten zusammengefaßt, was im Judentum auf tausenden von Buchseiten erwogen, erläutert und ausgelegt worden ist. Kernpunkt aller Lehren ist Kapitel 19, Vers 27 im 3. Buch Mose**. Da findet sich das Verbot, sich die Haare unterhalb der Schläfe auf der Höhe der Ohrmitte abzuschneiden.***

Die Schläfenlocke muß also sein, der Bart hingegen soll, muß aber nicht. Er hat nach rabbinischer Auslegung übrigens fünf Ecken: an den Wangenknochen, an den Unterkiefern und am Kinn. Und dort dürfen die Barthaare nicht zerstört werden. Deshalb das Verbot, dem Bart mit einem profanen Rasiermesser oder einer handelsüblichen Schere zu Leibe zu rücken. Immerhin gibt es koschere Rasierapparate, mit dem Zertifikat eines Maschgiachs, eines Aufsehers, der dem Ding bescheinigt, den Bart kürzen zu können, ohne dessen fünf Ecken zu zerstören.

** „Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rund umher abschneiden, noch euren Bart gar abscheren.“

***„Rabbiner Samson Raphael Hirsch (1808–1888) sieht den Grund für das Verbot, die Haare unterhalb der Schläfen abzuschneiden, darin, daß dieser Bereich die Trennung zwischen der Vorderseite und der Rückseite des Kopfes markiert. Hebt man die Trennung zwischen dem hinteren und dem vorderen Kopf auf, wird der Kopf von einer scheinbar ungebrochenen Linie umringt. Damit aber entfernt man das Symbol des Unterschiedes zwischen dem Menschen, der eine höhere Würde, Moral, und Intellektualität besitzt, und dem Tier, dem diese Eigenschaften fremd sind.“ (Jüdische Allgemeine)

Der ganz andere Rabbiner: Josef Antebi

… dann kann man ihnen das nicht verübeln.

Sie sind eben Ausländer und keine Einheimischen.

Ihre Gemüter schwingen anders als die der Deutschen.

Gehören sie gar zum Islam, wollen sie die Ausbreitung der muslimischen Lehren, die sie als ihre Kultur empfinden. 

Kulturen der „Ungläubigen“ leugnen sie.

 

Aydan Özoguz (Foto: Wikimedia, gefunden bei compact)

Aydan Özoguz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung – „der zum Gärtner gemachte Bock!“ – fragte am 29.11.2014:

„Ist es eigentlich richtig, das Naheliegende zu denken, daß mein neuer Mitarbeiter mir kulturell ähnlich sein muß?“

Da spürte sie ein deutliches Band zu den Ihren.

Ihre Blindheit gegenüber der Deutschen Kultur offenbarte sie am 14.5.2017:

„… eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“

Natürlich nicht: Für eine wie sie!

Für sie ist deutsche Kultur nicht spürbar.

Die deutsche Sprache zu sprechen scheint ihr zwar nicht schwerzufallen. Sie scheint ihr aber kein besonderes kulturelles Gewicht beizumessen, weil sie ihr innerlich fremd geblieben ist.

Was sie als Türkin nicht wissen kann:

  • Unsere deutsche Sprache birgt die Lebensweisheit unserer deutschen Vorfahren von Tausenden von Jahren.

  • Die gibt sie den Nachfahren weiter.

  • In ihr schwingt unsere deutsche Gemütsart mit.

  • In ihr haben unsere Großen gedichtet und Musik geschaffen, verehrt auch von anderen Kulturvölkern bis hin zum Fernen Osten.

  • In ihr hat unser Volk gesungen.

  • Die fremdwortfreie deutsche Sprache ist selbst Musik.

  • In ihr ist das große Geisteswerk der deutschen Philosophie geschaffen worden, hochgeachtet auch bei den Gebildeten anderer Kulturvölker.

Was sie sicher auch nicht weiß:

Das Deutsche Volk schuf seine Hohe Kunst aus sich, ohne Unterstützung oder Antrieb von seiten seiner Fürsten, geschweige denn durch die Regeln, ja Befehle einer Buchreligion wie z.B. die des Islam, durch die die Gläubigen am Gängelband geführt und von eigenständigem Kulturschaffen ferngehalten werden.

 

Friedrich Schiller (Gemälde von Anton Graff)

Friedrich Schiller, der Deutsche,

sagt es in seinem Gedicht „Die deutsche Muse“:


Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme,
Sie entfaltete die Blume

Nicht am Strahl der Fürstengunst.

Von dem größten deutschen Sohne,
Von des großen Friedrichs Throne
    Ging sie schutzlos, ungeehrt.
Rühmend darfs der Deutsche sagen,
Höher darf das Herz ihm schlagen:
    Selbst erschuf er sich den Wert.

Darum steigt in höherm Bogen,
Darum strömt in vollern Wogen
    Deutscher Barden Hochgesang,
Und in eigner Fülle schwellend
Und aus Herzens Tiefen quellend,
    Spottet er der Regeln Zwang.

Für die Türkin, die Fremde, und alle Deutschgeborenen, die ihr Deutschtum – so wie viele „Grüne“ – in Selbsthaß ablehnen, werden diese Worte ins Leere gehen.

Unsere deutschen Städte, einst wahre Gesamtkunstwerke, haben die alliierten Bomberflotten vernichtet. Was wir heute an Neuem vorfinden, finden wir in allen Städten der Welt: Glas-Beton-Quader, Kuben.

Der Kubus ist das Heiligtum der abrahamitisch-ibrahimitischen Religionswelt. Das deutsche Gemüt spricht er nicht an. Darin kann natürlich auch die Türkin – mit Recht – keine eigene deutsche Kultur entdecken.

Was aber nach wie vor Bestand hat – zumindest in überschaubaren, noch nicht überfremdeten Bereichen in Deutschland -, das ist die Kultur des Umgangs miteinander, das vertrauensvolle Zugehen auf den Anderen, die Ehrlichkeit, die Zuverlässigkeit, die Gutherzigkeit, der Anstand.

Das mag dem fremden Aug und Ohr verborgen – „nicht identifizierbar“ – sein.

Doch hören wir Deutsche, ehe wir vollends an den Zerstörungen der verständnislosen Einflußreichen unserer Zeit verzweifeln, Schillers Weisheit („Die Worte des Wahns“), die er den „Guten und Besten“ zuruft:

Solang er (der das Gute wollende Mensch) glaubt an die goldene Zeit,
Wo das Rechte, das Gute wird siegen, –

Solang er glaubt, daß das buhlende Glück
Sich dem Edeln vereinigen werde –
Dem Schlechten folgt es mit Liebesblick,

Nicht dem Guten gehöret die Erde.
Er ist ein Fremdling …

Und vergessen wir nicht, welche Verwüstungen eine andere abrahamitische Religion, das Christentum, bei uns angerichtet hat:

Matthäus 5/3:

Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr.

Joh. 20/29: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Wie schön für unsere lieben schlauen Feinde!

Lukas 6/20:

Selig seid ihr Armen, denn das Reich Gottes ist euer.

Wie gut meinen es doch – zum Wohlgefallen auch ihres lieben „Gottes“ – unsere lieben Ausbeuter mit uns!

Matthäus 5/39:

Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete auch den andern dar.

40: Und so jemand mit dir rechten will, und deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel.

Das ist so recht was für unsere refugees-welcome-Gutmenschen, die hier in gebührender Weise gekennzeichnet sind!

Und so wird – zu unserer „Seligkeit“ – wahr:

1. wofür in Joh. Off. 5/9 und 10 dem Jesus Dank gesagt wird:

Du hast uns, o Herr, mit deinem Blute herauserlöst aus aller Art von Stamm, Sprache, Volk, und Nation und aus uns das Reich Gottes gemacht.

Nur zu gern werfen unsere Linken ihr wahres, angeborenes Selbst weg. Das aber kann nicht gutgehen. Und darum heißt es wahrheitsgemäß:

2. Nicht etwa selig sein sollt ihr in jenem „Reich Gottes“, nein, sagt

Jakobus 4/9:

Seid elend und traget Leid, und weinet; euer Lachen verkehre sich in Weinen, und eure Freude in Traurigkeit.

Das also halten diese Religionen für uns bereit. Da kann man nur mit Schiller sagen (Der Ring des Polykrates):

Da wendet sich der Gast mit Grausen.

Nun wird es allerhöchste Zeit, daß ihr blindglaubenden Deutschen und anderen „Gojim“ und „Ungläubigen“ aufwacht und sehend werdet.

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