Feed für
Beiträge
Kommentare

Thomas Engelhardt

stellt zusammen:

Geburtenzahlen und Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Eine Rückschau

Agenturmeldung am 2.05.2024: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen rund 693 000 Kinder geboren. Die Zahl der Geburten sank damit auf den niedrigsten Stand seit 2013 (682 069), als zuletzt weniger als 700 000 Kinder zur Welt gekommen waren.[1]

Diese Zahl für sich allein betrachtet sagt jedoch wenig aus.

Im Jahr 2022 wurden in der BRD 738.819 Kinder geboren, davon 191.565 von nichtdeutschen Müttern.[2] Das entspricht einem Anteil von 26 %.[3]

In der Geographie wird der potentielle Reichtum eines Landes, einer Landschaft bzw. einer administrativen Einheit nach wie vor primär mit zwei Zahlenwerten bemessen, dem Flächeninhalt

sowie der Bevölkerungsgröße. Andere Angaben (Bodengüte, klimatische Bedin-gungen, Rohstoffe und Ressourcen) finden darüber hinaus Berücksichtigung. Frankreich gilt entsprechend dieser

Anschauung als wesentlich wohlhabenderes Land als die Bundesrepublik.[4] Ebenso schneidet Polen, das flächenmäßig zwar kleiner als die Bundesrepublik ist jedoch weitaus weniger Einwohner auf einer ver-gleichbaren Fläche hat, im Vergleich mit mit dem heutigen Deutschland nicht unünstig ab.[5]

Freilich liegt hier eine rein geographische Betrachtungsweise vor. Andere Bedingungen wie die Wirtschaftskraft eines Landes, die Geburtenrate, der Altersdurchschnitt der Bevölkerung oder etwa der Bildungsstand einer Bevölkerung sind heute von heraus-ragender Bedeutung.

Seit mehr als drei Jahrzehnten wird im bundesdeutschen Staat in Gremien, in Verbänden, in den Gewerkschaften und den Parlamenten über das demographische Problem diskutiert.[6]

In der Regel aber, ohne die eigentlichen Gründe offenzulegen. Im Vordergund der  Betrachtung steht die Überalterung der Gesellschaft. Politik und Medien behandeln das Thema, ohne an die Wurzel des Problems zu gehen oder dieses zu benennen, Lösungs-ansätze vorzustellen oder zu erarbeiten. Mehr als Palaver ist es also nicht.

Der Vorhalt steht im Raum, dass die politischen Eliten und Führungsschichten Bundesdeutschlands kein Interesse an wirklichen Problemlösungen haben.

Mehr noch. Die politische Klasse, die Intelligenzija, die Apparatschiks der politischen Parteien wohlgemerkt ohne Ausnahme, die gesamte Nomenklatura dieses Landes ist es, die für die nurmehr als katastrophal zu bezeichnende Bevölkerungs-entwicklung in diesem, in unserem (?) Land verantwortlich zeichnet.

Seit der Jahrtausendwende haben aber eben diese Vertreter aus Politik und Medien das neue Schlagwort des „demographischen Wandels“ in die Berichterstattung und po-litische Kommentierung eingeführt. In Parlamentsdebatten, in Ausschüssen, in Zeitungsartikeln und Kolumnen schwafeln und schwadronieren sie über ein Problem, das sie selbst herbeigeführt und zu verant-worten haben. Jedoch mit der Tendenz, daß hier eine quasi unabwendbare und faktisch nicht beeinflußbare Entwicklung vorläge, der man sich stellen müßte, die nicht abzuwen-den sei und die es lediglich zu begleiten gelte.

Das ist selbstverständlich Unfug, denn gerade die bundesdeutschen Politiker auf Landes- und Bundesebene sind es, die bereits vor Jahrzehnten versäumten, entsprechende Weichenstellungen für eine nachhaltige und stabile Bevölkerungsentwicklung vorzuneh-men.

Mittel und Methoden und Stellschrauben, mithin Regulierungsmöglichkeiten, gäbe es für die Regierenden genügend. So sie denn wollten. Im Wesentlichen wäre das eine familienorientierte Familien- und Steuerge-setzgebung und eine am Gemeinwohl und an den Interessen dieses Landes ausgerichtete Sozialpolitik.

Das heißt, wesentliche Politikfelder in der BRD müßten gestaltet werden, um für die nächste Generation vorzusorgen. Würden heute entsprechende Änderungen und Neu-erungen vorgenommen werden, könnten die ersten positiven Ergebnisse erst innerhalb der nächsten Jahre und Jahrzehnte verzeichnet werden.

Da eben das aber offenbar nicht gewollt ist, bleibt alles wie es ist bzw. schlimmer. Das demographische Problem hierzulande verschärft sich weiter. Die Deutschen, die jetzt zum Teil ganz offiziell bereits als sog. „Bio-Deutsche“ bezeichnet werden, sind in spätestens einer Generation nur noch eine Minderheit im eigenen Land. Sofern dieses Land dann in dieser staatlichen Konzeption und Konstellation überhaupt noch existiert.

Die Fertilitätsrate[7] der fremdstämmigen Zuwanderer[8] ist nach wie vor wesentlich höher als die der deutschen Wohnbevöl-kerung.[9] Der Anteil der nichtdeutschen Zuwanderer und ihrer Nachkommen wird bis 2025/2030 in nahezu allen deutschen Großstädten zumindest in den westlichen Alt-Bundesländern höher sein als die der alteinheimischen deutschen Wohnbevölkerung.

Die Annahme, daß genau dies gewollt ist, muß angesichts der vorliegenden Zahlen berechtigt erscheinen.

Sehenden Auges schauen die Deutschen zu wie sie im eigenen Land zur Minderheit werden. Genauer gesagt sind die Deutschen offenbar blind. Sie bemerken es entweder nicht oder, wenn sie der Tatsache gewahr werden, erkennen sie die Brisanz der Entwicklung nicht.

Bevölkerungsaustausch und -verdrängung hat es zu allen Zeiten gegeben. In der Regel wird die zur Minderheit gewordene Bevölke-rungsgruppe dann durch die Mehrheit kul-turell und politisch dominiert und ihr Einfluß auf die Geschicke des Landes und ihre Bedeutung marginalisiert.

Dieser Prozeß wird in der Folge durch weitere Entwicklungen begleitet. Die dominierende Bevölkerungsmehrheit stellt in der Folge die gesellschschaftlichen Eliten und Führungs-schichten-Vertreter, während die ursprüng-lich angestammte Bevölkerung ins Abseits gedrängt wird bzw. zunächst der kukturellen Assimilierung, dann auch der vollständigen Assimilierung erliegt.

Das heißt, die Durchsetzung der Dominanz der einen Gruppe (Zuwanderer und deren Nachkommen)  ist lediglich die Kehrseite der Marginalisierung der anderen Gruppe.

Dieser Prozeß wiederholte sich in der Geschichte immer wieder und kann an unzähligen Vorgängen belegt werden. Beispiele sind die Landnahme der fran-zösischen Normannen in England nach der Schlacht von Hastings (14. Oktober 1066), wodurch sich die Zusammensetzung der Bevölkerung erheblich veränderte.

Die Alteinheimischen von den Sachsen, Angeln und Jüten abstammenden Angel-sachsen bzw. Engländer wurden durch die neue Herrenschicht enteignet und zu recht- und landlosen Knechten herabgestuft; die englischen Frauen dagegen gingen mehr-heitlich Verbindungen mit der neuen Herren- und Grundbesitzerschicht ein.

Nicht zuletzt wurde auch die (alt-)englische Sprache erheblich überformt und mittels des romanischen Normannisch verändert.[10] Ein weiteres historisches Beispiel ist das serbi-sche heute zum Kosovo gehörende Amselfeld (serbisch Kosovo polje, Косово поље). Die Fruchtbarkeit der dort als Minderheit sie-delnden Albaner führte zur Verdrängung der slawischen Serben.[11]

[1]Qu.:  Statistisches Bundesamt https://www.destatis.de

(Pressemitteilungen 2024/05 Zahl der Geburten im Jahr 2023 auf niedrigstem Stand seit 2013) Zeitungsmeldungen u.a. in: Tagesspiegel, 2.05.2024; Die Welt, 2.05.2024.

[2]Qu.:  Statistisches Bundesamt (https://www.destatis.de)

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/Tabellen/lebendgeborene-staatsangehoerigkeit-laender.html

[3]Dieser Anteil von 26 % berücksichtigt jedoch nicht die eingedeutschten Mütter nichtdeutscher Herkunft.

Der Anteil von Kindern mit ausländischem Hintergrund (bundesdeutsches Neusprech: „mit Migrationshintergrund“) wird realistisch bei etwa 30-40 % liegen (im Gebiet der alten BRD weist jeder dritte Einwohner einen sog. Migrationshintergrund auf, d. h. er bzw. sie oder die Eltern/Großeltern sind zugewandert).

Im Jahr 2019 lebten 21,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in der BRD. Das ist mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Infolge der Aufnahme der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hat sich dieser Anteil noch einmal um ca. 1,2 Millionen Menschen (davon 90 %  junge Frauen mit Kindern) erhöht.

Im Jahr 2023 hatten nach Erstergebnissen des Mikrozensus 24,9 Millionen der insgesamt 83,9 Millionen Einwohner in der BRD einen Migrationshintergrund (Zugewanderte und deren Nachkommen). Das entspricht einem Anteil von 29,7 %  an der Gesamtbevölke-rung. Von den 24,9 Millionen Personen mit Migrationshintergrund waren 12,4 Mill. Deutsche (Eingedeutschte?) und 12,5 Mill. Ausländer (49,8 bzw. 50,2 %).

Qu.:  Ausländerzentralregister (Bonn) sowie Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Migrationsbericht 2019 Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland, https://www.bamf.de (Migrationsbericht 2019).

Qu.: Mikrozenzus 2023 sowie Bundeszentral für politische Bildung

https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/bevoelkerung-mit-migrationshintergrund/

In Westdeutschland (alte Bundesländer) hatte im Jahr 2023 jede dritte Person einen Migra-tionshintergrund (= 32,9 %), in Mittel-deutschland jede neunte Person (Anteil 11,4 %).

Ein Viertel aller Personen mit Migrationshin-tergrund lebt in Nordrhein-Westfalen. Ihr Anteil an der Bevölkerung ist in Bremen am höchsten (2023: 44,0 %).

[4]Frankreich umfaßt 551.700 km² und weist eine Bevölkerung von 68 Mill. Einwohnern (2022) auf.

[5]Polen:   322.575 km² u. 36,8 Mill. Einw. (2022);  zum Vergleich BRD:  357.592 km², 84 Mill. Einw, (2022).

[6]Unter Demographie wird ganz allgemein Bevölkerungswissenschaft verstanden. Mit wissenschaftlichen Methoden untersucht werden der Ist-Zustand und die prognostizierte Entwicklung einer Bevölkerung in einem definierten Raum (Stadt/Land, Kreis, Provinz, Regierungsbezirk, Bundesland, Staat).

[7]   Zahl der lebendgeborenen Kinder pro Jahr und bezogen auf 1000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren.

[8]   Unter deutscher Wohnbevölkerung werden hier die Abstammungsdeutschen einschl. der deutschen bzw. deutsch-stämmigen Zuwanderer verstanden (Zahl der Rußlanddeutschen und anderer Deutschstämmigen aus der ehem. UdSSR, insgesamt ca. 3,5 Millionen), nicht eingebürgerte Paßdeutsche.

[9]   Vgl. die Angaben Fußn. 3.

Bei Deutschen ist grundsätzlich zwischen Abstammungsdeutschen und Paßdeutschen zu unterscheiden.

Die Zahl der eingebürgerten Paßdeutschen liegt (nach offiziellen Angaben) bei etwa 5 % der Gesamtbevölkerung, nach anderen Schätzungen bei bis zu 5 Millionen (!).

Die Zahl der sog. Doppelstaatler (Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit) liegt aktuell bei 2,9 Millionen.

(Qu.: Mikrozensus 2023).

Allein zwischen 1990-1999 wurden 2,3 Millionen Menschen eingebürgert (davon die Mehrheit Spätaussiedler; vgl. die nachste-henden Angaben), 2000 und 2010 erfolgten 1,45 Millionen Einbürgerungen, ab 2010 bis 2020 wurden etwa 1,1 Millionen Ausländer eingebürgert.

(Qu.: Statistisches Bundesamt; Statistik des Wissenschaftlichen Stabes des  Sachverständigenrats für Integration und Migration).

Die Zahl der sog. Doppelstaatler (Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit) liegt aktuell bei 2,9 Millionen.

(Qu.: Mikrozensus 2023).

Im Jahr 2021 haben 131.600 Ausländer den bundesdeutschen Pass erhalten u. 2022 wurden rund 168.500 Ausländer eingebür-gert (die damit zu „Deutschen“ erklärt wurden).

Darüber hinaus leben 5 (fünf)  Millionen Menschen mit ausländischer Staatsange-hörigkeit heute in der BRD.

(Stand 2012) (Qu.: Sachverständigenrat für Integration und Migration, Jahresbericht 2021).

„Das im deutschen Staatsangehörig-keitsrecht verankerte Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit kennt dabei nicht nur gegenüber Angehörigen der EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz Ausnahmen:

Bei einer Reihe von Drittländern, darunter Afghanistan, Brasilien, Eritrea, Iran, Ma-rokko, Mexiko und Nigeria, wird eine Beibehaltung nämlich explizit hingenom-men. Eine Entlassung aus der Staatsan-gehörigkeit dieser Länder ist nicht vorgesehen oder faktisch unmöglich.

Auch in anderen Fällen werden Ausnah-men gemacht – etwa im Falle der USA, deren horrende Gebühren für die Ent-lassung aus der Staatsangehörigkeit eine unzumutbare Bedingung darstellen.

Auch bei international Schutzberech-tigten ermöglicht das deutsche Recht die Mehrstaatigkeit. Ihr Einbürgerungs-interesse ist dadurch vergleichsweise groß. Zudem wurden oder werden Flüchtlinge durch die Regime ihrer Herkunftsländer oftmals verfolgt – eine weitere Motivation für die Hinwendung zu einer neuen Staatsbürgerschaft.

Entsprechend zeigen vor allem die wichtigsten Nationalitätengruppen von Flüchtlingen der letzten zehn Jahre (darunter afghanische, iranische, iraki-sche und syrische Staatsangehörige) ein vergleichsweise großes Interesse an einer Einbürgerung. Das ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial liegt in dieser Gruppe durchweg bei über zehn Prozent.“

(Qu.: Ebda.)

Zu den Gesamtzahlen bundesdeutscher Einbürgerungen

(Qu.: Statista, 2024): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159084/umfrage/einbuergerung-von-auslaendern/

1981    35.878

1982    39.280

1983    39.484

1984    38.046

1985    34.913

1986    36.646

1987    37.810

1988    46.783

1989    68.526

1990   101.377

1991   141.630

1992   179.904

1993   199.443

1994   295.170

1995   313.606

1996   302.830

1997   251.773

1998   283.604

1999   241.972

2000   186.688

2001   178.098

2002   154.547

2003   140.731

2004   127.153

2005   117.241

2006   124.566

2007   113.030

2008     94.470

2009     96.122

2010   101.570

2011   106.897

2012   112.348

2013   112.353

2014   108.422

2015   107.317

2016   110.383

2017   112.211

2018   112.340

2019    128.905

2020    109.880

2021    131.595

2022    168.545

Bei den Einbürgerungszahlen insbesondere in den Jahren 1980-1999 sind die hohen Zu-wanderungszahlen von Auslandssdeutschen zu berücksichtigen:

Von 1950 bis 2005 kamen als Aussiedler beziehungsweise Spätaussiedler in die Bun-desrepublik Deutschland (ca. 800.000 aus den osteurop. Staaten, vernehmlich Polen und Rumänien, und 2,4 Mill. aus den Nachfolge-staaten der Sowjetunion):

  • aus der Sowjetunion und Nachfolgestaaten: 2.334.334

  • aus Polen: 1.444.847 (die polnische Diaspora in Deutschland zählt insgesamt 2,5 Millionen Mitglieder)

  • aus Rumänien: 430.101

  • aus der Tschechoslowakei und Nachfolgestaaten: 105.095

  • aus Jugoslawien und Nachfolgestaaten: 90.378

  • aus sonstigen Gebieten: 55.716

Zwischen 1950 und 2020 wanderten insgesamt mehr als 4 1/2 Millionen Menschen im Rahmen des (Spät-)Aussied-lerzuzugs in die  Bundesrepublik ein (4.555.407), 2 Millionen allein in den Jahren 1990 bis 1999.

Im Mikrozensus 2020 gaben rund 2,5 Millionen Personen an, als Aussiedler- bzw. Spät-aussiedler nach Deutschland einge-wandert zu sein. Die meisten (Spät-)Aussied-ler kommen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (2020: 1,46 Mill.) – darunter vor allem aus Kasachstan (673.000) und aus Rußland (584.000).

Daneben sind Polen (622.000) und Rumänien (221.000) wichtige Herkunftsländer.

Einwanderung von Auslandsdeutschen und deutschstämmigen Aussiedlern in die BRD:

1950-1959  438.000

1960-1969  222.000

1970-1979  355.000

1980-1989  984.000

1990-1999  2,03 Mill.

2000-2009  474.000

Qu.:  Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

[10]  Die Sprache des Volkes richtet sich stets nach der Sprache der Herrschenden aus. Aus diesem Grund sprechen die heutigen europäischstämmigen Finnen, Esten und Ungarn eine finno-ugrische (d. h. asiatische) Sprache oder etwa die von den Dakern abstammenden Rumänen eine romanische Sprache.

[11]  Unter der Herrschaft der Osmanen rückten islamisierte Albaner nach dem „großen Exodus“ der Serben von 1690 in das fruchtbare Kosovo-Gebiet nach. Im 19. Jahrhundert war der westliche Kosovo, Metochien, schon mehrheitlich albanisch, hingegen der Osten, der „historische“ Kosovo, mehrheitlich noch serbisch.

Mit der Unabhängigkeit des Fürstentums Serbien 1878 kam es zu einer neuerlichen Bevölkerungsverschiebung, als ein Teil der Serben den Kosovo verließen oder zur Aussiedlung genötigt wurden, während parallel ebenso Albaner frei oder unter Zwang aus dem Fürstentum auswanderten. In dieser Zeit veränderten sich die Mehrheitsverhältnisse auch im östlichen Kosovo zugunsten der Albaner. Die Serben waren im eigenen Land (bzw. Landesteil) zur  Minderheit geworden.

Fortsetzung folgt

Ältere Beiträge »