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Dietmar Lange

berichtet als Augenzeuge

von einer Oster-Veranstaltung der „Ludendorffer“ in Dorfmark und dem Störfeuer der Antifa:

Gesinnungsterror mit Lautverstärker: das war die neueste Innovation jenes „Aufstandes der (Un-)Anständigen“ Ostern 2019.

Schon Friedrich Schiller meinte:

Es ist nur verwunderlich, warum solche Kreaturen im Gefühl ihrer Nichtswürdigkeit nicht augenblicklich verwesen.

Nun, Haßprediger haben eben kein Gespür für Nichtswürdigkeit.

Wie in jedem Jahr treffen die Teilnehmer der Ostertagung in Dorfmark auf eine gewaltige Anlage massiver Absperrgitter zum Schutz des Tagungslokals. Die weiträumige Absperrung hat durchaus ihren Sinn, denn was vor Jahren schlicht als „Mahnwache“ mit Bedrohungscharakter gegen „die Ludendorffer“ inszeniert wurde, entwickelte sich immer mehr als aggressiv auftretendes „Antifa“-Aufmarsch-Szenario extrem linker Kräfte. Entsprechend groß ist das Polizeiaufgebot.

Bild: Pixabay

Obwohl die Dorfbewohner diese alljährlichen Störmanöver in ihrer überwiegenden Mehrheit keineswegs gutheißen, nehmen die Demonstranten auf deren Befindlichkeiten keinerlei Rücksicht. Die ortsfremden „Gutmenschen“ kommen aus allen Himmelsrichtungen und benehmen sich sehr rücksichtslos.

Dieses Jahr „verirrte“ sich ein offenbar aus Göttingen angereister Trupp auf dem Weg vom nahen Bahnhof sogar auf den Hinterhof der Tagungsstätte, was von den vor dem Hotel postierten Polizeikräften zunächst unbemerkt blieb. Durch energisches Eingreifen wurde der Spuk aber rasch beendet. Ein klarer Fall von Hausfriedensbruch.

Daß die Agitation im Frontbereich sich keineswegs nur gegen Brauchtumspflege und Kulturveranstaltungen richtet, sondern gegen das Deutschtum an sich, gegen unser Land, belegte ausdrücklich ein Plakat mit einem von der Faust zerschmetterten Bundesadler.

Der „Kampf gegen Rechts“ kennt da keine Unterschiede, auch war auf einem anderen Plakat zu lesen: „Krieg beginnt hier!“ Gemeinsam mit den offensichtlich demokratie- und verfassungsfeindlichen Linksextremisten „demonstrierten“ Vertreter der „Zivilgesellschaft“: eine Lehrerin, ein Rechtsanwalt und eine Kindergärtnerin.

Für das Kontrastprogramm gegen österliche Feiertagsstille sorgten dann die sonst überall Toleranz einfordernden Demonstranten, die erstmals einen LKW mit aufgestellten Lautsprecherboxen im Angebot hatten, um die Nachbarschaft vollzudröhnen mit ihrem „Open Air“-Lärm.

Wie eine „Stalin-Orgel“ aus dem Zweiten Weltkrieg wurde die hintere Ladeklappe mit den Lautverstärkern in Richtung Tagungslokal in Stellung gebracht. Nicht nur das übliche Gedröhn von wummernder Monotonie im Baßbereich, sondern schon mal Maschinengewehrgeknatter („Krieg beginnt hier!“) wurde zu Gehör gebracht.

Als die Polizei eine deutliche Überschreitung der festgelegten Dezibelzahl beanstandete und auf Lärmreduzierung bestand, kam es tatsächlich zur Rangelei.

Der Lärm, Ausdruck schreiender Dummheit wie kultureller Totalverblödung konnte die Stimmung der Teilnehmer allerdings nicht beeinträchtigen.

Das Wort „Die Revolution frißt ihre Kinder“ ist den Antifaschisten wohl kaum bekannt. Sonst könnten Nachdenklichere von ihnen vielleicht die Erkenntnis gewinnen, daß sie nur ein Stoßtrupp für ihre eigene Versklavung bilden. Und wie die Geschichte es zeigt, werden gerade solche „Vorkämpfer“, wenn die Machtverhältnisse dann mit ihrer Hilfe kippen, als erstes „entsorgt“.

Die Polizistinnen und Polizisten in ihrer Dienstausübung zu Ostern sind einerseits aufrichtig zu bedauern, andererseits zu bewundern. Wie immer muß der Steuerzahler für alles aufkommen.

Absurderweise lassen aber die etablierten Parteien jährlich Millionen Steuergelder in den „Kampf gegen Rechts“ fließen, auch zugunsten der Feinde unseres demokratischen Staatswesens. Damit erfreuen sich die in ihrer Deutschfeindlichkeit einigen Linksfaschisten bis hin zu den bekannten Vertretern der Grünen allgemein der Unterstützung durch nützliche Idioten aus denkunfähigen Teilen der sog. „Zivilgesellschaft“.

Nun aber zurück zur Tagung:

Neben Brauchtumspflege wie Singen, Tanzen, Ostereiermalen und andere Basteltechniken konnten die Teilnehmer sich an Vorträgen zu Sinnfragen des Lebens und Themen, die eine Verbindung zum göttlichen Willen zur Wahrheit haben, wie geschichtliche Ereignisse, erfreuen.

Ein Höhepunkt des Treffens war die niederdeutsche Lesung mit ausgewählten Texten bekannter norddeutscher Dichter und das eindrucksvolle sinfonische Orchesterkonzert mit Werken von Karl Stamitz, Edward Elgar und Philipp Fahrbach.

Für die Tagungsteilnehmer begann der Ostersonntag nach einer längeren Autofahrt mit einer würdigen Morgenfeier in der Natur.

Titania-Foto

Unter Gesang und mit Instrumentenbegleitung zogen die meist jugendlichen Teilnehmer bei herrlichem Frühlingswetter durch die frühlingshafte, erwachende Natur. Die bunten Gewänder der weiblichen Jugend wetteiferten mit den ersten Buschwindröschen, und voller Hingabe wurden unsere schönen Frühlingslieder gesungen.

Ein Bild von Frohsinn und Harmonie!

Begleitet vom Buchfinken- und Fitislaubsängergesang, gestalteten die Mädchen und jungen Frauen eine würdige Feierstunde mit Gedichtrezitation, Violinenspiel und Festansprache. Allen Teilnehmern wird die weihevolle Morgenstunde in der unberührten freien Natur unvergeßlich bleiben. Einen fröhlichen Ausklang nahm dieser Ostermorgen dann bei einem Picknick unter Bäumen und dem Ostereiersuchen.

(Abdruck des Berichtes der Zeitschrift „Mensch und Maß“ mit freundlicher Genehmigung des Verlags Hohe Warte)

Das Bild eines besonderen Menschen in schwerer Zeit

von Roswitha Leonhard-Gundel

Hans Christian Andersen (Bild: /funen/hans-christian-andersen/das-hans-christian-andersen-haus-odense)

Hans Christian Andersen wurde am 2. April 1805 in Odense auf der Dänischen Insel Fyn geboren.

Geburtshaus (Bild: /funen/hans-christian-andersen/das-hans-christian-andersen-haus-odense)

Er hatte eine schwere Jugend, denn er trat seinen Lebensweg in einem verarmten Elternhaus an. Der Vater starb bereits, als Christian erst 11 Jahre war. Die Mutter, dem Alkohol ergeben, konnte als Wäscherin keinen ausreichenden Lebensunterhalt erwirtschaften. Durch diese Lage der Familie wurde es H. Ch. Andersen kaum möglich, die Schule zu besuchen. Da ihn sein Vater mittellos zurückgelassen hatte, fühlte er sich gezwungen, zunächst in einer Fabrik zu arbeiten.

Am Ende seiner Schulzeit, als er etwa 18 Jahre alt war, entstand das Gedicht:

Das sterbende Kind

Mutter, ich bin müde und sehne
Mich, zu schlafen an dem Herzen Dir.
Heiß auf mein Gesicht fällt Deine Träne,
Weine länger nicht, versprich es mir!
Hier ist’s kalt und draußen Stürme wehen,
Doch im Traum ist Alles licht und klar.
Engelskindlein hab’ ich dort gesehen
Immer, wenn mein Aug’ geschlossen war.

(übersetzt von Ludolph Schley, 1853)

Bereits in diesem zu Herzen gehenden, frühen Gedicht kommt H. Ch. Andersens große Begabung zum Ausdruck, sich in den Schmerz anderer, hier seiner geliebten Mutter, hineinzuversetzen und sie gleichzeitig zu trösten. Menschen, die mit sterbenden Kindern zu tun haben, bestätigen, daß letztere sich besonders dem Göttlichen verbunden fühlen, sobald sie den herannahenden Tod spüren.

In Andersens Erzählung „Sie taugte nichts“, vernehmen wir einen vernichtenden Ausspruch des Stadtschulzen über seine Mutter, in dessen Diensten sie als Wäscherin steht. Unter den unwürdigsten Verhältnissen muß sie selbst in der kalten Jahreszeit Stunde um Stunde imWasser stehen, um die Wäsche zu waschen. Kann es da verwundern, daß sie immer wieder einen Schluck aus der Flasche nimmt, die einzige Möglichkeit sich zu wärmen? „Oh, wie tut das gut! Wie das wärmt. Es ist ebenso gut wie warmes Essen, und es ist nicht so teuer“, so spricht sie zu ihrem Sohn.

„Gleichzeitig veranstaltet der Stadtschulze ein großes Mittagessen mit Wein flaschenweise“, weiß die befreundete Nachbarin Maren zu berichten, die empört ist, wie der Arbeitgeber mit dem Sohn über dessen Mutter gesprochen hat. Die Freundin in ihrer Treue ist es auch, die die Wäscherin erlöst und nach Hause führt.

Bald darauf stirbt die Mutter und wird auf dem Armenfriedhof beerdigt. Maren pflanzt noch einen Rosenstrauch auf das Grab, der Junge steht dabei. „Und ich sage dir, sie taugte etwas! So laß die Welt nur sagen: ,Sie taugte nichts!’ “, tröstet sie ihn.

Beim Lesen dieser Geschichte, die indirekt auch eine Kritik an den sozialen Verhältnissen der damaligen Zeit in sich birgt, spürt man, daß die „Welt“ seelenlos geworden war, das einfache Volk jedoch nicht.

Ergreifend kommt das auch im Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ zum Audruck. Es entstand nach einer Bildvorlage, die zur Wohltätigkeit gegenüber Bedürftigen auffordern sollte. Ch. Andersen kam der Aufforderung nach, auf diese Weise zu helfen. Seine Mutter hatte als Kind ja selbst hungernd auf der Straße gelegen, woran sich ihr Sohn bei seinem Besuch in der Stadt 1845 ausdrücklich erinnert gefühlt hatte.

Auch diese Geschichte endet, wie sein frühes Gedicht „Das sterbende Kind“ mit einem tröstenden Blick ins Himmelreich.

Humorvoll dagegen ist der Erzählton in dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Es geht auf eine aus Spanien stammende Erzählung von 1335 zurück, die Andersen in einer deutschen Übersetzung 1836 kennengelernt hatte. Erst unmittelbar vor der Drucklegung fügte er die geniale Schlußwendung an, in der das kleine Kind den Betrug entlarvt. Durch sie wird diese Erzählung zeitlos gültig bleiben.

Mit 14 Jahren versuchte sich H. Ch. Andersen in Kopenhagen bereits als Theaterschauspieler und Sänger zu betätigen, leider vergeblich. Schließlich nahm ihn Konferenzrat und Direktor des königlichen Theaters Kopenhagen Jonas Collin 1822 – 1827  in seine Obhut und in seinem Haus auf.

Auch dem dänischen König Friedrch VI. fiel H. Ch. Andersens Begabung auf, so daß er Unterstützung erhielt und an der Lateinschule in Slagersen lernen konnte. Bis 1828 wurde ihm sogar das Universitätsstudium bezahlt.

Mit Hilfe eines staatlichen Reisestipendiums, das er Anfang der 1830er Hahre erhielt, unternahm er mehrere Reisen nach Deutschland, England, Italien, Spanien, Portugal und sogar in das Osmanische Reich. Der Einfluß der verschiedensten Landschaften, Kulturen und Menschen spiegelt sich oft in den Märchen. So zeigt die Beschreibung der Welt in der kleinen Meerjungfrau italienischen Einfluß.

Andersen führte ein rastloses Leben und ließ keine Gelegenheit aus, namhaften Schriftstellern, Märchensammlern und Verlegern seiner Zeit zu begegnen, nur wenige sollen genannt werden: Charles Dickens, Victor Hugo, E. T. H. Hoffmann und auch die Brüder Grimm.

Andersens Erzählstil und der der Brüder Grimm soll durch ein Beispiel veranschaulicht werden. Der Anfang eines überlieferten Volksmärchens könnte bei den Grimms so lauten:

„Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne.“

Bei Andersen heißt es dagegen:

„Jetzt will ich dir eine Geschichte erzählen, paß nur auf! Sieh, in einem fernen Land lebte einmal ein König, der regierte das Land, denn das müssen die Könige ja tun, und er hatte drei Söhne: eins-zwei-drei, der erste war der älteste, und der dritte war der jüngste, und das war so vergnüglich, aber der mittlere war der mittlere, und das blieb er.“

Übermütig und vorwitzig ist diese Prosa, zu der er sich immer wieder hinreißen ließ.

Sehr beeindruckend ist seine Hinwendung zu einem unserer größten deutschen Dichter Friedrich Schiller. Die Auftragsarbeit für das zu Schillers 100. Geburtstag herausgegebene Album veranlaßte Andersen, sich über die Lage Marbachs gründlich zu erkundigen. Die Geschichte heißt: „Die alte Kirchenglocke, geschrieben für Schillers Album“. Andersen selbst hat sie als „Schillers Märchen“ bezeichnet.

Mit märchenhaften Ausschmückungen und congenial Schillers Wesen erfassend, zeichnet er den Lebensweg des großen Dichters. Seine Erzählung beginnt mit dem Läuten der Glocken zu seiner Geburt in Marbach und endet:

„… Es war gerade 100 Jahre her seit jenem Tag, da die Glocke im Turm zu Marbach Freude und Trost für die leidende Mutter läutete, die ihr Kind gebar, arm im ärmlichen Haus, dereinst ein reicher Mann, dessen Schätze die Welt segnet; er, der Dichter des edlen Frauenherzens, der Sänger des Großen und Herrlichen, Johan Christoph Friedrich Schiller.“

In dem Stimmungsbild „Der Vogel des Volkslieds“ geht es um eine Saga: Auf einem Hünengrab am Meer sitzt ein verstorbener König in tiefem Schmerz wie ein unseliger Geist. Ein Skalde frägt ihn: „Warum trauerst und leidest du?“

Da entgegnet der Tote: „Keiner hat mein Lebenswerk besungen. Das Lied hat es nicht über die Lande und in die Herzen der Menschen getragen; darum habe ich keine Ruhe, keine Rast.“

„Da griff der alte Barde in die Saiten der Harfe, sang von dem jugendlichen Mut des Helden, der Kraft seines Mannestums und der Größe guter Werke.

Da schwang sich aus der Harfe ein kleiner Vogel, der schönste Singvogel mit dem Klang der Drossel, mit dem seelenvollen Schlag des Menschenherzens, dem Klang des Heimatlandes. … Er flog über Berg und Tal, es war der Vogel des Volksliedes, der niemals stirbt.“

Und an anderer Stelle heißt es: „Der Vogel singt auch von der Treue im Norden, er hat Märchen in Worten und Tönen. … In heidnischer Vorzeit, in der Wikingerzeit hing sein Nest in der Harfe des Sängers.“

Dann wird die Zeit beklagt, „… in der nur die Macht Recht war, ein Bauer und ein Hund als Beute gleichviel galten. Wo fand da der Singvogel Zuflucht und Schutz? Roheit und Dummheit dachten nicht an ihn.“

Andersen fährt fort: „Jetzt  singt er hier drinnen. Draußen ist Schneesturm und Nacht, Sage und Lied schenken einen Segenstrunk ein, der Gemüt und Gedanken befeuert, so daß der Abend ein Weihnachtsfest wird.“

Zum Schluß dieses beeindruckenden Stimmungsbildes schreibt der Dichter:

„Der Frühling kommt, die Vögel kommen, neue Geschlechter mit den heimatlichen, den gleichen Tönen. Hört den Heldengesang, … den schweren Traum der Winternacht! Alles löst sich, alles steigt empor im herrlichen Gesang vom Vogel des Volksliedes, der niemals stirbt.“

Wir erleben in dieser Dichtung eine tiefe Hinwendung zur Natur, indem uns der Vogel sinnbildlich als Künder der Volksseele begegnet und uns mit den großen Taten unserer Ahnen verbindet.

Chrisian Andersen hat mehr als 160  Märchen gedichtet, die aus den unterschiedlichsten Anlässen und Texten entstanden sind. Dazu kommen Gedichte und Romane. Sein gesamtes Werk ist in viele Sprachen übersetzt worden.

Am 4. August 1875 starb er und fand in Kopenhagen seine letzte Ruhe. Erst 1913 wurde ihm mit der Skulptur der kleinen Meerjungfrau ein nationales Denkmal gesetzt.

Die kleine Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen (Bild: Wikipedia)

(Quelle: Christian Andersen, Sämtliche Märchen, Band 1 + 2, Nachwort: H. Detering)

Auf der kritischen Netzseite NachDenkSeiten

US-“Rosinenbomber” im Anflug auf den Berliner Flughafen Tempelhof über schlanken, aber nicht verhungert aussehenden deutschen Kindern und Erwachsenen

Hier nun der Bericht von Haas, dessen Ergebnis hier vorangesetzt sei:

Mag das Fest der Luftbrücke auch andere Akzente setzen.

Westberlin ist nicht abgeriegelt gewesen. Ich kann das beweisen.

Doch nun von Anfang:

Ich bin am 22. Januar 1949 geboren worden. Unter der Luftbrücke. Das Krankenhaus, in dem ich das Licht dieser aerodynamischen Welt erblickte, lag unter der Einflugschneise der „Rosinenbomber“ auf deren Weg zum Flughafen Berlin-Tempelhof.

Auf dem Gelände des legendären Aerodroms findet am 12. Mai 2019 eine große Feier statt – aus Anlaß des 70. Jahrestages der Beendigung der Luftbrücke. So lauten etliche Mitteilungen (unter anderem in der online-Ausgabe der Berliner Zeitung vom 5. Mai 2019). Die Hauptstadt (jedenfalls aber eine große Zahl von Politikern, Medienvertretern und VIPs) erwarten ein großes Fest.

AK Flughafen Berlin-Tempelhof, Platz der Luftbrücke mit Denkmal

Luftbrückendenkmäler würden nachempfunden; eine Allee der Alliierten repräsentiere die westlichen Schutzmächte – von USA, Großbritannien und Frankreich über Kanada, Südafrika bis Australien und Neuseeland. (!)

Helden der Luftbrücke wie Gail Halverson mit seinen 98 Jahren und Künstler wie Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra seien aufgeboten. 50.000 Gäste seien zu erwarten. Die Kosten des Festes bezifferte Senatssprecher Julian Mieth auf eine Million Euro.

Um was zu feiern? Das Ende der Luftbrücke? Das bei Amerikanern und Briten „Airlift“ genannte politische Transportunternehmen dauerte vom 25. Juni 1948 bis 6. Oktober (!) 1949.

Was tatsächlich am 12. Mai 1949 beendet wurde, ist die Blockade der Westsektoren von Berlin, begonnen durch die sowjetische Besatzungsmacht am 24. Juni 1948.

Dieses Gleichsetzen oder Verwechseln von Blockade und Luftbrücke ist nur der kleinere Teil dessen, was von Medien und Politikern über die damaligen Ereignisse in die Welt gesetzt, aufgebauscht oder verschwiegen wurde beziehungsweise bis heute wird. Die historischen, politischen und finanziellen Umstände der Jahre 1945 bis 1949, die in wesentlichen Fragen bis heute nachwirken, werden fast gänzlich unerörtert gelassen beziehungsweise einseitig dargelegt; zugunsten der Westallierten, zum Nachteil der Russen – aus aktueller offizieller Sicht von hoher politischer wie propagandistischer Bedeutung.

Gemeinhin wurde und wird der Eindruck erweckt, die Berliner Westsektoren seien zu Wasser und zu Lande abgeriegelt, der Zugang ins Umland sowie nach Ostberlin versperrt worden.

Die Umstände meiner Geburt zeigen ein anderes Bild, in einigen Aspekten ein gänzlich unterschiedenes.

Mein Vater fuhr meine hochschwangere Mutter mit dem Opel Wanderer meines Großvaters binnen weniger Minuten die dreieinhalb Kilometer von unserem Zuhause in Berlin-Baumschulenweg, sowjetischer Sektor, ins Krankenhaus, amerikanischer Sektor.

Zwei Wochen zuvor hatte mein Vater diese Tour schon einmal unternommen; probehalber. Keinerlei Beanstandung, keinerlei Kontrolle; nicht durch den Russen, nicht durch den Ami. Genauso unbeobachtet und unbehindert verlief die Rückfahrt. Nahezu unbeschwert, zumindest in dieser Hinsicht, stiegen meine künftigen Eltern am 21. Januar 1949 in den Opel Wanderer. Was war denn nun die Blockade-Berlin?

Vor deren offiziellem Beginn kam es in der Nacht vom 31. März zum 1. April 1948 zu einem dramatischen Ereignis im Zusammenhang mit der künftig als erste Berlin-Krise bezeichneten schweren Auseinandersetzung zwischen den Alliierten:

Nach über zweieinhalb Jahren normalem Zugverkehr zwischen Berlin und der britischen beziehungsweise US-amerikanischen Zone in Westdeutschland stoppten in dieser Nacht sowjetische Offiziere einen britischen Militärzug bei Marienborn; nach über zwanzig Stunden wurde er zu seinem Ausgangsbahnhof Berlin-Charlottenburg zurückgeschickt.

Der australische Journalist Wilfred G. Burchett, selbst Insasse des Zuges, nannte das den

„Beginn der Ereignisse, die zur Blockade von Berlin und zur Gegenblockade der sowjetischen Besatzungszone führten“.

(Wilfred G. Burchett: Der kalte Krieg in Deutschland, übers. von Elisabeth Rompe-Baumgarten, Berlin (Ost) 1950, S. 36ff.)

Dem Vorfall ging die strategische politische Kehrtwende der Westmächte gegenüber ihrem früheren Alliierten, der Sowjetunion, voraus.

Die Rede des ehemaligen britischen Premiers Winston Churchill am 6. März 1946 am Westminster College in Fulton, Missouri, USA, gilt gemeinhin als Eröffnung des Kalten Krieges; Churchill lieferte dazu das politische und das ideologische Konzept.

In der Folge gingen die Westalliierten Schritt für Schritt von den Festlegungen nicht zuletzt der Potsdamer Konferenz 1945 ab, die ein politisch und wirtschaftlich einheitliches Nachkriegsdeutschland unter Verwaltung der vier Großmächte vorsah.

Über einen längeren Zeitraum haben vor allem die USA und Großbritannien im Zusammenwirken mit deutschen Großindustriellen und Finanzmagnaten wie mit deutschen Politikern, so Konrad Adenauer (CDU) oder Kurt Schumacher (SPD), Voraussetzungen dafür geschaffen, einen westdeutschen Separatstaat zu schaffen.

Knapp zehn Monate nach Churchills Rede wurde am 1. Januar 1947 die sogenannte Bizone als zunächst wirtschaftliche beziehungsweise wirtschaftspolitische Vereinigung der US-amerikanischen und der britischen Zone in Deutschland geschaffen; im März 1948 einigten sich die drei Westmächte in London auf den Zusammenschluß der Bizone mit der französischen Zone Deutschlands zur sogenannten Trizone, unbestritten und so auch angelegt, dem Vorläufer der Bundesrepublik Deutschland, die dann im September 1949 gegründet wurde.

Die Politik der Sowjetunion war, entsprechend alliierten Abkommen, auf die Schaffung eines politisch und wirtschaftlich einheitlichen, antifaschistischen und, was später eine große Rolle spielen sollte, entmilitarisierten Deutschland gerichtet.

Das so entstandene Zerwürfnis zwischen den ehemaligen Verbündeten des Zweiten Weltkriegs mußte sich konsequenterweise in gegensätzlichen politischen Prämissen und konträrer Praxis der Arbeit im Alliierten Kontrollrat zeigen, dessen Sitz in Berlin war.

In mehreren Sitzungen der Außenminister der Alliierten in London wurde die Problematik erörtert. Es kam zu keiner Einigung. Berlin wurde zum Spielball alliierter Widersprüche. Sie zeigten sich vor allem und beispielhaft im Kampf um die unterschiedlich interpretierten Rechte des Zugangs zu und von Berlin. Behinderungen, auch Schikanen, gab es auf beiden Seiten; neben allem Kalkül spielten auch Emotionen eine Rolle.

Aus zunächst transportpolitischen, dann direkt politischen Querelen wurden massive gegenseitige Behinderungen – alles vor dem Hintergrund der Vorbereitung eines westdeutschen Staates und, damit engstens verbunden, einer Währungsreform.

Zweifelsohne bedurfte es der Regelung des Finanzwesens; trotz langsamer wirtschaftlicher Erholung, vor allem im Westen – noch immer galt die Reichsmark. Eine alle vier Besatzungszonen einbeziehende Lösung der Währungsfrage wäre politisch wie ökonomisch sinnvoll gewesen; Deutschland war immer noch ein Wirtschaftsgebiet.

Doch die Strategie der Westmächte ließ das nicht zu: Nach der Einführung der D-Mark in der Trizone am 21. Juni 1948 war drei Tage später diese neue Währung auch die für Westberlin. Deutschland war de facto gespalten.

Die Sowjetunion reagierte am gleichen Tag mit der Sperrung der Land-, Wasser- und Schienenwege zwischen den Westsektoren Berlins und Westdeutschland.

Es kam zu Engpässen in der Versorgung der Westberliner Bevölkerung. Doch, wenn auch gelegentlich kontrolliert, hatte sie Zugang ins Brandenburger Umland und nach Ostberlin, ja, sie war sogar durch den Osten dazu aufgefordert.

Im Westen dagegen wurde die auch “airlift” genannte Luftbrücke installiert; zweifellos eine planerische und fliegerische Meisterleistung.

Doch eine 2,2 Millionen zählende Bevölkerung kann nicht mit allem aus der Luft versorgt werden; zumal der volle Leistungsumfang des Transports erst drei Monate nach seinem Beginn erreicht wurde.

So hatte die Luftbrücke außer der Versorgung vor allem eine enorme propagandistische Bedeutung, die bis heute anhält. Zumeist und bis heute herrscht das Bild eines völlig abgeriegelten Stadtteils vor, einer hungernden und frierenden Bevölkerung.

Der spätere US-Außenminister John Foster Dulles sagte im Januar 1949 in kleinem Kreis in Paris:

„Zu jeder Zeit hätte man die Situation in Berlin klären können […] Die gegenwärtige Lage ist jedoch für die USA aus propagandistischen Gründen sehr vorteilhaft. Dabei gewinnen wir das Ansehen, die Bevölkerung von Berlin vor dem Hungertod bewahrt zu haben, die Russen aber erhalten die ganze Schuld wegen ihrer Sperrmaßnahmen.“

(Zitiert in George S. Wheeler: „Die amerikanische Politik in Deutschland (1945-1950)“, Berlin (Ost) 1958, S. 223)

Sehr deutlich wird auch L. L. Matthias:

„Einen sehr willkommenen Anlaß, die öffentliche Meinung der Welt gegen die Russen zu mobilisieren, bot die Berliner Blockade […] Es war ganz offenbar, daß Truman, Acheson und General Clay die Blockade absichtlich verlängert hatten, um einen Zwischenfall zu einem welthistorischen Ereignis aufzublasen und die Last der Verantwortung, die auf den Schultern der Russen lag, zu vervielfachen.“

(L. L. Matthias: Die Kehrseite der USA, Reinbek bei Hamburg 1971, S. 146ff.)

Die Reihe solcher Propagandaleistungen der USA oder Briten, hilfreich begleitet von deutschen Medien, läßt sich mühelos ergänzen und bis in die Gegenwart verfolgen.

Mag das Fest der Luftbrücke auch andere Akzente setzen. Westberlin ist nicht abgeriegelt gewesen. Ich kann das beweisen.

Klaus-Detlef Haas

Ernst Cran

hält heute auf der Kriegsgräberstätte Nagelberg bei Treuchtlingen eine Ansprache zum „Tag der Befreiung der Deutschen“: Gedenkworte zum 8. Mai

Aus dieser Ansprache kopiere ich hierher seine Zusammenstellung von

Stimmen der Befreiung, der Freiheit, des „Freispruchs für Deutschland“,

die bereits als Zeitzeugen der damaligen Ereignisse und seither in unermüdlicher historischer Aufdeckung und Klarstellung Lüge und Wahrheit voneinander zu scheiden begannen. Ich zitiere einige davon, ohne die Autoren im Einzelnen zu nennen; sie sind allesamt belegt. Ich nenne hier lediglich das Jahr der jeweiligen Äußerung und zitiere in zeitlicher Reihenfolge:
 
1944: „Wir begannen, Städteziele in Deutschland zu bombardieren, ehe dies die Deutschen in England taten. Deutschland bemühte sich um ein Stillhalteabkommen im Bombenkrieg, so oft sich dafür die leiseste Chance zu bieten schien.“ (James Spaight)
1947: „Die Aufzählung der deutschen Verbrechen … kann ebenso gut auch gegen Deutschlands Feinde gerichtet werden; sie setzt sich heute im Friedenszustand … mehr ein Jahr nach Beendigung der Feindseligkeiten noch fort.“ (A.O. Tittmann)
1947: Das alliierte Tribunal von Nürnberg ist eine „Kette von Rechtsbrüchen ohne Beispiel in der Rechtsgeschichte“. Das „Beweismaterial“ von Nürnberg stellt „eine Fälschung der wirklichen Geschichte dar, die schwerlich überboten werden“ kann. (Joao das Regras)
1950: „Es ist mehr als an der Zeit, dass wir aufhören, die Deutschen schuldig zu sprechen, denn es gibt nicht ein einziges Verbrechen, das wir nicht selbst begangen hätten.“ „Kein Sieger, nicht einmal die Hunnen,“ haben „je einen Feind unsittlicher und unmenschlicher behandelt … als die Vereinigten Staaten von Amerika die Offiziere der besiegten deutschen Armee. In der Tat hat sich die deutsche Wehrmacht in Frank-reich, Belgien und Holland in vieler Hinsicht besser benommen als wir.“ (Freda Utley)
1961: „Was werden künftige Generationen von uns denken? Werden sie sagen, dass wir Wölfe in Menschengestalt waren? Werden sie denken, dass wir unserer Menschlichkeit abschworen? Das Recht dazu hätten sie.“ (Charles Percy Snow)
1976: „Der Krieg, den die Alliierten, besonders im letzten Stadium, in Deutschland führten, war mehr als ein auf die Spitze getriebener totaler Krieg.“ (Bradley F. Smith)
1976: „Die Nürnberger Prozesse erinnern an barbarische Zeiten, in denen Kriegsgefangene getötet wurden, nur weil sie gekämpft hatten.“ Sie schmecken „mehr nach altem Römer-Barbarentum … als nach einem sogenannten zivilisierten Land.“ (H. Keith Thompson Jr., hg.)

Danach sei mein Adelinde-Eintrag von vor 4 Jahren hier wiederholt:

Zur Erinnerung: 9. Mai 1945 – Tag der Befreiung besonderer Art

Nach 6 Jahren totalem Krieg waren wir Deutsche beim Waffenstillstand am 9. Mai 1945 befreit. Doch wovon?

Als Hamburger Mädchen, Jahrgang 1935, hatte ich mit meiner Familie unzählige Bombennächte und Tagangriffe der Alliierten erlebt.

1945: Unser Nachbarstadtteil Hamburg-Barmbeck, im Vordergrund die Nissenhütten zur Aufnahme der überlebenden Ausgebombten (Foto: Egbert A. Hoffmann, Hamburg ’45 – So lebten wir zwischen Trümmern und Ruinen)

kleine Nissenhütten-Bewohner 1945 (Foto: a.a.O.)

Die Schrecken wären für uns Geschwister ohne unsere seelenstarke Mutter an der Seite nicht zu verkraften gewesen. Unseren Vater hatten wir schon verloren. Er ist seit Januar 1944 in Rußland vermißt.

Mutter mit 4 Kindern im Kellerraum eines zerbombten Hamburger Hauses (Foto: a.a.O.)

Die Freie und Hansestadt Hamburg, das Tor zur Welt, wurde zu 85 % zerstört.

Hamburg-Eilbeck 1945 (Foto: Hoffmann, a.a.O.)

erste Bombardierung des Hamburger Hafens (Foto: Hans Brunswig, Feuersturm über Hamburg)

Das gleiche Schicksal erlebten alle deutschen Städte und viele Ortschaften bis hin zu Dörfern.

Opfer des Feuersturms Juli 1943 in Hamburg (Foto: Brunswig a.a.O.)

Sie nahmen es ernst mit ihrem moral bombing, unsere moralisch hochstehenden Befreier. Gründlicher kann man kein Land zerstören und ganze Teile eines Volkes auslöschen, als sie es auf Geheiß ihrer Führer mit Deutschland und den Deutschen machten.

Bei Opfern anderer Völker sprächen wir von Völkermord – nicht bei deutschen Opfern.

Wir Deutsche wurden befreit von unserem Hab und Gut, von unseren Kulturschätzen und Patenten, von Nahrungsmitteln, Heizmaterial und Infrastruktur, Millionen von uns von ihren Lieben, wenn nicht vom eigenen Leben. Auf dem Lande, wohin ich mit meiner kleinen Schwester zur Sicherheit vor unseren bombardierenden Befreiern für ein gutes Jahr kinderlandverschickt worden war, erlebte ich die amerikanischen Tiefflieger. Bei hellichtem Tag überflogen sie unsere kleine mecklenburgische Landstadt und schossen schutzlose Menschen in ihren Gärten oder auf der Straße ab – wie auf der Karnickeljagd.

Im Osten

sowjetische Hinterlassenschaft in Nemmersdorf 1944 (Foto: Heinz Schön, Tragödie Ostpreußen – Als die Rote Armee das Land besetzte)

Die ersten Ostflüchtlinge, Frauen aus Pommern und Ostpreußen, trafen in unserem Ostmecklenburger Städtchen Ende 1944 ein. Ich sehe noch heute vor mir, wie sie Blockwagen hinter sich herzogen, auf die sie ein paar Habseligheiten sowie ihre kleinen Kinder, manchmal auch ihre alte Mutter geladen hatten. Auch sie waren von allem, was sie besaßen, befreit. Darüber hinaus war ihnen der Boden unter den Füßen und das Dach über dem Kopf weggezogen worden, sie waren befreit von ihrer Heimat.

Rotarmisten und deutsche Flüchtlinge in Königsberg (Foto: Schön a.a.O.)

Die das Inferno im Osten überlebten, hatten – vor allem als Frauen – ein Flüchtlingstrauma im Gepäck, das sie ein Leben lang nicht verließ. Die Soldateska der ruhmreichen Roten Armee hatte sich über die deutschen Frauen hergemacht, sie zu Hunderttausenden vergewaltigt und die meisten von ihnen bestialisch ermordet. Deutschland verlor sein altes Kulturland im Osten, das so viele schöpferische Menschen hervorgebracht hatte, und wurde unter den Befreiern, den Siegermächten, aufgeteilt. Es verlor seine Einheit. Die innerdeutsche Grenze zwischen der sowjetischen und der westalliierten Zone Rest-Deutschlands bestand 44 Jahre. In beiden Besatzungszonen standen sich deutsche Soldaten bis an die Zähne bewaffnet gegenüber. Welch einzigartige Weise, befreit zu sein!

Millionen deutsche Soldaten als Kriegsgefangene von den Amerikanern wochenlang obdachlos auf Rheinwiesen zusammengepfercht dem Tode überantwortet (Foto: Wikipedia)

Unsere heimkehrenden Wehrmachtssoldaten,

Deutsche Soldaten 1945 in amerikanischer Gefangenschaft auf den Rheinwiesen (Foto: Wikipedia)

die in diesem Krieg ihre Heimat verteidigt zu haben glaubten, wurden nun zu Verbrechern erklärt, von ihrer Ehre befreit. In amerikanischen, französischen und sowjetischen Gefangenenlagern starben nach dem Krieg mehr als im Krieg gefallen waren. Wie werden unsere großartigen Befreier diese Art ihrer Taten benennen? moral captivating – passend zu ihrem moral bombing?

Aber die nachhaltigste Befreiung stand uns Deutschen noch bevor: die Befreiung von der Selbstachtung.

Die bewältigten die sogenannten Antifaschisten, die selbsthassenden, kniefälligen deutschen Gutmenschen. Von ihnen und den dazugehörigen angeblichen Volksvertretern wird mit wachsender Intensität an dem schwarz-weißen Geschichtsbild der Siegermächte mitgearbeitet, das die Kriegsparteien klar in Täter, Opfer und Befreier einteilt. Mit Argusaugen bewachen sie das Volk, daß es ihr so schlichtes, klares Geschichtsbild nicht ins Wanken bringt. Die in akribischer Arbeit die Wahrheit über die wirklichen Vorgänge im Vorder- und vor allem Hindergrund der Politik herausfinden, geraten in Gefahr, kaltgestellt und gebrandmarkt zu werden.

Unser von uns allen so geliebter Bundespräsident Joachim Gauck

kann sich nicht genugtun, in den Fußstapfen des von den Mainstream-Medien hochverehrten ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker herumzutappen, der vor 30 Jahren erstmalig unserem Volk ins Gesicht schlug, indem er unser Elend und unsere immensen Verluste bei Kriegsende als unsere Befreiung durch die Siegermächte bezeichnete und damit die Seelen der alliierten Kriegsverbrecher weiter in ihrem Traum eigener Unschuld wiegte.

Die Braunschweiger Zeitung v. 8.5.15 zitiert Gauck: “Wir Nachgeborenen in Deutschland haben allen Grund, für diesen aufopferungsvollen Kampf der ehemaligen Gegner in Ost und West dankbar zu sein.” Bildcollage von Gerhard Bracke, der dazu kommentiert: “Wer da glaubte, das geschichtsferne Befreiungsgeschwätz wäre nicht mehr zu toppen, möge sich diesen Spruch zum 8. Mai 2015 einprägen. Weltgeschichtlich einzigartig ist dieser Tiefstand einer Selbstverleugnung aus geschichtlicher Unkenntnis.”

Tiefststand einer Selbstverleugnung – ein Fall für die Psychiatrie

Bei allen möglichen Feierlichkeiten bekennt der gute Onkel Gauck sich zu immer neuen, bisher unbekannten gigantischen Untaten, zu unserer nie vergehenden Schuld bzw. mindestens Mitschuld an allen möglichen Kriegsverbrechen, auch z. B. am türkischen Völkermord an den Armeniern. Jawoll, er zeigte Mut, der Gauck! Er nannte – als Deutscher! – den Völkermord Völkermord, vergaß aber natürlich nicht, im selben Atemzug unser deutsches Volk der Mittäterschaft zu verdächtigen. Welch ein guuter Christ, die wandelnde Demut – vorbildlich für einen Mann, der als Bundespräsident seine Aufgabe nicht ganz verstanden zu haben scheint!

Vergessen wir aber nicht: Unsere lieben Befreier haben uns von der Hitler-Diktatur befreit – wenn das nicht aller Opfer wert ist, der Abermillionen aller kriegsbeteiligter Völker und der 15 Millionen ihrer Heimat beraubten Deutschen! Allein, aus uns selbst heraus, hätten wir Deutschen das nie geschafft.

Heute leben wir ja nun dank der Befreiungstaten unserer ehemaligen Feinde in einem Rechtsstaat. Die weitgehende Aufgabe unserer Souveränität und die Käuflichkeit von Politik und Medien gegenüber global-kapitalistisch wirkenden Konzernen rüttelt an dieser “Wahrheit” – jedenfalls nach Meinung z. B. unserer goldigen Südkurier-Redakteure – kein bißchen.

Diese als Volkspädagogen so vorbildlich tätigen Schreiberlinge scheinen das wirklich zu meinen und sind so stolz auf Deutschland, das sich so einzigartig zu seiner angeblichen Alleinschuld am Ausbruch beider Weltkriege und zu seiner angeblichen Alleintäterschaft an den Verbrechen des 20. Jahrhunderts bekennt und – was sehr wichtig ist – von aller Welt für diese seine Aufarbeitung seiner schuldbeladenen Geschichte bewundert wird.

Ja, wir Deutsche, Weltmeister sind wir in so vielem und mögen es so gerne sein. Mit solchem Lob kriegt man uns zu allem bereit, auch zum Kriechertum bis hin zur Selbstaufgabe!

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