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Mathilde Ludendorff

geht in ihrer Schrift aus dem Jahre 1933 „Weihnachten im Lichte der Rasseerkenntnis“ in dem Kapitel

Wie in Jahrtausenden aus Deutscher Weihenacht die indische Feier und das jüdische Christfest wurden

auf das Verfremdungs-Schicksal unseres Deutschen Weihnachtsfestes und damit unseres Deutschen Volkes ein. Die wenigsten Zeitgenossen wissen von dieser Geschichte der Verwandlung (siehe auch Adelinde-Film und –Eintrag).

 

Religionsphilosophin Dr. med. Mathilde Ludendorff (Zeichnung: Wolfgang Willrich 1947)

Hier nun der weiterführende Text der Philosophin:

Wenn wir die Geschichte unseres Weihenachtfestes in den vergangenen Jahrtausenden mit dem wachen Auge unserer Zeit verfolgen, so erkennen wir, daß dies Fest in erschütternd klarer Sprache den furchtbaren Leidensweg unserer Rasse kundtut.

Wird unser Volk den rettenden Weg zur Einheit von Blut, Rasseerbgut, Kultur und Wirtschaft wiederfinden,

so wird gerade die Geschichte dieses Festes in kommenden Jahrtausenden gehütet werden als heiliger Schicksalskünder der Vergangenheit und als ernster Warner aller geretteten, kommenden Geschlechter.

Die furchtbare, ernste Tatsache, daß alle blühenden Kulturstaaten, die dieses herrliche Volk in vergangenen Jahrtausenden in fernen Ländern gründete, ebenso unselig zu Grunde gingen, wie heute die letzten Nachfahren dieses Blutes im Heimatlande zu Grunde zu gehen drohen, erklärt sich uns Erwachten aus dem Unheil, daß unsere Ahnen die Rassegesetze heilig erachteten, solange sie sich ihren Glauben rein erhielten, daß sie aber nicht ahnten, wie sehr ein Lockern der Einheit von Blut und Glaube auch die Ehrfurcht vor der Rassereinheit und Klarheit des Rasseideals gefährdet und somit das Leben bedroht.

Zunächst gerieten nur die Ahnen in die große Gefahr des Unterganges, die die Heimat verließen, nur gerüstet mit dem klaren Wissen der Unantastbarkeit der Rassereinheit.

Wenn immer in einem „heiligen Frühling“ die Jungscharen dieses herrlichen Volkes auszogen nach dem Süden oder über das Meer, um Wohnsitz zu suchen, da das Heimatland dem blühenden Volke nicht freie Sitze mehr bieten konnte, so brachten sie in ihrem großmütigen Herzen den Wunsch mit, die Völker der fernen Länder an ihrem Reichtum des Gottschauens und Gotterlebens teilnehmen zu lassen.

Sie brachten ihnen Glauben und Kultur und ließen sie in der ihnen eingeborenen Duldsamkeit auch unbehelligt in ihrem alten Glauben weiterleben, sofern ihnen dies mehr zusagte.

Gerade durch diese Duldsamkeit gewannen sie im Laufe der Zeiten die Ureinwohner des Landes mehr und mehr für sich, und so wurde von ihrem Glauben und Gutsein gar vieles angenommen.

Aber bei diesem friedvollen Zusammenleben mit den ihnen nun ähnlicher denkenden Ureinwohnern nahmen dann auch sie selbst manches von deren Glauben an.

Waren z. B. die Ureinwohner von

Griechenland,

die Pelasger, griechisch genug in ihrem Glauben geworden, um ihre Gottheiten aus den unterirdischen Höhlen auf den Berg Olymp zu verpflanzen, so hatten die Griechen unter ihrem Einfluß ihre Gottheit aus den Weltallweiten des Sternenhimmels herabgeholt auf den Berg Olymp.

Das göttliche Geschlecht der Asen saß nun in Gestalt leibhaftiger Götter bei den pelasgischen Göttern.

War so die Einheit von Blut und Glauben in beiden Rassen gelockert, so schwand die Klarheit ihrer Rasseideale, es verwischte sich ihr Sittenbild, und Rassenmischung war die zwangsläufige Folge. So gingen ihre blühenden Kulturen in Rassemischung und Entsittlichung unter.

Das war dann allemal der Augenblick, in dem die Leichenfledderer der Rassen ihr Amt beginnen konnten. Das „Fressen“ dieser Mischvölker konnte dann anheben.

Die in der Heimat verweilenden Germanen waren vor solchem Schicksale geschützt bis vor 1500 Jahren. Sie hielten Glaube und Sprache rein, und so war es zwangsläufig, daß auch ihr Rasseideal klar blieb und ihr Blut sich rasserein erhielt.

Aber auch sie waren sich der heiligen Weisheit der Volkserhaltung nicht bewußt, die eine Einheit von Blut, Rasseerbgut, Kultur und Wirtschaft so unerbittlich fordert.

Als das Christentum kam,

da duldeten sie die Mission in ihren Reihen, bis die Christen mächtig genug geworden, um mit Morden die Herrschaft ihres Glaubens zu erzwingen. Nun begann unter immerwährenden neuen Massenmorden Andersgläubiger die gleiche Entwurzelung, der gleiche Abstieg, die gleiche Rassenmischung.

Ähnliches, aber noch Schlimmeres ist uns in unserer Zeit – 2000 Jahre später – mutwillig von fremd- und ideologie-gesteuerten Politmarionetten solcher „Leichenfledderer“ ins Land geholt, und das Volk, voran die blonden jungen Frauen, hat es auszubaden.

Der Sturz in die Tiefe war nur viel jäher als in jenen Kulturländern, wo germanische Glaubensduldsamkeit herrschte. Wurde doch von den Christen das volkserhaltende Gesetz der Einheit von Blut und Glauben unter Gewaltanwendung verhöhnt und im … Glaubenshasse mit Füßen getreten.

So kam gar bald die Zeit, wo der Leichenfledderer, der mit den Missionaren ins Deutsche Land schlich, sattsam zu tun hatte, und das „Fressen“ des Deutschen Volkes konnte beginnen.

Dies ganz ungeheuer ernste Schicksal kündet uns der Wandel der Weihenachtfeier im Laufe der Jahrtausende.

Die Agnifeier der Inder

In unserer Heimat stand, wie wir hörten, das Weihenachtfest wie alle Jahresfeiern der Germanen im innigen Zusammenhange mit dem Naturgeschehen und war ein heiliges Freuden- und Dankfest für die zuverlässige, ausnahmelose und daher segensreiche, Ruhe und Kraft spendende Gewißheit der Sonnenwende.

Im Norden begrüßt der Mensch das Sonnenlicht als die segnende Kraftquelle des Lebens, als den gütigen Schirmer vor Frost, als den Lebenswecker aller Frucht, als den Spender köstlicher Wärme.

Im Norden braucht niemals die dörrende Glut der Sonne gefürchtet zu werden, im Norden flüchtet man nicht vor ihr in Häuser und Höhlen, sondern nimmt glückselig ihre Strahlen auf.

So war denn nach langen Wintertagen, an denen man, des Wetters Ungunst fliehend, in der Halle um das Feuer lagern mußte und an langen Winterabenden bei spärlichem Fackelscheine auf die bessere Jahreszeit harrte, das Fest der Sonnenwende, ein jubelndes Dankfest der Wiederkehr der Sonne.

Was sollte wohl aus diesem Dankfeste werden bei den Ahnen, die nun aus dem Norden nach dem Süden zogen?

Konnten die in Indien, in Persien wohnenden Nordländer nun auch noch den innigen Dank für die Rückkehr der Sonne empfinden, da sie diese doch nie entbehrten, sondern unter ihrer sengenden Glut oft schmachteten?

Unser Blut ist viel zu ehrlich, um Dank und Freude zu erheucheln, es ist auch viel zu frei in seinem Gottglauben, um eine Feier, die in ihrem früheren Inhalte nicht erlebt werden kann, beizubehalten; es ist endlich viel zu innerlich, um nicht das Wesen der Feier für das Wichtige zu halten.

So trat bei den ausgewanderten Blutsgeschwistern der Weihenachtmythos zurück, und es blieb das Wesen der Feier voll erhalten: Dank und Freude für die segnende, lebenserhaltende Naturkraft.

Aus dem Feste der Sonnenwende und der Geburt des jungen Jahres (Baldur) wurde das Freudenfest der Geburt des Feuers, des Lichtes aus dem göttlichen Sonnenlichte, des Gottessohnes „Agni“.

So echt nordisch nun auch dieses Verhalten der Ausgewanderten war, so hatten sie doch von den Bewohnern der Südländer gar viel gelernt. Sie hatten ein Ritual der Feier eingeführt, brauchten einen Priester, der es ausführte, und nahmen Mittler-, Opfer- und Erlösunglehren an.

So erzählt denn die Weihenachtfeier, die 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung, d. h. vor mehr als 3000 Jahren, Blutsbrüder in Indien feierten, das ernste Schicksal von dem Annehmen fremdblütiger Glaubensbräuche und dem tiefgreifenden Zerbrechen der Einheit von Blut und Glauben, erzählt uns aber auch noch weit Wichtigeres.

Das Feuer, „Agni“, wurde als Sohn Gottes, als alle Wesen (Menschen und Tiere) in Güte und Liebe segnender Retter gefeiert.

„Gleichwie die Kinder hier hungrig
Sitzen um die Mutter her,
Also die Wesen all sitzen
Rings um das Agnihotram (= Morgenfeuer) her,
Ja, rings um das Agnihotram her“,

so heißt es in der Samaveda, Chandogya-Upanishad, 5. Vers.

War das Morgengebet dem Danke für das Feuer geweiht, so erst recht das große Jahresfest der Feuerfeier, das Weihenachtfest.

Die Geburt des Agni wurde nach dem Berichte Driesmanns (Heinrich Driesmanns, Der Mensch der Urzeit, Stuttgart 1920) am 25. Dezember gefeiert, da dieser Tag der Weihenachten durch das Erscheinen eines Gestirnes ausgezeichnet gewesen war.

Zur Zeit des Entstehens der Evangelien der christlichen Bibel war dies Fest der Geburt des Gottessohnes Agni und seiner Salbung zum „Akta“ dem „Gesalbten“ (griechisch „Christos“) schon in viele griechische Städte in Kleinasien gedrungen, wurde wohl da, wo die jüdischen Schreiber der Evangelien lebten, auch gefeiert.

Wegen der so seltsamen Übereinstimmung dieser Feier mit den jüdischen „geschichtlichen Berichten“ der Evangelien wird sie uns doppelt wichtig.

Es wird gut sein, wenn wir uns der Schar der feiernden Inder vor 3000 oder der Griechen vor fast 2000 Jahren, also „zur Zeit des Kaisers Augustus“, anschließen, um

diese Weihenachtfeier mitzuerleben!

Es ist Nacht, der Priester schreitet der Schar voran auf eine Anhöhe. Dort verkündet er, daß der Weihenachtstern am Himmel erschienen und daß nun die „frohe Botschaft“ der nahen Geburt des Gottessohnes aller Welt gekündet werden sollte.

Und nun beginnt die Feier der Erzeugung des Gottessohnes „Agni“, des Feuers. Dem Priester zur Seite steht der Zimmermann (Twasti), der Verfertiger des heiligen hölzernen Hakenkreuzes (Swastika); da im Hakenkreuz der Gottessohn erzeugt wird, so ist er der „irdische Vater“ dieses Sonnensohnes, dieses Gottessohnes.

Er erzeugt in der vertieften Mulde dieses Hakenkreuzes nun durch den Feuerquirl (Pramatha) in rascher Drehung den Funken. Denn in dieser Höhlung wohnt die schöpferische Göttin Mutter Maja, und so wird diese Höhlung im Hakenkreuz der Schoß der Mutter Maja genannt.

In feierlicher Stille wartet die Menge, bis der erste Funke erzeugt ist. Dann kündet der Priester die „frohe Botschaft“, daß das „zarte, göttliche, alle Welt errettende Kind“ geboren, und der Jubelgesang aller ertönt:

„O Agni, heiligendes, reinigendes Feuer, der du im Schoße der Mutter Maria schlummerst und dich zur glänzenden Flamme nun erheben willst, du bist der in Allem und Allen verborgene, göttliche Funke und der Sonne glorreiche Seele.“

Der Priester legt nun den zarten, glimmenden Funken auf gehäuftes Stroh, und hellauf flammt „das zarte Kind“, wie die Schar es jubelnd singt. Dann fächelt der Priester ihm den Windhauch (Vaju), den „heiligen Geist“ zu und erhält ihn so am Leben.

 

Ein brahmanischer Priester gibt geklärte Butter (ghee) in ein heiliges Feuer. (Bild: Wikipedia)

Nun wird er auf gehäufte Zweige gelegt, und immer stärker wächst er, der Retter aller Wesen, heran. Von der Kuh, die zur Linken des Priesters steht, nimmt er nun zur Salbung des Agni die heilige Butter, und jubelnd singt die Schar, daß Agni nun zum „Gesalbten“, „Akta“ (griechisch Christos), geworden.

Zur Rechten des Priesters steht der Esel, der das Getränk „Soma“ für den Gottessohn trägt. Nun gießt der Priester dies über die Flamme, und hoch auf, bis zu den Wolken, steigt sie.

Jetzt singt die Schar den feierlichen Sang, daß der Gottessohn auffährt zum Himmel, und sein letztes Mahl, das Opfer, Brot und Wein, wird in die Flamme gegossen.

Doch auch die Priester nehmen einen Teil des Weines und die „Hostie“, und verzehren sie als „Leib und Blut“ des Gottessohnes, der sich den Menschen als Vermittler ihres Opfers an Gott dargeboten und sich als Opfer verzehrt.

Vor 3500 Jahren schrieben deshalb die Inder in den Veden, daß Agni der „eingeborene Sohn des Sawistri“ (= himmlischen Vaters) als „Licht aus dem Quell alles Lichtes“ auf die Erde gekommen, „geboren aus dem Schoße der göttlichen Mutter Maja“ sei.

Eine Schicksalsgeschichte unserer Rasse ist fürwahr dies Weihenachtfest:

Waren die Blutsbrüder mit dieser Feier schon weit abgeirrt von der Einheit von Blut und Glauben, hatten sie viel Südländisches, Zeremonien und Priester, Mittler-, Opfer- und Erlösunggedanken angenommen, so waren sie doch in dem einen blutsmäßig geblieben, daß sie dieser Feier deutlich rein symbolischen Charakter gaben.

Niemand hätte sie zu geschichtlichen Tatsachen oder zu einem Dogma umdichten können oder wollen.

So wurde der wunderbare geistige Gehalt, die Verehrung des göttlichen Funkens in aller Erscheinung als der läuternden, heiligen Macht jeder Seele erhalten und

der letzte, heilige, tiefe Sinn des Glaubens der Ahnen noch gerettet.

Und wieder ist das weitere Schicksal der Agnifeier eine erschütternd klare Geschichte unseres Rasseschicksals:

Nun schreiben nach der Zeit des Kaisers Augustus

Juden

in griechischer Sprache den Inhalt dieser Christosfeier, die um sie her gefeiert wurde, nieder, aber umranken sie mit einer geschichtlichen Darstellung, schreiben alle diese Teile der alten Agnifeier dem Leben des Jesus von Nazareth zu und nennen ihn den „Sohn Davids.

(Siehe E. und M. Ludendorff, Das große Entsetzen – die Bibel nicht Gottes Wort)


Sie erzählen von der Welterlösung durch einen Menschen ihres Blutes und fordern mit jüdischem Fanatismus das wörtliche Glauben an ihre Erzählung als an eine geschichtliche Tatsache.

Hiermit trennen sie die Weihenachtfeier restlos von nordischem Glaubensinhalt.

Hierdurch vernichten sie nun die Einheit von Blut und Rasseerbgut in allen Völkern vollends.

Hierdurch sichern sie sich endlich die Ehrenstellung des auserwählten Volkes, aus dessen Blut der Erlöser der Welt stamme.

Hierdurch erobern sie nun, mit dem Priester in die nordischen Länder dringend, die Macht über die in der Heimat gebliebenen nordischen Völker.

Sie entwurzeln sie aus dem Artglauben und nehmen ihnen so die volkerhaltende Kraft.

Zeigt uns die Betrachtung der Agnifeier in erschütternder Klarheit alle Bestandteile des christlichen Glaubensbekenntnisses, so wird uns dies noch deutlicher bewußt, wenn wir uns die Worte dieses Bekenntnisses, wie dies Driesmanns tut, unter Einsetzung der indischen Namen vergegenwärtigen, dann erscheint uns dieses Glaubensbekenntnis als nichts anderes wie die Wortgestaltung der Agnifeier:

„Ich glaube an den Gott, den allmächtigen Vater (Sawistri), den Schöpfer Himmels und der Erden, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, Licht vom Lichte (Agni, der Sonne glorreiche Seele) nicht geschaffen, sondern erzeugt, wesensgleich mit dem Vater, herabgestiegen vom Himmel, durch den heiligen Geist (Vaju) empfangen und geboren vom Schoße der Jungfrau Maria (vom Schoße der Mutter Maja) und nach seinem Tode aufgefahren ‘gen Himmel …“

Von der Geburt bis hin zur Himmelfahrt und dem Kulte des Abendmahles stimmt die Agnifeier mit den Evangelien überein, und doch

welch gewaltige Kluft:

  • Hier noch Mythos, nur Gleichnis des Göttlichen, nur Sinnbild seiner segnenden Kraft,

  • dort geschichtliche Tatsachen einer Geburt eines Gottessohnes aus jüdischem Geschlechte,

und zwischen beiden suchen wir nun noch den vom Inder vollzogenen Übergang.

Wir suchen nach Mythos, nach Legende, die schon nicht mehr von einem Sinnbild des Göttlichen, sondern von einem Mensch gewordenen Gottessohn handelt, aber in dichterischer Schönheit gegeben, dem nordischen Sinn für Schönheit und Liebe zur Natur noch gerecht wird und wahrlich keine geschichtliche Tatsache, sondern Dichtung sein will, die das Göttliche dem Volke faßlich macht, lebendig in die Seele legt und warm begeistert.

So nur könnten wir uns den Weg der weiteren Entnordung der Inder vorstellen, so auch die jüdische Verwertung dieser weiteren Stufe! Es ist

die Krischnalehre der Inder,

die dieser Erwartung entspricht.

Darüber in der nächsten Folge!

Weihnachten – ein Deutsches Fest (2. Teil)

In ihrer kleinen Sonderschrift Weihnachten im Lichte der Rasseerkenntnis geht

Mathilde Ludendorff

auch dem Sinn des Weihnachtsbaumes nach. In dem Kapitel

Der Weihenachtbaum – die Weltenesche

schreibt sie:

Das Weihenachtfest ist urdeutsch.

Doch es ist überhaupt ein urnordisches Fest.

3 der 5 Musiker, die in Schaffhausen das “Luciafest – Schwedische Weihnacht im Volkston” erklingen ließen (v. li.): Pär Näsbom, Violine, Torbjörn Näsbom, Nyckelharpa, Sébastien Dubé, Kontrabaß (Bild: snipping tool aus einem Youtube-Video)

In Schaffhausen konnte man am 3. Vorweihnachtstag eine schwedische Musikantengruppe um Torbjörn Näsbom, Nyckelharpa,

„Schwedische Weihnacht im Volkstonmit der Sängerin Malin Hartelius erleben.

 

Malin Hartelius (Bild: Sveriges Radio)

Die Sängerin aus Malmö, Malin Hartelius, begeisterte nicht nur durch ihren lebensvollen Gesang, sondern auch durch ihre aus dem Tiefsten geschöpften, heiteren und ernsten Ansagen, mit denen sie durchs Programm führte.

Zu einem der Stücke führte sie die Zuhörer in ihre verschneite Heimat, wohl außerhalb des Stadtgebietes von Malmö. Dort sei „nichts, nur der Sternenhimmel und Stille, absolute Stille“, dort sei Weihnachten.

Wir erkennen nun den „frommen Trug“ in der Täuschung, die heute noch getrieben wird, wenn man dem Volke sagt, Weihenachten sei ein christliches Fest, und wer sich nicht mehr zum Christenglauben bekenne, der habe gar kein Anrecht darauf, dieses Fest zu feiern.

Zögernd nur haben die Bischöfe der Romkirche unserem Volke nachgegeben, weil es gar zu innig mit der Feier seines artgemäßen Glaubens der Vorzeit verwoben war.

… und – wie man auch bei der „Schwedischen Weihnacht im Volkston“ wieder erleben konnte: noch ist.

Haben wir schon im letzten Abschnitte den tiefen Sinn dieser Feier kennen gelernt, so wollen wir uns nun noch etwas eingehender mit einzelnen mythischen Sinnbildern dieser Feier und der aus ihnen erwachsenen Sitten befassen.

Die Wihe Nahten, die zwölf heiligen Nächte wurden so ernst eingeleitet, wie die Hochzeitfeier unserer Vorfahren.

Lebte doch in unseren Ahnen eine erschütternde Gegenwärtigkeit des Todes.

Sie vergaßen nie das Vergehen, wurden vom Tode nicht, wie die Christen, erschreckt überrascht. So haben sie auch am glücklichsten Tag ihres Lebens, am Hochzeittage, vor allem des Todes gedacht.

 

Niedersachsenhaus (Bild: trip advisor.de)

Wir sehen heute noch in Niedersachsen Häuser, an denen das zweite Tor angebracht ist, das von den jungen Gatten, wenn sie zum erstenmal ihr neues Heim betreten, durchschritten wird, aber dann geschlossen bleibt bis zu der Stunde, in der ihre Totenbahre hinausgetragen wird.

Die jungen, blühenden Menschen gedachten also beim Betreten ihres Heimes am Hochzeittage ihres Todes, weil sie wußten, wann allein dieses Tor wieder geöffnet werden wird, und werteten deshalb ihre Ehe und ihr ganzes Leben an diesem ernsten Freund aller lebendigen Seelen;

die flache Todvergeßlichkeit lag ihnen ferner.

Ganz ebenso leiteten sie auch das liebste, freudige Weihenachtfest ein mit der Julfeier (bekannt aus den Julklappsitten), dem alten Totenfest. Ja, die Sitten und Bräuche der Totenfeier verschmolzen dann später mit denen der Weihenachten.

So wird es heute am letzten Sonntag vor Advent von den Protestanten, von den Katholiken aber schon bei Novemberbeginn gefeiert.

Wir wollen nicht den „alten Germanenglauben“, unbekümmert um die geweiteten und vertieften Naturerkenntnisse, wieder aufrichten, wir wollen deshalb auch nicht sklavisch die alten Sitten des Festes in ihrem Ursinn wiederbeleben, aber der ewige unveränderliche Gehalt der Feier wird uns bleiben, und er wird in der liebsten Sitte, der Sitte des Weihenachtbaumes, den zur Deutschen Gotterkenntnis Heimgekehrten doppelt bewußt.

In Eiseskälte der Wintermonde, bei dem düstern Schein der Fackeln, unter Entbehrungen aller Art und unter Todesgefahren, denen unsere Zeit ferner gerückt ist, harrten die Ahnen der heiligen Zeit, da die Sonne sich wendet und zum ersten Male wieder die kurzen Tage länger werden.

Diese Wiederkehr des Lichtes, die in ihrer zuverlässigen Gewißheit den nahenden Frühling erhoffen läßt, erschien den Ahnen als der größte nur denkbare göttliche Segen, und Dankbarkeit und Freude für die göttliche Liebe, die ihnen durch diese Wintersonnenwende das Leben erleichterte und schützte, erfüllt sie und den Geist der ganzen Feier.

Die Geburt des Lichtes, die Sonnenwiederkehr, verdichtete sich in den dichterischen Legenden, die sie sich erzählten zu der Geburt des jungen Lichtgottes Baldur, des Reinen, des Lieblings aller Götter und Menschen, aller Pflanzen und Tiere, dem niemand gram sein konnte und der nur durch den „blinden Hader“ in seiner Jugend gemordet wurde.

Nichts gemein hat dieser uralte Jahresmythos mit der Idee des Welterlösers von den Sünden der Menschen, dies beweist am besten, daß Baldur nach seiner Ermordung ebenso wie jeder andere, der nicht im Kampfe stirbt, im Helreich zu finden ist.

Aber was bedeutet der Baum?

Ja, was bedeutet der Baum? Er ist unseren Ahnen eines der heiligsten Bilder des Lebens gewesen. Aus Bäumen wurde, so erzählt ihr Mythos, durch das Wundergeschenk des dreieinen Gottes, aus Geist („Wodan“), „Wille“ und dem Empfinden („Weh“) die Menschen geschaffen.

Aber der Baum war ihnen nicht nur Sinnbild für die Menschen, er war ihnen auch heiliges Sinnbild des Gotterlebens in den Menschenseelen …

So wanderten sie an allen hohen Festen und Feiern zu den ehrwürdigsten, edelsten und schönsten Bäumen als zu heiligen Stätten, die würdiges Gottgleichnis sind.

Nun, so mußte das Heim zum Haine werden. Das konnte es freilich gar gut, denn das Heim war ja die  „Halle“, war der heilige Ort des Werdens und Lebens der Sippe und des Wirkens für die Sippe. So war sie auch würdig, den heiligen Baum, das Symbol des Gotterlebens zu Weihenacht aufzunehmen. Stand er erst in der Mitte der Halle, dann wurde sie selbst mit Tannengrün geschmückt, während der 12 Weihenächte war sie in einen Hain verwandelt.

Der einzige Baum, der in der Winterkälte seine Blattnadeln zu erhalten wußte, der Tannenbaum, wurde in den Weihenächten zum „Weltenbaum“, zur „Weltenesche“, aus dem verschneiten Winterwalde wanderte er in die festlich geschmückte Halle, von deren Dache schon seit Beginn des Julmondes das grüne, lichtgeschmückte Sonnenrad herniederhing.

Bild: Blogs Tagesanzeiger

Wenn die Tanne auch den Kleinen unter den Kindern zur lebendigen, frohen Frühlingsfreude und Sommerhoffnung werden sollte, dann mußte in der Nacht vor dem Feste, wenn sie alle schiefen, ein Wunder geschehen. Liebe Mutterhände zauberten dann an die Äste rotwangige Äpfel und Nüsse.

Sinnvoll ist dieser uralte Schmuck für dieses Fest des Jahreswechsels, der Wintersonnwende, der Freude auf die Geburtstunde des kommenden Frühlings, des Baldur und der Sommerhoffnung.

Sinnlos ist dieser Schmuck für die christliche Fälschung des Festes zur Geburtstunde des die Sünder erlösenden Christus.

Doch wenn der Weihenachtbaum den Kleinen ein faßbares Sinnbild der Wiederkehr der Sonne zu dem Norden hin werden soll, dann muß er auch von dem strahlenden Lichte der Sonne einen Abglanz tragen. So leuchten Lichter von allen seinen Ästen und Zweigen. Freilich, mit dem glitzernden Glanze der Sonne können sie sich nicht messen, aber vielleicht wird leuchtendes Goldhaar, von der Mutter über die Äste gestreut, etwas von dem flimmernden Lichte wiedergeben!

So ist der geschmückte Tannenbaum eine Pracht und Herrlichkeit für die Kleinen im Hause und für sie deutliches und faßbares Gleichnis des Sinnes der uralten Feier.

Aber auch die heranwachsende Jugend will ihr besonderes, geheimnisvolles Band zu der Weihenachttanne haben. Es soll nicht nur der Zauber ihrer Frühkindheit über der Feier liegen. Sie träumt dem Bilde der Weltenesche noch weiter nach und gedenkt der wunderbaren Quellen unter den Welteschenwurzeln, aus denen die Menschenseele die Gotterkenntnis schöpft …

Besonders denkt sie an die eine, heiligste der Quellen, zu der die Jugend so manchesmal still hinschreitet, an den Rätseln des Werdens und Vergehens den Sinn des Seins zum ersten Male ahnend, den erst die Reife des Lebens erfassen lehrt …

So zaubert die heranwachsende Jugend im Hause voll Eifer an den Tagen vor dem Feste unter Wurzelwerk und Tannengrün am Fuße des Weihenachtbaumes den heiligen geheimnisvollen Urdborn, dessen tiefe Wasser durch ein Licht am Festabend besonders feierlich und traut beleuchtet sein werden. Ganz wie im uralten Mythos kreisen auf dem See des Urdquells die beiden silberweißen Schwäne, „die Vergangenheit oder das Vergehen“ und „die Zukunft oder das Werden“ bedeutend.

Das ist für sie nun fast der schönste Schmuck des Weihenachtbaumes. Es fesselt sie ihr Kunstwerk nun mehr als die Pracht an den Zweigen.

Mit dem heiligen Urdborn unter der Wurzel des Baumes ist nun auch für die heranwachsende Jugend ein faßliches Sinnbild des geheimnisreichen, tiefen Wechsels der Gezeiten und des Lebens geworden. Er ist nun für sie noch reicher an Bedeutung als für die Kleinen im Hause.

In Düsseldorf: Bis zum heutigen Tage sind Schwäne im Norden Europas heilige Tiere. (Bild: Express)

Ist dann der Weihenachtabend mit all seinem Kinderjubel Wirklichkeit geworden und hat sich die Freude der Kleinen an seinem Lichterglanze, an all den Gaben fast „überfreut“, liegen sie mit fieberheißen Wangen und den schönsten der Spielsachen im Arm schon im Bettchen, dann erzählen die Eltern den Größeren beim Kerzenschein, weshalb denn gerade der Tannenbaum ein so wundervolles Sinnbild ist für Deutsche sittliche Kraft.

Sein zäher Widerstand im Kampfe um sein Sein ließ seine Blätter wetterhart zu Nadeln werden, die nicht der Winterkälte weichen müssen, nicht welken und fallen bei dem ersten Frost, sondern durchhalten im zähen Ringen um das Leben die ganzen langen Monde des nordischen Winters hindurch.

Dieser kämpfende Widertrotz aller Unbill des Schicksals gegenüber, dieser eiserne Lebenswille ist es, der des Deutschen Stärke bedeutet.

Ihn vor allem hat das Christentum in demütigen Duldersinn und Ertragen des Feindwollens umgewandelt.

So nahm man unserem Deutschen Erbcharakter das lebenerhaltende Gegenstück zu seiner so gefährlichen Unfähigkeit zu Argwohn und seiner noch gefährlicheren Neigung, drohendes Unheil als „unwahrscheinlich“, ja unmöglich von sich abzuschütteln, um wieder froh sein zu dürfen, um sich dem innigen Gemütserleben im Einklang mit der Natur und allem Guten und Schönen ungestört zu weihen.

Ja, die Worte der Eltern an die heranwachsende Jugend über das Sinnbild der Tanne am Weihenachtabend können ihr in unseren Tagen Genesung werden von den gefährlichen Einflüssen der fremden Rasse und der fremden Lehre, denn nicht Frühlingshoffnung allein darf in der Seele wohnen! Dicht neben ihr muß das Wissen von den ernsten Winterstürmen des Schicksals, von den drohenden Gefahren und das Wissen vom Vergehen im Tode stehen.

Ging auch die heranwachsende Jugend zur Ruhe, dann läßt der Weihenachtbaum, als Sinnbild der Weltenesche, die Reifen all die glitzernde Pracht seiner Zweige vergessen. Er erinnerte sie an das ernste Wort von der Fährnis des Gotterlebens in der Menschenseele, das die Ahnen in die Bildworte des Welteschengleichnisses faßten, von den Todesgefahren und – von der Gewißheit, daß trotz aller Fährnis dies Gotterleben ewig erhalten bleibt.

Die Worte der Edda schweben im Raume und wirken in die Seelen der Ernsten und Reifen unter dem Weihenachtbaum:

„Missetat, mehr als Menschen wohl meinen,
Und Ungemach duldet die Esche,
Im Wipfel die Hirsche, im Stamm die Verwesung,
Im Wurzelwerk naget der Neidwurm …”

Doch nach diesem erschütternden und nur zu wahren Mahnen klingt das tröstliche Wort der ewigen Hoffnung und Zuversicht:

„Ich weiß eine Esche, die Weltenbaum heißt,
Ein weißlicher Nebel benetzet den Wipfel,
Drauß’ fället der Tau, der die Tiefen befruchtet,
Immer grün steht sie am Brunnen der Urd.“

Edda, Gylfaginning.

Mathilde Ludendorff 1953

Für diese heilige Gewißheit des ewig lebendigen Gotterlebens, trotz aller grausamen fährnis, ist nun der immergrüne Baum in der Halle, mitten in den drohenden Monden des Winters das liebe und zuversichtliche Gleichnis geworden, und unter diesen Worten

„Immergrün steht sie am Brunnen der Urd“

gleiten die heiligen 12 Weihenächte hinüber in das neue Jahr voll ernster Missetat und Ungemach für unser Volk.

Fortsetzung folgt

Weihenachten, ein Deutsches Fest

Winterlandschaft (Foto: Friedrich Beren 2013, fotocommunity)

In der dunklen Jahreszeit                       zu Weihnachten

entfliehen Deutsche, die es sich leisten können, gern der rauhen Heimat, um im Süden Sonne zu tanken.

Wenn sie zurückkommen, haben sie zwar weniger unter sonnenarmem und unfreundlichem Wetter gelitten, aber das Wichtigste versäumt: Sie haben Niedergang und Auferstehung von Licht und Wärme als Sinnbild des Lebens mit seinem Werden und Vergehen und Wieder-Werden nicht am eigenen Leibe erlebt.

So aber ist das Leben. Das Wesen des Lebens ist der Wandel. Immergleiches tötet und ist selbst der Tod.

Den Wandel des Lebens feiern wir seelisch Deutschgebliebenen in der heimatlichen Weihnachtszeit. Umso tiefer ist unsere Sehnsucht nach dem Frühling und unsere Freude an seinem Erwachen.

Im Zeitalter der versuchten Vernichtung der nordischen Rasse ist daher die Abhandlung von

Mathilde Ludendorff

 

Mathilde Ludendorff

aus dem Jahre 1933 schön und gewinnbringend zu lesen.

In einer kleinen Sonderschrift „Weihnachten im Lichte der Rasseerkenntnis“ geht sie dem Ursprung und Sinn unserer Weihnachten und auf die aufgenötigte Verfälschung seines Sinnes auf den Grund. Im 1. Kapitel

Weihenachten, ein Deutsches Fest

lesen wir:

Wir feiern das uns liebste Fest des Jahres, das Fest der Weihenachten.

Nichts könnte uns wohl deutlicher die völlige Entwurzelung unseres Volkes aus dem Glauben und den Sitten unserer Ahnen zeigen wie die Tatsache, daß unter den Millionen Deutschen nur ein kleiner Teil weiß, daß dies Weihenachtfest ein Deutsches ist und erst nachträglich zu einem christlichen Feste umgewandelt worden ist.

Erst Ende des vierten Jahrhunderts, nach dem Siege über die Arianer, wurde das Weihenachtfest, um die germanischen Völker für sich zu gewinnen, von der Romkirche als Kirchenfest anerkannt und zum Feste der Geburt Jesu von Nazareth ernannt.

Ebenso wie das Auferstehungfest der Natur, das Osterafest, so hat auch Weihenachten seinen alten Namen aus fernen Jahrtausenden hinübergerettet bis in unsere Tage.

„Ze wihen nahten“ hieß es in altdeutsch, „an den geweihten Nächten“ oder auch „heiligen Nächten“.

Heilig und Weihe aber sind aus fernen Jahrtausenden hinübergerettete Bezeichnungen für all das, was mit dem Göttlichen zusammenhängt und deshalb den Menschen unzerstörbar und unantastbar sein soll.

So weckt schon der Klang des Namens Weihenachten das Rasseerbgut fernster Vorzeit in unserer Seele und weckt Gemütswerte, denen sich auch der verfremdetste Deutsche nicht entziehen kann, weil er sich seine Erbart nicht aus der Seele zu reißen vermag.

Die tiefe Bedeutung des Festes wurde von unserem Volke beibehalten bis in unsere Tage.

Unsere Ahnen, die die Gesetze der Natur mit Recht als Offenbarungen des göttlichen Willens ansahen, forschten nach dem Wesen des Göttlichen. Dieser Ehrfurcht vor den Naturgesetzen und diesem Forschersinn sind ihre Nachfahren trotz allen Fremdeinflüssen treu geblieben.

Bild: welt.de

Da ihnen aber die Wissenschaft noch nicht die Wege in die Geheimnisse der Zelle, noch nicht den Blick unserer Instrumente in fernste Fernen eröffnet hatte, mit deren Hilfe wir heute die einzelnen Naturkräfte so weitgehend erforscht haben, daß wir viele beherrschen und verwerten, so haftete ihre Forschung vor allem an deren Gesetzen des Kreisens der Gestirne, denn diesen Rhythmus konnten sie vom Himmel ablesen.

Die scheinbare Drehung des gesamten Himmelsgewölbes um die Achse, die durch die Erde gezogen zu denken ist, wurde ihnen Sinnbild der göttlichen Gesetze des Weltalls und die Jahreszeiten in ihrem Wechsel Sinnbild des Menschenloses.

Wie des Winters Not zuverlässig und unumstößlich dem jubelnden Auferstehen der Natur im Frühling wich, so keimte für sie in tiefster Schicksalsnot die jubelnde Hoffnung des Wiederauferstehens ihres Volkes und stählte ihre Tatkraft auch in finstersten Zeiten.

Wie im Herbst die Natur sich auf einen stillen Tod in herrlichster Schönheit bereitet, so war auch für sie selbst das Scheiden aus dem Leben kein jammerndes, wimmerndes, sich sträubendes Verenden, sondern ein freudiges Scheiden aus der Schönheit und in Schönheit.

Gab ihnen dabei das Schicksal den Segen, für einen edlen Sinn das Leben zu lassen, für des Volkes Freiheit und Ehre, für der Sippe Schutz und Wohl zu sterben, so wurde aus dem stillen Einschlafen in Ruhe der lachende Tod der heldischen Erfüllung.

In diesem Gleichnis ihres Lebens mit den Jahreszeiten feierten sie im Frühling das Keimen und Werden der Menschen im Einklang mit dem Keimen und Werden der Blüten auf den Fluren, und die Totenfeier, das uralte Julfest, feierten sie in den kürzesten Tagen, die den Weihenachten vorangingen, wie dies bis heute auch in den christlichen Kirchen beibehalten wurde.

Bei diesem heiligen Gleichnisse ihres Eigenlebens und ihres Volkslebens mit den göttlichen Willensenthüllungen im Weltall und den Gezeiten des Jahres trachteten sie, sich diesem Willen einzureihen, indem sie ihr ganzes Leben, ihr Tun und ihr Ruhen, ihr Feiern und ihre Arbeit nach diesen Gezeiten gliederten.

So fühlten sie sich im Einklang mit Gott und im heiligen Frieden der Seele.

Wenn sie nun das Leben ihres Volkes und ihr Eigenleben im Gleichnis sahen mit den Gezeiten des Jahres, so sahen sie in dem größten Gestirn, der Sonne, den göttlichen Segenspender für die ganze Erde.

Die quälende, sengende, dörrende Glut der Sonne im Süden kannten sie nicht.

Sie entbehrten sie gar sehr in langen, kalten Winternächten, bei spärlichem Kienspanlichte. Wochen hindurch sehnten sie sich nach ihr, so war sie ihnen das Sinnbild göttlicher, segnender Liebe, und lange ersehnt war der Tag, der nach der Totenfeier, nach dem Julfeste, endlich die Wintersonnenwende, lichtstrahlende Tage verhieß.

„Wihen nahten“ waren herangenaht, die heiligen 12 Nächte, von denen sich unser Volk, als der neue Glaube kam, eine einzige Weihenacht rettete.

Ihr Mythos, der den Sinn der Feier nach Weise eines Märchens dichterisch einkleidete und so dem Volke lieb und lebendig machte, wußte nun von diesen zwölf heiligen Nächten gar manches zu sagen.

Münster Bad Doberan, Chorleuchter mit Marienfigur aus dem Hochaltarretabel, um 1300, Gestänge um 1368, Aufnahme: Jutta Brüdern, Braunschweig

Die weltumspannende Gottesmutter feierte in diesen Nächten in ihrem Wirken. Damit dem Volke die göttliche Idee nicht menschlich verkleinert würde, gaben sie im Bilde dieser Gottesmutter den Kreis der Fixsternbilder am Himmel als Halsbandschmuck, und die Weltenachse war ihr Spinnrocken, an dem sie die Geschichte des Weltalls spinnt.

In den zwölf „wihen nahten“ aber, da ruhte die Gottesmutter aus vom Weben, hielt inne. Sie feierte und sann nach. Da war es Zeit für die Menschenkinder, auch über ihr Geschick nachzusinnen und gute Wünsche für sich und die Seinen in die feierliche Weltenruhe hinein zu entsenden.

Keine Menschenfrau entweihte diese zwölf Nächte der Weltenruhe durch Spinnen, noch vor Beginn des Festes war jeder Spinnrocken leergesponnen und blieb es während der ganzen Feier. So wuchsen die Frauen der Gottesmutter zur Vertrauten, weil sie teilnahmen an ihrer Ruhe und ihrem Sinnen, wie sie teilnahmen an dem Fleiß des übrigen Jahres, und die Männer stählten im Feiern die Kraft zu neuen Mannestaten.

Doch der liebste Ausdruck der guten Wünsche waren ihnen die Weihenachtgaben. …

An dem Feste der „Wihen Nahten“ hielten auch alle unsere Blutsverwandten fest, die im heiligen Frühling auswanderten zu fernen Landen, nach dem Süden, der Sonne zu.

Bild: Mario Neumann aus Hilbersdorf in Sachsen. “obs/CeWe Color AG & Co. OHG”

Aber weil es nicht nur blutsverwoben, sondern heimatverwoben ist, so ließ es sich nicht leicht in südliche Länder verpflanzen. Es ist ein Fest des Nordens, in dem der Mensch sich endlange Wochen nach der Heimkehr der Sonne sehnt, in dem er darbt und friert und leidet unter den Wintermonden und dem Frühlingserwachen entgegenjubelt, schon am ersten Tage der Wintersonnenwende.

Was sollte es da den ausgewanderten Norden in südlichen Ländern, z. B. in Indien noch besagen? Ein Fest des Erinnerns an die Heimat konnte es bleiben, aber nicht die Wintersonnenwende durfte mehr im Mittelpunkt stehen, sondern nur der tiefere Sinn der Feier, der Dank für die segnende, göttliche Liebe. …

Unser Volk, das in der Heimat blieb, hat selbst unter dem neuen Glauben viele der Ursitten des Festes beibehalten, vor allem den tiefen Sinn, daß es ein Fest der Dankbarkeit für göttliche Liebe ist, die die Menschen sich durch Gabengeben und gute Wünsche auch gegenseitig zu zeigen versuchen. …

Wenn auch viel des blutverwobenen und des heimatverwobenen Weihenachtfestes von unserem Volke in zähem Kampf erhalten wurde, so fehlt dem Feste bei vielen das Weltallverwobene dieser stillen, heiligen Nächte der Ruhe.

Wie viele denken nicht mehr an den Sinn der Ruhezeit. Wie wenige schauen wohl in diesen Weihenächten auf zu den Sternenwelten und ihrer unermeßlichen Ferne und Stille?

Manche sind so im Großstadttaumel untergegangen, daß sie, von lärmender Neujahrsfeier heimtaumelnd, einen stumpfen Blick zu diesen Weiten hinwenden, ohne jedes innere Erleben.

Wie sollte da dies Fest das Erhabenwerden über das Schicksal, das Herausheben aus dem Engen und Kleinen, das Starkwerden vor dem wehleidigen Verzagen und das Beharrlichbleiben bei dem Verfolgen eines großen Zieles der Menschenseele schenken können, was die unerbittlichen, niemals wankenden Gesetze des Sternenkreises so eindringlich künden?

Und aus der damaligen Zeit nach dem Zusammenbruch des Volkes nach dem ersten Teil des Weltkrieges, in dem wir bis heute stehen, kann sie hoffnungsvoll, aber auch schon mit Bedenken berichten:

Doch ein neues Erwachen der Naturliebe geht durch unser Volk. In Scharen stürmt die Jugend aus dem einsargenden Häusermeer in den 12 Weihenächten hinaus in die Winterpracht auf die sonnenumfluteten, einsamen Bergesgipfel.

Karvendelgebirge (Bild: view-stern)

Freilich, gar mancher undeutsche Großstadtsumpf wagt sich mit hinauf auf die heiligen, reinen Höhen. Doch diese reden in ihrer stillen, feierlichen Ruhe, in der flimmernden Pracht der Schneefelder auch zu den Entarteten.

Noch eindringlicher als die Schönheit der lichtüberfluteten Tage aber reden die schweigsamen Sternennächte in ihrer unerhörten Winterklarheit. Sie künden den Großstadtgewohnten, zur Weihenacht Heimgekehrten vom weltalldurchseelenden Gotte, wie einst unseren Ahnen.

Von Jahr zu Jahr mehrt sich die Zahl derer, zu denen die Sternennächte in den Weihenächten wieder reden können, weil sie wieder heimfanden zur Naturverbundenheit.

Aber von Jahr zu Jahr wächst auch die Zahl derer, die wieder heimfanden zur Ahnenehrung und die die seelentiefe Feier unserer Vorfahren wissen und ehren, statt sie zu leugnen oder zu entstellen.

So war es vor 85 Jahren. Heute sieht es so aus, als sei die Zahl der gottwachen, der Schöpfung verbundenen Deutschen noch weiter geschrumpft.

Doch das kann sich ändern, gerade in der größten Volksgefahr, in die eine deutschfeindliche Regierung uns mit voller Absicht hineingebracht und uns jeden Schutzes beraubt hat.

Gerade angesichts dessen kann es sein, daß der Freiheitswille und die Besinnung auf das eigene Erbe zu einem ungeahnten Aufbruch des Volkes zu sich selbst führt.

Letztlich aber gilt auch hier das Wort Mathilde Ludendorffs:

Kultur zählt nicht, Kultur wägt.

Fortsetzung folgt

Auch Japan bekam “sein” Siegertribunal

Lore Waldvogel

stellt in diesem Gastbeitrag die herausragenden Rechtsauffassungen des

Völkerrechtsexperten Radhabinod Pal

vor. Eingehend zeigt sie die Parallelen der Behandlung Deutschlands und Japans nach 1945.

Radhabinod Pal aber wurde – wie Wikipedia schreibt –

1946 … als Vertreter Indiens zum Richter am Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten berufen, der für die Durchführung der Tokioter Prozesse gegen Verantwortliche der Kaiserlich Japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg und besonders im Pazifikkrieg zuständig war.

Dabei erreichte sein Votum besondere Aufmerksamkeit:

Während bei der Verkündung am 12. November 1948 als Urteil das Mehrheitsvotum von den Richtern aus den USA, Großbritannien, der Sowjetunion, der Republik China, Kanada und Neuseeland angenommen wurde und die Richter aus den Niederlanden, Frankreich, Indien, Philippinen und Australien einzelne Minderheitsvoten veröffentlichten, wurde besonders sein Freispruchsvotum für alle Angeklagten bekannt.

Pal kritisierte in seiner 1.235-seitigen Rechtsansicht, daß nur Japaner angeklagt wurden und über diese ausschließlich von ihren Gegnern gerichtet wurde, und warf den Prozessen damit Siegerjustiz vor, daß das Grundprinzip der Unschuldsvermutung nicht zur Anwendung kam, bereitwillig auch Hörensagen als Beweis akzeptiert wurde, sowie daß zum Zeitpunkt der Taten die Hauptanklagepunkte des Führens eines Angriffskrieges bzw. „Verbrechens gegen den Frieden“ nicht strafbar waren (nulla poena sine lege).[1]

Die Veröffentlichung seines Votums wurde in Japan von den Besatzungsmächten verboten.

Soweit Wikipedia, und nun der Text von Lore Waldvogel:

Gedenkstein für Radhabinod Pal im Yasukuni-Schrein (2005) (Bild: Wikipedia)

Radhabinod Pal und die Tokio Prozesse: eine (fast) vergessene Geschichte

Der indische Richter und Völkerrechtsexperte Radhabinod Pal stellte die Siegerjustiz der Alliierten in Japan bloß — außerhalb Japans hat jedoch kaum jemand von ihm gehört.

Am 12. November 1948 verkündeten die Alliierten das Urteil:

von 25 Angeklagten wurden sieben zum Tode verurteilt, darunter Japans Premierminister während des Zweiten Weltkriegs, Tojo Hideki. Sein Selbstmordversuch in amerikanischer Gefangenschaft im Jahr 1945 war gescheitert, und so mußte er das Kriegstribunal von Anfang bis Ende über sich ergehen lassen.

Die Vorlage für den Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten, auch bekannt unter dem Namen „Tokio Prozesse“   (東京裁判 – Tokio Saiban, 1946-1948), bildeten die Nürnberger Prozesse.

Ähnliche Dinge, die man den Deutschen vorgeworfen hatte, wurden nun auf Japan übertragen. Den Angeklagten wurde vorgehalten, sie hätten eine Verschwörung gegen den Weltfrieden, Mord sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen.

Zwei Anklagepunkte wurden aus Mangel an Beweisen nicht verhandelt: die „Invasion in Thailand“ und die „Verschwörung von Japan, Italien und Deutschland um Weltherrschaft“.

Einige Kommissionsmitglieder, insbesondere der Holländer Bert Röling und der Franzose Henri Bernard, brachten Einwände zu einzelnen Vorwürfen vor.

Nur der aus Kalkutta stammende Richter Radhabinod Pal, der Indien vertrat, erklärte sich mit keinem der Anklagepunkte einverstanden.

Er lehnte die gesamte Vorgehensweise der Alliierten in diesem Militärtribunal als willkürliche Siegerjustiz ab, weil sie mit Gerechtigkeit nichts zu tun hatte und das Völkerrecht mit Füßen trat. In seiner 1.235 Seiten umfassenden, in geschliffenem Englisch verfaßten Schrift plädierte er für Freispruch aller Angeklagten.

Die Alliierten waren entsetzt: Wie hatte das passieren können? Wie war ein solcher Mann in die Kommission gelangt? Die Sache war umso peinlicher, als der Inder der Einzige in der Kommission war, der sich mit Völkerrecht auskannte.

Pal wurde überstimmt. Die Todesurteile wurden am 23. Dezember 1948, dem 15. Geburtstag des heute amtierenden Kaisers Akihito, vollstreckt.

Einer Legende zufolge hinterließ Tojo Hideki noch kurz vor seiner Hinrichtung ein Haiku zu Ehren des indischen Richters. Auf dem Gelände des berühmten Yasukuni-Schreins, wo japanische Kriegsgefallene geehrt werden, wurde auch ein Monument zu Ehren Radhabinod Pals errichtet — allerdings erst nach dessen Ableben. Der Kaiser hatte ihm aber noch ein Jahr vor seinem Tod den Orden des geheiligten Schatzes verliehen (1966).

Die Gebetshalle (haiden) des Yasukuni-Schreins, an der Vorderseite hängt das Nationale und Kaiserliche Siegel Japans (Text und Bild: Wikipedia)

Die Alliierten versuchten mit aller Macht, das abweichende Urteil Pals vor der Welt geheim zu halten. Lange Zeit wußte weder die japanische noch die amerikanische Öffentlichkeit davon.

In Japan wurde die Publikation der Schrift von den amerikanischen Besatzern verboten. Die geplante Versenkung im „Erinnerungsloch“ (George Orwell) gelang aber nicht vollständig.

Heute kann man das Buch von der Homepage der japanischen „Gesellschaft für die Verbreitung historischer Tatsachen“ (Society for the Dissemination of Historical Fact) herunterladen.

Der amtierende Ministerpräsident Japans, Shinzo Abe, der sich auch Geschichtsrevisionisten als Regierungsberater gestattet, reiste bei einem Staatsbesuch in Indien im Jahr 2007 eigens nach Kalkutta, um sich mit Pals Sohn Prasanto zu treffen.

Die Kritik blieb nicht aus: den Japanern wird ohnehin ständig vorgeworfen, sie zeigten nicht genügend Reue für ihre Untaten, sie sollten sich gefälligst ein Beispiel an den Deutschen nehmen.

Man unterstellte außerdem, daß Abe dieses Treffen als Ersatz für einen Besuch beim Yasukuni-Schrein anberaumt hatte — der Ort in der Hauptstadt Tokio, an dem die Japaner ihre Kriegsgefallenen einschließlich ihrer sog. „Kriegsverbrecher“ ehren. Abe hat den Yasukuni-Schrein, der als Pilgerstätte für japanische Nationalisten gilt, bislang nicht offiziell besucht, aus Rücksicht auf die diplomatischen Beziehungen zu Korea und China. Es wird aber gemunkelt, daß er den Schrein inoffiziell aufsucht.

In Indien, wo man heute den amerikanischen Traum träumt, erinnert man sich kaum noch an den mutigen Landsmann. Für japanische Revisionisten ist die Schrift The Dissentient Judgment of Justice Pal (Das Sondervotum des Richters Pal) eine Goldgrube.

Hierzulande ist sie weitgehend unbekannt. Und das, obwohl uns Pals sezierender Blick auf die völkerrechtliche Argumentationsbasis der Ankläger bei den Tokio Prozessen auch Einiges über die Geisteshaltung der Alliierten bei den Nürnberger Prozessen verrät.

Die Gnadenlosigkeit der Sieger

Pal weist in seiner Schrift mehrfach darauf hin, daß unsere Wahrnehmung häufig auf „Illusionen“ beruht, daß wir vielleicht nur „träumen“ — und impliziert damit, daß harte Urteile zu vermeiden sind.

Der Begriff maya, der Schleier der Täuschung, ist ein zentraler Begriff im Hinduismus, der die Begrenztheit der menschlichen Wahrnehmung und das (Selbst-)Täuschungsvermögen des Geistes berücksichtigt. Die Vorstellung, daß unsere sichtbare Welt von Göttern geträumt wird, geht auf ein altes indisches Epos zurück, den Traum des Gottes Vishnu.

Neben den völkerrechtlichen Widersprüchen war es auch die völlige Abwesenheit einer gnädigen Gesinnung, die Pal empörte: die rachsüchtigen Anklagereden seien zwar unterhaltsam, aber wenig informativ und von emotionsgeladenen Gemeinplätzen durchdrungen gewesen.

Was die Welt nach diesen Katastrophen bräuchte, seien aber nicht Selbstgerechtigkeit und Rachedurst, sondern „Großherzigkeit und verständnisvolle Barmherzigkeit“ („generous magnanimity and understanding charity“, 700). Er fand, es sollte niemandem gestattet sein, den Namen der Justitia anzurufen, um eine Racheorgie zu rechtfertigen.

Der japanische Anglistik-Professor und Kulturhistoriker Shoichi Watanabe, der Pals Kernthesen in einem Buch zusammengefaßt und erläutert hat, legt nach:

Noch das europäische Mittelalter kannte mehr Humanität.

Ritterlichkeit („chivalry“), der Ehrenkodex in der militärischen Auseinandersetzung im Mittelalter, sei ein Merkmal zivilisierten Bewußtseins. Diese und andere gute europäische Eigenschaften hätten die Puritaner über Bord geworfen, als sie nach Amerika auswanderten:

Amerika war eine Nation, die von den Puritanern begründet wurde, und die Puritaner waren im Wesentlichen eine radikalprotestantische Sekte. Sie betrachteten Europas Mittelalter als finsteres Zeitalter („the dark ages“), und wußten mit seinen Traditionen nichts anzufangen.

Die Begründer Amerikas kappten ihre europäischen Wurzeln endgültig mit dem Unabhängigkeitskrieg. Die Amerikaner waren so darauf erpicht, etwas Neues zu erschaffen, daß sie darüber ihre europäische Vergangenheit größtenteils vergaßen.

Ein gewisser Sinn für Ritterlichkeit ging verloren.

Der Begriff der Ritterlichkeit entwickelte sich im Mittelalter und erlebte damals seine Blütezeit. Ritterlichkeit verlangte, daß man seinen Gegner als ebenbürtig betrachtete; aber die amerikanischen Einwanderer betrachteten die Indianer nicht als ebenbürtig.

Mit der Mißachtung des Mittelalters ging die Mißachtung der Ritterlichkeit einher, und das Ergebnis ist die Auflösung dieses Geistes und der damit einhergehenden Werte. (Watanabe, S. 4)

Watanabe lenkt hier die Aufmerksamkeit auf die ethische und kulturelle Prägung führender alliierter Mächte, die bei Pal angedeutet wird. Zu Recht:

Tatsächlich ist die Abwesenheit von Gnade und ein ausgeprägter Rachegeist, der sich in sadistischen Straffantasien, Gewaltvoyeurismus und Gut-Böse-Dichotomien äußert, eine auffällige Begleiterscheinung des calvinistischen Glaubens, der sich vor allem in England, Amerika, Schottland, Holland und der Schweiz ausbreitete, natürlich auch in den englischsprachigen Kolonien Australien und Neuseeland und zeitweise auch in Frankreich (Hugenotten).

In der anglistischen Forschung ist bekannt, daß sich mit der erstarkenden

Präsenz des Calvinismus im 17. und 18. Jahrhundert in England

auch die Rechtsprechung veränderte, und daß man jetzt strenger über Verbrechen und Disziplinierung durch Gewalt nachdachte: Die ersten „Zuchthäuser“ entstanden im calvinistisch geprägten Holland und in England.

Das hat nicht zuletzt etwas zu tun mit Calvins Gottesbild, das sich — anders als das Gottesbild Luthers — vornehmlich aus dem Alten Testament herleitet. Calvinistische Theologen werden deshalb nicht müde zu betonen, daß Gott den Sünder „haßt“.

Hinzu kommt die Doktrin vom ewigen Ratschluß Gottes: Der Glaube an die eigene Auserwähltheit und an die ewige Verdammnis der Sünder, die keine Reue, kein Gebet und kein reinigendes Fegefeuer jemals aus ihrer Verstoßenheit erlösen können.

Aus der Konstellation dieser Glaubenssätze ergibt sich eine ethische Matrix, die es beinah unmöglich macht, einen straffällig Gewordenen zu begnadigen. Der alttestamentarische Rachegott hat christlichen Theologen seit jeher zu schaffen gemacht. Deutsche Theologen des 19. Jahrhundert lasen die Fluchpsalmen im Alten Testament als Relikte ritueller Verfluchung im antiken Judentum und lehnten dieses Erbe als barbarisch ab.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die theatrale Darbietung sowohl der Nürnberger als auch der Tokioter Prozesse, die Zeitgenossen auffiel. Das amerikanische Time Magazine nannte das Tribunal im fernen Osten eine drittklassige Version der „Nürnberg Show“, obwohl man die Räume sorgfältig dekoriert und mit Jupiterlampen für die Presse ausgestattet hatte, die dem Ganzen das Erscheinungsbild einer „Hollywood Premiere“ verliehen (Time, 24).

Selbst der Holländer Bert Röling fühlte sich insgesamt zu oft an Hollywood erinnert (Cryer, 46).

Die Theatralität von Bestrafung ist ebenfalls eine auffällige Begleiterscheinung der Theologie Calvins. Und das, obwohl Calvin das Theater radikal ablehnte. Genauso wie Bilder, einschließlich Sprachbilder und die menschliche Vorstellungskraft, galt ihm das Theater als Nährboden für die Sünde.

Wenn es um die Bestrafung von Sündern ging, sollten Prediger diese aber gerne mit allen Mitteln der Rhetorik bildhaft ausgestalten, um sie der Gemeinde lebendig vor Augen zu führen und sie die wahre Gottesfurcht zu lehren.

Die Sprache der Propheten des Alten Testaments, allen voran Jesaja und Jeremias, fand Calvin in dieser Hinsicht besonders vorbildlich. So nimmt es nicht Wunder, daß die bekannte Schrift eines calvinistischen Predigers in England den Titel The Theatre of God’s Judgements (1597) trug — Das Theater der Gottesurteile.

In dem Buch, das auf dem französischen Original eines Hugenotten basiert, geht es aber nicht etwa um das Jüngste Gericht, sondern um die unsichtbare Hand Gottes, die jeden Sünder noch im Diesseits seiner gerechten Strafe zuführt. Hunderte von Kriminalgeschichten aus ganz Europa wurden zu didaktischen Zwecken in den Büchern dieser radikalprotestantischen Moralisten zusammengefaßt und mit hohen Auflagen in der Bevölkerung verbreitet.

Es ist vielleicht kein Zufall, dass gerade die anglo-amerikanische Welt eine besondere Vorliebe für das sex and crime Genre entwickelte. Radhabinod Pal, der mit den literarischen Traditionen der Briten vertraut war, verglich die Tokio Prozesse mit einem „plumpen Moralitätenspiel“ (Cryer, 46). (Das morality play war ein geistliches Spiel im christlichen Mittelalter, das in der Reformationszeit noch stärker didaktische, moralisierende Züge annahm).

Der Haß der friedliebenden Welt auf die sündigen, kriegslüsternen Besiegten, Deutschland und Japan, ist auch ein wiederkehrendes Motiv in Pals Schrift. Dabei nimmt er — oft sehr kritisch — Bezug auf Juristen, die die rechtlichen und ideologischen

Grundlagen für die Nürnberger Prozesse

ausgearbeitet hatten. Darunter Dr. Sheldon Glueck („By what tribunal shall war offenders be tried?“), Robert H. Jackson („Justice Jackson“), Aron Naumowitsch Trainin („The Criminal Responsibility of the Hitlerites“), L.J.L. Oppenheim, Lord Wright, Quincey Wright, und James Fitzjames Stephen.

Letztgenannter war der Onkel der berühmten englischen Schriftstellerin Virginia Woolf. Von ihm ist der Ausspruch überliefert: „Das Strafgesetz verhält sich zur Leidenschaft der Rache wie die Ehe zum Geschlechtstrieb.“

Pal selbst fand, daß ein Militärtribunal nicht von Haß- und Rachegefühlen, sondern von dem Wunsch nach Gerechtigkeit und Aussöhnung motiviert sein sollte. Die verbreitete Haltung des sowjetischen Juristen Aron N. Trainin erschien Pal unseriös, den er wie folgt zitiert:

Die Frage der kriminellen Verantwortung der Hitleristen für die Verbrechen, die sie begangen haben, ist deshalb von allergrößter Bedeutung; sie wurde zu einem drängenden Problem, da die monströsen Verbrechen der Hitlerischen Schlächter den brennendsten und unstillbaren Haß und das Verlangen nach harter Vergeltung („thirst for severe retribution“) in den Herzen aller ehrlichen Menschen in der Welt, die Massen aller freiheitsliebenden Menschen, geweckt haben. (97)

In seinem Buch über Pal nennt Watanabe

eine weitere zivilisatorische Errungenschaft Europas,

hinter die die Alliierten mit ihrer gnadenlosen Rachejustiz zurückgefallen seien: den Westfälischen Frieden von 1648, der den 30-jährigen Krieg beendete. Watanabe impliziert, daß die Militärtribunale der Alliierten die hier niedergelegten Regelungen verletzen:

Der Vertrag beginnt damit, daß er territoriale Dispute anspricht, und besagt dann, daß Religion und Regierung zu trennen seien; er besagt auch, daß große und kleine Länder dieselben Rechte haben, und daß jede souveräne Nation Krieg führen darf. Der Vertrag legt diese Werte fest und hat sie der Nachwelt hinterlassen. Er besagt auch, daß es in einem Krieg keine gute und keine schlechte Seite gibt; nur wenn die Art der Kriegführung schlecht ist, sollte dies bestraft werden (Mißhandlung Gefangener, Töten oder Verletzen von Zivilisten etc.). (Watanabe, 4)

Watanabe fügt hinzu, daß man sich in den nachfolgenden Jahrhunderten an diese Regelung hielt, und daß man noch zu Napoleons Zeiten mehr Ritterlichkeit an den Tag gelegt hätte. Die lebenslange Verbannung des französischen Generals auf die südatlantische Insel St. Helena hatten Zeitgenossen als zu hart empfunden, man fand die britische Haltung „gnadenlos“. „Die Engländer schickten ihn zwar trotzdem ins Exil, weiter ging man aber nicht.“

„Zur damaligen Zeit hätte man es als unritterlich empfunden, einen Feind zum Tode zu verurteilen,“

so Watanabe (4). Nicht nur im Hinblick auf den Westfälischen Frieden ist auch der Anklagepunkt des „Angriffskriegs“ problematisch. Er ist auch für Pal ein Stein des Anstoßes, ebenso wie die Vorstellung, daß der Besiegte der Böse und der Sieger der Gute sei.

Ein Kriegstribunal ist dann angebracht, wenn Kriegsverbrechen begangen wurden, z.B. gegen die Zivilbevölkerung — das sah man 1648 so, und das ist auch der Standpunkt Radhabinod Pals.

Dann gehörten aber eigentlich auch die Vergehen aller Kriegsparteien, inklusive die der Sieger, auf den Tisch. Kriegführung an sich ist kein Verbrechen, zumal der Kriegführende immer behaupten wird, daß er einen Krieg zur Selbstverteidigung führte, was laut Westfälischem Frieden das Recht einer jeden souveränen Nation ist.

Mit dem 1929 unterzeichneten Kellogg-Briand-Pakt hatte sich der Völkerbund inklusive Deutsches Reich und Japan zwar verpflichtet, Streitigkeiten in Zukunft nicht mehr durch Krieg, sondern auf diplomatischem Wege zu lösen — das Recht auf Selbstverteidigung war mit dem Pakt aber weiterhin gewährleistet.

Sowohl in den Nürnberger Prozessen als auch bei den Tokio Prozessen wurde den Besiegten aus diesem Pakt ein Strick gedreht und ihre Kriegshandlungen als „Verbrechen gegen den Friedengewertet.

Besonders kritikwürdig und willkürlich erschien Pal auch die Anwendung sogenannter „ex post-facto laws“ — Gesetzen, die von den Alliierten im Nachhinein erlassen wurden und die dann die Grundlage für Anklage und Verurteilung von Handlungen stellten, die lange vor Inkrafttreten dieser Gesetze stattgefunden hatten.

Fortsetzung folgt

Quellenverzeichnis am Ende des folgenden 2. Teils des Gastbeitrags

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