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Historiker Gerhard Bracke

fährt fort mit dem Abschnitt:

Noch immer schreibt der Sieger die Geschichte

Das Hauptgewicht dieses Abschnittes liegt auf der Schilderung der Forscher-tätigkeit des Bundeswehr-Generals Gerd Schultze-Rhonhof. Gerhard Bracke schreibt:

Als das mit größter Beharrlichkeit tabuisierte, seit dem Nürnberger Prozeß dogmatisierte und damit wissenschaftlicher Nachprüfung zu entziehende Thema kann die Schuldfrage des Zweiten Weltkrieges gelten. Bereits 1986 stellte der österreichische Gelehrte Prof. Dr. Ernst Topitsch, der ein Jahr zuvor sein Buch „Stalins Krieg – Die sowjetische Langzeitstrategie gegen den Westen als rationale Machtpolitik“ veröffentlichte, dazu fest:

„Vielfach besitzt die Behauptung der deutschen  A l l e i n schuld am Zweiten Weltkrieg auch heute noch den Rang eines Dogmas.“[1] […]

„Freilich stieß und stößt die notwendige Korrektur der fable convenue aus naheliegenden Gründen auf massiven Widerstand. Die Autoren, welche sich dafür einsetzten, wurden von der veröffentlichten Meinung und dem zeitgeschichtlichen Establishment oft in Acht und Bann getan, mitunter hat man ihnen auch die akademische Laufbahn abgeblockt.“ (ebd.)

Topitsch erinnert daran, daß diese Forschungen besonders die Rolle der Sowjetunion kritisch unter die Lupe genommen haben. Das gilt für Philipp W. Fabrys Buch über den Hitler-Stalin-Pakt (1971) ebenso wie für Dirk Kunerts scharfsinnige Untersuchung  „Ein Weltkrieg  wird programmiert“ (1984).

Die Kontroverse entzündete sich erst richtig an den bahnbrechen-den Büchern von Prof. Dr. Werner Maser („Der Wortbruch – Hitler, Stalin und der Zweite Weltkrieg“, 1994), Joachim Hoffmann („Stalins Vernich-tungskrieg 1941-1945, 1995), Viktor Suworow („Der Eisbrecher. Hitler in Stalins Kalkül“, 3. Aufl. 1989, „Der Tag M“, 1994)  und Dr. Walter Post („Unternehmen Barbarossa – Deutsche und sowjetische Angriffspläne 1940/41“, 1995).

Aufgrund bislang streng geheimer Dokumente in russischen Archiven gelangte der bedeutende deutsche Historiker Prof. Maser zu der Erkenntnis:

„Der von Andreas Hillgruber seit 1965 programmatisch komponierte, seitdem kontinuierlich ‘vervollständigte’ und bereits zu seinen Lebzeiten zwar als Konstruktion kritisierte, jedoch von zahlreichen Historikern als vermeintlich wissenschaftlich abgesicherte Tatsachenanalyse übernommene ‘Stufenplan’ Hitlers ist angesichts des Forschungsstandes und der Quellenlage unhaltbar.“[2]

Bemerkenswerterweise urteilt Dr. Wladimir Miljutenko, Leiter des Büros der Russischen Informationsagentur „Nowosti“ in Deutschland, darüber:

„Der bekannte Wissenschaftler bezog sich auf Dokumente, die sich buchstäblich gestern noch in russischen Archiven befanden und als ‘streng geheim’ eingestuft waren. Sie sollen zum Allgemeingut der öffentlichen Meinung in Deutschland werden und ein neues Licht auf den Ursprung des Krieges und die Schlüsselepisoden des Krieges werfen.“[3]

Gestützt auf weitere Dokumente, die von der deutschen Geschichtswissen-schaft bislang unbeachtet blieben, legte Dr. Walter Post in seinem Buch Beweise vor, wonach die Kenntnisse der deutschen Führung über den Aufmarsch der Roten Armee für die endgültige Entscheidung zum Angriff auf die Sowjetunion eine größere Rolle spielten, als bisher angenommen, und daß die Führung den Feldzug gegen die Sowjetunion überwiegend aufgrund realpolitischer Motive plante und begann.

Das ideologische  Moment spielte in dem  Zusammenhang eine Nebenrolle. Erst in der Nachkriegszeit setzte sich die Interpretation des Unternehmens Barbarossa  als „rassenideologischer Vernichtungskrieg“ durch. Post aber stellt den deutsch-sowjetischen Krieg in den dramatischen Zusammenhang der damaligen Weltpolitik mit dem Ziel, über Unternehmen Barbarossa „wieder Geschichte im Sinne Leopold von Rankes zu schreiben: Wie es wirklich gewesen und warum es so war.“[4]

Daß Stalin und der sowjetische Generalstab niemals daran dachten, in der strategischen Defensive zu verharren, daß die russischen Dokumente die gängige These vom überra-schenden „Überfall“ auf die friedliebende Sowjetunion als Legende enthüllen – dies wird von PC-orientierten Geschichtspolitik beharrlich ignoriert.

Ganzseitig verkündete „DIE ZEIT“ Nr. 25 vom 13. Juni 1997: „Die Legende vom Präventivkrieg“. Die arrogante wie dilettantische Abhandlung erinnert an das bekannte Palmström-Motiv aus Christian Morgensterns Gedicht  „Die unmögliche Tatsache“:

„weil, so schließt er messerscharf,
nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Doch geschichtliche Wahrheit und philosophische Erkenntnis sind erhaben über die Anzahl derer, die sie gewonnen haben und auch vertreten.

Andererseits ist jede Neuerschei-nung zu begrüßen, die mit geschichtswissenschaftlichen Einsichten sich als überlegen gegenüber der allgemeinen geschichtspolitischen Verflachung und Verdummung erweist.

Nur das geschichtswissenschaft-lich gesicherte Tatsachenwissen dient der Aufklärung im Sinne der Definition des Philosophen Immanuel Kant vom Aufstieg des Bürgers aus seiner selbstver-schuldeten Unmündigkeit.

Den Mut zu diesem Aufstieg hat der Autor des Buches bewiesen, das als  bedeutendste zeitgeschichtliche Publikation der letzten Jahre gelten kann. Das Besondere daran: kein Fachhistoriker, sondern ein im Rankeschen Sinne kritisch fragender Generalstabsoffizier und freier Bürger suchte Antwort auf die Frage:

„Was hat die Generation meines Vaters dazu bewegt, nur 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg Adolf Hitler in einen neuen Krieg zu folgen?“

Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof, 37 Jahre im Dienst der Bundeswehr, der schon 1995 das Interesse der Medien auf sich zog, weil er das Bundesverfas-sungsgericht wegen seines sog. „Soldaten sind Mörder“-Urteils öffentlich kritisierte, gelangte zu überraschenden Ergebnissen.

Es entstand über den „langen Anlauf zum Zweiten Weltkrieg“ ein Buch mit dem Titel „Der Krieg, der viele Väter hatte“, das sich nicht nur wohltuend aus allen geschichtspolitischen Niederungen heraushebt, sondern in vollem Umfang und auf  bewundernswerte Weise geschichtswissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird.[5]

Im Unterschied zum heute üblichen Verfahren, die deutsche Geschichte mit dem Jahre 1933 beginnen zu lassen, beschränkte sich der Verfasser nicht einmal auf die deutsche Geschichte allein, sondern ging sämtlichen Ursachen im weltgeschichtlichen Zusammenhang seit der Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges nach.

Zusammenhänge sind deutlich geworden, die bislang einfach übergangen wurden.

Ohne Kenntnis des zeitgleichen Geschehens in anderen Ländern ist vieles in der deutschen Geschichte zwischen 1919 und 1939 nicht zu verstehen. Es wäre unwissenschaftlich, die Wechselbeziehungen außer acht zu lassen.

Dazu mußte sich der Autor mit der Fülle vorliegender Sekundärliteratur auseinandersetzen, doch er beschränkte sich keineswegs darauf:

Dokumente beteiligter Außenministerien, Notizen und Memoiren englischer, französischer, italienischer, amerikanischer, polnischer und tschechischer Regierungschefs, Minister, Diplomaten und Armeeoberbefehlshaber führten zu dem eindeutigen Ergebnis:

„Es war eine ganze Anzahl von Staaten, die den Zweiten Weltkrieg angezettelt haben.“[6]

Gerd Schultze-Rhonhof kann sich ebenso auf den israelischen Botschafter in Bonn, Asher ben Nathan, beziehen, der in einem Interview auf die Frage, wer 1967 den Sechs-Tage-Krieg begonnen und die ersten Schüsse abgegeben habe, antwortete:

„Das ist gänzlich belanglos. Entscheidend ist, was den ersten Schüssen vorausgegangen ist.“ (ebd.)

Im Gespräch, das Götz Kubitschek 2007 mit General Schultze-Rhonhof führte, wurde auch das Kapitel „Geschichtsschreibung“ angesprochen. Es ist recht aufschlußreich, einen Blick auf die Vorgehensweise eines unvoreingenommenen Geschichts-forschers werfen zu können.

„Ich bin der Frage nachgegan-gen“, erklärt der Autor, „warum die Generation meines Vaters das getan hat, was man ihr vorwirft. Warum hat eine Generation, die ich als anständig erlebt habe, plötzlich einen Krieg begonnen und Verbrechen begangen? Ich habe angefangen, darüber zu lesen und bin dabei sehr schnell auf ausländische Literatur gestoßen. Da schreibt eine ganze Anzahl ausländischer Historiker über ihre Regierungen der zwanziger und dreißiger Jahre, daß die den Zweiten Weltkrieg mit verursacht hätten. So etwas hatte ich vorher in deutscher Literatur nicht gelesen.“[7]

Dabei beließ es der General jedoch nicht, er forschte weiter:

„Ich habe mir dann mehr und mehr ausländische Literatur besorgt, sie gelesen und nachgesehen, auf welche Quellen sich diese Historiker berufen. Ich habe mir dann die Quellen – soweit für mich erreichbar – besorgt und sie gelesen. So habe ich dann vier Jahre ganz konsequent zu diesem Thema geforscht. Konsequent heißt: Ich habe jeden normalen Arbeitstag von morgens bis abends gelesen und geschrieben, habe mir die erforderliche Literatur und die Akten besorgt, bin gereist, um Archive, Bibliotheken und Zeitzeugen aufzusuchen …“[8]

Der Interviewte gibt zu, über die erforschten Zusammenhänge kaum etwas gewußt zu haben, denn nur die oberflächlichen Kenntnisse eines Abiturienten standen ihm zur Verfügung.

„Aber über die Hintergründe der Entstehung des Zweiten Weltkrieges wußte ich herzlich wenig. Ich mußte mich systematisch durch das Thema hindurcharbeiten. Nach den ersten Büchern … bin ich systematisch vorgegangen und habe mir Frage um Frage und Zeitabschnitt für Zeitabschnitt erarbeitet.“

Man kann sagen, auch als Geschichtsforscher leistete Schultze-Rhonhof vorzügliche Generalstabs-arbeit, denn er hatte bald herausgefunden, „daß der Schlüssel zu jedem Zeitabschnitt in einem der vorausgegangenen Zeitabschnitte liegt. Nichts passiert ohne Vorgeschichte und nichts aus heiterem Himmel. Ich habe sehr bald bemerkt, wie viele Mitspieler es im internationalen Mächtespiel der Vorkriegs-geschichte gegeben hat und wie wenig deren Beiträge zum Entstehen des Zweiten Weltkrieges in Deutschland untersucht und beschrieben worden sind.“[9]

Von der Sekundärliteratur arbeitete sich der Autor zur Primärliteratur durch, ist in Archive gefahren oder hat sich aus Archiven Kopien schicken lassen, „um herauszufinden, was sich einst wirklich abgespielt hat“, und um sich „von den vorgegebenen Auffassungen der Historiker“ freizumachen.[10]

Stets auf der Suche nach dem Neuen war er „eigentlich mehr wie ein Kriminalbeamter und weniger wie ein Historiker“ tätig: „Was waren die Motive der damals Handelnden, was waren die Anlässe, wer hat wen angestoßen, wie ist was wirklich abgelaufen? Ich habe mit offenem Ergebnis geforscht.“ (S.68)

Hatte Schultze-Rhonhof es anfangs mehr als Nachteil empfunden, kein studierter Historiker zu sein, so hat er im Verlauf von zwei Jahren diese Tatsache eher als Vorteil wahrgenommen. Er brauchte sich keiner sogenannten Schule verpflichtet zu fühlen, noch war er durch vorgeprägte Auffassungen aus dem Studium belastet. Er sagt:

„Ich konnte unbefangen ans Werk gehen und hatte wenig Respekt. Wer zu viel Respekt vor etablierten Historikern mit sich herumschleppt, überprüft vielleicht auch zu wenig, wie die namhaften Historiker mit den Quellen umgehen. Ich habe Bücher von Geschichtsprofes-soren gelesen, in denen nicht wenige ihre Quellen falsch zitiert haben, falsch übersetzt haben und sogar sinnverkehrend falsch abgeschrieben haben. Ich unterstelle solchen Professoren weder Dummheit noch Schlamperei, sondern im harmlosen Falle kritiklose Abschreiberei voneinander, und im bösen Falle die Absicht zur politischen Manipulation ihrer Leser und Studenten.“[11]

Hinter dieser Umschreibung verbirgt sich im Grunde die Erfahrung mit Formen der Geschichtspolitik, die sich durch ihre Methodik offenbart. Davon grenzt Schultze-Rhonhof sein Bemühen um die Geschichte klar und entschieden ab:

„Wenn ich über meine Recherchen bei dem gelandet wäre, was ich vorher schon gewußt habe, also beim Geschichtsbewußtsein des deutschen Normalbürgers, dann hätte ich keinen Antrieb zum Schreiben gehabt. Erst als bei mir das große Erstaunen eingesetzt hat, daß vieles anders gewesen ist, als ich es früher gelernt habe, habe ich mich zum Schreiben entschlossen.“[12]

Der General wird dann noch deutlicher:

„Unser ganzes Volk ist doch in einem teilweise falschen Geschichtsbild gefangen. Ich habe in einer Schweizer Doktorarbeit gelesen, daß sich die deutschen Historiker nach dem Ersten Weltkrieg sofort daran gemacht hätten, die Kriegsursachen zu klären. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei das anders gewesen: Da wären sich die deutschen Historiker  samt und sonders sofort einig gewesen, daß der Krieg alleine von Hitler  verursacht worden wäre. Eine das Ausland miteinbeziehende Kriegsur-sachenforschung habe es deshalb in Deutschland nicht gegeben, so der Schweizer Historiker.“[13]

Und damit kommt die Reihe „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“ des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) zur Sprache:

„Schon in der Einleitung des ersten Bandes steht, daß die ganze Reihe ‘deutschland-zentrisch’ angelegt ist. Das Ausland wird dort, so kann man der Einleitung entnehmen, nur einbezogen, wo es um deutsche Gewalt, Unrecht und Ausbeutung des eroberten Auslandes geht.

Da hat das MGFA zu Beginn seiner Arbeit, in Band I, nicht etwa die Frage untersucht, wer sonst möglicherweise Schuld am Ausbruch des Krieges trägt, sondern einfach ‘festgestellt’, daß die Deutschen schuld gewesen wären. Der Schuldanteil des Auslands ist ausgeblendet worden. Eine solche Verein-fachung läßt mich sofort vermuten, daß die ganze Arbeit des MGFA, soweit sie die Kriegsschuldfrage betrifft, unwissenschaftlich angelegt ist.“[14]

Diesen unwissenschaftlichen Ansatz belegt Schultze-Rhonhof überzeugend am Beispiel der Aufrüstungsfrage. Ein Übermaß an deutscher Aufrüstung zwischen 1933 und 1939 wird konstatiert, ohne das Verhältnis zu den Aufrüstungen der umliegenden Staaten in Betracht zu ziehen. In einem späteren Fachkapitel wird nicht einmal das angebliche Übermaß der deutschen Aufrüstung belegt.

„Da die zeitgleiche Rüstung des Auslands unterschlagen wird“, fügt der General hinzu, „kann der interessierte Leser aus der Bundeswehr auch nicht bemerken, daß Deutschland 1933 den gegen Deutschland verbündeten Nachbarländern an aktiven Heeresdivisionen 1 zu 12 unterlegen war. Selbst bei Kriegsbeginn, 1939, war die Unterlegenheit noch 1 zu 2,5. […] Das MGFA unterschlägt diese Wirkungen  und Wechselwir-kungen einfach unter dem Etikett ‘deutschlandzentriert’. Es hat den zu beweisenden Sachverhalt einfach als gegeben vorausgesetzt.“[15]

Auf der anderen Seite, so muß betont werden, gibt es eine ganze Reihe von Wissenschaftlern des Militär-geschichtlichen Forschungsamtes, die auf ihrem Sachgebiet saubere Arbeit geleistet haben.

Vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Katastrophe von 1945 und vor dem Hintergrund des NS-Unrechtsstaates und seiner Verbrechen, so führt der General weiter aus, traut man den Machthabern auch die Alleinschuld am Kriege zu.

„Deshalb fiel die Umerziehung der Deutschen nicht schwer, eine Umerziehung, wie sie etwa nach dem Ersten Weltkrieg nicht denkbar gewesen wäre.“[16]

Am Schluß des Interviews wird die Frage gestellt, welche Thesen aus den Forschungsergebnissen abzuleiten wären. Der Verfasser formuliert präzise:

1. „Keine Phase der Geschichte ist ohne Kenntnis ihrer Vorgeschichte zu begreifen…“

2. „Der Zweite Weltkrieg hatte viele Väter. Wenn man den unmittelbaren Kriegsanlaß von den Kriegsursachen unterscheidet, kommt man schnell darauf, daß Hitler zwar den letzten Anschub zum Krieg gegeben hat, daß die Ursachen dieses Krieges aber von einer ganzen Anzahl verschiedener Regierungen in den vorhergehenden Jahrzehnten zusammengebraut worden sind.“[17]

3. „Der Erste und der Zweite Weltkrieg bilden strategisch und historisch eine Einheit.“ Das stimmt mit der britischen Auffassung überein, wenn von einem zweiten „Dreißigjährigen Krieg“ gesprochen wird.[18]

4. Eine weitere These bezieht sich auf die Geschichtsschreibung: „Die Historiographie fällt in unserem Lande durch Auswahl und Weglassen der Fakten und manchmal auch durch die ‘passende’ Verwendung längst aufgedeckter Fälschungen sehr unterschiedlich aus. Viele Historiker in Deutschland ordnen ihre Arbeit offensichtlich einem ideologisch-politischen Überbau unter.“[19]

Da er nicht Geschichte studiert hat, hält sich Schultze-Rhonhof nicht für „vorgeprägt“, schätzt sich im Gegenteil als „unabhängiger“ ein. „Das merke ich immer wieder, wenn ich bei meiner Arbeit auf Quellen stoße und sehe, daß sie seit Jahrzehnten ungeprüft fehlerhaft weitergereicht worden sind.“[20]

„Ich stelle fest, daß Texte falsch abgeschrieben sind und damit auch falsch zitiert werden, daß fremdsprachige Texte falsch übersetzt sind, daß Professoren diese Fehler eigentlich selber hätten bemerken müssen. Wenn einem so etwas dann gehäuft oder an entscheidenden Stellen begegnet, wittert man dahinter eine Absicht: Manipulation an den Quellen, damit Deutschland in einem ungünstigen Licht erscheint. […]

Die gleichen Professoren gehen den Schwächen und Untaten ausländischer Politiker und ausländischer Regierungen nicht mit der nötigen Sorgfalt nach. Meist unterschlagen sie sie sogar. Ich muß also feststellen, daß häufig nach einem miesen Bild von Deutschland gesucht wird und daß sogar manipuliert wird, wenn man nichts hinreichend Schlechtes finden kann.“[21]

Mit Geschichtswissenschaft im Sinne der hohen Forderungen einer methodisch  einwandfreien wie gewissenhaften Wahrheits-forschung hat das alles nichts mehr zu tun. Um so mehr ist die innere Einstellung zu hinter-fragen, die im wesentlichen das Meinungsmonopol bestimmt und das geschichtspolitische Treiben großer Teile der Historikerzunft prägt.

So stellt sich auch der General die berechtigte Frage:

„Warum schauen so viele deutsche Historiker so negativ auf ihr eigenes Volk? Warum stellen sie ihr Volk und seine – also auch ihre eigene – Geschichte so negativ dar? Zum einen unterliegen viele Historiker sicherlich dem Zwang, sich in der Abgrenzung zu Preußen, zum Kaiserreich und zum Dritten Reich zu übertrumpfen, das hat Konjunktur. Aber es muß mittlerweile noch etwas anderes sein. Vielleicht ist es sogar eine Art Gefallen an der eigenen Schuld: Sich selbst demütigen, das können wir Deutschen offensichtlich besser als sonst irgend jemand auf der Welt.“[22]

Natürlich übergeht die „Zunft der beamteten Alleinschuld-Historiker“[23] die für die historische Wahrheitsforschung und für unsere Selbstklärung so wichtigen Ergebnisse der akribischen, umfassenden Arbeit General Schultze-Rhonhofs mit arrogantem wie irritiertem Schweigen.

Dabei kann kein Deutscher, der willens und bereit ist, sich selbst ein zutreffendes, an zuverläs-sigen Quellen erarbeitetes Bild von der Vergangenheit zu machen und zur Überwindung der allgemein verbreiteten Unkenntnis beizutragen, dieses bedeutende Werk ignorieren.

Fortsetzung folgt

___________________

Anmerkungen

[1]Ernst Topitsch: Deutsche Alleinschuld?  MUT Nr. 226, Juni 1986, S.11
[2]Werner Maser, Der Wortbruch, S. 249
[3]Zit. Nach dem Klappentext des Buches
[4]Paul Carell im Geleitwort zu „Unternehmen Barbarossa“ von Walter Post, S. 11
[5]5. verbesserte Auflage, München  Okt. 2006
[6]Zitat aus dem Klappentext
[7]„Im Gespräch mit General Schultze-Rhonhof. Deutschland auf Augenhöhe“  Edition Antaios, Schnellroda 2007, S.66
[8]Ebd., S. 66 f.
[9]Ebd., S. 67
[10]Ebd., S. 68
[11]Ebd., S. 69
[12]Ebd., S. 70
[13]Ebd., S. 71
[14]Ebd., S. 72
[15]Ebd., S. 73
[16]Ebd., S. 77
[17]Ebd., S. 86 f.
[18]Ebd., S. 88
[19]Ebd., S. 92
[20]Ebd., S. 92 f.
[21]Ebd., S. 93
[22]Ebd., S. 94
[23]Ebd., S. 100

In seiner Abhandlung „Von der Geschichtswissenschaft zur Geschichtspolitik“ fährt

Gerhard Bracke

fort mit dem Abschnitt

„Political Correctness“ – ein wissenschaftliches Grundmuster?

Franz Uhle-Wettler (Bild: On Infantry)

Den Einfluß der „political correctness“ (PC) auf unser Geschichtsbild hat Generalleutnant a.D. Dr. Franz Uhle-Wettler untersucht. Seine Ausführungen waren auch in „Mensch und Maß“ nachzulesen.[1] Der Hauptvorwurf des Verfassers ergibt sich aus der Tatsache, daß Historiker ihre Darstellungen nach den politisch gewünschten oder geforderten Grundmustern einer Daueranklage gegen Deutschland  ausrichten, indem sie

  • unbequeme Quellen manipulieren,

  • wesentliche Tatsachen verschweigen,

  • wichtige Fragen nicht mehr stellen.

Auf solchen Grundmustern beruht im wesentlichen der Einfluß der politischen Korrektheit und somit der Geschichtspolitik auf das in der Bundesrepublik vorherrschende Geschichtsbild. Von mangelnden Geschichtskenntnissen ist zusätzlich auszugehen, und diese Bildungslücken sind inzwischen auch verantwortlichen amtlichen Stellen eigen.

Ein selektives Traditionsbewußtsein führt in Verbindung mit geschichtspolitisch bedingten Berührungsängsten bestimmter Meinungsträger gelegentlich zu grotesken Ausformungen. So betonte das Bundesverteidigungsministerium unlängst, bei Einführung neuer Tapferkeitsorden für Soldaten „sei nie daran gedacht worden, das Eiserne Kreuz der Nationalsozialisten wieder aufleben zu lassen.“[2]

Zwischen politischer Korrektheit und geschichtlicher Dummheit besteht, wie das Beispiel zeigt, manchmal überhaupt kein Unterschied.

Das Eiserne Kreuz ist nun wahrhaftig keine Erfindung der Nationalsozialisten, auch wenn es während des Zweiten Weltkrieges in der Mitte als Zusatzprägung das Hakenkreuz aufwies, – aber ebenso auf der Rückseite die Jahreszahl „1813“.

Bekanntlich stiftete zum Auftakt der Befreiungskriege der preußische König Friedrich Wilhelm III. das Eiserne Kreuz, dessen Entwurf in der endgültigen Ausführung dem berühmten Baumeister Karl Friedrich Schinkel  (1781-1841) zu verdanken war. Mit Recht heißt es dazu in einem Leserbrief an die „Braunschweiger Zeitung“:

„Im Gegensatz zu allen anderen üblichen Militärorden weltweit wurde beim Eisernen Kreuz bewußt auf wertvolle Materialien verzichtet. Die Auszeichnung aus einfachem schwarzen, mit Silber eingefaßten Gußeisen stand symbolisch für die ritterliche Pflichterfüllung und Zurückhaltung eines preußischen Soldaten. Es wurde zu Kriegszeiten (1870, 1914 und 1939) jeweils neu gestiftet und  mit entsprechenden Zusatzprägungen versehen. Was soll an diesem Orden so verwerflich sein, ist das Eiserne Kreuz doch das bekannte Hoheitszeichen der Bundeswehr!“[3]

Hier handelt es sich folglich um ein besonders groteskes Musterbeispiel volkspädagogischer Fürsorge. Letzten Endes verweist jede Äußerung geschichtspolitischer Unterwürfigkeit auf das stillschweigende Gebot volkspädagogischer Filterung geschichtlicher, wissenschaftlich unumstrittener Tatsachen.

Geprägt wurde der Begriff „volkspädagogisch“  vor über 40 Jahren m.W. von dem bekannten Historiker Golo Mann, der nach skeptischer Prüfung der Forschungsergebnisse von F. Tobias zwar dessen Erkenntnisse zum Reichstagsbrand 1933 nicht zu widerlegen vermochte, doch aus „volkspädagogischen Gründen“ gewünscht hätte, die Urheberschaft denjenigen nachweisen zu können, die letzten Endes mit der Notverordnung „zum Schutz von Volk und Staat“ (28.2.1933) Nutznießer des Reichstagsbrandes waren, den Nationalsozialisten.

In diesem Zusammenhang muß eines ganz klar betont werden: Es geht bei all diesen Fragen stets nur um die geschichtliche Wahrheit im Sinne des Rankeschen Forschungsstrebens und nicht etwa um Möglichkeiten der Entlastung der damaligen Reichsregierung oder gar der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, gegen die General Ludendorff sich immer wieder scharf ausgesprochen hat. Wenn es dafür noch eines Beweises bedurfte, dann liefert ihn der Propagandaminister Dr. Goebbels mit seinem Eintrag vom 1. März in die geheimgehaltenen Tagebücher des  Jahres 1938:

„Ich verbiete Vorträge des Ludendorff-Bundes. Die sollen das Maul halten mit ihrem Mist.“[4]

Es besteht also nicht der geringste Anlaß zu den üblichen Verdächtigungen und Unterstellungen von Rechtfertigungsmotiven.

Aber lassen Sie uns auf die Ausführungen von Franz Uhle-Wettler zurückkommen, der erstaunlich frühe Übergriffe politischer Korrektheit auf wissenschaftlich gesicherte Tatsachen zur Sprache bringt.

So weist er anhand der Beispiele Ludendorff und Tirpitz klar nach, wie „PC-Historiker“, also Zunftvertreter, denen politische Korrektheit wichtiger erscheint als Wahrheitsforschung, „sogar Unwichtiges in Richtung des gewünschten Urteils lenken, um damit die Bühne für die Schilderung von Wichtigem vorzubereiten.“[5]

Als Gipfel der politischen Korrektheit erscheint beispielsweise die Beurteilung des Tirpitzschen Flottenbaues in einem Werk über „Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler“– im Titel kündigt sich bereits das PC-Programm an. Wie auch in diesem Fall verzichten geschichtspolitisch beflissene Historiker auf naheliegende Vergleichsmaterialien der Programme anderer Großmächte.

Die Verhältnisse in Deutschland werden gewöhnlich völlig isoliert betrachtet, Vergleichszahlen aus dem Ausland gelten meist deshalb als entbehrlich, weil sie der These eines „kriegslüsternen deutschen Militarismus“ widersprechen könnten. Mit Wissenschaftlichkeit hat ein solches  Verfahren eigentlich nichts mehr zu tun.

Hinsichtlich der Darstellung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges sind Manipulation und Vernichtung amtlicher britischer Akten „schon bei drittrangigen Fragen“, wie Uhle-Wettler feststellt, ebenso zu bedenken wie die im Nürnberger Hauptprozeß aufgetauchten, von unbekannter Hand produzierten „deutschen Akten“ zweifelhafter Provenienz.

Darüber wird an anderer Stelle noch zu sprechen sein. Da erscheint es geschichtspolitisch nur konsequent, wenn das „Institut für Zeitgeschichte“ vermutliche Fälschungen der Alliierten vor der Rückgabe von Akten für „echt“ erklärt  und wenn aus dem umfangreichen Archivgut der Wehrmacht-Untersuchungsstelle für deutsche und alliierte Kriegsverbrechen vor der Rückgabe solche Fälle herausgenommen wurden, durch die die Westalliierten belastet werden könnten.

Seitdem der sowjetische Außenkommissar Molotow dem deutschen Botschafter Graf von der Schulenburg vorgehalten hatte „Wir sind überfallen worden!“ bestimmt die verlogene These vom „Überfall“ der „friedliebenden“, ahnungslosen Sowjetunion am 22. Juni 1941 durch die deutsche Wehrmacht das offizielle Geschichtsbild.

Diese Version wurde zum 50. Jahrestag vom Niedersächsischen Kultusministerium durch das Schulverwaltungsblatt allen Schulen noch einmal verbindlich dargelegt, obwohl neuere Forschungsarbeiten, gestützt auf ehemals sowjetische Archive, von Suworow, Prof. Maser, Hoffmann und andere bereits vorlagen.

„Unter diesen Umständen ist natürlich“, schreibt Uhle-Wettler dazu, „daß sich manch ein Vertreter der politisch korrekten Überfallthese bemerkenswerter Methoden bedient. Als sich gegen Ende der achtziger Jahre erste Stimmen zugunsten der These meldeten, Stalin habe 1941 ebenfalls angreifen wollen, antwortete DIE ZEIT mit ganzseitigen Artikeln unter der Überschrift ‘Verteidigungslügen – Warum die Mär vom Präventivkrieg wiederbelebt wird.’ (6.Juli 1988).

Das ähnelt dem Ton der mittelalterlichen, der hitlerschen und der stalinschen Inquisition: die Wahrheit ist offenbart und mithin offenbar. Deshalb kann, wer sie leugnet, nur verstockt sein. Der Historiker braucht mithin nur noch zu demaskieren, ‘warum’ die ‘Lügen’ nun ‘wiederbelebt’ werden. Und stets wird der Ungläubige aus der Kirchenordnung ausgeschlossen – früher war er Ketzer, unter Stalin Trotzkist, unter Hitler Volksschädling und heute ist er Revisionist.“[6]

Ein breites Spektrum geschichtspolitischer Aktivitäten bietet sich mit der Darstellung einzelner militärischer Vorgänge im Zuge des Zweiten Weltkrieges an. Das Bemühen zielt grundsätzlich auf eine Verunglimpfung aller Waffengattungen der deutschen Wehrmacht, die insgesamt als „verstrickt“ in Verbrechen des NS-Regimes zu gelten hat.

Die berüchtigte Wanderausstellung zur Pauschalverunglimpfung deutscher Soldaten  bediente sich so lange selbst plumper Fälschung und wissenschaftlich zweifelhafter Materialien, bis der Schwindel aufflog – dank redlicher ausländischer Historiker.

Seit 2007 reist wieder eine PC-Ausstellung durch Deutschland, initiiert von dem mit polnischen und deutschen Preisen ausgezeichneten Historiker Jochen Böhler, dessen Wirken vom Deutschen Historischen Institut Warschau finanziert wird. Sein Buch „Auftakt zum Vernichtungskrieg – Die Wehrmacht in Polen 1939“ stellt den Polenfeldzug als „Beginn des Vernichtungsfeldzugs und Rassenkrieges im Osten“ dar.

Diese polnische Geschichtspolitik, über deren Zielsetzung nicht der geringste Zweifel bestehen kann, wird gefördert und zusätzlich verbreitet  durch die „Wissenschaftliche Buchgesellschaft“.

Geschichtspolitik im Namen der Wissenschaftlichkeit!

Alfred Schickel (Bild: dogplayer.org)

Wie sich diese These vom angeblichen „Vernichtungsfeldzug“ in Polen mit der Tatsache vereinbaren läßt, daß für kriegsgefangene polnische Offiziere eigene Lager-Universitäten eingerichtet worden waren, wie Dr. Alfred Schickel von der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt schon vor einem Vierteljahrhundert berichten konnte, bleibt unerfindlich.

Die Einrichtung von Lageruniversitäten für polnische Offiziere, mit Lehr- und Lernmitteln vom Internationalen Roten Kreuz versehen, geschah mit Zustimmung und Unterstützung der deutschen Wehrmacht. „Während es in der Volksrepublik Polen über diese Lageruniversitäten eine reichhaltige Literatur gibt,“ wie Schickel dazu anmerkt, „wußte und weiß die Zeitgeschichte hierzulande soviel wie gar nichts über das Leben und Schicksal der rund 18 000 polnischen kriegsgefangenen Offiziere.“[7]

Solche Unkenntnis macht natürlich empfänglich für neuere Thesen vom „Vernichtungsfeldzug“ 1939 in Polen. Die Mahnung Dr. Schickels von 1982 hat daher an ihrer Berechtigung nichts eingebüßt: „Dieser Degeneration der Geschichtsbewältigung gilt es dringend entgegenzutreten, damit die Zeitgeschichte und ihre Vertreter nicht zu Vollstreckungsgehilfen bestimmter politischer Absichten herabsinken…“ (a.a.O., S. 50)

Die Verfahrensweisen ähneln sich in auffälliger Weise:

  • Verzicht auf jeglichen historischen Kontext,

  • Ausblenden von Materialien, die der gewünschten These nicht dienen.

Geschichtspolitik wirkt nach der Feststellung von Franz Uhle-Wettler „stets zugunsten der Sieger beider Weltkriege und zuungunsten der Deutschen, manchmal zuungunsten der Deutschen seit Luther, spätestens seit Bismarck.

Also ist Vorsicht geboten, wenn Deutsches und dabei vor allem Preußen laut verurteilt und wenn „Westliches“, was das auch sein mag, deutlich hervorgehoben wird. Das gilt beispielsweise bei den PC-beliebten Thesen des deutsch-preußischen Militarismus, des Untertanengeistes, des Kadavergehorsams, des Bombenkrieges, der Entstehung der Weltkriege, des Verhaltens der Wehrmacht und besonders der These des deutschen Sonderwegs, von dem wir 1945 befreit und dann umerzogen wurden.“[8]

Auch einem geschichtspolitischen „Qualitätssprung“ des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) war Franz Uhle-Wettler auf die Spur gekommen. Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des MGFA, Professor der Universität Potsdam, veröffentlichte im Heft „Militärgeschichte“ einen Aufsatz über „Deutsche Kriegsziele im Ersten Weltkrieg“.

Demzufolge sollten sich die deutschen territorialen Kriegsziele „auf Drängen Ludendorffs im Osten bis zum Ural erstrecken“. Zwar hatte sich Uhle-Wettler mit Ludendorff intensiv beschäftigt[9], aber von maßlosen Annexionsforderungen „bis zum Ural“ in den Dokumenten und Zeitzeugenberichten nie etwas gefunden.

Er bat daher am 28.12. 2004 den Verfasser um Mitteilung, auf welche Quelle sich die Behauptung stütze. Eine Antwort ist jedoch nicht erfolgt.

„Da bleibt wiederum nur die Vermutung“, schließt Uhle-Wettler daraus, „daß in einem Aufsatz sogar des Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats des MGFA, eines Professors sowie Berufshistorikers, die Darstellung der deutschen Geschichte eine neue Qualität erreicht: man stellt deutsche Idiotien und Schandtaten auf fragwürdigster Basis dar.[10]

Der Einfluß des MGFA suggeriert selbstverständlich, hier würden gesicherte Ergebnisse der Geschichtswissenschaft mitgeteilt, an denen Zweifel nicht erlaubt seien. Eine verhängnisvolle Signalwirkung für Historiker des MGFA und Militärgeschichtslehrer an den Universitäten und Fachschulen der Bundeswehr ergibt sich insofern, als deutlich gezeigt wird, welche wissenschaftlichen Methoden geduldet werden und was sie selbst um ihrer Karriere willen zu lehren haben.

Fortsetzung folgt

[1]„Mensch und Maß“ 16/2007, S. 721 ff. und S. 939 ff.
[2]Braunschweiger Zeitung vom 7. März 2008
[3]„Das Hoheitszeichen der Bundeswehr“,  Leserbrief von  Wolfdietrich Adler in der BZ vom 8. 3. 2008
[4]„Der unbekannte Dr. Goebbels. Die geheimen Tagebücher 1938“, hrsg. Von David Irving London 1995, S.77
[5]MuM 16/2007, S. 723, auch S. 749, Quelle 9
[6]MuM 16/2007, S. 731
[7]Dr. Alfred Schickel: Fragen der Vergangenheitsbewältigung. Ein offener Blick in die westdeutsche Zeitgeschichte
MUT Nr. 183, November 1982, S. 52
[8]MuM 16/2007, S. 737
[9]F. Uhle-Wettler: Erich Ludendorff in seiner Zeit, 2. Aufl. Berg 1996
[10]MuM 16/2007, S. 744

Der in verschiedenen erhellenden Abhandlungen zur neueren Geschichte bei Adelinde bereits bewährte und bekannte

Historiker Gerhard Bracke

hat in den „Deutschen Annalen 2019“, dem bei Druffel & Vowinckel herausgegebenen „Jahrbuch des Nationalgeschehens“, einen vortrefflichen Beitrag erbracht mit dem Titel

Von der Geschichtswissenschaft zur Geschichtspolitik

Seine wichtigen Gedanken und Schlüsse zu den heute zwar „politisch korrekten“, aber extrem entstellenden Darstellungen deutscher Geschichte, den volkspädagogischen“ Vorgaben, sollen hier in Auszügen und mehreren Folgen vorgestellt werden.

In dieser 1. Folge zeigt Bracke, was nach dem

Bild: zvab.com

„Vater der objektiven Geschichtsschreibung“ Leopold von Ranke

eine Geschichts-WISSENSCHAFT in Wirklichkeit ausmachen sollte. Lesen Sie Bracke selbst:

„Die Forschungsarbeit des Historikers verlangt drei Voraussetzungen:

1. Den inneren Trieb, Fragen an die Vergangenheit zu stellen – also nicht nur rezipierend Geschichte in sich aufzunehmen, sondern aktiv an der Entstehung und Vervollkommnung des gültigen Geschichtsbildes mitzuwirken.

2. Die natürliche Begabung und den Sachverstand, die Erkenntnisquellen aufzuspüren, die zur Beantwortung der gestellten Fragen verhelfen können.

3. Die  kritische Fähigkeit, die gefundenen Quellen fehlerfrei auszuwerten, d. h. ihnen durch einen Schleier von Entstellung und Lückenhaftigkeit, von Verworrenheit und  Mehrdeutigkeit, von Widersprüchen, Tendenzen und Lügen ein möglichst hohes Maß von wahren Aussagen abzuzwingen.

Um diese Voraussetzungen zu erfüllen, bedarf es nicht nur einer bestimmten geistigen Veranlagung und einer bestimmten wissenschaftlichen Allgemeinschulung, sondern auch der – theoretischen und praktischen – Beherrschung einer Anzahl mehr ‘handwerklich’-methodischer Fähigkeiten und Sachkenntnisse, die zum Teil aus anderen wissenschaftlichen Bereichen beschafft werden müssen. Diese Bereiche handwerklicher Voraussetzung und Übung stehen gegenüber der wissenschaftlichen Hauptaufgabe der historischen Arbeit in einer mehr oder minder dienenden Funktion: sie sind Hilfswissenschaften der Geschichte.“

Mit dieser klaren Definition der Aufgabenstellung des Historikers und seines wissenschaftlichen Grundverständnisses leitet der Mediävist Ahasver von Brandt das Kapitel „Grundlagen der Forschung“ in seinem 1957 zuerst erschienenen, bis heute grundlegend gebliebenen Buch „Werkzeug des Historikers“ ein.[1] Der damalige Archivdirektor der Hansestadt Lübeck lehrte zugleich diese Hilfswissenschaften, u.a. Paläographie, an der Hamburger Universität.

Den Geschichtsstudenten wurden und werden diese Voraussetzungen beim Studium, beginnend in den Proseminaren, so vermittelt, daß sie später in der Lage sein müßten, an der „Vervollkommnung des gültigen Geschichtsbildes“ mitzuzwirken.

Nach dem wissenschaftlichen Selbstverständnis sollte der Historiker ebenso wie der Naturwissenschaftler von der Ergebnisoffenheit seiner Forschungsarbeit ausgehen, um zu einer möglichst objektiven Geschichtsschreibung in der Lage zu sein.

Dem unbestechlichen Wahrheitswillen ist die größtmögliche Annäherung an die Verwirklichung solcher Grundprinzipien durchaus keine Utopie, trotz der Tatsache, daß kein Forscher die subjektiven Momente seines Bestrebens wird gänzlich ausschließen können. Allein die Auswahl der Gegenstände seines Forschens durch das besondere historische Interesse spielt dabei eine Rolle und natürlich der persönliche Standort des Forschenden.

Einem so verdienstvollen Historiker des 19. Jahrhunderts, wie dem Ranke-Schüler Heinrich von Sybel (1817-1895), Gründer der „Historischen Zeitschrift“, 1875-95 Direktor der Preußischen Staatsarchive in Berlin, der bis heute nachwirkende Grundlagen für die deutsche Geschichtswissenschaft legte, blieben zahlreiche wissenschaftliche Kontroversen aufgrund seiner gemäßigt liberalen und kleindeutsch politischen Überzeugung nicht erspart.

Aber – und darin zeigt sich die innere Einstellung eines um Objektivität bemühten Wissenschaftlers – in einem seiner Hauptwerke „Die Begründung des Deutschen Reiches durch Wilhelm I.“ (1889-1894, 7 Bde.) betont v. Sybel, dem die Möglichkeit gegeben war, „nach den Documenten, welche im Gange der preußischen Action erwachsen waren oder denselben bestimmt hatten, die Geschichte jener Jahrzehnte zu schreiben“, ausdrücklich:

„Mit Freude würde ich für jede weitere Belehrung und spezielle Berichtigung dankbar sein, wenn … das Erscheinen dieses Buches auf andern Seiten archivalische Mittheilungen und damit eine Erweiterung unserer historischen Kenntniß veranlaßte.“

Und dann folgen einige Sätze, wie man sie heute wohl kaum in entsprechenden historiographischen Arbeiten finden dürfte:

„An keiner Stelle des Buches habe ich meine preußischen und nationalliberalen Überzeugungen zu verläugnen gesucht. Jedoch wird man, wie ich hoffe, mein Streben nicht verkennen, die im eignen Lager vorgekommenen Fehler und  Mißgriffe ohne Beschönigung einzugestehen, das Verhalten der Gegner aber gerecht und billig zu beurtheilen, oder mit andern Worten, die Motive ihres Thuns nicht aus Thorheit oder Schlechtigkeit abzuleiten, sondern nach den historischen Voraussetzungen ihrer ganzen Stellung zu begreifen.“[2]

Über dem eigenen Standpunkt hat nach diesem Maßstab dennoch die Sachlichkeit als oberstes Prinzip zu stehen.

Als „Vater der objektiven Geschichtsschreibung“ zählt Leopold von Ranke zu den bedeutendsten deutschen Historikern, denn er hat mit Einführung des Individualitätsgedankens und dem Anspruch auf Objektivität die Geschichtswissenschaft nicht nur des 19. Jahrhunderts nachhaltig geprägt.

Sachlichkeit für die gesamte historische Forschungsarbeit wurde zum obersten Grundsatz erhoben.

Ranke, den die Geschichtswissenschaft daher immer noch als größten Vertreter einer sachlichen Geschichtsbetrachtung verehrt, wurde am 21. Dezember 1795 in Wiehe an der Unstrut im damaligen Kursachsen geboren.

Von 1814 bis 1818 studierte er Philosophie und Theologie (allerdings mehr Geschichte als diese) an der Universität Leipzig, war dann bis 1825 Gymnasiallehrer in Frankfurt an der Oder.

Großes Aufsehen erregten in der Fachwelt wissenschaftliche Arbeiten über geschichtliche Fragen, die Ranke als junger Fachlehrer veröffentlichte. Sein Erstlingswerk „Die Geschichte der germanischen und romanischen Völker“ brachte ihm 1825 die Berufung als außerordentlicher Professor für Geschichte an die Universität Berlin.

In den Jahren 1827 bis 1831 lernte er durch gründliche Quellenstudien in den Archiven Wiens und einer Reihe italienischer Städte eine große Zahl historischer Urkunden kennen und dabei Echtes von Unechtem zu unterscheiden. Ranke legte damit den Grund für sein umfassendes Wissen auf dem Gebiet der europäischen Geschichte.

Daß Ranke 1832 bis 36 auch Schriftleiter und Herausgeber der „Historisch-politischen Zeitschrift“ war, ist im Rahmen unseres Themas bemerkenswert. Seit 1834 Ordinarius, hatte er bis 1871 seinen Lehrstuhl inne.

1841 wurde Leopold v. Ranke zum Historiographen des preußischen Staates berufen und hatte damit die Quellen für eine Geschichte Preußens zu sichten. Zwischen 1841 und 1874 veröffentlichte er insgesamt 24 Bücher über preußische Geschichte. Zuvor hatte er in drei Bänden eine Geschichte des Papsttums im 16. und 17. Jahrhundert herausgegeben, außerdem eine sechsbändige deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation.

Als Ranke die Geschichte der Päpste schreiben wollte, wurde ihm jedoch im vatikanischen Archiv, wie er schrieb, „die Freiheit, die ich mir gewünscht hätte, keineswegs gewährt.“[3] Und trotz seiner zurückhaltenden Sachlichkeit wurde das Werk „Die römischen Päpste“ auf den Index gesetzt.

1858 übernahm Ranke den Vorsitz der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Nach Beendigung seiner akademischen Laufbahn 1871 widmete er sich  bis zu seinem Tode 1886 seiner „Weltgeschichte“ und der Herausgabe seiner „Sämtlichen Werke“.

Das reiche Lebenswerk umfaßt zusammen mit der französischen und der englischen Geschichte des 16. und 17. Jahrhunderts sowie seiner bis zum Ende des Mittelalters reichenden Weltgeschichte die stattliche Zahl von 54 Bänden.

Stets hielt er an dem Grundsatz fest, „zu sagen, wie es eigentlich gewesen sei“.

In dem Bemühen, nur zur Sache Gehörendes zu berichten und dem Leser seiner Werke die Beurteilung eines Zeitabschnitts selbst zu überlassen, hoffte Ranke mit der Forderung nach Objektivität in der Darstellung Tendenzen zu überwinden, wie sie  teilweise in der Geschichtsphilosophie zutage getreten waren oder in den Geschichtswerken der Aufklärungszeit.

Es lag ihm fern, die Leser zu bevormunden oder tendenziös zu beeinflussen.

Vielmehr hielt er sie für mündig, in der Überzeugung, daß sie auf der Grundlage der übermittelten geschichtlichen Tatsachen und der Erhellung historischer Zusammenhänge sich ihr eigenes Urteil zu bilden in der Lage sind.

Ranke versuchte die Vergangenheit aus der Vergangenheit heraus zu verstehen, nicht aber, wie das heute meist üblich ist, von der Gegenwart aus zu werten. Folgerichtig schließt Rankes Geschichtsbetrachtung auch jedes moralische Werturteil oder jede Wertbeziehung zur Gegenwart aus:

„Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott“, sagt er, „und ihr Wert beruht gar nicht auf dem, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrer Existenz selbst, in ihrem eigenen Selbst.“

Deshalb äußerte Johannes Scherr bei aller Verehrung wegen dieser sachlichen Zurückhaltung etwa in der Darstellung der Gestalt der Katharina von Medici (Bartholomäusnacht 1572) berechtigte Vorbehalte.

Ranke hat aber für die Dokumentation seiner geschichtlichen Abhandlungen ein Quellen- und Urkundenstudium  betrieben wie kein anderer Geschichtsforscher vor ihm. Er förderte Urkunden zutage, von deren Existenz noch niemand Kenntnis hatte, und er bewies die Falschheit anderer, die bisher als historische Dokumente galten.

Von dieser Konsequenz einer Quellenkritik sind wir heute aus Gründen unwissenschaftlicher Rücksichtnahme oft weit entfernt!

Bild: tour-de-kultur.de

Rankes Forschertätigkeit verband sich außerdem mit dem Bestreben, andern die Urkunden zugänglich zu machen, Zusammenhänge zu erkennen und das Wesentliche einer Epoche darzustellen sowie die Charakterzüge eines Volkes herauszuarbeiten.

Weil für Ranke die Tatsachen wichtiger waren als eine eher zweitrangige Analyse der Gegebenheiten und Strukturen, wurde ihm in einer Zeit sich entwickelnder moderner Sozialwissenschaften vorgeworfen, in der Geschichte die Bedeutung der wirtschaftlichen und sozialen Kräfte verkannt zu haben.

Sein Blick war hauptsächlich auf die staatlich-politische Ordnung gerichtet. Gesellschaftliche Faktoren fanden in seinen Werken nur dann Berücksichtigung, wenn sie sichtbar in das politische Geschehen eingriffen und die staatliche Ordnung umgestalteten. Gegenstand einer sozialgeschichtlichen Analyse wurden sie nicht, und deshalb setzte hier die Kritik an.

Allerdings war die Vernachlässigung dieses Bereichs durch die von Ranke benutzte Art der Quellen – Briefe von Gesandten, Reichstagsakten, Urkunden – wesentlich bedingt.

Das ändert nichts an der überragenden Bedeutung Rankes für die deutsche Geschichtswissenschaft, denn seine Methode hat die deutsche Geschichtsschreibung auf Jahrzehnte hinaus geprägt.

Wenn sich die Wissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg von der Rankeschen Tradition gelöst hat, so hängt das keineswegs allein mit der Annäherung an eine methodische Vielfalt zusammen, die neue Wege zur Erfassung der immer schwerer durchschaubaren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Wirklichkeit eröffnet. Die eigentlichen Ursachen sind ganz anderer Natur.

Erinnern wir uns daran, daß der Verfasser des Buches „Werkzeug des Historikers“ die Forschungsarbeit als Voraussetzung definierte, an der „Vollendung des gültigen Geschichtsbildes“ mitzuwirken.

Was aber heißt hier „gültig“? Es kann nur heißen, daß ein Geschichtsbild wissenschaftlich und damit quellenkritisch und tatsachengerecht im Sinne Rankes erarbeitet wird.

„Gültig“ bedeutet keinesfalls nach der vorliegenden Definition Prof. v. Brandts, daß es außerfachlichen, nämlich rein politischen oder juristischen Ansprüchen der Gegenwart unterworfen zu sein hat.

Und doch stellt sich die Situation heute im allgemeinen, zumindest im Hinblick auf die Zeitgeschichte der beiden Weltkriege, so dar, daß, ähnlich wie während der Scholastik im Mittelalter der Philosophie die Rolle der „Magd der Theologie“ zugedacht war, gegenwärtig die Geschichtswissenschaft ausschließlich  geschichtspolitischen Vorgaben zu genügen hat.

An sich sind Wechselbeziehungen zwischen Geschichtswissenschaft und aktueller Politik durchaus etwas ganz Selbstverständliches von beiderseitiger Bereicherung.

Es gilt jedoch, die Grundsätze der Wissenschaftlichkeit nicht bedingungslos den politischen Zweckmäßigkeiten preiszugeben.

Fortsetzung folgt

[1]A. v. Brandt: Werkzeug des Historikers (17. Aufl. 2007
[2]Heinrich v. Sybel: Die Begründung  des Deutschen Reiches durch Wilhelm I, Bd. 1, S. XII f.
[3]Zit. nach Walter Löhde, „Der Quell“ 1956 Folge 10, S. 480

Das Männer-Heer der Migranten

Diese in Europa angekommenen Migranten-“Familien” bestehen anscheinend aus lauter – jungen gesunden – Männern. (Bild: zaronews.world)

Gerhard Wisnewki

bezeichnet die jetzige Form des fortgesetzten Krieges gegen Deutschland, Europa, gegen die weiße Rasse

als genialsten Krieg aller Zeiten.

Denn zunächst wollten die ahnungslosen „welcome-refugees“-Gutmenschen den armen „Flüchtlingen“ aus der Not helfen. Sie sahen nicht, daß diese „Armen“ fast nur junge gesunde Männer waren. Ihnen fiel anscheinend auch nicht auf, daß Soros dieses Heer mit smartphones ausrüstet, damit dieses „trojanische Pferd“ sich blitzschnell vernetzen kann.

Der Feind mußte diesmal nicht kämpfen, um unsere Länder zu besetzen. Er wurde herzlich eingeladen, komfortabel hertransportiert, indes Politik und  Medienpropaganda suggerierten, wir hätten Frieden – wenn, ja wenn doch nur die „Populisten“ nicht unentwegt das Gegenteil aufzeigten. Für diese Regime-Gegner hat der US-Globalisierungsfanatiker Barnett ein einfaches Rezept: „Kill them!“

Merkel indes läßt ungerührt weitere Bataillone ins Land strömen. In Italien führen die Etablierten mit der Verhinderung des Retters Salvini gerade mal wieder vor, was sie unter Demokratie verstehen. Denn 36 % der Italiener wollen bei Neuwahlen Salvini wählen.

Die Verbrechen von Migranten an Einheimischen in deutschen Städten sprechen eine deutliche Sprache, noch deutlicher das Chaos in Schweden. Ganz Europa wird bewußt getäuscht, belogen und abwehrarm gehalten.

Wladimir Putin (Bild: stern.de)

Putin führte schon 2015 auf der Waldai-Konferenz aus:

Eine Terrororganisation, der so genannte „Islamische Staat“, hat die Kontrolle über riesige Gebiete übernommen … Die gesamte internationale Gemeinschaft muß endlich verstehen, womit wir es hier zu tun haben. De facto mit dem Feind der Zivilisation, der Menschheit und der weltweiten Kultur, der die Ideologie des Hasses und der Barbarei verbreitet und damit die Moral … kompromittiert.

Und man darf hier nicht mit Worten spielen, indem man versucht, Terroristen in moderate und radikale zu unterteilen … Anscheinend sind einige Experten der Meinung, daß moderate Terrostisten nur in Maßen Menschen enthaupten oder das auf besonders sanfte Weise tun.

In Wirklichkeit sehen wir jetzt ein Gewirr terroristischer Gruppen. Ja, manchmal bekämpfen sich der Islamische Staat, Dschabhat al-Nusra und andere Nachfolger von Al-Qaida untereinander, aber sie kämpfen um Geld, um die Verteilung von Geld, um Einkommensquellen und um Macht. Dafür kämpfen sie.

Sie kämpfen nicht aus ideologischen Gründen, aber das Wesen und die Methoden, die sie teilen sind Terror, Mord, die Unterdrückung von Menschen, die sie zu einer eingeschüchterten, gehorsamen Masse machen wollen.

“14 Container voller Waffen für muslimische Einwanderer” (Bild und Worte: zaronews.world)

In den letzten Jahren hat sich die Situation mehr und mehr verschlechtert, die Infrastruktur der Terroristen ist gewachsen, die Zahl der Militanten ist gestiegen, und die Waffen, mit denen die so genannte „gemäßigte Opposition“ unterstützt wurde, sind zwangsläufig in die Hände terroristischer Organisation gefallen. Mehr noch, manchmal haben ganze Gruppen die Seiten gewechselt …

Warum haben die Bemühungen unserer amerikansichen Partner und ihre Verbündeten im Kampf gegen den Islamischen Staat keine Ergebnisse gebracht? Offensichtlich liegt es nicht an einem Mangel an militärischer Macht oder militärischem Potential. Zweifellos haben die Vereinigten Staaten das größte militärische Potential der Welt,

es ist einfach nur immer schwierig, ein doppeltes Spiel zu spielen. Sie reden vom Kampf gegen Terroristen und versuchen gleichzeitig, einige der Terroristen zu benutzen, um im Mittleren Osten ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Es ist unmöglich, Erfolg beim Kampf gegen den Terrorismus zu erzielen, wenn man gleichzeitig einen Teil der Terroristen als Rammbock benutzt, um unerwünschte Regime zu stürzen. Es gibt kein Entkommen vor diesen Terroristen, und es ist eine Illusion zu glauben, daß man später mit ihnen fertig werden könnte, sie von der Macht wieder entfernen oder sich irgendwie mit ihnen einigen kann …

Dies sind Putins Erfahrungen. Andere seiner Betrachtungen jedoch zeigen, daß auch er der Sieger-Propaganda und ihren Lügen aufgesessen ist. Er scheint den bewußten, jahrhundertealten Vernichtungskrieg und dessen Drahtzieher gegen Europa, namentlich Deutschland, durch den Lügennebel hindurch nicht zu erkennen.

Darüber in der nächsten Folge!

 

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