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Weihnachten – ein Deutsches Fest (2. Teil)

In ihrer kleinen Sonderschrift Weihnachten im Lichte der Rasseerkenntnis geht

Mathilde Ludendorff

auch dem Sinn des Weihnachtsbaumes nach. In dem Kapitel

Der Weihenachtbaum – die Weltenesche

schreibt sie:

Das Weihenachtfest ist urdeutsch.

Doch es ist überhaupt ein urnordisches Fest.

3 der 5 Musiker, die in Schaffhausen das “Luciafest – Schwedische Weihnacht im Volkston” erklingen ließen (v. li.): Pär Näsbom, Violine, Torbjörn Näsbom, Nyckelharpa, Sébastien Dubé, Kontrabaß (Bild: snipping tool aus einem Youtube-Video)

In Schaffhausen konnte man am 3. Vorweihnachtstag eine schwedische Musikantengruppe um Torbjörn Näsbom, Nyckelharpa,

„Schwedische Weihnacht im Volkstonmit der Sängerin Malin Hartelius erleben.

 

Malin Hartelius (Bild: Sveriges Radio)

Die Sängerin aus Malmö, Malin Hartelius, begeisterte nicht nur durch ihren lebensvollen Gesang, sondern auch durch ihre aus dem Tiefsten geschöpften, heiteren und ernsten Ansagen, mit denen sie durchs Programm führte.

Zu einem der Stücke führte sie die Zuhörer in ihre verschneite Heimat, wohl außerhalb des Stadtgebietes von Malmö. Dort sei „nichts, nur der Sternenhimmel und Stille, absolute Stille“, dort sei Weihnachten.

Wir erkennen nun den „frommen Trug“ in der Täuschung, die heute noch getrieben wird, wenn man dem Volke sagt, Weihenachten sei ein christliches Fest, und wer sich nicht mehr zum Christenglauben bekenne, der habe gar kein Anrecht darauf, dieses Fest zu feiern.

Zögernd nur haben die Bischöfe der Romkirche unserem Volke nachgegeben, weil es gar zu innig mit der Feier seines artgemäßen Glaubens der Vorzeit verwoben war.

… und – wie man auch bei der „Schwedischen Weihnacht im Volkston“ wieder erleben konnte: noch ist.

Haben wir schon im letzten Abschnitte den tiefen Sinn dieser Feier kennen gelernt, so wollen wir uns nun noch etwas eingehender mit einzelnen mythischen Sinnbildern dieser Feier und der aus ihnen erwachsenen Sitten befassen.

Die Wihe Nahten, die zwölf heiligen Nächte wurden so ernst eingeleitet, wie die Hochzeitfeier unserer Vorfahren.

Lebte doch in unseren Ahnen eine erschütternde Gegenwärtigkeit des Todes.

Sie vergaßen nie das Vergehen, wurden vom Tode nicht, wie die Christen, erschreckt überrascht. So haben sie auch am glücklichsten Tag ihres Lebens, am Hochzeittage, vor allem des Todes gedacht.

 

Niedersachsenhaus (Bild: trip advisor.de)

Wir sehen heute noch in Niedersachsen Häuser, an denen das zweite Tor angebracht ist, das von den jungen Gatten, wenn sie zum erstenmal ihr neues Heim betreten, durchschritten wird, aber dann geschlossen bleibt bis zu der Stunde, in der ihre Totenbahre hinausgetragen wird.

Die jungen, blühenden Menschen gedachten also beim Betreten ihres Heimes am Hochzeittage ihres Todes, weil sie wußten, wann allein dieses Tor wieder geöffnet werden wird, und werteten deshalb ihre Ehe und ihr ganzes Leben an diesem ernsten Freund aller lebendigen Seelen;

die flache Todvergeßlichkeit lag ihnen ferner.

Ganz ebenso leiteten sie auch das liebste, freudige Weihenachtfest ein mit der Julfeier (bekannt aus den Julklappsitten), dem alten Totenfest. Ja, die Sitten und Bräuche der Totenfeier verschmolzen dann später mit denen der Weihenachten.

So wird es heute am letzten Sonntag vor Advent von den Protestanten, von den Katholiken aber schon bei Novemberbeginn gefeiert.

Wir wollen nicht den „alten Germanenglauben“, unbekümmert um die geweiteten und vertieften Naturerkenntnisse, wieder aufrichten, wir wollen deshalb auch nicht sklavisch die alten Sitten des Festes in ihrem Ursinn wiederbeleben, aber der ewige unveränderliche Gehalt der Feier wird uns bleiben, und er wird in der liebsten Sitte, der Sitte des Weihenachtbaumes, den zur Deutschen Gotterkenntnis Heimgekehrten doppelt bewußt.

In Eiseskälte der Wintermonde, bei dem düstern Schein der Fackeln, unter Entbehrungen aller Art und unter Todesgefahren, denen unsere Zeit ferner gerückt ist, harrten die Ahnen der heiligen Zeit, da die Sonne sich wendet und zum ersten Male wieder die kurzen Tage länger werden.

Diese Wiederkehr des Lichtes, die in ihrer zuverlässigen Gewißheit den nahenden Frühling erhoffen läßt, erschien den Ahnen als der größte nur denkbare göttliche Segen, und Dankbarkeit und Freude für die göttliche Liebe, die ihnen durch diese Wintersonnenwende das Leben erleichterte und schützte, erfüllt sie und den Geist der ganzen Feier.

Die Geburt des Lichtes, die Sonnenwiederkehr, verdichtete sich in den dichterischen Legenden, die sie sich erzählten zu der Geburt des jungen Lichtgottes Baldur, des Reinen, des Lieblings aller Götter und Menschen, aller Pflanzen und Tiere, dem niemand gram sein konnte und der nur durch den „blinden Hader“ in seiner Jugend gemordet wurde.

Nichts gemein hat dieser uralte Jahresmythos mit der Idee des Welterlösers von den Sünden der Menschen, dies beweist am besten, daß Baldur nach seiner Ermordung ebenso wie jeder andere, der nicht im Kampfe stirbt, im Helreich zu finden ist.

Aber was bedeutet der Baum?

Ja, was bedeutet der Baum? Er ist unseren Ahnen eines der heiligsten Bilder des Lebens gewesen. Aus Bäumen wurde, so erzählt ihr Mythos, durch das Wundergeschenk des dreieinen Gottes, aus Geist („Wodan“), „Wille“ und dem Empfinden („Weh“) die Menschen geschaffen.

Aber der Baum war ihnen nicht nur Sinnbild für die Menschen, er war ihnen auch heiliges Sinnbild des Gotterlebens in den Menschenseelen …

So wanderten sie an allen hohen Festen und Feiern zu den ehrwürdigsten, edelsten und schönsten Bäumen als zu heiligen Stätten, die würdiges Gottgleichnis sind.

Nun, so mußte das Heim zum Haine werden. Das konnte es freilich gar gut, denn das Heim war ja die  „Halle“, war der heilige Ort des Werdens und Lebens der Sippe und des Wirkens für die Sippe. So war sie auch würdig, den heiligen Baum, das Symbol des Gotterlebens zu Weihenacht aufzunehmen. Stand er erst in der Mitte der Halle, dann wurde sie selbst mit Tannengrün geschmückt, während der 12 Weihenächte war sie in einen Hain verwandelt.

Der einzige Baum, der in der Winterkälte seine Blattnadeln zu erhalten wußte, der Tannenbaum, wurde in den Weihenächten zum „Weltenbaum“, zur „Weltenesche“, aus dem verschneiten Winterwalde wanderte er in die festlich geschmückte Halle, von deren Dache schon seit Beginn des Julmondes das grüne, lichtgeschmückte Sonnenrad herniederhing.

Bild: Blogs Tagesanzeiger

Wenn die Tanne auch den Kleinen unter den Kindern zur lebendigen, frohen Frühlingsfreude und Sommerhoffnung werden sollte, dann mußte in der Nacht vor dem Feste, wenn sie alle schiefen, ein Wunder geschehen. Liebe Mutterhände zauberten dann an die Äste rotwangige Äpfel und Nüsse.

Sinnvoll ist dieser uralte Schmuck für dieses Fest des Jahreswechsels, der Wintersonnwende, der Freude auf die Geburtstunde des kommenden Frühlings, des Baldur und der Sommerhoffnung.

Sinnlos ist dieser Schmuck für die christliche Fälschung des Festes zur Geburtstunde des die Sünder erlösenden Christus.

Doch wenn der Weihenachtbaum den Kleinen ein faßbares Sinnbild der Wiederkehr der Sonne zu dem Norden hin werden soll, dann muß er auch von dem strahlenden Lichte der Sonne einen Abglanz tragen. So leuchten Lichter von allen seinen Ästen und Zweigen. Freilich, mit dem glitzernden Glanze der Sonne können sie sich nicht messen, aber vielleicht wird leuchtendes Goldhaar, von der Mutter über die Äste gestreut, etwas von dem flimmernden Lichte wiedergeben!

So ist der geschmückte Tannenbaum eine Pracht und Herrlichkeit für die Kleinen im Hause und für sie deutliches und faßbares Gleichnis des Sinnes der uralten Feier.

Aber auch die heranwachsende Jugend will ihr besonderes, geheimnisvolles Band zu der Weihenachttanne haben. Es soll nicht nur der Zauber ihrer Frühkindheit über der Feier liegen. Sie träumt dem Bilde der Weltenesche noch weiter nach und gedenkt der wunderbaren Quellen unter den Welteschenwurzeln, aus denen die Menschenseele die Gotterkenntnis schöpft …

Besonders denkt sie an die eine, heiligste der Quellen, zu der die Jugend so manchesmal still hinschreitet, an den Rätseln des Werdens und Vergehens den Sinn des Seins zum ersten Male ahnend, den erst die Reife des Lebens erfassen lehrt …

So zaubert die heranwachsende Jugend im Hause voll Eifer an den Tagen vor dem Feste unter Wurzelwerk und Tannengrün am Fuße des Weihenachtbaumes den heiligen geheimnisvollen Urdborn, dessen tiefe Wasser durch ein Licht am Festabend besonders feierlich und traut beleuchtet sein werden. Ganz wie im uralten Mythos kreisen auf dem See des Urdquells die beiden silberweißen Schwäne, „die Vergangenheit oder das Vergehen“ und „die Zukunft oder das Werden“ bedeutend.

Das ist für sie nun fast der schönste Schmuck des Weihenachtbaumes. Es fesselt sie ihr Kunstwerk nun mehr als die Pracht an den Zweigen.

Mit dem heiligen Urdborn unter der Wurzel des Baumes ist nun auch für die heranwachsende Jugend ein faßliches Sinnbild des geheimnisreichen, tiefen Wechsels der Gezeiten und des Lebens geworden. Er ist nun für sie noch reicher an Bedeutung als für die Kleinen im Hause.

In Düsseldorf: Bis zum heutigen Tage sind Schwäne im Norden Europas heilige Tiere. (Bild: Express)

Ist dann der Weihenachtabend mit all seinem Kinderjubel Wirklichkeit geworden und hat sich die Freude der Kleinen an seinem Lichterglanze, an all den Gaben fast „überfreut“, liegen sie mit fieberheißen Wangen und den schönsten der Spielsachen im Arm schon im Bettchen, dann erzählen die Eltern den Größeren beim Kerzenschein, weshalb denn gerade der Tannenbaum ein so wundervolles Sinnbild ist für Deutsche sittliche Kraft.

Sein zäher Widerstand im Kampfe um sein Sein ließ seine Blätter wetterhart zu Nadeln werden, die nicht der Winterkälte weichen müssen, nicht welken und fallen bei dem ersten Frost, sondern durchhalten im zähen Ringen um das Leben die ganzen langen Monde des nordischen Winters hindurch.

Dieser kämpfende Widertrotz aller Unbill des Schicksals gegenüber, dieser eiserne Lebenswille ist es, der des Deutschen Stärke bedeutet.

Ihn vor allem hat das Christentum in demütigen Duldersinn und Ertragen des Feindwollens umgewandelt.

So nahm man unserem Deutschen Erbcharakter das lebenerhaltende Gegenstück zu seiner so gefährlichen Unfähigkeit zu Argwohn und seiner noch gefährlicheren Neigung, drohendes Unheil als „unwahrscheinlich“, ja unmöglich von sich abzuschütteln, um wieder froh sein zu dürfen, um sich dem innigen Gemütserleben im Einklang mit der Natur und allem Guten und Schönen ungestört zu weihen.

Ja, die Worte der Eltern an die heranwachsende Jugend über das Sinnbild der Tanne am Weihenachtabend können ihr in unseren Tagen Genesung werden von den gefährlichen Einflüssen der fremden Rasse und der fremden Lehre, denn nicht Frühlingshoffnung allein darf in der Seele wohnen! Dicht neben ihr muß das Wissen von den ernsten Winterstürmen des Schicksals, von den drohenden Gefahren und das Wissen vom Vergehen im Tode stehen.

Ging auch die heranwachsende Jugend zur Ruhe, dann läßt der Weihenachtbaum, als Sinnbild der Weltenesche, die Reifen all die glitzernde Pracht seiner Zweige vergessen. Er erinnerte sie an das ernste Wort von der Fährnis des Gotterlebens in der Menschenseele, das die Ahnen in die Bildworte des Welteschengleichnisses faßten, von den Todesgefahren und – von der Gewißheit, daß trotz aller Fährnis dies Gotterleben ewig erhalten bleibt.

Die Worte der Edda schweben im Raume und wirken in die Seelen der Ernsten und Reifen unter dem Weihenachtbaum:

„Missetat, mehr als Menschen wohl meinen,
Und Ungemach duldet die Esche,
Im Wipfel die Hirsche, im Stamm die Verwesung,
Im Wurzelwerk naget der Neidwurm …”

Doch nach diesem erschütternden und nur zu wahren Mahnen klingt das tröstliche Wort der ewigen Hoffnung und Zuversicht:

„Ich weiß eine Esche, die Weltenbaum heißt,
Ein weißlicher Nebel benetzet den Wipfel,
Drauß’ fället der Tau, der die Tiefen befruchtet,
Immer grün steht sie am Brunnen der Urd.“

Edda, Gylfaginning.

Mathilde Ludendorff 1953

Für diese heilige Gewißheit des ewig lebendigen Gotterlebens, trotz aller grausamen fährnis, ist nun der immergrüne Baum in der Halle, mitten in den drohenden Monden des Winters das liebe und zuversichtliche Gleichnis geworden, und unter diesen Worten

„Immergrün steht sie am Brunnen der Urd“

gleiten die heiligen 12 Weihenächte hinüber in das neue Jahr voll ernster Missetat und Ungemach für unser Volk.

Fortsetzung folgt

Weihenachten, ein Deutsches Fest

Winterlandschaft (Foto: Friedrich Beren 2013, fotocommunity)

In der dunklen Jahreszeit                       zu Weihnachten

entfliehen Deutsche, die es sich leisten können, gern der rauhen Heimat, um im Süden Sonne zu tanken.

Wenn sie zurückkommen, haben sie zwar weniger unter sonnenarmem und unfreundlichem Wetter gelitten, aber das Wichtigste versäumt: Sie haben Niedergang und Auferstehung von Licht und Wärme als Sinnbild des Lebens mit seinem Werden und Vergehen und Wieder-Werden nicht am eigenen Leibe erlebt.

So aber ist das Leben. Das Wesen des Lebens ist der Wandel. Immergleiches tötet und ist selbst der Tod.

Den Wandel des Lebens feiern wir seelisch Deutschgebliebenen in der heimatlichen Weihnachtszeit. Umso tiefer ist unsere Sehnsucht nach dem Frühling und unsere Freude an seinem Erwachen.

Im Zeitalter der versuchten Vernichtung der nordischen Rasse ist daher die Abhandlung von

Mathilde Ludendorff

 

Mathilde Ludendorff

aus dem Jahre 1933 schön und gewinnbringend zu lesen.

In einer kleinen Sonderschrift „Weihnachten im Lichte der Rasseerkenntnis“ geht sie dem Ursprung und Sinn unserer Weihnachten und auf die aufgenötigte Verfälschung seines Sinnes auf den Grund. Im 1. Kapitel

Weihenachten, ein Deutsches Fest

lesen wir:

Wir feiern das uns liebste Fest des Jahres, das Fest der Weihenachten.

Nichts könnte uns wohl deutlicher die völlige Entwurzelung unseres Volkes aus dem Glauben und den Sitten unserer Ahnen zeigen wie die Tatsache, daß unter den Millionen Deutschen nur ein kleiner Teil weiß, daß dies Weihenachtfest ein Deutsches ist und erst nachträglich zu einem christlichen Feste umgewandelt worden ist.

Erst Ende des vierten Jahrhunderts, nach dem Siege über die Arianer, wurde das Weihenachtfest, um die germanischen Völker für sich zu gewinnen, von der Romkirche als Kirchenfest anerkannt und zum Feste der Geburt Jesu von Nazareth ernannt.

Ebenso wie das Auferstehungfest der Natur, das Osterafest, so hat auch Weihenachten seinen alten Namen aus fernen Jahrtausenden hinübergerettet bis in unsere Tage.

„Ze wihen nahten“ hieß es in altdeutsch, „an den geweihten Nächten“ oder auch „heiligen Nächten“.

Heilig und Weihe aber sind aus fernen Jahrtausenden hinübergerettete Bezeichnungen für all das, was mit dem Göttlichen zusammenhängt und deshalb den Menschen unzerstörbar und unantastbar sein soll.

So weckt schon der Klang des Namens Weihenachten das Rasseerbgut fernster Vorzeit in unserer Seele und weckt Gemütswerte, denen sich auch der verfremdetste Deutsche nicht entziehen kann, weil er sich seine Erbart nicht aus der Seele zu reißen vermag.

Die tiefe Bedeutung des Festes wurde von unserem Volke beibehalten bis in unsere Tage.

Unsere Ahnen, die die Gesetze der Natur mit Recht als Offenbarungen des göttlichen Willens ansahen, forschten nach dem Wesen des Göttlichen. Dieser Ehrfurcht vor den Naturgesetzen und diesem Forschersinn sind ihre Nachfahren trotz allen Fremdeinflüssen treu geblieben.

Bild: welt.de

Da ihnen aber die Wissenschaft noch nicht die Wege in die Geheimnisse der Zelle, noch nicht den Blick unserer Instrumente in fernste Fernen eröffnet hatte, mit deren Hilfe wir heute die einzelnen Naturkräfte so weitgehend erforscht haben, daß wir viele beherrschen und verwerten, so haftete ihre Forschung vor allem an deren Gesetzen des Kreisens der Gestirne, denn diesen Rhythmus konnten sie vom Himmel ablesen.

Die scheinbare Drehung des gesamten Himmelsgewölbes um die Achse, die durch die Erde gezogen zu denken ist, wurde ihnen Sinnbild der göttlichen Gesetze des Weltalls und die Jahreszeiten in ihrem Wechsel Sinnbild des Menschenloses.

Wie des Winters Not zuverlässig und unumstößlich dem jubelnden Auferstehen der Natur im Frühling wich, so keimte für sie in tiefster Schicksalsnot die jubelnde Hoffnung des Wiederauferstehens ihres Volkes und stählte ihre Tatkraft auch in finstersten Zeiten.

Wie im Herbst die Natur sich auf einen stillen Tod in herrlichster Schönheit bereitet, so war auch für sie selbst das Scheiden aus dem Leben kein jammerndes, wimmerndes, sich sträubendes Verenden, sondern ein freudiges Scheiden aus der Schönheit und in Schönheit.

Gab ihnen dabei das Schicksal den Segen, für einen edlen Sinn das Leben zu lassen, für des Volkes Freiheit und Ehre, für der Sippe Schutz und Wohl zu sterben, so wurde aus dem stillen Einschlafen in Ruhe der lachende Tod der heldischen Erfüllung.

In diesem Gleichnis ihres Lebens mit den Jahreszeiten feierten sie im Frühling das Keimen und Werden der Menschen im Einklang mit dem Keimen und Werden der Blüten auf den Fluren, und die Totenfeier, das uralte Julfest, feierten sie in den kürzesten Tagen, die den Weihenachten vorangingen, wie dies bis heute auch in den christlichen Kirchen beibehalten wurde.

Bei diesem heiligen Gleichnisse ihres Eigenlebens und ihres Volkslebens mit den göttlichen Willensenthüllungen im Weltall und den Gezeiten des Jahres trachteten sie, sich diesem Willen einzureihen, indem sie ihr ganzes Leben, ihr Tun und ihr Ruhen, ihr Feiern und ihre Arbeit nach diesen Gezeiten gliederten.

So fühlten sie sich im Einklang mit Gott und im heiligen Frieden der Seele.

Wenn sie nun das Leben ihres Volkes und ihr Eigenleben im Gleichnis sahen mit den Gezeiten des Jahres, so sahen sie in dem größten Gestirn, der Sonne, den göttlichen Segenspender für die ganze Erde.

Die quälende, sengende, dörrende Glut der Sonne im Süden kannten sie nicht.

Sie entbehrten sie gar sehr in langen, kalten Winternächten, bei spärlichem Kienspanlichte. Wochen hindurch sehnten sie sich nach ihr, so war sie ihnen das Sinnbild göttlicher, segnender Liebe, und lange ersehnt war der Tag, der nach der Totenfeier, nach dem Julfeste, endlich die Wintersonnenwende, lichtstrahlende Tage verhieß.

„Wihen nahten“ waren herangenaht, die heiligen 12 Nächte, von denen sich unser Volk, als der neue Glaube kam, eine einzige Weihenacht rettete.

Ihr Mythos, der den Sinn der Feier nach Weise eines Märchens dichterisch einkleidete und so dem Volke lieb und lebendig machte, wußte nun von diesen zwölf heiligen Nächten gar manches zu sagen.

Münster Bad Doberan, Chorleuchter mit Marienfigur aus dem Hochaltarretabel, um 1300, Gestänge um 1368, Aufnahme: Jutta Brüdern, Braunschweig

Die weltumspannende Gottesmutter feierte in diesen Nächten in ihrem Wirken. Damit dem Volke die göttliche Idee nicht menschlich verkleinert würde, gaben sie im Bilde dieser Gottesmutter den Kreis der Fixsternbilder am Himmel als Halsbandschmuck, und die Weltenachse war ihr Spinnrocken, an dem sie die Geschichte des Weltalls spinnt.

In den zwölf „wihen nahten“ aber, da ruhte die Gottesmutter aus vom Weben, hielt inne. Sie feierte und sann nach. Da war es Zeit für die Menschenkinder, auch über ihr Geschick nachzusinnen und gute Wünsche für sich und die Seinen in die feierliche Weltenruhe hinein zu entsenden.

Keine Menschenfrau entweihte diese zwölf Nächte der Weltenruhe durch Spinnen, noch vor Beginn des Festes war jeder Spinnrocken leergesponnen und blieb es während der ganzen Feier. So wuchsen die Frauen der Gottesmutter zur Vertrauten, weil sie teilnahmen an ihrer Ruhe und ihrem Sinnen, wie sie teilnahmen an dem Fleiß des übrigen Jahres, und die Männer stählten im Feiern die Kraft zu neuen Mannestaten.

Doch der liebste Ausdruck der guten Wünsche waren ihnen die Weihenachtgaben. …

An dem Feste der „Wihen Nahten“ hielten auch alle unsere Blutsverwandten fest, die im heiligen Frühling auswanderten zu fernen Landen, nach dem Süden, der Sonne zu.

Bild: Mario Neumann aus Hilbersdorf in Sachsen. “obs/CeWe Color AG & Co. OHG”

Aber weil es nicht nur blutsverwoben, sondern heimatverwoben ist, so ließ es sich nicht leicht in südliche Länder verpflanzen. Es ist ein Fest des Nordens, in dem der Mensch sich endlange Wochen nach der Heimkehr der Sonne sehnt, in dem er darbt und friert und leidet unter den Wintermonden und dem Frühlingserwachen entgegenjubelt, schon am ersten Tage der Wintersonnenwende.

Was sollte es da den ausgewanderten Norden in südlichen Ländern, z. B. in Indien noch besagen? Ein Fest des Erinnerns an die Heimat konnte es bleiben, aber nicht die Wintersonnenwende durfte mehr im Mittelpunkt stehen, sondern nur der tiefere Sinn der Feier, der Dank für die segnende, göttliche Liebe. …

Unser Volk, das in der Heimat blieb, hat selbst unter dem neuen Glauben viele der Ursitten des Festes beibehalten, vor allem den tiefen Sinn, daß es ein Fest der Dankbarkeit für göttliche Liebe ist, die die Menschen sich durch Gabengeben und gute Wünsche auch gegenseitig zu zeigen versuchen. …

Wenn auch viel des blutverwobenen und des heimatverwobenen Weihenachtfestes von unserem Volke in zähem Kampf erhalten wurde, so fehlt dem Feste bei vielen das Weltallverwobene dieser stillen, heiligen Nächte der Ruhe.

Wie viele denken nicht mehr an den Sinn der Ruhezeit. Wie wenige schauen wohl in diesen Weihenächten auf zu den Sternenwelten und ihrer unermeßlichen Ferne und Stille?

Manche sind so im Großstadttaumel untergegangen, daß sie, von lärmender Neujahrsfeier heimtaumelnd, einen stumpfen Blick zu diesen Weiten hinwenden, ohne jedes innere Erleben.

Wie sollte da dies Fest das Erhabenwerden über das Schicksal, das Herausheben aus dem Engen und Kleinen, das Starkwerden vor dem wehleidigen Verzagen und das Beharrlichbleiben bei dem Verfolgen eines großen Zieles der Menschenseele schenken können, was die unerbittlichen, niemals wankenden Gesetze des Sternenkreises so eindringlich künden?

Und aus der damaligen Zeit nach dem Zusammenbruch des Volkes nach dem ersten Teil des Weltkrieges, in dem wir bis heute stehen, kann sie hoffnungsvoll, aber auch schon mit Bedenken berichten:

Doch ein neues Erwachen der Naturliebe geht durch unser Volk. In Scharen stürmt die Jugend aus dem einsargenden Häusermeer in den 12 Weihenächten hinaus in die Winterpracht auf die sonnenumfluteten, einsamen Bergesgipfel.

Karvendelgebirge (Bild: view-stern)

Freilich, gar mancher undeutsche Großstadtsumpf wagt sich mit hinauf auf die heiligen, reinen Höhen. Doch diese reden in ihrer stillen, feierlichen Ruhe, in der flimmernden Pracht der Schneefelder auch zu den Entarteten.

Noch eindringlicher als die Schönheit der lichtüberfluteten Tage aber reden die schweigsamen Sternennächte in ihrer unerhörten Winterklarheit. Sie künden den Großstadtgewohnten, zur Weihenacht Heimgekehrten vom weltalldurchseelenden Gotte, wie einst unseren Ahnen.

Von Jahr zu Jahr mehrt sich die Zahl derer, zu denen die Sternennächte in den Weihenächten wieder reden können, weil sie wieder heimfanden zur Naturverbundenheit.

Aber von Jahr zu Jahr wächst auch die Zahl derer, die wieder heimfanden zur Ahnenehrung und die die seelentiefe Feier unserer Vorfahren wissen und ehren, statt sie zu leugnen oder zu entstellen.

So war es vor 85 Jahren. Heute sieht es so aus, als sei die Zahl der gottwachen, der Schöpfung verbundenen Deutschen noch weiter geschrumpft.

Doch das kann sich ändern, gerade in der größten Volksgefahr, in die eine deutschfeindliche Regierung uns mit voller Absicht hineingebracht und uns jeden Schutzes beraubt hat.

Gerade angesichts dessen kann es sein, daß der Freiheitswille und die Besinnung auf das eigene Erbe zu einem ungeahnten Aufbruch des Volkes zu sich selbst führt.

Letztlich aber gilt auch hier das Wort Mathilde Ludendorffs:

Kultur zählt nicht, Kultur wägt.

Fortsetzung folgt

Auch Japan bekam “sein” Siegertribunal

Lore Waldvogel

stellt in diesem Gastbeitrag die herausragenden Rechtsauffassungen des

Völkerrechtsexperten Radhabinod Pal

vor. Eingehend zeigt sie die Parallelen der Behandlung Deutschlands und Japans nach 1945.

Radhabinod Pal aber wurde – wie Wikipedia schreibt –

1946 … als Vertreter Indiens zum Richter am Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten berufen, der für die Durchführung der Tokioter Prozesse gegen Verantwortliche der Kaiserlich Japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg und besonders im Pazifikkrieg zuständig war.

Dabei erreichte sein Votum besondere Aufmerksamkeit:

Während bei der Verkündung am 12. November 1948 als Urteil das Mehrheitsvotum von den Richtern aus den USA, Großbritannien, der Sowjetunion, der Republik China, Kanada und Neuseeland angenommen wurde und die Richter aus den Niederlanden, Frankreich, Indien, Philippinen und Australien einzelne Minderheitsvoten veröffentlichten, wurde besonders sein Freispruchsvotum für alle Angeklagten bekannt.

Pal kritisierte in seiner 1.235-seitigen Rechtsansicht, daß nur Japaner angeklagt wurden und über diese ausschließlich von ihren Gegnern gerichtet wurde, und warf den Prozessen damit Siegerjustiz vor, daß das Grundprinzip der Unschuldsvermutung nicht zur Anwendung kam, bereitwillig auch Hörensagen als Beweis akzeptiert wurde, sowie daß zum Zeitpunkt der Taten die Hauptanklagepunkte des Führens eines Angriffskrieges bzw. „Verbrechens gegen den Frieden“ nicht strafbar waren (nulla poena sine lege).[1]

Die Veröffentlichung seines Votums wurde in Japan von den Besatzungsmächten verboten.

Soweit Wikipedia, und nun der Text von Lore Waldvogel:

Gedenkstein für Radhabinod Pal im Yasukuni-Schrein (2005) (Bild: Wikipedia)

Radhabinod Pal und die Tokio Prozesse: eine (fast) vergessene Geschichte

Der indische Richter und Völkerrechtsexperte Radhabinod Pal stellte die Siegerjustiz der Alliierten in Japan bloß — außerhalb Japans hat jedoch kaum jemand von ihm gehört.

Am 12. November 1948 verkündeten die Alliierten das Urteil:

von 25 Angeklagten wurden sieben zum Tode verurteilt, darunter Japans Premierminister während des Zweiten Weltkriegs, Tojo Hideki. Sein Selbstmordversuch in amerikanischer Gefangenschaft im Jahr 1945 war gescheitert, und so mußte er das Kriegstribunal von Anfang bis Ende über sich ergehen lassen.

Die Vorlage für den Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten, auch bekannt unter dem Namen „Tokio Prozesse“   (東京裁判 – Tokio Saiban, 1946-1948), bildeten die Nürnberger Prozesse.

Ähnliche Dinge, die man den Deutschen vorgeworfen hatte, wurden nun auf Japan übertragen. Den Angeklagten wurde vorgehalten, sie hätten eine Verschwörung gegen den Weltfrieden, Mord sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen.

Zwei Anklagepunkte wurden aus Mangel an Beweisen nicht verhandelt: die „Invasion in Thailand“ und die „Verschwörung von Japan, Italien und Deutschland um Weltherrschaft“.

Einige Kommissionsmitglieder, insbesondere der Holländer Bert Röling und der Franzose Henri Bernard, brachten Einwände zu einzelnen Vorwürfen vor.

Nur der aus Kalkutta stammende Richter Radhabinod Pal, der Indien vertrat, erklärte sich mit keinem der Anklagepunkte einverstanden.

Er lehnte die gesamte Vorgehensweise der Alliierten in diesem Militärtribunal als willkürliche Siegerjustiz ab, weil sie mit Gerechtigkeit nichts zu tun hatte und das Völkerrecht mit Füßen trat. In seiner 1.235 Seiten umfassenden, in geschliffenem Englisch verfaßten Schrift plädierte er für Freispruch aller Angeklagten.

Die Alliierten waren entsetzt: Wie hatte das passieren können? Wie war ein solcher Mann in die Kommission gelangt? Die Sache war umso peinlicher, als der Inder der Einzige in der Kommission war, der sich mit Völkerrecht auskannte.

Pal wurde überstimmt. Die Todesurteile wurden am 23. Dezember 1948, dem 15. Geburtstag des heute amtierenden Kaisers Akihito, vollstreckt.

Einer Legende zufolge hinterließ Tojo Hideki noch kurz vor seiner Hinrichtung ein Haiku zu Ehren des indischen Richters. Auf dem Gelände des berühmten Yasukuni-Schreins, wo japanische Kriegsgefallene geehrt werden, wurde auch ein Monument zu Ehren Radhabinod Pals errichtet — allerdings erst nach dessen Ableben. Der Kaiser hatte ihm aber noch ein Jahr vor seinem Tod den Orden des geheiligten Schatzes verliehen (1966).

Die Gebetshalle (haiden) des Yasukuni-Schreins, an der Vorderseite hängt das Nationale und Kaiserliche Siegel Japans (Text und Bild: Wikipedia)

Die Alliierten versuchten mit aller Macht, das abweichende Urteil Pals vor der Welt geheim zu halten. Lange Zeit wußte weder die japanische noch die amerikanische Öffentlichkeit davon.

In Japan wurde die Publikation der Schrift von den amerikanischen Besatzern verboten. Die geplante Versenkung im „Erinnerungsloch“ (George Orwell) gelang aber nicht vollständig.

Heute kann man das Buch von der Homepage der japanischen „Gesellschaft für die Verbreitung historischer Tatsachen“ (Society for the Dissemination of Historical Fact) herunterladen.

Der amtierende Ministerpräsident Japans, Shinzo Abe, der sich auch Geschichtsrevisionisten als Regierungsberater gestattet, reiste bei einem Staatsbesuch in Indien im Jahr 2007 eigens nach Kalkutta, um sich mit Pals Sohn Prasanto zu treffen.

Die Kritik blieb nicht aus: den Japanern wird ohnehin ständig vorgeworfen, sie zeigten nicht genügend Reue für ihre Untaten, sie sollten sich gefälligst ein Beispiel an den Deutschen nehmen.

Man unterstellte außerdem, daß Abe dieses Treffen als Ersatz für einen Besuch beim Yasukuni-Schrein anberaumt hatte — der Ort in der Hauptstadt Tokio, an dem die Japaner ihre Kriegsgefallenen einschließlich ihrer sog. „Kriegsverbrecher“ ehren. Abe hat den Yasukuni-Schrein, der als Pilgerstätte für japanische Nationalisten gilt, bislang nicht offiziell besucht, aus Rücksicht auf die diplomatischen Beziehungen zu Korea und China. Es wird aber gemunkelt, daß er den Schrein inoffiziell aufsucht.

In Indien, wo man heute den amerikanischen Traum träumt, erinnert man sich kaum noch an den mutigen Landsmann. Für japanische Revisionisten ist die Schrift The Dissentient Judgment of Justice Pal (Das Sondervotum des Richters Pal) eine Goldgrube.

Hierzulande ist sie weitgehend unbekannt. Und das, obwohl uns Pals sezierender Blick auf die völkerrechtliche Argumentationsbasis der Ankläger bei den Tokio Prozessen auch Einiges über die Geisteshaltung der Alliierten bei den Nürnberger Prozessen verrät.

Die Gnadenlosigkeit der Sieger

Pal weist in seiner Schrift mehrfach darauf hin, daß unsere Wahrnehmung häufig auf „Illusionen“ beruht, daß wir vielleicht nur „träumen“ — und impliziert damit, daß harte Urteile zu vermeiden sind.

Der Begriff maya, der Schleier der Täuschung, ist ein zentraler Begriff im Hinduismus, der die Begrenztheit der menschlichen Wahrnehmung und das (Selbst-)Täuschungsvermögen des Geistes berücksichtigt. Die Vorstellung, daß unsere sichtbare Welt von Göttern geträumt wird, geht auf ein altes indisches Epos zurück, den Traum des Gottes Vishnu.

Neben den völkerrechtlichen Widersprüchen war es auch die völlige Abwesenheit einer gnädigen Gesinnung, die Pal empörte: die rachsüchtigen Anklagereden seien zwar unterhaltsam, aber wenig informativ und von emotionsgeladenen Gemeinplätzen durchdrungen gewesen.

Was die Welt nach diesen Katastrophen bräuchte, seien aber nicht Selbstgerechtigkeit und Rachedurst, sondern „Großherzigkeit und verständnisvolle Barmherzigkeit“ („generous magnanimity and understanding charity“, 700). Er fand, es sollte niemandem gestattet sein, den Namen der Justitia anzurufen, um eine Racheorgie zu rechtfertigen.

Der japanische Anglistik-Professor und Kulturhistoriker Shoichi Watanabe, der Pals Kernthesen in einem Buch zusammengefaßt und erläutert hat, legt nach:

Noch das europäische Mittelalter kannte mehr Humanität.

Ritterlichkeit („chivalry“), der Ehrenkodex in der militärischen Auseinandersetzung im Mittelalter, sei ein Merkmal zivilisierten Bewußtseins. Diese und andere gute europäische Eigenschaften hätten die Puritaner über Bord geworfen, als sie nach Amerika auswanderten:

Amerika war eine Nation, die von den Puritanern begründet wurde, und die Puritaner waren im Wesentlichen eine radikalprotestantische Sekte. Sie betrachteten Europas Mittelalter als finsteres Zeitalter („the dark ages“), und wußten mit seinen Traditionen nichts anzufangen.

Die Begründer Amerikas kappten ihre europäischen Wurzeln endgültig mit dem Unabhängigkeitskrieg. Die Amerikaner waren so darauf erpicht, etwas Neues zu erschaffen, daß sie darüber ihre europäische Vergangenheit größtenteils vergaßen.

Ein gewisser Sinn für Ritterlichkeit ging verloren.

Der Begriff der Ritterlichkeit entwickelte sich im Mittelalter und erlebte damals seine Blütezeit. Ritterlichkeit verlangte, daß man seinen Gegner als ebenbürtig betrachtete; aber die amerikanischen Einwanderer betrachteten die Indianer nicht als ebenbürtig.

Mit der Mißachtung des Mittelalters ging die Mißachtung der Ritterlichkeit einher, und das Ergebnis ist die Auflösung dieses Geistes und der damit einhergehenden Werte. (Watanabe, S. 4)

Watanabe lenkt hier die Aufmerksamkeit auf die ethische und kulturelle Prägung führender alliierter Mächte, die bei Pal angedeutet wird. Zu Recht:

Tatsächlich ist die Abwesenheit von Gnade und ein ausgeprägter Rachegeist, der sich in sadistischen Straffantasien, Gewaltvoyeurismus und Gut-Böse-Dichotomien äußert, eine auffällige Begleiterscheinung des calvinistischen Glaubens, der sich vor allem in England, Amerika, Schottland, Holland und der Schweiz ausbreitete, natürlich auch in den englischsprachigen Kolonien Australien und Neuseeland und zeitweise auch in Frankreich (Hugenotten).

In der anglistischen Forschung ist bekannt, daß sich mit der erstarkenden

Präsenz des Calvinismus im 17. und 18. Jahrhundert in England

auch die Rechtsprechung veränderte, und daß man jetzt strenger über Verbrechen und Disziplinierung durch Gewalt nachdachte: Die ersten „Zuchthäuser“ entstanden im calvinistisch geprägten Holland und in England.

Das hat nicht zuletzt etwas zu tun mit Calvins Gottesbild, das sich — anders als das Gottesbild Luthers — vornehmlich aus dem Alten Testament herleitet. Calvinistische Theologen werden deshalb nicht müde zu betonen, daß Gott den Sünder „haßt“.

Hinzu kommt die Doktrin vom ewigen Ratschluß Gottes: Der Glaube an die eigene Auserwähltheit und an die ewige Verdammnis der Sünder, die keine Reue, kein Gebet und kein reinigendes Fegefeuer jemals aus ihrer Verstoßenheit erlösen können.

Aus der Konstellation dieser Glaubenssätze ergibt sich eine ethische Matrix, die es beinah unmöglich macht, einen straffällig Gewordenen zu begnadigen. Der alttestamentarische Rachegott hat christlichen Theologen seit jeher zu schaffen gemacht. Deutsche Theologen des 19. Jahrhundert lasen die Fluchpsalmen im Alten Testament als Relikte ritueller Verfluchung im antiken Judentum und lehnten dieses Erbe als barbarisch ab.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die theatrale Darbietung sowohl der Nürnberger als auch der Tokioter Prozesse, die Zeitgenossen auffiel. Das amerikanische Time Magazine nannte das Tribunal im fernen Osten eine drittklassige Version der „Nürnberg Show“, obwohl man die Räume sorgfältig dekoriert und mit Jupiterlampen für die Presse ausgestattet hatte, die dem Ganzen das Erscheinungsbild einer „Hollywood Premiere“ verliehen (Time, 24).

Selbst der Holländer Bert Röling fühlte sich insgesamt zu oft an Hollywood erinnert (Cryer, 46).

Die Theatralität von Bestrafung ist ebenfalls eine auffällige Begleiterscheinung der Theologie Calvins. Und das, obwohl Calvin das Theater radikal ablehnte. Genauso wie Bilder, einschließlich Sprachbilder und die menschliche Vorstellungskraft, galt ihm das Theater als Nährboden für die Sünde.

Wenn es um die Bestrafung von Sündern ging, sollten Prediger diese aber gerne mit allen Mitteln der Rhetorik bildhaft ausgestalten, um sie der Gemeinde lebendig vor Augen zu führen und sie die wahre Gottesfurcht zu lehren.

Die Sprache der Propheten des Alten Testaments, allen voran Jesaja und Jeremias, fand Calvin in dieser Hinsicht besonders vorbildlich. So nimmt es nicht Wunder, daß die bekannte Schrift eines calvinistischen Predigers in England den Titel The Theatre of God’s Judgements (1597) trug — Das Theater der Gottesurteile.

In dem Buch, das auf dem französischen Original eines Hugenotten basiert, geht es aber nicht etwa um das Jüngste Gericht, sondern um die unsichtbare Hand Gottes, die jeden Sünder noch im Diesseits seiner gerechten Strafe zuführt. Hunderte von Kriminalgeschichten aus ganz Europa wurden zu didaktischen Zwecken in den Büchern dieser radikalprotestantischen Moralisten zusammengefaßt und mit hohen Auflagen in der Bevölkerung verbreitet.

Es ist vielleicht kein Zufall, dass gerade die anglo-amerikanische Welt eine besondere Vorliebe für das sex and crime Genre entwickelte. Radhabinod Pal, der mit den literarischen Traditionen der Briten vertraut war, verglich die Tokio Prozesse mit einem „plumpen Moralitätenspiel“ (Cryer, 46). (Das morality play war ein geistliches Spiel im christlichen Mittelalter, das in der Reformationszeit noch stärker didaktische, moralisierende Züge annahm).

Der Haß der friedliebenden Welt auf die sündigen, kriegslüsternen Besiegten, Deutschland und Japan, ist auch ein wiederkehrendes Motiv in Pals Schrift. Dabei nimmt er — oft sehr kritisch — Bezug auf Juristen, die die rechtlichen und ideologischen

Grundlagen für die Nürnberger Prozesse

ausgearbeitet hatten. Darunter Dr. Sheldon Glueck („By what tribunal shall war offenders be tried?“), Robert H. Jackson („Justice Jackson“), Aron Naumowitsch Trainin („The Criminal Responsibility of the Hitlerites“), L.J.L. Oppenheim, Lord Wright, Quincey Wright, und James Fitzjames Stephen.

Letztgenannter war der Onkel der berühmten englischen Schriftstellerin Virginia Woolf. Von ihm ist der Ausspruch überliefert: „Das Strafgesetz verhält sich zur Leidenschaft der Rache wie die Ehe zum Geschlechtstrieb.“

Pal selbst fand, daß ein Militärtribunal nicht von Haß- und Rachegefühlen, sondern von dem Wunsch nach Gerechtigkeit und Aussöhnung motiviert sein sollte. Die verbreitete Haltung des sowjetischen Juristen Aron N. Trainin erschien Pal unseriös, den er wie folgt zitiert:

Die Frage der kriminellen Verantwortung der Hitleristen für die Verbrechen, die sie begangen haben, ist deshalb von allergrößter Bedeutung; sie wurde zu einem drängenden Problem, da die monströsen Verbrechen der Hitlerischen Schlächter den brennendsten und unstillbaren Haß und das Verlangen nach harter Vergeltung („thirst for severe retribution“) in den Herzen aller ehrlichen Menschen in der Welt, die Massen aller freiheitsliebenden Menschen, geweckt haben. (97)

In seinem Buch über Pal nennt Watanabe

eine weitere zivilisatorische Errungenschaft Europas,

hinter die die Alliierten mit ihrer gnadenlosen Rachejustiz zurückgefallen seien: den Westfälischen Frieden von 1648, der den 30-jährigen Krieg beendete. Watanabe impliziert, daß die Militärtribunale der Alliierten die hier niedergelegten Regelungen verletzen:

Der Vertrag beginnt damit, daß er territoriale Dispute anspricht, und besagt dann, daß Religion und Regierung zu trennen seien; er besagt auch, daß große und kleine Länder dieselben Rechte haben, und daß jede souveräne Nation Krieg führen darf. Der Vertrag legt diese Werte fest und hat sie der Nachwelt hinterlassen. Er besagt auch, daß es in einem Krieg keine gute und keine schlechte Seite gibt; nur wenn die Art der Kriegführung schlecht ist, sollte dies bestraft werden (Mißhandlung Gefangener, Töten oder Verletzen von Zivilisten etc.). (Watanabe, 4)

Watanabe fügt hinzu, daß man sich in den nachfolgenden Jahrhunderten an diese Regelung hielt, und daß man noch zu Napoleons Zeiten mehr Ritterlichkeit an den Tag gelegt hätte. Die lebenslange Verbannung des französischen Generals auf die südatlantische Insel St. Helena hatten Zeitgenossen als zu hart empfunden, man fand die britische Haltung „gnadenlos“. „Die Engländer schickten ihn zwar trotzdem ins Exil, weiter ging man aber nicht.“

„Zur damaligen Zeit hätte man es als unritterlich empfunden, einen Feind zum Tode zu verurteilen,“

so Watanabe (4). Nicht nur im Hinblick auf den Westfälischen Frieden ist auch der Anklagepunkt des „Angriffskriegs“ problematisch. Er ist auch für Pal ein Stein des Anstoßes, ebenso wie die Vorstellung, daß der Besiegte der Böse und der Sieger der Gute sei.

Ein Kriegstribunal ist dann angebracht, wenn Kriegsverbrechen begangen wurden, z.B. gegen die Zivilbevölkerung — das sah man 1648 so, und das ist auch der Standpunkt Radhabinod Pals.

Dann gehörten aber eigentlich auch die Vergehen aller Kriegsparteien, inklusive die der Sieger, auf den Tisch. Kriegführung an sich ist kein Verbrechen, zumal der Kriegführende immer behaupten wird, daß er einen Krieg zur Selbstverteidigung führte, was laut Westfälischem Frieden das Recht einer jeden souveränen Nation ist.

Mit dem 1929 unterzeichneten Kellogg-Briand-Pakt hatte sich der Völkerbund inklusive Deutsches Reich und Japan zwar verpflichtet, Streitigkeiten in Zukunft nicht mehr durch Krieg, sondern auf diplomatischem Wege zu lösen — das Recht auf Selbstverteidigung war mit dem Pakt aber weiterhin gewährleistet.

Sowohl in den Nürnberger Prozessen als auch bei den Tokio Prozessen wurde den Besiegten aus diesem Pakt ein Strick gedreht und ihre Kriegshandlungen als „Verbrechen gegen den Friedengewertet.

Besonders kritikwürdig und willkürlich erschien Pal auch die Anwendung sogenannter „ex post-facto laws“ — Gesetzen, die von den Alliierten im Nachhinein erlassen wurden und die dann die Grundlage für Anklage und Verurteilung von Handlungen stellten, die lange vor Inkrafttreten dieser Gesetze stattgefunden hatten.

Fortsetzung folgt

Quellenverzeichnis am Ende des folgenden 2. Teils des Gastbeitrags

Lore Waldvogel fährt in ihrem Gastbeirag fort:

Asiens Herrenrasse?

Johannes Calvin 1504-1564 (Bild: Wikipedia)

Den Glauben an die eigene Auserwähltheit und die besondere Rolle im göttlichen Heilsplan hat der Calvinismus aus dem Judentum übernommen — auch wenn der Calvinist bisweilen von Selbstzweifeln geplagt wird und seine Auserwähltheit in Frage stellt.

Das ist insofern von Bedeutung, als dies ein Punkt war, den die Alliierten den Japanern unterstellten. Schon in der antijapanischen Kriegspropaganda war behauptet worden, es sei eine „nationale Obsession“ der Japaner, zu glauben, ihnen stünde die Weltherrschaft zu, mit Tokio als Welthauptstadt.

In einem amerikanischen Propaganda-Film, der die Volkspsychologie der Japaner erklärt, versichert der Sprecher:

Sie glauben, es sei die Vorsehung der japanischen Kaiser, die ganze Welt zu beherrschen. Diese (göttliche) Bestimmung ihrer Erfüllung zuzuführen und alle Nationen und Völker zu zerstören, die der Erfüllung dieser Bestimmung im Weg stehen, ist die heilige Pflicht der japanischen Armee und Marine. Die japanische Armee ist eine gut trainierte, disziplinierte Streitmacht, bestehend aus Fanatikern. (https://www.youtube.com/watch?v=F1Nxz7a7T5o).

Die Darstellung dieser national-religiösen Haltung ist arg verzerrt und eine böswillige Fehlinterpretation der japanischen Überlieferung. Die Vermutung liegt nahe, daß es sich hier vielmehr um eine Projektion des eigenen Weltherrschaftsanspruchs und der eigenen Auserwähltheit handelt.

Die Behauptung bezieht sich auf das Konzept des „Hakkôichiu“, was so viel bedeutet wie „Die ganze Erde unter einem Dach“. Das stellt ungefähr denselben Weltherrschaftsanspruch dar wie der Vers „Deutschland, Deutschland über alles“: nämlich gar keinen.

Der Begriff stammt aus einem Gebet des ersten legendären japanischen Kaisers Jimmu bei der Gründung der Kaiserstadt Kashihara, das allerdings erst in der modernen Zeit verfaßt wurde. „Hakkô“ bedeutet „acht Kordeln“ und stammt ursprünglich aus dem Chinesischen; die Ziffer acht steht in Japan für alle Himmelsrichtungen, also metaphorisch gesprochen für die Welt. „Ichiu“ bedeutet „unter dem Dach eines Hauses“.

Von einem Glauben an die göttliche Vorsehung zur Weltherrschaft kann allerdings keine Rede sein: Gemeint ist damit eigentlich die harmonische, friedliche Koexistenz der Völker.

Der Begriff wurde zwar im 2. Weltkrieg auch als Propaganda-Slogan für die japanische „Kolonialisierung“ verwendet, die das Kaiserreich damals offiziell zum Schutz Asiens vor den imperialistischen West-Mächten, insbesondere Großbritannien und Holland, und vor dem Kommunismus, betrieben hatte.

Die Alliierten deuteten dies als verbrecherisches Vorherrschaftsstreben Japans — aus reinem Eigennutz, wie es aussieht: Schließlich wurden sie von den Japanern aus „ihren“ Gebieten zurückgedrängt, in denen sie sich mit Opiumkriegen und Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung lukrative Einnahmequellen erschlossen hatten.

Die Riege der alliierten zu Gericht Sitzenden bei den Tokio Prozessen (Bild: en.wikipedia.org)

Bei den Tokio Prozessen wurde den Japanern auch ihr angebliches Herrenrasse-Denken zur Last gelegt.

Die Angeklagten bei den Tokio Prozessen (Bild: Madras Courier)

Es steht außer Frage, daß die Japaner sich ihrer im Vergleich zu anderen asiatischen Völkern außergewöhnlichen Leistungsfähigkeit und Disziplin sehr bewußt sind und waren und großen Wert auf ihre Traditionen legen.

Das heißt aber noch lange nicht, daß sie sich deshalb als überlegene Rasse oder gar als „auserwähltes Volk“ mit Führungsanspruch über die ganze Welt begreifen oder je begriffen haben.

Radhabinod Pal 1886-1967 (Bild: en.wikipedia.org)

Radhabinod Pal nimmt diesen Vorwurf gründlich auseinander:

Jedes gesunde Volk sei in gewissem Maße von seiner Einzigartigkeit überzeugt, was an sich auch nicht problematisch sei, da es dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb entspreche.

Problematisch werde es erst, wenn damit Politik gemacht würde.

Pal erinnert daran, daß ausgerechnet Japan im Jahr 1919 als erstes einen Antrag auf die rassische Gleichwertigkeit der Völker beim Völkerbund in Paris eingereicht hatte — und daß der Antrag aufgrund eines Vetos Australiens und den USA abgelehnt worden war.

Pals Herkunft macht die Diskussion um rassische Überlegenheit besonders brisant. Ihm war das Herrenrasse-Denken der britischen Kolonialherren nur allzu vertraut:

  • Seine Heimatstadt Kalkutta war bis 1911 das Zentrum der britischen Herrschaftsausübung gewesen.

  • Indiens Unabhängigkeit wurde 1947 ausgerufen, als Pal sich gerade in Japan aufhielt.

  • Famine in Indien (Bild: Wikipedia)

    Die Erinnerung an die große Hungersnot von 1943 in seiner Heimat, dem ostindischen Bundesstaat Bengalen, war ihm sicherlich noch lebendig vor Augen.

  • Der auf das politische Versagen Churchills zurückgehende Bengal Famine kostete geschätzt 1,5 – 4 Millionen Menschen das Leben.

  • Für viele Inder ist dies ein bis heute nicht verwundenes und nicht genügend anerkanntes Verbrechen der Briten an der indischen Bevölkerung, das die gefühlte Nicht-Achtung der Europäer gegenüber nicht-weißen Völkern der Welt zu bestätigen scheint.

  • Vom Holodomor weiß man in Indien natürlich noch weniger als vom Bengal Famine in Europa.

Arnold Toynbee 1889-1975 (Bild: Pinterest)

In seiner Verteidigung des gesteigerten japanischen Rassebewußtseins während des 2. Weltkriegs zitiert Pal Arnold Toynbee, dessen Ausführungen über den Herrschaftsanspruch der „englischsprachigen Protestanten“ (316) gegenüber nicht-europäischen Völkern die moralische Überlegenheit der Alliierten gegenüber den Japanern in ein äußerst fragwürdiges Licht rücken.

Pal lenkt die Aufmerksamkeit hier auch auf die religiösen Grundlagen des europäischen Herrschaftsanspruchs, und zitiert aus Toynbees Werk The Study of History:

Die europäisch-stämmigen bibeltreuen Christen, die unter Nicht-Europäern siedelten, identifizierten sich unweigerlich mit Israel, dem Willen Jahwes gehorchend und das Werk des Herrn ausführend, indem sie das verheißene Land („the promised land“) in Besitz nahmen, während sie die Nicht-Europäer, die ihre Wege kreuzten, als Kanaaniter identifizierten, die der Herr seinem AUSERWÄHLTEN VOLK zur Vernichtung oder Unterwerfung anheimgegeben hatte. (316)

Das, was Luther „das gelobte Land“ nannte, heißt im Englischen „the promised land“, im Französischen „la terre promise“: das versprochene Land. (Die bis heute gebräuchlichen Bibelübersetzungen beider Nationen gehen übrigens auf Übersetzungen zurück, die von Calvinisten angefertigt wurden sogar die der französischen Katholiken).

Hier wird unmißverständlich deutlich, daß die Vorstellung von überlegenen Rassen und deren Vormachtstellung in der Welt keine japanische Erfindung war, und daß vor allem die judaisierten Völker mit ihrem Auserwähltheitsglauben in der Welt mehr Unheil angerichtet hatten als die Japaner — Unheil, für das es bislang noch keinen internationalen Prozeß gegeben hatte.

Pals Argumentation verdeutlicht, daß das ganze Verfahren auf einer eigentlich völlig inakzeptablen Doppelmoral fußte. Bei den Nürnberger Prozessen hatte der amerikanische Richter Jackson die Vorbereitung einer Nation, eine andere zu beherrschen, als „das schlimmste Verbrechen“ definiert. Pal nimmt darauf Bezug und argumentiert, wie immer gewandt und reichlich subtil:

Das mag heute so sein. Aber ich sehe nicht ein, wie man [solche Bestrebungen] vor dem zweiten Weltkrieg als Verbrechen bezeichnen kann, als kaum eine große Macht von diesem Makel frei war […] Anstatt alle mächtigen Nationen vor dem zweiten Weltkrieg für kriminell zu erklären, würde ich vorziehen zu sagen, daß sich die internationale Gemeinschaft noch nicht genügend entwickelt hatte, um diesen Makel als Verbrechen zu werten. (66)

Wieso durften die Westmächte die ganze Welt kolonialisieren und ausbeuten, ohne dafür bestraft zu werden, während Japan für seine hegemonialen Bestrebungen in einem Kriegstribunal eines Verbrechens beschuldigt wurde?

Das Massaker von Nanking

Das sogenannte Massaker von Nanking, auch bekannt unter dem Namen „The Rape of Nanjing“, ging in die Geschichtsbücher ein als eines der Hauptkriegsverbrechen der japanischen Armee. Den Protokollen der Tokio Prozesse zufolge wurden mindestens 200.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet sowie rund 20.000 Mädchen und Frauen vergewaltigt.

Die Massaker sollen am 13. Dezember 1937 nach der Besetzung der chinesischen Hauptstadt Nanking durch Truppen der Kaiserlich Japanischen Armee begonnen und sechs bis sieben Wochen angehalten haben.

Japanische Revisionisten bezweifeln heute die Fakten, die dieser Geschichte zugrunde liegen, und meinen, sie seien stark übertrieben, verzerrt dargestellt und z.T. sogar erfunden.

Die Zweifel erscheinen berechtigt, da einige Autoren bereits zugaben, Berichte und Fotos gefälscht zu haben. Auch in einem der populärsten Bücher über das Massaker, The Rape of Nanjing (1997) von der amerikanischen Chinesin Iris Chang, sollen zahlreiche Fotos gefälscht worden sein, wie Higashinakano Shudo, ein Geschichtsprofessor an der Asia University in Tokio, nachgewiesen hat. 

Auch die Aussagen der Zeitzeugen sind sehr dissonant. Neben den Opferberichten gibt es auch Aussagen von Journalisten und ehemaligen Soldaten, die damals in Nanking waren und nichts von einem Massaker mitbekommen haben.

Stattdessen gibt es viele Zeitungsberichte und Fotos von japanischen Soldaten, die bei der Einnahme von Nanking mit der chinesischen Bevölkerung kooperierten. China besteht allerdings auf der Realität der Geschichte und errichtete eine Gedenkstätte für die Opfer, die auch gerne von chinesischen Schulklassen besucht wird.

Der historische Streit um die Tatsachen des Massakers vergiftet die japanisch-chinesischen Beziehungen bis heute. Obwohl das herrschende Narrativ in Japan das sogenannte Massaker anerkennt, wirft man den Japanern vor, sie würden nicht genügend Reue zeigen.

Laut einer Umfrage ist das Erste, was man in China heute mit Japan assoziiert, das sogenannte Massaker von Nanking. Ähnlich wie der Deutsche in Hollywood-Filmen der Nachkriegszeit ausschließlich als „blonde Bestie“ dargestellt wurde, wurde auch dem Japaner in chinesischen Kung-Fu-Filmen nach 1945 die Rolle des Schurken zugewiesen — obwohl die Kriegskunst der japanischen Samurai auf eine sehr ausgefeilte, lange Tradition zurückgeht, in der Begriffe wie Ehre und „Ritterlichkeit“ — japanisch: bushido — keine Fremdwörter sind.

Radhabinod Pal äußerte ebenfalls Zweifel an der Geschichte und mahnte zur Vorsicht: Geschichten über Kriegsverbrechen eigneten sich dazu, starke Gefühle hervorzurufen und den Wunsch nach Rache zu entfachen.

Es sei aber wichtig, Ressentiments zu vermeiden und objektiv zu bleiben. Dies sei umso schwieriger, da diese Handlungen im Krieg geschahen und viele der Augenzeugen selbst emotional involviert oder voreingenommen waren. Mit anderen Worten:

Pal warnte vor emotionaler Manipulation durch Greuelpropaganda seitens interessierter Parteien. Als Beispiel führt er die Unterstellungen an, die während des 1. Weltkriegs dazu dienten, Deutschland in ein schlechtes Licht zu rücken.

Als „klassische Kriegspropagandalüge“ (605) bezeichnet Pal die von den Briten frei erfundene Episode, Deutsche würden ihre eigenen toten Soldaten auskochen und den Schweinen zum Fraß vorwerfen. Die Geschichte sollte damals „in Ägypten, Indien und generell im Osten so weit wie möglich verbreitet werden“, so die Anweisung eines Ronald McNeil an die britische Regierung, obwohl man außer einem englischen Pressebericht keinerlei faktische Grundlagen für die Behauptung hatte.

Pal zitiert außerdem den ehemaligen Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof John Basset Moore, der schon 1933 schrieb:

Ich glaube es gibt nur wenige Menschen, denen bekannt ist, in welchem Ausmaß Propaganda im Bereich internationale Beziehungen eingesetzt wurde.

Pal zitiert auch eine führende englische Zeitschrift, die zugab, daß

der erstaunlich effiziente britische Propagandadienst während des (ersten Welt-)Kriegs den Amerikanern die skurrilsten Märchen verkaufte, die man je ersonnen hatte. Die Bevölkerung hat sich bis heute nicht von diesen angeblichen Informationen erholt, die sie damals in vollem Umfang aufsog. (605)

Obwohl Pal (vielleicht aus taktischen Gründen) davon ausgeht, daß in Nanking schreckliche Dinge stattgefunden haben, findet er keine Hinweise darauf, daß ein solches Massaker von der Regierung gezielt angeordnet wurde. Im Gegenteil: Die Regierung scheint über die Berichte überrascht gewesen zu sein, die über die Botschaft in Shanghai nach Tokio übermittelt wurden. Die Angeklagten könnten für diese Verbrechen deshalb nicht schuldig gesprochen werden.

Pal führt außerdem alle gewaltsamen Vorfälle einzeln auf, die laut Zeugenberichten in den von Japanern besetzten Gebieten von 1942 -1945 begangen wurden, darunter Borneo, Formosa, Sumatra, Java, China und Hongkong. Mit Ausnahme der Philippinen sind diese so geringfügig (im Bereich unter 15), daß ein plötzlicher Gewaltausbruch der japanischen Armee, der in einem Massenmord mit 300.000 Opfern mündete, etwas unrealistisch erscheint.

Im philippinischen Manila hingegen soll 1945 ein ähnliches Massaker wie in Nanking stattgefunden haben („The Rape of Manila“), wobei Pal auch hier immer wieder zweifelhafte Zeugen moniert. In Manila kämpften US-amerikanische Truppen gemeinsam mit der philippinischen Armee, die unter amerikanischer Führung stand, gegen die Japaner.

Die Atombombe

Hiroshima 1945 (Bild: FAZ)

Die Atombombe erlitten zu haben ist Japans größtes Trauma. Angesichts des ungeheuerlichen Vernichtungswillens, der in dieser Art der Kriegführung zum Ausdruck kommt, sieht sich Japan nicht ausschließlich in der Rolle des Täters, sondern auch als Opfer.

Jedes Jahr finden Gedenkfeiern für den Frieden und die Toten von Hiroshima und Nagasaki statt. Bis heute haben sich die Amerikaner nicht für diese unverhältnismäßige Aggression entschuldigt.

US-Präsident Barack Obama wohnte zwar der Gedenkfeier am 71. Jahrestag des Abwurfs der Bombe in Japan bei, seine ausbleibende Entschuldigung wurde jedoch mit Bitterkeit zur Kenntnis genommen und sorgte weltweit für Entrüstung.

Unverhältnismäßig erschien diese Art der Kriegführung auch Radhabinod Pal, der den Zynismus und die Scheinheiligkeit der Alliierten vorführt. Nach dem Krieg behauptete man, die Bombe hätte auch ihr Gutes gehabt: Sie hätte der Welt vor Augen geführt, welche Zerstörung der Rassenwahn und gesteigerte Nationalgefühle nach sich zogen, und die Menschheit ein für alle Mal gelehrt, daß wir „als Menschheit eine Einheit bilden, und mit unseren Mitmenschen egal welcher Rasse, Glaube oder Hautfarbe verbunden sind, durch ein Band, das in der diabolischen Hitze der Explosionen zusammengeschweißt und unzertrennbar wurde.“

Pal meldet seine Zweifel an:

Ich bin mir nicht sicher ob die Atombomben wirklich dazu geführt haben, den Vorkriegs-Schwindel beiseite zu räumen; vielleicht träumen wir nur. […] Es besteht kein Zweifel daran, daß, wenn überhaupt irgendjemand, die internationale Gemeinschaft als Ganze krank geworden ist.

Vielleicht hat das etwas damit zu tun, daß die der internationalen Gruppe zugehörigen Nationen sich in einer Phase des Übergangs zu einer geplanten Gesellschaft („planned society“) befinden.

Aber das ist eine Frage für die Zukunft, und vielleicht ist es auch nur ein Traum. Der Traum all jener, die die Weltpolitik studieren, ist es, das komplexe Zusammenspiel der Kräfte auf ein paar wenige Grund-Konstanten und Variablen herunterzubrechen, so daß die Vergangenheit und sogar die Zukunft in einfacher Schlichtheit leicht greifbar vor uns liegen. Hoffen wir, daß sich das in der Realität umsetzen läßt.

Nagasaki 1945 (Bild: ARD)

Die Atombombe als Mittel, um die unterschiedlichen Identitäten der Völker einzuschmelzen, und den Übergang zu einer neuen Weltordnung einzuläuten? Oder was meint Pal hier mit „planned society“?

Es ist nicht die einzige Stelle, bei der man den Eindruck gewinnt, daß Pal uns durch die Blume etwas über die Nürnberger und Tokio Prozesse sagen will, das an NWO-Verschwörungstheorien erinnert: nämlich, daß die West-Alliierten und die Sowjetunion der Welt nach außen hin eine ideologische Feindschaft vorgaukelten, hinterrücks aber gemeinsame Sache machten, um eine zentralistisch organisierte, geplante Gesellschaftsordnung in der ganzen Welt vorzubereiten.

Pal erschien die Teilnahme der Sowjetunion an diesem Tribunal äußerst fragwürdig, und es ist auffällig, wie häufig und wie kritisch er den sowjetischen Juristen Aron N. Trainin erwähnt. Auf die

Verteufelung des Nationalismus

als angebliche Ursache für den Weltkrieg erwidert Pal:

So entwürdigt und verdreht der Nationalismus in seinen gegenwärtigen Manifestationen auch sein mag, er ist dennoch eine organische und nicht zwingend böse Entwicklung des politischen Lebens des Menschen. (338)

Seine Kritik am Gedanken der Zentralisierung zielt in dieselbe Richtung:

Demokratie und Zentralisierung passen nicht zusammen. Sie sind im Wesentlichen so unvereinbar wie Freiheit und Sklaverei (65).

Und noch ein weiteres schlagendes Argument führt Pal zur Verteidigung des Nationalstaates an:

Die Unterteilung der Menschheit in Nationalstaaten stammt aus einer Zeit, in der die Idee vom Weltreich („World Empire“) aufgegeben worden war, und alle Staaten einander unabhängig begegneten, ohne übergeordnete Autorität.

Die Unterteilung war unerläßlich: IHRE RECHTFERTIGUNG war, daß die Mitglieder der verschiedenen Staaten so ihre besonderen Eigenschaften und Talente zur Entfaltung bringen konnten, ohne von den widersprüchlichen Ansichten und Bestrebungen Anderer behindert zu werden, die vielleicht eine völlig andere Sicht auf die Welt hatten.

Eine solche nationale Ausprägung ist von besonderem Wert, weil das der einzige Weg ist, der es einer nationalen Gruppe mit einer durchgehenden Begabung erlaubt, ihr Eigenleben, ihre ureigenen Talente und Fähigkeiten, zur vollendeten Entfaltung zu bringen.

Es ist die Aufgabe einer nationalen Gesellschaft, jede in einem Volk innewohnende Fähigkeit zu entwickeln, und sie wird dadurch gerechtfertigt, daß sich auf diese Weise jeder überall sinnvoll einbringen kann. (60)

Ein interessantes Argument für den Nationalismus, das man vielleicht auch mal im aktuellen Diskurs anbringen könnte!

Den antinationalen Linksliberalen von heute wird der Kopf schwirren, wenn sie hören, daß es einmal eine Zeit gab, in denen die ausgebeuteten, nicht-weißen Völker in den ehemaligen Kolonien den Nationalismus als Befreiung von den anmaßenden Welteroberungsplänen und der Fremdherrschaft der Westmächte, allen voran Englands, betrachteten.

Aus dieser Perspektive erscheint der Nationalismus doch wie ein historischer Fortschritt im besten, marxistischen Sinne — die Befreiung aus einer Situation der Unterdrückung hin zu einer gerechteren Gesellschaftsordnung?

Apropos Verschwörung: Interessant ist auch der Anklagepunkt, Japan und Deutschland hätten sich gegen den Frieden verschworen (conspiracy).

Dieser Vorwurf erschien Pal besonders absurd. Er zeigt auf, daß die japanisch-deutsche Allianz ganz überlebenspraktische, nachvollziehbare Gründe hatte. Beide Länder hatten sich nach ihrem Austritt aus dem Völkerbund weltpolitisch zunehmend isoliert gefühlt und fürchteten denselben Feind: die kommunistische Internationale.

Der Antikomintern-Pakt, den das Deutsche Reich und das Japanische Kaiserreich 1936 gemeinsam unterzeichnet hatten, war nach Pal nicht als Verschwörung oder Geheimplan zu deuten. Es gab zwar ein geheimes Zusatzabkommen, das der Anklage als Beweis für eine „Verschwörung“ diente. Dieses bezog sich aber nur auf die gemeinsame Verteidigung gegen die Sowjetunion.

Pal konnte im Wortlaut dieses Zusatzabkommens nichts Aggressives oder Verschwörerisches erkennen. Den Vorwurf, die japanische Regierung hätte vor und während der Zeit des 2. Weltkriegs einen geheimen Plan verfolgt, hatte schon der Verteidiger George Yamaoko als

eines der merkwürdigsten und unglaubhaftesten Dinge, die jemals in einem Gerichtsprozeß verhandelt worden sind (179)

bezeichnet. Als weitere Rechtfertigung für den Abwurf der Atombombe auf Zivilisten diente den Alliierten das vorgebliche Ziel, den Krieg zügig zu Ende führen zu wollen.

Pal findet diese Aussage bemerkenswert, galt den Alliierten doch bis dahin Kaiser Wilhelm II. als Inbegriff deutscher Grausamkeit. Pal zitiert einen Brief an Kaiser Franz Joseph I., in dem der deutsche Kaiser vorgeschlagen hatte, den Krieg so rasch wie möglich, innerhalb von zwei Monaten, abzuwickeln, anstatt ihn über Jahre auszudehnen — dazu sei jedes Mittel und jedes Opfer recht, inklusive Frauen, Kindern und alten Männern.

Pal wunderte sich: Wenn der Kaiser aufgrund dieser Aussage so ein Unmensch war, wie konnte man mit derselben Logik den Abwurf einer Atombombe auf japanische Frauen und Kinder rechtfertigen?

Pals Schrift schließt mit einem Zitat von Jefferson Davis, dem Führer der Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65). Das englische Zitat ist auch auf dem Denkmal für Pal im Yasukuni-Schrein eingraviert:

Wenn die Zeit die Wogen geglättet und Vorurteile besänftigt hat,
wenn die Vernunft der Falschdarstellung die Maske vom Gesicht gerissen hat,
dann wird Justitia ihre Waagschalen ins rechte Lot bringen und verlangen,
daß der Tadel und das Lob von einst ihre Plätze tauschen.

Coda

Radhabinod Pal (1886-1967) war von 1952 bis 1966 Mitglied der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen.

Prasanta Pal, der Sohn Radhabinod Pals

Sein inzwischen verstorbener Sohn Prasanta verfügte in seinem Testament, daß in seinem Haus in Kalkutta eine Bibliothek zu Ehren seines Vaters eingerichtet werden soll.

Oft ist behauptet worden, daß sich Pal mit den Japanern als Leidtragende westlicher Aggression identifizierte, und daß sein Sondervotum auch als Rache an den Briten zu verstehen ist.

Es ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, daß Pal aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen in Indien weitaus kritischer eingestellt war als zum Beispiel ein Bert Röling aus Holland.

Den Vorwurf der Parteinahme wies Pal jedoch vehement zurück: Als Richter sei es ihm ausschließlich um Gerechtigkeit gegangen.

Jahre später, bei einem Besuch in Japan, war er entsetzt darüber, daß sich die Japaner, die Opfer der Atombombe geworden waren, mit Schuldgefühlen herumtrugen.

Er soll gesagt haben:

Ich kann nicht untätig danebenstehen und dabei zusehen, wie künftige Generationen japanischer Kinder mit einem schiefen Schuldgefühl belastet werden, das sie mit Unterwürfigkeit und Verfall infiziert. (https://www.youtube.com/watch?v=lVbMaJIyhKQ, 3:52)

In den von Rachsucht und einer fragwürdigen Doppelmoral getragenen Urteilen der Tokio Prozesse, die Japan anzunehmen gezwungen war, sah Pal die Ursache für einen ungesunden Schuldkomplex, der schon allein deshalb abzulehnen war, weil er auf verdrehten Tatsachen beruhte.

Aus seiner Sicht hatten die Tokio Prozesse Japan nachhaltiger geschadet als die Atombombe.

Photo taken in November 2016 shows Shoichi Watanabe, an English scholar known as a conservative opinion leader in Japan. Watanabe died of heart failure at the age of 86 at his home in Tokyo on April 17, 2017, people close to the matter said. (Kyodo)
(Photo by Kyodo News via Getty Images)

Shoichi Watanabe sieht das auch so und hofft, daß sich die ganze Welt mit Pals Schrift befaßt. Für ihn ist sie der Schlüssel zur Genesung Japans:

Wenn Japan nicht bei Pals Urteil anfängt, dann wird es sich geistig nie mehr erholen können.

(Watanabe, 119).

Quellen:

  • Radhabhinod Pal. International Military Tribunal for the Far East: Dissentient Judgment of Justice Pal. Kokusho – Kankokai, Inc., 1999.
  • Shoichi Watanabe. The Tokyo Trials and the Truth of ‘Pal’s Judgment’. Tokio: The Society for the Dissemination of Historical Fact, 2009.
  • Robert Cryer. Prosecuting International Crimes. Selectivity and the International Criminal Law Regime. Cambridge: Cambridge University Press, 2005.
  • Time Magazine. “War Crimes. Road Show”, 20. Mai 1946.
  • Society for the Dissemination of Historical Fact: http://www.sdh-fact.com/
  • Antijapanischer Propaganda-Film: https://www.youtube.com/watch?v=F1Nxz7a7T5o.
  • Zitate von Pal über Schuld: https://www.youtube.com/watch?v=lVbMaJIyhKQ.
  • Revisionistische Diskussion über Nanking zwischen Jin Matsubara (Politiker der demokratischen Partei Japans, DPJ) und Shoichi Watanabe: https://www.youtube.com/watch?v=3orlrcenBSw
  • Higashinakano Shudo. The Nanking Massacre. Fact versus Fiction. A Historian’s Quest for the Truth. Tokio: Sekai Shuppan Inc., 2005.
  • Iris Chang. The Rape of Nanking. New York: Basic Books, 1997. Übersetzungen liegen auf französisch, japanisch und chinesisch vor.

Anmerkung:

die englischsprachigen Quellen wurden von der Autorin für diesen Artikel ins Deutsche übersetzt.

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