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Satire oder blutiger Ernst?

Reinhard Heuschneider

macht es offensichtlich Spaß, die heutige BRD-„Rechts“-Lage einmal auf die Schippe zu nehmen. Kabarett ist ja der Ort, an dem das Volk den tagtäglichen politischen Unsinn verspottet und so einmal angestaute Luft abläßt. Heuschneider am 25.11.23:

 

rot: Landkreis Dahme-Spreewald (Startpage)

Ein 65 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Dahme-Spreewald – nennen wir ihn Fritz Deutsch – hatte seine Rente mit dem Ausweis „Freistaat Preußen“ beantragt. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung, er dürfe keinen „Fantasie-Ausweis“, sondern müsse einen „gültigen Ausweis“ vorlegen.

Einen gültigen Ausweis vorzulegen, war ganz im Sinne von Herrn Deutsch gewesen, deshalb hatte er ja auch den BRD-Ausweis, den er für ungültig hält, nicht vorgelegt. Er steht auf dem zutreffenden Standpunkt:

Da das Deutsche Reich mit der militärischen Kapitulation vom 8. Mai 1945 nicht unter-gegangen ist und somit nach wie vor besteht, sind wir alle Reichsbürger* und können demnach nicht Bürger der von unseren Feinden geschaffenen Besatzerkonstruktion BRD sein. Das eine schließt das andere aus.

*) Vorsicht: Hausdurchsuchung droht! (Adelinde)

Folglich war der BRD-Ausweis für ihn ein Fantasie-Ausweis, den er mit dem Preußen-Ausweis ersetzte. Er beschwerte sich beim Sozialgericht Cottbus, das zu seinen Ungunsten entschied.

Also klagte Herr Deutsch beim Landsozial-gericht Potsdam, doch auch dieses verlangte den BRD-Ausweis als „gültiges“ Dokument (Az: L 22 R 571/23 BER).

Durch die Medien war mir diese leidige Angelegenheit bekannt geworden, und in Sorge, dieser Patriot könnte wegen der Nichtauszahlung seines Ruhegeldes Not leiden, richtete ich folgenden Brief an ihn.

Sehr geehrter Herr Deutsch,

mit Erstaunen nahm ich Kenntnis von Ihrem Problem und bin überrascht, daß Ihnen die neuen ungeschriebenen Gesetze, eingeführt von Angela Merkels per ordre de mufti erlassenem Ermächtigungsgesetz im Jahre 2015, noch immer unbekannt zu sein scheinen. Wer sich an diese Gesetze hält, hat ausgesorgt und braucht auch keine Sozialgerichte mehr bemühen. Hier mein dringender Rat:

Malen Sie Ihr Gesicht dunkel an und gehen Sie zum Büro Ihrer Rentenkasse. Wenn Sie nach einem Ausweis gefragt werden, sagen Sie einfach, Sie hätten keinen.

Von da ab haben Sie gar nichts mehr zu tun; die jeweiligen Behörden kümmern sich um alles und versorgen Sie mit allem Luxus. Doch betone ich nochmal:

Sie müssen Ihre Hautfarbe verdunkeln und dürfen überhaupt kein Dokument vorlegen! Nur dunkle Hautfarbe plus fehlendem Ausweis zusammen sind das Sesam-öffne-Dich für die beste Versorgung in der BRD. Viel Glück!

Nach zwei Wochen antwortete mir Herr Deutsch:

Sehr geehrter Herr Satirus,

Ihr gut gemeinter Ratschlag ist leider völlig schiefgegangen. Ich hielt mich an Ihre Empfehlungen, doch der zuständige Beamte erkannte sofort, daß mein Gesicht mit schwarzer Schuhcreme geschminkt war, und er sagte mir auf den Kopf zu.

„Sie sind einheimischer Deutscher und kein Ausländer!“,

worauf ich antwortete, das träfe zwar zu, aber die beiden entscheidenden Kriterien hätte ich doch erfüllt, nämlich eine dunkle Hautfarbe und keinen Ausweis, also stünden mir auch die ungeschriebenen Gesetze der Schlepperkönigin Merkel zu.

Da wurde der Beamte ungehalten und fauchte mich an, als deutscher Michel müßte ich doch wissen, daß diese ungeschriebenen Gesetze nur für Ausländer und den Verein „Merkel & Co.“ gälten.

Deutsche hätten sich an die geschriebenen Gesetze zu halten. Es stehe für ihn fest, daß ich die Ausländer um ihre Privilegien betrügen wollte, weshalb er gegen mich Anzeige erstatten werde. Verdutzt fragte ich:

„Wieso denn das?“, worauf er mich anbellte: „Wegen versuchten Betrugs, volksverhetzen-den Rassismus und natürlich Antisemitis-mus.“

„Antisemitismus?“ rief ich erstaunt. „Richtig!“ erklärte der Beamte, „Juden akzeptieren nur die BRD und kein Deutsches Reich. Wer gegen die BRD und für das Reich ist, provoziert automatisch die Juden und ist somit Antisemit!“

Dann sah er mich nachdenklich an und meinte schließlich. „Im übrigen vermute ich, daß Sie selbst mit einem gültigen Ausweis keine Rente mehr bekommen.“

„Wieso?!“ fragte ich verdutzt, worauf der Beamte sagte:

„Wegen der Haushaltssperre fehlen uns 60 Milliarden Euro, dazu kommt der „Doppel-wumms“ von 200 Milliarden, Gelder, die schnell wieder hereinkommen müssen, weil sonst die Gefahr besteht, daß wir die Lei-stungen für die Goldstücke kürzen oder gar streichen müssen. Da sind Rentenkürzungen und -streichungen vorerst die beste Lösung.

https://www.youtube.com/watch?v=rGkJM19pp2Q

Außerdem dürfen wir Selensky und Netanjahu, für deren Freiheit und Schutz wir nicht minder verantwortlich sind, nicht im Stich lassen. Sie kennen doch sicher den weisen Spruch: ‚Deutsches Geld braucht die Welt‘.“

Sie können mir glauben, Herr Satirus, ich war nicht mehr fähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Endlich sagte ich:

„Aber ich kann doch nicht ganz ohne Geld leben, dadurch verliere ich ja auch meine Wohnung und werde zum Obdachlosen!“, worauf der unerbittliche Mann fortfuhr:

„Meines Wissens nach wurden kürzlich im Nobelhotel „Schlaraffia-In“ fünfzig Schutzsuchende aus Somalia untergebracht. Vielleicht läßt der eine oder andere Sie in der Besenkammer übernachten.

Und für das leibliche Wohl gibt es ja noch Armen-Tafeln und Mülltonnen; Pfandflaschen wollen auch gesammelt werden, und in der städtischen Kleidersammlung wird für den Winter sicher noch ein dicker Mantel aufzutreiben sein.“

Und beruhigend fügte er hinzu: „Geduld! Sie haben ja nur noch fünf Jahre zu überbrücken.“ „Fünf Jahre?? Ich verstehe nicht…“

„Nun“, erklärte der Beamte, vom 65. bis zum 70. Lebensjahr sind es bekanntlich nur fünf Jahre. Es liegen Pläne vor, Deutsche über 70 in den Himmel zu schicken und aller Sorgen zu entledigen.

Moritz Neumeier (RTL)

Ein Komiker, namens Moritz Neumeier, hat verlauten lassen, daß dies notwendig sein werde, wenn man die zu uns gerufenen ausländischen Bereicherer nicht brutal und menschenverachtend abschieben wolle.“

Nach kurzer Pause fügte er hinzu: „Gewiß, dieser Neumeier ist zwar nur ein kleiner Clown, aber Clowns sind nun mal die Sprachrohre der Weltenlenker.“

https://www.rtl.de/cms/kabarettist-moritz-neumeier-fordert-im-kultur-sender-3sat-statt-abzuschieben-alle-ueber-70-jaehrigen-toeten-5067303.html

Offenbar machte dem Beamten meine bedenkliche Gesichtsblässe Sorgen, denn er sagte schnell:

„Na, na, na, wer wird denn gleich resignieren! Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Als gewissenhafter BRD-Beamter kann ich Ihnen, einem gefährlichen Volksverhetzer, die Anzeige zwar nicht ersparen, aber vergessen Sie nicht: wenn Sie nichts haben, kann man Ihnen auch nichts nehmen und steckt Sie in den Knast.

Und schon haben Sie ein sicheres Dach über dem Kopf, eine geregelte und ausreichende Verköstigung und obendrein ein warmes Bett. Was wollen Sie denn mehr?!“

Damit war ich entlassen und wankte aus dem Büro.

Sie sehen, sehr geehrter Herr Satirus, ich kann mir jeden weiteren Kommentar ersparen, doch danke ich Ihnen für Ihre Bemühung!

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Deutsch

Ich gestehe, ich war und bin ratlos. Die Frage, was ist in diesem wahnsinnigen BRD-System Satire, was blutiger Ernst, ist beim besten Willen nicht mehr zu beantworten.

Adelinde: Da paßt, was Arnold Gehlen einst erkannte:

Wir leben aus objektiven Gründen in einem Zustand der Sprachverarmung, der differenzierte Gedankengänge seltener macht und sie an den Rand des Tagesbewußtseins schiebt.

Damit steigt die Neigung zu moralisierenden Argumenten, um den Verständigungsprozeß abzukürzen. Diese Verarmung der Sprache erfolgt aus mehreren Gründen:

Die Massenbildung bewirkt selbst schon eine Simplifizierung des Denkens, die Massenme-dien arbeiten in dieselbe Richtung, und die Politik setzt oft ganze Bedeutungsfelder unter Druck …

Und schließlich kommt es zu der letzten Wendung, in der die Realität selber sich der Wortwirklichkeit anpaßt, die Tatsachen und Menschen sich also sozusagen in das Gerede von ihnen hinein entwickeln.

Schließlich und nicht zuletzt sind da die Sieger der Geschichte, die jeweils ihren Ideenvorrat, der mitgesiegt hat, durch-drücken und deren Handlanger jeden verbellen, der unerwünschte Dinge sagt.

Das Verbellen erleben wir heute mit den selbstgerechten Polit-Handlangern, sobald wir anfangen, über Zusammenhänge und Hintergründe des politischen Geschehens aufzuklären!

Wenn du gebildeter bist als die verbellenden Zeitgenossen, kannst du deren moralisierendes Überlegenheitsgebaren erleben. Da bist du machtlos. Sie verstehen eine differenzierende Sprache nicht und sind auch nicht bereit, Zusammenhänge objektiv und grundlegend zu analysieren.

Da kannst du schon mal darauf verfallen, wie Reinhard Heuschneider Satiren zu schreiben, in der Hoffnung, daß die vielleicht noch ein paar Leute richtig verstehen …

 

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KWHugo
KWHugo
6 Monate zuvor

Von Satire zur Realität, wie sie unbemerkt von der Masse bereits seit Anfang der 90er besteht durch Einführung der Fehlbelegungsabgabe für Besserverdienende in Hamburger Sozialwohnungen, aber nicht nur in HH.

2 feuchte Träume der Neobolschewisten gingen damit in Erfüllung: 1. Kontrolle der Gehälter 2. Gängelung für Deutsche. Bei uns im Viertel, schön gelegen gegenüber der Speicherstadt 10 Minuten vom Zentrum entfernt, machte sich die Maßnahme bald optisch in Form von Verwahrlosung und Lärm bemerkbar.

Deutsche verließen das Viertel, die Welt zog ein. Neben uns Zigeuner, unter uns Neger, über uns Türken, wir warteten bis zum Ende unseres Hausbaus in HH Sasel, nicht weit vom Alsterwanderweg.

Problem erkannt, Gefahr gebannt? Bis die ersten Containerdörfer auch dort entstanden, denn der deutsche Staatsdiener macht auf Befehl alles gründlich, auch die eigene Zerstörung.

Aus Hamburg ist meine ganze Familie mittlerweile rausgezogen; aber auch im Landkreis Harburg liest sich die Überschrift aus der gestrigen Ausgabe des Wochenblattes Nordheide, Elbe, Geest vom 25.11.2023 wie folgt: “Bürger plagen Ängste – Landkreis informiert zu spät”. Ergänzend auf der letzten Seite “Informationsabend in Nenndorf eskaliert”-“Flüchtlingsunterkunft Am Hatzbergwird Anfang 2024 bezogen, Anwohner empört".

Daneben: “Ehemalige Grundschule wird Notunterkunft, 120 Flüchtlinge ab Dezember in Neu Wulmstorf”. Aber damit nicht genug, jetzt kommt die Pille für Deutsche: “3 100 Prozent Preiserhöhung – Hansestadt Buxtehude erhöht Erbbauzins von rund 470 auf 14 700 Euro”. Ergänzend dazu wieder auf der letzten Seite “Das ist eine große Katastrophe — Erbbauzins steigt drastisch: Bewohner können weder bleiben noch ihr Haus verkaufen”.

Wohin muß das künstliche Besatzungsgebilde bRD noch steuern? Ist nicht mal Schluß?

D.
D.
6 Monate zuvor

Erfahrungen mit “Recht und Gesetz”

Darüber könnte ich ein Buch schreiben …

Heute vormittag hatte ich ein Telefonat mit einer Bekannten in BW, die einen Zivilprozeß auf der Grundlage eines 2022 in Köln ergangenen Wirtschaftsstrafrechtsurteils anstrebt.

Bei diesem Strafverfahren wurde nachgewiesen, daß der hauptsächliche Straftäter, ein Betrüger, von Geschädigten (es waren insgesamt ca. 150, im Prozeß wurden jedoch nur ca. 50 verhandelt) mehr als 10 Mio. Euro vereinnahmt und für das eigene Luxusleben veruntreut hatte. Bei ihm wurden 6 Mio. Euro sichergestellt.

Meine Bekannte, die sich im Alter von über 70 Jahren nur noch im Rollsstuhl fortbewegen und sich fast nur noch in ihrer Wohnung aufhalten kann, hat eine sehr geringe Rente.

Für den Zivilprozeß, um Schadensersatz zu erhalten, beantragte sie als Geschädigte in diesem Rechtsfall über einen Rechtsanwalt Prozeßkostenhilfe.

Sie war vor mehr als neun Jahren gemeinsam mit ihrem einige Jahre später verstorbenen Mann bei diesem Straftäter ein als todsicher propagiertes Investment mit 100T € eingegangen. Nun kämpft sie um die Gewährung dieser PKH, die zunächst mit der Begründung abgelehnt worden ist:

Ihre Beweise für ihre bescheidene Lebensführung seien nicht glaubhaft: von 4 € / Tag könne niemand leben!

Einem Freund unserer Familie, Schulkamerad meiner Kinder, wurde PKH für die rechtsanwaltliche Erstreitung der Erwerbsminderungsrente gewährt, er muß dafür jedoch monatlich 10 € bezahlen.

Das Sozialgericht Dresden rechnete vor:

“Leistungen nach SGB III (Arbeitslosengeld): 1.083, 90 € abzüglich Freibetrag: 552,00 €

Wohnkosten: (300,- Miete + 90 € Heizung) 390,00 €

Kfz-Haftpflicht: 41,86 €

KfZSteuer: 12,67 €

Unfall-Versich: 5,49 €

Lebens-Renten 33,00 €

verbleiben 21,88 €

Gemäß § 115 Abs. 2 ZPO sind bei einem verbleibenden
monatlichen Einkommen in Höhe von 21,88 € monat-liche Raten in Höhe von 10,00 € zu zahlen.

Soweit das Sozialgericht.

Wir entnehmen daraus, daß unserem Freund, 59 Jahre alt, der seit der Lehre mit 16 Jahren bis vor kurzem durchgängig gearbeitet hat, kaum mehr als “Bürgergeld” zum Leben zugestanden wird

Daß hier, im Osten an der polnischen Grenze, so viele Menschen “die Schn voll” haben, ist kein Wunder

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