Montag, 1. Juni 2026 von Adelinde
Der Tod löscht alle Schmerzen aus.
Er ist ihr Ende, und über ihn
geht unser Leiden nicht hinaus.
Er führt uns wieder in den
gleichen Ruhezustand zurück,
in dem wir uns vor der Geburt
befunden haben. Seneca d.J.
Adelinde
Der Glaube an die Auferstehung nach dem Tode wie auch der Glaube an die Wiedergeburt sind Traumge-bilde aus dem Selbsterhaltungswilllen heraus, der in uns sterblichen Lebewesen dafür wirkt, daß wir un-ser Leben nicht „vorzeitig“ aufgeben, wegwerfen, wenn es uns zu beschwerlich geworden ist.
Das ist sinnvoll. Daraus aber entsteht der Unsterb-lichkeitswille und aus ihm schafft der Mensch mit seinem Bewußtsein Traumgebilde, die er für absolute Wahrheit ausgibt.
Bei näherem Hinsehen wäre das etwas, was Mutter Natur entgegenstünde, die das Ewig-Gleiche nicht will. Sie will den Wandel. Wer sich mit dem Gedanken des Sterben-Müssens vertraut macht, erlebt zugleich ein Verantwortungsbewußtsein seiner eigenen ihm gegebenen Lebenszeit gegenüber.
Der Mensch hat die Freiheit, in seiner begrenzten Lebenszeit die Welt mit Gutem, Schönem, Wahrem, mit Menschenliebe zu beschenken und damit ein Stück Heimat für die Mitlebenden zu sein, eine Verwirklichung des Göttlichen in ihm, die auf die Mitwelt ausstrahlt.
Er kann sich dem aber auch aus Habgier im unauf-hörlichen „Lebenskampf“ verschließen und seiner Mitwelt eine Störung bis hin zum Schrecken sein. Das aus der Selbstsucht hervorgehende Machtge-bilde, das Einzelne anstreben und sich erlauben, den Menschen aufzudringen, ist gottfern, steht der Vollkommenheit der sonstigen Natur fremd und kalt gegenüber.
Es ist der Ausfluß der Wahlfreiheit, die dem Men-schen durch seine Unvollkommenheit gegeben ist.
Wenn solche verfehlten Leben ewig bestünden: Welche Gottwidrigkeit stellte eine solche Möglichkeit dar! Das Todesmuß schützt uns vor solchem Horror.
Daß besonders wertvolle Menschenleben ebenfalls im Tode erlöschen müssen, das schmerzt oft zu-tiefst. Doch uns bleibt die Erinnerung an sie. Und der Schmerz kann uns läutern, uns dazu führen, den verbleibenden Rest unseres Daseins ausschließlich im Sinne des Guten, Wahren, Schönen zu gestalten.
Posted in Philosophie
Der einsamste Moment im Leben eines Menschen ist die Todesstunde. Da geht es zur Sache.
Im Hinblick darauf, erklärt sich, daß sich in diesem Geschehen alles darauf konzentriert, was im Bewußtsein des Menschen programmiert wurde. Hier läßt die Vielfalt der Ideologien und damit verbundenen Handlungen eines Menschenlebens ihre bleibenden Abdrücke.
Die materielle Existenz hat ihr Verfallsdatum – wer wie, wann und weshalb dran ist, weiß keiner. Der Vorgang des Verfalls der Materie ist beschlossen und unabänderlich. Ein Vulkan, eine Überschwemmung, ein Tornado, ein Menschenmob usw. kann nicht lernen, daß da Menschen sind, die leiden.
Was allen Menschen bleibt, wie ein unablösbarer Alleskleber am Schuh, ist die immaterielle Komponente, die jeder in sich trägt, auch wenn viele diese ignorieren. Je ignoranter die Menschen werden, ja sogar Verbrechen akzeptieren, erledigt sich hier was? Genau, nichts für den Ablauf in der Natur! Der Verfallsprozeß wird nur beschleunigt, das ist alles. Naturgesetz.
Churchills brennendes Dresden. Sein oder Nichtsein? Hitlers 3. Reich. Sein oder Nichtsein? Stalins Millionengrab. Sein oder Nichtsein?
Des Menschen Wille, ist sein Himmelreich oder seine Hölle. Aus dieser Gesetzeslage entrinnt keiner. Ob die Notwehr, der wir ja auf dieser Welt alle ausgesetzt sind, keine Grenzen kennen darf, das ist hier die Frage. Es ist eine Frage der Intelligenz, die wiederum von einer immateriellen Komponente beeinflußt wird oder nicht.
Der letzte Atemzug läßt Krieg und Mord und Totschlag die politisch Verantwortlichen ihre verheerenden Entscheidungen vergessen? Die Hilflosigkeit sterbender Materie macht alles zunichte? So wie ein Traum dem Menschen etwas Wichtiges sagen kann, so wird der letzte Bewußt-seinsfunke eines Sterbenden ihm ganz genau signali-sieren, daß die Anstrengung seines Lebens anderen das Leben gekostet hat.
Das Letzte, was einen Menschen begleitet, ist seine immaterielle Komponente. Wer nur nach materiellen Gesichtspunkten zerstörend lebte, wird den Hauch des erleichternden Loslassens von der Welt nicht spüren können – was dann kommt, so kann man nur hoffen, ist die Auslöschung dieses destruktiven Zustandes eines völlig sinnlosen Lebens.
Aber was wissen wir schon? Wer aber seine innere immaterielle Komponente, seine innere Stimme nicht ignoriert, weiß mehr.
Wir sind den Gesetzen der Handelnen auf dieser Welt unterworfen. Gewalt und Notwehr. Es gilt zu bedenken, daß die Bedrohung durch wen auch immer, unberechenbare Folgen hat.
A.S.
Guten Morgen, Frau Beißwenger!
Ich bin Heide, aber wohl kein Esoteriker, und frage mich, woher Seneca weiß, daß mit dem leiblichen Tod alles aufhört? Da gibt es eine kleine Geschichte (ich weiß nicht, von wem sie stammt):
Unterhalten sich Zwillinge im Mutterbauch. Sagt der eine „Ich freue mich so auf die Geburt, bin gespannt, wie das Leben da draußen ist.“ Erwidert der andere: „Es gibt kein Leben nach der Geburt. Noch nie ist jemand zurückge-kommen und hat erzählt.“
In dem Zusammenhang empfehle ich das Buch „Nahtoderfahrung“ von Wolfgang Knall, einem Arzt, der aufgrund seiner Erlebnisse mit klinisch toten, aber wiederbelebten Patienten gleichsam wider Willen zu der Erkenntnis kam, daß das Bewußtsein sich des Gehirnes bedient, aber nicht das Gehirn das Bewußtsein hervorbringt.
Mit freundlichem Gruß und allen guten Wünschen
Friedrich Baunack
Nahtod ist nicht tot. Bei den Nahtoderfahrungen arbeitet das Gehirn noch. Ist der endgültige Tod eingetreten, gibt es keine Erinnerung, kein Denken, kein Träumen mehr.