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Adelinde

Schiller:

In einer Gesellschaft der Unfreien wird die Macht der Willkür und des Egoismus ange-betet. Napoleon kann ein Abgott nur für diejenigen sein, die nicht ihre Freiheit wollen, sondern die Macht anbeten, die sie selbst nicht haben.

Da haben wir den Geist Schillers, den Churchill so sehr fürchtete, daß er ihn den Deutschen „austrei-ben“ wollte. Deutlich ist dieser Geist in Schillers „Wilhelm Tell“ angesprochen, im Schwur vom Rütli:

Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht,
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
Wenn unerträglich wird die Last – greift er,
Hinauf getrosten Mutes in den Himmel,
Und holt herunter seine ewgen Rechte,
Die dort oben hangen unveräußerlich
Und unzerbrechlich wie die Sterne selbst –
Der alte Urstand der Natur kehrt wieder.

Wer weiß schon, daß Hitler die Aufführung des „Wilhelm Tell“ in Deutschland ab 1941 verboten hat!

Der Führer wünscht, daß Schillers Schauspiel Wilhelm Tell nicht mehr aufgeführt wird und in der Schule nicht mehr behandelt wird.

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/0306-schiller-wilhelm-tell-verbot-hitler-ruetlischwur-100.html

So schrieb Adolf Hitler am 3. Juni 1941. Und damit war‘s entschieden. Anweisung des Führerhauptquartiers. Streng vertraulich.

Eilfertig beauftragte Reichspropagandamini-ster Goebbels den Reichsdramaturgen un-verzüglich herauszufinden, an welchen Theatern im Reich denn das Schweizer Unabhängigkeitsdrama gespielt werde.

Wilhelm Tell, das lange Zeit erfolgreichste Schauspiel von Friedrich Schiller, im Deut-schen Reich verboten! 

Tyrannenmacht – wie armselig und voller Angst vor dem Volk, das gegen ihn, den Tyrannen, aufstehen könnte! Da sieht man eine gewisse Gemeinsamkeit der Angst vor dem Volk, wenn auch die Ziele dieser beiden Machthaber grundverschieden waren: Chur-chill wollte zerstören, Hitler wollte bewahren.

Zu Schillers Zeit war ein anderer Tyrann an der Macht: Napoleon. Der so „hochgefährliche“ Friedrich Schiller prangert in seinem Gedicht „Der Antritt des neuen Jahrhunderts“ (nämlich des neunzehnten) den mit Napoleon geschlossenen Frieden von Lunéville an, den er als „Untergang der europäischen Frei-heit“ ansah.

Noch einmal macht er seine Philosophie der Freiheit deutlich: Die Freiheit Europas sei zur Beute der kon-tinentalen (Frankreich) und maritimen (England) Hegemonialmächte geworden.

Und das Band der Länder ist gehoben,
Und die alten Formen stürzen ein;
Zwo gewaltige Nationen ringen
Um der Welt alleinigen Besitz,
Aller Länder Freiheit zu verschlingen,
Schwingen sie den Dreizack und den Blitz!“

Machtübergriffe waren und sind es, die den Völkern die Freiheit rauben. Im selben Gedicht prägt Schiller den Begriff der „Kulturnation“ für das deutsche Volk:

Edler Freund! Wo öffnet sich dem Frieden
Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort?

– In des Herzens heilig stille Räume
Mußt du fliehen aus des Lebens Drang.
Freiheit ist nur in dem Reich der Träume
Und das Schöne blüht nur im Gesang.

Er begann an dem Gedicht „Deutsche Größe“ zu arbeiten, das er unvollendet und unveröffentlicht ließ. In Vorarbeiten zu dem Gedicht heißt es:

Darf der Deutsche sich in diesem Augenblicke, wo er ruhmlos aus seinem tränenvollen Kriege geht … darf er sich seines Namen rühmen und freu’n? …

Ja, er darf’s! Deutsches Reich und deutsche Nation sind zweierlei Dinge. Die Majestät des Deutschen ruhte nie auf dem Haupt seiner Fürsten. Abgesondert von dem politischen hat der Deutsche sich seinen eigenen Wert gegründet, und wenn auch das Imperium unterginge, so bliebe die deutsche Würde unangefochten.

Sie ist eine sittliche Größe, sie wohnt in der Kultur.

Er setzt fort:

… endlich muß die Sitte und die Vernunft siegen, die rohe Gewalt der Form erliegen – und das langsamste Volk wird alle die schnellen flüchtigen einholen …

Deutschland wird an dem ewigen Bau der Menschenbildung arbeiten … Jedes Volk hat seinen Tag in der Geschichte, doch der Tag der Deutschen ist die Ernte der ganzen Zeit.

In seinem „Wilhelm Tell“ stellt Schiller dar, daß „Frei-heit im Bewahren liegen“ kann. Freiheit muß also nicht unbedingt zu etwas Neuem führen, sondern kann darin bestehen, das bewährte Bestehende zu erhalten.

Das wäre unsere Aufgabe als Deutsche, deren Volk im eigenen Heimatland durch Massen-Einwanderung Fremder gefährdet ist wie nie zuvor in seiner Geschichte.

Eine Arbeit für mehr als ein Jahrhundert (Schiller)?

In diesem Falle wohl nicht. Es könnte zu spät sein.

 

 

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