Montag, 1. Juni 2026 von Adelinde
Der Tod löscht alle Schmerzen aus.
Er ist ihr Ende, und über ihn
geht unser Leiden nicht hinaus.
Er führt uns wieder in den
gleichen Ruhezustand zurück,
in dem wir uns vor der Geburt
befunden haben. Seneca d.J.
Adelinde
Der Glaube an die Auferstehung nach dem Tode wie auch der Glaube an die Wiedergeburt sind Traumge-bilde aus dem Selbsterhaltungswilllen heraus, der in uns sterblichen Lebewesen dafür wirkt, daß wir un-ser Leben nicht „vorzeitig“ aufgeben, wegwerfen, wenn es uns zu beschwerlich geworden ist.
Das ist sinnvoll. Daraus aber entsteht der Unsterb-lichkeitswille, und aus ihm schafft der Mensch mit seinem Bewußtsein Traumgebilde, die er für absolute Wahrheit ausgibt.
Bei näherem Hinsehen wäre das etwas, was Mutter Natur entgegenstünde, die das Ewig-Gleiche nicht will. Sie will den Wandel. Wer sich mit dem Gedanken des Sterben-Müssens vertraut macht, erlebt zugleich ein Verantwortungsbewußtsein seiner eigenen ihm gegebenen Lebenszeit gegenüber.
Der Mensch hat die Freiheit, in seiner begrenzten Lebenszeit die Welt mit Gutem, Schönem, Wahrem, mit Menschenliebe zu beschenken und damit ein Stück Heimat für die Mitlebenden zu sein, eine Verwirklichung des Göttlichen in ihm, die auf die Mitwelt ausstrahlt.
Er kann sich dem aber auch aus Habgier im unauf-hörlichen „Lebenskampf“ verschließen und seiner Mitwelt eine Störung bis hin zum Schrecken sein. Das aus der Selbstsucht hervorgehende Machtge-bilde, das Einzelne anstreben und sich erlauben, den Menschen aufzudringen, ist gottfern, steht der Vollkommenheit der sonstigen Natur fremd und kalt gegenüber.
Es ist der Ausfluß der Wahlfreiheit, die dem Men-schen durch seine Unvollkommenheit gegeben ist.
Wenn solche verfehlten Leben ewig bestünden: Welche Gottwidrigkeit stellte eine solche Möglichkeit dar! Das Todesmuß schützt uns vor solchem Horror.
Daß besonders wertvolle Menschenleben ebenfalls im Tode erlöschen müssen, das schmerzt oft zu-tiefst. Doch uns bleibt die Erinnerung an sie. Und der Schmerz kann uns läutern, uns dazu führen, den verbleibenden Rest unseres Daseins ausschließlich im Sinne des Guten, Wahren, Schönen zu gestalten.
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Der einsamste Moment im Leben eines Menschen ist die Todesstunde. Da geht es zur Sache.
Im Hinblick darauf, erklärt sich, daß sich in diesem Geschehen alles darauf konzentriert, was im Bewußtsein des Menschen programmiert wurde. Hier läßt die Vielfalt der Ideologien und damit verbundenen Handlungen eines Menschenlebens ihre bleibenden Abdrücke.
Die materielle Existenz hat ihr Verfallsdatum – wer wie, wann und weshalb dran ist, weiß keiner. Der Vorgang des Verfalls der Materie ist beschlossen und unabänderlich. Ein Vulkan, eine Überschwemmung, ein Tornado, ein Menschenmob usw. kann nicht lernen, daß da Menschen sind, die leiden.
Was allen Menschen bleibt, wie ein unablösbarer Alleskleber am Schuh, ist die immaterielle Komponente, die jeder in sich trägt, auch wenn viele diese ignorieren. Je ignoranter die Menschen werden, ja sogar Verbrechen akzeptieren, erledigt sich hier was? Genau, nichts für den Ablauf in der Natur! Der Verfallsprozeß wird nur beschleunigt, das ist alles. Naturgesetz.
Churchills brennendes Dresden. Sein oder Nichtsein? Hitlers 3. Reich. Sein oder Nichtsein? Stalins Millionengrab. Sein oder Nichtsein?
Des Menschen Wille, ist sein Himmelreich oder seine Hölle. Aus dieser Gesetzeslage entrinnt keiner. Ob die Notwehr, der wir ja auf dieser Welt alle ausgesetzt sind, keine Grenzen kennen darf, das ist hier die Frage. Es ist eine Frage der Intelligenz, die wiederum von einer immateriellen Komponente beeinflußt wird oder nicht.
Der letzte Atemzug läßt Krieg und Mord und Totschlag die politisch Verantwortlichen ihre verheerenden Entscheidungen vergessen? Die Hilflosigkeit sterbender Materie macht alles zunichte? So wie ein Traum dem Menschen etwas Wichtiges sagen kann, so wird der letzte Bewußt-seinsfunke eines Sterbenden ihm ganz genau signali-sieren, daß die Anstrengung seines Lebens anderen das Leben gekostet hat.
Das Letzte, was einen Menschen begleitet, ist seine immaterielle Komponente. Wer nur nach materiellen Gesichtspunkten zerstörend lebte, wird den Hauch des erleichternden Loslassens von der Welt nicht spüren können – was dann kommt, so kann man nur hoffen, ist die Auslöschung dieses destruktiven Zustandes eines völlig sinnlosen Lebens.
Aber was wissen wir schon? Wer aber seine innere immaterielle Komponente, seine innere Stimme nicht ignoriert, weiß mehr.
Wir sind den Gesetzen der Handelnen auf dieser Welt unterworfen. Gewalt und Notwehr. Es gilt zu bedenken, daß die Bedrohung durch wen auch immer, unberechenbare Folgen hat.
A.S.
Guten Morgen, Frau Beißwenger!
Ich bin Heide, aber wohl kein Esoteriker, und frage mich, woher Seneca weiß, daß mit dem leiblichen Tod alles aufhört? Da gibt es eine kleine Geschichte (ich weiß nicht, von wem sie stammt):
Unterhalten sich Zwillinge im Mutterbauch. Sagt der eine „Ich freue mich so auf die Geburt, bin gespannt, wie das Leben da draußen ist.“ Erwidert der andere: „Es gibt kein Leben nach der Geburt. Noch nie ist jemand zurückge-kommen und hat erzählt.“
In dem Zusammenhang empfehle ich das Buch „Nahtoderfahrung“ von Wolfgang Knall, einem Arzt, der aufgrund seiner Erlebnisse mit klinisch toten, aber wiederbelebten Patienten gleichsam wider Willen zu der Erkenntnis kam, daß das Bewußtsein sich des Gehirnes bedient, aber nicht das Gehirn das Bewußtsein hervorbringt.
Mit freundlichem Gruß und allen guten Wünschen
Friedrich Baunack
Nahtod ist nicht tot. Bei den Nahtoderfahrungen arbeitet das Gehirn noch. Ist der endgültige Tod eingetreten, gibt es keine Erinnerung, kein Denken, kein Träumen mehr.
War es Frau Duppel, die in Mensch & Maß über die Verformung des/der Menschen geschrieben hat, erst kürzlich?
Ich weiß nicht, was Esoterik ist. Aber ich weiß, wie Menschen fühlen, denken, arbeiten, wenn sie keine verformten Seelen haben. Das wurde im Adelinde-Beitrag mit der Blunkgeschichte recht deutlich.
Für unser Heute weiß ich nicht, ob bereits im Mutterleib das ererbte Fühlen verformt wird. Z.B. durch künstliches Verhalten der Mutter, der Ernährung, sogar durch unsere versaute Umwelt.
Ich sah ein Bild der Priesterweihe, ich las Schilderungen der Aufnahme in die Freumaurerei. Zu diesen Vorgängen ist bereits ein Mindesmaß an seelischer Verformung zwingend erforderlich. Allerdings haben die in diese Organisationen Aufgenommenen die Pflicht, sich noch weiter zu entwickeln hin zum möglichst totalen Seelentod. Das heißt, ihr eigentlich natürlches Empfinden aus ihrem ererbten Wesen ist zu unterdrücken. Im Grunde genommen ist das ein richtig brutaler Vorgang.
Und die Auswirkungen? Diese Kreaturen sind die totalen Intellektuellen. Was sie denken und daraus tun, hat keine „Sirene“ mehr, die diese entmenschen Wesen vor ihrem Denken und/oder Tun warnt. Wer sich fragt, wie diese Menschen, nein Wesen, zu erkennen sind, dem führe ich Frau Merkel vor Augen. Begann sie nicht beim Abspielen unserer Nationalhymne zu zittern? Oder Herr Merz, der für alles eine anscheinend „logische“ Begründung heute hat, auch wenn sie das genaue Gegenteil von dem von gestern ist. Bei diesen beiden Beispielen vergesse ich nicht die fürchterliche Seelenverformung besonders der katholischen Priester, die den Rest ihrer natürlichen Anlage mit Pädophilie austoben.
Wie schwer wird es sein, uns besonders hier in unserem Land wieder an ihre seelischen Fähigkeiten heranzuführen. Es gab vor nicht zu langer Zeit Bestrebungen dieser Art. Hartmann Lauterbacher schrieb darüber.
„Esoteriker fürchten die Endgültigkeit ihres Todes“. Wieso eigentlich? Sie glauben ja gar nicht an besagte Endgültigkeit.
Sie glauben nicht an die Endgültigkeit des Todes, weil sie sie fürchten.
Wenn der Tod endgültig ist, wo geht dann die Energie hin, die den Körper antreibt?
Energie kann nicht erzeugt oder verbraucht werden, sondern immer nur umgewandelt. Der Körper verwest und wird zu Humus oder Dünger.
Was ist aber mit der Seele (die Energie, die den Körper antreibt)?
Man könnte auch sagen, die Energie, die den Körper als Gefäß gewählt hat, um in der materiellen Welt zu leben.
Die Energie erlischt mit dem Erlöschen der Zellfunktionen.
@ Rüdiger Lack
„Wenn der Tod endgültig ist, wo geht dann die Energie hin, die den Körper antreibt?“
Richtig. In Wirklichkeit ist es so, daß die Nahtodereignisse nicht nur den Sterbenden und sogar den endgültig Hinübergegangenen betreffen, sondern auch von seinem Umfeld wahrgenommen werden können, insbesondere dann, wenn sie mit dem Verstorbenen emotional stark verbunden sind. Nicht wenige Menschen besitzen diesbezüglich hellsichtige Fähigkeiten, was den meisten nicht mal bewußt ist. All dies ist eine uralte menschliche Erfahrung und hat nicht das Geringste mit der Zugehörigkeit zu irgendeiner Religion zu tun. Vgl. hierzu auch die Schamanismusforschungen.
Das Verlassen des Körpers kann durchaus auch außerhalb des Sterbeprozesses erlebt werden, z.B. infolge eines Schocks – etwa als Begleiterscheinung bei einem Unfall -, manchmal auch spontan, wie mir Betroffene berichteten. Charakteristisch für diesen Zustand ist, daß sich der Betreffende selbst von außen beobachten kann und sogar die Fähigkeit besitzt, sich an weit entfernte Orte zu begeben und dort – nachprüfbar – Dinge beschreiben kann, die sich tatsächlich zur selben Zeit ereignet haben (vgl. hierzu die Arbeiten von Swedenborg oder des Amerikaner Monroe.) Häufig begibt er sich dabei zu seinen nächsten Angehörigen, weil sich seine Gedanken während dieses Prozesses dabei auf diese richten. Dies für sich allein wäre schon der Beweis, daß Bewußtsein oder das, was man die Seele nennt, nicht zwangsläufig an Materie gebunden ist. Aber da in solchen Fällen die Menschen in der Regel wieder in ihren Körper zurückkehren – sonst könnten sie ja auch nicht darüber berichten -, glaubt die materialistische Wissenschaft, dies einfach abtun zu können, obwohl mit Leichtigkeit wissenschaftliche Studien hierzu erstellt werden könnten – wenn man denn wollte. Aber man will lieber sein materialistisches „Wissenschafts“dogma weiterpflegen.
Das mit den Ängsten, liebe Adelinde, ist ja eigentlich ganz natürlich. Nichtsdestotrotz ist es genau die Argumentationsschiene, mit der die materialistisch voreingenommene Wissenschaft glaubt, beweisen zu können, daß ihr Wissenschaftsmodell stimmt. Leider gibt es derart zahllose Erfahrungsberichte gerade auf diesem Gebiet, daß mit Fug an der materialistischen Auffassung bezüglich dieser Frage gezweifelt werden kann. Diese Zweifel mit der Angst vor der Endgültigkeit des Todes wegzuerklären, greift daher leider ein bißchen zu kurz. Aber letztlich muß ja jeder selbst damit klarkommen.
Wie es scheint, erleben viele Menschen tatsächlich, daß Geist und Bewußtsein nicht zwingend an Materie gebunden sind. Es tut mir leid, aber hier irrt Frau Ludendorff. Das soll ihre übrige wertvolle Arbeit nicht schmälern. Aber angesichts der Fülle der oben beschriebenen Erfahrungen, halte ich es für richtig und auch notwendig, einer solchen Anschauung zu widersprechen.
@ Adelinde
„Wenn solche verfehlten Leben ewig bestünden: Welche Gottwidrigkeit stellte eine solche Möglichkeit dar! Das Todesmuß schützt uns vor solchem Horror.“
Hierzu gibt uns die Lehre vom Karma einige interessante Aufschlüsse. Soll heißen, jeder bleibt vom Grundsatz her mit der Energie verbunden, die von ihm ausgeht. Es geht hier also um das Gesetz von Ursache und Wirkung, welches für jeden gilt, auch über den Tod hinaus, und wirkt selbstverständlich auch in alle weiteren Leben der jeweiligen Seelenessenz – Leibniz spricht hier von der „Monade“ – hinein.
Außerdem erhebt sich sich dann die Frage, was mit den nicht verfehlten Leben ist. Da allerdings schwerlich ein Mensch in einem einzigen Leben alle notwendigen Lebenslektionen lernen kann, wäre – im Gegenteil – die Möglichkeit der Wiederverkörperung für besagte Lebensessenz die Gelegenheit, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Freilich erlebt er diese Wiederverkörperung nicht in der alten physischen Person, sondern gewissermaßen mit neuer Ausstattung.
Auch dieses Thema ließe sich wissenschaftlich durchaus bearbeiten. Versuche hierzu stellen die sog. Rückführungserlebnisse unter kontrollierter Hypnose statt. Sehr interessant, einmal solche Berichte bzw. Protokolle zu lesen.
Aber wie schon gesagt: Jeder darf das glauben, was ihn bestärkt.
„Es tut mir leid, aber hier irrt Frau Ludendorff.“
Lieber Rüdiger Lack, Sie setzen die Achtung vor den Naturgesetzen gleich mit Materialismus. Frau Ludendorff irrt hier keineswegs. Sie hat in ihrem Werk „Schöpfunggeschichte“ den Weg der Evolution von der Nichterscheinung Gottes über die gewordene Erscheinung hin zum menschlichen Bewußtsein und möglichen Gottesbewußtsein wundervoll beschrieben und damit die Rückkehr, die bewußte Rückkehr der Seele ins Absolute, d.h. in das von den Kategorien Raum-Zeit-Ursächlichkeit Unabhängige bzw. Freie. „Spontan wie Gott selbst“ (ML) erlebt die menschliche Seele in sich das Göttliche, ist eins mit ihm.
Dies gilt für das Erleben der Seele. Diese aber ist an die gewordene Erscheinung Gehirn mit seinen wundervollen Fähigkeiten gebunden. Weshalb sonst mußte erst Erscheinung werden, um Seelenerleben zu ermöglichen! Die Erscheinung selbst ist ein einziges Wunder für den, der zu schauen vermag.
Aber es gibt auch noch die „Vorerscheinung Gottes“, den Äther, wie M.L. erkennt. Der Äther ist deshalb eine „Vorerscheinung“, weil er – anders als die Erscheinungswelt – raumlos, zeitlos, unverursacht das All durchwirkt und in sich vereint. So können die bewußtlosen Körperzellen miteinander kommunizieren, um z.B. einen irgendwo entstandenen Schaden in dem Lebewesen, dem sie angehören, zu heilen. Ein wunderbares kabeloses Zusammenwirken.
Die Verbindung über den Äther erleben meine Freundin und ich täglich, wenn die eine ausspricht, was die andere gerade denkt. Oder: Mein Vater ist seit dem 18.1.1944 in Rußland vermißt. Genau in der Nacht fuhr meine Mutter im Bett auf und wußte: „Erich ist was passiert!“ Die beiden Menschen waren mindestens 1500 km voneinander entfernt. Mein Vater mußte aber noch gelebt haben, als die „Sendung“ an meine Mutter von ihm abging. Ein totes, also abgeschaltetes Gehirn kann nicht mehr „senden“.
Was ist denn so schwer, das zu verstehen und anzuerkennen? Ist es die physikalische Lehre davon, daß von der Energie des Weltalls nichts verloren geht? Aber von dieser Energie war in der lebendigen Zelle ein Teil wirksam. Ist sie erloschen, sendet sie keine Energie mehr ab. Mag sie mit dem Tode dem All zurückgegeben worden sein, befreit von der Persönlichkeit, in der sie zu Lebzeiten gewirkt hat. Ich habe in meinem langen Leben manchen Lieben sterben sehen und saß bei seinem leblosen Körper, dessen Seele nun tot war wie seine Körperzellen. Das ist schon erschütternd. Der einst so lebendige Mensch regt sich nicht mehr. Wollen wir das nicht einfach mal als Naturgesetz annehmen? Gibt uns das nicht eine große Verantwortung, unser eigenes begrenztes Leben sinnvoll und gottnah zu gestalten?
Der Gedanke: Ach, ich lebe ja weiter … macht, wenn man nicht durch den christlichen Glauben höllenverängstigt ist, leichtsinnig, oberflächlich, hält einen gottfern.
Die Nahtod-Erlebnisse will ich nicht leugnen. Nur sollte die Fantasie aus ihnen nicht falsche Schlüsse ziehen.
Lieber Wolf, „jeder darf das glauben, was ihn bestärkt.“ Also ich denke da anders: Mir geht es nicht um Glauben, sondern um Erkenntnis der Wahrheit. Um die ringen wir. Und das ist gut so.
Ich hatte hier nicht mitdiskutiert, weil ich dazu zu wenig weiß, aber ich möchte ein Erlebnis vor vielen Jahren erzählen: Ich war im 7. Monat mit meinem Sohn schwanger und ging spontan eines Nachmittags in Güstrow in die nebenstehende Kirche. Ich mag Kirchen wegen ihrer Architektur. Plötzlich erfaßte mich nach einer Weile ein eiskalter Hauch, ich sah erschrocken zu den Sakophargen rüber und ging zum Ausgang, betrat die Straße, genoß die warme Sonne und schaute auf die Uhr, 18 Uhr, es war Mitte Juni. Morgens erfuhr ich durch meinen Vater den Tod meiner Mutter: Plötzlich und unerwartet nach einer harmlosen Blinddarmoperation im Alter von 50 Jahren. Ich fragte beklommen, wann das war: „Gestern um 18 Uhr“. Zufall?
Nicht alles ist materialistisch erklärbar, liebe Heidrun, liebe Mitleser.
Ergänzung: Ich wohnte das 4. Jahr in Güstrow (Studium) und ging seither zum ersten Mal dort in eine Kirche. Am Sterbetag meiner Mutter, dazu das Erlebnis drinnen, die Uhrzeit.
Liebe Kersti, was heißt denn nun schon wieder „materialistisch“! Hab ich nicht vom alles durchwirkenden Äther geschrieben, über den z. B. meine Eltern in der Nacht zum 18.1.1944 miteinander verbunden gewesen sein müssen: Vater in Rußland zu Fall gekommen (vermißt), Mutter in derselben Nacht fährt aus Tiefschlaf auf und weiß: „Erich ist was passiert!“
Es hat wenig Sinn, aneinander vorbeizureden.
Liebe Adelinde,
erstens hat jeder Mensch das Recht auf Irrtum, denn Leben ist ein ständiger Lernprozeß mit allen dazugehörigen Sackgassen. Hierbei gilt leider der Satz, daß auch die sog. Wissenschaft häufig nur den jeweils letzten Stand des Irrtums repräsentiert. Zweitens, wenn jeder auch glauben darf, was ihn bestärkt bzw. ihm frommt oder einfach nur das Gefühl gibt, daß ihm seine persönliche Weltsicht (wenigstens im Moment) Sicherheit gewährt oder einen besonderen Status verleiht (> Der Gläubige kommt ins Paradies, den Ungläubigen erwartet die ewige Verdammnis), bedeutet das noch keineswegs, daß seine Sicht auch die richtige ist. Das Problem der Wahrheit berührt es nicht. Allerdings muß dann der Betreffende auch bereit sein, die Konsequenzen seines Irrtums oder seiner Weigerungshaltung auf sich zu nehmen. Denn nur dadurch kann er reifen. Im besten Falle wird er durch das eigene Erleben belehrt und erkennt seinen Irrtum, im schlimmsten Falle wird er die unheilvollen Auswirkungen seines Irrtums – oft verstärkt noch durch seine nächste Umgebung – am eigenen Leibe spüren müssen. So arbeitet nicht nur der Kosmos, sondern so arbeiten auch die geistigen Gesetze, die ebenfalls Naturgesetze sind – freilich auf einer subtileren Stufe und nicht immer sofort auf der materiellen Ebene spürbar. Unbeugsam jedoch sind sie beide, rücksichtslos gegen jede Form menschlicher Verbohrtheit und Ignoranz. Es lohnt sich also immer, nach der Wahrheit zu fahnden. Insofern kann ich nur zustimmen. Doch jedem das Seine.
Im Klartext: Jeder ist der Schöpfer seiner eigenen Welt. Er muß allerdings auch die Konsequenzen seiner Schöpfung auf sich nehmen – die Welt als Wille und Vorstellung, wenn man so will. Wie weit er sich dabei mit der kosmischen Schöpfung im Einklang befindet, ist freilich eine andere Frage. Es liegt an ihm selbst, das zu korrigieren oder es auch zu lassen. Wenn er lieber leiden will: Bitte sehr! Es geht ja auch anders.
Kommen wir zu dem sog. „Todesmuß“. Das einzige, von dem wir wissen, daß es beständig ist, ist der Wandel. D.h., das Leben erkennen wir an seiner fortwährenden Veränderung der Form. Die Essenz dagegen, also das Leben selbst, ist ewig. Wäre es anders, gäbe es überhaupt nichts, keinen Kosmos, kein Nichts, kein Garnichts. Woher das Leben kommt, wissen wir allerdings nicht. Es ist. Und damit hat sich’s. Freilich kann von Tod kein Leben kommen. Doch selbst, wenn das Leben irgendwann einmal verschwinden sollte, bliebe immer noch die Frage seiner Herkunft. Man könnte auch sagen, nur das Nichtgeschaffene ist ewig, alles andere ist vergänglich.
Das Todesmuß, sofern damit der ewige Wechsel der Formen gemeint ist, ist daher im Grunde nichts anderes als das ewige Werde, nur aus einer anderen Perspektive betrachtet. Aus einer solchen Sicht ist der Tod freilich nur eine Illusion. Für den Geist, das Konzentrat der Bewußtheit, gilt dabei dasselbe. Denn es ist offensichtlich Bewußtheit, welche den Kosmos in allen seinen Formen gestaltet und lenkt, und es ist Bewußtheit, die in allen Formen des Lebens enthalten ist, von seiner primitivsten Form, bis zu seiner höchsten. Was sollen daher utilitaristische Erwägungen wie: Der Mensch könnte ja leichtsinnig werden, wenn er an die Reinkarnation glaubt, sprich an die Wiederverkörperung seiner individuellen Essenz in eine andere Form. Im Gegenteil: Ein solcher Gedanke könnte ihn auf der Grundlage des eigenen Lebenswillens zum brutalen Energieraffer mutieren lassen, selbst auf Kosten anderer individueller Lebenskerne und Bewußtheiten. Und genau das erleben wir doch in unserer Umgebung tagtäglich. Freilich überlebt in diesem Kosmos nur der Stärkste. Andererseits ist Ausgewogenheit, Gerechtigkeit und Maß ebenfalls ein bedeutender Evolutionsvorteil für die Behauptungsfähigkeit des Individuums und seiner Gruppe und am Ende sogar schicksalsentscheidend für die ganze Welt.
Das Einzige, was es auf diesem Erdenplan wirklich zu erkennen und zu lernen gilt, ist die bewußte Inanspruchnahme des „ewigen Werde“. Dies freilich ist nur möglich, wenn wir die Gesetze des Kosmos verinnerlicht haben, denn nur dann können wir zum Schöpfer werden. Genau genommen sind wir alle das freilich auch jetzt schon, nur in der Regel unbewußt, und daher sind wir auch meistens ziemlich schlechte Erschaffer, ja oft geradezu negative. Es geht daher darum, sich zum bewußten Schöpfer weiterzuentwickeln. Schon allein aus dem Grunde wäre ich vorsichtig mit Formulierungen wie „Todesmuß“, denn es bedeutet nichts anderes als eine Form der negativen Programmierung. Das bedeutet nicht, daß es den Tod im physischen Sinne nicht gäbe, aber Geist und Bewußtsein stirbt nicht. Schon gar nicht ist der Geist eine Funktion der Gehirnzellen, denn dann wäre er ja materiell. In der Tat: „Tod ist Leben, Sterben Pforte, alles ist nur Übergang“.
Und wie ist es dann mit der diesbezüglichen Gotterkenntnis? Dann gäbe es Gott als unabhängige Existenzform ja gar nicht, denn er könnte, gemäß der These der Gebundenheit von Bewußtsein an Materie, nur über unsere Vorstellung existieren. Und folglich endet er auch mit derselben. Also wäre Gott auch wieder nur ein reines Phantasieprodukt. Wenn das „Gotterkenntnis“ sein soll, würde ich das definitiv anders nennen.
Ich will nun Frau Ludendorff durchaus nicht jede Form von Spiritualität absprechen; sicher ist sie eine hochgeistige und zugleich mutige und ethisch hochmögende Person. Aber als Medizinerin folgt sie offensichtlich dem materialistischen Paradigma ihrer Wissenschaftsdisziplin.
Lieber Wolf, man sieht, „jeder“ hat seine Vorstellungen und Begriffe, die ein anderer anders auslegt als man selbst. Daher ist es ein schwieriges Unterfangen, über diese Gegebenheiten Einigkeit zu erstreben. Allein das Vorurteil bei bestimmten Begriffen wie „Materialismus“ gegenüber der Achtung der Schöpfungsgesetze, wie wir sie um uns sehen und in die wir gestellt sind, ist negativ besetzt. Solange „man“ mit diesem Begriff daherkommt, wenn jemand das Werden der Erscheinungswelt und ihr Sein anerkennt, solange kommen wir nicht im Denken zusammen. Mit „Materialismus“ verbindet man die Habgier nach äußeren Vorteilen, ohne Rücksicht auf innerseelische Vorgänge.
Ihre ganze Verachtung brachten Sie ja schon zum Ausdruck mit Ihrem mir unvergessenen Urteil in einem vorhergehenden Kommentar: „plattester Materialismus, und sowas nennt sich Gotterkenntnis!“ Welches Werk von Mathilde Ludendorff haben Sie denn selbst gelesen? Oder genügen Sie sich mit Vermutungen? Hier wäre vielleicht der erste Ansatz zu einer wirklichen Verständigung. Solange „man“ die Achtung der wunderbaren Naturgesetze als Materialismus ansieht, ist eine Verständigung schwierig.
Mancher Philosoph wie z.B. Giordano Bruno hält sogar die Natur für das Göttliche selbst. Diese Bewunderung, die auch nicht ganz zutrifft, ist mir lieber als das Abtun der Natur und ihrer Erscheinungen mit dem negativ besetzten Begriff „Materialismus“. In der Natur aber kommt die Weisheit des Göttlichen zum Ausdruck, ohne selbst das Göttliche, Gott, zu sein. Und in ihrer Evolution über Jahrmillionen ist das Todesmuß entstanden, nachdem die einzelligen Lebewesen „potentiell unsterblich“ waren und bis heute sind. Die Vielzeller wie auch der Mensch haben eine begrenzte Lebenszeit.
Aber es ist jedem unbenommen, darüber hinwegzugehen und ein Leben nach dem Gehirnzelltod anzunehmen. Nur werden wir da nicht zusammenkommen, zumal das Schimpfwort Materialismus im Raume steht.
Liebe Adelinde,
nie war es meine Absicht, Frau Ludendorff Habgier oder sonst irgendetwas in der Richtung zu unterstellen. Ich habe zwar längst nicht alles, doch immerhin ein paar Schriften von ihr gelesen und hatte bis jetzt wenigstens keinerlei größere Einwendungen. Doch die Sache mit dem absoluten Ende des Bewußtseins, in der Form wie es in den letzten Artikeln vorgetragen wurde, kann ich nicht einfach so stehen lassen, weil es allen meinen Erfahrungen widerspricht. Und es sind bei weitem nicht nur meine eigenen Erfahrungen, auf die ich mich stütze. Abgesehen davon ist der Begriff ‚Materialismus‘ in meinen Augen kein Schimpfwort, sondern charakterisiert lediglich eine bestimmte Denkschule in Wissenschaft und Philosophie, die bewußt bestimmte Denkansätze und Theoriebildungen ablehnt, die in eher metaphysische Richtung deuten. Damit klammert sie allerdings auch einen erheblichen Teil real existierender Phänomene aus, wenn das auch keineswegs heißt, daß alles, was in sog. esoterischen Kreisen ventiliert wird, tatsächlich so stimmen muß. Doch Frau Ludendorffs spezielle Form der Gotterkenntnis ist keinesfalls widerspruchsfrei und basiert dabei außerdem noch auf dem typisch materialistischen Ansatz, daß das Bewußtsein mit dem physischen Tode endet. Welchen Sinn macht denn da überhaupt noch ein tugendhaftes Leben? Wenn Du tot bist, fressen Dich die Würmer, egal ob Du gut oder schlecht warst. Wenn Du schlecht warst, aber bei all Deinen Untaten trotzdem Deinen Spaß gehabt hast, kann es Dir doch recht sein, Hauptsache, man erwischt Dich nicht bei Deinen kleineren oder größeren Gaunereien oder gar Verbrechen. Und auch Gott kann dir dann relativ egal sein, denn bislang bist Du ja mit allem durchgekommen, und nach dem Tode kommt eh nichts mehr. Und falls doch noch was kommt, merkst Du es sowieso nicht. Also, was soll’s. Dann ist es doch besser, vorher seinen Spaß gehabt zu haben. Und auch Tapferkeit und Opfermut und alle diese schönen Tugenden haben dann nur den einzigen Sinn gehabt, Dich schneller als beabsichtigt, ins Nirvana zu versenken.
Nicht nur der Sinn des Lebens, auch die Gerechtigkeit des Kosmos oder Gottes sind dann im Grunde nichts anderes als eine Chimäre – ein Schreckgespenst für die Unbedarften.
Dies allerdings widerspricht nicht nur dem logischen Denken und dem natürlichen Empfinden, sondern auch den Erfahrungen von Millionen Menschen.
Soweit es die Äthertheorie betrifft, so erklärt sie sicherlich manches. Ich finde sie jedenfalls nicht uninteressant, vor allem in der Astronomie, aber sicherlich ist sie auch auf viele andere Phänomene anwendbar. Sie geht auf jeden Fall einen Schritt weiter als der bloß mechanische Materialismus.
Die Anerkenntnis der Naturwissenschaft als sicheres Fundament unserer Erkenntnis bedeutet für mich allerdings nicht, daß diese frei von Dogmen oder Fehlschlüssen wäre. Doch konzediere ich, daß sie durchaus viele Phänomene schlüssig erklären kann, aber längst nicht alle. Es geht hier eigentlich auch gar nicht nicht um die Wissenschaft als Schule oder Institution als solcher, sondern um die Gesamtheit der Lebensphänomene, die erst in ihrer Gesamtschau ein vollständiges Bild der Wirklichkeit zeichnen. Der methodische Ausschluß eines großen Teils dieser Phänomene ist für mich allerdings das Gegenteil von echter Wissenschaft, egal wie deren sonstiger Anspruch lautet.
Ich fürchte freilich, daß wir an diesem Punkt zu keiner gemeinsamen Einschätzung gelangen. Aber trotzdem danke ich Dir für die Diskussion und die Gelegenheit, meine Position ein wenig darzustellen.
Lieber Wolf, richtig: „Ich fürchte freilich, daß wir an diesem Punkt zu keiner gemeinsamen Einschätzung gelangen.“ Wir sind zu weit auseinander im Denken und Beurteilen des Lebens, als daß eine weitere Diskussion Sinn hätte.