Haß und Hetze gegen Deutschland
Sonntag, 31. Mai 2026 von Adelinde
Haß und Hetze gewisser international wirkender Politiker-Kreise gegen Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart ist von einem geistig gesund geblie-benen Deutschen nicht nachvollziehbar. Und nur wenige Deutsche können das glauben, ja sind in-zwischen derart gehirngewaschen, daß sie diejeni-gen ablehnen, die ihnen diesen Haß und diese Hetze vor Augen führen.
Die Rolle der Deutsch-Amerikaner ist in diesem Zusammenhang besonders beschämend und für die unfaßbar, die nicht wissen, wie in den USA vor und im 2. Weltkrieg Jagd auf Japaner und Deutsche gemacht worden ist – kein Ruhmesblatt für das Land der angeblichen Freiheit.
Da ist es „verständlich“, daß die verfolgten Angehö-rigen dieser beiden verfemten Völker in den USA versuchten, der Gefahr, die ihnen drohte, zu ent-kommen, und sei es durch Anpassung, auch wenn die jeden Stolz vermissen ließ.
Thomas Engelhardt
bringt hier ein für einen normalen Menschen un-glaubliches
amerikanisches Haßgebet zum Krieg gegen Deutschland[1]
und versucht, es in das Zeitgeschen einzuordnen:
Dem Militärhistoriker Franz Uhle-Wettler (Meckenheim) († 2018) gebührt das Ver-dienst, zuerst auf das im Zusammenhang mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten gegen das Deutsche Reich (1917) im Jahr 1918 gesprochene Haßgebet hingewiesen zu haben.[2]
Ebenso nannte Gerd Schultze-Rhonhof dieses blasphemische Gebet in seiner Ver-öffentlichung „Der Krieg, der viele Väter hatte“.[3]
Am 6. April 1917 erklärten die Vereinigten Staaten von Amerika dem Deutschen Kaiser-reich und am 7. Dezember 1918 der öster-reichisch-ungarischen Doppelmonarchie den Krieg.
Dem Eintritt der USA in den Krieg gegen das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn folgte ein Auftritt einer Gruppe von Kongreßabge-ordneten in der Sitzung des 65. Kongresses der Vereinigten Staaten:
Am 10. Januar 1918 „betete“ diese Gruppe von Kongreßabgeordneten unter dem „Vor-beter“ Billy A. Sunday[4], einem presbyteria-nischen Massenprediger deutscher Abstam-mung (!), das folgende gemeinsam vorge-tragene Haßgebet (im Original in englischer Sprache):
»Almighty God, our Heavenly Father, … Thou knowest, O Lord, that we are in a life-and-death struggle with one of the most infamous, vile, greedy, avaritious, bloodthirsty, sensual, and vicious nations that has ever disgraced the pages of history. Thou knowest that Germany has drawn from the eyes of mankind enough tears to make another sea; that she has drawn blood enough to redden every wave upon that sea; that she has drawn enough groans and shrieks from the hearts of men, women, and children to make another mountain. We pray Thee that Thou wilt make bure Thy mighty arm and beat back that great pack of hungry, wolfish Huns, whose fangs drip with blood and gore.We pray Thee that the stars in their courses and the winds and waves may fight against them.
We pray Thee that Thou will bless our beloved President and give him strength of mind and body and courage of heart for his arduous duties in these sorrow-laden, staggering days.We pray Thee to bless the Secretary of State, the Secretary of War, and the Secretary of the Navy; and bless, we pray Thee, the Naval Strategy Board. Bless, we pray Thee, Lord, the generals at the head of our Army. Bless the boys across the sea, „somewhere in France“, and bless those protecting our transports, lended to the water’s edge with men and provisions. Bless our boys at home who are in the cantonments. Bless, we pray Thee, the Senate and the House of Representa-tives, and give them wisdom and strength, for they seem to have come into the kingdom for such a time as this. And Lord, may every man, woman, and child, from Maine to California and from Minnesota to Lousiana, stand up to the last ditch and be glad and willing to suffer and endure until final victory shall come. Bless our allies, and may victory be ours. And in Thy own time and Thy own way we pray Thee that Thou wilt release the white-winged dove of peace until thou shalt dispel the storm clouds that hang lowering over this sin-cursed, blood-soaked and sorrowing world; and when it is all over we shall uncover our heads and lift our faces to the heavens and sing with a new meaning –
My country, ‚tis of thee Sweet land of liberty, Of thee I sing.
And the praise shall be to Thee forever, through Jesus Christ. Amen.«
In der deutschen Übersetzung:
»Allmächtiger Gott! Unser himmlischer Vater!… Du weißt, daß wir in einem Kampf auf Leben und Tod stehen gegen eine der schändlichsten, gemeinsten, gierigsten, geizigsten, blutdürstigsten, geilsten und sündhaftesten Nationen, die je die Seiten der Geschichte geschändet haben.
Du weißt, daß Deutschland aus den Augen der Menschheit genügend Tränen gepreßt hat, um ein neues Meer zu füllen, daß es genügend Blut vergossen hat, um jede Woge auf dem Ozean zu röten, daß es genügend Schreie und Stöhnen aus den Herzen von Männern, Frauen und Kindern gepreßt hat, um daraus Gebirge aufzutürmen. …
Wir bitten Dich, entblöße Deinen mächtigen Arm und schlage das mächtige Pack hungriger, wölfischer Hunnen zurück, von deren Fängen Blut und Schleim tropfen.
Wir bitten Dich, laß die Sterne in ihren Bahnen und die Winde und Wogen gegen sie kämpfen … Und wenn alles vorüber ist, werden wir unsere Häupter entblößen und unser Antlitz zum Himmel erheben …
Und Dir sei Lob und Preis immerdar, durch Jesus Christus. Amen.«
Primärquellen:
Congressional record – The proceedings and debates of the second session of the 65th Congress of the United States of America, Vol. LVI, p. 761f. (Sitzung vom 10.01.1918).
Neben den im Original vorliegenden Con-gressional Records kann wegen des ein-facheren Zugangs auch auf die nachstehen-den Veröffentlichungen hingewiesen werden:
Franz Uhle-Wettler: Erich Ludendorff in seiner Zeit. Soldat Stratege Revolutionär. Eine Neu-bewertung (2. Aufl.), Berg: Verlagsgesell-schaft Berg/Edition Kurt Vowinckel, 1996.
Ders.: Alfred von Tirpitz in seiner Zeit. Hamburg: Mittler, 1998.
Zur Person
des deutschstämmigen „Vorbeters“ im US-Kongreß William Ashley „Billy“ Sunday[5] :Billy Sunday, mit bürgerlichem Namen William Ashley Sunday (* 19. November 1862 Ames, Iowa † 6. November 1935 in Chicago, Illi-nois), war ein presbyterianischer Massenpre-diger.[6]
In den 1880er Jahren wurde er zum bekann-testen und einflußreichsten amerikanischen Evangelisten in den Vereinigten Staaten. Insbesondere trat er auf und wirkte er in den Staaten des Mittleren Westens. Sein Einfluß und seine Bedeutung hielt bis in die Zeit nach dem I. Weltkrieg an.
Sunday inszenierte ab 1896 evangelikale Massenspektakel und verlangte für diese Veranstaltungen Eintrittsgelder (!). Er wurde auf diese Art und Weise einer der reichsten US-Amerikaner seiner Zeit!Die erste dieser Veranstaltungen fand 1896 im ländlichen Garner im Bundesstaat Iowa statt.[7]
Mit Hilfe neuer Kommunikationsformen und neu entwickelter Technik (Lautsprecher und Verstärker) erreichte er im Laufe seiner dreißig Jahre als Wanderprediger bei über 300 Erweckungsversammlungen etwa 100 Millionen Menschen, wobei sich etwa 300.000 für den christlichen Glauben entschieden haben sollen.
Am Schluß seiner Veranstaltungen rief er jeweils zur Umkehr zu Jesus Christus auf. Im Jahr 1903 wurde Sunday als presbyteria-nischer Geistlicher ordiniert.
Charakteristisch ist der berühmteste Ausspruch Billy Sundays:
„If you turn hell upside down you will find ,Made in Germany‘ stamped on the bottom“ (Wenn du die Hölle auf den Kopf stellst, findest du „made in Germany“ am Boden aufgeprägt).
„Billy“ Sunday muß als eines der übelsten Beispiele eines US-Amerikaners deutscher Abstammung gewürdigt werden. Man kann diesen Mann mit Fug und Recht als politi-schen Hetzer bezeichnen.
Bis zum I. Weltkrieg war die deutsche Sprache im Gebiet des Mittleren Westens noch weit verbreitet, in vielen Gebieten sogar vorherr-schend. In vielen Bundesstaaten gab es Countys (im übertragenen Sinne Landkreise), in denen ausschließlich Deutsch gesprochen wurde.[8]
Große Teile der Bundesstaaten Iowa, Illinois, Indiana, Michigan, Missouri, Minnesota, Wis-consin und Ohio waren rein deutschsprachig. Zwar war die Amtssprache englisch, aber es erschienen deutsche Zeitungen, und die allgemeine Umgangssprache war Deutsch.
Im Jahre 1900 wurden noch 613 Zeitungen in deutscher Sprache herausgegeben, das waren 3,4 % aller 18.226 Zeitungstitel in den Verei-nigten Staaten, mehr als in jeder anderen Sprache (die englische Sprache ausgenom-men).
In Chigaco (Illinois) beispielsweise war im Jahr 1900 jeder vierte Einwohner deutsch-stämmig (historischer Höchststand). 1910 lag der Anteil der deutsch-stämmigen Bevölke-rung noch bei etwa 19 % (ca. 425.000 Einwohner) und bildete damit die größte Einwanderergruppe der Stadt.
In New York eine vergleichbare Situation. Um 1885 lag der Anteil Deutschstämmiger bei bis zu einem Viertel (nach Schätzungen sogar bis einem Drittel) der Gesamtbevölkerung der Stadt (1885 etwa 2 Millionen Einwohner). Zu dieser Zeit sprachen schätzungsweise mehr als ein Viertel aller New Yorker Deutsch. Aktuell liegt dieser Anteil bei nur noch 3,6 %.
Mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den I. Weltkrieg 1917 hatten sich in der US-amerikanischen Öffentlichkeit, nicht zuletzt befeuert durch die Medien, anti-deutsche Tendenzen verstärkt. Deutsch-Amerikaner wurden differenzierungslos der Parteinahme für das Deutsche Reich „beschuldigt“. Die Benutzung der deutschen Sprache galt fortan als unpatriotisch.
Viele deutschstämmige Familien anglisierten daraufhin in dieser Zeit in einem Akt vorbeu-gender Unterwerfung ihre deutschen Fami-liennamen (zum Beispiel von Schmidt zu Smith, Schneider zu Taylor, Müller zu Miller/Muller, Albrecht zu Albright usw.).
Der Gebrauch der deutschen Sprache im öffentlichen Raum wurde erheblich einge-schränkt bzw. unterlag einem faktischen Verbot. Viele Deutschamerikaner reagierten auf diesen allgemeinen und staatlich organi-sierten Druck mit einer demonstrativen Anpassung an den allgemeinen kulturell englisch dominierten „Mainstream“.
Eine Reihe von Bundesstaaten verbot per Verfügung den Gebrauch der deutschen Sprache im gesamten öffentlichen Raum. In vielen Teilen des Landes, insbesondere in den vielen überwiegend deutschsprachigen Countys erfolgte 1917/18 ein allgemeines Verbot des Deutschunterrichts in den Schulen.
An vielen Orten kam es zu organisierten Verbrennungen deutschsprachiger Schul-bücher. Freilich wird heute nicht mehr über diese Vorgänge berichtet!
Der muttersprachliche Deutschunterricht verschwand mittels amtlicher Vorgaben völlig aus den Schulen.
Nachdem in den Bundesstaaten Ohio, Iowa und Nebraska der Deutschunterricht selbst in Privatschulen verboten worden war, wurden 1923 in einer Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofes diese Gesetze als unvereinbar mit der US-Verfassung wieder aufgehoben.
Doch die durch die anti-deutsche Hysterie entstandenen Folgen konnten nicht wieder rückgängig gemacht werden. Deutsch war aus der US-amerikanischen Öffentlichkeit gebannt und verschwand fast vollständig. Deutsche Zeitungen gingen ein oder beendeten ihr Erscheinen.[9]
Innerhalb von nur wenigen Jahren wurde die nach den Engländern zahlenmäßig größte ethnische Gruppe in den Vereinigten Staaten stigmatisiert, kollektiv kriminalisiert, diffa-miert und reglementiert.
Und die Deutschamerikaner fügten sich ihrem Schicksal. Nach nur einer Generation war das noch vor 1918 von Millionen US-Amerikanern ganz selbstverständlich benutzte Deutsch nahezu vollständig verschwunden.
Heute wird Deutsch (genauer: Sprachvari-anten des Deutschen) nur noch in einigen Glaubensgemeinschaften als Alltags- und Umgangssprache gesprochen, darunter eine besondere Form des Niederdeutschen, das Plautdietsch.
Für die Amischen, die Mennoniten und die Hutterer ist die Bewahrung ihrer deutschen Dialektsprache Teil ihres religiösen Lebens. Diese Dialekte bzw. im Gebrauch befindlichen Sonderformen der deutschen Sprache bilden außerdem einen Schild gegen die Einflüsse der modernen Außenwelt US-Amerikas.
Die deutsche Abstammung allein genügt also offenbar nicht, dem Heimatland der Vorfah-ren verbunden zu bleiben. Belegt wird diese These auch durch die Tatsache, daß etwa ein Drittel der Bomberpiloten der US-Luftwaffe (US Army Air Force), die im II. Weltkrieg ohne alle Skrupel ihre Bombenlasten über den deutschen Städten abwarfen, deutscher Abstammung waren (!).[10]
Heute stellen die Deutschamerikaner (das sind US-Amerikaner deutscher Abstammung) mit etwa 43 Millionen (15,2 %) die größte Gruppe in den Vereinigten Staaten dar.
Irischer Abstammung sind 30,5 Millionen US-Amerikaner (10,8 %), englischer Abstammung lediglich 24,5 Millionen (8,7 %). Italienischer Abstammung 15,6 Millionen (5,6 %), polni-scher Herkunft 9 Millionen (3,2 %), und französischstämmig sind 8,3 Millionen (3 %).
Von Schotten stammen 4,9 Millionen US-Amerikaner ab (1,7 %), von Niederländern 4,5 Millionen (1,6 %), von Norwegern ebenfalls 4,5 Millionen (1,6 %), von Schweden etwa 4 Millionen (1,4 %).
Den deutschen Einwanderern gelang es trotz ihrer zahlenmäßigen Dominanz nicht, sich als Volksgruppe zu behaupten und Sprache, Kul-tur und Brauchtum zu bewahren.
Die Masse der deutschstämmigen US-Ameri-kaner ging vollkommen im Melting Pot US-Amerikas auf und hat die Bindungen zum Mutterland gekappt.
Dessen ungeachtet sprechen etwa 1,4 Millionen US-Amerikaner bis heute Deutsch (nicht eingerechnet die Dialektsprecher der Amischen[11], der Hutterer[12] und der Pensylvaniadeutschen).[13]
Nach der letzten US-Volkszählung im Jahre 2000 gaben noch 1.382.610 US-Amerikaner an, im häuslichen Bereich Deutsch statt Englisch zu sprechen.
Darüber hinaus wird in einigen Glaubensge-meinschaften im täglichen Leben noch ein deutscher Dialekt gesprochen (beispielsweise das Plautdietsch bei den Mennoniten (Mennonitenniederdeutsch, eine Form des Niederdeutschen Platt).
Danksagung: Für den Hinweis auf die Veröffentlichung des Haßpredigttextes in Schultze-Rhonhof, Der Krieg der viele Väter hatte, danke ich H. Klaus Kaden (Rottenburg).
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Anmerkungen
[1] Wiedergegeben auch auf der Seite: http://christoph-heger.de/Blasphemisches_Gebet_zum_Kriegseintritt_1918.htm
[2] Franz Uhle-Wettler: Erich Ludendorff in seiner Zeit. Soldat Stratege Revolutionär. Eine Neubewertung (2. Aufl.), Berg: Verlagsgesellschaft Berg, Edition Kurt Vowinckel, 1996.
[3] Gerd Schultze-Rhonhof: Der Krieg, der viele Väter hatte. Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg. München: Olzog, 2003, S. 70 f.
[4] Billy Sunday, * 19. November 1862, † 6. November 1935) war Sohn deutscher Einwanderer. Sein Vater war William Ashley Sunday sen. (urspr. Sonntag), * 1839, † 1862.
[5]Vgl.: William McLoughlin: Billy Sunday was his real name, Chicago: Univ. of Chicago, 1955 (zu seiner Vorbeterrolle im US-Kongreß am 10.01.1918, ebd. S. 260).
[6]Der presbyterianische Glauben ist eine besondere Strömung des Protestantismus, die auf den Calvinismus des Reformatotrs Johannes Calvin zurückgeht. Der Name leitet sich von der Kirchenverfassung ab. Die Gemeinden werden nicht von Bischöfen, sondern von gewählten Ältesten (sog. Presbytern) und Geistlichen geleitet.
[7]Garner, Verwaltungssitz des Hancock County im US-Bundesstaat Iowa. Die Kleinstadt war Ende d. 19. Jh. noch mehrheitlich deutschsprachig.
[8] Vgl. die Kartendarstellung „German Population. Compiled from 9th Census“ (From The Statistics of the Population of the United States, Compiled from the Original Returns of the Ninth Census, 1872. Perry-Castañeda Library Map Collection, v. Witzleben, 1872). Online-Ressource: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/96/German_population_1872.jpg (abgerufen 30.05.2026) sowie: US_census_map_of_Lutheran_churches_-1850 . Online-Ressource: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschamerikaner#/media/Datei:US_census_map_of_Lutheran_churches-_1850.jp
[9] 2024 erschienen noch zwei deutschsprachige Wochenzeitungen in den USA, die traditionsreiche „New Yorker Staats-Zeitung“ (erscheint seit 1834) sowie die Amerika Woche. Außerdem existiert als Dialektzeitung noch die halbjährlich erscheinende Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ in Pennsylvaniadeutsch.
[10]Diese Zahlenangabe beruht auf Schätzungen. Allein zwischen den beiden Weltkriegen sind 600.000 Deutsche in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Auswanderer diente im II. Weltkrieg in den US-Streitkräften. Die Deutschamerikaner insgesamt stellten um 1945 die größte ethnische Bevölkerungsgruppe in den Vereinigten Staaten (Gesamtbevölkerung 1940 132 Millionen Einw.). Etwa ein Drittel (ca. 33 %) aller Soldaten der US Army hatte deutsche Wurzeln.
[11]In den Vereinigten Staaten leben etwa 370.000 Amische, inden sich in den Bundesstaaten Pennsylvania (insb. Im Lancaster County), Ohio und Indiana. Die Vorfahren der Amisch People stammen aus der Schweiz und aus Süd-deutschland. Im Alltag sprechen die Amische Pennsylvania Dutch, einen alten pfälzischen bzw. süddeutschen Dialekt, vermischt mit englischen Wörtern.
[12]In den Vereinigten Staaten leben etwa 25.000 Hutterer, überwiegend im Bundesstaat South Dakota. Die größte Hutterer-Gemeinde dort weist mehr als 7.000 Mitgliedern auf, die inetwa 60 Kolonien leben. Weitere bedeutende Siedlungsgebiete der Hutterer liegen in Montana, North Dakota und Minnesota. Die von den Hutterern gesprochene Sprache, das Hutterische, ist ein bairisch-österreichisch geprägter Dialekt.
[13]Das Pennsylvaniadeutsche stellt eine hauptsächlich auf vorderpfälzisch/kurpfälzischen Dialekten aufbauende Sprachvariante der deutschen Sprache in Nordamerika dar. Sie wird von mehreren hunderttausend Angehörigen der Pennsylvania Dutch bzw. ihren Nachfahren in Sprachinseln heute vor allem in den US-Bundesstaaten Pennsylvania, Ohio und Indiana sowie im kanadischen Ontario gesprochen. Zahlreiche Sprecher (vor allem Amische alter Ordnung und Mennoniten alter Ordnung) gibt es auch in den Bundesstaaten Iowa, Kentucky, Michigan, Missouri, New York und Wisconsin. Einige Sprecher leben auch in Kansas, Oklahoma, Minnesota, Montana und einigen weiteren Bundesstaaten.