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Holocaustismus in der „BRD“.

Thomas Engelhardt

erklärt die Thesen zur Entstehung, Prägung und Deutung des Begriffs Holocaust:

Seit den 1960er-Jahren begann sich die zivilreligiöse Holocaust-Deutung im Terri-torium des „Besonderen politischen Gebietes ‚BRD’“ (d.h. im Geltungsbereich des sog. Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland) herauszubilden, die im Ergebnis des bundesdeutschen Historikerstreits 1986/1987 zur geschichtspolitischen Doktrin dieses Besatzungsgebildes und Suzeränstaates wurde.[1]

Als Folge des Anschlusses des mitteldeut-schen Teilstaates und Besatzungssprößlings „DDR“ an sein westliches Pendant westalli-ierter Provenienz namens „BRD“ (heute fälschlich als „Wiedervereinigung“ fehlin-terpretiert) erwuchs die in Westdeutschland zur Staatsdoktrin erhobene Holocaust-Doktrin, einem Epos gleich, zur neuen Zivilreligion der tendenziell entchristlichten und säkularisierten Bundesdeutschen.

Die bundesdeutschen Führungsschichten und (Schein-)Eliten, insbesondere die Angehöri-gen der politischen Klasse Großwestdeutsch-lands, waren aufgrund des 1989/1990 ein-setzenden nationalen Überschwangs und wegen des offensichtlich wieder erwachten Nationalgefühls aller Deutschen tief verunsichert.

Zunächst schien die Kanalisierung und Ein-dämmung dieses neuen gesamtdeutschen Patriotismus zu gelingen, indem der Holo-caust genannte historische Vorgang zur Grundlage der Beurteilung und Abweisung jedweder nationaler Interessen Deutschlands instrumentalisiert wurde.

„Mahnmal für die ermordeten Juden Europas“ in Berlin

Mit der Errichtung des Holocaust-Mahnmals 2003 – 2005 durch den jüdischstämmigen US-Amerikaner Peter Eisenman wurde ein Exempel statuiert, im Auftrag interessierter Kreise und als Sinnbild der geistigen und tatsächlich unumschränkten Herrschaft der „Goldenen“ und „Auserwählten“.

Heute befindet sich dieses Schandmal im Zentrum der ehemaligen Reichshauptstadt unter der Schirmherrschaft einer eigens zu diesem Zweck gegründeten „Stiftung Denk-mal für die ermordeten Juden Europas“.

Mit diesem sog. Denkmal sollte insbesondere auch das NS-fixierte Selbstverständnis des BRD-Staates für jedermann sichtbar (und insbesondere die Deutschen in kollektive Schuldhaft nehmend) und für alle Zeiten zementiert werden. Im Wortsinne!!!

Auftraggeber und Aufpasser dürften sich jedoch irren.

Wir leben in einer Zeit, in der die 1945 ge-schaffene Nachkriegsordnung zerbröselt, und es erscheint durchaus berechtigt anzuneh-men, daß das jüdische Volk Israels den von ihm jahrzehntelang politisch instrumenta-lisierten Holocaust erst noch erleben wird, und der Betonwahn in Berlin könnte in der nächsten Generation bereits eingeebnet, vergessen und eine aufgezwungene Zwangserinnerung ausgelöscht sein.

Wir Deutschen könnten dieses Schandmal aber auch umwidmen und es als großes Flächendenkmal in Erinnerung an die in der Katastrophe der Jahre 1945-1949 zu Milli-onen hingemordeten Deutschen nutzen.

Heute sollen die auf einer Fläche von 19.000 qm aufgestellten Betonstelen an 6 (sechs) Millionen im Krieg (bzw. während der Kriegs-jahre) getötete europäische Juden erinnern.

Gegenfrage: Wo wird heute zentral an die mit Beginn der Invasion der Feindmächte im Oktober 1944 bis zum Ende der alliierten Militärdiktatur ermordeten etwa 6 Millionen Deutschen erinnert??? Und zwar zielgerichtet, zielstrebig, planmäßig, organisiert und industriell ermordet.   

Im Bombenholocaust, in den Konzentrations-lagern, erschossen, erschlagen, zu Tode vergewaltigt, verhungert oder anderweitig elendig zugrunde gegangen.[2]

Dem zeitgeschichtlichen Analysten und Beobachter wird im genannten Zusammen-hang deutlich, daß in ebenso planmäßiger und zielgerichteter Art und Weise ein Pflock nach dem anderen in ein ideologisches Fundament gerammt wurde, das als Gedan-kengebäude heute als sakrosankt gelten muß.

Einer dieser Pflöcke war die Umdeutung der militärischen Totalniederlage der Deutschen Wehrmacht im Frühjahr 1945 und die nach-folgende Invasion und brutale Besetzung Deutschlands als „Befreiung“.

Der unselige Alt-Bundespräsident Richard v. Weizsäcker hielt die von dem ausgewiesenen Atlantiker Friedbert Pflüger, seinem Reden-schreiber, vorgefertigte Rede (eine Auftrags-rede!) am 8.05.1985 vor dem sog. Deutschen Bundestag des westdeutschen Teilstaates.

Diese Rede gilt bis heute als „Meilenstein“ in der öffentlichen „Aufarbeitung“ der NS-Zeit.[3]

Voraus gegangen war bereits im Jahr 1979 die Ausstrahlung einer US-amerikanischen Film-Serie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ im westdeutschen Fernsehen (auch die Ausstrahlung erfolgte auf Anweisung).[4]

Hier wurde eine fiktive Familiengeschichte  benutzt und geschickt emotional aufbereitet, um eine breite Identifikation der Fernseh-zuschauer  zu ermöglichen. Das gewünschte Ziel einer beispiellosen Welle der Betroffen-heit wurde erreicht.

Es folgten öffentliche Diskussionen, die als Einstieg in die sog. Aufarbeitung der jünge-ren deutschen Vergangenheit gewertet werden müssen.  Mit künstlerischen Mitteln wurde hier ein Propagandacoup ersten Ranges gelandet.[5]

Joseph Goebbels hätte gestaunt, wozu das Medium Fernsehen in der Lage ist. Kaum einer der Zuschauer hinterfragte in diesem Zusammenhang damals freilich die histori-schen Fakten.

Dieses Filmmachwerk ist als Teil des selbsternannten Erziehungsauftrags der westlichen Siegermächte gegenüber den 1945 geschlagenen Deutschen zu bewerten, mithin als Einzelschritt eines nur als Umer-ziehung zu bezeichnenden Langzeitpro-jektes. Auch dies also einer der genannten ideologischen Pflöcke.

Eine Generation später erhob der Außenmi-nister der Berliner Republik Joseph gen. Joschka Fischer Auschwitz gar zum Grün-dungsmythos der BRD. Diese These gilt heute als ebenso feststehend wie unzweifelhaft und wird nicht mehr hinterfragt.[6] (sic.)

Woraus jedoch nur der Schluß zu ziehen ist, daß dann diese BRD auf höchst tönernen Füßen steht und letztlich zum Untergang verurteilt ist. Daß es eine ausreichende Zahl Wohlmeinender gibt, die dem gerne und schnell nachhelfen, muß hier nicht betont werden.

Philipp Jenningers[7] Rede im Bundestag zum 50. Jahrestags der sog. Reichspogromnacht führte zum Staatsskandal und zum sofortigen Rücktritt des amtierenden Präsidenten des Bundestages.[8]

Einige Jahre später wiederholte der Vorsit-zende des sog. „Zentralrates der Juden in Deutschland“ Ignatz Bubis ganze Passagen aus dieser Rede Philipp Jenningers, ohne kritisiert zu werden und ohne, daß es der Journaille überhaupt aufgefallen wäre![9]

Philipp Jenninger (1932- 2018) verstarb un-beachtet im Januar 2018. Man lernt hieraus zweierlei. Das System straft gnadenlos auch Angehörige der eigenen Kaste ab, eben der politischen Nomenklatura, die sich Fehltritte leisten. Jüdische Amtsfunktionäre dagegen erscheinen unangreifbar, was sie auch tun.

Der in der Tendenz politisch verbildete (um nicht zu sagen verblödete) Bundesdeutsche bemerkt derlei freilich nicht, und er zeigt sich i.d.R. auch unaufgeregt oder vollkommen desinteressiert, wenn man ihn auf Vorgänge der bezeichneten Art aufmerksam macht.

Man beachte auch diese Wortschöpfung Zentralrat der Juden in Deutschland! Dieser „Rat“, man könnte ihn auch Zentralkomitee nennen, heißt nicht etwa Zentralrat der jüdischen Deutschen oder Zentralrat der deutschen Juden!!! Nein, die Bezeichnung  Zentralrates der Juden in Deutschland wurde ganz bewußt so gewählt.

Niemand in diesem Land aber wagt, den angesichts einer verschwindend kleinen in der BRD lebenden Minderheit unverhält-nismäßig hohen Einfluß dieses Zentralrates infrage zu stellen oder gar den Versuch zu wagen, die ständigen Einmischungen des Zentralrates in die politischen Belange des Landes zurückzuweisen.

Ebenso wenig wird das gespaltene Verhältnis der hier lebenden Diasporajuden (ein großer Teil sind in den Jahren nach 1990 eingewan-derte jüdische Kontingentflüchtlinge[10]) zur BRD bzw. (im Falle der eingewanderten Juden) zum Aufnahmeland thematisiert.

Fast durchgehend besitzen alle israelische Pässe und unterhalten engste familiäre Bezie-hungen mit in Israel lebenden Familien-mitgliedern oder andere informelle Bezie-hungen mit dem Judenstaat.

1998 zog sich Martin Walser[11] aufgrund seiner berühmt gewordenen Paulskirchen-Rede nicht nur Unmut zu, sondern Verach-tung und Ächtung. Martin Walser:

„Auschwitz eignet sich dafür, Droh-Routine zu werden, jederzeit einsetzba-res Einschüchterungsmittel oder Moral-keule oder auch Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets.“[12]

In seiner Rede lehnte Walser die „Instrumen-talisierung des Holocaust“ ab, woraufhin es zu kontroversen Diskussionen und von in-teressierter Seite teilweise auch zu insze-nierten Protesten hierzulande kam.

Aus dem Blickfeld und größtenteils aus der Erinnerung verschwunden ist auch die sog. Hohmann-Affäre. Die Hohmann-Affäre war eine politische Affäre in Deutschland, die durch eine als antisemitisch bezeichnete und entsprechend kritisierte Rede des damaligen CDU- und jetzigen AfD-Politikers Martin Hohmann zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2003 ausgelöst wurde und zu dessen Parteiausschluß aus der CDU führte.[13]

Der Vorgang hat freilich eine Vorgeschichte.

Bereits am 5. Mai 1999 hatte Martin Hoh-mann zusammen mit anderen Bundestags-abgeordneten einen Antrag eingereicht, der die Errichtung eines geplanten Holocaust-Denkmals ablehnen sollte. Am 25. Juni 1999 begründete Hohmann diesen Antrag in einer Rede. Das Holocaustdenkmal sei in seinen Augen ein Indiz dafür, daß die Deutschen sich ihre Vergangenheit nicht verzeihen könnten:

„Meine Damen und Herren, viele Men-schen fordern uns als Deutsche auf, langsam den Mut zu fassen, unseren Freunden zu sagen:

Mehr als zwei Generationen nach diesem riesigen Verbrechen fühlen wir uns sozu-sagen resozialisiert. Warum? Kein Land hat Verbrechen in seiner Geschichte auf-gearbeitet und bereut, Entschädigung und Wiedergutmachung geleistet wie wir.

Nach christlichen Maßstäben folgt auf Sünde, Reue und Wiedergutmachung das Verzeihen. Freilich, das Verzeihen kann man nicht erzwingen. Aber von Freunden darf man es erwarten. Fast drei Generati-onen Bußzeit bis heute.

Es sollten nicht sechs oder sieben wer-den. Insofern wäre das Mahnmal auch monumentaler Ausdruck der Unfähigkeit, uns selbst zu verzeihen.“[14]

Heute, mehr als 80 Jahre nach Kriegsende, ist allzeit Dauerbeschallung angesagt. Nahezu täglich. Auf allen Kanälen. Zeitlicher Abstand und eine immerwährende multimediale Prä-sentation haben den Holocaust einem Epos gleich zu einer universell gültigen morali-schen Erzählung entwickelt, und Gegendeuter und Zweifler gelten als fortwährend zu be-kämpfende und zu vernichtende Präsenz des absolut Bösen.

Mehr noch, sie gelten als Schwerverbrecher und Kriminelle und werden entsprechend behandelt.

Der Holocaust und das an den Gesamtzu-sammenhang erinnernde Berliner Mahnmal bilden heute gleichsam die spirituelle Mitte des BRD- Staates. Diese Konstellation muß so grotesk wie absurd erscheinen.

Denn weder existiert eine zentrale Stiftung für die durch die alliierten Invasoren (die heute als Befreier gelten müssen) ermordeten Deutschen (nach dem 8. Mai 1945 etwa 5,5 – 6 Millionen Tote)[15] geschweige denn eine nationale Mahn- und Gedenkstätte bzw. ein zentrales Mahn- und Ehrenmal, das an diese Opfer erinnern würde. Deren Martyrium, deren Schicksal ist im kollektiven Bewußtsein Neudeutschlands gleichsam ausgelöscht.

Unter Zugrundelegung des Gesagten kommt der Betrachter nur zu EINEM Schluß:

Der BRD-Staat ist kein Nationalstaat der Deutschen, sondern ein den Nachkriegs-deutschen aufgezwungenes Zwangsgebilde mit dem einzigen Zweck, die Deutschen unter Kontrolle und botmäßig zu halten. Es ist ein Zwangs- und Ausbeuterstaat, geschaffen, um die Deutschen effizient auszubeuten und zu unterdrücken.

Der kapitalistische Ausbeutungsstaat BRD ist zudem ein Suzeränstaat mit eingeschränkter Souveränität, kurzum, er ist das genaue Ge-genteil eines deutschen Nationalstaates.

Aus diesem Grund besteht das politische Ziel in der Eliminierung dieses politischen Gebil-des, das den Charakter einer „Organisations-form einer Modalität einer Fremdherrschaft“ hat.

Dieses „Besondere politische Gebiet ‚BRD’“ ist als Protektorats- und Suzeränstaat zu liqui-dieren.

Historisch betrachtet erfüllt dieser Suzerän-staat „BRD“ die gleiche Funktion wie das „Dritte Deutschland“ der Rheinbundstaaten (historisch korrekt: Rheinische Konfödera-tion) im napoleonischen Zeitalter. Im gewis-sen Sinne ist diese „BRD“ sogar mit den französischen Modellstaaten dieser Zeit vergleichbar.[16]

Und bei Lichte betrachtet sind die Bundes-deutschen auch keine Nation, allenfalls eine in einem von der Geschichtsschreibung noch zu beurteilenden Staatswesen lebende Be-völkerung mit deutschen Wurzeln, geistig entseelt und politisch entmündigt, entidea-lisiert, entsolidarisiert, dabei jedoch auch in hohem Maße ideologisch indoktriniert, politisch manipuliert und gleichgeschaltet.

Wäre dem nicht so, hätte sich Widerstand längst manifestiert und wäre zum Massen-phänomen geworden. Bis jetzt waren und sind es aber immer nur Einzelne, die Wi-derworte und wirklichen Widerstand wagen. Ihnen, den in unserem Volk weithin unbe-kannten mutigen Männern und Frauen muß unser Respekt und unsere Hochachtung gelten.

Ingrid Weckert („Feuerzeichen“), Ursula Haverbeck, Thies Christophersen, Otto Ernst Remer, Ernst Zündel, Dr. Rigolf Hennig, Horst Mahler, Arnold Höfs seien genannt.

Die in den Jahrzehnten bis 1989 im (in jüngerer Zeit abnehmenden) materiellen Wohlstand geistig träge gewordenen und seelisch verwahrlosten westdeutschen Altbundesrepublikaner waren zum Wider-stand überwiegend nicht mehr fähig und in der Lage und wohl auch nicht willens und die 1989 vereinnahmten Mitteldeutschen aus der ehemaligen DDR haben einen schmerzlichen Erkenntnisprozeß erleben müssen, der sie mehrheitlich zu einem als qualvoll empfun-denen Anpassungsprozeß zwang.

Offenbar ist jedoch, daß sich die Mitteldeut-schen noch einen Rest an gesundem Men-schenverstand bewahrten und der Gegengeist dort virulenter als in den Altbundesländern ist.

Im Westen, im Gebiet der alten Bundesländer, wurden im Jahr 2017 zwei Holocaust-Profes-suren und Lehrstühle (man glaubt diesen Unsinn eigentlich nicht) geschaffen. Den einen besetzte eine Sybille Steinbach am Goethe-Institut in Frankfurt/Main (der arme Goethe!!!). Bei dieser Profes-sur handelt es sich um eine sog. Kooperationsprofessur (mit dem Frankfurter Fritz-Bauer- Institut).

Die zweite Holocaust- Professur ist eine sog. Stiftungsprofessur an der Justus-von-Liebig-Universität in Gießen.

Und der Zweck des Ganzen? Nun, das dürfte klar sein. Die Deutschen sind des Themas überdrüssig. Jetzt muß es an den und in den Hochschulen verankert werden.

Die Herrschenden und die im Auftrag Han-delnden aber lassen außer Acht, daß der Bogen längst überspannt ist. Ein absolutes Nebenereignis des II. Weltkrieges wurde als Thema und Gegenstand so sehr überstra-paziert, daß die Nachfahren derer, die heute noch als Opfer gelten müssen und im Zen-trum fast heiliger Verehrung stehen, schon morgen als Staatsterroristen und Kriegsver-brecher allgemeiner Verdammnis zum Opfer fallen könnten.

Das Rad der Geschichte dreht unaufhaltsam und wirkmächtig, und noch niemals gab es unumstößliche absolute Wahrheiten.

Die Griechen faßten das zusammen in „panta rhei“.

Heutige verabsolutierte „Wahrheiten“ können morgen schon auf dem Misthaufen der Ge-schichte gelandet sein. Obwohl diese Tatsa-che allgemein bekannt sein müßte, fallen die Menschen immer wieder neu auf die Herr-schaftsmechanismen der Regierenden herein. Das war so, und das wird so sein.

Noch ein Beispiel für die absolute Durch-setzung des Holocaustismus in alle Le-bensbereiche der Deutschen. Im Februar 2001 veröffentliche das Jugendmagazin „Max“ ein Gespräch mit Johannes Rau (zu dieser Zeit Bundespräsident) und dessen damals siebzehnjähriger Tochter:

„Herr Bundespräsident, wissen Sie, was Anna gerade in Geschichte durchnimmt?“

Anna Rau griff der Antwort ihres Vaters vor:

„Auf die Frage kannst Du normalerweise immer mit ‚Nationalsozialismus‘ ant-worten.“

Auf Nachfrage des Journalisten, woher der mangelnde Enthusiasmus für dieses Thema stamme, erklärte sie, der Zweite Weltkrieg „nerve“ sie:

„Immer wieder dasselbe. Man fängt an mit Hitler und dem rosa Kaninchen, dann kommt Anne Frank und ‚Die Welle‘ (Pro-jektfilm) , dann schaut man ‚Schindlers Liste‘ am Wandertag. Im Konfirman-denunterricht nimmt man den ‚Holo-caust‘ durch und in Geschichte sowieso. Man könnte fast sagen, man spricht in allen Fächern darüber. Da stumpft man irgendwie ab. Es ist einfach zu viel.“

Karl Seeger in „Generation ohne Beispiel“, 1991 im Verlag für Zeitgeschichte:[17]

„Um den Deutschen das Recht auf Selbstachtung zu nehmen, griff man zu dem Mittel der Dauerdiffamierung, denn ein schuldiges Volk, dessen nationales Selbst-bewußtsein mit Schuld belastet bleibt, erhebt sein Haupt nicht …, es wird nachhaltig geschwächt.“                                                                          

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ein Nachwort zum Umgang mit der jüngeren deutschen Vergangenheit in der früheren DDR.

Die dort etablierte Erinnerungskultur unter-schied such fundamental von der Situation in West-deutschland. Entsprechend der in der Sowjetunion geübten Gedenkkultur galten Juden weder als besonders erwähnenswert noch als in irgendeiner Art und Weise beson-ders herauszustellende oder explizit zu würdigende Opfergruppe. Die in US-Amerika geprägten und von dort nach Europa trans-formierten Begriffe Holocaust oder Shoa waren unbekannt und wurden nicht verwendet.                       

Als wichtigste Opfergruppe galten in der Sowjetunion differenzierungslos die eigenen Bürger. In der DDR galten als Hauptopfer der nationalsozialistischen Tyrannis die verfolg-ten Angehörigen der Arbeiterschaft und insbesondere die Kommunisten. Juden erschienen in dieser Betrachtung nicht.

Hieran wird deutlich, auf welcher Art und Weise  von politischen Systemen Agitation und Propaganda eingesetzt werden, um bestimmte Denkmuster zu generieren und das Bewußtsein der Massen zu beeinflussen.

Die aber, die der jahrzehntelang geübten Propaganda im Altbundesgebiet unkritisch folgten bzw. bis heute folgen und nicht in-frage stellen verteidigen ihr „Wissen“ in der Regel mit Inbrunst und aus vollster Über-zeugung, dabei nicht selten auf die vor 1945 angeblich überragende Wirkmächtigkeit Goebbelscher Propaganda verweisend. Diese Leute erkennen zumeist nicht, in welchem Ausmaß sie selbst Opfer eines gigantischen Propagandabetriebs geworden sind.

_________________

Anmerkungen

[1]Der bundesdeutsche Historikerstreit wurde im Juni 1986 durch einen Artikel Ernst Noltes ausgelöst, der den Holocaust in Form rhetorischer Fragen als Reaktion der Nationalsozialisten auf die vorausgegangenen Massen-verbrechen der Stalinschen Säuberungen und das Gulag-System in der Sowjetunion interpretierte (am 6. Juni 1986 veröffentlichte Nolte in der FAZ (Frankfurter Allgemeine) den Artikel „Vergangenheit, die nicht vergehen will“.) In der dann folgenden Debatte stand die Frage der vorgeblichen Singularität des Holocaust im Mittelpunkt. Außerdem wurde diskutiert, welche Rolle der Holocaust für ein identitätsstiftendes Geschichtsbild der Bundes-republik spielen soll. Vgl. dazu auch: Rudolf Augstein: Die neue Auschwitz-Lüge, in: Der Spiegel, 6. Oktober 1986. Die Zusammenfassung der Debatte : Ernst Reinhard Pieper (Hrsg.): Historikerstreit. Die Dokumentation der Kontroverse um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung. München/Zürich: Piper, 1987.

[2]600.000 Tote in den Westzonen, 800.000 Tote in der SBZ, 1,3 Mill. Tote in den 38 sowj. Konzentrationslagern (heute Speziallager genannt) (davon 27 in den preußischen Ostprovinzen des Reichs), 800.000 Tote in den US-amerikanischen Rheinwiesenlagern, 1,8 Mill. Opfer als Deportierte (gestorben im GuLag und in den NKWD- Lagern in der UdSSR). Qu.:  [NN]: Großdeutschland am Galgen. [o. O. u. o. J.] (als Manuskript gedruckt, veröff. ca. 1995).

[3]„NS-Zeit“ stellt bundesdeutsches Neusprech dar, ist Teil der sprachlich durchgesetzten westdeutschen Semantik. Gemeint ist die Zeit des historischen Nationalsozialismus im ab 1943 offiziell Großdeutschland genannten Staat. Im sowjetzonalen Besatzungssprößling „DDR“ wurde stattdessen der Begriff „Faschismus“ durchgesetzt.

[4]Die US-amerikanische TV-Serie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ (1979) gilt heute als epochales Fernseh-Ereignis, das den Begriff „Holocaust“ endgültig im deutschen Sprachgebrauch Westdeutschlands verankerte und die bundesdeutsche Erinnerungskultur nachhaltig veränderte. Die vierteilige Serie der ARD erreichte damals Millionen Menschen. Im DDR-Fernsehen wurde dieser Filmschinken nicht gesendet.

[5]In der Regel behaupten Bundesdeutsche (genauer: Bürger der alten Bundesländer) in Gesprächen und Diskussionen, daß in  der Zeit des Dritten Reiches die deutschen Juden allesamt „ermordet“ worden wären. So gut wie völlig unbekannt ist die Tatsache, daß bis Mitte 1939 etwa 300.000 deutsche Juden (mithin ein Drittel der im Deutschen Reich lebenden Juden) ganz legal ausreisen konnte. Von den rund 200.000 österreichischen Juden wanderten bis zum Ausbruch des II. Weltkriegs im September 1939 120.000 aus.

[6]In der Zeit der rot-grünen Koalition (1998 – 2005) kam es in der BRD zu einem Paradigmenwechsel. Der Holocaust und das Vernichtungslager Auschwitz wurden von der neuen rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Schröder und insbesondere durch den Außenminister Fischer zum Fundament der moralischen und politischen Identität der Berliner Republik erklärt. Dies prägte den nun geltende Konsens, daß die Lehre aus der deutschen Geschichte immerwährende kollektive Schuld bedeutet.

[7]Philipp Jenninger, 1982 bis 1984 Staatsminister im Bundeskanzleramt, 1984 bis 1988 Präsident des Deutschen Bundestages, * 10.06.1932 Rindelbach (Jagst), † 4.01.2018 Stuttgart.

[8]Die den Skandal auslösende Rede hielt Jenninger am 10. November 1988. Jenninger mußte bereits am darauf-folgenden Tag vom Amt des Bundestagspräsidenten zurücktreten.

[9]Ignatz Bubis übernahm demonstrativ ganze Passagen aus der 1988 umstrittenen Rede Philipp Jenningers in einen eigenen Vortrag, ohne damit irgendeinen Anstoß zu erregen oder Kritik zu ernten! Bundesdeutsches Narrenschiff!

[10]Kontingentflüchtlinge: Ab 1991 wurde Juden aus der ehem. Sowjetunion und Personen mit jüdischen Vorfahren aus den Nachfolgestaaten der UdSSR das Recht gewährt, als Kontingentflüchtlinge in die BRD überzusiedeln. Damit wurde die im Frühjahr 1990 in der DDR auf Initiative des Zentralen Runden Tisches geschaffene Einreisemöglich-keit für sowjetische Jüdinnen und Juden in bundesdeutsches Recht überführt (Gesetz über Maßnahmen für im Rahmen humanitärer Hilfsaktionen aufgenommene Flüchtlinge). Zwischen 1991 und 2004 insgesamt 219.600 jüdische Zuwanderer nach Deutschland. Zum Vergleich: von 1991 bis 2004 migrierten rund 1,9 Millionen Spätaus-siedler aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik. [Qu.:  Statistik des Bundesverwaltungs- amtes sowie Angaben Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge].

[11]Martin Walser, Schriftsteller, Autor, * 24.03.1927 Wasserburg (Bodensee), † 26.07.2023 in Überlingen.

[12]Rede anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am 11. Oktober 1998 in der Frankfurter Paulskirche.

[13]Am 3. Oktober 2003 hielt Hohmann in Neuhof eine Rede zum Tag der Deutschen Einheit. Darin monierte er, „daß man als Deutscher in Deutschland keine Vorzugsbehandlung“ genieße, und stellte die Frage, ob es nicht sinnvoll sei, die Zahlungen an die EU sowie die Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter während des NS-Regimes und an die jüdischen Opfer des Holocaust angesichts der schlechten Wirtschaftslage zu verringern. Weiter beanstandete er, daß „immer neue Generationen deutscher Wissenschaftler auch noch die winzigsten Verästelungen der NS-Zeit“ mit „geradezu neurotischem Eifer durchforschen“ würden. Von Hohmanns 120 Zuhörern, zumeist Mitglieder des CDU-Ortsverbands Neuhof, zeigte sich niemand über seine Äußerungen irritiert. In der Öffentlich-keit blieb die Rede zunächst unbeachtet. Erst nachdem der CDU-Ortsverband Neuhof sie auf seine Internetseite gestellt hatte, erschien am 27. Oktober 2003 ein kritischer Artikel der jüdischen Journalistin Andrea Livnat in dem Online-Magazin Hagalil.com.

[14]Qu.: Plenarprotokoll Bundestag, 14/48, 1999, S. 4122.

[15]   Vgl. Fußn. 2.

[16]   Die französisch-napoleonischen Modellstaaten waren das Kgr. Westphalen, das Großherzogtum Berg und das Großherzogtum Frankfurt.

[17]   Karl Seeger (Hrsg.) : 1912 – 1932: Generation ohne Beispiel. 1924/25 sagt: So war’s. Butzbach : Verl. für Zeitgeschichte, 1991.

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4 Kommentare
coronistan.blogspot.com aka Ms Corona Hotspot

Ich kriege Gefühle, wenn ich das Wort nur höre. —

„Unter dem Titel „Sühne für Auschwitz“ berichtet „Welt im Film“ über die Urteile im Krakauer Auschwitz-Prozeß von 1947/48.

O-Ton: „Insgesamt kamen nahezu 300.000 Menschen verschiedenster Nationen im Konzentrationslager Auschwitz um. (…) Das Konzentrationslager Auschwitz bleibt als Mahnmal der Schande so erhalten, wie es heute steht. Zum bleibenden Gedenken an seine 300.000 Opfer.“ — „Welt im Film 137/1948“

Muß man mehr wissen? „Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt; die Wahrheit steht von alleine aufrecht.“ ― Thomas Jefferson

KWHugo
KWHugo
6 Stunden zuvor

Lieber Thomas, als ddR-Insasse muß ich widersprechen. Schon in der 4. Klasse mußten wir Schauergeschichten von Lampenschirmen und Gaskammern hören, im Jugendweihejahr wurden wir in ein KZ (Ravensbrück) geschleppt, in der EOS dann Gedichte wie „Kinderschuhe aus Lublin“. Als Lehrerin schmiß ich deshalb den Büttel 1987 hin. Hier lange vor meiner Pensionierung 2005 aus demselben Grunde. Wenn man zuviel zu fressen bekommt, muß man koxxxx. Das Denkmal ist pottenhäßlich wie alle „Kunst“ von diesen Leuten, was auch Gerard Menuhin in seinem Buch feststellt. Die haben keinen Geschmack für Schönheit.

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