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Das patriotische Lager in der BRD

Thomas Engelhardt

Das patriotische Lager in der BRD. Zur Lage der deutschen Rechten:

Der Tod eines Kämpfers und Aktivisten, wie es Roland Wuttke war, bietet Anlaß, innezu-halten und eine Rückschau zu wagen.

Bereits die Überschrift „Zur Lage der deut-schen Rechten“ erregt möglicherweise Anstoß oder führt zu heftiger Kritik. Denn was bedeutet „links“, und was ist „rechts“?

Es handelt sich um politische Ein- und Zuordnungen aus dem 19. und 20. Jahr-hundert.

Heute erscheinen diese Eikettierungen zur eigenen Standortbestimmung und Selbst-findung untauglich. Das herrschende System benutzt diese Begriffe, insbesondere in Ver-bindung mit „rechtsextrem“ oder „rechtsradi-kal“ zur Demontage und zur Diffamierung wie Diskreditierung des oder der politischen Gegner. Wobei heute selbst die tendenziell eher als national-konservativ einzuschätzen-de AfD als „rechts“ gilt.

Dabei füllt diese Partei heute lediglich eine Lücke im bundesdeutschen Parteienspektrum aus, die noch in bis in die Endfünfzigerjahre von der F.D.P.  gefüllt wurde. Die heutige AfD kann gewissermaßen auch als der früher existierende konservative Flügel der CDU angesehen werden.

Hier fand demzufolge in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur eine inhaltliche Ver-schiebung in den Parteien statt. Inbesondere erfolgte auch eine vollkommene Umwertung von Begriffen.

In der Selbstbezeichnung sehe ich mich selbst weder „rechts“ noch „rechtsradikal“ oder „rechts-extrem“. Jedoch werde ich, wenn ich mich in oder gegenüber meinem Umfeld politisch äußere, meist sofort oder jedenfalls sehr schnell als „rechts“ wahrgenommen.

Direkt darauf angesprochen, frage ich dann meist zurück, was „rechts“ eigentlich be-deutet. In der Regel kann auf meine diesbe-zügliche Frage keine befriedigende Antwort gegeben werden. Das nimmt nicht Wunder. Denn dieser Totschlagbegriff „rechts“ ist in hohem Maße unscharf und diffus.

In der Firma, im Kollegenkreis, im sozialen Umfeld wurde oft gerätselt, ob der Engelhardt ein verkappter Kommunist oder aber, weitaus schlimmer, ein „Rechter“ sei.

Geschuldet war dies der Auffassung des berühmten politschen Hufeisen. Demgemäß verhält es sich so, daß sich die Ränder des politischen Spektrums näher stehen als der sog. demokratischen Mitte, ähnlich den Enden eines Hufeisens.

Das Modell des politischen Hufeisens postuliert, daß „Extremisten“ prinzipiell bestimmte Strukturmerkmale wie grund-sätzliche Gewaltbereitschaft und die Ab-lehnung des Verfassungsstaates teilen. D.h. es wird von vornherein vorausgesetzt, daß national eingestellte Personen und Patrioten per se erstens extremistisch und zweitens gewaltbereit seien.

Deutlich wird aber noch etwas anderes. Begriffe und Bezeichnungen werden heute bewußt unscharf angewandt, beispielsweise bei der Gleichsetzung von „rechtsradikal“ und „rechtsextrem“. Eine sachliche und objektive Auseinandersetzung mit politischen Inhalten wird dadurch vermieden und darüber hinaus sogar verweigert. Jeder, der sich (wohlge-merkt in unserem Sinne) zu Deutschland bekennt, ist von vornherein politisch verbrannt.

Seit 1988 hatte ich hier im Westen Deutsch-lands sehr unterschiedliche politische Kon-takte, sowohl hinsichtlich der politischen Ausrichtung als auch der Intensität.

Zeitweise, etwa in der Zeit zwischen 1990 bis 2000, hatte ich mehr als 15 verschiedene Zeitschriften, Periodika und kleine Blätter gleichzeitig im Abo, darunter die heute schon als legendär zu bezeichnende Monatsschrift Nation & Europa und die Deutschen Monats-hefte (1990 Erscheinen eingestellt) sowie die DGG (Deutschland in Geschichte und Gegen-wart). Auch das (neue) Leitheft, hrsg.vom Kameradenkreis der ehemaligen Waffen-SS e.V., las ich jahrelang, bis zum Ende des Blattes. Viele Titel sind heute nicht mehr bekannt.

– Nation & Europa (Monatszeitschrift im Dienste der europäischen Neuordnung), hrsg. von Peter Dehoust, Coburg, ab 1992 ge-meinsam mit Adolf von Thadden) (erscheint ab 1951 in der Nation Europa Verlags GmbH, Coburg; bis 1990: Nation Europa. Monats-zeitschrift im Dienste der europäischen Neuordnung, ab 1990 Nation & Europa. Deutsche Monatshefte, ab 1994 fusioniert mit der Deutschen Rundschau (Dt. Liga für Volk und Heimat)

– Mensch und Maß. Monatszeitschrift (erscheint seit 1961 im Verlag Hohe Warte GmbH, Pähl) (hrsg. vom Bund für Deutsche Gotterkenntnis)

– Anzeiger der Notverwaltung des Deutschen Ostens (Mitteilungsblatt der Gemeinschaft Ost- und Sudetendeutscher Grundeigentümer und Geschädigte) (GOG) Deutschland. Schrift für Neue Ordnung (hrsg. von der Vereinigung Gesamtdeutsche Politik e. V., VGP)

– Der Bismarck-Deutsche (gegr. von Otto Ernst Remer, erscheint ab 1985 als Zeitschrift der DDF, Schriftleitung ab 1987 Gert Zikeli), 1989 Umbenennung (Recht und Wahrheit)

– Recht und Wahrheit (hrsg. von „Die Deut-sche Freiheitsbewegung e.V.“) (Georg Albert Bosse, Wolfsburg) (erscheint ab März 1989, Organ der DDF)

– Historische Tatsachen (Udo Walendy, * 1927, † 2022)), erscheint ab 1975 im  Verlag für Volkskunde und Zeitgeschichtsforschung

– Die Bauernschaft. Für Recht und Gerechtig-keit (1969-1996) (hrsg. von Thies Christo-phersen, Bürger- und Bauerninitiative e.V.), (ab 1969 Nordwind-Verlag, ab 1971 Kritik-Verlag, ab 1995 hrsg. von Ernst Zündel (Toronto), Samisdat Publishers Toronto) [Thies Christophersen, * 1918, † 1997] [Ernst Zündel, * 1939, † 2017]

– Kritik – Die Stimme des Volkes (hrsg. von Thies Christophersen u. Erhard Kemper im Nordland Forlag, Aalborg, Dänemark)

– Deutsche Monatshefte (hrsg. von Gert Sudholt; Erscheinen eingestellt 1990, 1990 Fusion mit Nation Europa)

– Deutsche Rundschau (Dt. Liga für Volk und Heimat)

– Deutschland in Geschichte und Gegenwart (ab 1953 im Grabert-Verlag, Tübingen, ab 1985 im Hohenrain-Verlag Tübingen) (gegr. 1953,  Chefredakteur ab 1978 Wilfried von Oven, (hrsg. (ab 1978) von Wigbert Grabert; in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Nachkriegsgeschichte (IdN) unter Leitung von Dr. Rolf Kosiek)

– Der Scheinwerfer (Rodach b. Coburg) (der Herausgeber mußte aus der BRD flüchten)

– Staatsbriefe (1990-2001, hrsg. von Hans-Dietrich Sander, * 1928, † 2017)

– Sleipnir. Zeitschrift für Kultur, Geschichte und Politik (hrsg. von Andreas Röhler, Verlag der Freunde Andreas Röhler / Peter Töpfer GbR, Berlin) (die Zeitschrift erschien ab 1995 bis zum Verbot)

– Leitheft (hrsg.vom Kameradenkreis der ehemaligen Waffen-SS e.V. , erscheint im Schild-Verlag, Schriftleitung G. Damerau)

– Freundesbriefe (Korrespondenz des Leserkreises der ehem. „Bauernschaft“)

– Preußen-Courier (hrsg. vom Freundeskreis des Preußen-Courier)

– Der Freiwillige (hrsg. von der Hilfsorgani-sation auf Gegenseitigkeit HIAG, Schriftleiter Friedhelm Kathagen, Buchdienst Witten)

– DESG-inform (hrsg. ab 1985 von der Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft (DESG) im Verlag Deutsch-Europäischer Studien GmbH)

– Unabhängige Nachrichten (Bochum) (erscheint seit 1969 bis heute; hrsg. vom Freundeskreis Unabhängige Nachrichten, im Auftrag und Zusammenarbeit der Unabhän-gigen Freundeskreise) (Druck und Vertrieb von der Gesellschaft Verlag + Agentur Werner Symanek (VAWS), Bingen)

– Der Reichsbote. Anzeiger des Freistaates Preußen. Zeitung für Politik, Wirtschaft und Kultur (hrsg. von Dr. Rigolf Hennig, Verden/Aller, erscheint 2004–2008) (2008 Fusion mit „Volk in Bewegung“, ViB).

– Volk in Bewegung (erscheint ab 2000 bis 2007 im Verlags- und Medienhaus Hohen-berg, ab 2008 im Nordlandverlag, Fretterode)

– Euro-Kurier (hrsg. von Wigbert Grabert, erscheint ab 1980 im Grabert-Verlag, Tübingen)

– Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert (Publikationsreihe, hrsg. von Kultur und Zeitgeschichte, Archiv der Zeit e.V., Rosenheim)

Nahezu alle genannten Zeitschriften bzw. Verlage sind inzwischen eingegangen, die Herausgeber gaben auf, oft mangels Masse (abnehmende Leserzahl, Verringerung der Abonnenten). Die meisten gaben aber aus Altersgründen auf, viele auch aufgrund von Verfolgung, Inhaftierung, Strafbefehlen, hohen Geldstrafen und Bewährungsauflagen bzw. eingetretetener Existenvernichtung.

Die meisten der früheren Verleger, Heraus-geber, Publizisten sind heute bereits vergessen.

Peter Dehoust (1936-2020) sei genannt, Harald Neubauer (1951-2021), Gert Sudholt, Georg Albert Bosse (Wolfsburg). Einige dieser Männer konnte ich kennenlernen, bei persön-lichen Begegnungen, bei Lesertreffen oder Jahrestagungen. Udo Walendy sei genannt, ebenso Waldemar Schütz oder etwa Prof. Emil Schlee.

Beeindruckende Persönlichkeiten, die es so heute nicht mehr gibt. Es waren Männer der Erlebnisgeneration, die unglaubliches erlebt und ebenso unglaubliches geleistet hatten.

Persönlichkeiten wie Walendy oder Schütz (und die vielen anderen) gibt es heute nicht mehr. Altsprachler, mit umfassender Bildung, Absolventen führender Schulen ihrer Zeit.

Als patriotische Deutsche waren sie beseelt vom Glauben an dieses Land, sie waren aber zugleich auch bewußte deutsche Patrioten und Preußen aus innerer Überzeugung, da-rüber hinaus von einem tiefen Glauben an die Zukunft dieses Landes durchdrungen.

Es sind Menschentypen aus einer anderen Zeit. Geprägt und beeinflußt nicht zuletzt auch durch die Erschütterungen des für unser Vaterland grausamen 20. Jahrhunderts.

Summa summarum müssen wir heute leider feststellen, daß trotz aller redlicher Bemü-hungen faktisch nichts erreicht wurde, erreicht werden konnte. Die Kräfte des Gegners waren und sind zu groß, sie sind bis heute übermächtig.

Die Zahl der heute noch erscheinenden Publikationen ist übersichtlich. Die Abon-nentenzahlen sind nicht bekannt, aber insgesamt rückläufig. Ein Leitorgan wie ehedem Nation & Europa oder etwa DGG (Deutschland in Geschichte und Gegenwart) fehlt heute vollkommen.

Zeitschriften wie Nation Europa oder die DGG hatten mehrere Tausende Abonnenten. Heute undenkbar. (1996 druckte der in Coburg ansässige Verlag Nation Europa Verlags GmbH monatlich 15.000 Hefte und hatte 13.000 feste Abonennnten (!) (bis 1990: Nation Europa. Monatszeitschrift im Dienste der europäischen Neuordnung, ab 1990 Nation & Europa. Deutsche Monatshefte).

Nation Europa wurde 1951 durch den ehemaligen SS-Sturmbannführer und Chef der Bandenbekämpfung, Arthur Ehrhardt, und Herbert Böhme gegründet.

Nach dem Tod von Arthur Ehrhardt 1971 übernahm Peter Dehoust (Coburg) die Herausgabe des Blattes. 1990 vereinigt es sich mit den Deutschen Monatsheften (Gert Sudholt), 1994 mit der Deutschen Rund-schau, dem inoffiziellen Parteiorgan der Deutschen Liga für Volk und Heimat.

Daneben gab es sozusagen Nischenblätter wie die ab 1980 von der HNG herausgege-bene Zeitschrift „Nachrichten der HNG“ (Ursel Müller, Hilfsorganisation für nationale politi-sche Gefangene). Im April 2009 erschien die Nr. 117 des Blattes.

Allem Idealismus und allem Engagement und politischem Eifer zuwider bewirkten die poli-tischen Aktivisten im Grunde genommen wenig bis nichts. War also alles vergeblich? Nein, vergeblich war es sicherlich nicht.

Betrachten wir aber die heutige Lage von Staat, Volk und Nation, dann wäre dem so. Deutschland stirbt, jeden einzelnen Tag. Wir sind Zeitzeugen eines langsamen quälenden Dahinsiechens. Das muß so nicht bleiben.

Solange die breite Masse des Volkes sich dieses Abstiegs jedoch nicht bewußt wird und keine allgemeine Rebellion beginnt, der in einem Aufruhr mündet, werden wir auch weiterhin nichts bewirken. Absehbar ist dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht.

Glaubt nicht, daß der Deutsche seine gött-liche Urheimat verloren hat. Eines Tages wird er sich wach finden am Morgen eines unge-heueren Schlafes.“ [Friedrich Nietsche]

Vollständig lautet das Zitat:

„Glaube Niemand, daß der deutsche Geist seine mythische Heimat auf ewig verloren habe.[…]. Eines Tages wird er sich wach finden, in aller Morgenfrische eines unge-heuren Schlafes: dann wird er den Drachen tödten, die tückischen Zwerge vernichten und Brünnhilde erwecken.“

Land der Liebe, Land des Schönen.
Land des Schaffens, Land der Kraft.
Land in Trümmern, Land in Stöhnen.
Land in Ängsten und erschlafft.
Trotz dem Hohn des Erdenballes.
Trotz dem Haß, der Dich umstiebt,
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles sei geliebt.

Land geplündert und geschändet.
Doch der Besten nicht beraubt.
Land der Sehnsucht – nie vollendet.
Land, das an Erfüllung glaubt.
Hör die Stimme klar erschallen,
hör die Stimme, die vergibt.
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles sei geliebt.

(Wilhelm Pleyer, * 8.03.1901 Eisenhammer,
Bez. Kralowitz, Westböhmen, † 14.12.1974 München)

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