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Clara Schumann – 6. Teil: Die Witwe

Clara Schumann war urlaubsreif.

Zu fünft – mit zweien ihrer Söhne und Brahms mit seiner Schwester – ging die Reise in die Schweiz. Das konnte nicht gutgehen.

Am Ende des Urlaubs im Oktober trennten sich ihre Wege. Clara brachte Johannes zum Zug.

… als ich zurückging, da war mir’s, als kehrte ich von einem Begräbnis zurück.

Dennoch:

Johannes Brahms und Clara Schumann blieben Freunde bis ans Ende ihres Lebens.

Brahms gehörte zur Familie, in die er immer wieder aus der Fremde heimkehrte.

Wir ließen ihn mit uns leben, ohne ihn gerade viel zu beachten,

berichtet Eugenie Schumann.

… wir … waren dem Himmel dankbar, der ihr Brahms als Weggefährten geschickt hatte. Auch wußten wir, daß er trotz aller Schroffheit mit ganzer Seele an unserer Mutter hing, daß er sie liebte und verehrte wie niemanden sonst in der Welt. Über alle Verstimmungen hinüber reichten sie sich immer wieder die Hände, konnten es, weil ihre Freundschaft auf dem felsenfesten Grunde der Seelengemeinschaft, des innigsten Verständnisses in allen wichtigen Fragen der Kunst und des Lebens ruhte.

Eugenie Schumann (1851-1938). Bleistiftzeichnung von R. Lehmann, 1871. Robert-Schumann-Haus, Zwickau (Reich)

… Ich sah Brahms so gerne an, wenn er: „Ihre Mutter“ sagte. Sein Auge leuchtete dann so blau, so rein und innig.

Nach Roberts Tod komponierte Clara nicht mehr.

Wegen ihrer Konzertreisen mußte sie das Haus oft und lange alleinlassen. Sie sah sich gezwungen, ihre Kinder andern Menschen in fremden Häusern anzuvertrauen. Die Kinder litten, jedes auf seine Weise. Am wenigsten schienen die Söhne mit ihrem Los fertigzuwerden. Ludwig landete wie sein Vater in der Nervenheilanstalt.

Marie, die Älteste, hatte sich zur Aufgabe gemacht, der Mutter den Haushalt zu führen, um ihr damit den Rücken freizuhalten. Ein Segen für Clara Schumann!

Die Kinder liebten und verehrten ihre Mutter, die sie so viele wertvolle Jahre ihrer Kindheit und Jugend entbehren mußten. Über die Trennung von ihren Kindern war Clara Schumann am wenigsten froh.

Sie war indes nach den Worten von Edvard Grieg

der seelenvollste und berühmteste Pianist seiner Zeit.

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