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Beethoven und seine Liebe zur Natur

Blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüth über das Müssende.
Ludwig van Beethoven

 

Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven

wurde heute vor 252 Jahren geboren.

Die große Beethoven-Forscherin Marie Elisabeth Tellenbach erkennt in Beethoven

eine Persönlichkeit, die auf dem Gebiet des Ethos und des Geistes an den Grenzen des Menschenmöglichen lebte …

Beethoven hat uns vorgelebt, mit welcher Kraft und Größe ein Mensch befähigt sein kann, Umstände zu bewältigen, die das Leben unendlich schwer machen. Seine Schwerhörigkeit, ja schließlich Taubheit vermochte ihn als Musiker am Schaffen nicht zu hindern. Er schuf Werke von Ewigkeitswert.

Dazu wanderte er hinaus in die Natur. Sie atmet das Göttliche und umfing ihn, hier gebaren sich in seinem Innern neue musikalische Ideen. Er erkannte aus eigenem Erleben:

Jede echte Erzeugung der Kunst ist unabhängig, mächtiger als der Künstler selbst und kehrt durch ihre Erscheinung zum Göttlichen zurück und hängt nur darin mit dem Menschen zusammen, daß sie Zeugnis gibt von der Vermittlung des Göttlichen in ihm.

Das Göttliche – so die Philosophin Mathilde Ludendorff – ist frei von Raum, Zeit und Ursächlichkeit. Es zu erleben ist dem Menschen möglich, aber nur ohne Wollen, also ohne eine Verursachung. Denn wie das Göttliche ursachlos da ist, so kann der Mensch sich ihm auch nur „spontan wie Gott selbst“ öffnen – so die Erkenntnis der großen Schauenden.

Und so atmen Beethovens große Werke das Göttliche und vermitteln es den in die Stille heimgekommenen Menschen.

Das ist auch das, was uns Menschen kein noch so brutaler Unrechtsstaat nehmen, ja was ihn vergessen lassen kann: das Erleben des Göttlichen in der Stille, in der Natur, in der Kunst.

Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: heilig, heilig!

sagt Beethoven. Die Natur mag ihm auch geholfen haben, sein unendlisches Leid zu tragen, ohne an ihm zu zerbrechen, das ihm seine unglückliche Liebe zu Josephine von Brunswik antat, seine „Unsterbliche Geliebte“.

Im Tagebuch der Fanny Giannatasio – Beethoven in nichterwiderter Liebe zugetan – gibt in ihrem Tagebuch Aussagen Beethovens und ihre Eindrücke von seinem Befinden wieder.

So lesen wir aus dem Jahre 1816, was sie bei einem Gespräch Beethovens mit ihrem Vater mitgehört hatte:

Ich erfuhr, … er liebe unglücklich! … er habe eine Person kennengelernt, mit welcher sich näher zu verbinden er für das höchste Glück seines Lebens gehalten hätte. Es sei nicht daran zu denken, fast eine Unmöglichkeit, eine Chimäre.

Gräfin Josephine Brunsvik dem Grafen Deym ohne ihr Einverständnis angetraut (unbezeichnete Bleistift-Miniatur, vor 1804, Wikipedia)

Wörtlich gibt sie Beethovens weitere Äußerung wieder:

Dennoch ist es jetzt wie am ersten Tag. Ich hab’s noch nicht aus dem Gemüth bringen können.

Welche Seelentiefe spricht aus diesen Worten!

Froh bin ich wieder einmal in Gebüschen, Wäldern, unter Bäumen, Kräutern, Felsen wandeln zu können, kein Mensch kann das Land so lieben wie ich. Geben doch Wälder, Bäume, Felsen den Widerhall, den der Mensch wünscht.

In der Verzweiflung angesichts der derzeitigen Zerstörungen unseres Volkes und Landes ist es für den wach miterlebenden Menschen gut, in der Vorweihnachtszeit sich immer wieder in sein Heim zurückziehen zu können als in einen Raum der Stille und Einkehr mit lieben gleichgestimmten Menschen oder auch all-ein, d. h. von außen ungestört mit dem All eins zu sein, mit dem All, zu dem auch wir Menschen gehören und in dem das Göttliche alles durchwaltet und für die schauende Seele erkennbar ist – vielleicht auch in Gemeinschaft mit Beethoven und seiner Musik.

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MDF
MDF
1 Monat zuvor

Wunderbare Darstellung, ein unerschöpfliches Thema. Danke!

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