„Mysterien“ und Wirklichkeit
Donnerstag, 11. Juni 2026 von Adelinde
Das Publikum wird eher die einfache Lüge
als die komplizierte Wahrheit glauben.
Alexis de Tocqueville
Karsten Oelckers
sandte die folgende Abhandlung in die Runde. Sie ist entnommen aus Robert Welldon – 2006, Mysterien-wesen. Mißbrauch der Mysterien. Mysterienunwesen als Grundlage des Zeitgeschehens. Neue Mysterien.
„Mysterien“ – Es gibt Menschen, die einen Hang zu mystischen Erzählungen haben, daran glauben und sie mit Zähnen und Klauen verteidigen. Adelinde schaut lieber auf die Möglichkeiten der menschli-chen Seele, sich von allem Göttlichen abzukapseln oder sich ihm voll hinzugeben und damit den Sinn des Menschenlebens zu erfüllen.
Da braucht es keine Mysterien. Aber Rudolf Steiner beschreibt die Wirkungen der mythischen Vorstel-lungen von „Luzifer und Ariman“, den „Entwick-lungsverhinderern“ inhaltlich aufschlußreich:
LUZIFER, AHRIMAN UND ENTWICKLUNG
Inwiefern und warum sind Luzifer und Ahriman Entwicklungsverhinderer?
Das sich befreiende Ich hat zwei Instrumente bzw. Aspekte:
• den Leib als Träger des Ich-Bewußtseins
• und das Schicksal als Träger der Entwicklungsmöglichkeiten.
Richtig: Der Leib mit seinen Gehirnzellen ist Vor-aussetzung für das Leben der Seele. Und das Schicksal kann – wenn die erlebende Menschenseele es zuläßt – zur Entwicklung ihrer selbst beitragen. Steiner weiter:
Den beiden Widersachermächten, Luzifer und Ahriman, sind diese beiden Ich-Komponenten ein Greuel. Warum das so ist, möchte ich im Folgenden kurz umreißen.
Luzifer und Ahriman als Verhinderer von Entwicklung und Schicksalsbewußtsein:
• Luzifer und die Lust am Kleinen
Luzifer ist das freie, instrumentelle, der Welt zugewandte Ich-Bewußtsein zutiefst zuwider.
Ihm entspricht ein Ich-Bewußtsein, bei dem man sich selbst genießt, ein breites Ego hat, sich toll findet, sich spiegelt – das sind alles Abirrungen eines gesunden Selbstbewußt-seins in Richtung Egomanie.
Männer und Frauen haben ihre jeweilig eigene Spielart davon. Hier setzt die luzife-rische Versuchung an. Luzifer … interessiert sich für das Kleine, das Individuelle, spielt mit Lust und Eitelkeit: Es muß Spaß machen, Lust bereiten, Selbstbespiegelung ermög-lichen – dann ist Luzifer zufrieden.
Wie häufig trifft man auf solche Menschen, denen es offenbar ein Greuel ist, seelisch in die Tiefen des Seins einzudringen und an ihnen teilzuhaben. Mit ihnen ist für den tiefer Denkenden keine Gemein-samkeit zu erlangen. Sie blockieren tieferes Denken, es entzündet sich kein weiteres tiefes Schauen mit ihnen.
Mit okkulten „Wundergebilden“ wie „Mysterien“, die auch noch teuflische Ziele anstreben, kann Wahnsinn unter den Völkern ausbrechen. Davon erzählt der folgende Bericht:
Lenin und die okkulten Elemente der bolschewistischen Revolution
Der bolschewistische Umsturz in Rußland hängt aufs engste mit der Person des Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, zusammen. …
Als Lenin 17 Jahre alt war … wurde sein älterer Bruder verhaftet, verurteilt und gehängt, weil er Mitglied einer terroristischen Organisation war, die die Ermordung des russischen Zaren Alexander III. plante und verübte.
Dieses Ereignis führte dazu, daß er wußte, er wollte Revolutionär werden. … Er war beses-sen von der Idee, den Zarismus zu stürzen, um seinen Bruder zu rächen. Das erreichte er später, als auf seinen Befehl die ganze Zarenfamilie in Jekaterinenburg erschossen wurde.
Die von Lenin inaugurierte Pseudo-Wissen-schaft, später „Leninismus“ genannt, hatte zum Ziel gehabt, den „Neuen Menschen“ zu züchten.
Versucht man, sich davon ein zutreffendes Bild zu machen, wird Rudolf Steiners Aussage verständlich, daß hinter dem Bolschewismus eine Art Initiation steckt, und zwar eine Initiation, die aus dem Abgrund, aus der Sphäre des apokalyptischen Tieres in die menschliche Welt hineinragt.
Im Zyklus über die Apokalypse für die Priester der Christengemeinschaft hat er ausgesprochen, daß die Dämonen des Sorat (so heißt der Sonnendämon) hinter den Bolschewiken standen, um durch sie zu wirken. Auch darin liegt noch einmal ein Hinweis auf die Verbindung von Gondi-schapur und den Bolschewismus in Rußland.
Hier ist zu fragen, welcher Art die Einweihung der Bolschewiki war, da sie alle überzeugte Materialisten und Atheisten waren. Es war … eine Einweihung, die die Initianten zu voll-kommen ICH-losen Werkzeugen dieser Wesen machten.
Die kommunistische Partei der Sowjetunion war nach einem besonderen Prinzip aufge-baut, das den Aufstieg in der Hierarchie der Nomenklatura streng regelte und das man als eine Art infernaler Einweihung verstehen kann.
Jede höhere Parteigruppe forderte von jeder untergeordneten die Erfüllung eines von ihr vorgegebenen Programms. Dieses Programm beschrieb die Ziele der Kommunistischen Partei, die es in dieser untergeordneten Gruppe zu erreichen galt.
… Die Wege und die einzelnen Schritte, welche zur Erreichung der Ziele nötig waren, blieben aber den ausführenden Gruppen überlassen.
… Die Mitglieder der jeweiligen Parteigruppe hatten gemeinsam herauszufinden, wie das vorgegebene Ziel am schnellsten und effek-tivsten zu erreichen war.
Dazu hatten sie vor allem zwei Seelenfä-higkeiten zu entwickeln. Die eine Fähigkeit kann man die von allem Fühlen befreite und am Ende ganz gewissenlose Intelligenz nennen; diese Grundfähigkeit wurde in der marxistischen Schulung erzogen und konsequent ausgebildet.
Die andere Fähigkeit war der verbrecherische Wille, der vor nichts haltmachte, um die vor-gegebenen Ziele zu erreichen.
Das sind Gegenbilder einer wahren Einweihung.
Auf diese Art wurde die Mitte der menschli-chen Seele, das Gemüt und das menschliche Gewissen, allmählich ausgerottet. Und zu-sammengekoppelt wurde die kalte, lieblose Intelligenz, die nach der Moral und dem Gewissen nicht fragt, mit einem Willen, der mit einer grenzenlosen Brutalität durchsetzt, was ein Anonymus von oben als Ziel gestellt hat.
Das war der Weg der soratischen Einweihung, durch die der Geist des Bösen die Menschen voll beherrschte.
Nach der Durchführung des Programms folgte die Kontrolle durch die Partei. Und wer auf diesem Wege sich als ihr bester und erfolgreichster Knecht erwiesen und damit gezeigt hatte, daß für ihn allein der Partei-auftrag die einzige Triebfeder aller seiner Aktionen war, wurde dann in der Parteihierarchie befördert.
So folgte in der Parteihierarchie von oben nach unten ein Auftrag dem anderen, schrittweise immer größere Ziele vor-schreibend und jeweils skrupelloseres Handeln und eine raffiniertere Intelligenz erfordernd.
Dadurch wurden Menschen in eine unter-menschliche, reine ahrimanisch-materiali-stische Intelligenz und einen tierischen und ganz verbrecherischen Willen hineinge-züchtet.
Der mächtigste Trieb dabei war die animali-sche Furcht, jederzeit eliminiert werden zu können, welche diese Einweihung von Anfang an durchzog. Und diese Angst war nicht unbegründet.
Denn wer auf diesen Einweihungsweg der soratischen Mächte des Bösen an die Grenze seiner Möglichkeit, ahrimanische Inspirati-onen aufzunehmen, an die Grenze seiner Unmenschlichkeit gelangt war, wurde über-flüssig, was in den meisten Fällen seine physische Vernichtung bedeutete. Und die Welle der blutigen Säuberungen durchzog alle Parteischichten.
Die Koppelung raffinierter Intelligenz an einen tierischen Willen bedeutete die totale Vernichtung der menschlichen Mitte. In dieser Mitte, in der das menschliche Gemüt, das Erstaunen, das Mitleid und die Stimme des Gewissens ihre Heimat haben, keimt allein die Kraft, aus der individuellen Moral und persönliche Verantwortung sich mit der Liebe für die Dinge der Welt verbinden können.
Hier ist der Ort, von dem aus das Ich, der Geist im Menschen, die Führung der Seele zur Aufgabe hat. Eine solche geistgetragene und autonome Führung der eigenen Seele, in der Denken und Handeln menschenwürdig ver-bunden sind, nennt Rudolf Steiner das Leben in der Bewußtseinsseele.
Die Initiation des Bolschewismus führt aber dazu, daß die Mitte im Menschen zerstört wird und infolgedessen sein ICH kein men-schenwürdiges Denken und Handeln entwickeln kann.