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Ich bin kein Christ.

Als Wahrheit hingestellte Ergebnisse von Wunsch-denken und Wahn lehne ich ab.

Beide Kirchen – nicht nur die katholische, sondern auch die protestantische – haben sich als Glau-bensmächte erwiesen, die noch mit jedem Regime – wie man so schön bildhaft sagt – ins Bett gingen, ja von Anfang ihres Eindringens bei unseren Ahnen an zu grauenvollen Verfolgungen Andersdenkender sich berechtigt wähnten und zu Kreuzzügen und anderen völkermordenden Kriegen hetzten.

Die Bezeichnung der Kirchenmitglieder als „Läm-mer“, die eines „Hirten“ bedürfen, entspricht der in allen Regimes der Welt zu beobachtenden An-schauung vom „Untertan“, der zu eigenem Denken, Urteilen und Handeln unfähig und auch mit keiner Menschenwürde, keinem Stolz begabt sei, somit der Lenkung „von oben“ bedürfe.

Gerade viele unserer frommen Deutschen wurden durch die Kirche zu vertrauenden Lämmern erzogen, die sich brav von ihrem Hirten scheren lassen.

Was ich aber nicht ablehne, ja begrüße, ist klares Denken in Bezug auf Recht und Anstand, auf Men-schenliebe und das Rückgrad, sie zu leben und zu verteidigen.

Daher ist es mir eine Freude zu lesen und zu ver-breiten, was die beiden deutschen aufrechten Kir-chenmänner ihrem Vorgesetzten zu sagen haben:

 

Jürgen Fliege (Bild: Wikipedia)

 

Offener Brief

der Pfarrer im Ruhestand

Jürgen Fliege und Hanns-Martin Hager*

ihrem Vorgesetzten, dem

Herrn Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm**

 

Heinrich Bedford-Strom (Bild: Wikipedia)

Sehr geehrter Herr Bischof, lieber Bruder Dr. Bedford-Strohm,

wir sind zwei Ihrer Schutzbefohlenen, aber auch Amtsbrüder, mit der gleichen geist-lichen Qualität wie Sie. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Wo zwei oder drei solcher Lämmer Christi zusammen sind, da ist er mitten unter ihnen. Zwei Lämmer! Zwei Lämmer in Christo! Und der allein ist unsere Hoffnung auf Gehör un-seres Aufschreis. Er lud uns ein zu schreiben.

Denn unsere Erfahrung lehrt ja, daß wir nicht auf eine qualifizierte Antwort unseres Bi-schofs zählen können.

„Zu viel Post, zu viel Geschrei, zu viel un-qualifiziertes Gerede irgendwelcher Feld-, Wald- und Wiesen-Pfarrer, wozu die Kraft zu antworten nun wirklich nicht reicht. Und jetzt erst Recht nicht, wo ein weiteres hohes Amt in der weltweiten Ökumene von meinen Kräften partizipie-ren möchte.“

Und so schreiben wir in der Zuversicht, daß Christus mit uns ist, einen offenen Brief, der auch ein Brief an die vielen anderen Lämmer und Herden, Hirten und Oberhirten ist, auf daß sie sich ihrer teuflischen Lebensangst in Coronazeiten bewußt werden und nicht län-ger mehr schweigen oder gar verstummen.

Es ist ein offener Brief über unsere Ge-meinden hinaus, daß er auch im Himmel gelesen werde, wo er verzeichnet sein wird für alle Zeiten, wie alle unsere Namen auch.

Wir haben ein paar Tage gewartet, Ihnen diesen Brief zu schreiben. Es waren Tage mit mehr Hoffnung als Zuversicht, daß andere Lämmer ihrer Herde ihre Stimme erheben würden ob der eklatanten Verleugnung unse-rer ehrwürdigen protestantisch-luthe-rischen Tradition angesichts Ihres persönlichen Resumées Ihrer Rolle in der Coronakrise unserer Kirche.

Wir hatten gehofft, unser Bischof habe min-destens so viel Bewußtsein für Buße und Schuld in seinem Herzen angesammelt wie weiland schon ein politisch ambitionierter Bankangestellter aus dem westlichen Mün-sterland oder sein ministerieller Nachfolger, ein ehemaliger Pharmalobbyist aus der Kölner Tieflandsbucht, die beide nun mehr oder weniger ihre Fehleinschätzungen und fal-schen Entscheidungen sehen.

Auch wenn das nun kein großes politisches Thema sein soll, wiewohl es Menschenopfer wohl in die Tausende kostete und nach wie vor noch kosten wird, bekennen die Minister mittlerweile:

Ja, es war falsch, wie wir mit den Alten, den Schwerkranken, den Sterbenden und den Trostlosen umgegangen sind! Es war sogar „im Namen des Volkes“ Unrecht, die Kirchen zu schließen. Es war fatal, daß wir unsere Kinder für unsere Zwecke einer Todes-angstkampagne mißbraucht haben.

Und nun? Jetzt ist wieder einmal scho-nungslose Aufarbeitung angesagt. Auf Deutsch: Schwamm drüber! Laßt uns lieber gleich über die Zukunft reden und nicht über Buße in einer neuen Fehlerkultur. Die ist eh nur protestantisches Feuilleton.

Und nun stellt sich unser ehrwürdiger Bischof hin und sagt, er würde alles genauso machen wie vor drei Jahren. Er schweigt zu seinem Schweigen. Er schweigt zu seinen Fehlern! Dieses Schweigen des Lämmerhirten schreit zum Himmel.

Dieses Schweigen trifft uns ins Herz. Wenn aber der oberste Hirte schweigt, dann werden Lämmer schreien, Schwestern und Brüder in Christo. Sie werden aufmüpfig und meckern.

Was ist das für eine verheerende Leitung un-serer Kirchen und Gemeinden, die entgegen ihrer eigenen Behauptung, sich von Berlin ohne jede vorherige Einvernahme*** haben verbieten lassen, Kirche zu sein!

Berlin locuta, causa finita!****) Hat uns nicht Luther gelehrt, daß Kirche nur da ist, wo wir uns leiblich versammeln und uns gegenseitig unseres Glaubens versichern? Die Bekennt-nisschriften, auf die Sie und wir zum geistlichen Amt ordiniert worden sind, sagen es unmißverständlich: Kirche ist dort, wo das Evangelium rein gepredigt und die Sakra-mente gespendet werden, und zwar in leibhaftiger Gegenwart und nicht digital.

Was ist das für eine verkommene Seelsorge, all den Angehörigen, die in dieser Zeit eine Mutter, einen Vater, einen Partner, eine Part-nerin, ein Kind haben einsam und allein sterben lassen müssen, nun zu sagen:

Das alles war richtig! Ging nicht anders! Hätte Jesus auch genauso gemacht. Denn dem folgen wir nach.

Alle Welt sieht diesen Skandal. Unser Bischof sieht ihn nicht.

Was ist das für eine Unwahrheit, jetzt dreist drucken zu lassen, daß man Staat und Kirche im Gleichschritt der Crème de la Crème der deutschen Wissenschaft à la Leopoldina ge-folgt ist, wo je mehr Reputation desto mehr Wahrheit versammelt sein soll!

Sehr gut, freut mich besonders: Hier sprechen sie die blinde „Wissenschaftsgläubigkeit“ an, die die „Läm-mer“ ungeprüft annehmen läßt, was von Instituten, Professoren, Doktores in die Welt gesetzt wird.

Das widerspricht jeder protestantischen Hal-tung, die immer schon wußte: Was ein Papst oder eine sonstige Autorität sagt, ist für Protestanten nicht bindend, sondern vielmehr auf den Prüfstand der Heiligen Schrift und unserer Bekenntnisse zu stellen, die bis zur Barmer Erklärung von 1934 gehen.

Eure „Heilige Schrift“ aber laßt Ihr in allem unge-prüft gelten! Sie liegt Euch über allem erhaben und unangreifbar auf Hirn und Herz.

Während der gesamten Dauer der Corona-Krise gab es aber nur ein gemeinsames, donnerndes Schweigen der Lämmerhirten.

Unser Eindruck aus vielen Begegnungen und Gesprächen mag täuschen, aber am Ende sind Abertausende Seelen aus unseren Gemeinden getrieben worden.

Der Theologieprofessor Klaus Berger lehrte uns, daß wir als Kirche Jesu Christi nur dort eine Zukunft haben, wo wir als kritische Minorität unseren Glauben leben. Wo wir das nicht tun, verraten wir Jesu Wort.

Und dann: Was ist das für ein arrogantes Richten über die besorgten weltweiten Kri-tiker dieser teuflischen Todesangstkampag-ne, die unser Herr Bischof in drei Töpfchen zum Wegwerfen à la Aschenputtel aussortiert:

Die Naturheilkundler ohne medizinische Ah-nung als erste, wie Dr. Max Otto Bruker und seine Schule oder die Doktores Bircher-Benner, Dr. Rüdiger Dahlke etc., die von Anfang an die Verwerfungen der weltweiten Angstkampagne erkannten und analog zur Spanischen und zur Schweinegrippe die Aufrüstung unseres von Gott geschenkten Immunsystems als einziges Mittel der Wahl empfahlen.

Drei berühmte Namen, die für tausend andere stehen. Recht haben sie behalten. Längst sehen wir jetzt, daß die allein selig machende Verkündigung der Impfkampagne und einer blasphemischen Hygienereligion auch in un-seren Kirchen weder vor Ansteckung, noch vor Weitergabe des Virus und auch nicht vor einem schweren Krankheitsverlauf und – Gott sei es geklagt – leider auch nicht vor dem Tod schützt.

Und dann im zweiten „Aschenputteltöpfchen” sind wohl auch wir beide vereinnahmt, verirrte Lämmer oder durch Social Media Verführte.

Verehrter Herr Bischof und Bruder Dr. Bed-ford-Strohm, die wir im Namen der Querdenker Jesus aus Nazareth, Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer, Martin Niemöller, Karl Steinbauer nur sagten: Moment! Laßt uns das prüfen!

Denn das haben wir gelernt, wie man wis-senschaftlich arbeitet und das erkenntnislei-tende Interesse hinter jeder wissenschaftli-chen Position recherchieren kann.

Das ist ja das Einmaleins der Bibelexegese. Da sind wir Fachleute. Laßt uns prüfen, welche Interessen außer den vollmundig durch die Pharmalobby in und außerhalb der Parlamente vorgetragenen Horrorszenarien stehen! Laßt uns wach bleiben im Glauben und im Gottvertrauen.

Statt dessen gab es abgesegnete Impf-kampagnen in den Kirchen: „Impfen ist Christenpflicht, Impfen ist Nächstenliebe.“ Und viel theologisch Haarsträubendes mehr.

Hatten wir nicht mit dem ehemaligen Kirchenpräsidenten von Hessen und Nassau, Martin Niemöller, seligen Angedenkens ver-sprochen, wir würden nicht nur schreien, wenn die Obrigkeit uns Christen diffamiert und kriminalisiert, sondern auch schon vor-her, wenn bei anderen kritischen Mitbürgern die Polizei vor der Tür steht, wie z.B. bei Michael Ballweg oder zahlreichen impfkriti-schen Ärzten?

Nur wer für die Ausgestoßenen schreit, hat auch das Recht Choräle zu singen.

Hat der unter Ihrer Verantwortung arbeitende Evangelische Pressedienst jemals darüber be-richtet, wie die Regierungen und Pharma-lobbies dieser Welt mit tapferen und re-nommierten Ärzten wie Dr. Wolfgang Wodarg, Prof. John Ioannidis oder Prof. Sucharit Bhakdi umspringen?

Da war es wieder: Das Schweigen der Lämmerhirten!

Hat die Kirche darüber nachgedacht, daß ein Richter in unserer kollektiven Todesangst vor dem Virus befangen ist und gar nicht unabhängig urteilen kann? Das alles kommt jetzt Stück für Stück quälend ans Tageslicht.

Aber unser Bischof hat alles richtig gemacht. Er hat sogar zugesehen, wie einer von uns beiden durch die kirchliche Hierarchie krank und für immer berufsunfähig gemacht wurde.

Und drittens: Der Rest der Coronamaß-nahmenkritiker, die auch in unserer Kirche allgemein nur als Corona-Leugner verspottet und verachtet werden, das waren nach Ihren Worten „Leute, die ganz klar rechtsradikal gedacht haben.“

Und mit denen redet man nicht. Die haben ja quasi politischen Aussatz. Zu denen würde nicht einmal Jesus hingehen.

Der Herr Bischof weiß wohl aus eigener leidvoller Erfahrung, daß man mit Funda-mentalisten jedweder Couleur nicht reden kann.

Haben Sie mit Verlaub vielleicht einen sozial-autoritären Balken vor den eigenen Augen und sehen jeden vermeintlich braun-autori-tären Splitter bei den Querdenkerdemos?

Wenn man nun wie Sie mit diesem klaren Weltbild von Gut und Böse, von Leuten, mit denen man reden kann oder nicht, von Seelen, die man retten kann oder nicht, durchs Leben geht, mit welcher Hoffnung führen Sie dann im verdunkelten Zug nach Moskau?

Denn dort residiert auch einer, Kyrill I., Patriarch von Moskau und Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche, Putinversteher, von dem die ganze westliche Welt behauptet, daß man mit ihm nicht reden kann, weil er alle Menschlichkeit hinter sich gelassen ha-ben soll.

Eine Reise nach Moskau, genau dahin, wo man ihn nicht erwartet, würde einem Jünger Jesu in diesem verantwortungsvollen Amt der Weltkirche wohl im Himmel angeschrieben werden.

Mit dem Segen des Himmels: Vergelt’s Gott, Bruder Bischof

Jürgen Fliege
Hanns-Martin Hager

Hanns-Martin Hager (Bild: Rubikon)

_____________________

Anmerkungen

*) Jürgen Fliege, Pfarrer i.R., Seestraße 16, 82340 Feldafing
Hanns-Martin Hager, Pfarrer i.R., Waldschmidtstr. 7, 82487 Oberammergau

**) Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Katharina-von-Bora-Straße 7-13, 80333 München

***) (siehe Notker Wolf OSB, emeritierter Abtprimas der Benediktischen Konföderation https://www.die-tagespost.de/kultur/feuilleton/notker-wolf-jesus-war-nicht-politisch-korrekt-art-233858)

****) Berlin hat gesprochen, Fall erledigt! 

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KWHugo
KWHugo
14 Tage zuvor

Solange die Kirche massiv gegen ihre 10 Gebote verstößt, sich vom linksgrünen sozialistischen Staat die Feiertage wegnehmen und an ihnen medial Gewaltfilme und Unmoral ausstrahlen läßt, ist sie mein Feind. Hier hat ein Pfaffe Konfirmantinnen zur Hilfe für die Gestrandeten dieser Welt aufgerufen. Gehts noch?

Im Landkreis steht das Casino in der Kirchstraße. Gab’s Protest bei den Pfaffen? Die Kirche ist Teil des mittlerweile bolschewistischen Systems.

Ausgetreten bn ich bei Volljährigkeit, weil ich auf Drängen meiner Eltern in die SED eintrat. Auch das war ein Irrweg, wie ich in den 80ern erkannte und über Ungarn hier landete. Da liefen an den Feiertagen noch Bibelfilme. Wo sind wir mittlerweile gelandet?

Damals in HH Innenstadt gab es noch Kleinläden von Familien, man war unter sich, kaum Ausländer. Heute ist die Stadt Weltmetropole und damit eine einzige Kloake. 34 Jahre. Nun, die Weimarer Republik brauchte auch nur 25, der Gegner im Hintergrund war derselbe.

Lernen wir nie etwas dazu? Ich war Zeuge des Verfalls des Bildungssystems. Wir wunderten uns immer nur, 2003 wurden dann auch die Demos verschwiegen, Protestler weggemobbt, danach gabs keine mehr. Ich bin ja auch weit vor der Rente vorpensioniert. Der Brief wird nichts nützen, der Gegner ist beinhart, unnachgiebig und zäh.

Mittlerweile ist es ein geistiger Krieg, Der Gegner testet aus, wie weit er gehen kann, und er kam weit. Heute wird er durch den Staatsapparat gestützt und wehrt sich massiv mit allen Mitteln.

Innere Emigration, gegenleben.

KWHugo
KWHugo
13 Tage zuvor

Auf den Nachdenkseiten erschienen heute die Leserbriefe zum Thema. Viele schildern ihre Enttäuschungen über die Kirche. Da fiel mir etwas ein, das 20 Jahre zurückliegt: Die Rasseliste für Hunde. 4 Rassen wurden deutschlandweit gesetzlich wegen ihrer Rasse diskriminiert und landeten in TH auch oft bei der Todesspritze.

Wir in HH schrieben damals die Bischöfin an, auch der Kirche verbundene Menschen, die gar keine Hunde hatten, schlossen sich unserem Protest an, jedoch vergeblich. Die Kirchenleute machten keinen Finger für unsere Hunde krumm, irgendwann gab es mal einen lauwarmen Tiergottesdienst. Wir bekamen nicht einmal Antwort auf unsere Schreiben. Dieser Tage war unsere Zuchtwartin zur Welpenabnahme, die auch bei allen Demos dabei war. Wir sprachen über Corona, sie sagte nur, daß wir seit 2000 wissen, wie Politik funktioniert. Man muß scheinbar selbst betroffen werden.

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