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Rudolf Diesel: Segen der Erde

Rudolf Diesel (Bild: AnderweltOnline)

Die Netzseite AnderweltOnline veröffentlichte am 24. Mai 2026 die folgende Würdigung des Autobauers Rudolf Diesel durch

Hans-Jürgen Geese

die Adelinde hier mit freundlicher Genehmigung des Netzbetreibers Peter Haisenko übernehmen darf:

In Demut, dem größten Ingenieur gewidmet, den Deutschland je hervorgebracht hat: Rudolf Diesel.

Die Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 präsentierte eine Reihe von technischen Sensationen. Aber die Mehrheit der Juroren vergab schließlich den Grand Prix der Welt-ausstellung an einen Motor, der, begafft und bewundert von Millionen, leise, mit dem höchsten Wirkungsgrad seiner Zeit, und ohne viel Luftverschmutzung, vor sich hinbrumm-te, angetrieben nicht von den Ölprodukten eines gewissen John D. Rockefeller, dem reichsten Mann der Welt, sondern von Erdnußöl.

Von Erdnußöl! Problemlos. Der Dieselmotor war eine Weltsensation. Und ist es noch heute. Fast alle LKWs auf Erden laufen mit Dieselmotoren.

Übrigens präsentierte gleich neben Rudolf Diesel ein gewisser Ferdinand Porsche den „Lohner Porsche 630“, sein erstes elektri-sches Auto. Im Jahre 1900!

Der Traum des Rudolf Diesel

Rudolf Diesel war nicht nur ein brillanter Ingenieur, einer der intelligentesten und kreativsten Techniker, die je auf Erden wan-delten. Rudolf Diesel hatte auch eine soziale Mission, die stark von seiner materiell arm-seligen Kindheit geprägt wurde.

Sein Aufenthalt in England, in London insbesondere, zeigte ihm die häßliche, grauenvolle, erbarmungslose Seite des Kapitalismus seiner Zeit:

Zusammengepferchte Menschen, die im Gestank der verseuchten Löcher ums Über-leben kämpften. Nein, so konnte nie ein Mensch in Würde leben.

Seine große Idee bestand darin, eine Ener-giequelle für die Handwerker zu schaffen, die ihnen ein unabhängiges Leben in Wohlstand sichern konnte.

Diesel sah insbesondere John D. Rockefeller als den Feind, der mit seinem quasi Ölmono-pol die Menschheit ausbeutete und dazu noch die Umwelt ruinierte. Rockefeller:

„Ich glaube, daß die Macht, viel Geld anzuhäufen, ein Geschenk von Gott ist – so wie die Instinkte für Kunst, Musik, Literatur, die Talente der Ärzte und Krankenschwestern…“

Diesel hingegen, im Juni 1883, in einem Brief an seine Frau Martha:

„Wir sollten unseren Brüdern auf dieser Welt helfen, ihre Lage zu verbessern…, das Problem Armut anzugehen, soweit es in unserer Macht steht … Jesus lehrte weder Protestantismus noch Katholizis-mus … Er lehrte die Liebe zu den Menschen.“

Im Jahre 1902, am 24. November, an seinem 20. Hochzeitstag, veröffentlichte Diesel eine Schrift mit dem Titel „Solidarismus“:

„Natürliche wirtschaftliche Erlösung des Menschen“.

Darin schrieb er, daß das Wohl des Individu-ums mit dem Wohl der Gemeinschaft iden-tisch sei.

„Wenn erwartet werde, daß die Gemein-schaft dem Individuum helfe, dann müs-se das Individuum verstehen, daß es für die Gemeinschaft arbeiten und Opfer bringen müsse.“

Rudolf Diesel erkannte damals, was auch heute viele als den Ursprung der wirt-schaftlichen Sklaverei sehen: Die Zentrali-sierung von Wirtschaft in riesigen urbanen Zentren ist, neben der globalen Abhängigkeit, das Hauptproblem für ein die Freiheit liebendes Volk. Urbanisierung bedeutet Sklaverei.

Und: Um wirklichen wirtschaftlichen Wohl-stand für alle zu schaffen, müßten alle Menschen produktiv sein, einen Nutzen erbringen. In Diesels Vorstellung waren die Handwerker produktiv, und kleine Unter-nehmen, die unabhängig, die frei von ökonomischen Zwängen, für das Volk arbeiten konnten.

Der nur noch ums Überleben kämpfende Fabrikarbeiter seiner Zeit mußte befreit werden.

Daher war sein Motor nicht auf Öl angewie-sen, sondern konnte mit einer Reihe von Brennstoffen betrieben werden, die in fast allen Ländern vorhanden waren.

Merke: Das Leben eines Menschen ist doch vor allem geprägt von der Perspektive, die dieser Mensch für sein Leben angenommen hat. Was ist der Sinn seines Lebens?

Für Diesel bestand sein Lebenssinn darin, nicht nur als Ingenieur die Welt zu verbes-sern, sondern Wissenschaft und soziale Verantwortung zu vereinen, zum Wohl der Menschen. Ein revolutionärer Gedanke.

Rudolf Diesel war nicht der einzige Ingenieur seiner Zeit, der sich um das Wohl der Arbeiter kümmerte. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt die Welt die Chance, einen ganz anderen Weg zu gehen: Wohlstand für alle, vorgemacht in Amerika.

Henry Ford

Wie Rudolf Diesel so stammte auch Henry Ford aus armseligen Verhältnissen und war sein Leben lang angetrieben von dem Wunsch, diese erbarmungswürdigen sozialen Verhältnisse in der Gesellschaft entscheidend zu verbessern.

Henry Ford wollte anhand eines gigantischen Projektes der Welt ein Beispiel präsentieren, ein Vorbild, wie das Industriezeitalter der Zukunft aussehen könnte. Dieses Unterneh-men ging unter dem Namen „Project Muscle Shoals“ in die Geschichte ein: Ein riesiges industrielles Gebiet in Alabama, entlang dem Tennessee River, über eine Strecke von etwa 120 Kilometer.

Die US Regierung hatte im Ersten Weltkrieg einen gigantischen Staudamm in Angriff ge-nommen, um Nitratwerke (Nitrate für Sprengstoffe und Düngemittel) zu bauen. Allerdings konnte das Projekt nicht vor dem Ende des Ersten Weltkrieges beendet werden.

Was jetzt im Frieden tun mit der Energie aus dem Kraftwerk?

Henry Ford bot 5 Millionen Dollar für das Recht, den Damm zu vollenden und dann die Energie nutzen zu dürfen.

Sein Plan: Er wollte entlang dem Tennessee verstreut Industriegebiete aufbauen, vor allem natürlich Ford Werke. Warum über eine Strecke von 120 Kilometer? Nun, Ford plante für eine Arbeiterschaft von etwa 1 Million Menschen. Und diese Arbeiter sollten eben nicht in Unterkünften zusammengepfercht werden wie in New York oder wie in den Städten Europas.

Ford wollte jeder Familie ein Stück Land zuteilen, auf dem diese Familie ihr eigenes Haus haben würde und genug Boden, um durch das Betreiben einer kleinen Landwirt-schaft sich gesund zu versorgen und viel-leicht sogar noch ein Nebeneinkommen zu schaffen.

Die Begeisterung in Alabama war verständ-licherweise ungeheuerlich. Die Welt horchte auf. Ein soziales Experiment von einem der reichsten Männer Amerikas, einem Idealisten, der wußte, wie man Träume in Realität um-setzt. Zudem hatte er sich die Unterstützung von seinem Freund Thomas Alva Edison ge-sichert, dem größten amerikanischen Erfinder seiner Zeit. Edison hielt über 1.000 Patente.

Nun, da Sie nie von diesem Projekt gehört haben, können Sie davon ausgehen, daß aus dem wunderbaren Plan nie Realität wurde. Warum nicht? Weil die Politiker in Washington das zu verhindern wußten.

Stellen Sie sich einmal vor, was geschehen wäre, wenn diese Politiker den Henry Ford und den Thomas Edison hätten machen lassen? Eine Revolution wäre ausgebrochen.

Dabei ist doch wohl jedem mit Vernunft begabten Menschen einsichtig, daß ein Mensch nur dann frei sein kann, wenn er ein kleines Stück Land sein eigen nennt und sich dort im Notfall selbst versorgen kann.

Fords Plan bestand darin, daß die Menschen in den Fabriken arbeiten würden. 5 Tage die Woche. 8 Stunden am Tag. Und es würde ein Arrangement geben, unter dem die Arbeiter genug Zeit haben würden, ihr Land zu be-stellen und die Ernte einzubringen. Der Segen der Erde für alle.

Knut Hamsun und „Segen der Erde“

Im Jahre 1920 erhielt der Norweger Knut Hamsun für sein Buch „Segen der Erde“ den Literaturnobelpreis. Auch Hamsun durchlitt eine harte Jugend und wußte daher ganz genau, wovon er sprach, als er mit seiner Hymne auf das bäuerliche Leben den Men-schen eine Alternative zum Industriezeitalter bot.

In dem Vorwort der mir vorliegenden deut-schen Ausgabe aus dem Jahre 1978 heißt es:

„Unter Verwendung autobiographischer Elemente erzählt Hamsun die Geschichte Isaks, des Bauern, der in der Einsamkeit des Nordlandes dem Moor ein Stück Erde abringt, es urbar und zu einer fruchtba-ren, weithin angesehenen Oase des Le-bens für viele macht…

Mit dem Lob auf das Landleben, dem „Zurück zur Natur“ weist der Dichter dem Zivilisationsmenschen einen Weg zu sich selbst.“

Was das Buch „Segen der Erde“ aufzeigt, ist eine wirklich simple Wahrheit: Der moderne Mensch hat sein Menschsein immer mehr verloren. Er versteht nicht mehr die Ursprün-ge von Leben und ist auch nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen.

Er hat sein Leben völlig an ein Gesellschafts-system abgetreten, das mit ihm nach Belieben verfügen kann. Dieses Gesell-schaftssystem hat ihm Freiheit versprochen, ihn aber inzwischen zum Sklaven gemacht.

Wenn Sie das noch nicht erkannt haben, dann werden Sie das demnächst erkennen. Wahr-lich, wahrlich, wahrlich. Denn in dieser Er-kenntnis sehe ich den einzigen Vorteil, der sich aus der Krise unserer Zeit ergibt. Selbst der Blinde wird wieder sehen lernen.

Tödliche Kultur

Der bekannte kanadische Arzt Dr. Gabor Mate beschreibt in seinem Buch „The Myth of Normal“ (Deutscher Titel „Vom Mythos des Normalen“) wie die Gesellschaften im Westen Milliarden und Abermilliarden in das Gesund-heitswesen investieren, aber die Menschen dennoch immer kranker werden. Fast 70 % der Ame-rikaner, so Mate, fast 70 % der Amerikaner nehmen Medikamente ein, die verschreibungspflichtig sind. Warum? Weil der Mensch sich selbst bekämpft.

Und weil die Gesellschaft den Menschen bekämpft. Der Streß, dem der moderne Mensch ausgesetzt ist, belastet über alle Maßen seinen Körper, überfordert sein gesamtes Immunsystem und zerstört zudem sein emotionales Gleichgewicht. Ein neuer Mensch soll geschaffen werden, der kein Mensch mehr ist.

Lassen Sie mich Erich Fromm zitieren, den großen Psychologen:

„- Die Tatsache, daß Millionen von Men-schen das gleiche Laster pflegen, macht das Laster doch nicht zur Tugend.

– Die Tatsache, daß Millionen von Men-schen die gleichen Irrtümer begehen, wandelt doch nicht ihre Fehler in Wahr-heiten.

– Die Tatsache, daß Millionen von Men-schen unter der gleichen Form von men-taler Krankheit leiden, wandelt doch nicht diese Krankheit in eine Gesundheit.“

Dabei sind, ironischerweise, Gesundheit und Wohlbefinden und Fitneß heutzutage gerade-zu zu einer Obsession geworden. Die Men-schen haben sich eine Illusion geschaffen, vor der sie selbst als Individuum bestehen kön-nen. Bestehen müssen.

Denn sie sind so viele ungesunde Kompro-misse eingegangen, daß sie längst ihre Freiheit, ihr höchstes Gut, verloren haben. Was am Verlust der Meinungsfreiheit am einfachsten zu beweisen ist. Der moderne Mensch hat keine Kontrolle mehr über sein Leben. Es wird ihm gesagt, was er zu denken und zu tun habe.

Von wem? Von Geisteskranken. Und das im Kleinen wie im Großen.

Gottfried Gottlieb Klopstock (1724 – 1803) 

Bitte beachten Sie, wann Klopstock lebte. Lange bevor es 1871 zur Vereinigung der deutschen Staaten kam. Klopstock nun ver-stand deutsche Vereinigung aber nicht als eine politisch-territoriale Einigung im mo-dernen Sinne, sondern primär als eine kulturelle und sprachliche Einheit.

Ein gemeinsames deutsches Nationalbe-wußtsein, durch Sprache und Dichtung und Kultur. Er forderte eine „Gelehrtenrepublik“. Spätere große Dichter wie Goethe und Schiller stimmten dem Mann weitgehend zu.

Deutschland sei eine Kulturgemeinschaft. Das reiche völlig.

Es mag geradezu revolutionär erscheinen, die folgenden Zeilen von Klopstock nach fast dreihundert Jahren zu hören:

„Verkennt denn euer Vaterland,
undeutsch Deutsche!
Steht und gafft,
mit blöder Bewunderung,
mit großem Auge.
das Ausland an!
Dem Fremden, den ihr vorzieht,
kam’s nie ein,
den Fremden vorzuziehen.
Er haßt die Empfindung dieser Kriechsucht,
verachtet euch!“

Deutschland ist das Land der Deutschen

Kein Mensch kann frei sein, wenn denn der Boden, auf dem er lebt, nicht ihm selbst gehört. Das gilt für die einzelne Familie, das gilt für sein Volk.

Der Segen der Erde ist die Grundlage für alles Leben. Ohne den Segen der Erde kein Leben.

Es ist doch krank, davon auszugehen, daß Millionen fremde Menschen auf deutschem Boden zusammengetrieben werden müssen. Warum?

Wenn der Boden gesund ist, wenn die Deut-schen gesund sind, werden sie auch Kinder haben wollen. Das „Problem“, das von kran-ken Menschen geschaffen wurde, wird sich von ganz allein lösen, sobald die Menschen wieder in Freiheit den Segen ihrer ange-stammten Erde genießen dürfen. So einfach.

Lassen Sie mich mit einem Auszug aus einem Brief schließen, den Rudolf Diesel an seinen Sohn Eugen schrieb, als dieser seine Zeit als Lehrling in einer Fabrik antrat:

„Du wirst dort mehr über die Wahrheit des Lebens und über soziale Beziehun-gen lernen als in unseren Kreisen, wo man keine Vorstellung davon hat und wo man jeden Arbeiter als eine Art Dieb betrachtet…

Ich sehe es als Glücksfall, wenn ein junger Mann die Gelegenheit erhält, Einsicht in alle sozialen Klassen zu bekommen und zu erkennen, daß die unteren Schichten besser sind als die höheren.“

Übrigens beklagte Diesel den Nationalismus seiner Zeit und bezeichnete sich daher nicht als Deutscher, sondern als Bayer. Er war seiner Zeit weit voraus.

Das Erbe von Rudolf Diesel wird noch immer in der Welt verehrt werden, wenn die dilet-tantischen, dümmlichen, dekadenten Taten von geistig und menschlich überforderten Königen und Präsidenten und Politikern längst vergessen sind.

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