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Das andere Amerika

6. Folge der Reihe „Deutsche Geschichte am Beispiel Hanna Reitsch“

Captain Cohn vertrat das EINE Amerika, das das besiegte Deutsche Volk seelisch am Boden halten wollte und will.

Das führte zu Nachrufen für

Hanna Reitsch,

die – viel zu früh mit 67 Jahren – am 28.8.1979 gestorben war, zu Nachrufen, wie wir hier einen als Beispiel bringen, der im „Spiegel“ (36/1979) zu lesen war und den Wikipedia wiederholt:

Hanna Reitsch […] verkörperte aufs äußerste zugespitzt die deutsch-nationale Schizophrenie zwischen äußerer Modernität und innerem Mittelalter, zwischen technisch-wissenschaftlicher Intelligenz und verblendeter „Gläubigkeit“, zwischen persönlichem Anstand und kollektiver Barbarei.

Der „Spiegel“, eines der Lizenzblätter der Alliierten, des von Captain Cohn vertretenen Amerika!

Aber es gab auch das ANDERE Amerika,

das dem frischen Leben und der Anerkennung großer Leistungen zugetane, auch der deutschen, von denen es besonders nach dem Krieg durch Beschlagnahme in großem Stil profitiert hatte.

Dieses andere Amerika erlebte Hanna Reitsch und läßt uns in ihrem Werk „Höhen und Tiefen“ daran teilnehmen.

Mit den ersten 10 Hubschrauber-Pilotinnen der Welt bei Präsident Kennedy im Weißen Haus in Washington, Mai 1961 (Foto: HR, Höhen und Tiefen)

Ende März 1961 wurde Hanna Reitsch zu Wellensegelflügen nach Kalifornien eingeladen.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, daß ich nun jene berühmten Sierra-Nevada-Wellen würde erleben dürfen. Segelfliegerisch stand diese Reise unter keinem glücklichen Stern. Sie beschenkte mich aber mit unerwartet herrlichen menschlichen Begegnungen.

Die kalifornischen Gastgeber empfingen sie besonders herzlich. Im Kreis der berühmten Testpiloten – wie Joe Walker, Major Bob White, Jack McKay, Scott Crossfield und anderen – mußte sie

erzählen und wurde viele Stunden lang von ihnen über Erfahrungen im Huckepack-Schlepp (ich startete 1944 eine fliegende Bombe Me-328 auf der Fläche des Bombers Do-217) sowie über Sperrballonseil-Kappversuche mit Bombern, über Raketen-Flugversuche mit der Me-163 befragt.

Ich ahnte damals nicht, daß einer der ganz jungen Testpiloten von „Edwards“, der meinen Erzählungen bescheiden im Hintergrund lauschte, Neil Armstrong war, der später als erster Mensch den Mond betrat.

Die Testpiloten gaben mir in kameradschaftlicher Weise Einblick in viele Versuche, an denen in „Edwards“ gearbeitet wurde.

Nach fliegerischen Erlebnissen kam es am 30. April zum Abflug von Los Angeles nach Washington,

und ich ahnte damals nicht, was alles an unvergeßlich tiefen Eindrücken mich noch erwartete … Vom 1. bis 7. Mai war in und von Washington aus ein atemberaubendes Programm für mich vorgesehen.

So gab es für die ersten Hubschrauberpilotinnen der Welt, zu denen sie als erste Hubschrauber-Fliegerin gehörte, einen Empfang bei dem neuen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Im Weißen Haus

wollte der Präsident (von ihr) höchst interessiert etwas über den letzten Flug in das von Russen eingeschlossene Berlin und über die Tage in der Reichskanzlei erfahren …

Am folgenden Tag ließ einer der Senatoren Hanna Reitsch mit seiner Privatmaschine fliegen,

einer „Aero Commander“, über Philadelphia nach Bridgeport zu der riesengroßen Sikorsky-Hubschrauber-Firma …

Der fast erblindete Igor Sikorsky und Hanna Reitsch 1961 (Foto: a.a.O.)

Der würdige, weltberühmte alte Konstrukteur und Chef seiner Firma, Igor Sikorsky, ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich zu empfangen. Als seine Gäste wurden wir von ihm zum Lunch in einen Sondersaal geladen.

Ich mußte an seiner rechten Seite sitzen und wurde als besonderer Ehrengast behandelt. In einer ergreifenden Tischrede brachte er zum Ausdruck, daß es ihm nahezu wie ein geschichtliches Ereignis vorkomme, mich an seiner Seite sitzen zu sehen.

Ich hätte 1937 den ersten vollsteuerbaren Hubschrauber der Welt des von ihm tiefverehrten Konstrukteurs und Wissenschaftlers Professor Henrich Focke geflogen.

Ich hätte damit im Februar 1938 die auf der Welt bekannten erstmaligen Flüge mit jenem Hubschrauber in der Deutschlandhalle Berlins, über den Köpfen Zigtausender von Menschen, vierzehn Tage lang durchgeführt …

Ich hatte das Glück, nicht nur den genialen Konstrukteur gewaltiger, erfolgreicher Hubschrauber zu erleben, sondern Igor Sikorsky auch als einmaligen Menschen …

Bei Wernher von Braun in Huntsville/Alabama 1961 (Foto: a.a.O.)

Als nächstes folgte die Einladung in das Raketenforschungszentrum Huntsville/Alabama.

Für mich war nicht nur das Wiedersehen mit Wernher von Braun und vielen seiner mir bekannten Peenemünder Mitarbeiter eine wahre Freude, sondern ich durfte auch einem Standversuch einer SATURN-Rakete am 11. Mai 1961 in Huntsville beiwohnen.

Niemals hatte ich Gelegenheit gehabt, einen Start der V-2-Rakete in Peenemünde zu sehen.

Als der Start der SATURN-Rakete gelungen war,

lagen sich die im Raum Anwesenden jubelnd in den Armen. Ihre Hände zitterten nach der ungeheuren Spannung und Konzentration. In Wernhers Augen standen Freudentränen.

Wernher von Braun war schon 1932 ihr Segelflug-Kamerad gewesen bei einem

Segelflugkurs in Grunau bei Hirschberg in Schlesien (unser beider Heimat) … Oft hatten wir damals zusammen am Südhang von Grunau gesessen, und Wernher hatte mir von seinen Raketenplänen erzählt, die einen Flug von Menschen auf den Mond schon einschlossen.

Mit Neil Armstron auf der Wasserkuppe 1970 (Foto: a.a.O.)

Neil Armstrong ließ es sich 9 Jahre später nicht nehmen, nach Deutschland zu kommen.

1970 feierte die Wasserkuppe in der Rhön ihr 50jähriges Jubiläum als historischer Segelflug-Berg. Aus diesem Anlaß strömten Segelflieger der ganzen Welt zu dieser für uns fast heiligen Stätte.

So auch Neil Armstrong, der nicht nur Astronaut, sondern auch begeisterter Segelflieger war. Mit viel Prominenz,

großem Jubel und rotem Teppich wurde Neil empfangen, gefilmt, fotografiert, interviewt und durch einen am Flughafen nur für geladene Gäste veranstalteten Empfang geehrt.

Neil wirkte wie ein großer, fast scheuer Junge. Er hatte keinerlei Star-Allüren. Im Gegenteil, man sah ihm an, daß er diesen Rummel um sich nicht liebte.

In jeder Antwort auf ihm gestellte Fragen kam seine große Bescheidenheit zum Ausdruck.

In Bremen, nach der Besichtigung der Firma VFW saßen Hanna Reitsch, Armstrong, sein Mitarbeiter Dr. Kuettner und Helmut Dette zu viert bei einem Gespräch beieinander. Dabei erzählte Neil,

daß er mir schon zehn Jahre zuvor erstmals begegnet sei – ich hätte dies nur nicht wahrgenommen, da er damals noch völlig unbekannt war. Es war 1961, als ich für drei Tage als Gast der großen amerikanischen Erprobungsstelle „Edwards“ nach Kalifornien eingeladen war.

Er sei mir seinerzeit dort als ganz junger Testpilot kurz vorgestellt worden, aber ich sei von den amerikanischen Flieger-Assen der Erprobungsstelle so umringt und beansprucht gewesen, daß er nur glücklich im Hintergrund den Berichten von mir gelauscht habe.

Ich sei damals über mein Fliegen und meine Erfahrungen mit der V-1 befragt worden wie auch über den Start mit der V-1, die unter der Fläche der He-111 aufgehängt war; ferner über meine Starterfahrung im Huckepackschlepp mit der Me-328 auf der Do-217, außerdem über meine Erfahrung mit Starr-Schlepp und mit Auftanken in der Luft, für das ich Vorversuche mit der zweimotorigen Focke-Wulf „Weihe“ in den dreißiger Jahren gemacht hatte.

Vorne am Bug der Kanzel war ein langes Rohr angebracht, das ich in einen Trichter einführen mußte, der hinter einer He-46 geschleppt wurde.

Nun hatte sich das Blatt gewendet, und ich war es, die voll Erstaunen und tiefer Hochachtung Neils großartigen Berichten lauschte, wie er unseren Erdplaneten verließ und zum Mond raste, ihn umrundete und als erster Mensch auf ihm landete.

Es schien mir unfaßlich, mit einem Menschen, der das erlebt hatte und dessen Augen vom Mond aus unsere Erde als bläulich-leuchtende Kugel im All erblickt hatten, zusammen zu sein, und der mit seinen Kameraden Edwin Aldrin und Mike Collins in größter Präzision auf der Erde im Süd-Pazifik auf die Minute pünktlich wieder landete.

Bis in die Morgenstunden saßen wir vier beisammen und ließen uns von Neil erzählen, von den jahrelangen Vorbereitungsarbeiten, von der Ausführung, von den Schwierigkeiten und dem Erlebnis selbst.

Segelflugzeuge auf der Wasserkuppe (Foto: luftfahrt-bibliothek.de)

Die Hauptfeier des Wasserkuppen-Jubiläums fand am folgenden Tag statt. Unter anderem wurde in Festreden auch Hanna Reitsch genannt, aber – wir sind im besetzten Deutschland! – der Leiter der Segelflugkommission 

überreichte mir … – da dies nicht zu vermeiden war – einen Siegespokal, der für neue Rekorde üblicherweise überreicht wurde.

Er gratulierte mir vor der Festversammlung, ohne zu sagen wozu, und händigte mir ein Dokument aus, auf dem der anerkannte neue deutsche Frauensegelflugrekord im Zielflug mit Rückkehr bescheinigt und besiegelt war. Aber – was sagte er dazu? Ich traute meinen Ohren kaum:

„Wir gratulieren Hanna, die schon in den dreißiger Jahren so großartige Erfolge errungen hatte.“ Kein Wort fiel von der Gegenwart.

Ganz anders in den USA 1972!

Hanna Reitsch wurde 1972 von der Society of Experimental Test Pilots (SETP) als vielseitige und erfolgreiche Testpilotin nach Kalifornien zu einem fünftägigen Symposium im Beverly Hilton Hotel eingeladen.

Es handelt sich um eine internationale Pilotenvereinigung, deren Mitglieder streng ausgewählt werden.

Es sind meist Piloten von Ländern, die einst gegeneinander gekämpft und sich dabei besonders ausgezeichnet haben.

Das große „Award-Dinner-Banquett“, bei dem die Ehrungen verliehen werden sollten, fand in dem Riesenhotel „Hilton“ statt,

im „International Ball-Room“ … – einem festlich geschmückten Riesensaal, in dem jeweils zehn Personen an runden Tischen saßen und über 2000 Menschen Platz fanden …

Es war mir unfaßlich, daß als „high point“ (als Höhepunkt) dieses großen Abends, an dem zum Beispiel auch die Astronauten von „Apollo 16“ geehrt wurden -, meine Ehrung vorgesehen war.

Präsident Ken Kramer gab zunächst meinen fliegerischen Lebenslauf bekannt. Er sprach in 6 oder 7 Mikrophone.

Zu meiner großen Überraschung folgte eine Filmvorführung, mit Ausschnitten aus meiner fliegerischen Tätigkeit, die ich zum Teil selbst noch niemals gesehen hatte.

Es waren Filmstreifen, die aus den deutschen Archiven stammten, die nach dem verlorenen Krieg tonnenweise nach den USA gebracht worden waren.

Zur Vorführung hatte man Filmstreifen zu einem langen Film zusammengefügt …

Man erlebte im Film

  • meine Hallenflüge in der Deutschlandhalle Berlin vom Februar 1938 mit dem ersten Hubschrauber der Welt, FW-61,

  • man sah mich raketenfliegend,

  • mit Bombern gegen Sperrballon-Seile rasen

  • und sogar Flüge mit der bemannten V-1 und anderes.

Nach Aushändigung ihrer goldumrahmten Urkunde

war es an mir zu danken. Ich trat vor die vielen Mikrophone. Da meine Worte auf Band aufgenommen und mir gesandt wurden, kann ich sie hier in deutscher Übersetzung wiedergeben:

Vor 2000 Testpiloten und Astronauten beim 19. Symposium der SETP im Beverly Hilton Hotel, Beverly Hills/Kalifornien 1972 (Foto: a.a.O.)

Hier Teile aus der frei gehaltenen Rede von Hanna Reitsch:

Ich danke Ihnen für die große Ehrung, die mir heute zuteil wurde. Was Sie auch immer dazu veranlaßt haben mag, so muß ich dankbar bekennen, daß durch die Gnade des Himmels mir viele Gelegenheiten just zum rechten Augenblick in meinem Leben gegeben wurden, mich einsetzen zu dürfen.

Darum nehme ich diese Ehrung als kleiner Repräsentant meiner tapferen deutschen Kameraden an, die ebenso wie ich mit brennendem Herzen flogen, arbeiteten und versuchten, unserem Vaterland zu helfen.

Natürlich riskiert ein Testpilot sein Leben. Während meiner langen Aktivität als Flieger – seit mehr als 40 Jahren – und vor allem während der 10 Jahre, in denen ich als Testpilot auf den verschiedensten Typen, die es bei uns gab, fliegend tätig war, wurde mir bewußt, daß nur hingebungsvolle Arbeit – Steinchen auf Steinchen zusammenfügend -, verbunden mit größter Geduld, Zähigkeit und Ausdauer, eine Forschungsarbeit zum Erfolg und Segen für die Menschheit werden läßt.

Prächtige Kathedralen der Welt wurden niemals von einem einzigen Architekten geschaffen, sondern waren das Ergebnis mühsamster Arbeit von unzähligen zuverlässigen Arbeitern und Maurern, die einen Stein auf den anderen fügten. So war es und so wird es immer sein.

Und ich hatte die große Chance, ein solcher „kleiner Maurer“ zu sein – nicht zum Bau von Kathedralen, sondern im Aufbau der Fliegerei -, und das wurde mir zum tiefsten Glück; vor allem, wenn ich erlebte, daß meine Versuche dazu führten, unzähligen Fliegern – nicht nur in Deutschland – das Leben zu retten.

… Aber trotz allen wissenschaftlichen und technischen Fortschritts, der zu geradezu phantastischen, unfaßlich großen Resultaten führte, kann die Welt nur geheilt und können die Menschen nur glücklich werden, wenn jeder einzelne von uns „menschlicher“ wird.

Was die Welt zum Überleben nötiger hat als alles andere, ist Brüderlichkeit.

„Ihr und unser“ Wernher von Braun sagte einmal …:

Nur ein erneuerter Glaube an Gott kann unsere Welt wandeln und uns vor einer Katastrophe bewahren.

Wissenschaft, das heißt technischer Fortschritt, und Religion sind dabei keine Gegensätze, sondern Geschwister.

Dies aber weiß und erlebt niemand so tief wie wir Piloten –

hoch über der Erde in der grenzenlosen Weite des Himmels fliegend.

Ob Ihr Astronauten mit donnernden Raumschiffen fliegt, ob dröhnende Jet-Piloten oder lautlose Segelflieger den Vögeln gleich in unseren Segelflugzeugen fliegen:

Wir alle dienen der Brüderlichkeit der Welt. Denn dort oben gibt es keine Grenzen, keine Völker, keine Sprachen – dort oben bildet alles eine Einheit.

Das ist das geheime Band, das uns Flieger auf der ganzen Welt verbindet wie Brüder.

Stille, dann stehende Ovationen und Umarmung durch den Mondflieger Edwin Aldrindas lichte, andere Amerika!

 

Hanna Reitsch 1977 in ihrem Segelflugzeug “Cirrus 75” (Foto: a. a. O.)

 

5. Folge der Reihe „Deutsche Geschichte am Beispiel Hanna Reitsch“

Captain Cohn hatte

Hanna Reitsch

die sich nicht kaufen ließ, die Rache angedroht:

Das werden Sie Ihr Lebtag bereuen.

Sie hat es nie bereut,

obwohl sie die Bosheit tief traf, mit der gegen sie aus dem Hinterhalt vorgegangen wurde, um ihren Ruf nachhaltig zu beschädigen. Sie erkannte:

Mit ihrer Rufschädigung war ganz Deutschland gemeint und getroffen.

In ihrem Werk „Höhen und Tiefen“, München/Berlin, 1978, lesen wir, wie sie 1947 von einem „schlesischen“ Landsmann zu einem Abend eingeladen wurde, an dem „ein paar nette Freunde vom Gallup-Institut“ eingeladen waren, die sie kennenzulernen wünschten.

Es waren alles Deutschamerikaner, Emigranten, die nach dem Zusammenbruch Deutschlands zurückgekehrt waren und hier arbeiteten.

Sie tranken große Mengen Wein, waren in sehr fröhlicher Stimmung … wurden … sehr redselig und verloren die Kontrolle über das, was sie sprachen. Da sagte mein Nachbar mit lauter Stimme:

„Wir wissen, wie man Deutschland am Boden hält, man muß ihnen nur ihre Vorbilder und Helden nehmen. Um dies zu tun, haben wir äußerst wirksame Methoden.“

Auf meine Frage, wie sie dies denn ausführen wollten, sagten sie nur laut lachend:

„Dies werden wir Ihnen nicht verraten …“

In der darauffolgenden schlaflosen Nacht dachte sie an ihre

„verschwundenen Briefe“. Ob dies wohl auch zu jenen angedeuteten Methoden gehörte?

Verschwundene Briefe

Nach dem Zusammenbruch suchten … insbesondere die jungen Menschen, denen aller Glaube zerstört worden war, Vorbilder, an denen sie sich aufrichten konnten.

Viele ihrer Vorbilder waren gefallen, viele als angebliche Verbrecher von den Siegermächten hingerichtet oder eingesperrt worden; doch etliche, die noch am Leben waren, folgten Angeboten ins Ausland oder setzten sich nach Argentinien ab.

So klammerten sich junge Menschen an jene, die ihnen namentlich bekannt und im eigenen Land geblieben waren.

Wie man systematisch versuchte, ihnen die Vorbilder zu zerstören, mußte ich an mir selbst in wachsendem Maß erleben.

So kam eines Tages ein junges aus Schlesien stammendes Geschwisterpaar zu ihr mit der Bitte, bei einer Jugendtagung des „Versöhnungsbundes“ einen Vortrag zu halten.

Sie erklärte sich bereit, zu kommen und über das Thema „Unser Beitrag zum Frieden“ zu sprechen.

Sie fuhren glücklich, mich gewonnen zu haben, wieder ab. Nach einer Woche aber standen sie erneut vor mir, diesmal jedoch aufgebracht und erregt. Die Leiterin des gesamten Versöhnungsbundes, Frau X., die zugleich Landtagsabgeordnete war, hätte ihnen entsetzt untersagt,

„die böse Nazi-Hanna Reitsch“

zur Jugendtagung einzuladen oder sie gar noch einen Vortrag halten zu lassen.

… Nun aber kamen sie, mich zu fragen, ob ich trotz der ablehnenden Haltung, die mir dort entgegengebracht würde, zu ihnen kommen wolle.

Ich möge sie doch nicht im Stich lassen. Natürlich war ich bereit, was auch immer mich erwarten würde.

Das Gift der Verleumdung alles Deutschen und auch einzelner hervorragender Persönlichkeiten wie Hanna Reitsch hatte bereits in weiten Kreisen seine Wirkung getan. Hinzu kam die Angst, „auf der falschen Seite“ zu sein. Das ist heute nicht anders, als es unmittelbar nach der Kapitulation der Wehrmacht seinen Anfang nahm.

Voll Zweifel, aber mit Freundlichkeit begrüßten sie [die jungen Leute] mich. Mit eisiger Kälte hingegen behandelten mich die übrigen. Keiner gab mir die Hand. Sie wendeten sich wie verabredet um, wenn ich auf sie zutrat.

Nur Frau X. gab mir notgedrungen kurz, jedoch äußerst ablehnend die Hand. Ich war wie erstarrt und entsetzt über diese kalte, feindliche Atmosphäre.

Und sowas nannte sich „Versöhnungsbund“?

Der Vortrag von Hanna Reitsch mußte leider ausfallen „wegen der großen Zahl gemeldeter Vorträge“.

Daß sie ihn dennoch hielt, war dem Umstand zu danken, daß Frau X. die Tagung für ein paar Stunden verlassen mußte und die Jugendlichen Hanna Reitsch bedrängten zu sprechen. In ihrer gewinnenden Art gelang es ihr, die Menschen zu sich zurückzuführen.

Bei unserem Abschied bat jeder [der Jugendlichen] darum, mir in vollstem Vertrauen schreiben zu dürfen. Da ich nicht falsche Hoffnungen erwecken wollte und mir klar war, daß ich eine Korrespondenz mit allen diesen 40 Jugendlichen niemals führen könnte, so versprach ich, jedem von ihnen einmal ganz ausführlich zu antworten.

Doch eigenartig: Sie erhielt monatelang keinen Brief. Eines Tages stand Pfarrer K. vor ihrer Tür

mit blassem Gesicht und ablehnendem Ausdruck …

„Wie konnten Sie unsere Jugend derart im Stich lassen? Das ist fast ein Verrat an der Jugend.

Sie allein hatten die Herzen der Jugend gewonnen; weder wir evangelischen Pfarrer noch die katholischen Kollegen vermochten es, weder ihre Väter noch ihre Mütter.

Sie aber haben die Jugend aufgefangen in ihrer inneren Zerbrochenheit. Sie begannen durch Sie wieder voll Hoffnung zu glauben.

Alle haben Ihnen in tiefem Vertrauen geschrieben. Sie versprachen zu antworten, und Sie haben es nicht getan.

… ,Jetzt glauben wir an gar nichts mehr, Hanna Reitsch hat uns auch getäuscht und im Stich gelassenʻ.“

Hanna Reitsch erkannte unter Tränen:

„Dann sind alle Briefe der Jugendlichen abgefangen worden …“ – Jetzt war auch Pfarrer K. entsetzt, und Tränen standen auch in seinen Augen.

„Das also gehört zu den Methoden, um ein besiegtes Volk ganz zu zerbrechen. Man zerstört seine Beispiele und nimmt ihm seine Helden“ …

Die „Deutschamerikaner“ vom CIC entsenden ihre Knechte

Wer war „man“? Es ist anzunehmen, daß es deutsche Helfershelfer waren, Leute von der Post. Handelten sie als Befehlsempfänger oder aus Angst, nur ja nicht auf der falschen Seite gesehen zu werden, oder als Gekaufte – „dreckige Überläufer“ – oder als Überzeugungstäter? Als was auch immer:

Sie handelten niederträchtig, vergleichbar den kranken Tätern vom heutigen „Zentrum für politische Schönheit“ gegen Björn Höcke.

Doch nun schloß sich eine Serie ähnlicher Taten aus dem Hinterhalt an:

  • Ein wohl geköderter „Sportjournalist“ versuchte, sie bei Segelflugkameraden regelrecht als bezahlte „Frau“, sprich Hure, hinzustellen – immer ein willkommenes Mittel zur Entehrung eines Menschen weiblichen Geschlechtes. Seine amerikanischen Freunde würden sich „in den Nächten, einer dem anderen, in meiner Wohnung die Türklinke übergeben. Ich würde dafür mit einem dicken ,Buickʻ, mit viel Geld und Eßsachen belohnt.“

  • Dann kam ein Mann an ihre Tür, dem nur sie aus der Klemme helfen könne: „Ach, die Sache ist ganz einfach. Ich wüßte einen Weg, und den können nur Sie gehen, um mir einen falschen Paß zu verschaffen …“

  • Nach Tagen muß sich bei ihm das schlechte Gewissen bemerkbar gemacht haben. Einem Klassenkameraden, so erzählte dieser Hanna Reitsch wieder, habe er anvertraut: „… ich habe versucht, für eine Stange Zigaretten und für soundso viel Geld Hanna Reitsch in eine Falle zu locken … Geh zu ihr, sage ihr, daß außer mir noch viele andere unterwegs sind und versuchen sollen, sie in Fallen zu locken, um sie öffentlich anprangern zu können. Sie alle werden von Deutschamerikanern des CIC-Camps in Oberursel hoch bezahlt.

Das Schlimmste neben der Rufschädigung war ihr, daß jetzt in ihre von Natur aus vertrauende Seele „das Mißtrauen sich fast wie eine Krankheit“ hineinschlich. Aber ein Ausweichen ins Ausland, wie ein Freund es vorhatte und auch ihr riet, kam für sie nicht in Frage:

Mit Freuden würde ich diesen mir unerträglichen Methoden entrinnen, aber ich darf es nicht und kann daher nicht mitmachen. Es ist ja nicht mein Wunsch gewesen, als Idol herausgestellt worden zu sein. So etwas aber habe ich zu tragen, solange ich lebe, ob es von anderen gewertet wird oder nicht, ob es bequem oder schwierig ist. …

Ich bleibe im armen zerstörten Deutschland.

Doch es gab auch Lichtblicke im versklavten Deutschland.

„… auch er ein dreckiger Überläufer“, der Oberst B., hatte einem ehemaligen Fliegerkameraden von seinem gerade beendeten Manuskript erzählt, das er aus lauter erfundenen gemeinsten Zoten über Hanna Reitsch zusammengeschmiert hatte und demnächst veröffentlichen wollte. Der Fliegerkamerad erzählte Hanna Reitsch:

wenn er dieses Manuskript nicht vor seinen Augen sofort den Flammen übergebe, so könne er eines glauben:

Es gebe einen Fememord, und der würde ihn sonst zweifelsohne treffen. Oberst B. inzwischen schon aschfahl geworden, war klar, daß Herr v. S. [der Fliegerkamerad] nicht spaßte, und warf das Manuskript in die Flammen.

Schweigend schauten beide zu, bis alles verbrannt und verglüht war. Dann wandte sich Herr v. S. nochmals an den Oberst und sagte kurz:

Ein einziges Wort dieses schändlich erfundenen Inhaltes würde ihn das Leben kosten.

Damit verließ er mit größter Verachtung dieses ehemalige Idol.

Die Lügen- und Lückenpresse von damals

Im Sommer 1947 hing am Rathaus des Marktes von Oberursel im Taunus ein großer Aufruf, daß alle, die gegen die Fliegerin Hanna Reitsch und ihr Wirken als „Nazi“ etwas auszusagen hätten, gebeten werden, dies an den Spruchkammer-Vorsitzenden K. bis Mitte November 1947 einzusenden. Das Verfahren gegen Hanna Reitsch sei für Mitte Dezember 1947 vorgesehen.

Hanna Reitsch erhielt nach Eingaben, die Kameraden bei der Spruchkammer über sie abgeliefert hatten, den Bescheid,

von dem Gesetz zur Befreiung vom Nationalsozialismus und Militarismus … nicht betroffen

zu sein.

Ich muß offen gestehen, daß ich mich vor allen meinen unschuldig belasteten Freunden über solch einen Bescheid fast schämte, denn ich hatte, wie sie alle und wie Millionen Deutscher, nur auf meinem Platz meine Pflicht für unser Land getan.

Indessen hatten die gefälschten Interviews, die Hanna Reitsch gegeben haben sollte, aber nie gegeben hatte, in der Presse nicht aufgehört.

Da entschloß sich Kaplan Friedel Volkmar zu einem Aufruf, den er von vielen namhaften Persönlichkeiten unterschreiben ließ. Er begann mit den Worten:

Das Schicksal einer Frau, die wir Unterzeichneten des Aufrufes alle persönlich kennen, veranlaßt uns, Protest zu erheben gegen eine Unzahl von Veröffentlichungen im In- und Ausland, die ein erschreckendes Licht werfen auf die Verantwortungslosigkeit, Unsachlichkeit und Unwahrhaftigkeit heutiger Berichterstattung – vor allem, wenn es darum geht, die Vergangenheit zu bewältigen …

Diesen Aufruf

bot er allen namhaften deutschen Zeitungen im Frühjahr 1948 an. Keine einzige hatte den Mut oder die Erlaubnis, ihn abzudrucken.

Lizenzpresse eben – wie heute noch – gleichgeschaltet.

Hanna Reitsch Deutcher Segelflugmeister 1955, rechts neben ihr der von ihr besiegte französische Weltmeister Pierre, links der ebenfalls von ihr besiegte schwedische Staatsmeister Silesmo (Bild: H.R., Höhen und Tiefen)

Der arme bisherige Weltmeister Pierre unterlag Hanna Reitsch bei der Segelflug-Meisterschaft 1955.

Wäre dies in Frankreich geschehen, und hätte Pierre als Franzose mich als Deutsche am letzten Tag überflügelt, so wären alle französischen Zeitungen voll dicker Überschriften gewesen …

Die deutschen Zeitungen schienen enttäuscht, daß ich gesiegt hatte, und berichteten in großer Überschrift:

„Der französische Weltmeister Pierre wurde am letzten Tag von seinem ganz sicher erscheinenden Sieg auf den 2. Platz verwiesen.“

Und danach folgte – ganz klein -, daß ich ihn überrundet hatte.

“Das werden Sie Ihr Lebtag bereuen.”

4. Folge der Reihe „Deutsche Geschichte am Beispiel Hanna Reitsch“

Die Drohung des Captain Cohn

wurde wahr.

Hanna Reitsch hatte sich nicht beugen lassen.

Nun begann für sie ein Leben, das sie sich in ihrer Zeit des Höhenflugs nicht hätte träumen lassen. Auch wenn ihre Mutter sie in ihren Glückstagen immer wieder auf die alte Wahrheit hingewiesen hatte:

Hosianna – kreuziget ihn,

so war die Schändung ihres Namens zu ertragen doch eine Aufgabe, die nur von den ganz Unnahbaren der Menschheit wie – um nur ein Beispiel zu nennen – Erich und Mathilde Ludendorff zu bewältigen war. Doch auch Hanna Reitsch fand letztendlich für sich den richtigen Weg.

1. Was nach ihrer von Captain Cohn erzwungenen Pressekonferenz geschah

Schon am übernächsten Tag zog sie aus einem Mülleimer die neue Ausgabe von Stars & Stripes. Und was las sie

darin mit riesengroßer Überschrift? „Augenzeugenbericht über die letzten Tage Hitlers von Hanna Reitsch“ (in Ich-Form geschrieben).

Das war teuflisch.

Mit keinem Wort war ich danach gefragt worden. Nichts, aber auch gar nichts stimmte in dem Bericht außer der nackten Tatsache, daß ich mit Generaloberst von Greim nach Berlin hineingeflogen, daß ich vom 26. bis 28. April 1945 mit ihm im Hitler-Bunker war, wo er von Hitler zum Feldmarschall und Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe ernannt worden war, und daß wir am 28. April wieder mit einem Flugzeug aus Berlin herausgekommen waren.

Alles andere war unwahr und primitiv und so, wie sich buchstäblich „Klein-Mäxchen“ den Untergang des Dritten Reiches nur vorstellen kann …

Um nicht den abenteuerlichen Flug, der aus selbstverständlicher Kameradschaft und aus Pflichtgefühl von mir durchgeführt worden war, glorifizieren zu müssen, ließ der Autor dieses Machwerkes mich „als Freundin Hitlers“ zum Bunker nach Berlin fliegen.

Im Bericht läßt er Hitler mir mit ausgebreiteten Armen entgegenkommen und ausrufen: „Hanna, du mein liebes Mädchen!“

Ich war atemlos. Niemals hatte Hitler mich je angeredet bei den vier Gelegenheiten, bei denen ich ihm im Leben kurz begegnet war, nämlich:

  • als ich den Titel Flugkapitän erhielt,

  • als mir das EK 2 verliehen wurde

  • und ich die von Frau Professor Trost entworfene Urkunde für das EK 1 in Empfang nahm.

  • Die vierte Begegnung war bei diesem Flug mit Herrn von Greim in dem Führerbunker der Reichskanzlei in Berlin.

… Der Artikel war so raffiniert geschrieben, daß alle Leser auf mich zornig werden mußten, sowohl jene, die für, als auch jene, die gegen Hitler waren.

Im ersten Teil wurde ich als Freundin, fast als Geliebte Hitlers dargestellt.

Im zweiten Teil ließ mich der Autor vernichtende, total erfundene Aussagen machen über die Atmosphäre im Bunker und über ihre Insassen, wie beispielsweise: Im Bunker wäre getanzt und getrunken worden, während Berlin unterging.

2. Der angesehene britische Historiker Trevor-Roper

Bei Wikipedia lesen wir:

Trevor-Ropers zweites Spezialgebiet entwickelte sich, als er 1945 als Nachrichtenoffizier für den britischen Militärnachrichtendienst zum Verbleib Hitlers recherchierte und bald darauf sein erfolgreichstes Buch veröffentlichte – Hitlers letzte Tage – das bis ins 21. Jahrhundert in zahlreichen Auflagen erschienen ist und rasch in mehrere Sprachen übersetzt wurde. 

Einige Zeit nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis brachten Nachbarn Hanna Reitsch das Buch.

Durch das Buch zog sich wie ein roter Faden jener gefälschte, in Ichform verfaßte „Augenzeugenbericht über die letzten Tage Hitlers von Hanna Reitsch“. Ich war außer mir.

Gutgläubig und naiv, wie ich damals noch war, schrieb ich sofort einen höflichen Brief an den Autor Trevor-Roper. Er sei einer Fälschung zum Opfer gefallen, ich hätte nie diesen Augenzeugenbericht geschrieben, ihn niemals gesprochen, ihn niemals zu Gesicht bekommen und niemals unterschrieben. Er sei völlig unwahr.

Er müsse sein Buch sofort stoppen. Ich wäre bereit, ihm zu schreiben, wie es wirklich gewesen war.

Seine mit größter Spannung von mir erwartete Antwort war erstaunlich für einen Historker:

Was er geschrieben habe, das habe er von der amerikanischen CIC [Counter Intelligence Corps (CIC, deutsch Spionageabwehrkorps)], und die schriebe die Wahrheit.

Der englische Historiker wollte keinen Bericht von mir.

Ich versuchte, einen Prozeß zu arrangieren, und wandte mich an den obersten amerikanischen Gerichtshof. Die Antwort war:

Als Angehörige einer besiegten Nation hätte ich kein Recht zu prozessieren.

Wir hatten damals noch keine Bundesregierung. Kaum war diese aber gegründet, versuchte ich, Prozesse in Paris und London zu beginnen, natürlich auf Armengeld klagend.

Denn alles, was ich besaß, war mir von den Siegern genommen worden und der Besitz meiner Eltern in Schlesien den Russen in die Hände gefallen.

Die Antworten aus Paris und London lauteten, daß ich im Ausland nicht auf Armengeld klagen könne. Ich müsse die Prozeßkosten in der Währung des jeweiligen Landes vor dem Prozeß hinterlegen.

Jetzt wurde mir klar, daß man Millionär sein müßte, um für die Wahrheit kämpfen zu können.

Mit Hilfe eines befreundeten Rechtsanwaltes (Fritsch) griff ich Trevor-Roper an, unter Androhung eines Prozesses. Es gelang, wenigstens einige Formulierungen in der 2. Auflage seines Buches zu ändern.

Doch inzwischen war dieser gefälschte Augenzeugenbericht in fast allen Büchern verwendet worden, die sich mit dem Ende des Dritten Reiches befaßten, wie zum Beispiel bei William Shirer „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“.

Ich sah mich bald hilflos einer ständig wachsenden Flut von Lügen gegenüber, die sich aus jenem Bericht ergaben.

… jetzt griffen Magazine den Inhalt dieses gefälschten Berichts auf und machten ihrerseits entsprechend erfundene Reportagen daraus, wie zum Beispiel mit großer Überschrift: „Die Frauen um Hitler von Eva Braun bis Hanna Reitsch“ …

Aber dies sollte nur der Anfang eines Kreuzweges sein, den gehen zu müssen ich kaum für möglich gehalten hatte.

Fortsetzung folgt

System-Täter heute wie gestern

3. Folge der Reihe „Deutsche Geschichte am Beispiel Hanna Reitsch“

100 Jahre schon ist die Schönheit aus der mediengeförderten „Kunst“-Szene verschwunden. Häßlichkeit ist Trumpf.

Betonquader vor Bernd Höckes Haus (Foto: Junge Freiheit)

Doch seit wenigen Tagen gibt es ein

„Zentrum für politische Schönheit“

In seiner ersten Aktion baut es einem Andersdenkenden, Bernd Höcke (AfD), Betonblöcke vor den Zaun, die an das Berliner Holocaust-Mahnmal erinnern sollen, observiert – wie Stalker tun – die Familie samt vier kleiner Kinder und verlangt einen Kniefall des Angegriffenen vor dem „Kunst“-Werk.

Geht’s noch perfider, möchte man ausrufen.

Jenni Moli und Morius Enden, zwei aus der „Künstler“-Gruppe (Foto: Junge Freiheit)

Doch diese jungen Leute haben Höckes – vielleicht nicht eindeutig verstehbare – Worte so verstanden, wie die Trend-Presse sie verstanden haben wollte. Er hatte gesagt:

Wir Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.

Für mich und viele andere ist klar, daß er die Schande der Deutschen gemeint hat, die die Deutschen nun durch ein Denkmal mitten in ihrer Hauptstadt verewigen. Welches andere Volk der Erde tut sowas!

Die jungen Leute vom „Zentrum für politische Schönheit“ sind Opfer einer großangelegten Kampagne einer kleinen Gruppe. Die verfolgt seit Jahrhunderten aus dem Hintergrund der Politik ihren großen Plan. Sie hat zum Endspurt angesetzt auf der Geraden vor dem Ziel:

Herrschaft über ein wimmelndes Menschendurcheinander ohne Völker, ohne Freiheit, ohne bodenständiges Leben, ohne (Hoch-)Kultur.

Wer sich diesem Zerstörungswerk entgegenstellt, ist Feind. Die Totschlagkeulen sind bekannt.

Ihre kleinen Helfershelfer aber befinden sich im propagierten „Trend“. Sie meinen – obwohl sie sich übelster Methoden der Erpressung bedienen -, die Guten zu sein. Die meisten von ihnen sind gekauft.

Das alles hat System, seit langem, seit Karl dem Franken, der vor 1236 Jahren 4500 der germanischen Führenden und Tüchtigen bei Verden an der Aller köpfen ließ.

Überlebende Edelinge machte er sich botmäßig, indem er ihnen als Einzelmenschen – entgegen jahrtausendealter Sitte – Teile des Volksbodens zu Lehen, d. h. zu eigener Ausbeutung, gab, sie somit kaufte.

Diese Methode war in deutschen Landen der entscheidende Umbruch, der bis heute in immer verhehrenderer Weise fortwirkt.

Am eigenen Leibe erlebte

Hanna Reitsch

Hanna Reitsch (Foto: FAZ)

dieses System und beschreibt es mit allen seinen Folgen für sie und für unser Land. Sie erkannte:

Das militärisch besiegte Deutsche Volk sollte auch geistig-seelisch am Boden niedergehalten werden, u. a. indem es seine Großen verachten lernte und als Vorbilder aus dem Auge verlor.

Hanna Reitsch hatte sich als herausragende Fliegerin im Weltkrieg II für die Luftwaffe und ihre Kameraden eingesetzt, war also Teil der Heimatverteidigung. Das genügte dem Sieger als Grund, sie einzusperren.

Im Gefängnis Oberursel wurde sie Anfang Dezember 1945

zum ersten und einzigen Mal ins Befragungszimmer befohlen. Dort erwartete mich ein Deutsch sprechender Amerikaner,

Captain Cohn.

Auf dem Tisch vor meinem Platz lag eine Tafel Schokolade, von der ich sofort wegschauen mußte, da mir, ausgehungert …, das Wasser im Mund zusammenlief.

Kaum hatte ich Platz genommen, sagte Captain Cohn freundlich, er wolle etwas sehr Ernstes und für mein ganzes leben Entscheidendes mit mir besprechen.

Ich wurde mißtrauisch, denn er begann, mich durchdringend anzublicken.

Nun folgten zunächst übertriebene Schmeicheleien über meine fliegerischen Leistungen und über meinen persönlichen Ruf.

Sie alle wüßten, daß ich niemals der Partei angehört, daß ich sogar das mir angebotene Goldene Parteiabzeichen und Goldene JH-Abzeichen abgelehnt hätte. Ich unterbrach ihn:

„Das tat ich nicht aus innerer Ablehnung. Zwar war ich weder in der Partei noch im BdM. Aber ich habe in meinem Leben Auszeichnungen stets abgewiesen, wenn ich sie mir nicht selbst verdient hatte. Etwas anderes ist es mit meinen Tapferkeitsauszeichnungen gewesen. Das EK 1 und 2 trage ich mit Stolz.“

Mein Einwand paßte Captain Cohn gar nicht, denn er war gerade dabei, mir nahezulegen, daß ich doch im Grunde meines Herzens immer gegen Hitler und seine Regierung und gegen den Nationalsozialismus gewesen sei …

Er habe deswegen für den nächsten Tag 200 bis 300 Journalisten aus der ganzen Welt eingeladen, vor denen ich Fragen beantworten solle. Er erwarte von mir sensationelle Enthüllungen, und er habe die Eingeladenen dementsprechend informiert.

Es hinge mein ganzes ferneres Leben davon ab, wie ich diese Fragen beantworten würde. Und dann schilderte er mir mit einem üblen Ausdruck im Gesicht, was für Ehrungen, Reichtümer und anderes mich erwarten würden, wenn ich gegen Hitler und sein Regime aussagen würde.

Falls ich dazu nicht bereit wäre, würde ich mein Leben lang verflucht, verfolgt und verleumdet werden.

Ich hätte nichts zu enthüllen, sagte ich klar, und hätte nichts gegen mein Land und seine Regierung auszusagen, da brauche er sich gar keine Hoffnungen zu machen.

Ich sah, daß ihm vor Wut das Blut zu Kopf stieg, und hatte das Gefühl, dem unangenehmsten Menschen gegenüberzusitzen, dem ich bisher begegnet war. Meine Worte und mein Gesichtsausdruck mußten ihm meine grenzenlose Verachtung verraten haben.

Jetzt ereiferte er sich und sagte aufgeregt und laut, ich solle nicht so dumm sein, so kurzsichtig und töricht, um aus einem falschen „Treuekomplex“ heraus die dargebotene Chance abzuschlagen. … mit schneidender Härte:

„Ich warne Sie vor dieser Dummheit. Denken Sie an Ihr ganzes weiteres Leben!“

Dann setzte er kurz hinzu: „Ich werde Ihnen heute noch alles zuschicken, was für die morgige Konferenz für Sie nötig ist.

Die Welt wird Ihnen zu Füßen liegen, wenn Sie die gebotene Chance ergreifen.“

Ich hatte das Gefühl, speien zu müssen …

Für mich gab es keine Sekunde der Überlegung, auch wenn alle seine Drohungen sich erfüllen würden. Aber ich ahnte, daß etwas Furchtbares auf mich zukam.

… Es dauerte nicht sehr lange, da wurde meine Tür aufgeschlossen und von einem Wachtposten ein Paket nach dem anderen hereingereicht. Es war an den Umschlägen leicht zu erkennen, was die Pakete enthielten: Schuhe, Strümpfe, Parfüm, Puder, Lippenstift und ähnliches.

Ich rührte nichts an.

Nach einer weiteren Stunde wurde wieder die Tür geöffnet, und ein nettes deutsches junges Fräulein wurde hereingeführt, das allerlei Utensilien bei sich hatte, die zum Haarewaschen … nötig sind. Es war eine Friseurin …

Wenn ich bisher so schäbig aussehen mußte, so sollen das die Journalisten ruhig sehen.

Wer aber wäre in dieser Lage nicht umgefallen! Nicht so Hanna Reitsch! Sie hatte ihre Familie und Feldmarschall von Greim vor Augen:

Sie schienen mich wie mit einem Schutzwall zu umgeben und verliehen mir eine wunderbare Ruhe.

Die von Cohn eingestimmten Journalisten empfingen sie mit höhnischem Gelächter. Ihre unerschrockenen, wahrheitsgemäßen Antworten auf Cohns Fragen machten den Verhörer nervös. Er führte sie aus dem Saal. Draußen

sagte er mit vor Haß funkelnden Augen:

„Das werden Sie ihr Lebtag bereuen.“

Hanna Reitsch hat sich nicht kaufen lassen. 

 

Hanna Reitsch im Segelflug “entlang der Kammspitzen Steiermark” (Foto aus ihrem Buch “Höhen und Tiefen”)

Doch was sie in den folgenden Jahren erleben mußte, lesen Sie in der

Fortsetzung

 

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