Feed für
Beiträge
Kommentare

Die Familie Maria Theresias, in der Mitte im goldfarbenen Gewand der Thronfolger Joseph II. (Gemälde aus der Schule des Martin van Meytens 1764/1765 – Bild: Kunsthistorisches Museum Wien)

Die Familie Maria Theresias

Kehren wir noch einmal zurück zum Ancien Régime und schauen wir noch zur Familie Maria Theresias! Von den elf Töchtern und fünf Söhnen erreichten zehn das Erwachsenenalter.

Der Thronfolger Joseph II. wurde mit Isabella von Parma verheiratet. Der Pomp war gigantisch und als solcher wohl für manch einen Zeitgenossen nichts als aufreizend! Beim Hochzeitsmahl war das frisch vermählte Paar umgeben von Hunderten stehend zuschauenden Hofleuten. Öffentliches Essen der kaiserlichen Familie war immer einmal wieder angesagt.

Die Wunderkinder Mozart in Wien

Maria Anna Mozart – “Nannerl”, ins Kleid einer Kaiserin-Tochter gesteckt

Wolfgang Amadeus Mozart – “Wolferl”, in den Anzug eines Habsburger Prinzen gesteckt

So hatte auch Leopold Mozart mit seinen beiden Wunderkindern die Ehre, von der Kaiserin empfangen zu werden. Auch sie durften den Herrschaften stundenlang stehend beim Essen zugucken – das niedliche Wolferl sogar neben der Kaiserin! – und sich über den einen und andern Happen erfreuen, der ihnen heruntergereicht wurde.

Besser wäre bestimmt gewesen, die Kinder hätten sich ungezwungen beim Spielen entwickeln können. Vom Wolferl hieß es einmal, er sei in 1 ½ Jahren nicht gewachsen. So war er als Erwachsener auch nur von kleiner Gestalt.

Das 5 Jahre ältere Nannerl – der Niedlichkeit schon entwachsen und als Mädchen – wurde wenige Jahre später von ihrem Vater ins Abseits geschoben und als Haushälterin benutzt, obwohl sie ihre ganz außergewöhnlichen musikalischen Fähigkeiten vielfach unter Beweis gestellt hatte.

Sie muß auch schöpferisch befähigt gewesen sein. Wie hätte sich sonst in Augsburg ereignen können, daß sie und ihr Bruder an zwei Klavieren

„mit einer beinahe mehr als himmlischen Musik … unaufhörlich“ improvisieren konnten und man fand: „es war unbeschreiblich entzückend.“

Weibliche Schöpferkraft wurde seit Einführung des Christentums bei unseren Ahnen in unglaublichem Maße verschwendet und damit der Menschheit geraubt, so daß sich das Vorurteil bilden konnte, Frauen seien schöpferisch grundsätzlich nicht begabt.

Jean Étienne Liotard “LArchiduchesse Marie-Antoinette” als Kind

Eine kleine Episode sollte den Bruder, das Wolferl, mit der jüngsten Tochter Maria Theresias, der Maria Antonia verbinden, der späteren Marie Antoinette. Leopold Mozart erzählt, daß der Bub einmal in ihrem und einer ihrer Schwestern Beisein auf dem glatten Parkett des Schlosses ausgerutscht sei.

Die eine der Prinzessinnen machte sich nichts draus; die andere, Marie Antoinette, hob ihn auf und that ihm gütig. Er sagte zu ihr: „Sie sind brav; ich will Sie heirathen.“

Ihre Güte zeichnete

Marie Antoinette

auch später aus. Sie war das 15. Kind Maria Theresias. Wie ihre Schwestern mußte sie schon ab 3 Jahren ein Korsett tragen. Das machte ihr während der Zeit des Wachstums oft Atembeschwerden – ein wahres Sinnbild für das von Jesuiten geleitete unerbittlich reglementierte, blutlose Leben der Habsburger Töchter, deren Seelen von keinen eigenen Gefühlen geleitet sein sollten und die sich in vorgegebene Entscheidungen zu schicken hatten.

Dennoch hatte die Hochmusikalische durchgesetzt, Gesangs- und Harfenunterricht nehmen zu dürfen. Sie muß es zu schönem Können gebracht haben.

Ihr Lehrer für Gesang war Willibald Gluck. Mit Mozart, den Gluck in Wien kennengelernt hatte, verband ihn, den 42 Jahre Älteren, eine gegenseitige Hochachtung. Mit seiner Oper „Orpheus und Eurydike“ wurde Gluck zum Schöpfer einer neuen, gesanglichen Musik. Seine wunderschönen Melodien ergreifen bis heute unser Gemüt.

Wie tröstlich muß Marie Antoinette das Musizieren in dem riesenhaften Versailler Schloß gewesen sein. Mit ihrer Zwangsverheiratung als 14-Jährige an den 15-jährigen französischen Thronfolger ging sie einem grauenhaften Schicksal entgegen.

Nach dem Tode Ludwigs XV. 1774 wurden die beiden blutjungen, arglosen, blonden Menschen König und Königin. Marie Antoinette geriet als Opfer ins Zentrum des freimaurerischen Umsturzes. Gewollt und ungewollt gab sie den Hofschranzen ebenso wie dem aufgehetzten Pöbel mehrere Gründe zum Haß:

  • Sie war Vertreterin des in Frankreich nach wie vor verhaßten Österreich. Das Schimpfwort für sie hieß „L‘Autrichienne“.

  • Sie bekam nach ihrer Übersiedelung nach Versailles 8 Jahre lang keine Kinder. Ganz schlimm für eine Erbmonarchie!

  • Das erste Kind war dann auch noch eine Tochter!

  • Sie war, als sie in Versailles antrat, mit ihren 14 Jahren, wenn wir in der Pubertät zu stecken pflegen, unreif, hatte keinerlei Ahnung von irgendwelchen Regierungsgeschäften und vom Ernst des Lebens.

  • Sie hielt kein Maß in der Mode, im Umgang mit Geld, in der Günstlingswirtschaft, vertraute den Menschen, auch den Falschen, die zum Dank aus Geldgier und abgründiger Bosheit hinter ihrem Rücken ihr die berüchtigte Affäre um ein Millionen teures Halsband anhängten.

Marie Antoinette an der Harfe im Versailler Schloß (Bild: Wikipedia)

Kein Mittel der Verleumdung war zu schlecht, um die Hetze gegen sie anzuheizen. Sie begriff, daß sie sich zurücknehmen mußte: Sie mäßigte sich in ihrem äußeren Erscheinungsbild, bekam ihre 4 Kinder, darunter den Thronfolger. Zwei der Kinder starben früh – als weitere Minuspunkte registriert!

Heute werden Pomp und Geldverschwendung des Hofes im Angesichte eines Teils des Volkes, das Hunger litt, für die Volkswut allein verantwortlich gemacht. Wie schön offenkundig und leicht verständlich ist diese Erklärung!

Doch der Hauptgrund zum Umsturz liegt woanders. Er war von langer Hand vorbereitet worden, wie schon oben gezeigt. Zur Erinnerung:

Zur „Französischen Revolution“

hin hatten sog. Nationalkonvente gedient:

  • 1778 Lyon: Loge „Ritter der Wohltätigkeit“ gegründet

  • 1782 Wilhelmsbad: Illuminatenorden als frm. Großmacht anerkannt

  • 1785 Paris: Revolutionierung vorbereitet

  • 1786 Frankfurt am Main: dto.

  • 1787 Paris: Königsmord beschlossen (Der „Sturm auf die Bastille“ kam erst 2 Jahre später: 1789)

Täter und Opfer

Adolph Freiherr v. Knigge (Bild: Wikipedia)

Ludendorff zitiert den Br. Freiherrn v. Knigge, den Genossen Weishaupts, „einen ganz Wissenden“, wie Ludendorff schreibt, der nach 1816 schrieb, „nachdem er sehend geworden war“:

„Die Juden sahen ein, daß die K.K. [Königliche Kunst der Freimaurerei] ein Mittel sei, ihr geheimes esoterisches Reich zu begründen …

Der goldene Schlüssel, welchem feile Herzen und Ohren sich öffnen, war längst in ihren gewandten Händen erprobt …

Wie bedenklich muß das Eingreifen der Juden in maurerische Verbindungen erscheinen, wenn man erwägt, welchen tätigen Anteil dieses Volk an den Verbrechen der französischen Revolution genommen, wie fest es an dem Glauben einer künftigen jüdischen Weltherrschaft hängt und welchen Einfluß das jüdische Gold leider auf so viele Staatsdiener ausübt?“

Eben das ist ja der Schlüssel, dem feile Herzen und Ohren sich – bis auf den heutigen Tag zum Schaden der Völker – zu öffnen pflegen. Eine wichtige Rolle spielte dabei, wie wir das ja auch heute kennen, die Propaganda der Presse mit ihrem CANT(us) von

Menschenliebe, Menschenrechten, Menschenglück, Verbrüderung aller Menschen, Freiheit, Gleichheit, Toleranz, Aufklärung.

In Wirklichkeit will eine kleine mächtige Clique die Auflösung der Völker und die eigene Weltherrschaft herbeiführen, die ein von ihr gesetztes sog. Recht der Politik anpaßt und nicht wie Immanuel Kant fordert: die Politik dem Recht.

Einer, der sich mit seiner demagogischen Zeitung „L‘Ami du Peuple“, „Freund des Volkes“, besonders hervortat, war ihr Herausgeber Jean Paul Marat.

Jean Paul Marat (Bild: Wikipedia)

Er war auch für eine Periode lang Präsident des Clubs der Jakobiner und rief in seinem Hetzblatt zur Hinrichtung amtierender Minister sowie später auch des Königs und seiner Familie auf.

In Br. Didlers „Denkschriften“, die Ludendorff erwähnt, erschien eine Liste der Fürsten Europas, die von den Schergen der Französischen Revolution ermordet wurden:

  • Ludwig XVI.,
  • Kaiser Leopold II.,
  • Gustav III. von Schweden,
  • Gustav IV. von Schweden,
  • Karl X. von Frankreich,
  • Louis Philipp von Frankreich,
  • Dom Miguel,
  • Dom Pedro V. von Portugal,
  • Don Carlos von Spanien,
  • Karl Albert von Sardinien,
  • Franz II. von Neapel,
  • Ferdinand III. von Toskana,
  • Ludwig I. von Bayern,
  • Karl Herzog von Braunschweig,
  • Zar Paul von Rußland,
  • Zar Alexander I. von Rußland.

Auf der Liste steht nicht die französische Königin Marie Antoinette und nicht ihr Bruder, der Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ Joseph II. Der starb mit 49 Jahren im Jahre der Revolution 1790 unerwartet.

Bemerkenswert der CANT des französischen „Hochgradmaurers Bernardin“:

Die Freimaurerei war es, die unsere Revolution vorbereitet hat, die größte von allen Volksheldengesängen, die die Weltgeschichte in ihren Jahrbüchern verzeichnet hat, und der Freimaurerei kommt die erhabene Ehre zu, diesem unvergeßlichen Ereignis die Formen (!) geliehen zu haben, in der ihre Grundsätze Fleisch geworden sind.

Kaiser Joseph II. (Bild: kapuzinergruft.com)

Joseph II. war ein Freund der Aufklärung, schaffte die Leibeigenschaft, die Folter, ja sogar die Todesstrafe ab und ließ gewisse Freiheiten der Religionsausübung zu für die bis zum Tode Maria Theresias unterdrückten Evangelischen und Juden. Amtssprache sollte ein gepflegtes Hochdeutsch sein.

Daneben war er ein Förderer der Kunst. So wurde das Burgtheater zum „Deutschen Nationaltheater“ erklärt und Mozart 1782 beauftragt, mit der „Entführung aus dem Serail“ die Gattung des Singspiels in deutscher Sprache auf künstlerisch ernstzunehmendes Niveau zu heben. Er unterstützte Mozart mit einem Jahresgehalt von 800 Talern. Damit konnte Mozart allerdings seine Lebenskosten nicht decken.

Auf einer Rundreise durch Norddeutschland macht

Mozart in Berlin und Prag

auch in Berlin Station. Am 19. Mai 1789 hier eingetroffen, besucht er unerkannt die Aufführung seines Singspiels „Die Entführung aus dem Serail“. Ludwig Tieck, der zufällig auch die Vorstellung besucht, erinnert sich:

Er betrat „lange vor dem Anfange der Vorstellung die halbdunklen, noch leeren Räume des Theaters und erblickte im Orchester einen ihm unbekannten Mann. Der war klein, rasch, beweglich und blöden Auges, [d. h. schüchternen Blickes], eine unansehnliche Figur im grauen Überrock.“

Es war Mozart. Während der Aufführung ruft der den Streichern des Orchesters lauthals zu:

„Verflucht! Wollt’s Ihr D greifen!“

Er wird erkannt und auf die Bühne geholt.

Friedrich Wilhelm II. von Preußen (Bild: Wikipedia)

Am nächsten Tag findet die Vorstellung unter seinem Dirigat in Anwesenheit des Königs statt. Friedrich Wilhelm II. spielt selbst hervorragend Cello im königlichen Orchester. Mozart ist voll des Lobes. Tags drauf spielt Mozart u. a. mit dem König im Quartett und übernimmt den Auftrag, für 100 Friedrichsdor sechs Klaviersonaten und sechs Streichquartette zu schreiben.

Der König macht ihm das Angebot, Hofkomponist in Berlin zu werden. Er bietet ihm 3000 Taler Jahresgehalt an. Doch Mozart lehnt ab aus Treue zu „seinem“ Kaiser Joseph II., verzichtet also auf fast 3 Viertel dessen, was er hätte bekommen können, und lebt weiter in Armut.

Nach dem Tode Josephs II. 1790 ist dessen Bruder Leopold II. Nachfolger. 2 Jahre später ist auch er tot, 1792, nach 3 Tagen fürchterlichen Erbrechens. Zu seiner

Krönung 1790 in Prag

wird Mozart eingeladen, mal eben in 3 Wochen eine neue Oper zu komponieren: „Clemenza di Tito“. Bereits in der Reisekutsche beginnt er, sein Werk zu schreiben.

In seinem geliebten, so musikalischen und für seine Musik so begeisterten Prag geht er als Illuminat auch in die dortige Loge. Möglicherweise dieser Besuch war es, der ihm schlecht bekommt. Er fühlt sich plötzlich unwohl. Wieder daheim in Wien sagt er zu seiner Frau Constanze:

„Gewiß, man hat mir Gift gegeben.“

Ein Bote überbringt ihm den Auftrag eines Unbekannten, ein Requiem zu schreiben. Mit fieberndem Eifer geht er ans Werk, obwohl ihm – wahrscheinlich nach einer erneuten Dosis des tödlichen Giftes – zum Sterben elend zumute ist. Ihm wird klar: Dies Requiem schreibt er für sich. Und ehe er es vollenden kann, stirbt er am 5. Dezember 1791, 35 Jahre alt.

Er hat also nicht miterlebt, wie

1792 das Köpfen mit der Guillotine begann

und daß zwei Jahre nach seinem Tod – 1793 – Ludwig XVI. und Marie Antoinette aufs Schafott der Revolution steigen würden. Von Ludwig XVI. ist überkommen, was er bei seiner Verurteilung gesagt haben soll und für so viele Zeitgenossen gelten könnte:

„Das alles wußte ich bereits vor 11 Jahren – wie kam es nur, daß ich nicht daran glaubte!“

Marie Antoinette hatte, als sie 9 Monate nach ihrem Ehemann das Schafott betrat, schon über ein Jahr in dem düsteren „Temple“ von Paris gesessen. Dort wurde sie wegen ihrer Güte und Würde bewundert, die sie sich trotz allem bewahrt hatte.

Mit ihr eingesperrt waren ihre Kinder und ihre treue, selbstlose Schwägerin Elisabeth, die nicht von ihrer Seite wich, obwohl sie gar nicht verurteilt war, somit freiwillig bei ihr blieb, sich deshalb in den Augen des „Wohlfahrtsausschusses“ schuldig machte und ebenfalls mit der Guillotine ermordet wurde.

Auf dem Karren, der über das Straßenpflaster holperte, versuchte Marie Antoinette mit ihren auf den Rücken gebundenen Händen das Gleichgewicht zu halten. Auf der Treppe zum Schafott stolperte sie, verlor einen Schuh und trat versehentlich dem Henker auf den Fuß. „Monsieur, pardon. Ich bitte Sie herzlich um Entschuldigung!“ sollen ihre letzten Worte gewesen sein.

Marat, Danton, Robespierre und dessen Intimfreund Saint-Just waren die antreibenden Männer, die den Wahnsinnsrausch der Revolution und der Ermordung von Abertausenden von Menschen anheizten und durchführen ließen. Doch: „Die Revolution frißt ihre Kinder“, so auch diese Männer.

Olymp de Gouges (Bild: FrauenMediaTurm)

Als die damals bedeutendste politische Denkerin im patriarchalen Europa Olymp de Gouges ihre „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ (1791) ins durchweg männlich geführte „Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit“-Spiel gebracht hatte, wurde sie bösartig diffamiert, von Republikanern ins Gefängnis geworfen, vom Revolutionstribunal zum Tode verurteilt, unter der Guillotine enthauptet und in einem Massengrab verscharrt.

Sie hatte dem Meinungsführer Jean Jacque Rousseau entgegengehandelt. Der war überzeugt, daß der Mann in seiner sexuellen Abhängigkeit von der Frau sich nur durch ihre Unterdrückung und Benachteiligung die bisherige männliche Überlegenheit und Freiheit bewahren könnte.

Mozart der Deutsche

Was mich aber am meisten aufrichtet und guten Mutes erhält, daß ich ein ehrlicher Deutscher bin. (Mozart)

Mozart-Denkmal (Tiergarten Berlin)

Dem Freimaurer und Illuminat Wolfgang Amadeus Mozart, dem guten vertrauenden Deutschen, gingen wie manchem Logenbruder über die Verbrechen der Loge die Augen auf. Er beabsichtigte daher, eine Loge zu gründen, bei der ausschließlich edle Motive das Handeln der Brüder bestimmen sollten. Er nannte sie „Die Grotte“, arbeitete die Statuten dafür aus und zeigte sie dem Logenbruder Stadler.

Dies und seine – heute würden die Systemlinge sagen: „rassistischen“ – Äußerungen mußten den internationalistischen Tugendwächtern mißfallen. So läßt er in seiner „Entführung aus dem Serail“ (Dichtung nach Bretzner von Stephanie d. J.) die Engländerin Blonde politisch höchst unkorrekt singen:

Ich bin eine Engländerin, zur Freiheit geboren und trotze jedem, der mich zu etwas zwingen will … Sind eure Weiber (in der Türkei) solche Närrinnen, sich von euch unterjochen zu lassen, desto schlimmer für sie; in Europa verstehen sie das Ding besser.

In Potsdam dann z. B. fiel das geplante Hofkonzert aus. Denn Mozart fand bei dem Direktor Duport kein Entgegenkommen und soll bei seinem Besuch auf die Aufforderung, französisch zu sprechen, geäußert haben:

… so ein welscher Fratz, der jahrelang in deutschen Landen war und deutsches Brot frißt, muß auch deutsch reden oder radebrechen, so gut oder so schlecht, als ihm das französische Maul dazu gewachsen ist!

Bezüglich der Loge sagt er:

Wäre nur ein einziger Patriot mit am (schwarzen) Brette (mit den Namen der neu aufgenommenen Logen-Brüder), es sollte ein anderes Gesicht bekommen. Doch … das wäre ja ein ewiger Schandfleck für Teutschland, wenn wir Teutsche mit Ernst anfingen, teutsch zu denken, teutsch zu handeln, teutsch zu reden oder gar teutsch zu singen.

Im Juli seines Todesjahres 1791 schrieb er seine „Kleine teutsche Kantate für eine Stimme am Klavier“, und eine „Teutsche Oper in zwei Aufzügen, ,Die Zauberflöte’“.

Dieses sein völkisch-deutsches Denken wie auch seine überwältigende Schöpferkraft mußten den Gleichmachern mißfallen und seinen Untergang bedeuten. Wie hatte doch Robespierre in einem der Konvente getönt:

Daher hassen wir alle Kirchtürme, denn sie erheben sich über alle anderen Gebäude und verstoßen dadurch gegen die von uns geheiligte Gleichheit.

Noch mehr schöne Sprüche hören wir von ihm und den „Tugend-Weltstaat-Guten“ von damals bis heute, z.B.:

  • „Lieber machen wir einen Friedhof aus Frankreich, als es nicht nach unseren Vorstellungen zu regenerieren!“ Carrier, Deputierter aus Nantes

  • „Den menschlichen Hochmut unwiderruflich unter das Joch der öffentlichen Freiheit beugen!“ Robespierre, Wohlfahrtsausschuß

  • „Terror ist nichts anderes als sofortige, unnachsichtige und unbeugsame Gerechtigkeit; folglich ist er ein Ausfluß der Tugend.“ Robespierre, „Wohlfahrtsausschuß“

  • „Den Kampf gegen alltägliche braune Gewalt und deren rassistischen Nährboden können wir nur gewinnen, wenn …“ Dr. Gesine Schwan

Wie bei den Internationalisten üblich, sehen die

„Beerdigungen“

der von ihnen zu Tode Gebrachten aus:

  • Ludwigs XVI. Leiche wird im Armensarg, den Kopf zwischen den Beinen, ins Massengrab gesenkt und sofort mit gelöschtem Kalk zugeschüttet.

  • Marie-Antoinette wurde in einem Massengrab in der Nähe der heutigen Pariser Kirche La Madeleine verscharrt, nachdem sie 14 Tage unbeerdigt – den Kopf zwischen den Beinen – auf dem Friedhof herumgelegen hatte!

  • Mozarts Leiche wurde klammheimlich in der Nacht irgendwo in einem Massengrab verscharrt. Seine Grabstelle wurde nie gefunden.

  • Schikaneder, einem der beiden Textdichter der „Zauberflöte“, erging es ebenso,

  • Schiller fast ebenso, man weiß nur, daß er im Weimarer Kassengewölbe anonym zwischen anderen Toten moderte.

  • Olymp de Gouges Leiche kam ins Massengrab.

Schikaneder und Giesecke hatten das Textbuch für Mozarts deutsche Oper „Die Zauberflöte“ geschaffen. Gieseke hatte aus Angst jahrelang seine Mitarbeit verschwiegen und war nach Dublin geflohen und dort unter mysteriösen Umständen gestorben.

Mozart und Schikaneder taten ihre Autorenschaft an dem hochbrisanten Stück mit Bezug auf die seinerzeitige aktuelle Politik arglos kund.

Fortsetzung folgt mit der Zauberflöte

Kampf der Freimaurerei gegen Rom

„Früher war alles besser!“ sagt man so. Und wirklich: Heute leben wir in einer Zeit, in der

die alten völkerfeindlichen Mächte

mit ihrem jahrhundertelang betriebenen Zerstörungswerk ihrem Ziele nahe zu sein scheinen:

Rassenmischung! Die Endlösung für Europa! Der Maulkorb als Zugabe!

Schlimmer kann es nicht mehr kommen. Müssen wir denn nun nicht verzweifeln?

Wieviel besser waren doch die Zeiten früher! Wie gemütlich ging es doch z. B. in Österreich zu unter der Herrschaft der Habsburger Kaiserin Maria Theresia!

Und wie herrlich war es dann, als die Aufklärung „den Muff von 1000 Jahren unter den Talaren“ herausblies! Wer hätte nicht gern im Zeitalter Immanuel Kants, Friedrichs des Großen, Schillers und natürlich Voltaires, Rousseaus, Diderots gelebt!

Doch gemach: eins nach dem andern! Da war zunächst einmal

das „Ancien Régime“ in Europa

das System der Mon-archien, also wie das Wort schon sagt, das System der Allein-Herrscher. Die Monarchen befragten zwar ihre Berater und Minister, aber das letzte Wort lag stets beim Monarchen.

Das wäre ja ein schönes System gewesen, wenn es sich um volksverbundene Wahl-Königtümer in überschaubarem Raum gehandelt hätte ohne Fremdeinwirkung wie bei unseren noch nicht christianisierten germanischen Vorfahren.

Aber sie waren Erb-Monarchien. Um die Herrschermacht bei der eigenen Familie zu behalten, war es daher notwendig, eigene Nachfahren zu zeugen, darunter vor allem den männlichen Thronfolger.

Erzherzogin Maria Theresia mit 11 Jahren (Bild: Kunsthistorisches Museum)

Das brachte – vor allem für die Töchter der Monarchien – neben den Zwangsheiraten (sprich Prostitutionen!) ungeheuren seelischen Druck.

Maria Theresia war ein Mädchen und hatte keinen Bruder. Das bedeutete Gefahr für die Dynastie der Habsburger.

Ihr Vater Kaiser Karl VI. beugte vor und erließ die sog. Pragmatische Sanktion für das Haus Habsburg. Durch die wurde Maria Theresia als älteste Tochter Karls VI. Thronerbin, als der 1740 starb. Sie war Erzherzogin von Österreich und wurde Königin von Ungarn und Böhmen.

Da war sie 23 Jahre alt und zu Beratungen in Regierungsgeschäften von ihrem Vater nie herangezogen worden, somit ahnungslos:

… so sahe mich auf einmal zusammen von Geld, Truppen und Rat entblößet.

Ihr Hofstaat umfaßte etwa 2000 Bedienstete. Sie hielten den Hofbetrieb am Laufen. Der Monarch aber war Alleinherrscher, Gesetzgeber und Richter in einer Person.

Das Volk gab es in dieser Welt nicht.

Es gab die meist analphabetischen Untertanen draußen im Land. Sie bildeten zusammen die weitgehend rechtlose Manövriermasse für die Zwecke des Herrschers.

Daneben strebten Söhne einer dünnen gebildeten Schicht mittels Lateinschule und Universität danach, Karriere zu machen. Das konnte man am besten im Zentrum der Macht, also bei Hofe, so daß dort allmählich auch bürgerliche Mitarbeiter Einzug hielten.

Den Dynastien ging es nun zumeist darum, ihr Herrschaftsgebiet zu „arrondieren“, abzurunden, ein Wort, mit dem ihre unverhohlene Eroberungssucht bemäntelt wurde. Dazu trug als wichtiges Mittel die Heiratspolitik bei und somit auch die Gebärfähigkeit der Fürstinnen. Die Beschäftigung mit möglichst ertragreichen Verkupplungen der eigenen Kinder war ein wichtiges Regierungsthema.

Franz Stephan – Gemälde des späteren Kaisers Franz I. des “Heiligen römischen Reiches Deutscher Nation” 1745 von Martin van Meytens (Bild: Wikipedia)

Maria Theresia wurde 1736 mit Herzog Franz Stephan von Lothringen verheiratet. Für diese beiden war die Heirat zu ihrem Glück ausnahmsweise einmal eine Liebesheirat.

Doch Franz Stephan hatte dafür sein Herzogtum Lothringen an den König Ludwig XV. von Frankreich verloren und war mit der Toskana abgefunden worden. Er war also im Standesrang mit der Erzherzogin von Österreich und Königin von Böhmen und Ungarn nicht ebenbürtig.

Die Kaiserkrone war für eine Frau nicht vorgesehen und wanderte nun erstmals nach 300 Jahren aus dem Hause Habsburg hinaus nach Bayern an das Haus Wittelsbach. Als der bayerische Kaiser fünf Jahre später starb, wurde Franz Stephan von 7 der 9 Kurfürsten 1745 zum Kaiser gewählt, und die Kaiserkrone kehrte heim ins Reich der Habsburger.

Franz Stephan war nun als Franz I. Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, seine Frau – wie bis vor nicht langer Zeit üblich – erhielt als Namensvorsatz die Berufsbezeichnung ihres Mann: Maria Theresia somit das Prädikat „Kaiserin“, ohne es selbst zu sein. Franz I. war zudem Mitregent in den Habsburgischen Erblanden. Doch zunächst kam auf die mit ihren neuen Aufgaben alleingelassene Erzherzogin noch obendrein

der Erbfolgekrieg

zu, der sofort nach dem Tode ihres Vaters einsetzte: Die Fürsten von Bayern, Spanien, Sachsen, Frankreich, Schweden, Neapel, Kur Pfalz, Kur Köln wollten die Gelegenheit nutzen, ihre Länder auf Kosten Habsburgs zu „arrondieren“. Der Schlimmste, weil er gleich ganz Schlesien haben wollte, war Friedrich II. von Preußen.

Antoine Pesne – Friedrich II. von Preußen, später genannt der Große, als Kronprinz 1739

Der hatte im selben Jahr 1740 den Thron von seinem Vater, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., geerbt, hatte seinen hochmoralischen „Antimacchiavell“ verfaßt und war nun bereit, ihm entgegenzuhandeln und – wie alle andern Potentaten – an sich zu reißen, was irgend ging.

Ausgestattet von seinem Vater mit einer vollen Kriegskasse und einer hochmodernen, disziplinierten Heeresmacht marschierte er in Schlesien ein, und der 1. Schlesische Krieg gegen Maria Theresia begann.

Auch hier stand sie allein auf weiter Flur. Ihr Ehemann war zwar berechtigt mitzuregieren, stimmte aber für Ausgleich mit den gegnerischen Fürsten. Ausgleich kam für Maria Theresia nicht in Frage. Sie sah sich in der Pflicht, ihre habsburgischen Erblande zusammenzuhalten und keinen Quadratmeter herzugeben.

So schob sie ihren weichen Mitregenten zur Seite und schloß ihn bis zu seinem Tode von ihren Regierungsgeschäften aus. Er ließ es sich gefallen, hatte seine Ruhe und widmete sich den Finanzen der Monarchie.

Das war eine weise Arbeitsteilung. Und Maria Theresia führte nun gegen ihre vielen Gegner den fürchterlichen Erbfolgekrieg. Das heißt: Für sie persönlich war der Krieg gar nicht so fürchterlich.

Bei Hofe spürte man nichts vom Krieg.

Der war weit weg, und man fuhr fort, sich zu vergnügen und sich von Zeit zu Zeit die Lage berichten zu lassen.

Den Krieg fochten die Völker mit ihrem Blut aus. Männer aus unterbäuerlichen Schichten wie Tagelöhner, Knechte, Arme, Nichtseßhafte – außer Juden, Zigeuner und Landfremde – wurden teils mit roher Gewalt zwangsrekrutiert.

Kriegsregeln für ein angemessenes Verhalten der Soldaten gab es – außer vielleicht in Preußen – nicht. Maria Theresia verfügte sogar über eine schier unerschöpfliche Quelle besonders wilder, grausamer Gesellen aus Ungarn, die Panduren, denen als Lohn „freie Beute“ in Aussicht gestellt war.

Pandur (Bild: Wikipedia)

Ihr berühmt-berüchtigter Anführer war der aus ostpreußischem Adel stammende Franz von der Trenck. Man erzählte sich,

die Grausamkeiten, die er verübt habe, hätten selbst den Soldaten Schauder vor ihm eingeflößt. (Stollberg-Rilinger, Maria Theresia, München 2017)

Ganz anders erging es den adeligen Herren der Länder. Männliche Herrscher begaben sich wohl auch ins Feld. Doch:

Auf Annehmlichkeiten wollte man nicht verzichten, und der hohe Stand des Herrn mußte angemessen repräsentiert werden. (Stollberg-Rilinger a.a.O.)

Es galt dann, u. a.

„die Feld-Postmeister und viele Postillions, die Trompeter und Paucker, die vielen Hand-Pferde, die mit den kostbaresten Schabracken geziert, … die Maul-Thiere mit den Serviesen, … die Küchen-, Keller-, Silber-, Pack-, Cammer- und Bagage-Wägen, … die unterschiedenen Kriegshandwerke, die Zimmerleute, Sattler, Schmiede u.s.w.“ nicht nur angemessen zu versorgen, sondern auch in der rechten hierarchischen Ordnung zu arrangieren, damit es nicht zu den notorischen Rangkonflikten kam. (Stollberg-Rilinger a.a.O.)

Als Georg II. von England 1743 persönlich am Feldzug in Flandern teilnahm, verlängerte sich der Transportzug seines Bataillons um zwei Kilometer. (So Stollberg-Rilinger.)

So wie ihre männlichen Kollegen mit ins Feld zu ziehen, war es Maria Theresia als Frau und Mutter nicht gegeben. Sie war fast ununterbrochen schwanger, nämlich in 20 Jahren 16 mal!

Als Ansporn für ihre Truppen mußte ein Bild von ihr genügen. – War schon nicht einfach, so eine Weiberherrschaft!

Der Erbfolgekrieg war nahezu ein Weltkrieg. Er endete nach 8 Jahren 1748 mit dem Frieden von Aachen. Die Länder waren verwüstet, Hunderttausende tote Soldaten und Zivilisten waren zu beklagen. Maria Theresia hatte Schlesien verloren, ansonsten ihr Reich einigermaßen vor weiteren großen Verlusten bewahren können.

Den Schmerz um das hochentwickelte, jetzt geschundene Schlesien konnte sie nicht verwinden. Sie trieb zu neuem Krieg gegen Friedrich von Preußen, das „Monster“, den „Unhold“, wie sie ihn betitelte. Sie beabsichtigte aber nicht einen Zugewinn an Macht. Sie wollte das ihr anvertraute Österreich beisammenhalten. Mehr nicht. Auch dies ist weiblich.

Als allerdings Polen darniederlag und die Zarin Katharina und König Friedrich II. sich anschickten, ihre Länder auf Kosten Polens zu „arrondieren“, überwand sie ihre Skrupel und griff ebenfalls zu und „arrondierte“ ihr Reich mit Galizien. Zutiefst unglücklich war sie bei diesem Raub, und Friedrich der Große spottete:

„Sie weinte, aber nahm.“

Doch das geliebte Schlesien hatte ihr auch der Siebenjährige Krieg nicht zurückgebracht.

Die Schlesier waren nicht gefragt worden, ob sie lieber zu Preußen gehören wollten oder doch lieber – wie die katholischen Oberschlesier – bei Österreich geblieben wären.

Den evangelischen Niederschlesiern mit Breslau ersparte es zumindest die Ausweisung.

Die katholisch-jesuitische Abhängigkeit der Habsburger

Das Haus Habsburg war tief schwarz katholisch seit seinem Bestehen im ausgehenden Mittelalter. In diesen Geist hinein wurde Maria Theresia 1717 geboren. Schon in ihr

… Taufwasser hatte man „5 Tropffen von dem Wasser aus dem Fluß Jordan hineingelassen“, mit dem schon Jesus selbst von Johannes getauft worden war und von dem man in der Schatzkammer ein kostbares Fläschchen voll besaß.

Neben dem Taufbecken wurden eine Reihe wertvollster Reliquien ausgestellt, die feierlich aus dem Geburtszimmer herübergetragen worden waren, wo sie zuvor schon für eine glückliche Entbindung gesorgt hatten: „das Heil. Blut / ein Dorn von der cron Christi / ein Nagel, damit der Heiland der Welt ans Creutz geheftet worden / und etwas von Unserer lieben Frauen Milch.“ (Barbara Stollberg-Rilinger aus alter Quelle)

Traditionell nicht beim Taufritual dabei war ausgerechnet die Mutter. Als Wöchnerin war sie – nach echt orientalischer Sitte – für 6 Wochen „unrein“ und durfte solange nicht am Gottesdienst teilnehmen.

Kaiserin Elisabeth Christine (Bild: Bayerische Schlösserverwaltung)

Die Mutter war Kaiserin Elisabeth Christine aus dem Hause Braunschweig-Wolfenbüttel. Bei der hatte man vorausgesetzt, daß sie vor der Hochzeit konvertierte. Dazu hatte sie ein eigens nach Wolfenbüttel entsandter Jesuitenpater bearbeitet, ihr aber die Gewissensqualen nicht ausreden können. Sie mußte – gegen ihre Überzeugung! – öffentlich das katholische Glaubensbekenntnis ablegen. Welche Demütigung!

Roma übergibt Austria den Schlüssel zur Macht

Von Anbeginn an hatte Austria von Roma den Schlüssel zur Macht erhalten. So hatten Papst und Jesuiten – wie in ihrem ganzen Leben – in allem ihre Hand im Spiel.

Maria Theresias Taufpate war kein Geringerer als Papst Clemens XI., vertreten durch seinen ständig bei Hofe amtierenden Nuntius Spinola. Der tägliche Gottesdienst festigte die Seele im Glauben.

Großen Einfluß am Wiener Hof hatte der Jesuit und Kaiserliche Rat Vitus Tönnemann aus Westfalen. Er war ihres Vaters Beichtvater und Ratgeber. Tönnemann stand auf der Seite des Erzbischofs von Salzburg auch in der Frage der

Vertreibung der protestantischen Salzburger.

Die Geschichte der Ausweisung der Protestanten aus Österreich ist eine 200-jährige Geschichte. Sie

„handelt von Vertreibung und Unterdrückung, von Ausplünderung, Bespitzelung und Entrechtung,“ so „Zeit Online“ – und weiter heißt es dort:

„Um die Zahl der Unbelehrbaren in Grenzen zu halten, installieren der Wiener Bischof Melchior Khlesl und die Jesuiten die schnelle Eingreiftruppe der Gegenreformation, ein perfides System der Überwachung und Indoktrination …

Im Jahr 1732 beschließt Leopold Anton von Firmian, der neue Fürsterzbischof von Salzburg, eigenmächtig, wenn auch vom Kaiser geduldet, den Untergrund-Protestantismus in seinem Herrschaftsbereich zu vernichten.  

Er schickt Jesuiten in die Dörfer der Untergrund-Protestanten. Wer ihren Predigten fernbleibt, wird hart bestraft. Es bleiben viele fern – zu viele für Firmian. Deshalb versucht er, das Protestantenproblem auf andere Art zu lösen. … Binnen drei Monaten sollen alle Protestanten das Fürsterzbistum verlassen.  

Um möglichen Widerstand zu brechen, stehen 6.000 Soldaten bereit.“

Von gleichem Ungeist war sein Nachfolger Colloredo Mozarts zeitweiliger schikanöser Arbeitgeber  -, der sein Denken selbst kennzeichnete:

Lieber das Land verwüstet als ein Land voller Ketzer.

Salzburg, die Geburtsstadt Mozarts, war eine Hochburg des Katholizismus. Bereits 798 wurde die Stadt zum Erzbistum ernannt. Seitdem war sie der Mittelpunkt einer mächtigen Kirchenprovinz. Die dehnte ihren Machtbereich schließlich über fast ganz Bayern und die österreichischen Erbländer aus.

In Salzburg hatte einer der größten und blutigsten Hexenprozesse Europas Ende des 17. Jahrhunderts stattgefunden. Mehr als 130 Personen fanden dabei einen grausamen Tod. Noch ein Jahr vor Nannerl Mozarts Geburt – 1750 – fand die letzte Hexenverbrennung in Salzburg statt! In ihrem Tagebuch berichtet Nannerl von einer öffentlichen Auspeitschung lediger Mütter! – Mozart fühlte sich in Salzburg wie auf dem Abstellgleis.

Allein aus dem Fürsterzbistum Salzburg mußten bis zum Jahr 1732 20.000 Evangelische fliehen. Maria Theresia setzte diese Politik der alleinseligmachenden Kirche fort.

Auch an ihrem Hof arbeitete nur mit, wer katholisch war, oder er mußte bei Amtsantritt zum katholischen Glauben übertreten. Wer als überführter Nichtkatholik nicht von allein auswanderte, wurde vertrieben, verschleppt, ins Gefängnis gesteckt.

Bild: Wikipedia

Der Soldatenkönig in Preußen freut sich über die ankommenden Salzburger, mit denen er sein noch immer menschenarmes Land „peuplieren“, d. h. bevölkern kann nach den Verwüstungen, die der 30-jährige Krieg und die Pest hinterlassen haben.

Die Kaiserin „peupliert“ Siebenbürgen und das Banat mit ihren davongejagten Evangelischen. Überall dort, wo die Deutschen Fuß fassen, schaffen sie nach anfänglichen äußersten Schwierigkeiten überragende Werte.

Im Laufe ihrer Zeit als Monarchin kam Maria Theresia unter dem

Einfluß der aufkommenden Aufklärung

zur Einsicht, daß sie ohne Reformen ihrer Verwaltung, ihres Militär-, Finanz- und Bildungswesens den Bestand ihres Habsburger Reiches aufs Spiel setzte.

Anton Graf Kaunitz (Bild: Wikipedia)

Dazu diente ihr seit 1753 bis zu ihrem Lebensende bevorzugt der Freimaurer Graf Kaunitz als Staatskanzler, dem sie ziemlich rückhaltlos vertraute. Kaunitz vertrat einen „aufgeklärten Absolutismus“, d. h. er führte Reformen in Richtung eines Rechtsstaates ein, bei dem aber weiterhin die Monarchin das letzte Wort hatte. Das alles führte auch noch nicht dazu, die alten Strafrechts-Praktiken fallenzuhalten wie Folter, Vierteilen, Rädern.

Kaunitz war auch für die Außenpolitik Österreichs zuständig. Im Vorfeld des Siebenjährigen Krieges schmiedete er das Bündnis mit Frankreich gegen Preußen. Das veränderte das europäische Bündnissystem vollständig und zementierte die Feindschaft zwischen den beiden deutschen Bruder-Ländern Preußen und Österreich.

Welch ein „heiliges Reich“ war doch das römische – angeblich „deutscher Nation“!

Vorbild bei den Reformen war dennoch ausgerechnet der Erzfeind Friedrich II. von Preußen.

Der war den übrigen absolutistischen Höfen in der Staatsorganisation weit voraus, was Prunkverzicht, Rechtstaatlichkeit und die Bekämpfung des Analphabetismus betrifft. Er verwirklichte, was Kant forderte:

Das Recht muß nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Rechte angepaßt werden.

Davon waren die absolutistischen Habsburger wie die Bourbonen weltenweit entfernt.

Auffallend ist auch, daß die Katholiken im Habsburger Reich zu einem weit höheren Vom-Hundert-Satz Analphabeten waren als die Protestanten. Die jesuitischen Häscher erkannten schon allein an der Lesefähigkeit der Leute, daß sie keine Katholiken waren!

Der vor allem von Denkern Nordeuropas vorangetragene Gedanke der Aufklärung und der Selbst-Befreiung aus der Unmündigkeit wurde sehr bald vom Freimaurerorden aufgegriffen und propagiert.

Freimaurerei und Jesuitenorden

Zwei Jahre nach Maria Theresias Regierungsantritt war 1742 in Wien zum ersten Mal eine Loge gegründet, aber ein Dreivierteljahr später von Maria Theresia verboten worden. Sie ließ die Loge sogar von hundert Grenadieren stürmen.

In ihrem Geburtsjahr 1717 war die Freimaurerei in London mit radikalen Zielen „reformiert“ worden. Bei Erich Ludendorff lesen wir in „Kriegshetze und Völkermorden“, München 1930 (S. 22):

Der Jesuitenorden wußte, daß ihm in dieser „reformierten“ Loge ein mächtiger Gegner entstanden sei. … Freimaurer wirkten bei dem Sturz des Jesuitenordens von der damaligen Höhe seiner kirchlichen, politischen und wirtschaftlichen Macht … mit.

Papst Clemens XIV. (Gemälde von John Francis Rigaud – Bild: oceanbridge.com)

Papst Clemens XIV. veranlaßte am 21. Juli 1773 durch sein „Breve“ die Auflösung des Jesuitenordens. In diesem Breve heißt es:

Zu den weltweiten „lauten Klagen wider die Gesellschaft“ über deren „unersättliche Begierde nach irdischen Gütern“ haben  sich „zu unserem Herzeleid“ alle Mittel als vergeblich erwiesen.

„Wir schaffen ab und heben auf alle ihre Anstellungen und Ämter …Wir wollen …, daß, wenn einige von der aufgehobenen Gesellschaft sich bisher in Kollegien und Schulen mit dem Unterricht der Jugend beschäftigten, ihnen alle Leitung und Verwaltung des Unterrichtswesens genommen werde …

Dieses Breve soll für immer und ewig gültig, unverändert und wirksam sein und bleiben …“ (Erich und Mathilde Ludendorff, Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende, München 1929, S. 93)

„Nun habe ich mein Todesurteil unterschrieben“,

war er sich sicher. Und wirklich: Ein Jahr später war er tot – man sagt durch Gift.

Die in der Freimaurerei vertarnte jüdische Hintergrundmacht hatte – wie Ludendorff schreibt –

einen gewaltigen Erfolg davongetragen, England befürchtete keine katholische Restauration mehr, aber auch die Völker atmeten auf. Der Jesuitenorden hatte die Schlacht verloren. (Kriegshetze, S. 22-23)

Nicht einfach für die rechtgläubige Katholikin Maria Theresia!

Doch wenige Monate nach dem Verbot des Jesuitenordens gründete der jüdische Freimaurer Weishaupt den Illuminatenorden, später von Ignaz Edler von Born geführt, der den Logennamen Br. Furius Kamillus trug.

Ignaz Edler von Born (Bild: Wikipedia)

Darin gelang dem Jesuitenorden, sein Ziel dennoch zu erreichen. Sein „unsichtbarer Vater“ war Moses Mendelssohn, der von dem neugegründeten Illuminatenorden selbst sagte:

Kein Gesetz der Welt hat Meineid und Treulosigkeit mit solchen Infamien belegt als die Gesetze des Ordens.

Ludendorff stellt fest (KuV, S. 26):

Im übrigen brauchen wir die Satzungen des Ordens nur durchzulesen, um ihre gedanklichen Zusammenhänge mit der Freimaurerei, den jesuitischen Geheimorden, dem Sozialismus und Bolschewismus und mit den Lehren Walter Rathenaus und Ascher Ginsbergs und des Christentums zu begreifen.

Er hatte das gleiche Ziel, das Jahrwehreich entvolkter und enteigneter Völker zu schaffen, wie es heute verwirklicht werden soll. … Weishaupt nannte sich selbst „Spartakus“.

Das schrieb Ludendorff vor 90 Jahren! Heute – 100 Jahre nach dem Versailler Diktat – scheinen diese Ziele kurz davor, erreicht zu sein.

Zur „Französischen Revolution“

hin hatten sog. Nationalkonvente gedient:

  • 1778 Lyon: Loge „Ritter der Wohltätigkeit“ gegründet

  • 1782 Wilhelmsbad: Illuminatenorden als frm. Großmacht anerkannt

  • 1785 Paris: Revolutionierung vorbereitet

  • 1786 Frankfurt am Main: dto.

  • 1787 Paris: Königsmord beschlossen

Fortsetzung folgt

Sie hat unsere Heere nicht etwa zum Sieg geführt, wie die Überschrift vermuten lassen könnte. Nein, sie hat ein Wunder vollbracht:

„Das Wunder an der Marne“

Mathilde Ludendorff schreibt darüber in „Ludendorffs Volkswarte“ 4/1933 – sehr spannend – Unterüberschrift:

„Ein occultes Verbrechen der Geweihten Jahwehs“

Noch immer will das Deutsche Volk nicht glauben …, daß das Schicksal des Deutschen Volkes und der anderen christlichen Völker von einer kleinen Schar überstaatlicher Seelenmißbraucher spielend nach ihrem Belieben gelenkt wurde, weil sie „induciert irre“ Menschen, künstlich Geisteskranke zur Befehlsgewalt über die Völker brachten.

Wie hochaktuell und heute – was die Merkel’sche Wirklichkeit in Deutschland betrifft – doch von vielen Deutschen allmählich erkennbar!

… Just zu der Stunde, in der ich die Deutschen durch das Buch „Induciertes Irresein durch Occultlehren“ zum Kampfe gegen die Pest des Aberglaubens aufrütteln möchte, ihm die Waffen der Wissenschaft in die Hand gebe, das Unheil zu überschauen, kommt mir von den überstaatlichen Mächten willkommene Hilfe.

Die auch damals gleichgeschaltete Presse, darunter z.B. die „Leipziger Neuesten Nachrichten“ v. 12.1.33

Generalstabschef Helmuth von Moltke

gibt hohnvoll … bekannt, daß unsere siegreichen Heere bei Beginn des Krieges nicht von General v. Moltke, sondern von der Wahrsagerin Lisbeth Seidler befehligt wurden, die sicherlich treulich ihre Wahrsagungen nach Anweisung eines „unsichtbaren Vaters“ gestaltete.

… 15 Jahre vor dem Jahwehjahr 1914, für das der Weltkrieg (seit 1889) geplant war, hielten die überstaatlichen Mächte es an der Zeit, in einer Occultsitzung in Potsdam im Hause des Generals v. Moltke die Wahrsagerin Lisbeth Seidler den Weltkrieg zu dem … geplanten Zeitpunkt, also für das Jahwehjahr 1914 und den Monat August verkünden zu lassen.

Nachdem General v. Moltke sechs Jahre, vor allem durch dies „Medium“ Seidler, occult gemacht worden war, wurde er 1905, neun Jahre vor dem Krieg als geeignet befunden, Chef des Generalstabes der Armee zu werden. Je mehr“  (die Überstaatlichen) „die Pläne nun durchführten, um so „gläubiger“ wurde General v.

Moltke, er wurde planmäßig durch Occultglauben „induciert irre“ gemacht.

Nun teilt die Presse noch weiter mit, daß die Frau des Generals v. Moltke, als unsere Heere siegreich in Frankreich vordrangen, und

Franzosen und alle Völker der Erde wußten, daß der Krieg in wenigen Wochen durch die Deutschen siegreich beendet sein werde,

in das Hauptquartier nach Koblenz als Krankenschwester kam. Die freimaurerische Organisation des „Roten Kreuzes“ hätte, wie die Presse hervorhebt, auch Lisbeth Seidler als Schwester verkleidet, die aber nie Schwesternberuf erfüllte.

Sie zog mit im Hauptquartier ein, erhielt einen Paß für das Ausland und reiste so zwischen Feind und Deutschem Hauptquartier hin und her!

Sie prophezeite nun, wie die Presse aus der Schule plaudert, dem occultgläubigen Heeresleiter den Ausgang der Marneschlacht. Der Dortmunder Generalanzeiger vom 14.1.1933, Nr. 13, erzählt:

„In Koblenz, dem damaligen Hauptquartier, wurde ihr in einem Schloßflügel ein eigenes Zimmer eingeräumt. Sie sollte ständig zur Verfügung stehen. Es war wohl nicht so sehr der Graf Moltke selbst, dem sie zur Seite stehen sollte, als seiner Frau, die zu dieser Zeit als eine der Berliner Koryphäen des Okkultismus galt. Ihr Mann, der Generalstabschef von Moltke war eher dem geistigeren Theosophen Dr. Steiner zugetan, mit dem er sich sogar mitten in der Marneschlacht in Koblenz traf.

Es ist nicht ganz klar, was sie während des Krieges, immer im Auftrage ihrer Gönnerin, der Gräfin von Moltke, getan hat. Bis in ihre letzten Tage hat sie die Schweigepflicht, die ihr damals auferlegt wurde, gehalten. Sie war im Besitze eines Passes vom Roten Kreuz und war zu möglichen Sondermissionen, auch ins neutrale Ausland, geschickt.“

So waren die „unsichtbaren Väter“ der überstaatlichen Mächte nunmehr die geheimen Befehlshaber unsers großen siegreichen Heeres geworden, das dicht vor den Toren von Paris und in siegreichem Kampf stand!

Die französische Regierung war, wie bekannt, schon geflüchtet. Der rasche Sieg Deutschlands, als des kraftvollsten Staates Europas, war sichergestellt. Doch ein induciert irre gemachter Heeresleiter lauschte unterdes auf Lisbeth Seidler! Zum Überfluß hat dann auch noch der … Leiter der Anthroposophen, Steiner, ihre Armeebefehle ergänzt!

… Es folgte der unfaßliche Befehl des Rückzuges des sieghaften Heeres. … Umsonst waren Tausende nach siegreichen Kämpfen gefallen, Tausende von grausamen Geschossen zerstümmelt, umsonst war alle, jahrzehntelange, umsichtige Vorbereitung des Generalstabes! Lisbeth Seidler befehligte, und durch sie die überstaatlichen Mächte. Und sie wagen uns heute voll Hohn diese Tatsachen zu bringen!

Mathilde Ludendorff 1937

Lebt noch ein Deutscher, oder haben wir ein Volk von 60 Millionen plappernden Toten? Lebt noch ein Deutscher, der solches hört und nicht von Stund an mit uns kämpft, gegen diese grauenvolle Art, Weltgeschichte zu machen, durch Aberglauben Menschenseelen zu mißbrauchen, um unser Volk zu enteignen und zu versklaven?

Hunderttausende Nichtdeutscher kämpften im Weltkrieg II auf Deutscher Seite als Wehrmachtsangehörige gegen den Bolschewismus, unter ihnen sogar

zur Wehrmacht übergelaufene Kosaken,

die als russische Volksangehörige das Regime in ihrer Heimat gemeinsam mit der Wehrmacht zu Fall bringen wollten.

Mit ihnen kam der Deutsch-Schweizer Hugo von Senger, der Sohn Alexander von Sengers, des Autors des verdienstvollen Buches „Mord an Apollo“, im Sommer 1942 zusammen, als Generalfeldmarschall Ewald von Kleist unter anderem die Aufgabe erhalten hatte – wie wir bei Avalon lesen –

Hugo von Senger (Bild: Avalon-Kreis)

aus übergelaufenen russischen Kosaken in Musikowska eine Freiwilligenarmee gegen die Sowjets aufzustellen. Dazu brauchte Kleist deutsches Rahmenpersonal, Dolmetscher und auch erfahrene deutsche Kavallerie-Offiziere.

… Hugo von Senger wurde … in den Sonderstab des Generalfeldmarschalles aufgenommen und erhielt die Aufgabe, geeignete Kosaken zu rekrutieren.

Seine erste Reise führte ihn … nach Dnipropetrowsk. Dort lernte er die aus zaristisch-adligem Geschlecht stammende und französisch sprechende Russin Bakuba Tarzjana kennen. Sie schloß sich mit rund 200 Kosaken den deutschen Truppen an.

Hugo von Senger reiste mit dieser Truppe nach Musikowska. Russische Kosaken, die auf deutscher Seite gegen Stalin kämpfen wollten, wurden durch Oberleutnant Graf von der Schulenburg bei Musikowska gesammelt. Dort befanden sich bereits rund 5‘000 Kosaken mit ihren Frauen und Kindern.

Weitere Kosaken kamen ab Herbst 1942 aus dem deutschen Auffanglager der am Schwarzen Meer liegenden Stadt Cherson und auch aus der besetzten Ukraine. Die Männer in diesen Lagern kamen vom Don, vom Terek, vom Kuban, aus Sibirien, aus Transbaikalien und Ussurien.

Aus diesen russischen Männern von Musikowska und Cherson wurde das Personal für eine künftig auf deutscher Seite kämpfenden Kosakeneinheit ausgelesen. Hugo von Senger kam als Oberleutnant der Kavallerie zum Stabspersonal und bestimmte dann, welche Kosaken aus den Lagern entlassen und zur deutschen Ausbildung nach Mielau (Mlawa) in Polen reisen durften.

 

Oberstleutnant Helmuth von Pannwitz mit seinen Kosaken (Bild: Pinterest)

Inzwischen war am 15. November 1942 Oberstleutnant Helmuth von Pannwitz Kommandeur einer Kosakeneinheit geworden, die südlich von Stalingrad auf deutscher Seite gegen die Sowjets kämpfte.

Das Kosaken-Lehr- und Ausbildungs-Regiment 1 wurde im Herbst 1942 im masowischen Städtchen Mielau in Polen aufgestellt. Dort wurde aus den verschiedenen russischen Kosaken die 1. Kosaken-Kavallerie-Division gebildet. Ihr Kommandeur wurde im März 1943 Oberst Helmuth von Pannwitz.

Die 1. Kosaken-Kavallerie-Division hatte je ein Regiment mit Sibir- und Terekkosaken und je zwei Regimenter Don- und Kubankosaken. Dazu kam die Artillerie Abteilung 55, die Aufklärungsabteilung 55, die Nachrichtenabteilung 55, die Pionierabteilung 55, die Sanitätsabteilung 55 und diverse Nachschubtruppen. Die Division umfaßte mit Trossen und Familien über 25‘000 Mann.

Pro Regiment gab es 160 deutsche Führungsoffiziere. Einer davon wurde Hugo von Senger. Der Vorgesetzte von Hugo von Senger wurde der Ataman der Terek-Kosaken Oberst Nikolaj Lazarowitch Kulakoff.

Oberst Nikolaj Lazarowitch Kulakoff (Bild: Avalon)

Oberleutnant … von Senger … hob 1943 einen Terek-Kosaken-Chor aus der Taufe. Mit diesen Sängern machte er eine Tournee durch Ostpreußen und gab sogar ein Konzert auf dem Schweren Kreuzer „Prinz Eugen“ im Hafen von Gotenhafen.

Ab September 1943 wurde die 1. Kosaken-Kavallerie-Division mit 25‘000 Kosaken, 5‘000 Frauen und Kindern, 10’000 russischen Hilfswilligen und 30‘000 Pferden nach und nach von Milau in Polen per Eisenbahn nach Süden und durch Ungarn an die Donau verlegt …

Bei Peterwardein südöstlich von Budapest überschritt die Division den Fluß und kam danach über die Save in den Raum Belgrad in Jugoslawien. Andere Teile der Division wurden in Kroatien und Bosnien zur Partisanenbekämpfung eingesetzt.

… Grausame, harte und endlose Kämpfe … Sie waren gezeichnet durch eine wilde und raue Topographie, einen sich an keine Konventionen haltenden und unbarmherzigen Titopartisanen, sowie durch die schonungslose Antwort der Kosaken, die ebenfalls keine Gnade kannten.

… Die blutigen Kämpfe mit den Titopartisanen setzten sich 1944 in den Bergen von Kroatien fort …

Die Kosaken ritten mit ihren schnellen Pferden durch das schwierigste Gelände, durch Schluchten, Bäche, Wälder und an steinigen Bergflanken. Sie überraschten so immer wieder Titos Partisanen und andere Banden und Freischärler. Hauptsächlich sicherten die Kosaken wichtige Nachschubstraßen und Bahnstrecken.

Am 25. Mai 1944 nahm Hugo von Senger mit seiner Einheit der 1. Kosaken-Kavallerie-Division an der Operation „Rösselsprung“ teil. Ziel war die Gefangennahme von Partisanenführer Tito in bosnischen Drvar (südwestlich von Banja Luka).

Die großangelegte Operation mit Fallschirmjägereinsatz gelang nur teilweise. Zwar wurden die Partisanen geschwächt, aber Marschall Josiph Broz Tito und der Sohn von Churchill, Randolph Churchill, konnten den deutschen Truppen entkommen. Die harten Kämpfe haben bis Sommer 1944 deutliche Spuren im Gesicht von Oberleutnant Hugo von Senger hinterlassen.

Hugo von Senger 1944 (Bild: Avalon)

Nach dem 26. August 1944 kamen die Kosaken verwaltungsmäßig zur Waffen-SS. Sold, Verpflegung, Material und Waffen kamen nun aus SS-Beständen.

Im Herbst 1944 begann der Rückzug der deutschen Truppen aus dem Balkan, und die 1. Kosaken-Kavallerie-Division kam in den Raum Slowenien/Kärnten. Dort hatte sie weitere Kämpfe mit den Partisanen zu bestehen. Der Division wurde die Sicherung diverser Eisenbahnlinien von Österreich und Ungarn nach Nord- und Südjugoslawien übertragen.

Am 16. September 1944 forderte Reichsverweser Admiral Nikolaus Horthy die ungarische Armee auf, ihre Waffen niederzulegen. Dies geschah auch teilweise. Dadurch kamen die Sowjets bis zum Dezember 1944 vor die Stadt Budapest und wollten von dort eine Verbindung zu den Tito Partisanen in Nordjugoslawien herstellen.

Um diese drohende Verbindung der Bolschewisten zu verhindern, wurde die II. Kosakenreiterbrigade … in den Raum Koprivnica in der Drauniederung verlegt. Am 11. Dezember stieß sie bei Novi Grad auf starke Partisanenverbände. In der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember 1944 begann das Gefecht um das von den Sowjets besetzte Pitomaca. Erstmals kämpften nun die russischen Kosaken direkt gegen die Sowjets.

Auch war der Gegner nun keine Partisanengruppe mehr, sondern eine starke, mechanisierte reguläre Armee …

Der sowjetische Brückenkopf an der Drau bei Pitomaca konnte durch den Einsatz der Kosaken vernichtet werden. Eine große Anzahl russischer Gefangener konnte dabei eingebracht werden, und auch sowjetische Artillerie und Lastkraftwagen wurden erbeutet.

Anfang Januar 1945 kämpfte das 6. Terek-Kosaken-Regiment zusammen mit der 6. SS-Gebirgsdivision „PrinzEugen“ erfolgreich um die Stadt Vitrovitica. Ab dem 1. Februar 1945 wurde die 1. Kosaken-Kavallerie-Division mit anderen Einheiten zum XV. SS-Kosaken-Kavallerie-Korps zusammengefaßt.

Kommandeur des Korps wurde Generalmajor Helmuth von Pannwitz. Die 1. Kosaken-Kavallerie-Division führte nun General Krasnow.

General Piotr Nikolajewitch Krasnow (Bild: Wikipedia)

Am 9. März 1945 begann die letzte deutsche Offensive am ungarischen Plattensee. Von Norden und Süden sollten sowjetische Kräfte abgeschnitten und östlich von Budapest eingekesselt und vernichtet werden

… Generalmajor Helmuth von Pannwitz wurde am 25. März 1945 in Vitrovitica zum Feldataman aller Kosakenheere gewählt.

Die Wahl wurde vom beinamputierten alten Feldataman des 6. Terek-Kosaken-Regimentes Oberst Nikolaj Lazarowitch Kulakoff geleitet.

Nachdem der letzte russische Zar 1918 der letzte Feldataman aller Kosakenheere war, folgte diesem nun 27 Jahre später ein deutscher General.

… Während das XV. Kosaken-Kavallerie-Korps noch bei Budapest kämpfte, kapitulierte am 28. April 1945 die Heeresgruppe C unter SS-Obergruppenführer Wolff in Oberitalien.

Dadurch begannen sich verschiedene Kosakeneinheiten (vorwiegend Familien, Frauen und Kinder der Kosaken) aus Oberitalien, aus dem Raum Triest und dem Friaul nach Österreich zurückzuziehen. Diese Einheiten kamen bis zum 3. Mai 1945 über den Plöckenpaß in Österreich an.

Von dort wurden die Kosaken durch britische Offiziere in den Raum Lienz gewiesen. Andere kamen aus Slowenien und überschritten die Drau um nach Österreich zu gelangen.

Hugo von Senger war inzwischen zum Rittmeister (Hauptmann) befördert worden, wurde mit dem Eisernen Kreuz Erster Klasse ausgezeichnet und führte nun die II. Abteilung des Terek-Kosaken-Regiments 6 der 2. Kosaken-Kavallerie-Division.

Am 7. Mai 1945, dem letzten Kriegstag, standen die Kosaken in Ungarn bei Budapest den Russen gegenüber. An diesem Tag lieferten die Kosaken in einem letzten Großangriff den Sowjets ihr letztes erbittertes Gefecht und schossen bis zur vereinbarten Waffenruhe um Mitternacht mit allem, was noch zur Verfügung stand.

Das Ende

Nach dem 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation der Wehrmacht, sammelte sich die 1. und 2. Kosaken-Kavallerie-Division mit ihren Familienangehörigen und vielen anderen Zivilisten russischer Herkunft. Die 1. Kosaken-Kavallerie-Division zog unter ihrem Kommandeur Oberst Wagner nach Westen über Windisch Freistritz, Gonobitz und St. Leonhard in den Raum von Unterdrauburg in Österreich.

Die 2. Kosaken-Kavallerie-Division konnte sich nicht vom nachdrängenden Gegner lösen. Darum befahl deren Kommandeur einen Überraschungsangriff in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai. Damit hatten die Bolschewisten nach der deutschen Kapitulation nicht mehr gerechnet. Fluchtartig stoben sie beim deutschen Gegenangriff auseinander.

Die Division konnte sich dadurch vom Feind lösen und folgte ebenfalls über obigen Weg nach Unterdrauburg. Das 6. Terek-Kosaken-Regiment bildete dabei auf diesem letzten Marsch die Vorhut.

Alle Kosakenverbände und ihre Familien sammelten sich so Anfang Mai 1945 in diversen Feldlagern im Raum Osttirol/Oberkärnten. In der Stadt Lienz war das Hauptquartier.

Mit falschen Versprechungen der Westalliierten, wie zum Beispiel ein freies Geleit für die Kosaken und ihre Familien nach Kanada, willigten die Kosaken des XV. SS-Kosaken-Kavallerie-Korps zur Entwaffnung ein. Diese wurde am 12. Mai 1945 durch britische Truppen durchgeführt.

Aufgrund der Vereinbarungen der Alliierten im Jalta-Abkommen von Februar 1945 wurden die Kriegsgefangenen aller Staaten an ihre Herkunftsländer übergeben. Dies betraf auch die Kosaken und anderen kriegsgefangenen Russen in Deutschland.

Die kriegsgefangenen Russen wurden deshalb von den zuständigen Briten im Mai und Juni 1945 an die Sowjetunion und damit der Rache Stalins übergeben.

Den russischen Kriegsgefangenen oder den ehemals in deutschen Diensten stehenden Russen drohten die sowjetischen Straf- und Arbeitslager in Sibirien, die Todesurteile der stalinistischen Justiz oder bestenfalls die Verbannung aus dem sowjetischen Gesellschaftsleben.

(Dies waren keine leeren Floskeln wie das Beispiel von Stalins Sohn aus erster Ehe belegt. Der 1941 als sowjetischer Offizier in deutsche Kriegsgefangenschaft geratene Sohn Jakow Stalin wurde 1945 ebenfalls an die Sowjetunion überstellt und anschließend auf Befehl seines Vaters mit vielen anderen aus der deutschen Gefangenschaft zurückgekehrten Offizieren in Moskau wegen Feigheit und Kollaboration mit dem Feind zum Tode verurteilt und hingerichtet.)

Hugo von Senger und seine Kameraden erfuhren von der baldigen Überstellung an die Sowjets durch den ehemaligen Kommandeur des 6. Terek-Kosaken-Regiments Oberstleutnant Prinz zu Salm. Prinz zu Salm war mit dem englischen Königshaus Hannover/Windsor verwandt und konnte darum als Dolmetscher in einem britischen Stab tätig sein. Dort erfuhr er

von den britischen Plänen zur Überstellung der Kosaken an die Russen.

Sofort nach Kenntnis dieser Nachricht begannen Hugo von Senger und sein Stab mit der Erstellung falscher Personallisten. 170 Mann konnten aus dem Lager in die nahen Berge entfliehen.

Am 28. Mai 1945 begann die Auslieferung der Kosaken an die Sowjetunion.

Als die Kosaken und ihre Familienangehörigen von ihrer Auslieferung an die Sowjetunion erfuhren, wählten mehrere Tausend Kosaken den Freitod. Sie erschossen sich selbst, andere töteten erst ihre Familie mit der Waffe und erschossen sich anschließend, viele erdolchten ihre Frauen und Kinder, manche erhängten sich.

Am 1. Juni 1945 standen die Briten im Lager von Peggetz etwa 4‘000 Kosaken gegenüber. Diese übten aneinandergehängt passiven Widerstand. Mehrere Popen verrichteten Gebete mit den knienden Menschen.

Die Briten, genauer die Truppen der 8. Argyll und Sutherland Highlanders unter Major Davies, schritten äußerst brutal ein und prügelten die Kosaken mit Gewehrkolben und Knüppeln nieder. Sie stachen mit ihren Bajonetten in die Knienden, um deren Widerstand zu brechen.

Schüsse lösten sich, eine Panik entstand, und viele fanden den Tod. Hunderte Kosaken, Russen, Frauen und Kinder ertränkten sich in der reißenden und eiskalten Drau.

Einigen gelang im Durcheinander die Flucht. Viele erhängten sich in den nahen Wäldern.

Die Briten nahmen die restlichen Kosaken und ihre Familien gefangen und fesselten sie. Sie verfrachteten 1‘252 verwundete Männer, Frauen und Kinder gefesselt auf Lastwagen und lieferten sie den Russen aus.

Eine ähnliche Ruhmestat wiederholten die Briten am 1. Juni 1945 im Lager Oberdrauburg. Dort wurden unter ähnlichen Szenen mit größter Gewaltanwendung 1‘749 Kosaken an die Russen abgeliefert.

(Bild: Avalon)

Trotz den Verzweiflungstaten Tausender und in der Gewißheit, daß diese Menschen in der Sowjetunion mit Sicherheit getötet würden, schritten weder US-Präsident Truman noch der britische Premierminister Churchill ein.

Keiner dieser beiden feinen Demokraten wollte Diktator Stalin verärgern.

Die damalige … Politik und die damaligen alliierten Machtverhältnisse waren ihnen wichtiger, als die von Roosevelt immer wieder von der 1941 verkündeten Atlantik-Charta bis zur Gründungsversammlung der Vereinten Nationen von April und Juni 1945 bis zum Erbrechen hinausposaunten „Menschenrechte“.

Es blieb dabei; in Judenburg wurden vom 1. Juni bis zum 7. Juni 1945 die restlichen Kosaken mit ihren Frauen und Kindern aus den Lagern Peggnitz, Oberdrauburg und Dellach an die Sowjets überstellt.

Diese Transporte gingen ohne nennenswerten Widerstand vor sich. Die Kosaken waren gebrochen und hatten sich hoffnungslos ihrem Schicksal ergeben.

Die geschönte westliche Quelle nennt 22‘500 ausgelieferte Russen. Davon wurden die meisten Kosaken von den Sowjets gleich hinter der Grenze des sowjetisch besetzten Gebietes erschossen und einige, vor allem die ausgelieferten Frauen und Kinder zu jahre- und jahrzehntelanger Zwangsarbeit in einen entlegenen Winkel der Sowjetunion, in die Gegend von Nowosibirsk, Tomsk, Stalinsk deportiert.

Während russische Kosaken „nur“ 8 Jahre Zwangsarbeit erhielten, gab es für das überstellte deutsche Rahmenpersonal der Kosakenverbände 25 Jahre Zwangsarbeit in der Sowjetunion.

Aber nur die wenigsten dieser Menschen überlebten die sowjetischen Transporte und Lager im Sommer 1945.

Nach sowjetischer Quelle vom 15. Juli 1945 wurden vom 28. Mai bis 7. Juni 1945 insgesamt 42‘913 Personen von den Briten an die Sowjetunion überstellt. Darunter 42‘258 Russen und 622 Deutsche. Darunter 16 Generäle, 1‘410 Offiziere, 7 Popen, 2‘972 Frauen und 1‘445 Kinder.

(Quelle: „Flucht in die Hoffnungslosigkeit“, Harald Stadler, Martin Kofler, Karl C. Berger, StudienVerlag Innsbruck Wien Bozen, 2005, ISBN Nr. 3-7065-4152-1, Seite 18 und 19)

Ein deutscher Held der Treue

Generalmajor Helmuth von Pannwitz verließ freiwillig die sichere britische Haft und ließ sich als Kommandeur an der Spitze seiner Männer mit seinen Kosaken an die Russen überstellen.

Der ausgelieferte General Helmuth von Pannwitz wurde nach einem Schauprozeß am 16. Januar 1947 mit fünf weiteren Kommandeuren der Kosaken in Moskau erhängt.

Hugo von Senger

gelang in dem Durcheinander Anfang Juni 1945 die Flucht in die Berge. Er schlug sich in nächtelangen Fußmärschen von Kärnten bis nach Oberbayern durch. Dort geriet er in Habach bei Mühlberg als „Gebirgsjäger“ in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Kurz darauf wurde er entlassen und arbeitete auf einem bayrischen Bauernhof. Ein Denunziant verriet ihn und seine Kosakenzugehörigkeit an die Amerikaner. Wieder wurde er verhaftet und kam in den Turm, das gefürchtete Gefängnis, von Rosenheim, in welchem im Innenhof täglich Gefangene durch die Amerikaner erschossen wurden.

Mit Hilfe der Schweizer Militärbehörde und der Schweizer Botschaft gelang schließlich der Familie von Senger die Entlassung von Sengers.

Offiziell wollte die Schweiz aber nichts von den Russen in deutschen Diensten wissen. Kriecherisch wollte man die Alliierten nicht verärgern. Am 13. Dezember 1945 erschien ein Artikel in der NZZ, daß die Schweiz weder Leute der Wlassow-Armee noch Kosaken aufnehmen werde.

Anders der Fürst Franz-Joseph von Lichtenstein. Das kleine Ländchen gab 1945 einigen Tausend Kosaken und Russen sofort und trotz angespannter politischer Lage politisches Asyl.

Ältere Beiträge »