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Karl-Heinz Baumgartl

reichte Adelinde seine im November 2015 verfaßte Abhandlung* über das Schweigen Heideggers ein, des deutschen Philosophen, der seine Würde be-wahrte und das Gekläffe der Hundemeute gegen sich mit Schweigen überging.

In dieser Unnahbarkeit ähnelt Heidegger der Philo-sophin Mathilde Ludendorff, die erhaben schwieg über den Schmutz, mit dem man sie zu treffen versuchte.

Baumgartl schreibt:

 

Johannes Gutenberg (Bild: Wikipedia)

Als Johannes Gutenberg (1400-1468) den Buchdruck erfand, ahnte niemand die gewal-tige Auswirkung dieser Erfindung. Es war zu-erst das gedruckte Wort, das unter die breite Menschheit gelangte. Es wurden Bücher ge-druckt. Niemand kennt die Zahl.

Nach Jahrhunderten in unserer Zeit erschei-nen in dem kleinen Restdeutschland jedes Jahr ca. 100.000 neue Buchtitel, Millionen Bücher werden hier jährlich verbreitet.

Auch die andern Völker der Erde erzeugen massenhaft Bücher, im Weltnetz (Internet) noch vielfach gesteigert. Hunderte oder mehr Fernsehanstalten und ebenso viele Radiosta-tionen senden rund um die Uhr Gedanken akustisch und bildhaft.

Ein gigantischer Geistesstrom wälzt sich über den Planeten Erde.

Man müßte annehmen, daß ein solch’ ge-waltiger Geistesstrom zu erkennbaren Ver-besserungen im Zusammenleben der Menschheit führen würde.

Das aber ist nicht der Fall. Bei genauer Betrachtung sind es unendlich viele Luft-blasen, die ausgestoßen werden, bestehend aus inhaltlosem Geschwätz, aus Eitelkeiten, Werbung, Irrtümer und Lügen. Luftblasen, die sich ausbreiten bis ins letzte Dorf und das Wahre und Wesentliche fast zur Bedeutungs-losigkeit verdrängen.

Zeitgleich herrschen Kriege, Korruption und hemmungslose Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur wie noch nie in der langen Menschheitsgeschichte.

Dieser gewaltige Geistesstrom ist ein Teil eines Krieges gegen die Natur. Er ist politisch gewollt und kontrolliert. Diese politische Macht ist eine Einbahnstraße.

Aufgrund der materialistischen Gesinnung der Funktionäre kann diese Macht keine Gerechtigkeit bieten. Sie ist egozentrisch, gewalttätig und deshalb krank.

Es wirkt nachhaltig ein Ausbeutungsvirus, der die meisten Menschen erfaßt hat. Nur noch Geld und Profit bestimmen die Geltung in der Gesellschaft.

Die Folge ist ein geistiger Nieder-gang auf breiter Basis.

Die Leute von heute wissen entsetzlich viel, aber wissen nicht, was das Ganze soll … Somit wissen die Leute im Grunde nichts. Man „glaubt“. Infolge bestehen die drei großen Glaubensgemeinschaften aus dem Orient der Juden, Christen und Moslems.

Der geistige Niedergang zeigt sich auch in der Philosophie.

Der Philosoph Martin Heidegger (1889-1976):

 

Martin Heidegger (Bild: univie.ac.at)

„Das Einfache ist entflohen. Seine stille Kraft ist versiegt.“

Schon 1918 äußerte sich Heidegger in einem Brief an Elisabeth Blochmann:

„Das geistige Leben muß bei uns wieder ein wahrhaft wirkliches werden – es muß eine aus dem Persönlichen geborene Wucht bekommen, die ,umwirft‘, und zum echten Aufstehen zwingt – und diese Wucht äußert sich als echte nur in der Schlichtheit, nicht im Blasierten, De-kadenten, Erzwungenen. Diese einfach ruhige Linie geistigen Seins und Lebens ist unseren Universitäten verloren gegan-gen – wer das einmal gesehen hat, den wundert nicht die innere Hilflosigkeit der akademischen Jugend.“

Was aber ist in den fast 100 Jahren ge-schehen?

Heidegger hat in seinem Werk die Frage nach dem Sein gestellt, die Frage nämlich, was unsere Lebenszeit im großen Geschehen des ewigen Universums bedeute. Es geht um die Frage nach der Zeit.

Es ist die wichtigste Frage des Menschen. Sie ist die Hauptfrage der Philosophie. Diese entscheidende Frage – so Heidegger im Alter – sei „in Vergessenheit geraten“. Sinngemäß: die Philosophie sei tot.

Im Vordergrund der Würdigung des Philoso-phen Heidegger steht bis heute und immer wieder die Kritik an dessen Mitgliedschaft in der Partei NSDAP im Dritten Reich.

In dem Spiegel-Gespräch 1966 befragt, ant-wortete Heidegger:

„Unmittelbar stand für mich als Lehrer an der Universität die Frage nach dem Sinn der Wissenschaften im Blick und damit die Bestimmung der Aufgabe der Universität. Diese Bemühung ist im Titel meiner Rektoratsrede ausgesprochen ,Die Selbstbehauptung der deutschen Universität‘. Ein solcher Titel ist in kei-ner Rektoratsrede der damaligen Zeit gewagt worden. Aber wer von denen, die gegen diese Rede polemisieren hat sie gründlich gelesen, durchdacht und aus der damaligen Situation heraus interpre-tiert?“

(Zur Vorgeschichte: Dieses Gespräch durfte auf Wunsch des Philosophen erst nach des-sen Ableben veröffentlicht werden. Das war 1976.

Heidegger hatte im März 1966 an den SPIEGEL einen Leserbrief gerichtet, in dem er einigen in der Literatur kolportierten An-gaben über sein Verhalten im Dritten Reich widersprach.

Das war ein für ihn einzigartiges Verfahren nach 20 Jahren Schweigsamkeit zu diesem Thema. Dem Vorschlag, das Gespräch früher zu veröffentlichen, widersetzte sich Heideg-ger entschieden:

„Es ist weder Stolz noch Eigensinn, son-dern allein die Sorge für meine Arbeit. Deren Aufgabe ist mit den Jahren immer einfacher, und das heißt im Felde des Denkens: immer schwerer geworden.“)

Vorgeworfen wird Heidegger, daß er zum … Vorwurf, die Deutschen hätten sechs Millio-nen Juden ermordet, geschwiegen hat.

Bekanntlich war und ist es verboten, daß sich die Deutschen zu diesem Vorwurf verteidi-gen. Es kommt jeder ins Gefängnis, der eine andere als die von der Siegerjustiz vorge-schriebene Darstellung öffentlich äußert.

Im einstigen „Volk der Dichter und Denker“ herrscht heute der Gesinnungsterror einer mächtigen Minderheit.

Roger Dommergue Polacco de Ménasce (Bild: Wikipedia)

Der jüdische Lehrer und Schriftsteller Dr. Roger Dommergue Polacco de Ménasce (Paris):

„Warum sollte Heidegger von 1945 bis zu seinem Tode geschwiegen haben, wenn nicht der tiefe Grund seines Schweigens mit seiner Intelligenz in Zusammenhang stünde? – Ist es nicht böser Wille oder geistige Minderbemitteltheit, die Sie alle daran hindert, das auschwitz-sche Schweigen Heideggers zu begreifen? …

Sein Schweigen steht mit völlig verschie-denartigen Kriterien in Zusammenhang. Ich würde auch schweigen, wenn die irreführende, seelisch kranke, paranoi-sche und größenwahnsinnige Geisteshal-tung meiner Rassegenossen mir nicht den Drang zum Aufheulen verleihen würde.“ (1989) –

Im Dritten Reich hat Heidegger nichts an-deres gefordert als die Freiheit der Wissen-schaften.

Jedoch dessen Kritiker begrenzen ihre Pole-mik auf dessen Mitgliedschaft in der Partei und bestätigen damit stillschweigend den Philosophen (die Philosophie sei tot), da den vielen Kritikern die Frage, was Leben im Uni-versum bedeute, offenbar nicht von Bedeu-tung ist.

Anläßlich seines Geburtstages 1989 brachte der Bayrische Rundfunk eine ausführliche Sendung, in der Heidegger als „Einpeitscher der NS-Ideologie“ (!) bezeichnet wurde.

Eine der vielen Luftblasen.

Lassen wir deren Schwachsinn beiseite und wenden uns der allgemein in Vergessenheit geratenen Frage nach dem Sein im Univer-sum zu!

Warum wird dieser Frage nicht mehr nach-gegangen? Warum wird die Frage nach der Existenz des Menschen im ewigen Universum nicht mehr bzw. nicht mehr gründlich genug gestellt?

 

Jochen Kirchhoff (Bild: Wikipedia)

Der Philosoph Jochen Kirchhoff (Berlin) be-schrieb das Verhältnis des heutigen Men-schen zum Universum, es sei,

„um es eher milde zu formulieren, ein zutiefst neurotisches“.

Die heutige Kosmologie sei als quasi Kosmo-Theologie

„zu einer Art neuer Scholastik erstarrt. Obwohl es starke und seriöse Einwände gibt, ist der ,Urknall‘ (= der Glaube, das Universum sei vor 14 Milliarden Jahren aus einer Explosion entstanden) ein Dog-ma, die kosmischen Phänomene sind dogmatische Deutungen … das antike und mittelalterliche Hohlkugel-Univer-sum ist heute im Urknall-Universum zurückgekehrt.

… Kein Wunder, daß sich der philoso-phische Geist längst aus dieser Himmels-wüste zurückgezogen und das Universum aus dem Denken verbannt hat.“

Somit beherrscht in der Philosophie das Nichtssagende die Leute von heute und deren Leben. Das Nichtssagende

„frißt unser Leben mit großem Appetit auf“,

sagt der Dichter. Doch das Nichtssagende kommt nicht von ungefähr. Es erzeugt nicht nur die Sprachlosigkeit über unsere Lebens-umstände:

In unserem Land herrschen vielfache Zensur, Gesinnungsterror und politische Verfolgung, verursacht durch eine mächtige Minderheit, vollzogen durch charakterlose Politiker, durch verbrecherische Journalisten (Lügen-medien) und geistig verkommene Kirchen-leute, vielfach abgesichert durch deren Ge-setze … und abgesichert durch Waffengewalt bis hin zu den 100 Atombomben in unserem Land!

… es zeigt auch, daß man nichts mehr tun kann, nicht kämpfen, nicht opfern, nicht ent-scheiden und nicht einmal sinnvoll arbeiten, sondern nur noch „kommunizieren“ mit sol-chen Existenzen, das heißt Luftblasen austauschen … oder … schweigen.

Martin Heidegger setzte sich im Alter für das Schweigen als Ausdruck der letzten Dinge ein. Das Schweigen als Antwort auf das Un-abänderliche des Schicksalhaften … politisch wie philosophisch …

Jeder Irrsinn und jede Lüge bergen in sich den Keim der Selbstzerstörung. Dieser bis-herige „Mensch“ … hält in seinem Ausbeu-tungs- und Zerstörungsdrang nicht inne. Aber er zerstört damit auch sich selbst.

So erhält das wahrhafte Leben irgendwann – oder in kleinen Bereichen schon jetzt – wieder eine lebenswürdige Grundlage.

Dann gewinnt auch
das Schweigen des Philosophen
an Bedeutung.

_________________

Anmerkung
*) leicht gekürzt

Die Ahnenkette

Die „Deutsche Warte“

– eine Zeitschrift der Rußland-Deutschen – bringt in ihrer letzten Ausgabe Nr. 25/2021-4 eine sehr sinn-volle Erinnerung:

Die Ahnenkette

Um geboren zu werden brauchen wir:

2 Eltern
4 Großeltern
8 Urgroßeltern
16 Ur-ur-Großeltern
32 Ur-ur-ur-Großeltern
64 Penta-Großeltern
128 Hexa-Großeltern
256 Hepta-Großeltern
512 Octa-Großeltern
1024 Ennea-Großeltern
2048 Deka-Großeltern

Allein die Summe der letzten 11 Generatio-nen brauchte 4.094 Ahnen in den vergange-nen etwa 300 Jahren, bevor du oder ich ge-boren wurden.

Nimm dir einen Moment Zeit und überlege:

– Wo kommst du her?
– Wieviele Kämpfe hast du gekämpft?
– Wie oft warst du hungrig?
– Wie viele Auseinandersetzungen hast du erlebt?
– Wie viele Wechselfälle haben unsere Vor-fahren überlebt?
– Andererseits – wie viel Liebe, Kraft, Freude und Ermutigungen haben sie uns hinterlas-sen?
– Wie viel von ihrer Überlebenskraft hat jeder von ihnen in uns gelassen, damit wir heute leben und so sind, wie wir sind!

Wir existieren nur dank allem, was jeder von ihnen durchgemacht hat.

Dies alles sollte ein Anlaß sein, unsere Vorfahren zu ehren!

Ein Neujahrsgruß von Pastor Bode

Ein neues Jahr hat begonnen

Wir werden noch einiges Zerstörerische zu ertragen haben. Doch

Pastor Bode sendet seinen Neujahrsgruß,

der uns bestärkt, das Göttliche in uns als die große Kraft der Freiheit wahrzunehmen. Dabei übersetzt er u.a. Bibelsprüche frei in unsere deutsche Gemütsart, und sie werden beinahe erträglich, wenn nicht gar zutiefst zu bejahen und wegweisend:

Die Zeit verrinnt, die Spinne spinnt in heimlichen Geweben.
Wenn heute Nacht das Jahr beginnt, beginnt ein neues Leben.
(Joachim Ringelnatz; vgl. Jes 9,1-6; Jh 3,7; Offb 21,2-7.22-24)

Wohl dem, der nicht leidet am Wahn des Sinnlosen noch tritt auf den Weg der Sünder
noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des EINEN (des SEINS)
und sinnt über Seinem Gesetz Tag und Nacht!

Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

Denn das Rechte wirkt das Gerechte, und das Falsche vergeht.
(frei nach Ps 1,1-3.6; vgl. Ex 3,14 EÜ; Apg 17,28; Ps 94,15 RevElB)

Was also immer [!] lassen – und was tun (Mt 6,24; Rö 2,11 GNB; Rö 12,21 EÜ)?

Erkenne, o Mensch, dich selbst, und werde, Homo sapiens, weises Wesen, was du bist!
(Spr 13,14; Jer 31,31-34; Meister Eckhart)

Unser Neu-geboren-Werden von oben, unsere Berufung zum Ganzen, unser Gehorsam dem EINEN befreit, erfüllt, erlöst die Welt und – ist ganz einfach (Jak 1,17; 1Jh 1,5; Eph 5,8c.9):

Lasse dich vom Herrlichen tragen, führen! und du wirkst den, wohnst im Himmel auch auf Erden.
(Ps 23; Ps 84,2.3.5; Mk 4,21.22; Mt 5,14-16; Mt 6,10)

Dem EINEN (dem Wahren, dem Guten, dem Schönen) die Ehre – den Segen der Welt!

Auf diese Weise können wir einander über die Grenzen der Ideologien hinweg verstehen.

Wer nichts weiß, muß alles glauben.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

 

Olaf Scholz

meint in seiner Neujahrsansprache lt. Tagesschau v. 31.12.21:

Manche beklagen in diesen Tagen, unsere Gesellschaft sei gespalten, ich möchte hier mit aller Deutlichkeit sagen: „Das Gegenteil ist richtig! Unser Land steht zusammen.“

Sehr richtig die Tagesschau:

Das will er sehen.

Das will er den Leuten weismachen, um sie bei der Stange zu halten. Die das glauben, wissen nichts von der Wirklichkeit, die sich in unserem Volk ziemlich geräuschlos entwickelt – Unwägbarkeiten, die die Planer der Plandemie wohl so nicht erwartet haben.

Norbert Dietrich zeigt einige im „Huttenbrief“ (39. Jg. 5-6) auf:

Die beim Mainstream gefürchtete Bildung von Parallelstrukturen kommt in Gang: Es kommt zu

  • eigenen Netzwerken von Firmen,

  • „3G“-freien Unterkünften und Geschäf-ten,

  • Selbstversorgungs-Genossenschaften,

  • Tauschringen,

  • Freilernschulen,

  • Kinderbetreuung in Eigenregie,

  • unabhängigen Plattformen für Veröf-fentlichungen außerhalb der zensierten Internet-Medien (Peertube …)

 

Hamburg, 06.08.2017 Garden Girls Marie Himmel ©Ulrike Schacht

Dietrich schätzt,

daß die herrschende Klasse – der sogenannte Mainstream aus Politik, Lobbyisten und Medien – das Vertrauen von mehr als einem Drittel der Menschen in unserem Lande verloren hat.

Minderheit kann Mehrheit wer-den:

Die Gesellschaftswissenschaften kennen die Dynamik solcher Vorgänge und beziffern die kritische Grenze von Minderheitenmeinungen wie folgt:

Wenn eine Randgruppe oder Minderheits-meinung ca. 10 % der Bevölkerung darstellt, hat diese das Potential, schnell zur Mehr-heitsmeinung werden zu können.

Hier liegt unsere Zukunft, hier im Menschen selbst. Wir brauchen nicht auf Kräfte außerhalb unserer Seelen zu suchen und zu hoffen. Wie Schiller sagt (Worte des Wahns):

Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre!
Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor,
Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

Freuen wir uns auf das nächste Jahr, wenn diese Kraft und der Einfallsreichtum unseres Volkes an-wachsen werden nach dem Wahlspruch unserer Alt-Vorderen:

„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!“

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