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Fortsetzung des Adelinde-Eintrags vom 14. Juni 2018

Ein weiterer tiefgreifender Unterschied

kristallisiert sich heraus, nämlich der zwischen dem berühmten sogenannten

„Geist von Weimar“

und dem

Gotterhaltungswillen der Ludendorffs.

Mit dem Wort vom „Geist von Weimar“ ist die Kulturzeit um Wieland, Herder, Goethe, Schiller gemeint.

Anna Amalia (Bild: Wikipedia)

Angebahnt hatte sie die Herzogin Anna Amalia.

Sie kam den heutigen meist geschichtslosen Deutschen wohl erst durch den Brand der Anna-Amalia-Bibliothek 2004 wieder ins Bewußtsein. (Davon weiter unten.)

Vorher war ihre hohe kulturelle Bedeutung wie so vieles, was Frauen geschaffen haben, in Vergessenheit geraten.

Sie war als Braunschweigische Prinzessin 1739 in Wolfenbüttel geboren, wurde mit 16 Jahren an Ernst August Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach verheiratet und somit selbst Herzogin des kleinen, zerrissenen Duodezfürstentums.

Ein gutes Jahr später, kurz vor ihrem 18. Geburtstag, brachte sie ihr 1. Kind zur Welt: zum Glück aller war es ein Sohn, Erbprinz Carl August.

Carl August (Bild: Wikipedia)

Anna Amalia schreibt:

In meinem 18. Jahr fing die größte Epoche meines Lebens an. Ich wurde

  • zum zweiten Mal Mutter,

  • wurde Witwe,

  • wurde Vormundschaftsregentin.

Die schnellen Veränderungen, welche Schlag auf Schlag kamen, machten mir einen solchen Tumult in meiner Seele, daß ich nicht zu mir selber kommen konnte. Ein Zusammenfluß von Ideen, von Gefühlen, die alle unentwickelt waren, kein Freund, dem ich mich aufschließen konnte. Ich fühlte meine Untüchtigkeit, und dennoch mußte ich alles in mir selber finden.

Sie entwickelte sich zu einer willensstarken Führungspersönlichkeit. 1772 holte sie den Dichter und Professor an der Universität Erfurt Christoph Martin Wieland in die Gruppe der Prinzenlehrer. Er war Freimaurer.

Wieland (Bild: Wikipedia)

„Die Erziehung ihrer beiden Söhne, aber auch die von ihr geförderten Bildungseinrichtungen für die Bevölkerung im Herzogtum waren ihr Hauptanliegen,“ schreibt Tilman Krause in seinem Aufsatz Die verkannte Mutter der deutschen Klassik. 

Er fährt fort:

Damit entstand, während ringsum in Europa der Absolutismus herrschte, so etwas wie eine erste offene Gesellschaft an einem deutschen Hof.

Wieland wurde zu ihrem häufigen und vielseitigen Gesprächspartner. Durch ihn fühlte sich Johann Gottfried Herder nach Weimar gezogen.

Herder (Bild Wikipedia)

Die Biografin Annette Seemann bemerkt in ihrem Buch Anna Amalia, Herzogin von Weimar (Inselverlag 2007):

Anna Amalias Gesellschaftsbegriff war durchlässig. Es war nicht nötig, mit dem Adelsprädikat auf der Brust bei ihr zu erscheinen. Man mußte sich allerdings für Künste und/oder Wissenschaften interessieren, wenn man bei ihr reüssieren [Erfolg haben] wollte.

Insofern waren auch Jenenser Professoren immer wieder willkommen. Anna Amalias Berufungen folgten ihrem privaten Interesse, sich mit Kultur und Bildung zu umgeben, von neuen Erkenntnissen zu erfahren und zu diskutieren, ästhetische Eindrücke mit Freunden zu teilen, die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse zu üben und zu überprüfen.

Und solche Fähigkeiten und Kenntnisse hatte sie, baute sie aus. Sie spielte vier Instrumente, komponierte, malte und zeichnete. Sie übersetzte aus mehreren Sprachen … Sie schrieb sogar einige fiktionale Texte. Zusammen mit Goethe gründete sie das Weimarer Liebhabertheater.

Ihr Hof wandelte sich zum „Musenhof“.

Herzog Carl August – inzwischen volljährig – lud Goethe nach Weimar ein.

Goethe (Bild: Wikipedia)

Der traf 1775 dort ein und wurde bereits 1776 zum Geheimen Legationsrat mit Sitz und Stimme im Regierungsgremium des Herzogs ernannt. Er erhielt ein Jahres-Gehalt von 1200 Talern, wurde in viele Regierungsämter eingespannt, und seine vielen Orden zeigen seine internationalen Verbindungen.

1200 Taler! Zum Vergleich: Ab Februar 1790 bezog Schiller vom Weimarer Herzog ein Jahresgehalt in Höhe von 200 Talern. Er war allerdings auch kein Regierungsmitglied.

Natürlich gehörte auch Goethe nun zum Gesprächskreis bei der Herzogin Anna Amalia. Weitere Geistesgrößen kamen dazu, und die Weimarer Klassik blühte. Ebenso aber blühte

das Logenwesen in Weimar.

Papst Clemens XII. hatte am 7. März 1738 den ersten Bannfluch gegen seine Konkurrenz, die Freimaurerei, geschleudert und drohte ungehorsamen Katholiken mit Exkommunikation, also dem Rausschmiß – etwas ganz Schreckliches für die Gläubigen.

Seine diesbezügliche Bulle machte den Anfang des offiziellen Kampfes Roms gegen das Freimaurertum.

Da kamen ganz gewiefte Katholiken auf die Idee, den Mopsorden zu gründen.

Was ist der Unterschied zwischen Mopsorden und Freimaurerei? Der Mops.

Der Mops galt in diesen Kreisen als Symbol von Treue, Zuverlässigkeit und Standfestigkeit.

Auf der Abbildung ganz oben sieht man Anna Amalia mit einem Mops am Cembalo. Bei Wikipedia lesen wir:

Aufnahmeritual (Bild: Wikipedia)

Die Angehörigen der (Mops-)Logen nannten sich Möpse. Jede Loge hatte einen weiblichen und einen männlichen Logenmeister, die sich Großmöpse nannten und sich halbjährlich in der Logenleitung abwechselten.

Andere Funktionen, wie Sekretäre und Aufseher wurden ebenfalls androgyn besetzt. Lediglich der männliche Großmeister hatte keine weibliche Dependance.

Nun hatte Goethe schon in seinem Werk Dichtung und Wahrheit über freimaurerische Gepflogenheiten geschrieben:

Das geistreiche Zusammensein lebelustiger Menschen zeichnet sich vor allem aus durch die Sprach- und Gebärdensymbolik. Es entsteht eine Art Gauneridiom, welches, indem es die Eingeweihten höchst glücklich macht, den Fremden unbemerkt bleibt, oder, bemerkt, verdrießlich wird.

So lesen wir bei Wikipedia über das Aufnahmeritual:

Novizen mußten … mit verbundenen Augen die Frage beantworten, … ob sie willens sind, den Hintern des Mopses … oder den des Großmeisters zu küssen. Dann hatte der Initiant den Anus des symbolischen Mopses aus Porzellan als Ausdruck der völligen Hingabe zu küssen.

Die Mitglieder des Ordens trugen einen silbernen Mops als Medaillon … Man wählte den Namen „Mopsorden“, um unverfänglich zu wirken und keinerlei Mißtrauen bei der Kirche zu erwecken.

Die unappetitlichen Einzelheiten der Gebärdensprache ersparen wir uns. Erkennungswort war „Mur“, ein Mopslaut.

Auf dem Fußboden der Loge waren die echt freimaurerischen Symbole des Ordens eingelassen.

Mopssymbole (Bild: Wikipedia)

Wir sehen in der Mitte den Umriß eines Mopses (1) mit dem Kopfe nach Osten, und zu dessen beiden Seiten zwei Säulen (2), von denen die rechte die Treue und die linke die Freundschaft vorstellen sollte. Ihre Füße (3) versinnbildlichten die Aufrichtigkeit und die Beständigkeit. Zu Häupten des Mopses führte ein Thor (4) in den Palast der Liebe (5) mit seinem Schornsteine der Ewigkeit (6). Das Pflaster oder vielmehr der ganze innere Raum des Kreises war mit Herzen bestreut, welche mit dem Bande des Vergnügens zum größten Theil umschlungen waren, das westlich in dem dort befindlichen Gefäße der Vernunft (7) seinen Ursprung hatte. Das Uebrige des Platzes diente zur Ausschmückung mittelst beliebiger Freundschaftssymbole.

erklärt ein gewisser Gustav Raatz bei Wikisource.

Kurz und gut: In diesem netten Freimaurerorden war z.B. neben Friedrichs des Großen Lieblingsschwester Wilhelmine auch Anna Amalia zu finden.

Die nichtkatholischen Männer um sie herum waren zumeist Freimaurer in der Weimarer Männer-Loge Anna Amalia, und so konnte Anna Amalia als Frau auch in dieser erlesenen Gesellschaft den „kosmopolitischen Humanismus“ pflegen, oder anders gesagt: in der Freimaurerei ganz wie die Papstkirche die EINE Herde mit dem EINEN Hirten anstreben.

Schiller (Gemälde: Ludovike Simanowiz 1794)

Leben und Tod Schillers in Weimar

Doch wann und warum zog es den Freiheitsgeist Schiller nach Weimar?

Er schien nicht geahnt zu haben, in welchem freimaurerischen „Geist von Weimar“ er landete. Er wollte sich in der Nähe Goethes niederlassen. Das war 1787. Schiller war 28 Jahre alt.

Doch Goethe schnitt das junge Genie. Er witterte die Konkurrenz. Und Schiller fand in Goethe, wie er sagte, einen selbstgefälligen Egoisten.

Königin Luise (Stich: Meno Haas bei Wikipedia)

1788, ein Jahr später also, hatte Schiller Aussicht, nach Berlin in das preußische Ministerium berufen zu werden. Die preußische Königin Luise lehnte die Freimaurerei ab.

Schiller hatte sich von dieser Gesellschaft ebenfalls nicht einfangen lassen, wenn ihm auch die weltbürgerlichen Ideale der Loge zunächst zusagten.

So dichtete er das Lied an die Freude: „Seid umschlungen, Millionen …“, das er später ablehnte und in eine neue Ausgabe seiner Werke nicht mehr mit aufnahm.

An Charlotte von Lengefeld, seine spätere Frau, schreibt er:

„Ich erwarte nun alle Tage eine Vokation nach Berlin, um … den preußischen Staat zu regieren.“

Der Schiller-Forscher Richard Weltrich schrieb in seiner Schiller-Biografie:

Er hatte das Zeug dazu, um ein Staatsmann im größten Stile zu werden: man denke nur an die dem allgemeinen Interesse der Menschheit zugewendete schöpferische Fülle seines Geistes, an seinen großen, weiten historischen Blick, an die immer schlagfertige Energie und Stahlkraft seiner Natur.

Ein preußischer, nicht freimaurerischer Staatsmann Schiller an der Seite der Königin Luise war eine Gefahr für die völkerzerstörerischen Ziele der Freimaurerei.

Und so bemühten sich die Brüder, allen voran Illuminat und Hochgradbruder Goethe, Schiller festzuhalten. Man übertrug ihm eine – schlechtbezahlte – Professur in Jena.

… man hat mich hier übertölpelt. Goethe beförderte es mit Lebhaftigkeit …,

schreibt Schiller selbst. Goethes Eitelkeit und Mißgunst Schiller gegenüber zeigte sich an mancherlei Beispielen. Hier eins davon:

Am 19. März 1803 wurde in Weimar zum ersten Mal Schillers „Braut von Messina“ gegeben. Schiller erzählt Körner davon 9 Tage später in einem Brief:

Der Eindruck war bedeutend und ungewöhnlich stark. Auch imponierte es dem jüngeren Teile des Publikums so sehr, daß man mir nach dem Stücke ein Vivat brachte, welches man sich sonst noch niemals hier herausnahm …

Der Kulturhistoriker Johannes Scherr berichtet in seinem Werk „Schiller und seine Zeit“ (1859) weiter:

… Se. Exzellenz, der Herr Geheimrat und Theaterdirektor von Goethe, geriet über die verwünschte Acclamation“, wie er das Vivat in einem Billet … bezeichnete, ganz außerordentlich in Harnisch.

Die Sache machte ihm „ein paar böse Tage“, er ordnete auch zur Ausmittlung der Schuldigen sofort eine polizeiliche Untersuchung an, und ließ hierauf dem jungen Dozenten einen Verweis erteilen.

Der hatte nämlich vom Balkon das Vivat ausgerufen, und die Studenten im Parterre hatten begeistert eingestimmt. – Scherr fährt fort:

Der Dichter Goethe hatte sich zwei Jahre zuvor wie ein Kind gefreut, daß ihm bei seiner Anwesenheit in Göttingen die Studenten ein Vivat brachten. „Ich vernahm“ – erzählt er –, „daß dergleichen Beifallsbezeigungen verpönt seien, und es freute mich um so mehr, daß man es gewagt hatte, mich zu begrüßen.“

1799 kam Schiller endgültig zurück nach Weimar und kaufte das Haus Nr. 12 in der heute nach ihm benannten Schillerstraße.

Schillerhaus (Bild: Wikipedia)

Drei Jahre später war er tot. 46 Jahre ist er alt geworden.

Die Umstände seines Todes sind weitgehend erforscht, wenn auch von interessierter Seite geleugnet.

Alle Indizien sprechen jedoch dafür, daß Schiller vergiftet worden ist. Über seinen Gesundheitszustand in der Zeit vor seinem Tode hören wir immer wieder, er sei erschöpft und ausgelaugt gewesen. Doch selbst Goethe berichtet:

Er war ein prächtiger Mensch,

und bei völligen Kräften ist er von uns gegangen.

Goethe brachte es dennoch nicht über sich, den mit dem Tode Ringenden zu besuchen. Er ging auch nicht hinter seinem Sarge her, als der klammheimlich um Mitternacht in großer Hast zum Kassengebäude getragen wurde. Unter dem befand sich ein modriger Keller, in dem schon mehrere Särge vor sich hin verwesten.

Kassengewölbe (Bild: Wikipedia)

Ohne Begleitung, sang- und klanglos wurde der Leib des großen, in ganz Deutschland und darüber hinaus verehrten und geliebten Dichters in das modrige Verließ hinabgelassen. Goethe ließ sich nach Schillers Tod mit den denkwürdigen Worten vernehmen:

Wir dürfen ihn wohl glücklich preisen, daß er von dem Gipfel des menschlichen Daseins zu den Seligen emporgestiegen …

Daß Schiller so frühe von hier wegschied, kommt auch uns zugute.

Goethes Fernbleiben vom Sterbebett und von der Beisetzung Schillers wird gern mit der angeblichen Zartheit seines Gemütes entschuldigt.

Wie es um die stand, zeigt seine Bitte 1793 an seine Mutter, ihm als Weihnachtsgeschenk für seinen Sohn als Spielzeug eine kleine Guillotine samt zu köpfenden Adelspuppen zu kaufen. Seine Mutter gab ihm für diese Roheit eine klare Absage:

Lieber Sohn! Alles, was ich Dir zu Gefallen thun kann, geschieht gerne und macht mir selbst Freude.

Aber eine solch infame Mordmaschine zu kaufen, das thue ich um keinen preiß – wäre ich die Obrigkeit – der Verfertiger hätte an Halseisen gemußt, und die Maschine hätte ich durch den Schinder offensichtlich verbrennen lassen!

Ihnen Mord und Blutvergießen als einen Zeitvertreib in die Hände geben, – nein – da wird nichts daraus!

So begeisterte sich Goethe auch für den blutrünstigen Mirabeau der Französischen Revolution.

Goethe wußte und bekannte: „Schiller fühlte sich von gleichen Banden umschlungen.“ Wie er selbst, nur hat Schiller sich von dieser Art Bande nicht einfangen lassen.

Ein bezeichnendes Beispiel für Goethes völkerfeindliche Freimaurer-Gesinnung, die in die Zustände des heutigen Europa führen sollten, beschreibt Franz Uhle-Wettler:

Zur Feier [des Sieges der Alliierten über Napoleon bei Leipzig 1813] erschien überraschend einer der Minister des Herzogs mit nur einem Orden am Frack. Der Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe trug demonstrativ nur das ihm von Napoleon persönlich verliehene Kreuz der Ehrenlegion.

Er bekannte sich also deutlich zur „Kollaboration“ [mit den Völkerfeinden]. Doch ihm geschah natürlich nichts. Gar nichts.

Er befand sich – wie man heute sagen würde – auf Seiten der „westlichen Wertegemeinschaft“.

Goethe verkörperte den so hochgerühmten „Geist von Weimar“, einen Geist, der sich von verbrecherischen Völkerfeinden erpressen läßt und ihre Schandtaten in den Mantel des Schweigens hüllt. Dennoch kennzeichnet er diesen „Geist von Weimar“, diesen fürchterlichen Ungeist, in seiner Ansprache bei der Schillerfeier recht deutlich:

Denn hinter ihm im wesenlosen Scheine
Lag, was uns alle bändigt, das Gemeine.

Vaterland und „Demokratie“ bei Schiller

Schiller wurde ermordet, als er mit seinem Schauspiel „Wilhelm Tell“ – von Königin Luise eingeladen – abermals nach Berlin zu reisen beabsichtigte. In diesem Schauspiel ruft er dem deutschen Menschen zu:

O lerne fühlen, welchen Stamms du bist!
Wirf nicht für eiteln Flitterschein
Die echte Perle deines Wertes hin …
Die angebor’nen Bande knüpfe fest.
Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an,
Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft.
Dort in der fremden Welt stehst du allein,
Ein schwankes Rohr, was jeder Sturm zerknickt.“

Oder:

Wenn rohe Kräfte sich entzweien
Und blinde Wut des Krieges Flamme schürt,
Wenn sich im Kampfe tobender Parteien
Die Stimme der Gerechtigkeit verliert,
Wenn alle Laster schamlos sich befreien,
Wenn alle Willkür an das Heil’ge rührt,
Den Anker löst, an dem die Staaten hängen, —
Das ist kein Stoff zu freudigen Gesängen.
Doch wenn ein Volk, das fromm die Herden weidet …,
Den Zwang abwirft, den es unwürdig leidet, …
Das ist unsterblich und des Liedes wert.

Zudem hatte Schiller angefangen, sein Drama „Demetrius“ zu schreiben. Darüber starb er.

Wer hatte eigentlich das bis dahin Fertiggestellte gelesen?

Heinrich Voß (Bild: Wikipedia)

Heinrich Voß war ausersehen, Schiller auszuspähen.

Schiller kennzeichnet in seinem Demetrius das politische System der sog. Demokratie:

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn,
Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
Um Brot und Stiefel seine Stimm‘ verkaufen,
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen;
Der Staat muß untergeh’n, früh oder spät,
Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.

Carl August (Bild: Wikipedia)

Anna Amalias ältester Sohn, der höchstleuchtende Landesgroßmeister der Loge Anna Amalia, der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, konnte nicht dulden, daß solche Gedanken durchgingen und noch gar in Berlin bei der Freimaurerfeindin Königin Luise auf die Bühne kamen.

2004 brannte die Anna-Amalia-Bibliothek

Flammen lodern aus der Anna-Amalia-Bibliothek (Foto: blankenfort.de)

Alle Welt war erschüttert. Zigtausend Bücher, Noten, Autographe gerieten in Gefahr, Tausende erlitten erheblichen Brandschaden, viele waren nicht mehr zu retten.

Was keiner zu hoffen gewagt hatte: Deutscher Aufbauwille, Deutsche Handwerkskunst stellten den ursprünglichen Zustand der Bibliothek wieder her und rettete einen Großteil der angekohlten und durchnäßten Schriftwerke. In solcher Wiederaufbauarbeit sind wir weltweit bewunderte Meister.

Anna-Amalia-Bibliothek nach dem Brand (Foto: Die Welt)

Was aber ist mit der Abarbeitung des ungeheuren Schadens, der unserm Volk durch den unmoralischen, das Leben abtötenden Ungeist vom Weimar der Anna-Amalia-Carl-August-und-Goethe-Zeit angetan wurde und den wir in der heutigen Merkel-Wirklichkeit noch immer und in gesteigertem Maß erleben?

Kennt und achtet das Deutsche Volk denn wenigstens seine Großen

wie Friedrich Schiller, Erich Ludendorff und Mathilde Ludendorff, die ihren gotterfüllten Geist jenem Ungeist entgegensetzten?

Friedrich Schiller

Schiller war in seinem Denken und Erkennen vor die Tore der Gotterkenntnis gelangt. Ganz klar lebte in ihm ein Gotterleben, wie es seinem deutschen Erbgut entsprach.

Und er wußte, daß sich dies nur in Seelen entfalten kann, die frei bei sich selbst und der Volksseele in ihrem Gemüt sind und bleiben.

O lerne fühlen, welchen Stamms du bist! – Was auch draus werde – Steh zu deinem Volk, es ist dein angeborner Platz,

ruft Schiller im Tell dem Volksvergessenen zu.

Erich Ludendorff 1937

Erich Ludendorffs Versuch in Weimar, die völkischen Deutschen zu einen, war gescheitert. Ludendorff war von dem Gedanken beseelt gewesen, die wir in seinen Lebenserinnerungen lesen:

Das Deutsche Volk … soll leben, weil es für sich und die Völker der Erde die Pflicht hat zu leben.

Deutsches Volkstum, Deutsche Staatsgesinnung, Deutsche Einheit, Deutsche Macht allein bringen etwas Bodenständiges, Dauerhaftes und Kraftvolles hervor, das jedem Sturm der Zeit trotzen wird, das nicht wurzellos über die Erde emporwächst, sondern wie ein gesunder Baum im Heimatboden immer stärkere Wurzeln schlägt und aus ihm neue Kraft holt und dann Früchte trägt.

Doch im Weimar von 1924 zeigte es sich – so Ludendorff:

Die Wege, die die völkischen Gruppen einschlugen, waren für mich nicht gangbar …

Mit dem Beginn meines 61. Lebensjahres begann ich den Abschnitt meines Lebens, in dem ich nicht mehr national, nicht mehr völkisch, sondern allein nur noch Deutsch für Deutsche Volksschöpfung und die Befreiung aller Völker von den überstaatlichen Geheimmächten wirkte …

Noch im Sterben hatte Schiller lächelnd mit Blick auf seine geheimen Mörder gesagt:

Ist das Euer Himmel, ist das Eure Hölle?

Große Deutsche, die die Seele des Volkes stärkten, umbringen, das wollten sie, das konnten sie. Bei Ludendorff mißlangen ihre Versuche. Sie verleumdeten, verlästerten ihn und schwiegen ihn dann tot.

Mathilde Ludendorff 1941 (Zeichnung: Wolfgang Willrich)

Ebenso Mathilde Ludendorff. Sie fuhr – wie sie schreibt – von Weimar

in dem Wissen heim, wie sehr über die Köpfe meiner Zeit hinweg doch meine Worte in Weimar gewesen waren, wie wenig ich in diese Art des Kampfes gehörte.

Ich sprach mich frei von der Pflicht, hier weiter seelische Kräfte zu vergeuden, und atmete tief auf.

Sie konnte „endlich heimkehren“ zu ihrem Werk „Des Menschen Seele“ und in der Folgezeit ihre weiteren herrlichen, tiefblickenden, die gesamte Schöpfung, das gesamte menschliche Dasein umfassenden philosophischen Werke schaffen.

Sie sind uns, die wir sie kennen, in unserer Welt der allumfassenden Zerstörungen geistige und seelische Heimat.

Diese drei großen Seher und Freiheitskämpfer unseres Volkes, diese Gestalten reinen Deutschtums erfüllen mich mit Stolz und Liebe.

17. Juni 1953 (Bild: ZDF)

Der 17. Juni 1953 war der

Tag des Endes des mitteldeutschen Aufstandes

gegen die kommunistische Diktatur. Warum feierten wir bis zum Jahre 1990 ausgerechnet diesen Jahrestag?

Die meisten Westdeutschen begrüßten diesen Sommertag als zusätzlichen arbeitsfreien Tag. Er hatte somit für sie immer etwas Helles, Fröhliches an sich.

Doch was war geschehen, wozu die Westdeutschen unter Führung Adenauers keinen Finger krumm gemacht hatten?

Für die Mitteldeutschen war der Tag nicht arbeitsfrei.

Sie aber waren die Helden gewesen,

die für die Deutsche Einheit am 16. Juni 1953 mit Arbeitsniederlegungen und Demonstrationszügen auf den Straßen des gesamten sowjetisch besetzten mitteldeutschen Teils unsers Vaterlandes Leib und Leben wagten.

17. Juni 1953 “of Soviet tanks pushing back some of the 100,000 demonstrators on Berlin’s Alexanderplatz.” (AFP PHOTO FILES/ADSD FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG)

Doch am 17. Juni 1953 walzten russische Panzer den Aufstand nieder.

55 (durch Quellen belegte) Deutsche, darunter 4 Frauen, fanden dabei den Tod.

Bild: Deutschland Radio

Feierten die Deutschen also die Niederwerfung deutschen Freiheitskampfes?

Peter Bruhn

siehe Peter Bruhn

berichtet als Augenzeuge vom 16. und 17. Juni 1953:

Der 16. Juni 1953 bleibt mir unvergeßlich

Im Jahre 1953 war ich 26 Jahre alt. Durch die Zeitläufte, die ich bis dahin durchlebt hatte, war ich damals – wie vermutlich die Mehrheit meiner Altersgenossen – politisch wenn auch beileibe nicht hinreichend gebildet, so doch auf Grund gravierender Erfahrungen für fast alles aufgeschlossen und interessiert, was die mich umgebenden politischen Verhältnisse betraf.

In Hitler-Deutschland aufgewachsen und im Geist der NS-Zeit erzogen, hatte es 1945 nach dem Ende des sogenannten Dritten Reiches für mich ein beschämendes Erwachen gegeben.

Die allseits zu hörende Parole “Nie wieder Krieg!” reichte da bei weitem nicht aus. Hinzu kam nun der feste Vorsatz, künftig die Dinge stets kritisch genug zu hinterfragen, um sich nicht ein weiteres Mal politisch mißbrauchen zu lassen.

Meine Heimatstadt, in Sachsen-Anhalt gelegen, war im April 1945 zwar von US-Truppen eingenommen worden, gehörte aber ab 1. Juli 1945 auf Grund alliierter Abkommen zur Sowjetischen Besatzungszone.

So wurde ich dann als Bewohner der SBZ und später als Bürger der DDR ständig konfrontiert mit den sich dort vollziehenden gesellschaftlichen Entwicklungen. Das waren meistens keine angenehmen Realitäten.

Andererseits mußte ich mich an der Universität als Student u.a. mit dem Studium des Marxismus-Leninismus befassen.

Im Laufe der Zeit gewann ich immer mehr die Überzeugung, daß die Lehre mit den Realitäten der Praxis absolut nicht in Einklang zu bringen war.

Was mich aber besonders störte, war die vom Regime ständig praktizierte Repression. Die Intoleranz war derartig, daß man sich nicht mehr trauen konnte, etwas zu äußern, was der vorgeschriebenen Denkweise möglicherweise nicht entsprach.

Die Folge war, daß in der mich umgebenden DDR-Gesellschaft – von den wenigen überzeugten Kommunisten abgesehen, die es auch gab – sich das Heer der „Ungläubigen“ in fast allen Bereichen von morgens bis abends zum Heucheln genötigt sah und der Opportunismus allseits in Blüte stand.

Das waren Verhältnisse, die ich mit der Zeit als überaus belastend empfunden habe, und das erklärt auch meine Begeisterung über die im Juni 1953 plötzlich ganz offen aufbegehrenden Bauarbeiter, nachdem ich ihre Demonstration am 16. Juni zu meiner nicht geringen Überraschung als echt und nicht fremdgesteuert erkannt hatte.

… mein nachstehend abgedruckter Augenzeugenbericht … verdankt sein Entstehen allein dem Umstand, daß ich damals nach einer ausführlichen mündlichen Befragung seitens der Westberliner Behörde, bei der ich um meine Anerkennung als politischer Flüchtling nachgesucht hatte, aufgefordert worden war, meine Erlebnisse niederzuschreiben. Der Bericht muß sich dort noch in der Aktenablage des Amtes bzw. im Archiv befinden.

Als ich vor einiger Zeit beim Aufräumen alter Unterlagen die damals glücklicherweise von mir angefertigte Durchschrift wieder in die Hände bekam und las, fiel mir auf, daß die darin namentlich für den Verlauf des 16. Juni geschilderten Einzelheiten anderswo nirgends zu finden sind, jedenfalls nicht im gedruckten Schrifttum.

Ich glaube, mir insofern ein Urteil darüber erlauben zu können, als ich beruflich als Bibliothekar und Bibliograph tätig gewesen bin und – weil mich das Thema „17. Juni“ seit jenen erregenden Ereignissen nicht mehr losgelassen hat – selber alle Daten gesammelt habe, die ich im Verlaufe meines Lebens im Hinblick auf Veröffentlichungen über den 17. Juni ermitteln konnte. Das Material werde ich übrigens in diesen Tagen anläßlich des 50. Jahrestages des 17. Juni in Form einer umfassenden Bibliographie publizieren.

Mit dem Entschluß, den nachfolgenden Bericht zur Veröffentlichung freizugeben, möchte ich allen Interessierten, eine bislang unbekannte Quelle zugänglich machen und auch den leider immer wieder anzutreffenden Falschdarstellungen über das Geschehen am 16. Juni entgegentreten.

Obwohl ich manches von dem, was ich vor einem halben Jahrhundert als junger Mann aufgeschrieben habe, heute anders bewerte und natürlich auch stilistisch anders ausdrücken würde, habe ich zur Wahrung der historischen Authentizität den ursprünglichen Text nicht abgeändert, nichts hinzugefügt und selbst Schreibfehler nicht verbessert.

Die ausführliche Darstellung meiner Teilnahme an den

Aktionen des 16. und 17. Juni 1953

Am 16. Juni 1953 befand ich mich wie gewöhnlich im Gebäude der Universitätsbibliothek Berlin, bei der ich als Referendar tätig war.

In der Mittagspause, die ich in dem nach der Universitätsstraße hin gelegenen sog. Frühstückszimmer verbrachte, hörte ich plötzlich von den Linden her laute Rufe und Sprechchöre, die sich auffallend von dem unterschieden, was man sonst gemeinhin bei den üblichen befohlenen Demonstrationen und Umzügen zu hören bekam.

Ich öffnete daraufhin das Fenster, konnte aber trotzdem nichts sehen, da sich das Fenster hinter einem sehr starken Mauervorsprung befindet, der einen Blick auf die Linden hin verwehrt.

Da die politische Situation während der vorangegangenen Tage durch die Verkündung des sogenannten „Neuen Kurses“ der Regierung ohnehin wieder in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt war und eine gewisse Spannung in der Luft lag, sagte ich der einzigen außer mir gerade im Zimmer befindlichen Kollegin, deren Einstellung mir bekannt war, halb im Scherz, halb im Ernst, daß ich nicht gewillt sei, hinter den Bücherstapeln der Bibliothek sitzend die Revolution zu verpassen, und verließ, wobei ich alles stehen und liegen ließ, eiligst das Gebäude.

Als ich die Straße Unter den Linden erreichte, erblickte ich dort einen mehrere hundert Meter langen, ungeordneten Zug, der zum allergrößten Teil aus Bauarbeitern bestand, die in ihrer Arbeitskleidung offensichtlich von den Baustellen zu kommen schienen.

Die Spitze, die in Richtung auf das Brandenburger Tor marschierte, hatte gerade die Kreuzung an der Friedrichstraße überquert, während sich das Ende noch etwa in der Höhe der Universität und der Staatsoper befand.

Da ich nicht recht wußte, was das Ganze bedeuten sollte, sprach ich einige der Arbeiter an und erfuhr einigermaßen überrascht, daß sie zur Regierung wollten, um gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen zu protestieren und daß sie – wie einer von ihnen sich ausdrückte –

„überhaupt längst die Nase voll“

hätten. Obwohl ich an der Ehrlichkeit dieser Worte nicht zweifelte, war ich doch nicht ganz davon überzeugt, daß es sich wirklich um eine spontane, von Partei und Staat nicht kontrollierte Aktion handelte.

Vor allem machte mich die Tatsache stutzig, daß die Volkspolizei nicht eingriff, sondern im Gegenteil sogar den Verkehr umleitete und damit dem Demonstrationszug den Weg frei machte.

Als ich die Spitze des Zuges erreichte, erblickte ich dort ein großes blaues Transparent. Es schien vorher eine andere Inschrift gehabt zu haben. Jetzt trug es eine mit weißer Farbe offensichtlich in Eile improvisierte Aufschrift, deren Inhalt sich gegen die Normenerhöhung wandte.

Um Näheres über die Haltung der Volkspolizei und über ihre Anweisungen zu erfahren, lief ich dem Zug voraus bis zur Ecke Unter den Linden/Wilhelmstraße. Dort stand ein kleines Einsatzkommando der Verkehrspolizei.

Als ich auf den näherkommenden Demonstrationszug wies und fragte, um was für eine Demonstration es sich wohl handele, zuckten die Volkspolizisten nur mit den Schultern. Sie wußten es selber nicht.

Ebensowenig konnten sie mir sagen, welche Richtung der Zug an der Kreuzung einschlagen würde. Überhaupt machten sie einen sehr unsicheren Eindruck.

Als sich der Zug auf etwa 100 bis 50 m genähert hatte, bestiegen sie hastig Auto und Motorräder und fuhren davon. Zurück blieb nur ein noch recht junger Volkspolizist, der wohl zu dem unter den Linden stationierten Kontrollposten an der Sektorengrenze gehörte.

Als sich ihm einige vorauseilende Bauarbeiter mit Drohungen und spöttischen Bemerkungen näherten, machte er ein sehr verlegenes Gesicht und trollte sich möglichst unauffällig davon.

Nachdem ich das alles beobachtet hatte, war ich ziemlich fest davon überzeugt, daß wirklich etwas sehr Außergewöhnliches im Gange war. Immer mehr überkam mich das Gefühl, daß sich hier eine seltene und darum kostbare Chance bot für eine politische Aktion größeren Stils gegen das verhaßte System.

Ich beschloß, nach besten Kräften meinen Teil zu dieser Aktion beizutragen. Aus diesem Grunde kehrte ich nicht an meinen Arbeitsplatz zurück, sondern schloß mich den Demonstranten an, mit denen ich dann die Wilhelmstraße hinunter zog zum Hause der Ministerien, dem Sitz der Regierung an der Ecke Wilhelmstraße/Leipziger Straße.

Dabei wurden unterwegs immer wieder Sprechchöre gerufen, in denen vor allem die Herabsetzung der Arbeitsnormen, die Senkung der HO-Preise und die Auflösung der sog. Nationalarmee (KVP) gefordert wurden.

Die Losungen für die Sprechchöre stammten meistens von einer Gruppe besonders aktiver Bauarbeiter, die an der Spitze des Zuges, unmittelbar vor dem Transparent marschierten und denen ich mich zugesellte.

Auf dem Marsche durch die Wilhelmstraße passierte der Zug unter anderem auch die Gebäude des Ministeriums für Volksbildung und des Staatssekretariats für Hochschulwesen.

Im Rahmen unserer Ausbildung waren wir Referendare von Funktionären des Staatssekretariats für Hochschulwesen ein Vierteljahr lang von morgens bis abends im Marxismus-Leninismus unterrichtet worden und hatten darin auch noch ein Examen ablegen müssen, von dessen Zensur die Zulassung zur eigentlichen Fachausbildung wie auch die Höhe des Stipendiums abhängig waren.

Nach der starken seelischen Belastung dieser damals erst wenige Monate zurückliegenden Zeit war es mir eine besondere Genugtuung, die Gesichter dieser Funktionäre zu sehen, wenn sie durch unsere Sprechchöre aufmerksam geworden an den Fenstern ihrer Dienststellen erschienen und wir sie mit lauten Pfiffen und Pfui-Rufen begrüßten.

Es muß kurz nach Mittag gewesen sein, als wir den Platz vor dem Hause der Ministerien erreichten. Als unser Zug sich dem Gebäude näherte, konnte man sehen, daß das eiserne Gittertor vor der Einfahrt eilig geschlossen wurde.

Im Nu war der Platz mit einer Kopf an Kopf stehenden Menge angefüllt, die auch jetzt noch zum größten Teil aus Bauarbeitern bestand.

Erneut klangen Sprechchöre auf, und es währte nicht lange, bis so ziemlich sämtliche Fenster des Regierungsgebäudes, die auf den Platz hinausgingen, geöffnet wurden.

Die Gestalten von Büroangestellten und Sekretärinnen wurden in ihnen sichtbar, aber auch die einzelner Regierungsfunktionäre. Teils mit erstaunten und fragenden, teils mit erschrockenen und verstörten Gesichtern hörten und blickten sie auf die aufgebrachte Menge.

Nachdem die Sprechchöre dann verklungen waren, geschah zunächst eine Weile lang gar nichts. Dann tauchte etwa in der Mitte der Säulenreihe der nach Norden gerichteten Fassade des Gebäudes die Gestalt eines Mannes aus der Menge auf. Er ragte etwa bis zum Gürtel über die Köpfe.

Ob er auf einem Stuhle stand oder von den Arbeitern gehalten wurde, konnte ich nicht erkennen. Ich hatte nicht den Eindruck, daß es sich bei ihm um einen führenden Regierungsfunktionär handelte.

Mit einer überaus schwachen Stimme versuchte er zu uns zu sprechen, aber obwohl er seine Worte mehrmals wiederholte, nahm kaum jemand außer den unmittelbar um ihn Herumstehenden Notiz davon.

Erst nachdem zwei Arbeiter mit kräftiger Stimme die Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt hatten, gelang es ihm zu einem größeren Kreise zu sprechen.

Das, was er mit ausdrucksloser Stimme und mit unbeweglichem Gesicht sagte, bestand aus nicht viel mehr als zwei Sätzen. Da ihn aber unter den Demonstranten niemand kannte, unterbrachen wir ihn durch Zwischenrufe und verlangten seinen Namen zu wissen.

Er nannte ihn und zog zum Beweise der Richtigkeit seiner Angaben seinen Dienstausweis aus der Tasche, den er mit ausgestrecktem Arme emporhielt.

Aus dem Inhalt seiner Worte ging hervor, daß er vom Ministerrat den Auftrag erhalten hatte, mitzuteilen, daß die Erhöhung der Arbeitsnormen mit sofortiger Wirkung rückgängig gemacht worden sei.

Er war dieses Mal von einem größeren Teil der Demonstranten gehört worden, die ihrer Unzufriedenheit durch laute Zurufe Ausdruck gaben. Sie waren mit diesem Zugeständnis der Regierung nicht zufrieden und lehnten es überhaupt ab, weiter mit untergeordneten Funktionären zu verhandeln.

Kurz nachdem dieser Regierungssprecher wieder untergetaucht war, wurde ich von hinten durch eine etwa 40 bis 45-jährige Frau beiseite geschoben, die sehr bestimmt um Durchlaß bat.

Ich hatte den Eindruck, daß sie bei der Regierung eine leitende Stellung innehaben müsse und daß sie es gewohnt war, mit ihrer resoluten Stimme Anordnungen zu erteilen.

Sie drängte sich durch die Menge bis zu der Stelle, von der aus der erste Sprecher geredet hatte. Mit fester Stimme und in emphatischen Ton begann sie eine Rede. Anscheinend hielt sie sich für auserkoren, dem Rad der Geschichte in die Speichen zu greifen. Sie kam aber nicht weit, sondern wurde immer wieder ausgepfiffen.

Dies geschah unweit der Stelle, an der ich stand. Ich erinnere mich, daß auch an anderen Stellen des Platzes hier und da für kurze Augenblicke Redner aus der Menge auftauchten, vor allem wohl solche aus den Reihen der Demonstranten. Sie konnten aber alle nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der Leute ansprechen, ohne ein größeres, allgemeines Echo zu finden.

Da auf diese Weise nichts Konkretes zustandekam, wurden wir allmählich unruhig. Stimmen wurden laut, die verlangten, man solle sich mit niemandem mehr in Verhandlungen einlassen außer mit Ulbricht oder Grotewohl. Pieck hielt sich ja zu jener Zeit gerade wieder einmal in der Sowjetunion auf.

Eine Gruppe von Bauarbeitern in der Mitte des Platzes begann mit dem Sprechchor:

„Ul-bricht o-der Gro-te-wohl!“

und bald hallte der ganze Platz davon wider. Mit anderen Demonstranten unterhielt ich mich darüber, daß Ulbricht in spätestens zwei Stunden dasein könne, wenn er nur wolle; da ihm ja alle Verkehrsmittel der DDR zur Verfügung stünden.

Ich weiß nicht, von wo dann der Vorschlag kam, man solle doch eine Delegation zur Regierung hineinschicken. Ich erinnere mich aber genau, daß wir ihn alle leidenschaftlich ablehnten.

Eisern wurde darauf bestanden, auf offener Straße vor aller Augen und Ohren zu verhandeln.

Da wir uns also nicht beschwatzen ließen und überhaupt auf nichts eingingen, und da überdies keiner Anstalten machte, den Platz zu räumen, erschienen nach geraumer Zeit in einem der Fenster des ersten Stockes in der Mitte des die Westseite des Platzes begrenzenden Flügels des Regierungsgebäudes der Minister Selbmann und der stellvertretende Ministerpräsident Heinrich Rau.

In der Fensterbank stehend, mit den Armen das Fensterkreuz umklammernd, versuchte Selbmann zu uns zu sprechen.

Er kam aber nicht weit, sondern wurde durch Zurufe aufgefordert, er solle gefälligst herunterkommen, andernfalls man nicht mit ihm verhandeln wolle.

Selbmann verließ daraufhin das Fenster und erschien kurze Zeit danach am Eingang des Gebäudes, um sich tatsächlich unter die Arbeiter zu begeben. Er wurde von Rau und einer Reihe anderer politischer Größen begleitet, unter ihnen die berüchtigten Professoren Havemann und Naumann von der Linden-Universität.

Irgendjemand hatte einen Schreibmaschinentisch mit heruntergebracht, von dem herab Selbmann nun zu sprechen begann.

Er begann seine Rede mit der Feststellung dessen, worum es seiner Meinung nach ging:

Die Bauarbeiter der Stalin-Allee seien wegen unberechtigter Erhöhung ihrer Arbeitsnormen in den Streik getreten. Daraufhin, sagte er, habe der Ministerrat die entsprechende Anordnung zurückgenommen, und es läge nun kein Grund mehr zum Streik vor. Jeder solle wieder an seine Arbeit gehen.

Die Arbeiter durchschauten seine Absicht, sich um Zugeständnisse herumzudrücken, und machten ihm sehr schnell und energisch klar,

daß es nicht nur um die Bauarbeiter der Stalin-Allee ginge, sondern daß sie für die Arbeiterschaft des ganzen Ostsektors, ja, der ganzen Zone sprächen.

In diesem Augenblick war es, glaube ich, auch, daß ein kleiner, hagerer Bauarbeiter neben dem Minister den Tisch erklomm. Er trug einen weißen Maureranzug und eine weiße Mütze und schien schon älter zu sein, vielleicht schon über fünfzig Jahre alt.

War die ganze Aktion bisher das Unternehmen einer mehr oder weniger kopflosen Masse gewesen, getragen lediglich vom gemeinsamen Wollen der einzelnen Beteiligten, so erstand ihr jetzt in diesem Manne ein geradezu idealer Anführer, der den weiteren Verlauf der Ereignisse in entscheidender Weise beeinflußte.

Neben Selbmann auf dem Tische stehend, begann er zu uns zu sprechen. Zunächst wies er darauf hin, daß er sich zum Sprecher seiner demonstrierenden Arbeitskollegen machen wolle,

auch auf die Gefahr hin, erneut ins KZ zu wandern, in welchem er schon unter dem Nationalsozialismus fünf Jahre habe verbringen müssen.

Obwohl Selbmann den Arbeiter mehrmals zu unterbrechen versuchte, gelang es ihm doch nicht so recht, wieder zu Wort zu kommen. Um den verlorenen Kontakt wiederzugewinnen, rief er den Arbeitern zu, daß er doch selber ein Arbeiter sei.

Das hätte er nun freilich nicht tun sollen. „Das hast du aber vergessen!“ und „Bonze!“ und „Arbeiterverräter!“ hallte ihm ein entschiedener Protest entgegen.

Im Verlaufe dessen, was nun folgte, wurde Selbmann immer kleinlauter, ohne sich jedoch zu Zugeständnissen bereit zu erklären, wozu er wohl keine Vollmachten besaß.

Wie er so auf dem Tische stand, bot er einen für einen Minister wirklich jämmerlichen Anblick. Seine Hose war etwas heruntergerutscht und ließ einen etwa zehn Zentimeter breiten Streifen seiner Unterhose frei.

Er hielt den Blick gesenkt und flog vor Erregung am ganzen Körper.

Währenddessen sprach der neben ihm stehende Bauarbeiter unter unserem lauten Jubel davon, daß es sich bei dieser Demonstration nicht nur um einen Streik, sondern, wie er wörtlich sagte, um eine Volkserhebung handele.

Sehr schnell hatte er sich das Vertrauen und die Sympathien der Menge erworben, unter deren sich von Mal zu Mal steigernden und begeisterten Beifall er in diesem überaus entscheidenden Augenblick die politischen Forderungen zu proklamieren begann

(Einheit Deutschlands, freie Wahlen, Entlassung aller politischen Häftlinge usw.).

Neben ihm trat noch ein anderer Sprecher aus den Reihen der Bauarbeiter auf, ein jüngerer Mann in weißer Maurerhose mit bloßem, braungebrannten Oberkörper. Horst Schlaffke war sein Name, wie ich später beim Komitee 17. Juni erfuhr.

Als Selbmann gemerkt hatte, worauf die Sache hinauslief, verschwand er.

Nach ihm versuchte Professor Havemann sein Glück. Mit der für ihn anscheinend typischen Unverfrorenheit versuchte er auch in diesem Augenblick noch, auf Bauernfang auszugehen.

Er wies darauf hin, daß die Arbeiter ja soeben freie Wahlen und die Einheit Deutschlands gefordert hätten. Das, so sagte er, seien aber doch gerade die immer wieder hervorgebrachten Forderungen der Regierung der DDR, die u.a. auch für den neuen Kurs von großer Bedeutung seien.

Schuld an der gegenwärtigen Spaltung Deutschlands seien doch die westlichen … usw. usw.

Natürlich fiel niemand auf diesen plumpen Schwindel herein. Havemann mußte abtreten.

Sein Kollege, Professor Naumann, der nach ihm den Rednertisch erstieg, wurde ausgepfiffen, ohne ein Wort gesagt zu haben und mußte zusammen mit seinen Genossen von der Bildfläche verschwinden.

Wir hatten nun genug und verlangten erneut in Sprechchören nach Ulbricht oder Grotewohl, um nur noch mit diesen beiden zu verhandeln.

Ein Teil der Bauarbeiter, die ja schon seit dem frühen Morgen auf den Beinen waren, ließ sich demonstrativ auf das Pflaster des Platzes nieder, um zu warten.

Aus einem der vergitterten Fenster des Erdgeschosses wurde den durstigen Arbeitern, – es war ja ein sonniger und warmer Tag – , von den bei der Regierung beschäftigten Putzfrauen Trinkwasser herausgereicht.

Ferner erinnere ich mich noch an zwei junge Frauen, die als Rednerinnen auftraten. Die eine war mit einer FDJ-Windbluse bekleidet und wurde so lange ausgepfiffen, bis sie diese ausgezogen und einer der Demonstranten erklärt hatte, daß es sich um eine Gleichgesinnte handele.

Da ich etwas weit von ihr entfernt stand, konnte ich nicht alles verstehen. Soweit ich ihren Worten folgen konnte, handelte es sich um die Gemeinheit eines „Jugendfreundes“ aus ihrem Betriebe, der im Begriff sei, die ihm bekannten Demonstranten zu notieren.

Die andere Rednerin, die ein helles Sommerkleid trug, war so weit von mir entfernt, daß ich nichts von ihren sehr erregten Worten verstehen konnte.

Zu erwähnen wäre noch, daß, als die Teilnehmer an der Demonstration, die an der Peripherie des Platzes standen und darum nicht alles verstehen konnten, nach einem Lautsprecher verlangten, ein Mann aus dem ersten Stock des Regierungsgebäudes ein Kabel herabzulassen begann.

Er verschwand jedoch vom Fenster und erschien nicht wieder. Das Kabelende blieb auf halber Höhe hängen.

Nachdem wir dann noch eine ganze Weile auf dem Platze vor dem Hause der Ministerien vergeblich gewartet hatten, wurde auf Initiative des genannten Arbeiters beschlossen, den Demonstrationszug durch die Stadt fortzusetzen und den Generalstreik auszurufen.

Die Spitzengruppe mit dem Transparent, der ich mich wieder anschloß, setzte sich langsam in Marsch, der Zug formierte sich. Wir zogen die Leipziger Straße entlang und bogen dann nach links in die Friedrichstraße ein.

Immer wieder ertönten unterwegs unsere Sprechchöre, z.T. noch dieselben, wie auf dem Anmarsch, z.T. aber neue, wie „Wir rufen auf zum Generalstreik!“,

„Berliner reiht euch ein, wir wollen keine Sklaven sein!“

und ähnliche.

Besonders eindringlich wurden die Rufe und Sprechchöre immer dann, wenn wir an Baustellen oder an Betrieben vorbeizogen. Hier wurde die Arbeit daraufhin fast überall sogleich eingestellt. Die Arbeiter schlossen sich unserem Zuge an.

Jedes Mal, wenn eine neue Gruppe zu uns stieß, wurde sie jubelnd empfangen.

Inzwischen war man auch auf Seiten der Regierung nicht untätig geblieben. Als wir am Bahnhof Friedrichstraße vorüberzogen, ertönte von rechts aus der Georgenstraße von einem etwa 50 bis 100 m entfernten Lautsprecherwagen die Stimme eines Ansagers.

Er wies darauf hin, daß kein Grund zum Streik bestünde, da die Regierung die Normenerhöhung zurückgenommen habe. Drohrufe und erhobene Fäuste waren die Antwort.

Als wir über die etwas höher gelegene Weidendammer Brücke zogen, warf ich einen Blick zurück und sah, daß die Friedrichstraße in ihrer ganzen Breite einschließlich der Fußsteige bis hinter die Bahnüberführung am Bahnhof, die den Blick begrenzte, mit einer dichten Menschenmenge erfüllt war.

Es hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine Menge Passanten und wohl auch Angestellte der anliegenden Behörden dem Demonstrationszug angeschlossen.

Vom Oranienburger Tor ging der Zug dann, wenn ich mich richtig erinnere, die Wilhelm-Pieck-Straße entlang über Hamburger Tor, Rosentaler Tor, Schönhauser Tor bis Prenzlauer Tor, und von dort durch Nebenstraßen zur Neuen Königstraße.

Immer wieder erschienen unterwegs in den Seitenstraßen die Lautsprecherwagen der Regierung.

Wir empfanden ihre Aufrufe als eine ziemlich freche Provokation, und obwohl einige derjenigen Bauarbeiter, die inzwischen eine Art Streikkomitee begründet hatten, dazu aufforderten, sich durch die Lautsprecheransagen nicht zu Übergriffen hinreißen zu lassen, waren wir so aufgebracht, daß wir – d.h. etwa ein gutes Dutzend Leute – einen der Lautsprecherwagen, der sich allzu nah herangewagt hatte, stellten.

Obwohl wir den Wagen bereits umzingelt hatten, ließ sich der Ansager bei seiner Tätigkeit nicht stören. Ich glaube mich ziemlich gut daran zu erinnern, daß es Professor Havemann persönlich war. Wo der Fahrer des Wagens geblieben war, weiß ich nicht.

Um den Ansager endlich zum Schweigen zu bringen, machten wir uns daran, den Wagen umzukippen. Obwohl er von einer Seite auf die andere schwankte, gelang uns unser Vorhaben nicht, da sich, wie sich nachher herausstellte, auf der anderen Seite einige Demonstranten mit der gleichen Absicht gegen den Wagen gestemmt hatten.

Schließlich kletterten zwei Arbeiter auf das Dach des Wagens, um die Lautsprecher einzudrücken. Irgendjemand zertrümmerte mit einem Stein die Windschutzscheibe.

Da gab Havemann es auf und verließ den Wagen. Er blieb im übrigen ungeschoren.

Ohne mich weiter um den Wagen zu kümmern, eilte ich der Spitze des Zuges nach, die inzwischen ein ganzes Stück weiter gezogen war.

Ähnliche Vorfälle müssen sich aber auch an anderen Stellen abgespielt haben, denn schon bald konnten wir einen anderen erbeuteten Lautsprecherwagen in unsere Mitte nehmen.

Er war über und über mit Bauarbeitern besetzt. Neben mir stellte jemand fest, daß er ja nun tatsächlich Volkseigentum geworden sei.

Seine Scheiben waren ebenfalls entzweigegangen, aber die Lautsprecheranlage ließ sich nach einigen vergeblichen Versuchen wieder in Gang setzen.

Nun wurden die Streikparolen nicht mehr allein durch Sprechchöre, sondern mit größter Lautstärke über die Lautsprecher ausgerufen.

Dabei wurde die Bevölkerung unter anderem auch dazu aufgefordert, sich am nächsten Morgen um 7 Uhr am Straußberger Platz zu einer großen Protestaktion gegen die Regierung einzufinden.

Überaus interessant war es, die Mienen und überhaupt die Reaktion der Menschen zu beobachten, die uns begegneten oder an denen wir vorüberzogen. Durch den Lärm der Demonstration angelockt, standen sie an den Straßen, in den Eingängen zu den Geschäften, vor den Haustüren oder blickten aus den Fenstern ihrer Wohnungen und Büros.

Da ich mich meistens an der Spitze des Zuges befand, konnte ich sie gut beobachten. So verschieden ihr Verhalten auch war, in einem ähnelten sie sich alle.

Fast alle waren im ersten Augenblick maßlos erstaunt und verdutzt, und bei fast allen dauerte es eine gewisse Zeit, bis sie das, was sich vor ihren Augen abspielte, wirklich begriffen.

Zulange war jede oppositionelle Meinungsäußerung unterdrückt worden. Um so heftiger war ihre Reaktion, wenn sie die Situation erkannt hatten.

Es fällt mir schwer, meine Eindrücke mit Worten wiederzugeben.

In der Friedrichstraße sah ich eine alte Frau. Als sie auf ihre zögernde Frage von einem vor mir gehenden Bauarbeiter in ein paar knappen Worten erfuhr, was los sei, traten ihr die Tränen in die Augen.

Andere Leute, insbesondere die Ladeninhaber, rieben sich die Hände und strahlten übers ganze Gesicht. Oft wurde aus den Fenstern der oberen Stockwerke gerufen und gewunken. Menschen, die sich einander vollkommen unbekannt waren, sprachen sich an und tauschten lebhaft ihre Meinungen aus.

Es war mitunter wie ein Taumel. Kurz vor dem Oranienburger Tor begegneten uns zwei Frauen. Als sie begriffen hatten, fielen sie sich – lachend und weinend zugleich – gegenseitig in die Arme.

Auf dem Wege vom Oranienburger Tor zur Neuen Königstraße tauchten auch des öfteren Fotografen auf, zumeist wohl Amateure. Sie machten verschiedene Aufnahmen von unserem Zug. Aber aus Sicherheitsgründen nahmen wir allen ausnahmslos die Filme aus den Kameras, wenn nicht anders möglich auch unter Gewaltanwendung.

Die Volkspolizei sahen wir auf dem ganzen Wege nur von weitem in Gestalt motorisierter Verkehrspolizei. Sie leitete den Verkehr um. Im übrigen war sie bestrebt, uns nicht zu nahe zu kommen.

Trotzdem muß es Volkspolizisten gelungen sein, zwei – vermutlich etwas zurückgebliebene – Demonstranten zu verhaften und in das Polizeipräsidium zu bringen.

Glücklicherweise war dieser Umstand nicht verborgen geblieben.

Irgendjemand hatte unseren Lautsprecherwagen informiert, der es seinerseits genau in dem Augenblick bekannt gab, als wir gerade ziemlich geräuschvoll vor dem Polizeipräsidium in der Neuen Königstraße demonstrierten.

Die Verhaftung der beiden löste unseren heftigsten Protest aus.

Der Zug kam zum Stehen. Über den Lautsprecherwagen wurde der Volkspolizei ein Ultimatum gestellt, in dem es hieß, daß wir das Präsidium so lange belagern würden, bis die beiden wieder freigelassen würden.

Diese Drohung hatte schon nach wenigen Minuten Erfolg.

Nach einem entsprechenden Triumpfgeschrei zogen wir weiter um den Alexanderplatz herum zur Stalin-Allee. Am Alexanderplatz standen bereits dichte Menschenmauern auf den Fußwegen und sahen dem Demonstrationszug zu.

Es hatte sich anscheinend schon dieses oder jenes von den Vorfällen in der Stadt herumgesprochen. Ich mischte mich einen Augenblick unter die Zuschauer und erinnere mich, daß mir ein älterer Herr auffiel.

Er stand mit einer jüngeren Frau, anscheinend seiner Tochter, unter den erregten Leuten. Um seine Lippen spielte bald ein ungläubiges, bald ein überlegenes Lächeln.

Er meinte, es müsse doch irgend etwas auf sich haben mit dieser scheinbar echten Demonstration, die er da so völlig ungehindert an sich vorüberziehen sah. Da könne doch irgend etwas nicht stimmen.

Ich hörte, wie er die anderen warnte, nicht darauf hereinzufallen, weil am Ende doch wieder irgend ein Trick dahinter stecke. Es ging ihm wie so vielen Leuten, die unter den in der DDR herrschenden politischen Verhältnissen eine Volkserhebung einfach nicht für möglich hielten.

Aufgebracht durch die bei dem Vorfall am Präsidium offenbar gewordene feindselige Haltung der VP, wurden die entgegenkommenden, ahnungslosen Volkspolizisten heftig beschimpft, u.a. auch einer, der aus dem Fenster seiner im ersten Stock gelegenen Wohnung schaute und ziemlich herausfordernde Antworten gab.

Aber obwohl mitunter wütende Drohungen ausgestoßen wurden, kann ich mich nicht erinnern, bereits an diesem Tage Zeuge von Tätlichkeiten geworden zu sein.

Nachdem wir den Straußberger Platz überquert hatten, wurde nochmals auf die für den nächsten Morgen geplante Aktion hingewiesen. Dann scherte der Lautsprecherwagen nach links aus, wo er in einer Nebenstraße abgestellt und seinem Schicksal überlassen wurde. Der Demonstrationszug löste sich langsam auf.

Dieser Tag einer echt deutschen – d.h. gewaltfreien – Volkserhebung wurde in Deutschland nicht gefeiert.

Russische Panzer in Leipzig, 17. Juni 1953 (Bild: Bundesarchiv 175-14676)

Jedoch der nächste Tag, der 17. Juni, der wurde gefeiert. Bruhn berichtet, was weiter geschah:

Am nächsten Morgen, dem Morgen des 17. Juni,

brach ich bereits vor 6 Uhr auf. Mit der U-Bahn fuhr ich von der Station Onkel-Toms-Hütte zum Alexanderplatz und von dort weiter mit der Linie E.

Schon auf dem unteren Bahnsteig des Bahnhofes Alexanderplatz wurde durch Lautsprecheransagen darauf hingewiesen, daß die Züge am Straußberger Platz nicht halten. Ich mußte darum eine Station weiter bis Marchlewskistraße fahren.

Als ich die U-Bahn verließ und auf die Stalin-Allee kam, sah ich, wie auf beiden Seiten der Straße die Menschen in Richtung Straußberger Platz strömten.

Kurz bevor ich den Platz erreichte, sah ich einen sowjetischen Lkw mit aufgesessener Infanterie, danach einen zweiten. Sie fuhren die Stalin-Allee langsam hinauf und hinunter …

Weiter

Eisenach am 17. Juni 1953: Befehl des Stadtkommandanten Kurenzow (Bild: Wikipedia)

Wer mochte dahinter stecken, die betrogenen Deutschen, ihnen zum Spott, den Tag der Niederschlagung, den 17. Juni, feiern zu lassen?

Erklärt der Zahlen-Aberglaube einflußreicher Mächte im Hintergrund diese eigenartige Erscheinung? Denn z. B. nach Esoquelle bedeutet die  Zahl 17:

Altes wird unter der 17 zuende gehen, zerbrechen oder einfach auslaufen.

Auch nach der Kabbala bedeutet die 17 m. W. „Vernichtung“.

 

Gedenktafel Müggelheimer Damm 143 (Köpen) (Bild: Wikipedia, GNU-Lizenz)

Meppen (eigenes Foto)

Die Art von Witzen,

die mit der Frage anfangen: „Was ist der Unterschied“, sind wohl allgemein bekannt. Hier ein neuer:

Was ist der Unterschied zwischen dem Fischer seiner Frau im Märchen und dem römischen Papst?

Auflösung: Die aus dem Pißpott stammende Frau wünschte, wie der liebe Gott der Sonne Auf- und Untergang befehlen zu können, und – flog schnurstracks vom Papst-Thron zurück in den Pißpott.

Der römische Papst dagegen, ja sogar jeder geweihte Rom-Priester gebietet, und der liebe Gott gehorcht. Und? Flog der römische Papst von seinem Thron? Nein!

Pfarrer Johann Molzberger bestätigt das 1887 in seinem Buch

„Das römisch-katholische Priestertum“:

Da erhebt der Priester die Hände, die zu diesem Zweck geweiht und geheiligt sind, und spricht Worte von allmächtiger Schöpferkraft. Mit höherer Macht als Josua, der der Sonne befahl, stillzustehen und fortzuleuchten, befiehlt der Priester dem Schöpfer der Sonne … Und Gott gehorcht dem Priester.

Mainzer Segen, Monstranz auf Tabernakel (Wikipedia)

Z.B. befiehlt ja bis heute in jedem katholischen „Gottesdienst“ der Priester seinem Gott JHWH, in das Kistchen auf dem Altar zu schlüpfen. Dann klingelt das Glöckchen, und alle Gläubigen wissen, der liebe Gott ist nun auf Befehl des Priesters anwesend. In dem Kistchen!

Noch ein nettes Bekenntnis teilt uns Mathilde Ludendorff in ihrem Heftchen „Was Romherrschaft bedeutet“ mit: Der „Pfarr-Bote“ von Notre Dame gibt 1913 zum Besten:

„Der ehrwürdige Pfarrer von Ars … sagt …: „hätten wir die Priesterweihe nicht, so hätten wir vor allen Dingen kein Altarsakrament …

Gehe hin und beichte der heiligen Muttergottes oder einem Engel, können sie dich lossprechen? Geben sie dir den Leib und das Blut Christi? Nein! Keineswegs!

Die allerseligste Jungfrau kann ihrem göttlichen Sohne nicht befehlen, daß er in die Hostie herniedersteige – und hättest du bei dir eine Legion Engel, sie könnten dir keine Lossprechung erteilen. Ein Priester aber … kann dich lossprechen.

Welch eine Macht ist die des Priesters … Was nützen dir die Wohltaten Gottes ohne den Priester … Der Priester hat den Schlüssel zur himmlischen Schatzkammer. Er öffnet die Tür…“

So der Pfarr-Bote von Notre Dame.

Nochmal ganz deutlich ist in den „Freisinger Nachrichten“ unter der Überschrift „Klerus und Volk“ zu lesen:

… Weil aber nun der wirkliche Leib des Heilands dem Priester kraft seiner Weihegewalt untertan ist, deshalb ist ihm auch der geheimnisvolle geistige Leib Christi untertan. Also die Gesamtheit Gottes.

So mußte auch August der Starke, als er um der polnischen Königskrone willen zum katholischen Glauben übertreten mußte, bekennen,

… daß der allerheiligste Papst von jedermann soll mit göttlicher Ehre verehrt werden, und zwar mit tieferen Kniebeugen, als dem Herrn Christo gebührt.

Weimar (Foto: Wikipedia)

Doch, was hat das alles mit Weimar zu tun?

Weimar ist eine Stadt mitten in Deutschland im wunderschönen Thüringen. Deren Einwohner waren – jedenfalls bis zur Invasion der Moslems – zumeist evangelisch.

Weimar war nach dem Zusammenbruch 1918 die Stadt der verfassunggebenden Nationalversammlung, die die sog. Weimarer Republik begründete. Sie hatte

1919 im Nationaltheater zu Weimar

getagt. Gerade deshalb wählte Ludendorff 1924 Weimar und das Nationaltheater für die große Zusammenkunft aller völkischen Verbände.

Hitler-Ludendorff-Prozeß 1924 (Bild: Bundesarchiv)

Er hatte sich gemeinsam mit Hitler an der Demonstration der Völkischen am 9. November 1923 in München gegen die Zustände der Republik der linken Revolutionäre und deren Erfüllungspolitik gegenüber den ausbeuterischen Feinden des Deutschen Reiches beteiligt.

Der Marsch auf die Feldherrnhalle wurde von jubelnden Menschenmassen am Straßenrand begleitet.

Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Nationaltheater in Weimar (Bild: Wikipedia)

Ludendorff wollte nun – am Ort der Verfassunggebenden Nationalversammlung von 1919 – versuchen, die völkischen Verbände zu einen, ihren Geist zu vertiefen und ihre Kräfte zu bündeln für die im Dezember 1924 anstehende Reichstagswahl.

Ludendorff hatte die Nervenärztin Dr. med. Mathilde von Kemnitz bereits kennen- und hoch schätzen gelernt. Er hatte ihr philosophisches Werk „Triumph des Unsterblichkeitwillens“ gelesen und auf seiner Geburtstagsfeier am 9. April 1924 ihren Vortrag über den „göttlichen Sinn der völkischen Bewegung“ gehört.

Er hatte erkannt: Hier wird das Wollen der völkisch empfindenden Deutschen auf eine tief sinnvolle, gottverbundene Grundlage gestellt.

Auf der Tagung der Völkischen in Weimar 1924 war Hitler nicht dabei. Er saß noch in der Festung Landsberg fest. Er war aber der Führer der süddeutschen Gruppe, der NSDAP.

Buchtitel der Schrift von Erich Ludendorff: Hitlers Verrat der Deutschen an den römischen Papst

Die NSDAP

war einer der Trümpfe des Papstes, wie Ludendorff 1931 in seiner Schrift „Hitlers Verrat der Deutschen an den römischen Papst“ erklärt. Ebenso wie die Parteien „Zentrum“ und „Bayerische Volkspartei“ stand die NSDAP – wie Ludendorff schreibt –

„in gleich seelischer Abhängigkeit und mit gleichen Bindungen in Hörigkeit ihres ,hl.‘ Vaters, des römischen Papstes.

Wahlplakat 1933 (Bild: Concordat Watch)

Das Zentrum einschließlich der Bayerischen Volkspartei hat die ,Marxisten‘ vor den Wagen des römischen Papstes gespannt und sich damit zur ausschlaggebenden Partei in Deutschland gemacht.

Vor Jahr und Tag räumten die Bonzen der S.P.D., man kann wohl sagen freiwillig, endgültig den Platz in der Regierung der Deutschen Republik vor dem Zentrum, wie schon vor Jahren in Bayern.

Dieses Platzmachen in Verbindung mit dem Konkordat in Preußen [1929] war der entscheidende Erfolg für den römischen Papst zur Festigung seiner Stellung in Deutschland und die Krönung der römischen Politik des Zusammengehens mit den Marxisten.“

Also Rom scheute sich vor nichts: vor den Marxisten so wenig wie vor den Nazis.

Diese Politik war, solange es galt, das Deutsche Kaiserreich mit dem protestantischen Kaiserhaus zu zerschlagen, und die internationale Welle Deutschland überflutete, folgerichtig und durchaus in der Glaubensrichtung der römischen Kirche, deren Glauben Macht bezweckt,

urteilt Ludendorff a.a.O.

 

Hitler und Mussolini (Bild: croniknet.de)

1925 gab die NSDAP unter Hitlers Führung ihren Kampf gegen Rom auf und ordnete sich dem faschistischen System ein, dem auch der italienische Duce Mussolini angehörte.

Damit verbündete sich Hitler ausgerechnet mit der Macht, der unser Volk die erste verheerende Umerziehung verdankt, die im 8. Jahrhundert mit ihrer gewaltsamen Christianisierung und ihren grauenhaften Folgen.

Für den Papst brachte das den Erfolg, daß die norddeutschen Protestanten mit ins Boot geholt wurden. Das Reichskonkordat folgte 1933. Es besteht bis heute.

Der Papst rückte also mit Hitler wie auch Mussolini seinem Ideal von der Gleichheit aller Menschen und von der weltweit EINEN Herde und ihm, dem Papst, als dem EINEN Hirten näher.

Zum Unterschied dazu sagt Mathilde Ludendorff (Deutscher Gottglaube, München 1931, S. 55):

Gotterhaltung in allen Rassen der Erde ist Sinn Deutscher Menschenliebe. Deutscher Menschenhaß gilt dem völkervernichtenden Willen, der Artglauben, Sitten und Sprachen verdrängt und Blutmischung predigt, ja, der es wagt, diesen schlimmsten Völkermord Menschenliebe zu nennen!

Mathilde Ludendorff – damals also noch von Kemnitz – hielt auf der Tagung im Weimarer Nationaltheater ihren Vortrag über

„Die Allmacht der reinen Idee“.

Ihr war die Erkenntnis dazu auf dem Starnberger See gekommen, im Boot auf dem Rücken liegend. Hatte sie nicht schon einmal so auf dem Rücken gelegen, als ihr eine wichtige Erkenntnis aufstieg? Es war in Rom:

„Das Jüngste Gericht“ [von Michelangelo] gab mir den letzten tiefen Eindruck … hier in der Sixtinischen Kapelle war mir bewußt, worin trotz des Wahns von Himmel und Hölle und Jüngstem Gericht ein Strahl der Weisheit und Wahrheit aus dem Werke leuchtet.

Denn die zur Hölle hinab Eilenden werden auf dem Gemälde nicht gestoßen, sondern sie selbst wählen diesen Weg. Sie selbst fliegen aus ihrem eigenen Entscheide heraus aus dem Göttlichen … sie wählen selbst die Hölle.“ (Mathilde Ludendorff, Lebenserinnerungen)

In ihrem Vortrag zeigt sich nun der nächste Unterschied, der zwischen einem Menschen, der für die Ausbreitung der völkischen Idee kämpft, aber ohne Moral, und z. B. einem Antifanten, der gegen sie kämpft?

Der erste schadet der Idee. Er stößt die Menschen durch sein Verhalten von ihr ab.

Der Gegner kann die Idee – ungewollt – fördern. Er erweckt durch seine abstoßende Art, gegen die Völkischen anzurennen, Menschen, die bis dahin geschlafen haben und sich nun anschauen, was es mit den völkischen Ideen wirklich auf sich hat.

Mathilde Ludendorff – damals also noch von Kemnitz – rief daher den Tagungsteilnehmern zu:

Mögen Sie von dieser Stunde ab nie wieder vergessen, daß wir auch die einzigen sind, die nicht als blinde Werkzeuge die göttliche Idee fördern, sondern die hehre Verantwortung tragen, sie fördern und hemmen zu können durch unser Verhalten.

Mögen Sie von dieser Stunde ab aber auch nie vergessen, daß die Diener von Lug und List ihr Ziel erreichten, weil sie sich einer, wenn auch schlimmen, so doch überpersönlichen Idee restlos hingeben [wie der Papst und alle überstaatlichen Mächte].

So wird auch nur die restlose Hingabe an unsere Idee Gegengewicht und Übergewicht werden …

Wir wollen mit unermüdlicher Kraft, mit nie erlahmender Entschlossenheit zurückschreiten zu den lichten Höhen selbstverständlichen Seelenadels, auf denen unsere Ahnen weilten, von da aber noch weiter hinaufschreiten über Felsen und Firne zu den Gipfeln göttlicher Reinheit und Vollkommenheit, denn Gottkräfte sind es, die den Sieg entscheiden!

Wer von all den Männern der Weimarer Tagung

konnte sich überwinden, diesen Gedanken zu folgen, waren sie doch von einer Frau vorgetragen? Doch:

Es war lange lautlos still im Nationaltheater zu Weimar, als ich geendet hatte. In dieser Stille aber erhob sich Ludendorff von seinem Sitze auf der Vortragsbühne, schritt auf mich zu und dankte mir mit einer seine Hochachtung vor der deutschen Frau in erschütternder Weise kündenden Huldigung.

Auf diese Weise und auch weiter in den späteren Jahren war die Autorität Erich Ludendorffs durch dessen selbstverständliche Anerkennung, ja Hochachtung vor der großen Denkerin ein starker Impuls für die Gleichbewertung des weiblichen Geschlechtes mit dem männlichen.

Bild 8: Ludendorff mit den völkischen Verbänden Weimar 1924 (Bild: Ludendorffs Lebenserinnerungen)

Auf ihrem Weg zum Abendessen, das sie beide umständehalber schön ungestört in Zweisamkeit einnehmen konnten, sprach er noch:

Sie haben die ganze völkische Bewegung zu großer Höhe erhoben, haben ihr einen edlen Gehalt gegeben, für alle Zeiten.

Und schon zeigt sich der nächste Unterschied, der Unterschied zwischen dem freien Geist Erich Ludendorffs und den vom Juden-Christentum suggerierten Männern in Weimar.

Daher sah Mathilde Ludendorff

… in der Überwindung der orientalischen Stellung der Frau, die Paulus die Christen gelehrt hatte, … die wesentlichste Heimkehr zur ererbten Eigenart.

Die orientalische Stellung der Frau wurde, wie sie in ihren Lebenserinnerungen schreibt, gerade

von denen, die sich „völkisch“ nannten, gehegt und gepflegt.

Das, was ich persönlich an Intrige erlebte, wunderte mich gar nicht. Ich hielt es allmählich schon für eine unabänderliche Eigenschaft von Tagungen, daß bei diesen Gelegenheiten mit aller Macht mein Vortrag und meine Worte in der Diskussion unmöglich gemacht wurden.

Es begannen denn hier … von ,völkischen‘ Deutschen die ununterbrochenen Anstrengungen, meinen Vortrag im Nationaltheater zu verhindern. Was tat man nicht alles!

Dabei waren

die grimmigsten Gegner der Gleichberechtigung der Frau und deutscher Achtung vor dem weiblichen Geschlechte, Hitlers Anhänger

Dieser Unterschied zwischen den Hitleristen und Ludendorff-von Kemnitz war abgrundtief.

Eide

Aber auch Ludendorffs selbstlosem Wirken wurden massenhaft Steine in den Weg geworfen, z. B. bei der Kundgebung auf dem Balkon des Nationaltheaters. Mathilde Ludendorff berichtet:

Weit folgenschwerer als diese Feindseligkeiten gegen mich sollte sich Dinters Tat erweisen!

Obwohl schon vor und erst recht nach der Tagung eine Hetze durch die Reihen der NSDAP getragen wurde, Ludendorff wolle Hitler aus seiner Führerstellung verdrängen, während er in Wahrheit nichts sehnlicher wünschte, als daß er der Pflicht der Vertretung Hitlers endlich enthoben sein werde, hatte Dinter eine Ludendorff völlig unerwartete Taktlosigkeit begangen, die nach der Tagung immer als Beweis dieser Verleumdung wiederholt wurde!

Wir standen auf dem großen Balkon des Nationaltheaters, vor uns der Platz mit dem Schiller-Goethe-Denkmal. Da schloß Dinter seine Rede mit dem Schwur ab, den alle auf dem Platze durch Erheben der Hand mitschworen:

„Wir schwören unserem Führer Ludendorff die Treue bis zum letzten Atemzuge.“

Da sagte Ludendorff, in dessen Nähe ich stand, zu Dinter: „Herr Dinter, dieser Schwur war nicht in meinem Sinne. Solche Eide auf eine Person können die Jugend in ernste Konflikte bringen. Deshalb will ich sie nicht.“

Auch hier wieder ein Unterschied:

Ludendorff lehnte Eide – vor allem auf Personen – ab. Hitler ließ sogar die Wehrmacht seiner Person die Treue schwören. Das stürzte viele in schwere Gewissensnot.

Ist schon jede Wahl eines Abgeordneten ein Blankocheck auf eine ungewisse Zukunft, so erst recht ein Eid auf eine Person.

Wenige Wochen danach war schon überall mit Hilfe dieses von Dinter gesprochenen Schwures die häßliche Hetze gegen Ludendorff verbreitet,

schreibt Mathilde Ludendorff. Aber auch gegen sie wurden Kübel voll Unrat ausgeschüttet. Diese Hetze ging bezeichnenderweise hauptsächlich von der in Süddeutschland wirkenden NSDAP aus. Ludendorff hatte versucht,

von Hoher Warte aus in Güte die widerlichen Streitigkeiten zwischen [norddeutscher] Freiheitspartei und [süddeutscher] NSDAP zu schlichten.

Ihrer Mutter schreibt Mathilde Ludendorff nach der Weimarer Tagung:

„Großartig war, daß hochstehende Referate über alle Kulturgebiete gehalten wurden. Am dritten Tage waren über 20 000 Sturmtruppen da zusammengekommen, und das ganze Weimar, das noch vor drei Jahren die Nationalversammlung der Revolutionäre empfangen hatte, feierte schließlich begeistert mit.“

Zum Unterschied dazu hatte Hitler von der Festungshaft aus trotz mehrfacher Bitten

seine Einwilligung zur Einigung ebensowenig gegeben … wie eine Ablehnung …

Er ließ also Ludendorff, der ihn während seiner Festungshaft vertrat, im Unklaren. Diese Hinterhältigkeit stieß ab. Aber wie Mathilde Ludendorff schreibt, nahm Ludendorff „nur so zögernd Schlechtigkeit als möglich an“.

Er und Mathilde von Kemnitz hatten ihre ganze Geistes- und Seelenkraft eingesetzt, um die seelische Heimkehr der Deutschen zu sich selbst zu fördern und zu vertiefen. 

Sie wurden mit allen Mitteln der Unmoral von den Nationalsozialisten bekämpft.

Diesen Unterschied sollten wir ganz klar sehen.

Hitler und Rom

Als Hitler aus dem Gefängnis entlassen war, stellte sich alsbald heraus: rombegeistert wurde er zum Werkzeug des Papstes.

Ignatius Loyola (Bild: Wikipedia)

Hitler verehrte den Jesuitenorden wegen seines straffen hierarchischen Aufbaus. Der Orden war gegründet von dem Hebräer Ignatius von Loyola, dem 1. Ordensgeneral. Dessen Vorbild wiederum war der freimaurerische Illuminaten-Orden.

Nach dessen Verbot durch Papst Clemens XIV. gründete der Hebräer, Freimaurer und Jesuit Johann Adam Weishaupt-Spartakus 1774 den Jesuitenorden erneut.

Adam Weishaupt (Bild: Wikipedia)

Beide Orden, der der Freimaurer und der der Jesuiten, einen Ziel und Weg:

  • Aufbau des Tempels Salomonis, d.h. der jüdischen Weltherrschaft

  • Straffe Gliederung mit geheimen Oberen und mit Droheiden zu blindem Gehorsam verpflichteten Ahnungslosen der unteren Grade

  • Besetzung des geheimen obersten Befehlshaberpostens mit Hebräern

  • Übereinstimmung der Programme mit denen aller Linken wie Kommunisten, Spartakisten, Bolschewisten, Antifanten, Sozialdemokraten in Bezug auf

  • Internationalismus, Völkervernichtung u.a. durch Rassemischung, Auslöschung des Heimatgedankens und der Volksgemeinschaft

Diese Hierarchie also war dem Macher Hitler Vorbild beim Aufbau seines totalitären Staates, mit dem er angeblich das deutsche Volk wieder zu sich selbst und zu Wohlstand führen wollte!

Für den ideologischen Gehalt des Ordens muß er blind gewesen sein, wie ihm auch für die rettende Philosophie Mathilde Ludendorffs mit ihrer hohen Moral jeglicher Sinn fehlte. Lieber schwafelte er unklar von der „Vorsehung“.

Damit und mit zunehmender Brutalität dem eigenen immer rechtloser werdenden Volk gegenüber setzte er die Axt an sein Werk, das deutsche Volk aus dem Elend der vom Versailler Diktat beherrschten Weimarer Republik heraus in eine bessere Zukunft zu führen.

 

Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht,
mußt Du nur herausfinden,
wen Du nicht kritisieren darfst (Voltaire).

Das im Lühe-Verlag erschienene Buch des jüdischen Geschichtsforschers

Gerard Menuhin

„Wahrheit sagen, Teufel jagen“

ist neuerdings indiziert, zweifellos im Namen der demokratischen Freiheit der Meinungsäußerung“ (s.u.)!

Menuhin zeigt darin anhand von unzähligen Quellen, die er zitiert, wo Wahrheit über die Geschichte des Dritten Reiches liegt und wo Lüge das Bild verzerrt.

Er ist einer der jüdischen Menschen, die in unserer Welt der Lüge bereit sind, geradezustehen für ihre Liebe zur Wahrheit und damit zur Ehrenrettung des verleumdeten Deutschen Volkes.

Ein anderer jüdischer Historiker ist der Docteur de l’université de Paris

Prof. Roger G. Dommergue Polacco de Ménasce.

Als Jude erlaube ich mir, den Meinigen die Leviten zu lesen;

ein Goy sollte für die Seinen die gleiche Arbeit tun.

Diese Bemerkung stellt er seiner Stellungnahme voran, die er unter dem Titel

„Auschwitz: Das Schweigen Heideggers oder Kleine Einzelheiten“

bereits 1989 zu den Fernsehsendungen „Océaniques“ in FR 3 vom 7. und 14. Dezember 1987 der Herren André Glücksman – Georges Steiner – Michel Cazenave – Jean Faye – François Fédier veröffentlichte. Ins Deutsche übersetzt erschien sie erstmals 1990 im Nordwind-Verlag. Thom Ram hat sie am 15.12.15 auf seiner Netzseite veröffentlicht, und hier bei Adelinde soll sie in einigen Auszügen festgehalten und vorgestellt werden:

Sehr geehrte Herren (Glücksman, Steiner und die andern)!

Das Motiv für diese langen Ausführungen ist

meine Sorge um die völkerverbindende Wahrheit.

Ich lege sie Ihnen vor ohne jegliche Hoffnung auf eine erschöpfende und verständliche Antwort.

Außer Simone Weil (franz. Schriftstellerin, nicht zu verwechseln mit Simone Veil, ehemalige Präsidentin des Europäischen Parlaments), Bergson, Bernard Lazare und einigen wenigen Rassegenossen habe ich nämlich kaum einen geistig ehrlichen Juden angetroffen. Ich sehe nur, wie sie ihren bösen Willen von überall her „auschwitzen“.

Ich möchte aber unter den Juden keine äußerst seltene Ausnahme sein, die für Ehrlichkeit und Logik empfänglich ist

Ich würde auch [wie Heidegger] schweigen, wenn die irreführende, seelisch kranke, paranoische und  größenwahnsinnige Geisteshaltung meiner Rassegenossen mir nicht den Drang zum Aufheulen verleihen würde

Alles, was ich jetzt sage, ist vorher durch das unerbittliche Sieb der Nachprüfung ganzer Niagarafälle von Beweisen gegangen. Ich bin daher bereit, auf alle Fragen zu antworten, Dokumente und Beweise zu liefern, die übrigens alle in dem bekannten Zündel-Prozeß in Kanada vorgelegt worden sind.

Erinnern wir uns daran, daß bei diesem Verfahren die Verschwörung des Bolschewismus mit den zionistischen Bankiers unwiderlegbar zutage trat und daß der Mythos des Holocaust vor allem durch die niederschmetternden Schlußfolgerungen des Leuchter-Berichts (jenes amerikanischen Ingenieurs und Gaskammer-Experten) ausgelöscht wurde, weil darin dargelegt wird, daß in Auschwitz, Birkenau und Majdanek niemals eine Hinrichtung durch Gas stattgefunden haben kann.

Glücksman sagt, daß er alle Kundgebungen des Geistes zu würdigen weiß! Also! –

Aber wird er nicht alles als Dummheit bezeichnen, was nicht in den schmeichelhaften Lichtkreis seiner Subjektivität hineinpaßt? Oder schlimmer noch: Wird er nicht in der Weise antworten, wie es meine Rassegenossen schon seit Jahrhunderten, gestärkt durch ihre geballte Finanz und Regierungsmacht, zu tun pflegen?

Ich befürchte: ja. Die Wahrheit wird als „Beleidigung“, als „Schwachsinn“, als „Nazismus“ diffamiert, und das Spiel ist gelaufen …

Wir wissen folgendes:

Die 6-Millionen-Gaskammern sind ein … festgemauertes Dogma

Wer würde einem Universitätsprofessor am Zeug flicken, wenn er uns kundtut, daß Pol Pot 2 Millionen und nicht 4 Millionen Menschen getötet hat?

Wer würde sich darüber entrüsten, wenn man uns mitteilte, daß die sowjetjüdischen KZ- und Kerkerschergen (Frenkel, Jagoda, Kaganowitsch, Rappaport, Jeschow, Abramocici, Firine, Ouritzki, Sorenson, Berman, Apetter und Konsorten) 30 Millionen statt 60 Millionen massakriert haben, wie man liest?

Niemand! Warum zum Teufel sollte die Mitteilung, daß es keine 6 Millionen waren und keine Vergasungen mit Zyanwasserstoff-gas stattgefunden haben, eine von der Justiz zu ahndende, schlechte Nachricht sein?

In 5000 Jahren der Geschichte ist so etwas einmalig:

Es erhellt die wohlbekannte Erscheinung der Jeremiade (Klagelieder des Jeremias). Wer die Beweise dafür liefert, daß es sich hier um eine saftige Mystifizierung handelt, wird angeklagt

Trotz des beträchtlichen Aufsehens, den der [Zündel-]Prozeß in Kanada erregt hat, gelang es schließlich, den Medien einen Maulkorb umzuhängen, und in Europa sickern keine Nachrichten über den Prozeß durch: Es wurde also darüber eine totale Zensur verhängt!

Die erste Ausgabe der „Annales Révisionnistes“ (eine in Paris erscheinende revisionistische Zeitschrift) wurde zweifellos im Namen der demokratischen Freiheit der Meinungsäußerung beschlagnahmt. Prof. Faurisson wurde im Falle der Rundfunksendung von Polac das Recht der Gegendarstellung verweigert.

Unterdessen zogen am gleichen Tag 70.000 junge Leute die Hosen herunter und taten es damit einer unwissenden Sängerin gleich, während die Pornographie, die Drogen, die nach rückwärts gerichtete Musik [an anderer Stelle nennt er diese flächendeckende Beschallung treffend „tötende Musik“] sich demokratisch ausbreitet …

Seit wann erlaubt die Demokratie nicht mehr die freie Meinungsäußerung sowie die Antwort und die Beweise, die einer eventuellen Lüge den Garaus machen würden?

Faurisson bittet, schreit, fleht darum, daß man ihn mit einem Heer von Gegenrednern und einer breiten riesigen Öffentlichkeit konfrontieren möge.

Er kann lange darauf warten. Man wird eines Tages gegen ihn ein Gesetz à la Orwell wegen „Verbrechens des Gedankens“ erlassen …

„Man spricht über die Revisionisten, aber nicht mit ihnen“, sagte ein Jude und ließ damit seinen herrlichen guten Glauben und seine lichtvolle geistige Rechtschaffenheit platzen!

Man zeige mir in 5000 Jahren der jüdisch-christlichen Geschichte einen einzigen Lügner, der verlangt hätte, öffentlich vor einer unbegrenzten Anzahl von Gegenrednern sprechen zu dürfen!

Der böse Wille, die Gehässigkeit, die Lüge, die Verfolgungen (Tränengas, Schläge und Verletzungen) sind schlagende Beweise dafür, daß Faurisson recht hat, bevor man auch nur die rechnerischen und technischen Gesichtspunkte unter die Lupe nimmt.

Darüber hinaus beschimpft man ihn als Nazi, eine systematische Reflexhandlung, die sich gegen alle diejenigen richtet, die auch nur den geringsten Zweifel an der Wahrheit der 6-Millionen-Gaskammern äußern …

Und doch weiß jeder an der Universität, daß Faurisson ein Mann der Linken, Nazigegner und … Mitglied der Union der Atheisten ist …

Der absolute orwellsche Geist von „1984“, von dem das Dogma der sechs Millionen Vergasten beherrscht wird, ist der formelle psychologische Beweis dafür, daß es sich hier um Betrug handelt.

Wenn Faurisson unrecht hätte, dann hätte man sich schon lange zusammengetan, um es ihm zu beweisen, und zwar vor der breitesten Öffentlichkeit. Das Fernsehen wäre das ideale Medium gewesen, um ihn ausführlich reden zu lassen und anschließend seinen Betrug zu entlarven

Im Gegensatz dazu gibt es nicht eine einzige mit Zyklon B betriebene Gaskammer, in der 1000 oder 2000 Häftlinge gleichzeitig hingerichtet werden könnten.

… Jeder kann sich über die zur Hinrichtung eines einzigen Todeskandidaten in USA verwendete Gaskammer informieren. Ihre beispiellose Kompliziertheit zeigt unwiderlegbar, daß die Vergasung von 1000 oder 2000 Personen gleichzeitig mit Zyanwasserstoffgas eine technische Albernheit ist.

… 1949 bestätigten im Prozeß gegen die Degesch (Herstellerfirma des Zyklon B) Dr. Héli und der Arzt Dr. Ra, daß eine Vergasung unter den beschriebenen Umständen unmöglich und undenkbar ist.

… Eine berühmte jüdisch-amerikanische Zeitschrift das „American Jewish Year Book“ schreibt im einzelnen in ihrer Ausgabe Nr. 43 auf Seite 666, daß es in dem von den Deutschen besetzten Europa 3.300.000 Juden gab. (Anm : Die „Basler Nachrichten“ haben am 13. Juni 1946, aufgrund einer an den Tatsachen orientierten Experten-Studie mitgeteilt, daß die Zahl von 5 bis 6 Millionen jüdischer Todesopfer unwahr ist, da höchstenfalls 1 bis 1,5 Millionen Juden für die Deutschen „greifbar“ waren).

Wie viele gingen während des Krieges, zwischen 1941 und 1944, nach Spanien, wie viele Tausende wurden in der nichtbesetzten Zone Frankreichs, darunter meine Familie, in Sicherheit gebracht? Wie viele Hunderttausende tauchten unter ihrem eigenen Namen oder unter einem anderen Namen wieder auf?

… Man kann das Gewissen der Vernichtungsspezialisten an folgendem Auszug aus „Le Monde“ vom 22.11.1979 bewundern :

„Es steht jedem frei, sich vorzustellen oder davon zu träumen, daß diese schrecklichen Ereignisse nicht stattgefunden haben. Sie haben aber stattgefunden, und niemand kann diese Fakten bestreiten, ohne die Wahrheit zu schmähen. Man darf sich nicht die Frage stellen, wie ein solcher Massenmord technisch möglich war. Er war technisch möglich, weil er stattgefunden hat. Dies ist der Ausgangspunkt jeder historischen Untersuchung zu diesem Thema. Es obliegt uns, diese Wahrheit ganz einfach ins Gedächtnis zu rufen: Es gibt keine und es darf keine Diskussionen über die Gaskammern geben …“

Auf diese naive, bestürzende Behauptung der paranoischen und dogmatischen Verhärtung, deren Absurdität einem direkt ins Auge springt, antwortet die schweizerische Geschichtslehrerin Mariette Paschoud:

„Die Gaskammern waren also vorhanden. Gut. Dann möchte ich doch, daß man mir erklärt, warum man sich nun schon seit 20 Jahren darauf versteift, die Revisionisten in ihrem Berufs- und Privatleben zu verfolgen, wenn es doch so einfach ist, sie ein für allemal zum Schweigen zu bringen, indem man auch nur einen einzigen jener zahlreichen und unwiderlegbaren Beweise vorlegt, von denen unaufhörlich geredet wird.“

… Wer macht bekannt, daß auf dem Kolloquium, das 1983 an der Sorbonne gegen Faurisson (in dessen Abwesenheit!) abgehalten wurde, Raymond Aron gezwungen war, zuzugeben, daß es keinen einzigen Beweis, kein Schriftstück, keine einzige Spur gibt, mit denen die Realität der Gaskammern belegt wird, obwohl dagegen alle Verbrennungsöfen noch da sind …

Ist es nicht der Gipfel der Groteske à la „1984“ von Orwell, wenn bei solchen Voraussetzungen ein Verband von Journalisten, der 2000 Mitglieder zählt, von der Regierung unablässig verlangt, Professor Faurisson im Namen der Menschenrechte und der demokratischen Freiheit zum Schweigen zu bringen (sic)!

Noch besser : Im Namen der Gedankenfreiheit werden sich die Gymnasiasten einem antirevisionistischen Lehrgang für Bürgerkunde unterziehen. Wer es zu sagen wagt, daß man nicht 2000 Menschen mit Zyklon B in Gaskammern umbringen kann und daß es im von den Deutschen besetzten Europa überhaupt keine 6 Millionen Juden gegeben hat, wird niemals sein Abiturzeugnis bekommen.

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Zur Person des Autors:

„Roger G. Dommergue Polacco de Ménasce ist, obwohl er mütterlicherseits einer berühmten jüdischen Familie entstammt, ein scharfer Gegner der atheistischen spekulativen Konjunktur der Hammer, Marx, Freud, Einstein, Picasso und Konsorten.

Seit vierzig Jahren als Professor im mittleren und höheren Schulwesen tätig, beobachtet er mit Sorge und Ohnmacht die fortschreitende Entartung der Jugend, die sich in Discomusik, Pornographie, Drogenmißbrauch, Terrorismus und Herumtreiberei stürzt.

Der Autor ist französischer “Officier du mérite et du dévouement” (Ehrenoffizier in Anerkennung besonderer Verdienste).“ Thom Ram

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