Letzter Halt vor dem Dammbruch: Erich Ludendorff
Samstag, 22. April 2023 von Adelinde |
Festen Mut in schweren Leiden,
Hilfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut:
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!
Schiller
Der über 100-jährige Vernichtungskrieg gegen das Deutsche Reich und Volk – 1889 auf einer Frei-maurerkonferenz in Paris beschlossen – begann 1914.
Schillers Geist war gegenwärtig und lebendig im Deutschen Volke und sollte ihm nach Wunsch seiner Feinde gleich mit ausgetrieben werden.
Doch die Deutschen wußten um die geistige Größe ihres Volkes, liebten ihr herrliches Land und dessen Hochkultur und standen – als es hieß: „Drohende Kriegsgefahr“ – zum Abwehrkampf wie ein Mann zu-sammen.
Der preußische Geist der Pflichttreue und Ein-satzfreude für die Heimat war noch lebendig und fand in dem überragenden Feldherrn Erich Luden-dorff die Gestalt, die das kommende Unglück aufzuhalten im Stande gewesen wäre.
Das wußte der Feind. Die Überlegenheit des Genies zu ertragen, war kleineren Geistern auf deutscher Seite, war dem Durchschnitt der Berliner Administra-tion nicht gegeben. Eher wurde besserwisserisch gegengesteuert, wurden Anforderungen des Heeres höchst schleppend oder gar nicht entsprochen, Ludendorff in der Presse als der Böse hingestellt.
Die Kriegserinnerungen Erich Ludendorffs – nieder-geschrieben in Schweden vom November 1918 bis Februar 1919 – sind ein Lesebuch ersten Ranges und ein Labsal für volks- und geschichtsbewußte Deut-sche:
Sie schildern mein Streben und geben Kunde von dem, was ich in dem Völkerringen er-lebte: Es war dies das Kämpfen ohnegleichen, das Dulden, das Erlahmen des Deutschen Volkes.
Noch hat der Deutsche die Zeit zum Selbstbesinnen und zur Einkehr nicht ge-funden. Es lastet zu viel auf ihm. Und doch kann er sich stolz aufrichten an den ge-waltigen Taten seines Heeres und den Lei-stungen daheim.
Aber er hat keine Zeit zu verlieren, aus den Geschehnissen, die zu seinem Unglück führ-ten, zu lernen, denn die Weltgeschichte schreitet unerbittlich weiter und zertritt die Völker, die sich in Uneinigkeit selbst zer-fleischen.
Zersetzungskräfte trugen dazu bei, daß das Volk seine Einigkeit verlor und damit die seelische Kraft, bis zu einem für unser Land günstigen Ergebnis durchzuhalten, das allein durch unseren Sieg gegen die zahlenmäßig überlegenen und mit dem Geld der internationalen Hochfinanz gepäppelten Feindstaa-ten erreichbar gewesen wäre.
Zum Kampf gegen die feindlichen Streitkräfte auf gewaltigen Fronten und weiten Meeren gesellte sich das Ringen gegen die Psyche und die Lebenskraft der feindlichen Völker mit dem Zweck, sie zu zersetzen und zu lähmen.
Die seelische Kraft der Deutschen wurde hinter-trieben von den damaligen – wie den heutigen von überstaatlichen Hintergrundmächten aufgestachel-ten – „sozialistischen“ „Gutmenschen“ auf feindlicher wie auf deutscher Seite. Die Parolen vom „Ver-ständigungsfrieden“ mitten im schweren Ringen um das Leben des Volkes klangen betörend für die vielen Blinden, denen der Durchblick fehlte.
Man glaubte in Berlin oder täuschte sich dies vor: die feindlichen Völker müßten den Ver-söhnung verkündenden Worten sehnsüchtig lauschen und würden ihre Regierungen zum Frieden drängen. So wenig kannte man dort die Geistesrichtung der feindlichen Völker und deren Regierungen mit ihrem starken nationalen Denken und stahlharten Wollen.
Berlin hatte aus der Geschichte früherer Zeiten nichts gelernt. Man fühlte hier nur das eigene Unvermögen gegenüber der Psyche des Feindes, man verlor die Hoffnung auf den Sieg und ließ sich treiben.
Ludendorffs klare Sicht auf die wirklichen Ge-gebenheiten und seine daraus sich ergebende Forderung, alle Kräfte des Volkes und Heeres bis hin zum Sieg anzustrengen, der allein dem Deutschen Volk den ersehnten Frieden gebracht haben würde, wurde nicht verstanden.
Die Deutschen erlebten dann den „Verständigungs-frieden“ von Versailles, bei dem die Deutschen nichts zu melden, wohl aber die „Alleinkriegsschuld“ zu unterzeichnen hatten.
Die großen Demokratien der Entente haben dies (die Anstrengungen und das Durchhalten bis zum Sieg) vermocht. Gambetta 1870/71. Clemenceau und Lloyd George in diesem Kriege stellten mit harter Willenskraft ihre Völker in den Dienst des Sieges.
… Das betörte Deutsche Volk aber bezahlt den Wahn mit seinem Leben.
Ludendorff wurde nicht verstanden.
Was ich tat, wurde entstellt, aus dem Zu-sammenhang herausgerissen. Handlungen und Sätze erhielten eine Auslegung, die ihnen nicht innewohnte.
… Der Regierung aber war es recht, einen Blitzableiter gefunden zu haben; statt für mich einzutreten, ließ sie die Hetzer ge-währen …
So waren die Pläne der Feinde des Deutschen Volkes ein gutes Stück vorangekommen. Den Retter von Ostpreußen und Bewahrer des deutschen Bodens vor feindlichem Eindringen, durften die lieben Deut-schen nun „Bluthund“ nennen. Dazu hier ein ein-drucksvolles Erlebnis, wiedergegeben in der Halb-monatszeitschrift „Mensch und Maß“, 4/2023:
Als General Ludendorff zur Zeit der Herr-schaft der Sozialisten in Lüneburg zu einem Vortragsabend eintraf, empfing ihn auf dem Bahnhof der johlende und pfeifende Pöbel. Ein Mann schleuderte, nahe herantretend, dem General das Wort „Bluthund“ in das Gesicht.
Ludendorff sah ihm scharf ins Ange, ging, ohne sich von seiner Begleitung abhalten zu lassen, auf den Mann zu und sprach ihn in bestimmtem, aber ruhigem Tone an: „Sehe ich so aus?“ Stille trat ein. Der Mann riß, sich seines Frontsoldatentums erinnernd, die Hacken zusammen:
„Nein, Exzellenz.“ Ludendorff reichte ihm die Hand, General und Arbeiter gingen gemein-sam zur Stadt. Die Menge folgte stumm …
Was diese Deutschen und die meisten bis heute nicht wußten und wissen, und worüber Ludendorff in seinen Kriegserinnerung schreibt:
Die Menschen ahnen nicht, welche Anforde-rungen der Krieg an das Herz des Feldherrn stellt. Sie wissen nicht, daß alles, was Kopf und Wille zu leisten haben, Spielerei ist ge-genüber den Strapazen, die das Herz tragen muß.
Die unsagbaren Leiden der Truppe, die Leiden des Volkes in der Heimat, die Leiden der Flüchtlinge nach einer Niederlage, vor allem aber die Leiden in den Lazaretten türmten sich jeden Tag und besonders jede Nacht auf meiner Seele.
Er weiß, in welche Lage der Feldherr mit jedem seiner Befehle seine Soldaten an der Front not-gedrungen bringt:
Die Last ist gewaltig, die auf der Infanterie liegt, das hat auch dieser Krieg erwiesen. Stilliegen unter feindlichem Trommelfeuer, in Schmutz und Schlamm, in Nässe und Kälte, hungernd und dürstend oder zusammenge-pfercht hockend in Unterständen, Löchern und Kellern in Erwartung der feindlichen Übermacht und sich erheben aus sicherer Deckung zum Ansturm gegen verderbenbrin-genden Feind, den Tod im Auge, das ist Mannes Tat.
Man vergleiche dazu die heutige Ukraine-Kriegs-Propaganda der „westlichen Wertegemeinschaft“ und welche lukrativen Geschäfte gewisse Leute damit machen. Von Selenskij wird berichtet, er habe das von uns gelieferte Kriegsgerät weiterverkauft und dabei einen glänzenden „Raibach gemacht“. Er wirbt bekanntlich dafür, den Krieg weiter zu verlängern.
Aber immer noch ist er der „Gute“. Die Propaganda ist auf seiner Seite. Wir sehen: Da der Selbstlose, verlästert, hier der gewissenlose Kriegsgewinnler, hochgelobt. Das kennzeichnet die Heruntergekom-menheit unserer heutigen Welt, bzw. die Urheber dieser Art von Wertungen:
Der Deutsche, der das Volk retten will, wird verhaßt gemacht, der Diener und Angehörige der nach Weltmacht Gierenden, wird gelobt.
Ludendorff erntete den großen Undank seines fremdbeeinflußten Volkes und sagte schlicht:
Das Leben lehrt auf Dank verzichten,
aber es gebietet, die Schuldigkeit zu tun.


