Der Friedensflieger in lebenslanger Haft ungebrochen
Montag, 27. April 2026 von Adelinde
Der letzte Krieg hat deutlicher als sonst
die satanische Natur der Zivilisation erwiesen …
Jedes Sittengesetz ist von den Siegern …
gebrochen worden. Keine Lüge war zu schlecht,
um angewendet zu werden.
Mahatma Gandhi
Adelinde
Dies Buch zu lesen, lohnt sich in vieler Hinsicht. Der französische Pastor Gabel hatte die gnädige Genehmigung, mit dem Gefan-genen „Nr. 7“ im „Kriegsver-brecher-Gefängnis“ Spandau einmal in der Woche ein zeitlich begrenztes Gespräch zu führen.
Kein Deutscher durfte mit ihm sprechen, nur Ausländer! Auch das eine Schikane für den Gefangenen!
Dabei erfuhr der Franzose Gabel und schildert nun in seinem Buch das wahre Wesen des Friedensfliegers Rudolf Heß.
Die Vorschriften einzuhalten, war seelich schwer erträglich: keine körperliche Berührung, also nicht einmal ein Händedruck, keine Nennung seines Na-mens bei der Begrüßung. Er durfte nur mit „Nr. 7“ angesprochen werden!! Stets war ein Wachposten der jeweils Aufsicht führenden Besatzungsmacht zugegen.
Bei jedem Besuch hörten die beiden, der Pastor und der Gefangene, ein klassisches Musikstück, das Heß unter seiner Plattensammlung herausgesucht hatte und auf seinem kleinen Plattenspieler abspielen lassen konnte.
Ein solches kulturelles Hochniveau zeigte auch das Ehepaar Heß in seinem Briefwechsel. Die beiden seit dem Friedensflug von Heß nach England voneinander getrennten Eheleute tauschten sich über ihre Lese- und Hör-Erlebnisse aus. Nur beste klassische Lite-ratur und Musik waren ihre Begleiter.
Heß war auf Weisung des wirklichen Kriegsverbre-chers Churchill festgenommen worden. Churchill wollte keinen Frieden mit Deutschland. Er hatte sich vorgenommen, unser Land und unsere Volkskraft zu zerstören. Da war so ein verwegener deutscher Frie-densflieger bei diesem Schurken an den Verkehrten geraten.
Nach Kriegsende gab es das ebenso verbrecherische, jedem Gerechtigkeitsgefühl spottende Nürnberger Tribunal, das die deutsche nationalsozialistische Führungselite zu vernichten trachtete. Hier wurde Heß als „Kriegsverbrecher“ zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Im Spandauer „Kriegsverbre-chergefängnis“ saß er diese Strafe bis an sein Lebensende als 93-Jähriger ab.
So blieb all die Jahrzehnte ihm und seiner Frau Ilse Heß nichts weiter als ein von den Alliierten zen-sierter Briefwechsel, bis Heß sich schließlich doch dazu herbeiließ, seine Angehörigen zu empfangen. Er hatte das all die Jahre verweigert – aus Stolz, der die Bedingungen nicht ertrug, unter denen sich die Angehörigen sehen und sprechen durften.
Seine Mitgefangenen führt Wiki-pedia auf – mit der Lüge eines „Suizid“ endend. Daß England seine gedungenen Heß-Mörder verleug-net, wen wundert das! Und wen wundert es, daß in Deutschland diese Art Lügenpropaganda wei-terverbreitet wird trotz überzeu-gender Literatur, die den Mord bezeugt wie z.B. auch das Buch seines tunesichen Pflegers Abdallah Melaouhi, „Ich sah seinen Mördern in die Augen!“
In Deutschland wurden noch ganz andere Greuel-geschichten verbreitet, wie der britische Chef-Propagandist Sefton Delmer gleich nach Kriegsende 1945 angekündigt hatte. Und die guten Deutschen glauben den grotesken Lügen und mißtrauen der Wahrheit, wenn sie ihnen vor Augen gehalten werden.
Rudolf Heß las gern die „Frankfurter Allgemeine“ – auch er einer der gutgläubigen, uninformierten Deutschen. Schließlich hatte er das nationalsozia-listisch geführte Deutschland nur bis zu seinem Flug am 10. Mai 1941 erlebt.
Man kommt bei den Schilderungen des Buches von Gabel nicht aus dem Staunen heraus, was der ein-stige Stellvertreter des Führers nun mit einem Mal alles für möglich hielt. Anzunehmen ist, daß sein Anstand ohne besseres Wissen eben glaubte, nicht abstreiten zu dürfen, was man ihm – propagandi-stisch – als „Wahrheit“ vor Augen geführt wurde.
Der Sohn des Ehepaares Heß Wolf Rüdiger wurde 1937 geboren, somit war er 4 Jahre alt, als er seinen Vater das letzte Mal sah. Heß konnte also die Entwicklung seines Sohnes nicht mit eigenen Augen sehen, sondern nur in jahrelangem Briefwechsel ver-folgen und begleiten.
Der Sohn wurde dann zu einem hervorragenden Chronisten des väterlichen Schicksals und versuchte jahrelang, die alliierten Mächte, die ihn gefangen hielten, dafür zu gewinnen, seinen Vater aus der Haft frei zu lassen. Vergeblich.
Besonders die Engländer mußten das Wissen Heß‘ befürchten, wenn er „draußen“ endlich hätte sagen können, was er wußte und was geheim gehalten wurde. Sie ließen ihn ermorden – so war sein Mund für immer verschlossen. Das mit dem 2. Weltkrieg, den Churchill so gern haben wollte, untergegangene „Empire“ wurde damit aber auch nicht wieder lebendig.
Was blieb dem Ehepaar Heß bei seinem Briefwechsel von teilweise nur einem Brief im Monat mit bis zu 1300 Wörtern, die teilweise von der Zensur ge-schwärzt wurden, als sich über ihre wahren Freuden auszutauschen: das Lesen von höchstwertiger Lite-ratur und dem Hören klassischer Musik.
Zwei Hochgebildete des Deutschen Volkes waren auf diese Weise eingeschränkt. Was hätten sie in der Freiheit für das Volk bewirken können!
Zum Schluß soll hier die Schilderung gebracht wer-den, die Ilse Heß von einem Elly-Ney-Konzert-Besuch bringt und die mit dem Erleben überein-stimmt, das auch ich einst in der Hamburger Musikhalle bei einem Konzert der großen, so gütigen Pianistin haben durfte:
An die 1500 Menschen … füllten den Saal. Diese Frau ist wie ein Wunder – sie spielte die Waldstein-Sonate und gab das von Beethoven eigentlich dafür komponierte, dann als zu lang ausgeschiedene, ihm als Komposition so liebe Andante zu; dazu die Wanderer-Phanta-sie von Schubert und am Schluß einen großen Brahms, sie sprach ein paar Worte dazu, er-klärte uns, daß der achtzehnjährige Brahms es war, der das Werk komponierte – sie be-nutzte die Erklärung zu einer Art Apell an die versammelte Jugend, niemals den Idealismus und die Träume der Jugend zu verraten. Und dann sielte die Fünfundsiebzigjährige das Werk des Achtzehnjährigen!
Nach einem nicht endenden Applaus ging sie nochmals an den Flügel, spielte ein Kinder-lied und als Abgesang, als Gut Nacht, das mir so liebe, so oft auch in Harlaching als letztes gespielte „Guten Abend, gut’ Nacht“ – mir liefen noch die Tränen herunter, als ich zu ihr hineinging, wir uns in den Arm nahmen, und sie Dich sehr grüßen ließ.
Sie möchte Dir noch einmal bei uns daheim auf dem Flügel spielen, hat sie gesagt!
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