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„Für die CDU Deutschlands ganz klar:
Es gibt keinen Völkermord in Gaza,
wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine
im Kampf gegen den Terror und Aggression.“
Franziska Hoppermann,
Generalsekretärin der CDU

Thomas Engelhardt

schrieb am 2. August 2026 über „Linien in Palästina. Die Grüne Linie und die Gelbe Linie“:

Machtpolitiker zogen und ziehen zur Durch-setzung ihrer politischen Ziele und zur Vor-bereitung neuer Grenzziehungen Linien, die in der Regel zu neuen, auf Unrecht und Ge-walt beruhenden Grenzen werden. Beispiele gibt es insbesondere aus der jüngeren Geschichte zuhauf.

Die Durand-Linie[1] sei genannt oder etwa die weniger bekannte McMahon-Linie, die bis heute als nicht bestätigte, ebenfalls von den Briten festgelegte Kontroll-Linie die Grenze zwischen der Indischen Union und der Volks-republik China bildet.[2]

Im Nahen Osten steht bis zum heutigen Tag die berühmt-berüchtigte Sykes-Picot-Linie im Mittelpunkt der Betrachtung.[3] In Ost-europa wurde nach dem I. Weltkrieg mit der Curzon-Linie, benannt nach Lord Curzon[4], die sog. Ostverschiebung Polens vorbereitet, die 25 Jahre später Wirklichkeit wurde.

Das 1918 neu entstandene Polen, die Zweite Polnische Republik, wurde als Nachfolge-staat des 1916 mit Hilfe des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns geschaffe-nen Regentschaftskönigreichs[5] gegründet.[6]

Die Curzon-Linie durchschnitt Polen und teilte es in nahezu zwei große Hälften. Ostpolen (200.000 km²) wäre ein Teil Rußlands geworden und Polen auf die kleinere Westhälfte[7] einschließlich der infolge des Versailler Diktats an Polen gefallenen deutschen Gebiete (Oberschlesien, Provinzen Posen, Provinz Westpreußen) reduziert worden.

Die Geschichte nahm dann jedoch einen anderen Verlauf. Diese soll hier jedoch nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Diese Curzon-Linie aber machten die West-Alli-ierten bereits 1938 zur geplanten künftigen Ostgrenze eines neuen polnischen Staates.[8]

Und von vornherein wurde (dem nach 1939 nicht mehr existierenden) Polen nach Beginn des II. Weltkrieges die künftige Einverleibung Ostdeutschlands in Aussicht gestellt.[9]

Das damit verbundene Ziel war die nachhal-tige Schwächung und die politische und wirtschaftliche Marginalisierung eines Nachkriegs-Deutschland nach dessen geplanter Zertrümmerung infolge der Kriegshandlungen.[10]

Dieser heute als Ostverschiebung Polens bezeichnete Vorgang wurde von Josef Stalin seinerzeit lediglich aufgegriffen, da diese Pläne seinen eigenen Kriegszielen entspra-chen.

Die Geschichtsschreibung stellt diese Vorgänge heute völlig anders dar und die Masse der Bundesdeutschen folgt noch immer der Mär, Stalin bzw. die Sowjetunion hätten diese Westverschiebung primär aus eigenem Interesse durchgeführt.

Den eigentlich verantwortlichen Westmächten gelang es, ihre eigene Rolle in diesem „Spiel“ zu verschleiern. Die Nachkriegspropaganda der Kriegssieger tat ein übriges.

Die Curzon-Linie ist, abgesehen von einigen Abweichungen mit der heutigen Ostgrenze Polens weitestgehend identisch. Mit dieser Curzon-Linie in direktem Zusammenhang steht die berühmt- berüchtigte Oder-Neiße-Linie. Diese wird heute in der Regel als direk-te Folge des für Deutschland verlorenen II. Weltkrieges interpretiert.

Unsinn ist das insofern, weil in der Zwischen-kriegszeit maßgebliche nationalistische Kräf-te in Polen, darunter der Westmarkenver-ein[11], diese Oder-Neiße-Linie als zukünf-tige polnische Westgrenze forderten.

Polnische Hetzblätter und einzelne Politiker gingen in ihren damaligen Forderungen noch darüber hinaus und forderten unter Bezug-nahme auf die einst slawische Besiedlung Ostmecklenburgs, Brandenburgs und der Lausitz das gesamte Territorium östlich der Elbe für einen territorial erweiterten polnischen Staat.[12]

Die westlichen Kriegsgegner des Deutschen Reiches griffen nach Kriegsbeginn 1939 diese territorialen Forderungen Polens auf und ent-wickelten den Plan nicht nur einer Zerstücke-lung Deutschlands (der dann 1945/1949 umgesetzt wurde), sondern legten die neue deutsch-polnische Nachkriegsgrenze fest. Grundlage wurde die Oder-Neiße-Linie.[13]

An dieser Stelle noch ein aufschlußreicher Vergleich. Die deutsch-polnische Grenze in der Zwischenkriegszeit (1919–1939) hatte eine Gesamtlänge von rund 1.912 km. Sie erstreckte sich von Oberschlesien bis an die Ostseeküste und umschloß unter anderem den Polnischen Korridor (das frühere West-preußen und Posen) sowie die nunmehrige deutsche Exklave Ostpreußen.[14] Die heu-tige deutsch-polnische Grenze ist dagegen nur noch 470 km lang.

An den hier genannten Beispielen wird deutlich, daß neu festgelegte Demarkations- und Grenzlinien immer auf Unrechtshandlun-gen beruhen. Beliebig wurden (und werden) Völker geteilt, Gebiete abgespalten, Bevöl-kerungen hin- und hergeschoben. Geltendes Völkerrecht wurde und wird bis heute mehrfach gebrochen.

Es kann durch die Diktatmächte gebrochen werden, weil sie die Macht dazu haben. Das sog. Völkerrecht erscheint deshalb als amor-pher Begriff, weil es niemals, zu keiner Zeit, bis heute nicht, durchgesetzt werden konnte.

Aber genau die Staaten, die im 20. Jahrhun-dert das Völkerrecht mehrfach brachen, haben bis heute einen Ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen inne und maßen sich an, über die Geschicke der Welt zu bestimmen.

An den politischen Brennpunkten der Welt aber versagen diese Ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates vollkommen. Mehr noch. Es erweist sich, daß diese Ständigen Mitglieder in die meisten internationalen Konflikte direkt verwickelt sind oder diese sogar verantworten (Afghanistan, Tibet, Ostturkestan, Darfur, Irak, Syrien, Libyen, Palästina).

Die Grüne Linie

Betrachten wir nun also wieder Palästina. Immer einmal wieder, aber selten genug wird auch in den bundesdeutschen Medien die berühmte Grüne Linie, oft auch in der eng-lischsprachigen Form Green Line, erwähnt. Bundesbürgern ist dieser Begriff sehr oft gar nicht bekannt, inhaltlich können diesen meist nur wenige beschreiben.

Den Betroffenen, den seit Jahrzehnten isra-elischer Gewalt, Aggression und Besatzungs-terror ausgesetzten Palästinensern ist diese Grüne Linie dagegen ein fester Begriff, so wie bis 1989 den Deutschen die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze.

Die Grüne Linie in Palästina. Entstanden ist diese Grüne Linie bereits 1949 im Ergebnis des 1. Palästinakrieges[15]. Sie war ur-sprünglich eine reine Waffenstillstandslinie, durch keinen Friedens- oder einen anderen völkerrechtlichen Vertrag abgesichert. Abgesichert wurde diese arabisch-israelische Demarkationslinie durch die bereits zu dieser Zeit überlegene israelische Militärgewalt.[16]

Dem Betrachter stellt sich freilich die Frage, wie es den 1948/1949 etwa 800.000 Juden [17] gelingen konnte, in kurzer Zeit militä-risch so stark und überlegen zu sein, daß es ihnen gelang, die vereinten arabischen Staaten und die Arabische Legion zu diesem Waffenstillstand zu zwingen.[18]

Freilich mußten die Israelis Konzessionen machen. Ostjerusalem und damit die Je-rusalemer Altstadt (einschl. der für die Juden wichtigsten heiligen Stätte, der Klagemauer) fiel an Transjordanien.

Das jüdische Viertel in Ostjerusalem wurde geschleift, zerstört und abgerissen, die 2.000 Bewohner waren bereits 1948 vertrieben worden.[19] Israel konnte 1949 sein Gebiet über den UN-Plan hinaus erheblich vergrößern.

Das damals Transjordanien genannte Land annektierte das Westjordanland sowie Ostjerusalem. Der Gazastreifen (mit zu diesem Zeitpunkt erst 250.000 arabischen Einwohnern) fiel an Ägypten.

Um den Gesamtvorgang richtig einordnen zu können, erscheint eine genauere Betrachtung notwendig. Der 1. Palästinakrieg war aus jüdisch-israelischer Sicht der Israelische Un-abhängigkeitskrieg. Er war der erste ara-bisch-israelische Krieg, der in den Jahren 1947–1949 auf dem Territorium des ehem. britischen Mandatsgebietes Palästina geführt wurde.

Der Krieg begann ohne Kriegserklärung bereits nach der Verabschiedung des UN-Teilungsplanes für Palästina am 29. Novem-ber 1947. Die ersten örtlichen Kämpfe wurden zwischen arabischen Milizen und militärischen Verbänden (darunter die Arabische Befreiungsarmee[20], die Ara-bische Legion[21] und die „Armee des Heiligen Krieges“[22]) und jüdischen para-militärischen Einheiten und Kampfgruppen geführt.[23]

Nach der Unabhängigkeitserklärung des jüdischen Staates am 14. Mai 1948 rückten am 15. Mai, kurz nach dem offiziellen Ende des Mandats um Mitternacht, reguläre Armee-Einheiten einer arabischen Allianz (Ägypten, Syrien, Jordanien, Irak, Libanon)  sowie arabische Freiwilligenverbände[24] in das ehemalige britische Mandatsgebiet ein und griffen Israel an.

Ein Schlüssel, um zu verstehen, daß die arabische Allianz den Krieg faktisch verlor, war die latente Uneinigkeit und widerstre-bende Interessen der Araber. Die Allianz anerkannte die von den Vereinten Nationen beschlossene Teilung Palästinas nicht. Der Teilungsplan wurde als unausgewogen und ungerecht verstanden.

Alle arabischen Staaten stellten darüber hinaus das Existenzrecht Israels infrage. Die Nichtanerkennung Israels aber war die ein-zige einigende Klammer des arabischen Bündnisses. Jordanien verfolgte insbesondere das Ziel, das Westjordanland zu gewinnen.[25]

Hauptziel Ägyptens und Syriens hingegen war, einen Machtzuwachs Transjordaniens zu verhindern. Statt also die gemeinsamen Kräfte zu bündeln und dem erklärten Haupt-ziel unterzuordnen, überwogen unkoordi-niertes Handeln und Mißtrauen.[26]

Die arabischen Armeen agierten insgesamt unzusammenhängend, rivalisierten unter-einander um den künftigen Einfluß in Palä-stina und hatten insbesondere auch keinen einheitlichen Oberbefehl.

Zudem erwiesen sich die arabischen Streit-kräfte den mit modernen Waffen ausgerü-steten israelischen Kampfgruppen und Verbänden hoffnungslos unterlegen. Das Scheitern der Araber war demzufolge vorprogrammiert.

Das militärische Kräfteverhältnis im ersten Palästinakrieg 1948–1949 war durch einen anfänglichen quantitativen Vorteil der ara-bischen Staaten gekennzeichnet, der sich jedoch durch die Mobilisierung und bessere Organisation der israelischen Seite im Laufe des Konfliktes umkehrte.

Israel gelang eine rasche Totalmobilmachung der gesamten jüdischen Bevölkerung sowie eine schrittweise Verbesserung der Bewaff-nung, unter anderem auch durch Waffenim-porte aus der Tschechoslowakei.

Die jüdischen Kampfverbände umfaßten anfangs 30.000 bis 35.000 Mann haupt-sächlich irregulärer Truppen, wuchsen aber bis zum Ende des Krieges auf über 60.000 Kämpfer an und wiesen zuletzt bis zu 100.000 Soldaten auf. Das war jeder achte Einwohner des jungen Staates.

Die ägyptische Armee hatte ca. 10.000 Soldaten, die auf bis zu 20.000 aufgestockt wurden.

Die Arabische Legion hatte 12.000 Soldaten, der Irak schickte zu Beginn des Krieges nur 3.000 Soldaten ins Feld, am Ende griffen 18.000 irakische Soldaten in die Kämpfe ein. Syrien setzte anfangs 2.500 Soldaten ein, später bis zu 5.000 Mann ein, der Libanon etwa 1.000 Soldaten.

Die Arabische Befreiungsarmee, ein irre-gulärer paramilitärischer Großverband, umfaßte anfänglich 3.500, zuletzt 6.000 Soldaten.

Trotz anfänglicher arabischer Geländege-winne wendete sich das Blatt im Sommer 1948 zugunsten der israelischen Streitkräfte, die durch innere Linien und eine hohe Moti-vation ihrer Soldaten einen strategischen Vorteil errangen.

Seitens der arabischen Verbündeten wurde der Krieg gegen Israel und seine Streitkräfte halbherzig geführt und mußte, auch unter Berücksichtigung der eingesetzten Kräfte, verloren gehen.[27] Der Krieg endete mit einem eindeutigen militärischen Sieg Israels.

Der jüdische Staat schloß 1949 unter Vermittlung der Vereinten Nationen mit seinen arabischen Kriegsgegnern einzelne Waffenstillstandsverträge ab.[28]

Der Irak zog seine Truppen ohne einen abgeschlossenen Vertrag zurück. In den Abkommen wurden Waffenstillstands-Linien festgelegt, die etwa 75 % des vormaligen Mandatsgebietes Palästina dem neuen Staat Israel überließen und das israelische Terri-torium im Vergleich mit dem UN-Teilungs-plan um ein Drittel vergrößerten.

Ein Streifen an der Südküste Palästinas, der sich von Gaza bis zur ägyptischen Grenze erstreckte, kam unter ägyptische Verwaltung. Das war die Geburtsstunde des Gaza-Streifens.

Der gesamte Verlauf dieser israelisch-arabischen Waffenstillstandslinie (= Grüne Linie) ist 355 km lang. Benannt wurde die Green Line nach der mit grüner Farblinie markierten Linie auf den bei den Waffen-stillstands-verhandlungen verwendeten Landkarten.

Im Allgemeinen gilt diese Grüne Linie bis heute als Basis für eine Verhandlungslösung zwischen Israelis und Palästinensern. Israel akzeptiert diese Sichtweise jedoch aus mehreren Gründen nicht.

Die politische Wirklichkeit hat dazu geführt, daß diese Grüne Linie im Grunde genommen heute nicht mehr existiert. Die jüdischen Aggressionen (Sechstagekrieg 1967, Beset-zung des Westjordan-landes, Ostjerusalems, Gazas und der syrischen Golan-Höhen) und insbesondere die forcierte illegale Siedlungs-politik haben die Grüne Linie gegenstandslos gemacht.

Sie hat im Bewußtsein der gedemütigten Palästinenser bis heute dennoch eine entscheidende Bedeutung.

Würde sich Israel hinter die Grüne Linie zurückziehen, müßten Hunderte israelische Ortschaften und jüdische Siedlungen aufge-geben werden. In den annektierten und israelisch kontrollierten Gebieten lebt heute etwa eine Dreiviertelmillion Israelis.

Der jüdische Staat hat seit 1967 im Westjor-danland und in Ost-Jerusalem 140 bis 150 Siedlungen gegründet, hinzu kommen über 200 inoffizielle, teils nachträglich legalisierte Außenposten jüdischer Siedler. In diesen Gebieten leben heute mehr als 730.000 israelische Siedler.

In Ostjerusalem (arabisch el-Quds) wurden 14 offizielle Stadtteile gegründet bzw. neue Siedlungen errichtet, die nach israelischem Recht annektiert wurden, völkerrechtlich jedoch als besetztes Gebiet gelten.

Insofern ist die Grüne Linie heute nurmehr eine Fata Morgana, die symbolisch für die arabische Niederlage steht.

Die Gelbe Linie

Zunächst zur Bezeichnung. Benannt ist die sogenannte Gelbe Linie im Gaza-Streifen nach den auffällig mit gelber Leuchtfarbe markierten Betonblöcken, die sich auf einer Länge von mehr als 23 km aufreihen.

Diese markierte Linie kennzeichnet die im Oktober 2025 eingerichtete Demarkations-linie. Diese markiert die Grenze der Waffen-ruhe, bis zu der sich die israelischen Truppen zurückzogen.

Die Gelbe Linie verläuft nahezu durch den gesamten Gazastreifen und trennt die von der palästinensischen Bevölkerung bewohnten Gebiete von den militärisch kontrollierten Zonen der Israelis.

An der Gelben Linie herrscht Zutrittsverbot und Schießbefehl. Alleine in den ersten Monaten nach Einführung der Waffenruhe 2025 und der Errichtung der sogenannten „Gelben Linie“ im Gazastreifen wurden mindestens 167 Palästinenser durch israe-lische Angriffe in deren unmittelbarer Nähe erschossen.

Im Gazastreifen ist der nächste Unrechtsakt Israels erkennbar. Während die gesamte Welt auf die Entwicklung im Iran blickt und die Vereinigten Staaten und die große Kriegslage im Focus hat, werden im Gazastreifen neue Fakten geschaffen.

Satellitenbilderauswertungen zeigen einen neuen Erdwall, der sich entlang der soge-nannten Gelben Linie durch das gesamte Gebiet zieht.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Associated Press“ (AP) ist entlang einer sich längs der ehemaligen Grenze des Gazastrei-fens zu Israel verlaufenden Strecke von mehr als 23 km eine neue Befestigungslinie ent-standen. Zum Teil verläuft diese neue Sperr-anlage durch die zuvor nahezu vollständig zerstörten palästinensischen Ortschaften.

Offenbar wird hier eine neue von den Israelis geplante Grenze mitten durch den Gaza-Streifen vorbereitet. Die Bewohner Gazas beobachten diese Aktivitäten mit Sorge.

Denn was in Gaza geschieht, ist kein isoliertes Einzelereignis. Es steht in einer langen Geschichte von Krieg, Besatzung, Vertreibung, Rüstung und geopolitischer Rückendeckung. Wer die Gegenwart verstehen will, muß die historischen Hintergründe kennen.

Die Israelis gehen seit Jahrzehnten nach immer der gleichen Methode vor. Prinzipiell werden UNO-Resolutionen mißachtet und nicht zur Kenntnis genommen. Der Juden-staat scheint außerhalb jeden internationalen Rechts zu stehen und erfährt dessen ungeach-tet weiterhin jedwede militärische, wirtschaftliche und politische Unterstützung namentlich seitens der Bundesrepublik und der Vereinigten Staaten.

Aus israelischer Sicht ist offensichtlich, daß keines der vom Judenstaat begangenen Verbrechen irgendeine Folgewirkung nach sich zieht. Insbesondere die Bundesdeut-schen werden bei passender Gelegenheit immer wieder an ihre vermeintliche Urschuld erinnert und zu neuen Bußleistungen gezwungen.

Die jüngsten Verlautbarungen bundesdeut-scher Politiker versicherten bereits wieder einen entscheidenden Eigenanteil der BRD am Wiederaufbau des von den Israelis gnadenlos und erbarmungslos zerstörten Gaza.

Die sich durch den Gazastreifen ziehende Gelbe Linie war ursprünglich als nur vor-läufige Demarkationslinie vorgesehen. Jetzt werden dort in großer Eile und mit enormem Aufwand Erdwälle, Sperren und Grenzbefe-stigungen gebaut.

Zu Beginn versicherten die Israelis, die neue sich entlang der Gelben Linie erstreckenden Absperranlagen seien ein Provisorium. Das israelische Militär formulierte in Verlautba-rungen, es handele sich um Anlagen, die primär der Verhinderung unerlaubter Grenzübertritte dienen sollen.

Aber es ist absehbar, daß der größte Teil des Gaza-Streifes unmittelbarer israelischer Kontrolle und Verwaltung unterworfen werden wird.

Was genau Israel plant ist derzeit unklar. Israel besetzte den bis dahin zu Ägypten gehörenden Gazastreifen schon einmal, im Sechstagekrieg von 1967.

Bis 2005 blieb der Gazastreifen israelisch besetzt. Nach 1967 wurde ein besonderes Gebieten im Süden des Gazastreifens ab-geriegelt und 16 israelische Ortschaften gegründet.

In dieser als Gutsch Katif bezeichneten israelischen Sonderzone, die 40 % (!!!) des Gesamtterritoriums des Gazastreifes ausmachte, lebten 8.000 jüdische Siedler.

Ein Vergleich: Im Jahr 1985 lebten die damals 520.000 Palästinenser auf einem Territorium von etwa 215 km² (60 % des Gaza-Territo-riums), die 8.000 jüdischen Siedler hatten 145 km² in Beschlag genommen.

Das ist die typische Vorgehensweise der Juden in Nahost. Die arabischen Nachbarn werden terrorisiert, drangsaliert, ausgeraubt, unterdrückt. Immer mit dem Verweis auf das eigene jahrhundertelang erlittene Leid, insbesondere den Holocaust.

Die derzeitigen Verlautbarungen und Hinweise israelischer Offizieller zeigen, in welche Richtung es gehen soll. Aus der israelischen Regierung verlautet, daß im Gazastreifen neue jüdische Siedlungen geplant werden. Die Gelbe Linie kennzeichnet das den Palästinensern verbleibende Rest-Territorium Gazas. Aber das wird lediglich der erste Akt des Dramas sein.

Wenn mehr als 2 Millionen Palästinenser auf 200 km² zusammengedrängt sein werden (zum Vergleich: Berlin mit seinen 42 Mill. Einwohnern umfaßt 892 km²) wird klar, was die Israelis aushecken. Ohne daß dieses Vorhaben als ethnische Säuberung benannt sein wird, werden die Bewohner Gazas zur Abwanderung gedrängt werden.

Denn Israel sieht sich mit einem grundsätz-lichen Problem konfrontiert. Alle 10 bis 15 Jahre verdoppelt sich die Bevölkerung des Gaza-Streifens und das Bewußtsein, Nach-fahren vertriebener Palästinenser zu sein, ist bis heute nicht verloren gegangen.

Dieses tief in das kollektive Bewußtsein des arabischen Volkes von Palästina war auch die Hauptantriebskraft für den Kampf der Hamas für die Befreiung von Gewalt- und Unrechts-herrschaft und Besatzungsterror.

Im gegebenen Zusammenhang muß das Gebaren bundesdeutscher Spitzenpolitiker verwundern, die die Hamas als Terroror-ganisation verunglimpfen. Es sind dieselben, die uns Nachgeborene ständig mit der vermeintlichen Schuld am „Holocaust“ konfrontieren.

Aber auch internationale Politiker schweigen angesichts der aktuellen Vorgänge in Gaza in auffälliger Weise. Weder das zuständige US-Zentralkommando noch der sogenannte Friedensrat Trumps kommentieren die israe-lischen Aktivitäten. Wieder einmal wie eigent-lich immer in den vergangenen acht Jahrzehn-ten bleiben die entscheidenden Fragen unbeantwortet.

Auf den nahöstlichen Satellitenbildern ist der sich inzwischen durch den Gazastreifen zie-hende Erdwall deutlich erkennbar. Hier ent-steht also die neue Grenze. Nach Auswertung aller auswertbarer Informationen werden entlang der sogenannten Gelben Linie umfangreiche Grenzbefestigungs- und Sperranlagen gebaut.

Die Anlagen erstrecken sich inzwischen über mehr als die Hälfte des rund 40 Kilometer langen Gazastreifens. Gemäß offiziellen Angaben der israelischen Armee zufolge sollen die Sperranlagen das unerlaubte Überschreiten der Demarkationslinie unter-binden und den Verlauf der neuen Grenzlinie klar erkenntlich machen.

Dadurch sollen angeblich auch Zwischenfälle verhindert und unbeteiligte israelische Zi-vilisten besser geschützt werden. Das entbehrt allerdings jeder Logik und Grund-lage. Israels Minister für nationale Sicherheit gab sich bei einem öffentlichen Auftritt vor einigen Tagen denn auch ganz und gar vor Begeisterung entrückt:

„Es wird jüdische Siedlungen im gesamten Gazastreifen geben!“

Die Gelbe Linie war im Rahmen des von den USA unterstützten Waffenstillstands ur-sprünglich als vorläufige Demarkation vorgesehen, bis ein weitergehender israelischer Truppenrückzug umgesetzt werden sollte.

Angesichts der fortgesetzten Bautätigkeit während des immer noch fragilen Waffen-stillstands wächst jedoch auf palästinensi-scher Seite die berechtigte Sorge, daß aus der ursprünglich temporären Trennung eine dauerhafte Grenzlinie entstehen könnte.

Die Aktivitäten Israels in Gaza erklären möglicherweise die derzeitige Zurückhaltung im abermals eskalierenden Iran-Krieg. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte jedenfalls, Israel habe derzeit kein Interesse an einer Beteiligung am Kampf gegen den Iran, da die aktuelle Lage seiner Ansicht nach günstig für den jüdischen Staat sei. Originalton Smotrich:

„Der Staat Israel hat momentan kein Interesse an einer Beteiligung an diesem Kampf. Die aktuelle Lage ist günstig für uns, und wir haben kein Interesse daran, hineingezogen zu werden.“ Israel sei jedoch „auf jede Entwicklung vorbereitet“.

Resümee. Wie bereits im 1. Palästinakrieg zieht sich wie ein roter Faden ein immer-währendes Prinzip durch die jüngere Geschichte des Nahen Ostens.

Die Araber, durch die Kolonialmächte Frank-reich und Großbritannien in unterschiedliche Staaten aufgeteilt, finden bis heute nicht zusammen. Es überwiegen gegenseitige Abgrenzungen, Mißtrauen und die Wahr-nehmung der eigenen partikularen Interessen.

Grundsätzlich ist ein gesamt-arabisches Bewußtsein durchaus vorhanden. Jedoch mündet dies nicht in zielgerichtetes politi-sches Handeln. Diese Konstellation ist der Tatsache geschuldet, daß die Bewohner der arabischen Einzelstaaten konfessionell stark fraktioniert sind (Schiiten, Sunniten, Wahabiten, Ismailiten, Alawiten, Aleviten, Drusen, Maroniten, Christen[29]).

Die gegebenen konfessionellen Unterschiede wiegen schwerer als die gemeinsame Sprache und Abstammung. Der Antagonismus etwa zwischen Schiiten und Sunniten ist schärfer als zwischen Moslems und Christen ganz allgemein. Die 1945 gegründete Arabische Liga ist nicht in der Lage, diese innerara-bischen Widersprüche zu kompensieren.

Hinzu kommen zwei weitere Aspekte. Bis heute stehen arabische Staaten unter Kuratel fremder Mächte. Jordanien ist eine Schöpfung der Briten, ein künstlich geschaffener Staat ohne jede Tradition oder historische Konti-nuität[30], die Hauptstadt Amman war Anfang des 20. Jh. eine unbedeutende Siedlung in der jordanischen Wüste (1909 3.000 Einw., heute 4 Mill.).[31]

Saudi-Arabien ist ein sich unter dem Schutzschirm der Vereinigten Staaten befindlicher Staat.

Das besondere Verhältnis wird durch eine Reihe von Verträgen und Abmachungen abgesichert. Die islamische Umma (die Gemeinschaft der Gläubigen) anerkennt nicht den derzeitig gegebenen Status. Die heutige Herrscherfamilie Saud vertrieb 1925 die Haschimiten aus dem Königreich Hedschas und vereinigte das Land mit dem Sultanat Nedschd zum heutigen Saudi-Arabien.

Die Haschimiten aber waren jahrhundertelang die Wächter der Heiligen Stätten in Mekka und Medina. Die Saudis werden von der welt-weiten Umma nicht als die rechtmäßigen Nachfolger der Wächter der Heiligen Stätten Mekka und Medina anerkannt.

Infolge einer veränderten geopolitischen Lage könnte Saudi-Arabien wieder in die alten Staaten Hedschas und Nedschd zerfallen und die Haschimiten wieder in ihre rechtmäßige Position eingesetzt werden.[32]

Irak und Syrien sind ebenfalls von den ehe-maligen Mandatsmächten aus der Konkurs-masse des Osmanischen Reiches geschaffene Kunstgebilde, und beide Staaten weisen da-rüber hinaus zahlenmäßig starke nationale und konfessionelle Minderheiten auf (Kurden, Jesiden, Drusen, Schiiten), so daß stets völlig unterschiedliche Macht- und Interessengrup-pen im Kampf um Einfluß und Dominanz in Konkurrenz zueinander stehen.

Das Hauptproblem Israel wird in diesem Sin-ne als Randfaktor wahrgenommen statt als wichtigste Herausforderung für die Araber als Ganzes.

Und Israel bemüht sich seit Jahrzehnten erfolgreich, die innerarabischen Auseinan-dersetzungen nach Maßgabe zu befeuern. Da Israel seit 1967 Atommacht ist, muß jedes arabisches Land, das sich gegen Israel wendet, damit rechnen, atomar vernichtet zu werden.

Auch unter diesem Gesichtspunkt erscheint die weitere und die künftige Entwicklung völlig unkalkulierbar. Am Iran wird der Weltgemeinschaft gegenüber gerade zele-briert, welches Schicksal ein Land zu erwarten hat, das israelischer Gewalt und Aggression adäquat antwortet.

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Anmerkungen

[1]   Die Durand-Linie ist eine von den Engländern festgelegte, in ihrem gesamten 2.450  km langen Verlauf jedoch vielfach nicht  genau gekennzeichnete Demarkationslinie zwischen dem früheren britischen Britisch-Indien und Afghanistan, ab 1947 zwischen Westpakistan (jetzt Pakistan) und Afghanistan.

[2]  Die McMahon-Linie gilt aus indischer Sicht im östlichen Verlauf als offizielle Staatsgrenze (festgelegt 1914 auf der Konferenz von Shimla), wird jedoch von China nicht anerkannt. Aus indischer Sicht stellt die McMahon-Linie eine permanente Grenzlinie dar, während China sie lediglich als vorläufigen nicht festgelegten Grenzverlauf betrachtet.

[3]  Die Sykes-Picot-Linie grenzte die französischen Mandatsgebiete (Syriens, Libanon sowie Teile der heutigen Südosttürkei und des Iraks) von den britischen Mandatsgebieten (zentraler u. südlicher Irak sowie das palästinensische Gebiet um Haifa  und Akkon) ab. Diese Grenzziehung ignorierte ethnische, religiöse und historische Gegebenheiten der lokalen Bevölkerung völlig. Die resultierenden Grenzen prägen den Nahen Osten bis heute und gelten als Ursache für die zahlreichen dortigen Konflikte.

[4]  Die Curzon-Linie, benannt nach dem damaligen britischen Außenminister George Curzon, sollte die geplante neue Grenze zwischen Polen und Rußland werden. Diese polnisch-russische Demarkationslinie berücksichtigte die Bevölkerungszusammensetzung in Ostpolen (ca. 200.000 km², ca 30 % polnischsprachige Einwohner).

[5]  Das Regentschaftskönigreich Polen war ein unter Kontrolle der Mittelmächte stehendes Staatsgebilde. Es bestand vom 5. November 1916 bis zum 29. November 1918 und umfaßte die polnisch besiedelten Kerngebiete Alt-Polens, insgesamt 127.000 km².

[6]  Gegründet am 11. Nov. 1918, durch Dekret v. 29. Dez. 1918 in Kraft getreten.

[7]  Westpolen einschl. der annektierten deutschen Gebiete umfaßte 1919/1920 188.000 km².

[8]  Vgl. Gotthold Rhode, Wolfgang Wagner: Quellen zur Entstehung der Oder-Neiße-Linie in den diplomatischen Verhandlungen während des Zweiten Weltkrieges. Stuttgart: Brentano, 1956.

[9]   Ebd.

[10]  David L. Hoggan: Der erzwungene Krieg. Die Ursachen und Urheber des Zweiten Weltkriegs. Tübingen: Verlag der Hochschullehrerzeitung, 1961 (15. Auflage 1997).

[11]Westmarkenverein (polnisch Polski Związek Zachodni), polnische nationalistische Organisation der Zwischen-kriegszeit, die unverhohlen die Einvernahme der deutschen Gebiete östlich der Oder und Neiße forderte.

[12]Die polnische Westgrenze sollte demnach bis an die obere Elbe vorverlegt werden. Dresden wäre wie heute Görlitz eine geteilte Stadt gewesen und Dresden-Neustadt polnisch (!). Ebenso die gesamte Lausitz samt den dort lebenden westslawischen Sorben und Wenden sowie den brandenburgischen Städten Cottbus und Frankfurt/Oder.

[13]Bis zur Potsdamer Konferenz der Kriegssieger (17.07. –  2.08.1945) war der genaue Verlauf der Oder-Neiße-Linie noch nicht festgelegt. Als mögliche Option galt auch ein Verlauf der deutsch-polnischen Demarkationslinie entlang der Glatzer Neiße. Die polnischen Forderungen bezogen sich jedoch ausschließlich auf einen Territorialgewinn bis zur Lausitzer Neiße (Görlitzer Neiße) und im Bereich der unteren Oder noch weit über diese, große Teile Vorpommerns und die gesamte Insel Usedom einschließend,  hinaus.

[14]Dagmara Jajeśniak-Quast, Uwe Rada: Die vergessene Grenze. Eine deutsch-polnische Spurensuche von Ober-schlesien bis zur Ostsee. Berlin: Bebra-Verlag, 2018.

[15]Der 1. Palästinakrieg von 1948 war die erste militärische Auseinandersetzung in der heute Nahostkonflikt genannten Dauerauseinandersetzung, die von einem latenten Kriegszustand gekennzeichnet ist. Ausgelöst wurde der Palästina-Krieg durch die Gründung des Staates Israel, den UN-Teilungsplan und den Einmarsch arabischer Staaten. Der Krieg endete 1949 mit einem Sieg Israels und der Flucht sowie der Vertreibung von 700.000 Palästinensern. Dieses hist. Ereignis wird von den palästinensischen Arabern heute Nakba (dt. „Katastrophe“) genannt. Das britische Mandat für Palästina endete am 14. Mai 1948. David Ben-Gurion rief am 14. Mai 1948 den Staat Israel aus.

[16]Die israelischen Waffenstillstandsverträge von 1949, oft auch als die Waffenstillstandsabkommen von Rhodos bezeichnet, wurden unter Vermittlung der Vereinten Nationen geschlossen und bestanden aus den Abkommen mit Ägypten (24. Februar), dem Libanon (23. März), Jordanien (3. April) und Syrien (20. Juli). Sie beendeten den ersten arabisch-israelischen Krieg (Palästinakrieg), legten die sogenannten Demarkationslinien (Grüne Linie) fest und dienten als vorläufige Grenzen bis zum Sechstagekrieg 1967.

[17]1950 hatte Israel bereits 1,37 Millionen Einw.

[18]Ägypten, Jordanien, Syrien, der Libanon und der Irak hatten den UN-Teilungsplan abgelehnt und griffen den neugegründeten jüdischen Staat am 15. Mai 1948 an. Nach schweren Kämpfen und vereinzelten Waffenruhen der Vereinten Nationen behielt das israelische Militär die Oberhand.

[19]Bei der Eroberung des jüdischen Viertels der Altstadt von Ostjerusalem durch die jordanische Arabische Legion im Mai 1948 wurden die rund 2.000 jüdischen Bewohner vertrieben.

[20]paramilitärischer gesamt-arabischer Großverband.

[21]1921 als Polizeieinheit militärischen Charakters im britischen Mandatsgebiet Transjordanien, dem späteren   Haschemitischen Königreich Jordanien, gegründet.

[22] paramilitärische Formation der Palästinenser.

[23]Palmach, Haganah, Lechi, Irgun Zwei Leumi.

[24]Arabische Befreiungsarmee, Armee des Heiligen Krieges.

[25]Von den Jordaniern wurde Palästina als Teil Jordaniens betrachtet. Mit der Übertragung des Völkermandats an die Briten 1922 wurde die Keimzelle für den späteren Konflikt gelegt. Der Völkerbund legitimierte den Beschluß von Sanremo v. 19. April 1920 und erteilte den Briten am 24. Juli 1922 das Mandat für Palästina. Im Jahr darauf gliederten die Briten das Gebiet östlich des Jordans als selbständiges Emirat Transjordanien aus und gründeten dort einen Staat unter britischer Kontrolle.

[26]„Die arabischen Herrscher waren ebenso sehr darauf bedacht, sich gegenseitig in Schach zu halten, wie sie den gemeinsamen Feind bekämpften. Unter diesen Umständen war es praktisch unmöglich, einen echten Konsens über die Mittel und Ziele der arabischen Intervention in Palästina zu erzielen.“ [Avi Shlaim, israelischer Historiker].

[27]Auf dem Höhepunkt der Kämpfe standen den 100.000 israelischen Soldaten nur 60.000 arabische gegenüber. In Israel lebten zu diesem Zeitpunkt nur etwa 800.000 Juden.

[28]Vgl. Anm. 16.

[29]Die arabischen Christen wiederum zerfallen in mehrere Konfessionen und Glaubensgemeinschaften. Die Kriege der Vereinigten Staaten hatten zur Folge, daß die bedeutenden christlichen Minderheiten im Irak und in Syrien heute nahezu vollständig vernichtet sind.

[30]Vgl. Anm. 25.

[31]Die Bevölkerung Jordaniens setzt sich heute zu mehr als 75 % aus vertriebenen Palästinensern und deren Nach-kommen zusammen. In Jordanien leben jedoch auch 1,85 Mill. registrierte arabische Palästinenser ohne jordanisches Bürgerrecht. Insbesondere aufgrund der Zuwanderung von Palästinensern ist die Bevölkerungszahl heute knapp 20-mal so hoch wie noch im Jahr 1950.

[32]Der jordanische König ist Angehöriger der Haschimiten-Dynastie.

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