„Nomadische Weltbemächtigung“: „ubi bene – ibi patria!“
Montag, 22. Juli 2024 von Adelinde |
Dr. Reinhold Oberlercher
Im Weltnetz erfährt man über diesen mir bisher unbekannten Mann auf wikipedia und nach dessen eigener Vorstellung auf einer NPD-Veran-staltung über youtube:
Er war aktiv in der 68er-Bewegung, Aktivist des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) und einer derjenigen, die meinen verehrten Pädagogik-Professor Hans Wenke von dessen Vorlesung weg mit Gegröle aus dem Hamburger Audimax hinausführten (was ich kurz nach meiner Zeit als seine Studentin mit Ent-setzen durch die Presse erfuhr). Dazu Oberlercher:
Zumutungen vom Schlage Wenkescher Vorle-sungen sind nur dadurch zu kritisieren, daß man sie sprengt.
Ganz im Sinne also der heutigen Antifa und ihrer Auftraggeber: Wir reden nicht miteinander, wir sprengen eure Versammlungen, zerschlagen Eure Verlage und Netzseiten und nennen unser „gut-menschliches“ Tun „demokratisch“. Wikipedia über Oberlercher:
Ab Ende der 1980er Jahre war er in rechtsex-tremen Kreisen aktiv. Unter der Mitarbeit von Horst Mahler und Uwe Meenen leitete Ober-lercher ab 1994 das ,Deutsche Kolleg‘, einen neonazistischen Thinktank, wo er gemeinsam mit Mahler die „Reichsbürgerbewegung“ kon-zipierte. Als Theoretiker der Wortergrei-fungsfungsstrategie war er ein wesentlicher Einflußgeber extrem rechter Strategien in Deutschland.
Eine schillernde Figur! – Oder eher ein Suchender?
Mit diesem Schriftsteller geistig in Berührung zu kommen, könnte bei unseren heutigen Politik-verhältnissen und Gedankenkontrollen gefährlich sein. Wir zum Selbstdenken Fähigen scheuen uns nicht, seinen zum Teil sprachlichen Neubildungen und verschlungenen, m.E. sprachverhunzenden Vergegenständlichungen von weltanschaulichem Denken zu folgen. Denn sein Grundgedanke trifft zu.
Von diesem Mann liegt mir eine Schrift
vor, „Wesen und Verfall Amerikas“, Herausgeber: Kyffhäuser-Faksimile-Verlag; New Edition (18. August 2011). Darin lesen wir eine treffende Kennzeichnung unserer heutigen Welt in Deutschland und Europa, die von Amerika zu uns herübergeschwappt ist. Er nennt das uns übergestülpte System schlicht und einfach beim Namen: Nomadische Weltbemächtigung.
Der Nomade kennt keine Heimat. Er zieht über die Erde und greift ab, was er an Brauchbarem vorfindet. In gewisser Weise ist diese Lebensform mit dem System der Unbeheimateten vergleichbar, deren „patria“ nichts mit den Vorfahren zu tun hat, sondern sich dort befindet, wo es viel abzugreifen gibt, also rund um den Erdball.
Die Menschen in den USA, die das Ursprungsvolk, die Indianer vernichtet haben, kommen selbst aus aller Herren Länder – oft aus Not, weil sie in der Heimat keine Möglichkeit mehr sahen, die Familie zu ernähren. Viele von ihnen haben ihre heimatlichen Wurzeln abgestreift und sich nun auf die Jagd nach materiellem Reichtum begeben, nach dem Motto „vom Tellerwäscher zum Millionär“.
Wer sein Nomadentum aber im Erbgut trägt, sich seines Volkes trotz der Verstreuung seiner Volks-geschwister über die ganze Erde Jahrtausende hindurch bewundernswert bewußt geblieben ist und – weniger bewunderungswert – zu dessen Herrschaft über die weniger „tüchtigen“ Daseinsstreiter strebt, um seinen unermeßlichen Reichtum zu sichern und zu mehren, der obsiegt.
Amerika wurde zur Weide für das Nomadentum, das nach den Verwüstungen in Deutschland nun – seit dem Weltkrieg – nach Europa überschwappt.
Gepriesen wird es als „human und tolerant (alle Menschen sind gleich)“. Wer dem aus Rücksicht auf die Natur auch der menschlichen Völker, auf die entstehende Heimatlosigkeit der einstmals boden-ständigen Seßhaften, hinweist und das System des „ubi bene, ibi patria“ mit den Strömen der zur Rassenmischung absichtlich herbeigelockten nomadischen Fremdartigen ablehnt, der wird verfemt und entfernt.
Wer sich als Seßhafter zurücksehnt nach seiner Geschichte, nach Heimat im Kreise der Gleichen, nach bodenständiger Wertarbeit, nach Schutz des Volkes durch die Politik und Verteidigung der Heimat, der eigenen Kultur, der ist heute „Rechts“, was heißen soll: verabscheuungswürdig, ja kriminell.
So vermeldet wikipedia über Oberlercher:
Oberlerchers Unterscheidung zwischen „mittelhafter Kapitalauffassung“, die für ihn „technisch-geschichtlich und seßhaft-herstellend“ bzw. „deutsch-germanisch“ ist, und „gegenständlicher Kapitalauffassung“, die er als „außergeschichtlich und extraktiv-nomadisch“ bzw. „amerikanisch-jüdisch“ charakterisiert, bewertet Fabian Virchow als Reproduktion der klassisch antisemitischen Differenzierung zwischen „schaffendem“ und „raffendem Kapital“.
