Emil Maier-Dorn – eine deutsche Persönlichkeit
Dienstag, 7. Juli 2026 von Adelinde
Ein musischer Mensch in preußischer Haltung – Zur Erinnerung an
Emil Maier-Dorn
Es ist an der Zeit, nach langem Schweigen, von Emil Maier-Dorn zu sprechen.
Geboren 1908 als Sohn eines Schlossermeisters in Kaufbeuren, verbrachte er zusammen mit zwei Geschwistern die Kindheit.
Nach erfolgreicher Absolvierung der Oberrealschule in Kempten im All-gäu machte er ein „Werkjahr“ in der väterlichen Schlosserwerkstatt und begann dann an den Universitäten München, Heidelberg, Freiburg und Königsberg Geographie, Geschichte und Kunst zu studieren.
In München war er einige Zeit wissenschaft-licher Mitarbeiter des bekannten Südpolarforschers Erich von Drygalski.
Maier-Dorn war jedoch das Gegenteil eines nüchternen Wissenschaftlers. Eher gehörte der Mann mit dem feingeschnittenen Gesicht dem Künstlertypus an.
In ihm wohnte eine gewaltige Leidenschaft, die von einer tiefempfundenen Sehnsucht nach Schönheit und Harmonie, nach Freiheit und Größe begleitet war.
Schon früh begegnete der Student dem Werk Hölderlins. Eine innere Verwandtschaft ver-band ihn Zeit seines Lebens mit dem großen Dichter, dessen Genius er in etlichen Vor-trägen immer wieder verherrlichte; die Porträts, die die bekannte Fotografin Erna Lendvai-Dircksen von dem jungen Maier-Dorn herstellte, zeigen einiges davon.
Die Niederlage des deutschen Kaiserreiches von 1918 und die noch heute kaum faßbaren Demütigungen des gesamten deutschen Volkes durch das Versailler Diktat hatten bereits den Knaben tief in seinem Innern getroffen.
Der Student aber stellte die Frage nach dem Sinn all der unermeßlichen Opfer und suchte eine Antwort darauf. Er fand sie schließlich in der nationalsozialistischen Weltanschauung, wie sie sich ihm bei seinem Beitritt am 1. Juli 1930 darstellte.
Techniker, aber kein Technokrat
Seine rednerischen und organisatorischen Fähigkeiten ließen Emil Maier-Dorn nach 1933 zum Reichsschulungsleiter des „NS-Hauptamtes für Technik“ in der NSDAP werden, das die Aufgabe hatte, den ver-schiedenen Gauen technische Berater zur Verfügung zu stellen.
In ähnlicher Funktion wirkte er auch an der Gauführerschule des Gaues Schwaben in Blaichach. Entscheidend aber wurde seine Begegnung mit Dr. Fritz Todt, dem General-inspektor für das Straßenwesen und Schöpfer der „Organisation Todt“ (OT), einer Art uni-formierter Bautruppe, die man etwa für den Bau des Westwalls einsetzte.
Todt und Maier-Dorn verstanden und er-gänzten sich hervorragend in ihrer Vision einer Symbiose von Technik und Kultur, die den modernen Techniker nicht zum Techno-kraten verkümmern lassen wollte.
Er beauftragte Maier-Dorn daher auf der Plassenburg, einer hoch über Kulmbach gelegenen ehemaligen Hohenzollernfeste, im Rahmen der „Reichsschule der deutschen Technik“ eine Schulungsstätte für „Geist und Technik“ zu errichten, selbst zu leiten und zu gestalten; das „ideologische Zentrum der NS-Ingenieure“, wie einige Historiker meinen.
Als Hausherr, Lehrgangsplaner und Haupt-redner wirkte er vor allem im Kreise der Straßenbauingenieure. Unermüdlich führte er ihnen die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit vor Augen:
„Wenn dereinst der Name Deutschland genannt wird, dann soll den Menschen im Geiste die Reichsautobahn gegenwärtig sein“,
predigte er seinen Zuhörern. Im national-sozialistischen Staate sah er den Garanten dafür, daß unter den Ingenieuren kein dünkelhaftes Standesbewußtsein entstehen konnte.
Auch Maier-Dorn selbst führte als „Burgherr“ nicht etwa das Leben eines saturierten Par-teibonzen – die Fotos mit Joseph Goebbels oder Alfred Rosenberg etwa, die die Plas-senburg besuchten, zeigen ihn bescheiden und stets im einfachen Anzug.
Im Schönen Hof der Burg ließ er von erst-klassigen Orchestern dargebotene klassische Musik veranstalten. Auch veröffentlichte er in jener Zeit eine Vielzahl von Schriften mit Titeln wie „Weltanschauung und Technik“, „Die kulturelle Bedeutung der Reichsauto-bahn“, „Vom Wesen des Sozialismus“ oder „Technik und Völkerschicksale“ sowie „Bismarck, der Gründer des zweiten Reiches“.
Er publizierte aber auch eine Schrift „Rasse als gestaltende Kraft in der Geschichte“.
An zahlreichen Werken über die Reichs-autobahnen wirkte er ebenfalls mit. Schon damals spielte der Gedanke des Umwelt-schutzes eine gewichtige Rolle in Maier-Dorns Denken. So schrieb er etwa:
„Es gilt, mit dem Auge des künstlerischen Gestalters eine Landschaft zu erfassen und zwei Ratgebern dann das Wort zu überlassen: Der Phantasie, welche neue Räume sieht, und der Ehrfurcht vor der Eigenart der heimischen Natur.“
Bei Kriegsausbruch 1939 folgte auch Maier-Dorn dem Ruf zur Waffe. Zunächst wurde er jedoch für besondere Tätigkeiten im Rahmen der OT herangezogen.
Anschließend machte er die Stellungskämpfe im Bereich der Heeresgruppe Nord über weite Strecken mit, wurde verwundet, erhielt EK II und Ostmedaille – von den Landsern spöt-tisch „Gefrierfleischorden“ genannt – und war zuletzt Oberleutnant der Artillerie.
Ende 1944, wenige Monate vor Kriegsende, vollendete er eine bereits auf der Plassenburg begonnene Arbeit und spätere Denkschrift „Kriegsentscheidung Technik. Ein offenes Wort um Krieg und Frieden“, die Rüstungs-minister Speer noch 1945 Hitler vorlegte, der sehr interessiert darin gelesen haben soll.
„Wer kann sich ausdenken, welchen Verlauf der Krieg genommen hätte, wenn im Herbst 1940 V 1 und V 2 gestartet wären?“,
so heißt es darin nachdenklich.
Bei einer Wahlkampfrede für die NPD Ende der 1960er-Jahre.
Nach 1945: Politiker, Redner und Schriftsteller
Als die Amerikaner Mitte April 1945 Kulm-bach besetzten, „befreiten“ sie zugleich auch die Plassenburg, indem sie die wertvollen Bestände der Bibliothek vernichteten und die teuren Lederpolster der Sessel aufschlitzten. Danach verließen sie die Burg wieder.
Nach dem Zusammenbruch wurde Maier-Dorn für drei Jahre in US-Lagern interniert, begab sich nach seiner Entlassung zunächst wieder nach Kulmbach, baute sich jedoch ab 1952 eine neue wirtschaftliche Existenz als selbstständiger Unternehmer und Betonfabri-kant im schwäbischen Großaitingen auf, die „kein Atom Geist“ verlange, wie er in einem privaten Brief meinte.
Darin blickte er auch auf einige Versäumnisse und Fehlentscheidungen im Dritten Reich zurück:
„Die Partei? (…) Aber ihr hätte eine harte Selbstkritik sehr gut getan. Viele füh-rende Männer lebten nicht so wie sie mußten. (…)
Es ist eben stets gefährlich, unbedingte Macht in eine Hand zu legen. (…) Gegen Auswüchse war der Führer zu schonend. Kein Verdienst kann so groß sein, daß man seinetwegen sich eigensüchtige Handlungen erlauben darf oder gar solche, die sich gegen das Wohl der Gemeinschaft richten. (…)
Verdammt sei auch die widerliche Art unserer Berichterstattung. Günstig ist aber für die Führung allein die nüchterne Wahrheit!“
Obgleich politischen Organisationsformen im Grunde abhold, war Maier-Dorn der Meinung, daß man politische Überzeugungen in einem Parteiensystem eben nur mit und durch eine Partei zur Durchsetzung bringen könne.
Das war der Grund, warum er sich erneut parteipolitisch engagierte, zunächst seit 1958 in der Deutschen Reichspartei (DRP) und dann als Mitbegründer der National-demokratischen Partei Deutschlands (NPD), der er bis zu seinem Tod angehörte.
Bei Vorstandswahlen auf den Bundespartei-tagen erzielte er traumhafte Ergebnisse, so groß war das Vertrauen, das in ihn gesetzt wurde.
In Bayern wählte man ihn zum stellver-tretenden Landesvorsitzenden. In beiden Parteien wirkte er in den verantwortlichen Gremien, als politischer Schriftsteller und als Redner in Tausenden von Versammlungen, in denen er sich alles abverlangte. Oft wieder-holte er in seinen Ansprachen die folgende Passage:
„Wie oft haben mir Menschen gesagt, ach, Herr Maier-Dorn, ich mache mir so viele Gedanken über das deutsche Schicksal, ich bin so niedergeschlagen, ich schlafe ganze Nächte nicht, worauf ich manchen schon sagte, falsch, falsch, ganz falsch: Nachts schlafen und bei Tag das tun, was Deutschland braucht, das ist gesünder und besser!“
Beeindruckend sind auch seine Kulturreden, die der mit einem phänomenalen Gedächtnis Ausgestattete zuweilen vor dem „Deutschen Kulturwerk europäischen Geistes“ oder der „Gesellschaft für freie Publizistik“ hielt und dabei ganze Dramen und Gedichte der deut-schen Literatur völlig frei aufsagte, ohne auch nur einmal ins Stocken zu geraten.
Es wäre äußerst verdienstvoll, wenn einmal jemand daranginge, diese oft noch erhal-tenen Reden zusammenzutragen und der Öffentlichkeit als Tondokumente zugänglich zu machen.
Ende 1967 erfüllte er sich seinen langgeheg-ten Wunsch, nur noch politisch und als freier Schriftsteller tätig zu sein. Nach jahrelangen Studien schrieb er das Buch „Magische Macht Mammon“, ein Werk von der verhängnisvollen Bedeutung des Geldes vom Altertum bis zur Gegenwart.
In „Deutschland von Rußlands Gnaden?“ lenkte er die Aufmerksamkeit seiner Leser auf die Bedrohung durch den Sowjetkommu-nismus.
Ebenso aber bekämpfte er stets auch den zerstörerischen „American way of life“. Seine Bücher „Welt der Täuschung und der Lüge“, „Die Deutschen – ein Volk von Selbstzerstö-rern“, „Widerstand – Mosaik einer deutschen Peinlichkeit“ und „Alleinkriegsschuld“ sind Künder der historischen Wahrheit und eine beachtliche Quelle authentischer Zitate, welche er einer umfassenden Kartei im Postkartenformat entnahm, die er in vielen Jahrzehnten zusammengetragen hatte.
Kampfschriften im besten Sinne des Wortes sind seine „Antwort an einen Bundeswehr-general“, das Buch „Dr. Dr. Heinemann: Geschichte und Geschichten“, seine „Anmerkungen zu Sebastian Haffner“, die „Korrekturen für Franz Josef Strauß“ sowie seine Entgegnung „Zu von Weizsäckers Ansprache vom 8. Mai 1985“, in dem er dem damaligen Bundespräsidenten eine blenden-de Widerlegung von dessen These einer „Kollektivschuld“ des deutschen Volkes entgegensetzte.
Allein dieses Werk erlebte eine Auflage von weit über 50.000 Exemplaren. Viele seiner Schriften sandte er an die Abgeordneten des Bundestages, die ihm aber niemals eine Antwort zukommen ließen, wohl weil sie seiner stichhaltigen Beweisführung und messerscharfen Argumentation nichts entgegnen konnten.
Auch Gedichte und Aphorismen legte er vor sowie unter dem Pseudonym „Wolfram Pinder“ den Prachtband „Über Bildende Kunst“; eines der schönsten Bücher im Nachkriegsdeutschland, wie die Kritiker urteilten.
Bei aller rastlosen Tätigkeit blieb Maier-Dorns persönlicher Lebensstil äußerst be-scheiden. Obwohl ein „moderner“ Mensch, fuhr er kein Auto, sondern reiste stets mit der Bahn, das Telefon empfand er als störend und wurde aus dem Hause verbannt.
In den letzten Jahren lebte er bei seiner Gefährtin Erika Lehmann in Runkel-Schadeck im Landkreis Limburg-Weilburg, wo sich auch die von Richard Knecht geschaffene Büste befand, die auch im Münchner Haus der Deutschen Kunst zur Aufstellung kam.
Noch voller publizistischer Pläne und kurz nach Vollendung des 78. Lebensjahres setzte ein Schlaganfall am 1. Oktober 1986 Emil Maier-Dorns Leben ein jähes Ende.
Lange nach seinem Tod wurde von Übel-wollenden immer einmal wieder der Versuch unternommen, ihn als „Täter, Helfer, Tritt-brettfahrer“ zu diskreditieren, und man suchte nach etwas braunem Staub, als wenn es Goldkörner wären.
Maier-Dorn selbst hätte wohl nur gelassen zur Antwort gegeben:
„Immer der Gleiche zu bleiben – das ist die höchste Stufe der Reife!“
Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute

Liebe Heidrun,
für die Würdigung von Emil Maier-Dorn sage ich Dir herzlichsten Dank. Ich habe ihn schon immer bewundert und seine Veröffentlichungen sehr geschätzt. Durch Euren Beitrag habe ich sehr viel erfahren im Hinblick auf seine früheren Tätigkeiten, so daß ich die Mitteilungen als großen Gewinn betrachte.
Liebe Grüße
Gerhard