Montag, 12. Mai 2025 von Adelinde |
Doris Mahlberg
sandte das folgende – wie auf die heutige Zeit verfaßte – Gedicht von William Shakespeare ein:
Sonett 66
Nach Grabesruhe seh`n ich mich ermattet,
denn das Verdienst erblick ich bettelarm.
Das hohle Nichts mit Reichtum ausgestattet
und edle Treue in des Meineids Arm.
Als Beute der Gewalt die Huld des Weibes,
der Schande Kleid mit Ehrengold verbrämt,
des Geistes Würde und die Kraft des Leibes
durch Tyrannei verkrüppelt und gelähmt.
Die Kunst im Zungenzaume der Beamten,
die Weisheit in der Toren Vormundschaft,
die alles Wahre stets als Unverstand verdammten
und alles Gute in des Bösen Haft.
Des bin ich müd und stürbe gern – doch bliebe
nicht einsam hier zurück meine Liebe.
Bis heute weiß niemand genau, wann Shakespeare seine 154 Sonette verfaßte, aber sie sind mit Sicherheit ein paar Hundert Jahre alt. Dennoch sind viele von ihnen so aktuell wie nie. Manches ändert sich in 1000 Jahren nicht.
Ich wünsche allen Lesern und Adelinde einen wunderschönen Monat Mai. Liebe Grüße, Doris Mahlberg
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