Seltene Edle im Kampf um Wahrheit, Recht und Freiheit – 2. Teil: Ludendorffs Kampf 1914/18
Montag, 19. Mai 2025 von Adelinde |
Das Leben lehrt, auf Dank verzichten,
aber es gebietet, die Schuldigkeit zu tun.
Erich Ludendorff
Er war das letzte Bollwerk gegen die geplante Vernichtung des Deutschen Reiches:
Erich Ludendorff
In der 1. Folge dieser Abhandlung hieß es:
Es war zum Zeitpunkt, als der nun schon 111 Jahre währende Weltkriegs-Endspurt gegen unser Deutsches Reich und Volk begann.
Den von Ludendorff mit großer Energie vorangetriebenen Maßnahmen ist es zu danken, daß das Reich 1914 wenigstens eine bescheidene Chance hatte, ein Remis zu erkämpfen und nicht schnell erdrückt zu werden.***
***) Franz Uhle-Wettler, Erich Ludendorff
Das war in den Jahren weit vor Kriegsausbruch. Schon hier focht Ludendorff einen einsamen Kampf, diesmal im Generalstab.
Anscheinend war er der einzige, der schon damals erkannte, was sich ab 1904 sichtbar an den Grenzen rund um das Deutsche Reich zusammenbraute.
Seine Leidenschaftlichkeit, mit der er Hindernisse an der Verteidigung unseres Volkes beiseite schieben wollte, konnten viele nicht nachvollziehen, ja nicht ertragen.
Schon Schlieffen hatte um die Jahrhun-dertwende mit Kriegsministern ähnliche Kämpfe ausgefochten, ebenfalls erfolg-los. Aber – wie Ludendorff schreibt – Schlieffen
„… hatte leider den Kampf aufgegeben, ohne seine ganze Person einzusetzen. So war es denn eben dahin gekommen, mit Verbänden zu rechnen, die überhaupt nicht existierten …“
Man faßt es nicht! Ludendorff aber kämpfte – wie in allen seinen Kämpfen – „mit seiner ganzen Person.“
Sein Vorgesetzter, Generalstabs-Chef Helmuth von Moltke, war okkultgläu-big geworden. Lisbeth Seidler hatte bereits 1899 als Medium der Kriegs-treiber geweissagt, daß 15* Jahre später, also 1914 der Krieg ausbre-chen und Deutschland ihn verlieren würde.
*) die Jahwe-Zahl verrät die kabbala-gläubigen Hintergrundmächte
Wiederholt soll Moltke mit zitternden Lippen gesagt haben:
„Es nutzt ja alles nicht, wir verlieren den Krieg doch.“
Später schrieb ein Generalstabsoffizier:
Man kann den damaligen Oberst Ludendorff als Moltkes rechte Hand, vielleicht als einen Teil seines Hirns, sicher als sein Rückgrat bezeichnen.
… Nach oben … konnte er sehr widerborstig sein; für seine Untergebenen dagegen, von denen er allerdings viel verlangte, trat er bis zum Äußersten ein. Dafür gingen sie für ihn durchs Feuer.
Während England und Frankreich jeden wehrfähigen Mann zu den Waffen riefen, wurden in Deutschland 600.000 Ausgebildete nicht verwendet!
Uhle-Wettler berichtet:
Bereits 1908 … schilderte Lloyd George … die prekäre Lage des Reiches aus britischer Sicht und mit britischen Zahlen:
Hier sehen Sie Deutschland in der Mitte Europas, auf den Flanken Rußland und Frankreich mit Armeen, die größer sind als seine eigene. Ich möchte unsere Freunde, die da meinen, daß Deutsch-land, weil es Furcht vor uns hat, auch wirklich Unheil gegen uns brütet, daran erinnern, daß dieses Land ängstlich ist aus Gründen, die unter gleichen Verhält-nissen auch uns Furcht einjagen müßten.
Das deutsche Heer ist eine Lebensfrage, nicht allein für den Bestand des Deut-schen Reiches, sondern auch für das nackte Leben und die Unabhängigkeit des Volkes selbst, weil Deutschland nun einmal von anderen Nationen umgeben ist, deren jede ein etwa ebenso starkes Heer besitzt wie Deutschland selbst, … und Deutschland dabei noch mit Rußland an seiner Ostgrenze rechnen muß.
Ludendorff:
Mein Streben, die uns in Ost und West dro-henden Gefahren zu bannen und Deutschland und der Welt den Frieden zu erhalten, war an der „Mache“ mir damals noch nicht erkenn-barer Mächte gescheitert, sie entfernten mich aus dem Generalstabe.
Ein Kamerad berichtet aus dem Generalstab:
Tatsächlich wurde er auf Betreiben des Kriegsministers (Falkenhain) aus dem Gene-ralstab als unbequemer Mahner versetzt, um in der Front „gehorchen zu lernen.“
Viereinhalb Monate später nimmt der Reichstag die zusammengestutzte Heeresvorlage an! Ludendorff:
Die von mir im Dezember 1912 angeregte Heeresvorlage brachte viel, aber sie blieb Stückwerk. Sie konnte sich auch bis zum Beginn des Weltkrieges … nicht mehr aus-wirken.
Also Ludendorff war aus dem Generalstabe entfernt, als der Krieg am Jahwe-Tag 2.8.1914 ausbrach.* Alles bestens nach Plan gelaufen!
*) Quersumme 25!
Seiner Bitte, der 2. Armee zugeteilt zu werden, war entsprochen worden. Der fiel der entscheidende Angriff auf Lüttich zu. Major v. Wedelstaedt schreibt:
Er wußte, daß der Erfolg oder Mißerfolg des von ihm selbst geplanten Handstreiches auf die Festung für die Einleitung des Krieges entscheidend sein würde, und wollte dabei sein, wenn im blutigen Kampfe seine Gedan-ken in die Tat umgesetzt wurden …
Ludendorff übernahm ganz einfach die Führung an der Spitze der 14. Infanteriebrigade, nachdem des-sen kommandierender General Wussow gefallen war. Sein Kamerad aus Kadettenzeiten Bronsart v. Schellendorff wußte:
Seine Mitkämpfer sollten seine Kameraden, nicht seine Hörigen sein … Sein schlichtes Geheimnis war, daß er uns vorausging, aber in einer Art, daß wir nicht anders konnten, als ihm … zu folgen.
So erzählt Leutnant Werner Kybitz, der dabei war:
… Von vorn schoß der Feind … alles ballte sich wie ein Bienenschwarm hinter die Schutzschilde. Nur ein älterer hochgewach-sener Offizier in Mantel und Feldmütze ging aufrecht …
An den roten Paspeln von Mantelgurt und Schoßtaschen erkannt ich …, daß er ein General war. In der Rechten trug er ein Gewehr mit aufgepflanztem Seitengewehr …
(Mich) beruhigte der wohltuende Klang seiner Stimme, nicht im Kommandoton, sondern gütig und väterlich mahnend klangen seine Worte: „Vorwärts, immer vorwärts, Kinder! Vorwärts, nun kommt doch mit, immer vor-wärts! Laßt mich doch nicht allein gehen!“
… Es war ein Wunder: Als wäre er unver-wundbar, ging er, jede Deckung verschmä-hend, in dem langsamen Zeitmaß, in dem ein Geschütz von Menschenhänden vorwärts ge-schoben werden kann, aufrecht durch das heftige Feuer, das unsichtbare feindliche Schützen aus Keller-, Haus- und Boden-fenstern aus nächster Nähe auf uns richteten.
Ludendorff wußte um die Gefahr. Seinem Burschen Rudolf Peters hatte er aufgetragen:
Rudolf, wenn ich nicht mehr zurückkomme, dann bestellen sie an alle einen schönen Gruß.
Am 7. August rückt die Brigade vormittags in Lüttich ein. Ludendorff fährt mit dem Adjutanten in einem erbeuteten Kraftwagen voraus zur Zitadelle. Ludendorff:
„Kein deutscher Soldat war dort, als ich eintraf. Die Zitadelle war noch in feindlicher Hand. Ich schlug an das ver-schlossene Tor. Es wurde von innen geöffnet. Ein paar hundert Belgier ergaben sich mir auf meine Aufforderung.“
„Ein paar hundert“ Bewaffnete also ergaben sich diesem einen Mann, dieser zwingenden Persön-lichkeit! Uhle-Wettler schreibt treffend:
An den folgenden Tagen fallen die Forts. Deutsche Infanterie bezwingt einige. Die meisten zerstört schwere Artillerie, deren Entwicklung nicht zuletzt Ludendorff vor-angetrieben hatte. Am 16. August ist die Lütticher Enge geöffnet.
Von der angeblichen Neutralität Belgiens war keine Spur zu sehen. Belgien zeigte sich klar als geheimer Bundesgenosse der Alliierten. Bei deren Absicht, das Deutsche Reich zu vernichten, war der Durchbruch durch Belgien berechtigt, um an den Gegner Frank-reich heranzukommen.
Nach dem ruhmreichen Siegeslauf gab es kein Entspannen. Ludendorff erhielt von Moltke am 22. August 1914 einen Brief:
Sie werden vor eine neue schwere Aufgabe gestellt, vielleicht noch schwerer als die Er-stürmung Lüttichs … Ich weiß keinen anderen Mann, zu dem ich so unbedingtes Vertrauen hätte als wie zu Ihnen. Vielleicht retten Sie im Osten noch die Lage … Auch der Kaiser sieht mit Vertrauen auf Sie.
Aha, die Lage im Osten war verfahren, die Kriegs-rüstung unzureichend. Auf Ludendorff hatte man nicht gehört, aber nun sollte er „die Lage retten“!
Der geniale Stratege und Taktiker erringt gegen eine vielfache Übermacht feindlicher Armeen bei Tannen-berg einen Sieg, wie die Weltgeschichte
kein Beispiel einer ähnlichen Leistung aufzuweisen
hat, urteilt das Reichsarchiv. Ludendorff erhält ein Telegramm des Kaisers:
aus Anlaß des herrlichen Sieges über das noch jüngst in Ostpreußen stehende Russen-heer
werde ihm der Orden „Pour le Merite“ verliehen. Bronsart berichtet:
Er ging jeder Anfeierung aus dem Wege. Wo er öffentlich erscheinen mußte, brach er schnell ab und kehrte an seinen Arbeitstisch zurück.
Hindenburg ließ sich statt dessen als „Sieger von Tannenberg“ anfeiern. Indes erinnert sich Oberst Frahnert von der OHL:
Es war ein herrliches sicheres Gefühl, unter einem so klaren und zielbewußten Führer arbeiten zu können, der viel verlangte, das meiste aber von sich selbst.
In Oberost fühlte man sich mit Ludendorff wie in einer großen Familie. Die darin befindlichen Völker konnten ihr Leben leben, ihre eigenen Zeitungen herausgeben. Ludendorff sorgte dafür, daß die Juden ihre koschere Küche betreiben konnten.
Aber Ludendorff durfte sich auch hier nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Er wurde abberufen in eine Stellung, die ihm vom ersten Tag des Krieges an – zum Segen des Reiches – gebührt hätte: Er wurde Generalstabschef der OHL und Feldherr des Deut-schen Heeres. Frahnert dazu:
General Ludendorff kannte nur Arbeit und nichts als Arbeit, vom ersten bis zum letzten Tage.
Für die ungeheure Last von Sorgen und Verantwor-tung wären die Schultern eines Atlas angemessen gewesen.
Auch wenn der Kaiser (abends) zu Tisch war, erhob Ludendorff sich pünktlich mit dem Bemerken:
„Es ist 9 Uhr 30, Majestät“,
um sich mit seinen Abteilungschefs wieder an die Arbeit zu begeben. Nach den letzten Vor-trägen, die er Mitternacht entgegennahm, mußte er oft gebeten werden, an die nötige Nachtruhe zu denken.
So v. Bronsart und weiter:
Ludendorffs Ehrbegriff umfaßte alle anstän-digen Deutschen und ließ keine Sonder-Ehre, auch nicht für Fürsten, gelten. So galt auch seine Kameradschaft dem ganzen Deutschen Volk.
Heute liest man seinen Namen meist mit dem Zusatz „Diktator“. Dazu Frahnert:
Da es sich mehr und mehr herausstellte, daß in der Heimat ein Mann von auch nur annä-hernd gleichem Format fehlte, der eine Stütze für die draußen schwer ringende Armee ge-wesen wäre, mußte General Ludendorff auch dort eingreifen und leider erleben, daß seine Ansichten und Maßnahmen vielfach boykot-tiert oder verwässert wurden.
Kein Wunder, daß die dunklen Mächte … in ihm ihren erbitterten Gegner sahen. Aber nichts konnte den aufrechten Mann beugen, im Gegenteil, er wurde immer eiserner und kompromißloser.
Daher:
Wer den Feldherrn nur nach seinen Bildern kennt, mag geneigt sein zu glauben, daß er ein strenger, unnahbarer Vorgesetzter ge-wesen sein müsse. Weit gefehlt! Der Grund-zug seines Wesens war Treue und Wohlwollen für seine Untergebenen.
So rang er 4 Jahre ununterbrochen und mit knappsten Mitteln gegen eine von unerbittlichem Vernichtungswillen angetriebene Übermacht feindlicher Heere, die 1918 noch amerikanische Truppen zur Verstärkung erhielten.
Noch mit Gedanken beschäftigt, wie sich die Lage meistern ließe,
traf mich der Schlag vom 8. August,
schreibt Ludendorff in seinen Kriegserinnerungen.
Der 8. August ist der schwarze Tag des deutschen Heeres in der Geschichte dieses Krieges.
Englische und französische Divisionen, verstärkt durch Menschenmassen aus ihren Kolonien, brachen tief in die deutsche Westfront ein.
Das einstmals stolze deutsche Heer war inzwischen zunehmend unterwandert worden von Soldaten, die im Heimaturlaub sozialistisch infiziert und kampf-unwillig geworden waren und dies Verhalten wie eine ansteckende Krankheit im Heer verbreiteten.
Aber auch die Politik kam den Forderungen des Heeres auf Ersatzlieferungen nicht nach, so Ludendorff.
Der 8. August stellte den Niedergang unserer Kampfkraft fest und nahm mir bei solcher Ersatzlage die Hoffnung, eine strategische Aushilfe zu finden, welche die Lage wieder zu unseren Gunsten festigte.
… Das Kriegführen nahm damit, wie ich mich damals ausdrückte, den Charakter eines un-verantwortlichen Hazartspieles an, das ich immer für verderblich gehalten habe. Das Schicksal des Deutschen Volkes war mir für ein Glücksspiel zu hoch. Der Krieg war zu beenden.
Unsere Heere standen noch sämtlich in Feindesland, als Ludendorff von der Reichsregierung forderte, sich um Waffenstillstands-Verhandlungen zu bemühen.
Ich lasse hier die ganze Sabotage und die Lügen aus, mit denen Ludendorffs Ansehen im Volk zunichte gemacht und die deutsche Niederlage ermöglich werden sollte. So war auch, wie Ludendorff schreibt,
seit Mitte August … die Zeit ergebnislos verstrichen.
… Noch brauchten wir uns nicht auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Der Feind mußte zu Wort kommen. Würde es nach Versöhnung oder nach Vergewaltigung klingen? Wie ich Clemenceau und Lloyd Georges einschätzte, mußte ich das Schlimmste befürchten.
Wilsons 14 Punkte sollten – falls ernstgemeint – als Grundlage von Verhandlungen gelten.
… sollte aber eine Täuschung vorliegen, sollte der Feind den Bogen überspannen, sollten uns auch die feindlichen militärischen Führer die Achtung versagen, die unser mannhaftes Ringen verdiente, dann mußte der Kampf weitergehen, so unendlich schwer es auch wurde, dann waren vielleicht Regie-rung und Volk zu heroischen Taten zu brin-gen, wenn sie endlich einsahen, um was es für Deutschland in diesem Kampf doch eigentlich ging.
Er sah, wie
das völlig ausgeblutete, schwerer als wir leidende Frankreich
und England einheitlich von ihrer Kriegführung und Politik zusammen- und siegeswillig gehalten wur-den. So hoffte er, wenn der Feind noch näher rückte und die eigentliche Heimat bedrohte, es selbst in Deutschland noch zu Zusammenhalt und äußerster Verteidigungs-Anstrengung kommen könnte.
Daß ich noch mehr verunglimpft und für alles Unglück verantwortlich gemacht werden würde, das wußte ich. Diese persönlichen Bitternisse konnten meinen Entschluß nicht beeinflussen.
Das also war Ludendorffs berechtigtes Erwägen und Handeln, von verständnislosen bzw. feindlich ge-sonnenen Schreiberlingen absichtlich mißdeutet, ein weiterer Schritt zu unserm Untergang!
Dagegen dachte ein Gegner wie der Oberbefehls-haber der britischen Truppen in Frankreich Feldmar-schall Haig noch am 24. Oktober in gleicher Rich-tung wie Ludendorff. Er warnte davor, von den Deutschen mehr zu fordern als die Rückgabe eroberter Gebiete.
Verlangt man mehr, so besteht die Gefahr der Verlängerung des Krieges … denn die Ver-letzung des deutschen Nationalstolzes kann sehr zweifelhafte Folgen haben.
Bei verkürzter Stellung könnten die Deutschen
70 Divisionen ersparen und wären dann imstande, sich zu behaupten.
Selbst Churchill anerkennt Ludendorffs Konzept. Später sagt er:
Es war ein gleiches Wettrennen bis zum Ende. Aber am Ende sind wir sicher durchgekom-men, weil die ganze Nation unverwandelt zusammenarbeitete …
Doch der Kaiser, der schon Bismarck den Laufpaß gegeben hatte, entließ den klar-sichtigen Feldherrn am 26. Oktober 1918! Uhle-Wettler dazu:
Am anderen, unteren Ende der Hierarchie notierte ein Frontoffizier der Artillerie:
„Ludendorff ist weg, der größte unter den Heerführern, der Mann von eiserner Energie ist einfach von seinem Posten abgelöst worden. Und Kaiser Wilhelm wird ihm folgen müssen.
Für uns Frontkämpfer sind dies die beiden schrecklichsten Ereignisse, die überhaupt nur geschehen konnten. Ludendorff war unser Idol und der Kaiser unser Oberster Kriegsherr …“





