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Statt Schubladen: einfach mal zuhören

Pauschalierungen, Vorurteile, plakatives Schubladen-Ziehen ersetzen immer wieder genaues Hinsehen, ruhiges Zuhören, tieferes eigenständiges Denken und spalten die Gesellschaft in verfeindete Gruppen – immer auch Anzeichen faschistoider menschenjagender Regime, mögen sie sich hundertmal als Demokratien bezeichnen. Die Matriarchatsforscherin Gerda Weiler würde deren stets kriegsbereiten Geist schlicht als „patriarchal“ bezeichnen.

Das Bild vom Granatapfelbaum stammt aus dem Buch von

Gerda Weiler, Das Matriarchat im Alten Israel

Die Autorin schreibt u. a. dazu:

Der … rimmon/Granatapfelbaum hatte im alten Israel kultische Bedeutung. Unter seinen Wurzeln sprudelte lebendiges Wasser. Seine Zweige symbolisierten das Himmelsgewölbe …

Das erinnert an den altnordischen Mythos vom Weltenbaum, an dessen Wurzeln am Urdbrunnen die drei Nornen Urd, Werdandi und Skuld die Fäden des Lebens spinnen, und weist auf die – Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung – verbreitete Weltreligion von der großen, weiblich empfundenen, vielnamigen Schöpfergottheit hin.

Gerda Weiler ist eine der bedeutendsten Matriarchat-Forscherinnen der Neuzeit. In Freiburg, ihrer Wahlheimat, wurde 1995 eine Straße nach ihr benannt.

So verehrt war sie nicht immer. Nachdem sie sich bei ihren Forschungen nach den Ursprüngen der noch heute verbreiteten patriarchalen Weltreligionen und dem damit verbundenen Glaubensumbruch bis zu den biblischen Texten vorgearbeitet hatte, entdeckte sie

„Das verborgene Matriarchat im Alten Testament“.

So lautet der Untertitel ihres erstes Buches, „Ich verwerfe im Lande die Kriege“, in dem sie

die Erzväter- und Familiengeschichten auf altorientalische Ritualtexte und Mythen zurück(führte), die der Göttin als Himmelskönigin gewidmet waren. Der spätere monotheistische Vatergott war zu Zeiten der Großen Göttin der Sohn-Geliebte und im Gegensatz zur Himmelskönigin sterblich. In ihrem Buch deckte Gerda Weiler kenntnisreich und mit schöpferischer Phantasie die Spuren der ehemaligen Göttin-Verehrung auf, die durch die Veränderungen und Umschreibungen im Laufe der Entwicklung des Judentums nicht vollständig verwischt werden konnten.

Diese Interpretation brachte Gerda Weiler viel Kritik ein, insbesondere den Vorwurf des Antijudaismus sowie Antisemitismus,

schreibt die Rechtsanwältin Heide Pasquay 1995 zur Feier der Straßenbenennung nach der ein Jahr zuvor verstorbenen Gerda Weiler.

Sie erlitt also schon damals das Schicksal derer, die sich erlauben, sich mit dem religiösen Judentum kritisch auseinanderzusetzen. Dabei wird ihr nicht zuletzt die Tatsache aufgefallen sein, daß es das Judentum als einzige Daseinsform von Juden gar nicht gibt. Wie in jedem andern Volk gibt es auch im jüdischen die Glaubens- und Meinungsvielfalt bis hin zur Israel- und JHWH-Kritik, d.h. entschiedene Gegnerschaft gegen nationalistische und imperialistische Bestrebungen oder gar gegen den „Auserwähltheitsanspruch“ von Juden, der sich aus der Thora ergibt und zu mannigfachen Mißverständnissen geführt hat, nicht nur im jüdischen Volk selbst über seine in der Weltpolitik einzunehmende Rolle, sondern auch zwischen dem jüdischen Volk und den nichtjüdischen Völkern bis hin zu Gewaltverbrechen schlimmsten Ausmaßes.

Wenn es bei Wikipedia über das Wort „Pogrom“ auch heißt:

Der Begriff stammt aus dem Russischen und bedeutet übersetzt: Verwüstung, Zerstörung, Krawall (погрóм, abgeleitet vom Verb громить („demolieren, zerstören“), herrührend aus dem Substantiv гром („Donner“). Er ist aufgekommen im Zusammenhang mit Übergriffen auf Juden im Rußland der 1880er Jahre …,

so ist für uns Deutsche der Pogrom, der sich in unserem Lande in den Jahren der Hitlerdiktatur ereignet hat, eine besonders schwere Bürde, die bei vielen Deutschen und Juden dazu geführt hat, plakativ „Rechtsextremismus“ zu wittern bei jedem Wort, das an die hitlerschen Anschauungen anzuklingen scheint, und sofort die „Nazi“-Keule zu schwingen.

Im Grunde könnte man – bei einer solchen Oberflächlichkeit – die gesamte Matriarchatsforschung, auch wenn sie in krassem Gegensatz steht zum Extrem-Patriarchat der Hitlerzeit, in die Schublade „Antisemitismus“ bzw. „Antijudaismus“ werfen, weil sie eben nicht umhin kann, die patriarchalen Strukturen der Weltreligionen und somit auch des „Judentums“ kritisch – im Sinne der Menschenrechte – zu hinterfragen.

Gerda Weiler gab die richtige Antwort. Sie setzte sich mit den Vorwürfen auseinander und blickte immer tiefer in die

Fallstricke patriarchaler Denkmuster.

So entstand ihr Buch „Das Matriarchat im Alten Israel“, erschienen 1989 bei Kohlhammer. Hierin versucht sie

eine Analyse der biblischen Texte, welche die matriarchalen Kulte im alten Israel wieder sichtbar macht und die Wurzeln für weibliche Spiritualität freilegt.

Lesen Sie weiter bei Adelinde:

Gerda Weiler weist überzeugend nach, daß patriarchale Denkweise die Urbilder der als weiblich erlebten Göttlichkeit für sich umformte und vereinnahmte, um Macht zu begründen und an sich zu reißen. Vormals

übte die Königin des Himmels keine aufgesetzte Macht aus. Ihre Kraft strömte von innen her. Sie war der Inbegriff aller Lebensordnung, die schöpferische Urkraft. Ursprünglich wurde sie ganz allein verehrt …

… Weisheit kommt nicht von „oben“. Sie ist keine Frucht, die erst ein reifer Geist nach langem Leben pflückt, kein „höherer“ Wert, den die Menschen erwerben können wie einen Besitz. Leben und Dasein selbst sind Weisheit. Die matriarchale Weisheit wohnt in den Dingen. Sie wirkt in der Blume, im Baum, in jedem Stein. Sie entfaltet das Kind im Mutterleib. Sie weist dem Tier seinen Platz in der großen Ordnung ihrer Schöpfung zu … Matriarchale Menschen waren eingebunden in die Natur – nicht, weil sie unbewußt lebten, dumpf dahinbrütend den unüberschaubaren Gewalten preisgegeben, sondern weil sie sich bewußt der matriarchalen Schöpfungskraft überließen …

Das Patriarchat dagegen zeichnet sich durch Naturentfremdung, Machtwillen bis hin zum Imperialismus, vertikale Herrschafts-Hierarchie, geschriebene Gesetze und Dogmen, Befehls-Gehorsam-Systeme und einen weltfernen, fremden, unerreichbaren, Unterwerfung fordernden „Vatergott“ aus.

Patriarchale Menschen halten die Widersprüche des Lebens nicht durch. Sie werden durch Spannungen in Kriegsbereitschaft versetzt. Sie spalten die Dunkelseiten des Lebens ab, grenzen sie aus, verdrängen sie ins Unbewußte, wo sie als Angst vor dem Unbegreiflichen eine zerstörerische Dynamik entfalten.

So werden die eigenen Dunkelseiten in die Andersgearteten projiziert: Gruppen, die nicht zur Herrschaftselite gehören wie z. B. die Frauen, geraten ins Hintertreffen, ja in Gefahr, als „Gefäße des Bösen“ der Rechtlosigkeit, Ausbeutung und Verleugnung ihrer schöpferischen Kräfte überantwortet zu werden. Die Frauenverachtung gipfelte in Europa im wahnhaften Frauen-Pogrom der Hexenverfolgung und in tausendfachem Mord durch Folter und Scheiterhaufen.

Das patriarchale Denken kennzeichnet unsere gesamte heutige Lebenswelt. Frauen wie Männer sind von ihm befallen, meist ohne sich dessen noch bewußt zu sein. Analytisches Denken und Machermentalität stehen im Vordergrund und werden auch dem männlichen „Schöpfer“-Gott unterstellt, der die Welt hergestellt und dem ersten Menschen Adam erst nach dessen Fertigstellung Seele eingehaucht haben soll. Das typisch duale Denken wird hierin deutlich: hie Materie – hie Seele. Besonders in der heutigen Schulmedizin ist dieses Denken immer noch führend. Dennoch wird die „Materie“ mindergeachtet:

… Geist an sich, Weltenplan und Schöpfungskonzept als Potenzen eines Vatergottes sind durch philosophisch-theologische Spekulationen entstanden, gehen von dem abspaltenden patriarchalen Bewußtsein aus. Sie ordnen ein Abstraktum, den Logos, den „göttlichen Funken“ als das „höhere“ Prinzip der Materie und der Schöpfung über. Und so entfernen sie uns vom ganzheitlichen Bewußtsein, das auf der integrierenden Erfahrung der matriarchalen Menschheit beruht,

lesen wir bei Weiler.

Inzwischen sind die Menschenrechte formuliert.

Die Völker sind seit Jahrhunderten im schmerzhaften Prozeß der Ablösung vom patriarchalen Herrschaftsdenken befaßt. Die Menschenrechte immerhin sind in Verfassungen und Gesetzbüchern niedergeschrieben. Doch ihre völlige Verwirklichung läßt noch auf sich warten und wird wohl immer wieder in weite Ferne rücken, wenn Menschen sie über eigenen Machtphantasien vergessen. Immer wieder gibt es Rückschritte, weil Menschen sich noch immer innerlich im Krieg befinden gegen Andersdenkende, Andersgeartete – einerseits aus Überlegenheitsgefühl, andererseits aus Angst vor dem Verlust ihrer (Glaubens-)Vormacht und den Objekten ihrer Projektionen – ganz abgesehen von den äußeren – jahraus, jahrein tagtäglich – auf Erden geführten Kriegen.

Was hilft, ist allein Selbstbescheidung und Menschenliebe, gepaart mit differenziertem Hinschauen, Zuhören, eigenständigem Denken und mit der Verinnerlichung der Lebens- und Persönlichkeitsrechte aller Menschen.

Angesichts des neuesten „Falles“ von Verunglimpfung und Existenzvernichtung mit dem Vorwurf des „Rechtsextremismus“ der als Lehrerin unbescholtenen Maren P., die Beziehungen zu einer Tagungsstätte unterhält, in der ludendorffsches Gedankengut behandelt werde, ist es für Unvoreingenommene sicher wissenswert, was

der Führer der einstigen „Jewish World Organization for truth, liberty, honour, justice and peace KNA‘ ANIM“, Abraham Gurewitz/Arje Gurewitz Choorn,

berichtet. In ihr hatten sich Juden zusammengeschlossen, die den Glauben an den patriarchalen jüdischen Gott JHWH und dessen „antigojistische“ und imperialistische Lehren ablehnten und die Verwirklichung des Esau-Segens für die „Gojim“-Völker erstrebten, also im besten Sinne „völkisch“, d. h. in den Kategorien von Gleichberechtigung aller Völker und somit völkererhaltend dachten.

Erich Ludendorff

So erschien Gurewitz 1927 bei Ludendorff und bat um die Aufnahme der KNA’ANIM-Juden in Ludendorffs damals noch bestehende Organisation „Tannenbergbund“. Ludendorff entsprach diesem erstaunlichen Wunsch zwar nicht, jedoch mit folgender Begründung gemäß Gurewitz (das Dokument geriet 1999 in die Hände des evangelischen Pastors und Kreisjugendpfarrers von Hude Reiner Backenköhler):

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich schätze Ihr hochverehrtes Angebot und achte Sie besonders, da Sie ein Angehöriger des jüdischen Volkes sind, dessen religiöse Einstellung den anderen Völkern gegenüber feindlich gegenübersteht, als aufrichtigen Menschen, der seinem Volk durch seine Idee zu wahrer Freiheit verhelfen kann. Errichten Sie in Ihrem Volke eine gleiche Bewegung und werden Sie ihr Führer, und ich bin gern bereit, als Führer aufgeklärter Deutscher, mit Ihnen als Führer aufgeklärter Juden Schulter an Schulter für die Wahrheit, Freiheit, Ehre, Gerechtigkeit und den Frieden in der Welt zu kämpfen, und ich werde mich mit meiner ganzen Person auch für Ihren heroischen Kampf einsetzen.

Gurewitz muß im Hinblick auf die radikale Einstellung einflußreicher Juden auf die Gefährlichkeit eines solchen (Geistes-)“Kampfes“ innerhalb seines Volkes klagend hingewiesen haben, worauf Ludendorff geantwortet habe:

Nun, Sie wissen, daß wir (seine Frau und er) diesen Kampf ja für Sie schon begonnen haben, einen Kampf, der jedes Unrecht am einzelnen Juden verabscheut und nur die Freiheit unseres Volkes und aller Völker der Erde zum Ziel hat. Wir werden selbstverständlich verlästert, geisteskrank gesprochen und als Lügner in der Weltpresse bezeichnet. Suchen Sie indessen in Ihrem Volk eine antijahweistische Bewegung zu gründen und zu stärken.

Nach drei Jahren erwarten wir dann von Ihnen, daß Sie öffentlich erklären, daß wir die Wahrheit sagen.

Als dies nicht geschah, schrieb Ludendorff 1930:

Es wird nun Zeit, daß Sie Ihr Versprechen erfüllen, sonst kann nicht ich, sondern Hitler im deutschen Reich Entschlüsse bestimmen. Er wird anders mit Ihrem Volk verfahren als wir, die aus eigener moralischer Überzeugung nur das „Joch Jacobs“ abschütteln und den Völkern die Freiheit, auch „Herr zu sein“, erringen wollen.

Die Wortwahl Ludendorffs mag teils patriarchal erscheinen, er spricht von „Kampf“, das dahinterstehende Wollen, die geistige Auseinandersetzung und Zurückweisung imperialistischer Herrschafts-Ideologien, ist ihrem Wesen nach jedoch klar matriarchal.

Bekannt ist das Ludendorff-Telegramm vom 1.2.1933 an Hindenburg, einen Tag, nachdem dieser Hitler zum Reichskanzler ernannt hatte:

Sie haben durch die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler einem der größten Demagogen aller Zeiten unser heiliges deutsches Vaterland ausgeliefert. Ich prophezeie Ihnen feierlich, daß dieser unselige Mann unser Reich in den Abgrund stoßen, unsere Nation in unfaßliches Elend bringen wird.

Ein klarer Beweis, daß der als „Nazi“ verschriene Ludendorff genau das Gegenteil gewesen sein muß, offensichtlich ein Widerstandskämpfer der ersten, nicht der letzten Stunde wie Stauffenberg.

Dennoch wurde wieder einmal dumpf unwissend die Schublade „Antisemitismus“/“Nazi“ aufgerissen. Maren P. durfte ihre Schule nicht mehr betreten – wieder ein Fall von faschistoider, extrem-patriarchaler Herrschafts-Handlungsweise statt Anhören, Zuhören, Kennenlernen und Achtung vor der Menschenwürde!

Matriarchales Denken will Leben schützen, somit setzt es auch Grenzen

Elga Sorge (Bild: Kohlhammer)

Matriarchales Leben, dessen Zeichen z. B. auch der „Runde Tisch“ ist, kann nicht Toleranz um jeden Preis wollen. Es fordert das Grenzen-Setzen, den Schutz der schöpferischen Freiheit der Menschen in ihren Gemeinschaften. So berichtet die feministische Theologin Elga Sorge von einem Brief an sie „per Zeitungsbericht“ von

außerordentlich liebenswürdigen deutschen Juden in Haifa, die mich zu einem Vortrag über „Eros und Frieden“ eingeladen hatten …

Darin heißt es:

Wir können der mutigen Kämpferin nur wünschen, daß es ihr gelingt, nicht zuletzt dank ihrer hohen Intelligenz und ihrem großen weiblichen Charme, mit ihren Gegnern fertig zu werden, den „Scheiterhaufen“ oder was schlimmer wäre, schweigende Nichtbeachtung zu vermeiden und ihre Friedens-Utopie zu fördern.

Elga Sorge wurde also durchaus als „Kämpferin“ wahrgenommen, als Geisteskämpferin eben, und bemerkt dazu:

Interessant daran sind die beiden zentralen Verfahren, die man für feministische Gedanken voraussieht: „Scheiterhaufen“ oder „schweigende Nicht(be)achtung“. Dies waren und sind die bewährten Methoden, mit denen das abendländische Patriarchat ca. 3000 Jahre lang Frauen be-herr-schte und zur Bedeutungslosigkeit verurteilte.

Doch gilt dies nicht nur den Frauen gegenüber, sondern allen das Patriarchat gefährdenden Bestrebungen gegenüber, Bestrebungen u. a. auch von (matriarchalen) Männern, wie der „Fall“ Ludendorff zeigt.

Doch wohlgemerkt: Grenzenlose Duldsamkeit war dem Matriarchat fremd, wie auch Gerda Weiler (a. a. O., S. 276) darlegt:

Die integrierte, dem Leben zugewandte Aggressionsfähigkeit des matriarchalen Bewußtseins hat ihre Entsprechung in der politischen Abgrenzung eines Stammes gegen benachbarte Völker, die durch kultische Demonstration gewährleistet wird. Ich habe den „Lauf um die Mauer“ des Königs von Memphis erwähnt. Von der Pharaonin Hatschepsut ist bekannt, daß sie nach ihrer Thronbesteigung eine Reise entlang der Grenzen ihres gesamten Landes unternommen hat, um auf friedliche Weise „Grenzen zu setzen“. Die gleiche Haltung habe ich bei dem benjaminitischen König Saul noch um 1000 v. u. Z. nachgewiesen.

Mahmud Ahmadinedschad umarmt – „unislamisch“ – eine Frau,

und zwar die Mutter des verstorbenen venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez bei dessen Totenfeier. Nun mußte er sich den zornigen klerikalen Patriarchen, den Imamen Irans, stellen. Er hatte einer tiefmenschlichen Regung aus seinem Innersten nachgegeben und damit als Moslem gegen die Vorschriften des Koran verstoßen. Wie tief er in den Fesseln dieses patriarchalen widernatürlichen Geistes festsitzt, zeigt seine kindische Ausflucht:

Ahmadinedschad hatte zunächst bestritten, eine fremde Frau umarmt zu haben, und dann behauptet, das Berührungsverbot gelte nicht für alte Frauen … (Südkurier v. 13.3.13)

Hat das evangelische Christentum in den letzten Jahrzehnten eine „Befreiungs-Theologie“ erfahren, so beharrt der Islam – wie das orthodoxe Judentum – in seinen „ehernen“,“unabänderlichen“ Gesetzen, von denen Dipl. Chem. Dr. Hans Penner aus Linkenheim-Hochstetten in einem Brief an den Landesbischof Prof. Dr. Bedford-Strohm einige charakteristische zusammengestellt hat, nachdem dieser am 10.3.13 in München in seiner evangelischen Kirche einen Imam an Stelle der Predigt einen islamischen Vortrag hatte halten lassen (Südd. Z. 11.3.13):

Für den Islam ist der Koran das unabänderliche Gesetz der islamischen Gottheit, das von jedem Moslem bei Strafe befolgt werden muß.

  • Der Koran verbietet Religionsfreiheit.
  • Der Koran legt fest, daß die Verkündigung des Zentrums des christlichen Glaubens, nämlich die Gottessohnschaft und der Erlösungstod von Jesus Christus, Gotteslästerung ist.
  • Konsequenterweise befiehlt der Koran die Christenverfolgung. Koranstellen siehe www.fachinfo.eu/fi034.pdf.
  • Der Koran befiehlt die Ausbreitung des Islam erforderlichenfalls mit Gewalt. Das schließt die Islamisierung Deutschlands ein. Koranstellen siehe www.fachinfo.eu/fi033.pd.
  • Die Suren der aggressiven medinischen Phase des Koran lösen die meist zitierten Suren der vorausgegangenen friedlichen mekkanischen Phase ab.
  • Jedes Jahr werden Tausende von Christen um ihres Glaubens willen von Moslems ermordet.
Nun, die christliche Kirche kann ebenfalls in Abgründe ihrer kriminellen, völkervernichtenden Geschichte zurückblicken, die durchaus auf biblischen Aufforderungen dazu fußen.

Indessen wurde soeben der neue Papst inthronisiert,

ein Angehöriger des lupenrein patriarchalen, nur Männer aufnehmenden Jesuitenordens mit streng pyramidenartig aufgebauter Hierarchie,

an deren Spitze der Machthaber steht, der sich die kreative Potenz der Unterworfenen dienstbar macht. Darin versündigen sich die Machthaber an ihren Mitmenschen, die sie zur Ohnmacht zwingen. (Gerda Weiler, a.a.O., S. 274)

Zu diesen Ohnmächtigen zählen in der katholischen Kirche die Frauen, ungeachtet dessen, daß sie – freiwillig und unentgeltlich – die Basisarbeit in eben dieser Kirche verrichten.

„Wenn Frauen in der Kirche streiken“ (die taz vom 5.4.1983), bleiben die Kirchen leer. (Elga Sorge a. a. O., S. 31)

Das hindert viele von ihnen nicht, auf dem Petersplatz des neuen Machthabers „ihrer“ Kirche zu harren und ihm, wenn er sich dann – hochherrschaftlich-gnädig wie ein Monarch – auf dem Balkon seinem Kirchen-„Volk“ zeigt, frenetisch zuzujubeln. Sie kannten den Jesuiten aus Argentinien bisher nicht, sie wissen nicht, wer er wirklich ist und welche Entscheidungen er hinter den Mauern des Vatikan zukünftig treffen wird.

Der Südkurier (15.3.13) stellt jedenfalls schon mal fest:

Der argentinische Klerus hat mit den Militärdiktatoren in der „bleiernen Zeit“ (1976-83) eng kooperiert. Jedenfalls waren die Bischöfe keineswegs bekannt dafür, sich für die Opfer der Diktatur einzusetzen. Ihnen saß noch die Angst in den Knochen, sich mit der staatlichen Macht anzulegen …

Es gab Bischöfe, die Komplizen der Diktatur waren, aber Bergoglio nicht.

Bergoglio-Franziskus unschuldig? Jedenfalls erfahren wir – im Widerspruch dazu – weiter:

Im Mai 1976 waren die beiden ehemaligen Jesuitenpatres Orlando Yorio und Francisco Jalics von Militärs entführt und für mehrere Monate inhaftiert worden. Da die beiden zuvor wegen theologischer Differenzen von ihrem damaligen Provinzial Bergoglio aus dem Orden ausgeschlossen worden waren, warfen ihm drei Jahrzehnte später argentinische Publizisten vor, er habe die beiden schutzlos gelassen und damit indirekt den Militärs ausgeliefert.

Patriarchaler Krieg gegeneinander in Reinkultur!

Denkende Menschen, Männer wie Frauen, haben längst begonnen, dem Treiben Grenzen zu setzen. Die Macht der patriarchalen Systeme liegt in ihren gläubigen Völkerscharen. Sie ist daher allein durch freie, in die Tiefe gehende Gespräche, Aufklärung und Unterlassen der Kindheitssuggestionen zu Gunsten der weltmachtgierigen Glaubens-Herrschaftssysteme und durch den schlichten Austritt der Massen aus diesen Herrschaftsystemen zu überwinden, die den Menschen weismachen wollen, die Weisheit komme von „oben“.

Göttliche Weisheit waltet in jedem von uns. Besinnen wir uns auf sie und lassen wir uns – statt von dogmatischen Männerbünden – von ihr leiten!

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