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Bevölkerungsentwicklung 4. Teil

Thomas Engelhardt:

Im Falle eines anderen Kriegsausganges des „Großen Krieges“ waren in Deutschland unterschiedliche Maßnahmen geplant, um erstens die Kriegsverluste und damit die Geburtenausfälle zu kompensieren und zweitens Grundlagen zu schaffen, um ein stabiles und nachhaltiges Bevölkerungs-wachstum zu bewerkstelligen.

Die damals verantwortlichen Führungskräfte in den vier Machtsäulen des nationalsozia-listischen Staates (NSdAP, staatliche bzw. ministerielle Verwaltung, Schutzstaffel der NSdAP, Deutsche Wehrmacht) gingen von der Tatsache aus, daß nach Errichtung der „Bren-nenden Grenze“ an der Linie Archangelsk-Wolga-Astrachan noch Jahre und Jahrzehnte bewaffnete Auseinandersetzungen mit der in Sibirien reorganisierten Roten Armee stattfinden würden.

Um die rückwärtigen Frontgebiete zu sichern war ein tief gestaffeltes Verteidigungssystem auf der Grundlage von Wehrsiedlern geplant, vergleichbar der ehemaligen österreichischen Militärgrenze.

Ostdeutschland (die preußischen Ostpro-vinzen sowie die beiden 1939 gegründeten neuen Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland) wies 1944 eine Bevölkerungszahl von etwa 12 Mill. Deutschen (und Deutsch-stämmigen) auf (die in der Literatur oft ge-nannte Zahl 9,5 Mill. Deutsche bezieht sich ausschließlich auf die Deutschen in Ost-deutschland innerhalb der Grenzen vom 31.12.1937).

Dagegen lebten in West- und Süddeutschland (das ist das Territorium des 1949 von den Kriegssiegern gegründeten westdeutschen Teilstaates namens „BRD“) im Jahre 1944  38 Millionen Menschen (heute, Stand April 2024: 64 Millionen Einwohner).

Aber bereits damals wurde eine im Vergleich zu Mittel- und insbesondere zu Ost-deutschland und den mit Erlaß v. 20. Okt.1939  gebildeten „Neuen deutschen Ostgebieten“[1] ungleiche Bevölkerungs-verteilung identifiziert.

Zu diesem Zweck sollte Süd- und West-deutschland bis etwa 1955/1960 schrittweise entsiedelt und etwa 8 Millionen Deutsche in Ostdeutschland angesiedelt werden. Für Ostpreußen[2] (1944: 2,5 Mill. Einwohner) wurde im Jahr 1970 eine Bevölkerung von ca. 5 Mill. geplant[3], für den Reichsgau Warthe-land[4] ebenfalls etwa 5 Millionen Einw. und für Danzig-Westpreußen[5] 3,8 Mill. Einwohner.

Der am 1. August 1941 gebildete Bezirk Bialystok (CdZ-Gebiet)[6] war als Anschluß-gebiet und künftiges deutsches Siedlungs-gebiet vorgesehen. Perspektivisch war vorgesehen, innerhalb von 25-30 Jahren Voraussetzungen für eine deutsche Neu-siedlung und Binnenkolonisation zu schaffen.[7]

Geplant war, in diesem Territorium Bialystok etwa im Jahr 1970 einen neuen Reichsgau Neu-Ostpreußen zu gründen, der die Auf-gabe eines Ergänzungsraumes und künftigen Anschlußgebietes haben sollte. Vorgesehen war die Ansiedlung von 2- 2,5 Millionen Bauernsiedlern und Kolonisten.

Insgesamt waren das anspruchsvolle Ziel-stellungen, die durch unterschiedliche Maßnahmen zu bewerkstelligen gewesen wären:

  • Neuansiedlung von Zuzüglern aus West- und Süddeutschland

  • Rücksiedlung von Auslandsdeutschen (Vertrags- und Administrativumsiedler)

  • Eindeutschung von Deutschstämmigen in den Neusiedelgebieten der Neuen deutschen Ostgebiete

  • staatliche Unterstützungsmaßnahmen und Familienpolitik (neue Steuergesetzgebung, Kindergeld,

zinsgünstige Familienkredite, staatliche Ehestandsdarlehen, Familienbeihilfen usw.).

Heute ist kaum mehr bekannt (da das nationalsozialistische Deutschland den Bundesdeutschen nur als Vorhof der Hölle gilt und als Ausgeburt angeblich teuflisch kranker Gehirne interpretiert wird), daß alle diese oben genannten Maßnahmen refor-mierter Familien- und Sozialpolitik bereits nach 1933 zur Anwendung kamen und auch in entsprechende Gesetze und Richtlinien umgesetzt wurden.

Bevölkerungspolitik ist und muß demzufolge mehr sein als nur An- und Umsiedlungsmaßnahmen.

Nur in einem in sich gesunden Staatswesen kann sich eine Bevölkerung in jeder Genera-tion  nachhaltig erneuern. Insofern ist diese jetzt existierende „BRD“ das genaue Gegenteil des national-sozialistischen Deutschland. Welches Staatswesen krank, verdorben, sterbend, faulend, parasitär und in sich brüchig war bzw. ist, liegt auf der Hand und muß nicht weiter begründet werden.

Um die Kriegsverluste des I. Weltkrieges (2 Millionen Gefallene) sowie des II. Weltkrieges (etwa 5,5 Millionen Gefallene) auszugleichen wären zwei, drei Generationen forcierter und unter-stützender Bevölkerungs- und Fami-lienpolitik nach dem I. bzw. nach dem II. Weltkrieg vonnöten gewesen. Dies konnte aber weder die sog. Weimarer Republik und erst recht nicht der Besatzungsstaat „BRD“ leisten.

Denn berücksichtigt werden muß, es waren junge Männer, in der Blüte eines jungen Lebens stehend, die selbst keine Väter werden konnten, weil sie auf den Schlacht-feldern beider Kriege und an den Fronten fielen.

Die Folge bereits nach dem I. Weltkrieg war ein massiver Einschnitt in der Zahl der ab 1920-1925 geborenen Kinder. Der Gebur-tenverlust wird mit etwa 5-6 Millionen Kin-dern geschätzt! Und nach 1945 wanderten etwa 500.000 deutsche Frauen auch vor dem Hintergrund der hohen Gefallenenzahlen in die Vereinigten Staaten aus.

Man vergleiche jedoch die Geburtenzahlen in Deutschland (ohne Österreich):

1901 : 1,98 Millionen (Höchstzahl seit 1871)

1909 : 1,92 Millionen

1914 : 1,87 Millionen

1915 : 1,35 Millionen

1916 : 1 Million

1918 : 926.000

1921 : 1,58 Mill.

1924 : 1,29 Mill.

1926 : 1,24 Mill.

1927 : 1,17 Mill.

1931 : 1 Million

1932 : 993.000

Mit der Regierungsübernahme durch das Kabinett Hitler stiegen die Geburtenzahlen wieder an; die Menschen vertrauten der neuen Regierung und sahen voller Zuversicht in die Zukunft. Die damaligen Geburtenzah-len belegen diese These:

1933   971.000

1934  1,19 Mill.

1935  1,26 Mill.

1936  1,27 Mill.

1937  1,27 Mill.

1938  1,34 Mill.

1939  1,41 Mill.

1940  1,4 Mill.

1941  1,30 Mill.

1942  1,05 Mill.

1943  1,12 Mill.

1944  1,21 Mill.

1945  1,06 Mill.

1946  921.000

1947 1 Mill.

Die Gesamt-Geburtenverluste infolge des Kriegsverlustes 1945 summieren sich in der ersten Generation nach 1945 (das sind die angenommenen Geburtsjahrgänge ab 1945, also Kinder, die niemals geboren wurden) auf etwa 10-15 Mill. Kinder.[8]

In der nächst folgenden Generation fehlen demzufolge erneut die eigentlich notwendi-gen Reproduktionszahlen: Bis 1985 kommt es daher noch einmal zu einem Geburten-defizit von ca. 15-20 Millionen; gerechnet ab dem Jahr 1945 wurden also in den vier Jahr-zehnten 1945-1985 etwa 25-30 Millionen weniger Kinder geboren.[9]

Zwei andere Zahlenbeispiele:

1864 wanderten aufgrund der Aufhebung der Sonderrechte und Privilegien für die Wolga-deutschen etwa 6.000 der damals etwa 165.000 Einwohner umfassenden Wolgako-lonie (Nachkommen der drei Generationen vorher, zwischen 1764-1767 vornehmlich aus Hessen, süddeutschen Gebieten und dem Elsaß eingewanderten etwa 30.000 Koloni-sten !!! ) nach Süd-Brasilien aus.

Dort haben sich diese 6.000 wolgadeutschen Siedler innerhalb von etwa 5-6 Generationen auf etwa 600.000 vermehrt (sic.).

Diese brasilianischen Wolgadeutschen, die heute allerdings mehrheitlich portugiesisch sprechen und als assimiliert  (bzw. im bra-silianischen Sinne naturalisiert) gelten müssen, sind heute die einzige übrig ge-bliebene Gruppe der Wolgadeutschen (die nach 1917 infolge Revolutionsterror, „Entkulakisierung“ sowie Deportation, Lagerhaft und Vernichtung ihres Siedlungs-gebietes bis 1955 etwa 60 % ihres Volksbe-standes verloren) von Bedeutung (die aus den Deportationsgebieten in Sibirien und Kasachstan ins Bundesgebiet rückgesiedelten mehrere Hunderttausend Wolgadeutschen sind im bundesdeutschen „melting pot“ faktisch zerrieben worden.

Beispiel DDR. Im anderen deutschen Staat wurde bis 1989 eine nachhaltige Bevölke-rungs- und Familienpolitik betrieben. Zahlreiche sozialpolitische Maßnahmen ab 1973 führten zu einer Stabilisierung der Geburtenziffern und ermöglichten eine Stabilisierung der seit 1949 sinkenden Bevölkerungszahl (nicht zuletzt durch die Fluchten in die Westzonen, insgesamt bis 1961 3,5 Millionen).

In den 1980er-Jahren konnte sogar bereits wieder eine leichte Bevölkerungszunahme registriert werden, die aber infolge der ge-nehmigten Übersiedlungen und Ausreisen ins Bundesgebiet (1978-1988 etwa 230.000 und 1989 344.000)[10] gegenstandslos und mehr als „aufgefressen“ wurde.[11]

Man kann daher durchaus sagen, daß der bundesdeutsche Staat, der selbst keinerlei Anstrengungen für eine nachhaltige Be-völkerungspolitik betrieb, infolge der Ein-wanderung aus der DDR indirekt von der vorbildlichen Familien- und Sozialpolitik des anderen deutschen Staates profitierte, da überwiegend junge, leistungsbereite und in der Regel sehr gut ausgebildete Übersiedler ins Bundesgebiet kamen (mehr als 70 % dieser Zuwanderer hatten Hoch- oder Fachschulausbildung !!!).

Hinzu kommen die Hunderttausenden deutschen Zuwanderer (in der „BRD“ als „Aussiedler“ definiert) aus anderen Staaten (UdSSR, Polen, Rumänien, Ungarn).

[1]Neben den beiden 1939 neu gegründeten Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Wartheland waren das: Regierungsbezirk Zichenau, der Landkreis Sudauen (beide zu Ostpreußen), die Landkreise Rippin und Lipno (zu Danzig-Wstpreußen), die neuen oberschlesischen Landkreise Blachstedt (Blachownia), Warthenau (Zawiercie), Bendsburg (Bendzin), Ilkenau (Olkusz), Krenau (Chrzanow), Bielitz (Bielsko) (mit Auschwitz!) und Saybusch (Zywiec) sowie der Bezirk Bialystok (geplant: Neu-Ostpreußen).

[2]Ostpreußen (Stand 31.12.1937), ab 1922 mit Regierungsbez. Westpreußen (Marienwerder) = 36.992 km².

Am 20. Oktober 1939 fiel der Regierungs-bezirk Westpreußen an den neuen Reichsgau Danzig-Westpreußen.

Ostpreußen (mit dem infolge Staatsvertrag v. 23.03.1939 mit Litauen zurück gewonnenen Memelland) 1939: 36.481 km² (Anfang 1939 umfasste Ostpreußen, einschließlich des Regierungsbezirks Westpreußen, jedoch ohne das Memelland (Angliederung am 23. März 1939) und das Soldaugebiet (Eingliederung Sept. 1939) , 36.481 km² mit 2.341.008 Einwohnern).

Ostpreußen 1939 (nach der Neugliederung infolge des Zerfalls des polnischen Staates) nach der Angliederung des bis 1919/20 zum ostpreußischen Kreis Neidenburg gehörenden Soldaugebietes (510 km²) sowie des am 8.10.1939 neu gebildeten Regierungsbezirks Zichenau (13.186 km², 895.000 Einw., davon 15.000 Deutsche) = 50.177 km²

(Anm.: Der Regierungsbezirk Zichenau lag außerhalb der Binnen-, Polizei-, Zoll- und Währungsgrenze, an der Grenze bestand Durchlaßscheinzwang.)

(Regierungsbezirk Zichenau ab 1939: Kreise Zichenau, Praschnitz, Mackeim, Mielau, Scharfenwiese, Schröttersburg, Plöhnen, Ostenburg, Sichelberg, urspr. Schirps).

Provinz Ostpreußen nach der Angliederung des 1941 neu gebildeten Kreises Sudauen: 51.485 km²

Bevölkerung in Ostpreußen Mai 1939 (einschl. Memelland, ohne Regierungsbez. Westpreußen): 2,34 Mill.

Bevölkerung 1939: 2,6 Millionen (Qu.: Landsmannschaft Ostpreußen e. V.)

Qu.: Wohnbevölkerung nach dem Stand der Volkszählung vom 17. Mai 1939 (2.488.122 Einw.) unter Abzug des Regierungsbezirks Westpreußen (301.808 Einw. auf 2.925,93 km²) und Hinzuzählung des Memellandes (154.694 Einw. am 01.01.1940 auf 2.416 km²). Zur Provinz Ostpreußen( in den Grenzen von 1918) gehörte das Soldaugebiet (bis 1919/20 zum Kreis Neidenburg;  mit 501 km², Wohnbevölkerung 24.830 Einw. Mitte 1939). Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 58 (1939/40), S. 7 bzw. S. 10; Gemeindestatistik. Ergebnisse der Volks-, Berufs- und landwirtschaftlichen Betriebszählung 1939. Heft 1: Ostpreußen. Berlin 1943 (Statistik des Deutschen Reichs 559), S. 4−5.

[3]Ostpreußen ab 1939 einschl. des neu gebildeten Regierungsbezirks Zichenau, ab 1941 einschl. des neu gebildeten Kreises Sudauen (des zu dieser Zeit größten Kreises Ostpreußens).

[4]Reichsgau Wartheland: 43.905 km². Im Jahre 1939: 4,7 Mill. Einwohner, davon 327.000 Deutsche (= 7,6 %).

Ab 1939 wurden 200.000 Deutsche aus anderen Gebieten Deutschlands (Altreichsgebiet) im Wartheland angesiedelt bzw. kamen als Verwaltungsbeamte und Behördenangestellte in das Land. Hinzu kamen 232.000 aus ihren Heimatgebieten in Osteuropa umgesiedelte Volksdeutsche (u. a. etwa 95.000 Bessarabiendeutsche, 100.000 Buko-winadeutsche, 15.000 Dobrudschadeutsche sowie Deutsch-Balten).

215.000 Polen wurden eingedeutscht und in die Deutsche Volksliste aufgenommen.

1944/45 lebten im Reichsgau Wartheland insgesamt etwa 1,1 Mill. Deutsche.

[5]Reichgau Danzig-Westpreußen, 26.056 km². 1939 2,28 Mill. Einwohner, davon 1,05 Mill. Polen u. 1,2 Mill. Deutsche (etwa 500.000 Dt. im Korridorgebiet, 302.000 Dt. im bis 1939 zu Ostpreußen gehörenden Regierungsbez. Marienwerder u. 408.000 Dt. im Gebiet des bis1939 bestehenden Freistaats Danzig (Freie Stadt Danzig).

Nach 1939 siedelten sich 50.000 Deutsche (Verwaltungsbeamte, Behördenangestellte) aus dem Altreichsgebiet an.

Aufgenommen wurden darüber hinaus auch 51.000 Deutsch-Balten (volksdeutsche Vertragsumsiedler).

Bis 1942 wurden 1,15 Mill. Einwohner in die Deutsche Volksliste aufgenommen, davon 870.000 eingedeutschte

Polen. Die deutsche Gesamtbevölkerung belief sich 1944/45 auf etwa 1,7 Millionen Deutsche, einschl. der eingedeutschten Bevölkerung  fast 2,5 Mill.

[6]CdZ-Gebiet = Territorium unter deutscher Zivilverwaltung (CdZ = Chef der Zivilverwaltung).

Bezirk Bialystok (gegründet am 1. August 1941, unter deutscher Zivilverwaltung stehend): 31.000 km², 1.38 Mill. Einw. (830.000 Polen, 300.000 Weißruthenen, 200.000 Ukrainer, 50.000 Juden u. 2.000 Deutsche.

Der Bezirk Bialystok umfasste zunächst den Stadtkreis Białystok und die Landkreise Augustowo, Białystok, Bielsk, Grajewo, Lomscha, Pruzana, Sokolka und Wolkowysk. Am 1. September 1941 wurde u. a. das Gebiet um Grodno in das Reichskommissariat Ostland integriert. Der Erlass über die Abgrenzung des Bezirkes Bialystok vom 18. September 1941 trennte das Gebiet um Grodno vom Reichskommissariat Ostland ab und gliederte es am 1. November 1941 in den Bezirk Bialystok ein. Der Kreis Augustowo wurde 1942 auf die Landkreise Grajewo und Grodno aufgeteilt, der Landkreis Pruzana wurde mit dem Landkreis Bielsk vereinigt.

[7]„Seit dem 1. Januar 1942 galt als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel die Reichsmark. Zum 1. April 1942 wurde das deutsche Post- und Fernmelderecht eingeführt. Der Bezirk Bialystok gehörte nun zur Reichspostdirektion Gumbinnen. Ab 1. August 1942 galt das ostpreußische Kennzeichen I C für Kraftfahrzeuge. Seit dem 1. November 1942 galt im gesamten Bezirk das deutsche bürgerliche, Straf- und Strafverfahrensrecht. Dementsprechend wurden Amtsgerichte in Białystok und Grodno unter dem Landgericht Bialystok gebildet, das dem Oberlandesgericht Königsberg (Pr) nachgeordnet war, sowie zusätzlich das Sondergericht Bialystok. Zum 1. Dezember 1942 wurde der allgemeine (Reichs-)Postdienst übernommen. Ostpreußen und der Bezirk Bialystok erhielten später gemeinsam die Postleitzahl 5 b. Am 1. Mai 1943 wurde für die nicht reichsdeutschen Bewohner des Bezirks Bialystok eine zweijährige Dienstleistungspflicht eingeführt, unter der Zuständigkeit der Arbeitsämter. Zuletzt wurden ab 1. November 1943 auch die Vorschriften über die Hitler-Jugend (HJ) noch eingeführt, unter der Leitung des Führers des Gebietes Ostpreußen der HJ.“ Qu.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Bialystok

[8]Der Geburtenausfall resultiert aus den infolge des I. Weltkrieges eingetretenen  Geburtendefiziten, aus der Zahl der 5,5 Mill. Gefallenen 1939-1945, aus dem hieraus resultierenden Frauenüberschuss, der sinkenden Zahl der Heiraten (die statistisch nachgewiesen werden kann), den etwa 5,5 Mill. Toten infolge Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten und Deportationen  in die Sowjetunion (insgesamt etwa 3 Millionen Deutsche und Auslandsdeutsche (z. B. Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, Schwarzmeerdeutsche usw.), davon 900.000 bis 1 Million Frauen aus den sowjetisch besetzten Gebieten Deutschlands; Todesrate im GuLag etwa 60 % (sic.) dem Besatzungsterror (1948 waren noch 3,4 Millionen Deutsche in Zwangsarbeitslager der Kriegssieger, die heute

„Befreier“ genannt werden müssen, gefangen !!!), der Militärdiktatur der Kriegssiegermächte (den alliierten

Militärdiktaturen fielen in der SBZ 600.000 Deutsche, in den Westzonen etwa 800.000 Deutsche zum Opfer, den

etwa 300.000 Selbsttötungen beim Vorrücken der Invasionsarmeen usw. usf..

Die Frauenabwanderung (Auswanderung) nach 1945 in die Vereinigten Staaten (etwa 500.000), erhöhte Kinder-

sterblichkeit in der Nachkriegszeit 1945-1948 (allein 1946/1947 starben etwa 500.000 Kinder allein in den Westzonen an Hunger, Unterernährung, Krankheitsanfälligkeit (Hungerwinter 1946/1947 !!!) verstärkten die kriegsbedingten Geburtenausfälle.

Diese Fakten sind heute drei Generationen später nicht mehr bekannt, das Thema wird unterdrückt, die Zusammenhänge bleiben ungenannt. Statt dessen das große Mantra von der glorreichen „Befreiung“ im April/Mai 1945.

Woraus folgt: die heutigen Bundesdeutschen folgen einem Wahn, verleugnen ihre eigene Geschichte und die ihrer Vorfahren!

Lit.:  Daniela Hendel: Die Deportationen deutscher Frauen und Mädchen in der Sowjetunion 1944/1945. Berlin 2008 (hrsg. von Bund der Stalinistisch Verfolgten Förderverein e. V.).

Freya Klier: Verschleppt ans Ende der Welt: Schicksale deutscher Frauen in sowjetischen Arbeitslagern. (5. Aufl.) – München: Ullstein, 2000. ZWANGSARBEITERINNEN: Gefangen, gepeinigt, vergessen. Focus, 9.08.2018.

(Als „lebende Reparationen“ wurden von 1944 bis Ende April 1945 mehrere Hunderttausend deutscher Zivilisten aus den Ostprovinzen des Deutschen Reiches sowie aus den Sied-lungsgebieten in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien zur Zwangsarbeit in sowjetische Arbeitslager verschleppt.

Laut Historiker Andreas Kossert überlebte fast jeder zweite der Zivildeportierten, unter ihnen zahlreiche Frauen und Mädchen, die Lagerhaft nicht.)

[9]Unter der Prämisse eines anderen Kriegsausganges sowie unter Zugrundelegung einer nachhaltigen Familienpolitik in den Nachkriegsjahren und einer entsprechend hohen Geburtenrate in den Folgejahrzehnten (vergleichbar jener der Jahre 1935-1940 mit jährlich 1,5 Mill. Geburten) hätten die Bevölkerungsverluste des Krieges (Wehrmachts- gefallene und Zivilopfer) innerhalb von zwei Generationen (etwa bis 1990) mehr als ausgeglichen werden können.

Deutschland in den 1939 bzw. 1941 neu entstandenen Grenzen (1939: 681.160 km²) würde heute eine Bevölkerung von etwa 120-130 Mill. Einwohnern (wohlgemerkt Deutsche, keine Fremdstämmigen) aufweisen.

Großdeutschland  (einschl. Österreich 83.871 km², Sudetenland 29.140 km², Memelland 2.657 km², der Freien Stadt Danzig 1.893 km² sowie der 1939 eingegliederten „Neuen deutschen Ostgebiete“ 91.974 km² umfaßte 1939 681.160 km².

Der überwiegende Teil dieser mittels Erlaß vom 8. Oktober 1939 gebildeten„Neuen deutschen Ostgebiete“ war bis 1919/1920 Bestandteil des Deutschen Reiches; zu den Neuen deutschen Ostgebieten gehörten:

  • Reichsgau Danzig-Westpreußen (mit dem ehem. Freistaat Danig) 26.056 km²,

  • Reichsgau Wartheland 43.905 km² (davon 28.991 km² der bis 1919 existierenden ehem. Provinz Posen; abzüglich der Kreise Schneidemühl, Bomst, Fraustadt, Meseritz Schwerin sowie der Restkreise, Czarnikau, Filehne und Kolmar i. Posen, die 1920 die neue Provinz Gremzmark Posen-Westpreußen bildeten und nach Auflösung der Grenzmark i. J. 1938 an Pommern fielen),

  • Regierungsbezirk Zichenau (an Ostpreußen angegliedert) 13.186 km²,

  • Soldauer Gebiet (bis 1919 zum Kreis Neidenburg) 510 km²,

  • Kreise Rippin (Rypin) und Leippe (Lipno) (an Westpreußen angegliedert) sowie

  • Ostoberschlesien (mit westlichen Teilen der polnischen Wojwodschaft Schlesien) 10.586 km² (davon zum

Regierungsbezirk Kattowitz 7.835,5 km² und zum Regierungsbezik Oppeln 2.750,6 km²), Neue deutsche Ostgebiete  insgesamt 93.866 km² (davon ehem. Freistaat Danzig 1.893 km².

Abzüglich Danzig wurden im Jahr 1939 91.974 km² als „Neue deutsche Ostgebiete“ eingegliedert.

Lediglich der östliche Teil des neuen War-thegaues (Reichsgau Wartheland) sowie der Regierungsbezirk Zichenau waren auch vor 1918 bzw. vor den polnischen Annexionen 1919/1920 polnisches (bzw. russisches) Gebiet.

1941 wurde der neu gebildete Kreis Sudauen (1.307 km²), der 1939 zur sowjetischen In-teressensphäre gefallen war, an Ostpreußen angegliedert (jedoch lag er außerhalb der deutschen Zoll- und Polizeigrenze; es be-stand wie für den Reichsgau Wartheland ein Durchlaßschein-Zwang). Grundsätzlich ist deshalb nach 1939 zwischen eingegliederten Gebieten (beispielsweise Reichsgau Danzig-Westpreußen) und angegliederten Gebieten (Reichsgau Wartheland usw.) zu differen-zieren. Der überwiegene Teil der „Neuen deutschen Ostgebiete“ wurde nicht in das Reichsgebiet eingegliedert und lag außerhalb der Polizei-, Zoll- und Währungsgrenze (Geltungsbereich der Reichsmark).

Größenvergleiche:

Deutschland (Kaiserreich): 540.858 km²

Deutschland (Weimarer Republik) 468.787 km²

Deutschland (31.12.1937) 470.715 km² (nach Eingliederung des Saargebietes (1935) mit 1.910 km²)

Deutschland (März 1939) 473.372 km² (nach Eingliederung des 1920 durch Litauen annektierten Memellandes im März 1939 mit 1.910 km²)

Deutschland (und Österreich) (Sept. 1939) 681.160 km² (einschl. der 1920 durch Polen annektierten Gebiete Posen, Westpreußen, Ostoberschlesien, des Freistaates Danzig, des Regierungsbezirks Zichenau, Polnisch-Schlesien, des östlichen Teils des neuen Reichsgaues Wartheland sowie  ehemaliger polnischer Gebiete)

Deutschland (Ende 1939) 730.000 km² (einschl. des Protektorats Böhmen & Mähren mit 49.000 km²).

Wird der angegliederte Bezirk Bialystok (31.000 km²) hinzu gezählt umfaßte das Staatsgebiet mit den an- und eingegliederten Gebieten 761.000 km².

Zum Vergleich BRD-Staat: 357.592 km² bzw. frühere DDR einschl. Ostberlin 108.875 km²; Ostdeutschland 114.125 km² (in den Grenzen von 1937; ohne Freie Stadt Danzig 1.893 km²) [Gebietsstand 31.12.1937: Ostpreußen: 36.966 km², Schlesien: 34.529 km², Pommern: 31.301 km², Ostbranden-burg (Neumark und östliche Teile der Niederlausitz): 11.329 km²]

Anm.:  Ostpreußen 1918: 36.933 km², Ostpreußen Stand Mai 1939: 36.481 km² (einschl. Regierungsbezirk West-preußen, ohne Memelland und ohne Soldauer Gebiet).

Nach der Eingliederung des Memellandes (23. März 1939) sowie des Soldauer Gebietes (Okt. 1939) zählte die Provinz kurzzeitig 39.648 km². Nach der Abtrennung und Ausgliede-rung des Regierungsbezirks Westpreußen (Eingliederung in den Reichsgau Danzig Westpreußen) 36.723 km².

[10]Zuwanderer aus der DDR (Übersiedler und Flüchtlinge):

1949:  129.200

1950:  198.000

1951:  165.650

1952:  182.400

1953:  331.400

1954:  184.000

1955:  253.000

1956:  279.200

1957:  261.600

1958:  204.000

1959:  144.000

1960:  199.200

1961:  207.000

1962:   21.300

1963:   42.600

1964:   41.800

1965:   29.500

1966:   24.100

1967:   20.000

1968:   16.000

1969:   17.000

1970:   17.500

1971:   17.400

1972:   17.160

1973:   15.200

1974:   13.200

1975:   16.300

1976:   15.000

1977:   12.000

1978    12.000

1979    12.500

1980    12.700

1981    15.400

1982    13.200

1983    11.300

1984    41.000

1985    25.000

1986    26.100

1987    19.000

1988    40.000

1989   344.000

[11]Entwicklung der Einwohnerzahl in der SBZ/DDR (mit Ostberlin): 1949  18,8 Mill., 1955  17,8 Mill., 1965 17,0 Mill. 1975   16,8 Mill. 1985   16,6 Mill.

Fortsetzung folgt

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Dr. Gunther Kümel
1 Stunde zuvor

Eine Kleinigkeit: Das Memelland wurde zwar durch Versailles abgetrennt, aber 1920 noch nicht an Litauen angegliedert. Es galt als „Mandatsgebiet“ Frankreichs und stand unter Militärverwaltung einer frz. Besatzung.

1923 marschierten als „Freischärler“ bezeichnete Truppen Litauens ins Memelland ein, die Franzosen zogen sich kampflos zurück, offenbar nach Absprache mit Litauen.

Die Allierten haben die Annexion binnen Wochen als vollzogene Tatsache anerkannt.

Erst 1924 haben die Allierten durch das „Memelstatut“ formell gegenüber Litauen auf die Hoheit über das Land verzichtet. Das Memelstatut sah weitgehende Autonomie für das deutsche Land vor, aber Litauen hielt diese Bestimmungen nicht ein und ergriff weitgehende Maßnahmen zur Entnationalisierung der Deutschen. Die Bevölkerung war höchst unzufrieden, was Litauen mit der Verhängung des Kriegsrechts quittierte.

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