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Es war einmal ein Kreis-Krankenhaus

liebevoll im Grünen angelegt,

einstöckig, die meisten Krankenzimmer mit Terassentür zur Grünanlage, “jeder kennt jeden” – nämlich Ärzte, Ärztinnen, Schwestern, Pfleger, Patientinnen und Patienten.

Dann verschuldete sich der Landkreis bis über die Halskrause und verkaufte sein liebes Kreis-Krankenhaus an eine landesfremde Krankenhaus-Kette. Mehr unter Capio.

Die Capio Gruppe ist eines der führenden Unternehmen für Gesundheitsversorgung in Europa mit über 100 Gesundheitseinrichtungen in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Spanien und Portugal.

Das Kerngeschäft von Capio ist die stationäre Krankenhausversorgung und Diagnostik. Capio hat das Ziel, zum führenden Unternehmen im Gesundheitsbereich in Europa zu werden. Capio ist ein pan-europäisches Unternehmen und damit in der Lage, grenzüberschreitend zu agieren, sowohl in Bezug auf die geografischen Märkte als auch auf die medizinischen Fachbereiche.

Ich lese in der Selbstdarstellung nichts von einer Berufung, mit ärztlicher Heilkunst kranken Menschen beizustehen. Ich lese:

  • Unternehmen für Gesundheitsversorgung
  • Kerngeschäft
  • Ziel: zum führenden Unternehmen im Gesundheitsbereich in Europa zu werden
  • Märkte

Passend dazu die heutige Elbe-Jeetzel-Zeitung unter “… Führungswechsel bei Capio Deutsche Klinik GmbH”, gespickt mit verräterischen Worten:

  • neues Führungsteam
  • im Einvernehmen mit dem schwedischen Mutterkonzern
  • Unternehmensmitteilung
  • Verkauf der Klinikkette an den schwedischen Capio-Konzern
  • verdoppelter Umsatz
  • Zukäufe von Krankenhäusern
  • Akquisitionsstrategie
  • Regionalleiter und Geschäftsführer
  • Gesundheitskonzern
  • hochqualifizierter Gesundheitsmanager
  • operativer Geschäftsbetrieb
  • Unternehmensentwicklung
  • Marketing
  • Gesundheitsbranche
  • Managementvertrag

Was noch fehlt, ist ein ebenso kaltblütiges Bekenntnis zum Geschäftsfaktor Patient als Ware.

Ein Neubau ist geplant. 

Für die Zukunft hat das Dannenberger Krankenhaus große Pläne. Direkt neben der jetzigen Klinik wird bis 2011 ein Neubau (Investitionsvolumen ca. 30 Mio. €) entstehen. Der Baubeginn ist bereits für Anfang 2009 geplant. Das neue dreigeschossige Gebäude soll nach Fertigstellung den alten Gebäudekomplex ersetzen. Ein großer Vorteil des neuen Krankenhauses wird die kompakte Bauweise sein … (Bild)

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4 Comments
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Heike
13 Jahre zuvor

Auf der einen Seite muss ich sagen, es ist natürlich schon so, dass der Fortschritt nicht aufzuhalten ist und das es natürlich sicher besser ist, wenn man da ein neues Gebäude hinbaut, aber auf der anderen Seite wird es nie wieder so sein wie früher. Die Leute werden nicht mehr so zusammenhalten, weil sie sich einfach nicht mehr so kennen. Und es ist schade, dass man so ein Team und so eine Grundlage an Persönlichkeit aufgibt. Ich würde mir das noch mal überlegen. Aber da wird wahrscheinlich nichts mehr zu machen sein. Echt schade.

Sabine
13 Jahre zuvor

Also ich muss zu diesem Thema sagen, wir hatten auch einmal ein schönes, kleines Krankenhaus. Irgendwann wurde das Ganze dann zu einem großen Krankenhaus für einen ganzen Landkreis umfunktioniert, ständig wurden neue, hochmoderne Gebäude errichtet, was ja an sich nicht schlecht ist. Aber seitdem hat der gesundheitliche Bezug zu den Patienten doch sehr abgenommen, es kommt einem immer mehr vor, wie ein Massengeschäft, Leute mit Essen versorgen und einmal kurz gucken, ob sie noch am Leben sind, so wirklich wird man auch nicht mehr gefragt, wie es einem geht. Das finde ich zu unpersönlich und auch nicht unbedingt förderlich für die Heilung.

karsten
13 Jahre zuvor

Leider zählt auch hier mittlerweile: Masse statt Klasse! Die Zeiten sind einfach vorbei, daß man sich um jeden einzelnen Patienten aufopferungsvoll kümmert. Wenn ein Krankenhaus relativ voll ist, heißt rein, helfen und wieder raus. Sind viele Betten leer, heißt es bleiben. Hier wird hart kalkuliert und der Patient wird tatsächlich zur Ware!

Eisenmangel
13 Jahre zuvor

“Masse statt Klasse! Die Zeiten sind einfach vorbei!” – Da kann ich nur zustimmen!

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