Erfahrungen in der Obersten Heeresleitung 1916-18 – Ludendorff klärt auf
Mittwoch, 5. August 2026 von Adelinde
In unserer Zeit des seit 1914 immerwährenden Weltkrieges gegen das Deutsche Volk ist es gut, einmal wieder einem Mann zuzuhören, der mit der ihm übertragenen Verantwortung im 1. Teil des Weltkrieges vor 110 Jahren die Kriegführung innehatte. Wer – wenn nicht er – wußte wirklich, welche guten Kräfte gebraucht wurden und welche schädlichen am Werke waren.
Die ab 1915 im Innern wühlenden Fremdmächte sorgten sehr bald mit ihrer Hetze gegen Erich Ludendorff dafür, die Front aufzuweichen und zu dem Zweck das Volk zu verwirren. Lesen wir, was Erich Ludendorff in „Meine Kriegserinnerungen 1914-1918“ berichtet, die er innerhalb weniger Monate nach dem Kriege im schwedischen Exil aus dem Gedächtnis niederschrieb, aus dem Gedächtnis deshalb, weil er im Krieg selbst keine Zeit fand, Erinnerungen schriftlich festzuhalten.
Sie sind – wie viele seiner Aufklärungsschriften – Lehrstoff ersten Ranges:
Der Krieg vollends, den der Generalfeldmar-schall v. Hindenburg und ich vom 29. August 1916 an, dem Tage unseres Eintritts in die Oberste Heeresleitung, zu führen hatten, gehört zu den schwersten der Weltgeschich-te. Gewaltigeres und Erschütternderes sah der Erdball noch nie.
Deutschland mit schwachen Verbündeten rang in Unterlegenheit gegen die Welt. Ent-schlüsse von ungeheurer Schwere waren zu fassen. Sie ergaben sich mit zwingender Folgerichtigkeit aus der Kriegslage, unserer Auffassung vom Kriege und aus dem Wesen dieses Krieges.
… Anders aber als in den letzten Kriegen standen die Völker mit ihrer ganzen Kraft dicht aufgeschlossen hinter ihrer Wehrmacht und durchdrangen sie. Nur Frankreich gab 1870/71 schon ein ähnliches Bild.
Wo die Kraft des Heeres und der Marine be-gann, die des Volkes aufhörte, war in dem jetzigen Kriege nicht mehr zu unterscheiden. Wehrmacht und Volk waren eins. Die Welt sah den Volkskrieg im buchstäblichen Sinne des Wortes. In dieser versammelten Kraft standen die mächtigen Staaten der Erde gegeneinan-der.
Zum Kampf gegen die feindlichen Streitkräfte auf gewaltigen Fronten und weiten Meeren gesellte sich das Ringen gegen die Psyche und die Lebenskraft der feindlichen Völker mit dem Zweck, sie zu zersetzen und zu lähmen.
Leicht und wenig gefahrvoll ist es, mit star-ken Bataillonen Krieg zu führen und Schlach-ten zu schlagen. In solche Lagen sind aber der Generalfeldmarschall und ich in den drei ersten Kriegsjahren nicht gekommen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als nach Pflicht und Gewissen zu handeln und das auf uns zu nehmen, was wir für Erringung des Sieges als notwendig ansahen. Der Erfolg war in dieser Zeit auf unserer Seite.
Als wir vom März 1918 an in einem so gün-stigen Stärkeverhältnis angriffen, wie es der Krieg für Deutschland noch nicht gezeitigt hatte, reichte die Kraft zu großen Siegen, doch nicht zur schnellen Entscheidung aus. Dann erlahmte sie, während der Feind sich verstärkte.
Dieser Welt- und Volkskrieg verlangte Un-geheures von uns Deutschen, auf denen er mit seiner ganzen drückenden Schwere lag. Jeder einzelne mußte das Letzte hergeben, wenn wir ihn gewinnen wollten.
Wir mußten in des Wortes wahrer Bedeutung bis zum letzten Bluts- und Schweißtropfen kämpfen und arbeiten und dabei kampfwillig und, mehr noch, siegfreudig bleiben: eine schwere, aber zwingende Anforderung trotz der Not des Lebens, die der Feind uns be-reitete*, trotz des Ansturms der feindlichen Propaganda, die äußerlich so unmerklich, aber doch von so urgewaltiger Stärke war.
*) Die britische Seeblockade 1917, die die Zufuhr von Lebensmitteln verhinderte, so daß in Deutschland eine Hungersnot ausbrach.
Heer und Marine wurzeln im Vaterland, wie die Eiche im deutschen Boden. Sie leben von der Heimat und schöpfen aus ihr die Kraft. Sie können erhalten, aber nicht erzeugen, was sie bedürfen, und nur mit dem kämpfen, was ihnen die Heimat an seelischen, materi-ellen und physischen Kräften gibt.
Diese befähigen Heer und Marine zu siegen, zu treuer Hingabe und zu selbstlosem Op-fermut im täglichen Kampf und in dem Ungemach des Krieges. Sie allein konnten Deutschland den Enderfolg sichern.
Mit ihnen führte das Vaterland den Titanen-kampf gegen die Welt, wenn auch die Bun-desgenossen halfen und die besetzten Gebiete ausgenutzt wurden, soweit dies den Gesetzen des Landkrieges entsprach.
Heer und Marine mußten demnach von der Heimat immer von neuem geistige Spann-kraft, Menschen und Kriegsgerät erhalten und sich aus ihr stets wieder verjüngen.
Der Seelenzustand und der Kriegswille da-heim waren zu festigen; wehe uns, wenn sie Schaden litten! Je länger der Krieg dauerte, desto größer wurden hierfür die Gefahren, desto mehr gab es zu überwinden, desto zwingender wurde gleichzeitig das Verlangen des Heeres und der Marine nach seelischer und sittlicher Stärkung.
Die personellen und materiellen Kräfte des Vaterlandes waren für die Kriegführung bis zum äußersten zu entfesseln und sicherzu-stellen.
Das waren gewaltige Aufgaben für die Hei-mat. Sie war nicht nur das Fundament, auf dem unsere stolze Wehrkraft ruhte, und das keine Risse erhalten durfte, sie war der kraftspendende Quell, der silberklar und rein und doch machtvoll erhalten werden mußte, damit er die Nerven des Heeres und der Ma-rine stählen und ihre Kräfte immer wieder erneuern konnte.
Das Volk bedurfte der inneren Stärke, die es allein zur dauernden Kraftabgabe an Heer und Marine befähigte. Volks- und Wehr-machtskraft griffen so innig ineinander über, daß sie gar nicht zu trennen waren.
Die Kriegsfähigkeit der Streitkräfte am Feinde hing eng von der Kriegsfähigkeit des Volkes daheim ab. Es entstand ein Arbeiten und Leben für den Krieg in der Heimat, wie es kaum je zuvor der Fall war. Und dies Leben und Arbeiten hatte die Regierung, hatte der verantwortliche Reichskanzler zu führen und kraftvoll zu erhalten.
Diesem erwuchs noch eine zweite große Aufgabe der Kriegführung: die Leitung des Kampfes gegen die feindlichen Heimatfron-ten. Sollte Deutschland dies mächtige Kriegs-mittel nicht gebrauchen, das es täglich am eigenen Leibe spürte?
Sollte an dem Seelenzustande der feindlichen Völker nicht ebenso gerüttelt werden, wie es der Feind bei uns leider so erfolgreich tat? Dieser Kampf war aus der Heimat heraus über das neutrale Ausland und dann erst von Front zu Front zu führen.
Allerdings fehlte Deutschland eine mächtige Hilfswaffe der Propaganda: Die Hungerblok-kade gegen die Bewohner der feindlichen Länder.
Die Regierung hatte große Aufgaben im Dienste des Volkes für die glückliche Be-endigung des Krieges zu lösen. Größeres wurde noch von keiner deutschen Regierung gefordert, als die geeinte Kraft des deutschen Volkes dem Kaiser zum Siege auf dem Schlachtfelde zur Verfügung zu stellen und den Kampf gegen den Geist und die Stim-mung der feindlichen Völker zu führen.
Das Arbeiten und Handeln der Regierung gewannen so eine kriegsentscheidende Bedeutung. Das erforderte von Regierung, Reichstag und Volk ein Aufgehen in dem Kriegsgedanken wie nie zuvor.
Es war nicht anders: Die Kraft der Krieg-führung ruhte in der Heimat, die Kraftäu-ßerung lag an der feindlichen Front.
Dem großen Ziele, zum Frieden zu kommen, wurde allein durch kraftvolle Kriegführung entsprochen. Mit ihrer Kriegsarbeit förderte daher die Regierung zugleich den Frieden, den unmittelbar herbeizuführen, ihre weitere hehre Aufgabe war.
Der Generalfeldmarschall und ich teilten bald nach unserer Berufung in die Oberste Hee-resleitung und nach dem Erkennen der Lage dem Reichskanzler unsere Anschauungen über die Bedürfnisse des Heeres, die zugleich auch die der Marine waren, mit und erörter-ten die hieraus sich ergebenden Aufgaben der Heimat.
Wir riefen ihn zur kriegerischen Zusam-menarbeit auf und waren hoffnungsfreudig trotz des bedrohlichen Ernstes der Lage.
Die Regierung hatte unseren Eintritt in die Oberste Heeresleitung begrüßt. Wir kamen ihr mit offenem Vertrauen entgegen. Bald aber begannen zwei Gedankenwelten miteinander zu ringen, vertreten durch die Anschauungen der Regierung und die Unsrigen.
Dieser Gegensatz war für uns eine schwere Enttäuschung und zugleich eine ungeheure Belastung.
In Berlin konnte man sich nicht zu unserer Auffassung über die Kriegsnotwendigkeiten bekennen und nicht den eisernen Willen finden, der das ganz Volk erfaßt und dessen Leben und Denken auf den einen Gedanken: Krieg und Sieg einstellt.
Die großen Demokratien der Entente haben dies vermocht. Gambetta 1870/71, Clemen-ceau und Lloyd George in diesem Kriege stellten mit harter Willenskraft ihre Völker in den Dienst des Sieges.
Dieses zielbewußte Streben, der machtvolle Vernichtungswille der Entente, wurden von der Regierung nicht in voller Schärfe erkannt. Nie war daran zu zweifeln gewesen.
Statt alle vorhandenen Kräfte für den Krieg zu sammeln und im Höchst-maße anzuspannen, um zum Frieden auf dem Schlachtfelde zu kommen, wie dies das Wesen des Krieges bedingte, schlug man in Berlin einen anderen Weg ein; man sprach immer mehr von Ver-söhnung und Verständigung, ohne gleich-zeitig dem eigenen Volk einen starken kriegerischen Impuls zu geben.
Man glaubte in Berlin oder täuschte sich dies vor: die feindlichen Völker müßten den Ver-söhnung verkündenden Worten sehnsüchtig lauschen und würden ihre Regierungen zum Frieden drängen.
So wenig kannte man dort die Geistesrich-tung der feindlichen Völker und deren Re-gierungen mit ihrem starken nationalen Denken und stahlharten Wollen.
Berlin hatte aus der Geschichte früherer Zei-ten nichts gelernt. Man fühlte hier nur das eigene Unvermögen gegenüber der Psyche des Feindes, man verlor die Hoffnung auf den Sieg und ließ sich treiben.
Der Gedanke, zum Frieden zu gelangen, wur-de stärker als der Wille, für den Sieg zu kämpfen. Der Weg zum Frieden war gegenü-ber dem Vernichtungswillen des Feindes nicht zu finden. Man versäumte darüber, das Volk den schweren Weg des Sieges zu führen.
Reichstag und Volk sahen sich ohne solche Führung, die sie zum großen Teil heiß er-sehnten, und glitten mit der Regierung auf der abschüssigen Bahn. Die gewaltigen Fragen des Krieges an sich wurden immer mehr und mehr beiseite geschoben.
Innerpolitisches Denken und das Denken an das eigene Ich überwucherten sie. Das wurde zum Unglück für das Vaterland.
… In Berlin blieb man in dem gewohnten Friedensgleise. Antworten, auch in den wichtigsten Fragen, gingen oft erst nach Wochen ein.
Infolge dieses ungemein schleppenden Ge-schäftsganges der Berliner Behörden und des Nichterkennens der Kriegsnotwendigkeiten wurde der gegenseitige Verkehrston zuweilen hart. Wir haben dies bedauert.
Uns brannte das Feuer auf der Seele. Es mußte schnell gehandelt werden, denn es galt oft, unermeßlichen Schaden zu verhüten.
So blieb es nicht aus, daß schon im Krieg gegen Ludendorff gehetzt wurde, was bedeutete, daß der Schaden auf deutscher Seite – sehr zur Freude der Feinde – ins Unermeßliche stieg. Die Kleinheit im Denken der Deutschen mußte einerseits dem Feinde zur Freude gereichen, andererseits zu – berechtigter – Verachtung des Deutschen Volkes.
Das Ergebnis war, nach der Entlassung Ludendorffs durch den Kaiser am 26.10.18, daß eintrat, was Ludendorff an diesem Tage voraussagte:
In 14 Tagen haben wir keinen Kaiser mehr.
Und dann das Schanddiktat von Versailles, mit dem der heimliche Feind der Völker unserm Volk den Rest gab, der nicht offen, wohl aber verdeckt durch auf-weichende Propaganda kriegsentscheidend gear-beitet hatte und nun mit 117 Vertretern der Auser-wählten in Versailles saß und die unfaßbaren Bedingungen für Deutschland aushandelte. Böswilliger geht es nicht mehr.
Wer diese Entwicklungen übersehen gelernt hat, kann nur der Sichtweise Ludendorffs auf der ganzen Linie zustimmen. Das große Glück des Deutschen Volkes war dann, daß er und die überragende Philosophin Mathilde Ludendorff sich zusammen-fanden und eine Aufklärungsarbeit von großer Breite und Tiefe über die Geschichte und die darin wirkenden überstaatlichen Mächte dem Volk wie den Völkern darboten.
Darüber hinaus bot die Philosophin jedem Suchen-den Heimat in ihren Erkenntnissen vom Welten-werden, dem göttlichen Sinn des Lebens und der daraus sich ergebenden Moral.
Immer wieder ist es erfüllend und heimatlich, sich mit einem ihrer Werke in der Stille zu befassen. Welch ein Reichtum ist damit unserm Deutschen Volk geschenkt! Schade für jeden, der ahnungslos daran vorübergeht!

Für mich wäre es interessant zu wissen, welche Geheimorganisation sowohl Ludendorff als auch Hitler steuerte, oder warum beide zu spät zum Kapp-Putsch in Berlin ankamen und aufeinander trafen. Welche Steuerungsmechanismen standen dahinter?
Einige gehen von einer englischen Steuerung über Geheimorganisationen aus. England war, nach meiner Ansicht, das Euro-atlantische Steuerungszentrum. Dessen Rolle in militärischer Hinsicht später von den USA übernommen wurde. Die wurde bekanntlich (zum großen Teil) von Freimaurern gegründet, die nach Papus zur Erzeugung künstlicher Polarität erschaffen wurde.
England umfaßt vor dem ersten Weltkrieg über 60 verwaltete Einheiten (Dominions, Kronkolonien, Protektorate und Mandate) und dehnte die Gebiete über organisierte Kriege auch auf Europa aus. Die okkulte Ebene dahinter sei hier nicht beleutet.
Nikolay Starikov schrieb in seinem Buch „Stalin“, S. 274: „Die Revolutionen in Rußland, die von der Entente organisiert und bezahlt wurden, haben Rußland tatsächlich aus dem großen politischen Spiel herauskatapultiert. Im November 1918 führte die deutsche von unserer absolut kopierten Revolution zum Zusammenbruch Deutschlands, indem sie ihre nationalen Interessen durch eine Handvoll Politiker verriet.“
Am selben Tag, an dem die Kapitulation des deutschen Reiches unterzeichnet wurde, bekam Polen nach über 200 Jahren seine Unabhängigkeit und wurde von der Entente anerkannt (11.11.1918). Polen war ein Produkt der „Teile und herrsche“-Strategie.
Da die Steuerung der Länder immer polar erfolgt, kann man durch einen Gegenputsch immer Extreme vermeiden und den gewünschten Weg einschlagen. Der Kapp-Putsch war wohl so ein Ereignis.
Adolf Hitler über den Zusammenbruch Rußlands im Dezember 1917, die darauffolgende Truppenverlegung an die Wesfront und die daraufhin beginnende deutsche Frühjahrsoffensive im März 1918 und dem totalen Versagen der Reichsregierung und der desaströsen Propaganda:
„Was Frankreich wieder im Frühjahr 1918, als der Angriff der deutschen Divisionen die Stellungen aus den Angeln zu heben schien, und der weitreichende Arm der schweren Fernkampfbatterien an Paris zu klopfen begann?
Wie war dort immer den zurückhastenden Regimentern die Siedehitze nationaler Leidenschaft in die Gesichter gepeitscht worden! Wie arbeiteten dann die Propaganda und geniale Massenbeeinflussung, um den Glauben an den endgültigen Sieg erst recht in die Herzen der gebrochenen Fronten wieder hineinzuhämmern!
Was geschah indessen bei uns?
Nichts oder gar noch Schlechteres als dieses!
Damals stiegen mir oft Zorn und Empörung auf, wenn ich die neuesten Zeitungen zu lesen erhielt und man diesen psychologischen Massenmord, der da verbrochen wurde, zu Gesicht bekam….
….Gegen Ende des Jahres 1917 schien der Tiefpunkt der Niedergeschlagenheit des Heeres überwunden zu sein. Die ganze Armee schöpfte nach dem russischen Zusammenbruch wieder frische Hoffnung und frischen Mut. Die Überzeugung, daß der Kampf nun dennoch mit einem Siege Deutschlands enden würde, begann die Truppe immer mehr zu erfassen. Man konnte wieder singen hören, und die Unglücksraben wurden seltener. Man glaubte wieder an die Zukunft des Vaterlandes.
Besonders der italienische Zusammenbruch des Herbstes 1917 hatte die wundervollste Wirkung ausgeübt; sah man doch in diesem Siege den Beweis für die Möglichkeit, auch abseits des russischen Kriegsschauplatzes die Front durchbrechen zu können. Ein herrlicher Glaube strömte nun wieder in die Herzen der Millionen und ließ sie mit aufatmender Zuversicht dem Frühjahr 1918 entgegenharren. Der Gegner aber war ersichtlich deprimiert. In diesem Winter blieb es etwas ruhiger als sonst. Es trat die Ruhe vor dem Sturme ein.
Doch während gerade die Front die letzten Vorbereitungen zur endlichen Beendigung des ewigen Kampfes vornahm, endlose Transporte an Menschen und Material an die Westfront rollten und die Truppe die Ausbildung zum großen Angriff erhielt, brach in Deutschland das größte Gaunerstück des ganzen Krieges aus.
Deutschland sollte nicht siegen: in letzter Stunde, da der Sieg sich schon an die deutschen Fahnen zu heften drohte, griff man zu einem Mittel, das geeignet erschien, mit einem Schlage den deutschen Angriff des Frühjahrs im Keime zu ersticken, den Sieg unmöglich zu machen:
Man organisierte den Munitionsstreik.
Wenn er gelang, mußte die deutsche Front zusammenbrechen und der Wunsch des „Vorwärts“, daß der Sieg sich dieses Mal nicht mehr an die deutschen Fahnen heften möge, in Erfüllung gehen. Die Front mußte unter dem Mangel an Munition in wenigen Wochen durchstoßen sein; die Offensive war damit verhindert, die Entente gerettet; das internationale Kapital aber zum Herrn Deutschlands gemacht, das innere Ziel des marxistischen Völkerbetruges erreicht.
Zerbrechung der nationalen Wirtschaft zur Aufrichtung der Herrschaft des internationalen Kapitals – ein Ziel, das dank der Dummheit und Gutgläubigkeit der einen Seite und der bodenlosen Feigheit der anderen ja auch erreicht ist.
Allerdings hatte der Munitionsstreik in bezug auf die Aushungerung der Front an Waffen nicht den letzten gehofften Erfolg: er brach zu frühzeitig zusammen, als daß der Munitionsmangel als solcher – so wie der Plan vorhanden war – das Heer zum Untergange verdammt hätte. Allein um wieviel entsetzlicher war der moralische Schaden, der angerichtet war!
Erstens: Für was kämpfte das Heer noch, wenn die Heimat selber den Sieg gar nicht wollte? Für wen die ungeheuren Opfer und Entbehrungen? Der Soldat soll für den Sieg fechten, und die Heimat streikt dagegen?
Zweitens aber: Wie war die Wirkung auf den Feind?
Im Winter 1917/18 stiegen zum ersten Male trübe Wolken am Firmament der alliierten Welt auf. Fast vier Jahre lang war man gegen den deutschen Recken angerannt und konnte ihn nicht zum Sturze bringen; dabei war es aber nur der Schildarm, den dieser frei zur Abwehr hatte, während das Schwert bald im Osten, bald im Süden zum Hiebe ausholen mußte. Nun endlich war der Riese im Rücken frei. Ströme von Blut waren geflossen, bis es ihm gelang, den einen der Gegner endgültig niederzuschlagen. Jetzt sollte im Westen zum Schild das Schwert kommen, und wenn es dem Feinde bisher nicht glückte, die Abwehr zu brechen, nun sollte der Angriff ihn selber treffen.
Man fürchtete ihn und bangte um den Sieg.
In London und Paris jagte eine Beratung die andere. Selbst die feindliche Propaganda tat sich schon schwer; es war nicht mehr so leicht, die Aussichtslosigkeit des deutschen Sieges nachzuweisen.
Das gleiche jedoch galt an den Fronten, an denen dösiges Schweigen herrschte, auch für die alliierten Truppen selber. Den Herrschaften war die Frechheit plötzlich vergangen. Auch ihnen begann langsam ein unheimliches Licht aufzugehen. Ihre innere Stellung zum deutschen Soldaten hatte sich jetzt geändert. Bisher mochte er ihnen als ein ja doch zur Niederlage bestimmter Narr gelten; nun aber stand vor ihnen der Vernichter des russischen Verbündeten. Die aus der Not geborene Beschränkung der deutschen Offensiven auf den Osten erschien nunmehr als geniale Taktik. Drei Jahre waren diese Deutschen gegen Rußland angerannt, anfangs scheinbar ohne auch nur den geringsten Erfolg. Man lachte fast über dieses zwecklose Beginnen; denn endlich mußte ja doch der russische Riese in der Überzahl seiner Menschen Sieger bleiben, Deutschland aber an Verblutung niederbrechen. Die Wirklichkeit schien dieses Hoffen zu bestätigen.
Seit den Septembertagen 1914, da sich zum ersten Male die endlosen Haufen russischer Gefangener aus der Schlacht von Tannenberg auf Straßen und Bahnen nach Deutschland zu wälzen begannen, nahm dieser Strom kaum mehr ein Ende – allein für jede geschlagene und vernichtete Armee stand eine neue auf. Unerschöpflich gab das Riesenreich dem Zaren immer neue Soldaten und dem Kriege seine neuen Opfer. Wie lange konnte Deutschland dieses Rennen mitmachen? Mußte nicht einmal der Tag kommen, an dem nach einem letzten deutschen Siege immer noch nicht die letzten russischen Armeen zur allerletzten Schlacht antreten würden? Und was dann? Nach menschlichem Ermessen konnte der Sieg Rußlands wohl hinausgeschoben werden, aber er mußte kommen.
Jetzt waren alle diese Hoffnungen zu Ende: der Verbündete, der die größten Blutopfer auf dem Altar der gemeinsamen Interessen niedergelegt hatte, war am Ende seiner Kraft und lag vor dem unerbittlichen Angreifer auf dem Boden. Furcht und Grauen schlichen in die Herzen der bisher blindgläubigen Soldaten ein. Man fürchtete das kommende Frühjahr. Denn wenn es bisher nicht gelang, den Deutschen zu besiegen, da er nur zum Teil sich auf der Westfront zu stellen vermochte, wie sollte man jetzt noch mit dem Siege rechnen, da die gesamte Kraft des unheimlichen Heldenstaates sich zum Angriff gegen den Westen zusammenzuballen schien?
Die Schatten der Südtiroler Berge legten sich beklemmend auf die Phantasie; bis in die flandrischen Nebel gaukelten die geschlagenen Heere Cadornas trübe Gesichte vor, und der Glaube an den Sieg wich der Furcht vor der kommenden Niederlage.
Da – als man aus den kühlen Nächten schon das gleichmäßige Rollen der anrückenden Sturmarmeen des deutschen Heeres zu vernehmen glaubte und in banger Sorge dem kommenden Gericht entgegenstarrte, da zuckte plötzlich ein grellrotes Licht aus Deutschland auf und warf den Schein bis in den letzten Granattrichter der feindlichen Front: im Augenblick, da die deutschen Divisionen den letzten Unterricht zum großen Angriff erhielten, brach in Deutschland der Generalstreik aus.
Zunächst war die Welt sprachlos. Dann aber stürzte sich die feindliche Propaganda erlöst aufatmend auf diese Hilfe in zwölfter Stunde. Mit einem Schlage war das Mittel gefunden, die sinkende Zuversicht der alliierten Soldaten wieder zu heben, die Wahrscheinlichkeit des Sieges aufs neue als sicher hinstellen zu lassen und die bange Sorge vor den kommenden Ereignissen in entschlossene Zuversicht umzuverwandeln. Nun durfte man den des deutschen Angriffs harrenden Regimentern die Überzeugung in die größte Schlacht aller Zeiten mitgeben, daß nicht der Verwegenheit des deutschen Sturmes die Entscheidung über das Ende dieses Krieges zukomme, sondern der Ausdauer seiner Abwehr. Mochten die Deutschen nun Siege erringen soviel sie noch wollten, in ihrer Heimat stand die Revolution vor dem Einzug und nicht die siegreiche Armee.
Diesen Glauben begannen englische, französische und amerikanische Zeitungen in die Herzen ihrer Leser zu pflanzen, während eine unendliche geschickte Propaganda die Truppen der Front emporriß.
„Deutschland vor der Revolution! Der Sieg der Alliierten unaufhaltbar!“ Dies war die beste Medizin, um dem schwankenden Poilu und Tommy auf die Beine zu helfen. Nun konnten Gewehre und Maschinengewehre noch einmal zum Feuern gebracht werden, und an Stelle einer in panischem Schrecken davonjagenden Flucht trat hoffnungsvoller Widerstand.
Dieses war das Ergebnis des Munitionstreiks. Er stärkte den Siegesglauben der feindlichen Völker und behob die lähmende Verzweiflung der alliierten Front – in der Folge hatten Tausende von deutschen Soldaten dies mit ihrem Blute zu bezahlen. Die Urheber dieses niederträchtigsten Schurkenstreiches aber waren die Anwärter auf die höchsten Staatsstellen des Deutschlands der Revolution…“
Lieber Marco, welch ein sprachlich vortreffliches und geschichtlich hervorragend zutreffendes Zeugnis der damaligen Lage, gegeben von Adolf Hitler, dem Kriegsteilnehmer und späteren Führer! Wo haben Sie denn diesen Schatz gehoben?
Muß man sich da noch wundern, daß Hitler die Marxisten erstmal aus dem Verkehr zog? Und was bescheren die uns heute? Sie zerstören alles Gewachsene, alle Heimat für das von ihnen angestrebte „Paradies der Proletarier“, das eben zugleich das Ziel der Herrschaft der Auserwählten über die Menschheit ist.