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USA – das Imperium

uncut-news.ch

brachte am 1. Juni 2026 die Abhandlung von John & Nisha Whitehead über das Imperium USA und deren Regierung des permanenten Krieges. Sie stellen und beantworten sogleich die Frage:

Wer hat in Washington wirklich das Sagen?

Eine Frage, die wir uns im besetzten Nachkriegs-Deutschland und seinem mehr und mehr machtlosen und getäuschten Volk ebenso gut stellen könnten. 

Wer also hat in Washington wirklich das Sagen?

Das ist keine rhetorische Frage mehr.

Während der Konflikt zwischen den USA und dem Iran zwischen Eskalation, Waffenstill-stand und erneuten Drohungen mit militä-rischer Gewalt schwankt, wird von den Ame-rikanern erwartet, daß sie darauf vertrauen, daß irgendjemand irgendwo weiß, was er tut.

Aber wer?

– Der Präsident, der in einem Moment mit dem bevorstehenden Frieden prahlt und im nächsten droht, „die Sache zu Ende zu bringen“?

– Die Pentagon-Beamten, die darauf be-stehen, daß der Krieg nach Plan verläuft?

– Der Vizepräsident, der Berichten zufolge in Frage gestellt hat, ob das Verteidigungsmini-sterium dem Präsidenten ein vollständiges Bild vermittelt?

– Die Geheimdienste, Rüstungsunternehmen, Kriegsplaner, ausländischen Verbündeten, milliardenschweren Spender, politischen Strippenzieher und nicht gewählten Macht-broker, die hinter den Kulissen agieren?

Das ist die Verfassungskrise, die sich vor aller Augen verbirgt.

Die Frage ist nicht nur, ob Donald Trump geeignet ist zu führen. Die Frage ist, ob ein Präsident überhaupt noch im sinnvollen verfassungsrechtlichen Sinne führt, sobald die permanente Kriegsregierung in Gang kommt.

Diese Kriegsregierung – der militärisch-industrielle Komplex, der Geheimdienst-apparat, der Überwachungsstaat, die Bundespolizeibürokratie, die Rüstungsun-ternehmen, die Profiteure aus der Privat-wirtschaft und die nicht gewählten Funktio-näre, die die Maschinerie am Laufen halten – braucht keine Panzer auf den Straßen, um die Macht zu übernehmen.

Sie hat bereits die Budgets, die Waffen, die Geheimhaltung, die Technologie, die ver-traulichen Briefings, die Notstandsbefugnis-se, die Unternehmenspartner und die poli-tische Klasse in der Tasche.

Alles, was sie braucht, ist, daß das amerika-nische Volk weiterhin an die Fiktion glaubt, daß Wahlen allein ausreichen, um die Tyran-nei in Schach zu halten.

Das tun sie nicht.

– Die Verfassung sollte die Macht an der kurzen Leine halten. Der Kongreß sollte den Krieg erklären, die Finanzen kontrollieren, die Exekutive zügeln und dem Volk Rechenschaft ablegen.

– Der Präsident sollte die Gesetze vollstrek-ken, nicht per Dekret regieren, nicht erklärte Kriege führen oder als Frontmann für ein Imperium dienen.

– Die Gerichte sollten als Kontrollinstanz gegen staatlichen Mißbrauch dienen, nicht die schlimmsten Auswüchse des nationalen Sicherheitsstaates absegnen.

Stattdessen haben wir eine Regierung geerbt, die von permanentem Krieg, permanenter Überwachung, permanentem Ausnahmezu-stand, permanenter Geheimhaltung und permanenter Macht geprägt ist.

Nennen wir es den Deep State.
Nennen wir es den Polizeistaat.
Nennen wir es den militärisch-industriellen Komplex.
Nennen wir es den Techno-Konzernstaat.
Nennen wir es den Überwachungsstaat.

Wie auch immer man es nennen mag, das Ergebnis ist dasselbe: eine Regierung, die immer weiter wächst, ganz gleich, wer im Weißen Haus sitzt, welche Partei den Kongreß kontrolliert und was die Bevölkerung tat-sächlich will.

Das geht über Trump hinaus.

Trump mag rücksichtslos, transaktional, rachsüchtig, abgelenkt, autoritär in seinen Impulsen und gefährlich ungeeignet für die Macht sein, die er ausübt. Aber die Ma-schinerie, die ihn jetzt umgibt, hat nicht mit ihm begonnen und wird nicht mit ihm enden.

Jeder moderne Präsident hat

– dieselben Kriegsbefugnisse,
– dieselben Geheimdienste,
– denselben Notfallapparat,
– dieselben Überwachungssysteme,
– dieselben Rüstungsunternehmen,
– dieselben militarisierten Polizeikräfte und
– dieselbe parteiübergreifende Sucht nach Macht ohne Rechenschaftspflicht geerbt.

Trump hat die permanente Kriegsregierung nicht geschaffen.

Er hat sie geerbt, genährt, vergrößert, als Waffe eingesetzt und ist, wie jeder Präsident vor ihm, zu ihrem Verfechter geworden.

Der Krieg gegen den Iran ist lediglich der jüngste Testfall.

Uns wird gesagt, der Präsident habe das Kommando. Uns wird gesagt, das Pentagon habe die Lage unter Kontrolle. Uns wird gesagt, die amerikanischen Waffenvorräte seien gut gefüllt, die Strategie funktioniere, der Sieg sei nahe, die Diplomatie schreite voran und die nächste Eskalation – falls sie kommt – werde notwendig sein.

Doch die Berichterstattung deutet auf etwas weit Beunruhigenderes hin: Verwirrung, konkurrierende Narrative, umstrittene Ein-schätzungen, wachsende Besorgnis über erschöpfte Raketenvorräte und mögliche Diskrepanzen zwischen dem, was Militär-vertreter öffentlich sagen, und dem, was politische Führer insgeheim befürchten.

Laut Reuters beharrt Trump darauf, daß die USA mit den Bedingungen eines möglichen Iran-Abkommens nach wie vor nicht zufrie-den sind und eine Lockerung der Sanktionen nicht in Betracht ziehen. Berichten zufolge drohte er zudem, Oman in die Luft zu jagen, sollte das Land in der Frage der Straße von Hormus nicht kooperieren.

Die Associated Press berichtet, daß eine neue Analyse des Center for Strategic and Inter-national Studies davor warnt, die USA könn-ten Jahre brauchen, um wichtige Bestände an hochmodernen Waffen wieder aufzufüllen, die durch den Iran-Krieg aufgebraucht wur-den, darunter Tomahawk-Marschflugkörper sowie Patriot- und THAAD-Abfangraketen.

Und The Atlantic berichtete, daß Vizeprä-sident J.D. Vance wiederholt die Darstellung des Iran-Kriegs durch das Verteidigungsmi-nisterium in Frage gestellt habe und be-zweifle, daß das Pentagon den Schwund der US-Raketenvorräte heruntergespielt habe.

Lies zwischen den Zeilen.

Wenn der Präsident von seinem eigenen Pentagon nicht das vollständige Bild erhält, wer trifft dann tatsächlich die Entschei-dungen?

Wenn das Pentagon die Darstellung so gestaltet, daß es dem Präsidenten das erzählt, was er hören will, was bleibt dann noch von der zivilen Kontrolle übrig?

Wenn die Kriegsmaschinerie weiterläuft, auch wenn die Öffentlichkeit nicht erkennen kann, wer sie steuert, was bleibt dann noch von der verfassungsmäßigen Regierung übrig?

Das ist der Albtraum, vor dem Rod Serling in „Seven Days in May“ gewarnt hat.

Der 1964 erschienene Roman „Seven Days in May“ entwarf das Szenario eines dramati-schen Militärputsches: Generäle, die heimlich planen, einen unpopulären Präsidenten zu stür-zen, weil sie glaubten, besser als das amerikanische Volk zu wissen, was für die Nation am besten sei.

Die Prämisse ist einfach genug: Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges unterzeichnet Präsident Jordan Lyman einen Atomwaffenab-rüstungsvertrag mit der Sowjetunion. General James Mattoon Scott, Vorsitzender der Ver-einigten Stabschefs, glaubt, daß der Vertrag die Vereinigten Staaten verwundbar macht. Überzeugt davon, daß der Präsident schwach und das Volk blind ist, plant Scott eine militärische Machtübernahme.

Der Putsch wird schließlich vereitelt. Die Republik ist gerettet. Die Verfassung überlebt.

Zumindest auf der Leinwand.

In der realen Welt hat sich die Handlung über Jahrzehnte hinweg verdichtet und ausgewei-tet.

Früher bestand die Angst, das Militär könnte die Macht von der zivilen Regierung an sich reißen.

Die moderne Realität ist, daß die „permanente Regierung“ die Macht nicht an sich reißen muß. Sie hat sie bereits.

Der Putsch erfordert keine Generäle mehr, die in verrauchten Hinterzimmern planen, den Präsidenten um Mitternacht zu stürzen. Es braucht keine Panzer auf der Pennsylvania Avenue oder Soldaten, die das Kapitol stürmen. Es braucht nicht einmal eine offizielle Aussetzung der Verfassung.

Alles, was es braucht, sind Geheimhaltung, Angst, endloser Krieg, Exekutivgewalt, Notstandserklärungen, geheime Geheim-dienstinformationen, gefügige Gerichte, feige Gesetzgeber, profitgierige Konzerne, milita-risierte Polizei und eine Öffentlichkeit, die zu abgelenkt, erschöpft oder verängstigt ist, um Widerstand zu leisten.

Dieser Putsch ist seit Jahrzehnten im Gange. 

Es ist der Staatsstreich, der stattfindet, wenn der Kongreß seine Kriegsbefugnisse an den Präsidenten abgibt.

Es ist der Staatsstreich, der stattfindet, wenn Präsidenten beider Parteien ohne nennens-werte verfassungsrechtliche Befugnis Krieg führen.

Es ist der Staatsstreich, der stattfindet, wenn Geheimdienste das amerikanische Volk aus-spionieren und sich dann hinter der natio-nalen Sicherheit verstecken.

Es ist der Staatsstreich, der stattfindet, wenn Bundesbehörden sich wie Militäreinheiten bewaffnen.

Es ist der Staatsstreich, der stattfindet, wenn die örtliche Polizei zu einem verlängerten Arm des Militärs umfunktioniert wird.

Es ist der Staatsstreich, der stattfindet, wenn Whistleblower bestraft, Andersdenkende überwacht, Demonstranten wie Feinde be-handelt und der Öffentlichkeit gesagt wird, sie solle jeder Version der Ereignisse ver-trauen, die die Regierung zu veröffentlichen beschließt.

Es ist der Staatsstreich, der stattfindet, wenn nicht gewählte Bürokraten, Auftragnehmer, Datenhändler, Geheimdienstanalysten, Füh-rungskräfte im Verteidigungsbereich und Krisenmanager mehr praktische Kontrolle über die Regierungspolitik ausüben als die Wähler.

So verschwindet die Freiheit: nicht auf einen Schlag, nicht durch eine einzige dramatische Machtübernahme, sondern schrittweise, bü-rokratisch, gewinnbringend und im Namen der nationalen Sicherheit.

Dwight D. Eisenhower warnte uns 1961 davor.

Als Fünf-Sterne-General, der den Krieg bes-ser verstand, als es die meisten modernen Politiker jemals tun werden, mahnte Eisen-hower die Amerikaner, sich

„vor dem Erwerb ungerechtfertigter Einflußnahme durch den militärisch-industriellen Komplex zu hüten, sei sie gewollt oder ungewollt“.

Die Gefahr, so warnte er, bestehe darin, daß „fehlgeleitete Macht“ die Freiheit und die demokratischen Prozesse gefährden würde.

Er hatte Recht.

Der militärisch-industrielle Komplex ist zu einer der mächtigsten regierenden Kräfte in Amerika geworden.

Er verschlingt Billionen von Dollar. Er prägt die Außenpolitik. Er treibt die innerstaatliche Polizeiarbeit voran. Er befeuert die Überwa-chung. Er schafft Feinde. Er nährt sich von Angst. Er belohnt Versagen. Er profitiert vom Krieg, egal ob die Kriege gewonnen, verloren oder einfach nur endlos fortgesetzt werden.

Krieg ist nicht mehr nur eine politische Entscheidung.

Es ist eine Wirtschaft. Es ist eine Regierungsphilosophie. Es ist eine Lebensweise.

Die Regierung des permanenten Krieges braucht Feinde so sehr, wie ein Ofen Brennstoff braucht. Wenn es im Ausland keine Feinde gibt, findet sie sie im eigenen Land. Wenn kein Krieg erklärt wurde, erfindet sie nicht erklärte Konflikte. Wenn die Öffent-lichkeit einer Bedrohung überdrüssig wird, führt sie eine neue ein.

Terroristen. Extremisten. Einwanderer. Demonstranten. Hacker. Drogendealer. Ausländische Mächte. Inländische Radikale. Volksfeinde. Bedrohungen für die Demokra-tie. Bedrohungen für die Ordnung. Bedro-hungen für die nationale Sicherheit.

Die Namen ändern sich. Die Maschinerie bleibt dieselbe.

Sobald die Regierung die Öffentlichkeit davon überzeugt hat, daß sie von Feinden umzingelt ist, läßt sich fast alles rechtfertigen: Überwachung, Zensur, Razzien, Kontroll-punkte, Datenbanken, militarisierte Polizei-einsätze, Geheimgerichte, unbefristete Inhaftierung, Vermögensbeschlagnahmung, Durchsuchungsbefehle ohne Vorankündi-gung, Drohnenkrieg, Notstandsbefugnisse und noch mehr Krieg.

So wird eine konstitutionelle Republik in ein Schlachtfeld verwandelt.

Das Schlachtfeld ist nicht nur der Iran, der Irak, Afghanistan, Syrien, der Jemen, die Ukraine oder welcher ausländische Konflikt auch immer als Nächstes auf der Tagesord-nung steht.

Das Schlachtfeld ist auch die Hauptstraße.

Es ist die Protestzone. Der Flughafen. Die Schule. Der öffentliche Platz. Die Kirche. Der Campus. Das Internet. Das Gerichtsgebäude. Die Verkehrskontrolle. Das Zuhause.

Der Krieg kommt nach Hause, weil die Kriegsmaschinerie in Bewegung bleiben muß.

Deshalb sehen lokale Polizeikräfte mittler-weile wie Besatzungsarmeen aus. Deshalb sind Bundesbeamte bis an die Zähne be-waffnet. Deshalb sind Überwachungska-meras, Drohnen, Kennzeichenlesegeräte, Fusionszentren, biometrische Datenbanken, KI-Tracking-Systeme und Programme zur vorausschauenden Polizeiarbeit zu alltäg-lichen Bestandteilen des amerikanischen Lebens geworden.

Die Regierung hat Jahrzehnte damit ver-bracht, die Amerikaner darauf zu trainieren, die Architektur des Kriegsrechts als Preis für Sicherheit zu akzeptieren.

Zunächst wird der Öffentlichkeit die Bedro-hung schmackhaft gemacht. Dann wird der Öffentlichkeit die Lösung schmackhaft gemacht. Anschließend wird die Lösung dauerhaft verankert.

Das ist kein Problem von links oder rechts. Beide Parteien haben das geschaffen.

Republikaner und Demokraten haben gleichermaßen Kriege finanziert, die Überwachungsbefugnisse verlängert, die Polizei bewaffnet, die Exekutivgewalt ausgeweitet, Geheimdienste geschützt, Rüstungsunternehmen belohnt und die Verfassung als lästiges Hindernis behandelt, wann immer Angst genutzt werden konnte, um abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen.

Ein Präsident mißbraucht die Macht. Der nächste erbt sie. Der nächste erweitert sie. Der nächste normalisiert sie. Der nächste setzt sie als Waffe ein.

So werden Notstandsbefugnisse zu alltäg-lichen Befugnissen. So werden vorüberge-hende Maßnahmen zu dauerhaftem Recht. So wird der Präsident zu einem König, dem nur der Titel fehlt. Und so werden die Menschen zu Zuschauern in ihrer eigenen Regierung.

Das Geniale an „Seven Days in May“ war, daß der Film die Verlockung der Macht verstand. General Scott glaubte, er rette das Land. Er glaubte, das Volk sei zu schwach, zu töricht oder zu uninformiert, um sich selbst zu re-gieren. Er glaubte, die Verfassung sei ent-behrlich, wenn die nationale Sicherheit es erforderte.

Das ist immer die Ausrede. Der Tyrann be-hauptet immer, er rette das Land. Der Ge-neral behauptet stets, das Volk zu schützen. Der Bürokrat behauptet stets, sich an die Vorschriften zu halten. Der Präsident be-hauptet stets, im nationalen Interesse zu handeln. Der Polizeistaat behauptet stets, für unsere Sicherheit zu sorgen.

Doch die Verfassung existiert nicht für ruhige Zeiten. Sie existiert für Momente der Krise, der Angst, der Panik, der Unsicherheit und des Krieges. Sie existiert gerade deshalb, weil man sich nicht darauf verlassen kann, daß Regierungsbeamte sich zurückhalten, wenn es um Macht geht.

Deshalb haben die Gründerväter die Gewaltenteilung eingeführt. 

– Deshalb wurde dem Kongreß die Befugnis zur Kriegserklärung übertragen.

– Deshalb schränkt der vierte Verfassungszusatz Durchsuchungen und Beschlagnahmungen ein.

– Deshalb schützt der erste Verfassungszusatz die Redefreiheit, Meinungsverschiedenheiten, Versammlungsfreiheit und die Presse.

– Deshalb gibt es das Recht auf ein ordentliches Verfahren.

– Deshalb ist die zivile Kontrolle über das Militär wichtig.

– Deshalb ist eine geheime Regierung unvereinbar mit Selbstverwaltung.

Ein Volk kann nicht frei bleiben, wenn es nicht weiß, was in seinem Namen getan wird. Ein Volk kann keine Regierung kon-trollieren, die es nicht sehen darf. Ein Volk kann keine Kriegsmaschinerie zügeln, deren Entscheidungen hinter geheimen Briefings, privaten Verträgen, Exekutivprivilegien und nationalen Sicherheitsargumenten verborgen sind.

Ein Volk kann nicht souverän sein, wenn die folgenreichsten Entscheidungen – Krieg, Frieden, Überwachung, Polizeieinsätze, Ausgaben und die Anwendung von Gewalt – von nicht gewählten Machtzentren getroffen werden, die außerhalb seiner Reichweite liegen.

Das ist keine Republik.

Das ist eine gelenkte Demokratie mit einer militärischen Befehlskette.

Die Gründerväter mißtrauten stehenden Heeren. Sie mißtrauten Machtkonzentration. Sie mißtrauten Exekutiven, die ohne die Zustimmung der Volksvertreter Krieg führen konnten. Sie wußten, daß Freiheit nicht überleben kann, wenn der Apparat der Gewalt ohne nennenswerte Einschränkungen agieren darf.

Doch genau dort befinden wir uns.

– Wir haben zugelassen, daß die Regierung Krieg führt, ohne Krieg zu erklären.

– Wir haben zugelassen, daß Geheimdienste hinter Mauern der Geheimhaltung operieren.

– Wir haben zugelassen, daß Präsidenten per Durchführungsverordnung regieren.

Wir haben zugelassen, daß der Kongreß zum Zuschauer wird.

Wir haben zugelassen, daß sich die Gerichte der nationalen Sicherheit unterordnen.

Wir haben zugelassen, daß Polizisten zu Soldaten werden.

Wir haben zugelassen, daß Unternehmen von Angst profitieren.

Wir haben zugelassen, daß nicht gewählte Beamte Entscheidungen treffen, die den Kurs der Nation verändern.

Und dann tun wir überrascht, wenn niemand zu wissen scheint, wer eigentlich das Sagen hat.

Die Antwort ist ebenso offensichtlich wie beunruhigend.

Das ist keine Republik. Das ist eine gelenkte Demokratie mit einer militärischen Befehlskette.

Die Gründerväter mißtrauten stehenden Heeren. Sie mißtrauten Machtkonzentration. Sie mißtrauten Exekutiven, die ohne die Zustimmung der Volksvertreter Krieg führen konnten. Sie wußten, daß Freiheit nicht überleben kann, wenn der Apparat der Gewalt ohne nennenswerte Einschränkungen agieren darf.

Doch genau dort befinden wir uns.

Wir haben zugelassen, daß die Regierung Krieg führt, ohne Krieg zu erklären.

– Wir haben zugelassen, daß Geheimdienste hinter Mauern der Geheimhaltung operieren.

– Wir haben zugelassen, daß Präsidenten per Durchführungsverordnung regieren.

– Wir haben zugelassen, daß der Kongreß zum Zuschauer wird.

– Wir haben zugelassen, daß sich die Gerichte der nationalen Sicherheit unterordnen.

– Wir haben zugelassen, daß Polizisten zu Soldaten werden.

– Wir haben zugelassen, daß Unternehmen von Angst profitieren.

– Wir haben zugelassen, daß nicht gewählte Beamte Entscheidungen treffen, die den Kurs der Nation verändern.

Und dann tun wir überrascht, wenn niemand zu wissen scheint, wer eigentlich das Sagen hat. Die Antwort ist ebenso offensichtlich wie beunruhigend.

Wir hören auf, darauf zu vertrauen, daß Präsidenten sich selbst kontrollieren.

Wir lassen nicht länger zu, daß sich der Kongreß hinter Angst, Parteitreue und nationaler Sicherheit versteckt.

Wir akzeptieren eine geheime Regierung nicht länger als Normalität.

Wir betrachten Krieg nicht länger als unvermeidlich.

Wir hören auf, der Regierung zu erlauben, jede Krise in einen Blankoscheck für mehr Macht zu verwandeln.

Und wir beginnen, unerbittlich darauf zu bestehen, daß diejenigen, die behaupten, die Vereinigten Staaten zu verteidigen, dies mit den Mitteln tun müssen, die die Verfassung bereitstellt.

Keine Drohnen. Keine geheimen Memos. Keine Notverordnungen. Keine militarisierte Polizei. Keine geheimen Kriege. Keine flä-chendeckende Überwachung. Keine Exeku-tivverordnungen. Keine Profitgier der Konzerne. Keine Propaganda.

Die Verfassung.

Wenn die Regierung Krieg will, zwingt sie den Kongreß, darüber abzustimmen.

Wenn die Regierung Überwachung will, zwingt sie, einen Durchsuchungsbefehl zu beschaffen.

Wenn die Regierung abweichende Meinungen unterdrücken will, zwingt sie, sich an den Ersten Verfassungszusatz zu halten.

Wenn die Regierung Billionen für Krieg aus-geben will, zwingt sie zu erklären, warum das amerikanische Volk ausgebeutet wird, um Rüstungskonzerne zu bereichern.

Wenn die Regierung Notstandsbefugnisse will, zwingt sie dazu, den Notstand nachzu-weisen und die Befugnisse abzugeben, sobald die Krise vorbei ist.

Wenn das Pentagon die Außenpolitik be-stimmen will, erinnert es daran, daß in einer konstitutionellen Republik das Militär der zivilen Autorität untersteht und die zivile Autorität dem Volk.

Die Zeit drängt. Wie „Sieben Tage im Mai“ warnte: Man stiehlt kein Mandat nach Mitternacht, wenn das Land den Rücken zukehrt.

Leider ist es längst nach Mitternacht.

Die Frage ist nun, ob das amerikanische Volk endlich aufwachen und erkennen wird, was in seinem Namen, mit seinem Geld, gegen seine Freiheiten und unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit getan wurde.

Die Regierung des permanenten Krieges hatte ihre Zeit. Sie hat uns endlose Kriege, eine bankrotte Staatsverschuldung, eine militari-sierte Polizei, Massenüberwachung, die Aus-höhlung der Verfassung, eine von Angst ge-triebene Politik und eine Republik beschert, die zunehmend einem besetzten Gebiet gleicht.

Es reicht.

Wenn wir frei bleiben wollen, muß die Kriegsmaschinerie wieder unter verfas-sungsmäßige Kontrolle gebracht werden.

Die Generäle, Bürokraten, Auftragnehmer, Geheimdienste, Polizeikräfte und Präsidenten müssen alle an dieselbe Wahrheit erinnert werden: Dieses Land gehört ihnen nicht.

Wie ich in meinem Buch „Battlefield America: The War on the American People“ und in dessen fiktionalem Pendant „The Erik Blair Diaries“ deutlich mache, herrschen sie nicht über uns.

Sie arbeiten für uns.

Und wenn sie Amerika nicht im Sinne der Verfassung verteidigen können, dann verteidigen sie Amerika überhaupt nicht.

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