Zur aktuellen Energiekrise
Dienstag, 26. Mai 2026 von Adelinde
Die Wahrheit ist eine widerliche,
aber wirksame Arznei. A. v. Kotzebue
Thomas Engelhardt
zur aktuellen Energiekrise:
Im Zusammenhang mit dem von Israel pro-vozierten Krieg gegen den Iran sind drei Aspekte besonders auffällig:
(1) In der Berichterstattung wird der Eindruck vermittelt, es handele sich primär um einen Krieg der Vereinigten Staaten gegen Iran. Die Medien stellen immer die USA als Hauptver-antwortlichen und Hauptakteur dar!
Dabei wird außer Acht gelassen, daß Israel diesen Krieg seit mehr als zwei Jahrzehnten plante, aber kein US-Präsident bislang bereit war, sozusagen die Drecksarbeit für den Judenstaat zu übernehmen.
Abgesehen davon, daß keine offizielle Kriegserklärung erfolgte, ist der Hauptver-antwortliche Israel. Die Vereinigten Staaten verfolgen gegenüber dem Iran keinerlei strategische oder geopolitische Interessen.
(2) Ebenfalls in der Berichterstattung wird zwar über die weltweiten Folgen in der Erdöl- und Erdgasversorgung berichtet, das gesamte Ausmaß aber offenbar bewußt minimiert.
Man vergleiche das mit der Berichterstattung 2022 über die Blockade ukrainischer Getrei-deexporte durch Rußland, insbesondere von Weizen, als eine drohende Welthungerkrise an die Wand gemalt wurde.
Daß Israel mit seinem Überfall auf den Iran die internationale Staatengemeinschaft ge-rade an den Rand eines Dritten Weltkrieges bringt (und das Szenario erscheint durchaus nicht übertrieben!), bleibt unerwähnt.
Die aktuelle durch Israel und die Vereinigten Staaten provozierte Energiekrise wird sich in der Summe als nachhaltiger, langwieriger und schwerwiegender als alle vorherigen Energie-krisen erweisen. Der richtige Ölpreis- bzw. Energiepreisschock kommt erst noch.
Das scheint den meisten Leuten hierzulande noch nicht wirklich klar und bewußt zu sein. Alle planen weiterhin ihre Fernreisen und Auslandsurlaube. Dabei ist derzeit noch nicht einmal sicher, daß wir im Spätherbst/Winter 2026 ausreichend Gas für’s Heizen haben werden. Und wenn ja – zu möglicherweise doppelt so hohen Preisen wie bisher.
Nun soll der sprichwörtliche Teufel aber nicht an die Wand gemalt und Pessimismus ver-breitet werden. Aber die BRD ist per se nun einmal ein Habenichts und armer Schlucker, selbst im Vergleich mit Großbritannien oder Frankreich. Die meisten Bundesdeutschen meinen in ihrer Einfalt aber immer noch, die Deutschen wären die Größten und die Besten.
(3) Im Gesamtzusammenhang von Bedeutung ist darüber hinaus auch die Tatsache, daß es kein deutsches Unternehmen gibt (sieht man von der 2018 fusionierten Wintershall DEA ab, aber diese spielte international keine Rolle und wurde 2024 verkauft), das die Ex-ploration und Produktion von Erdöl und Erdgas betreibt.
Der Großteil des Unternehmens Wintershall DEA wurde 2024 an die britische Harbour Energy verkauft. Das ist die Sachlage und nun aktueller Stand. Berichten die Medien darüber???
Bereits jetzt deutet sich an, daß der gegen den Iran geführte Krieg, dessen Ende nicht absehbar ist und dessen Langzeitfolgen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gar nicht eingeschätzt werden können, uns in ein Jahrzehnt explodierender Preise und mögli-cherweise sogar in eine Weltwirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes katapultieren wird.
IEA-Chef Fatih Birol[1] schätzt die aktuelle Situation als eine der größten Energiekrisen der bisherigen Geschichte ein.
Die bislang prägendsten Krisen waren die Ölkrise 1973 (Jom-Kippur-Krieg) und 1979/80 (Iranische Revolution), die zu Tankverboten, Tempolimits und einer tiefen Rezession führten.
Erste Ölkrise (1973/1974): Als Reaktion auf den Jom-Kippur-Krieg verhängte die OPEC ein Ölembargo gegen westliche Staaten. Der Ölpreis vervierfachte sich, was zu autofreien Sonntagen und Tempolimits führte.
Zweite Ölkrise (1979/1980): Aufgrund der iranischen Revolution und des darauffol-genden Irak-Iran-Krieges stiegen die Ölpreise erneut drastisch an.
Golfkrieg (1990/1991): Die Besetzung Kuwaits durch den Irak führte zu einem temporären Ölpreisschock.
Energiekrise 2022: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine kam es zu einem drastischen Anstieg der Energiepreise, insbesondere bei Erdgas, was zu einer Diversifizierung der Importe (LNG) führte.
Erwähnenswert ist vielleicht auch noch die Tatsache, daß die LetterOne Group 33 % Geschäftsanteile (Stammaktien) an der (im Jahr 2024 verkauften) Wintershall DEA besaß.
Die LetterOne Group ist eine Investmentge-sellschaft mit Sitz in Luxemburg, deren Haupteigentümer (indirekt über die Alfa Group) der russische Oligarch Michail Frid-man ist. (Nachtigall, ik hör Dir trapsen). Wieder einmal ein Jüdlein.
Und wer arbeitete wohl für diesen „russischen“ Michail Fridman?
Der Sohn von Markus „Mischa“ Wolf, dem Chef der HVA (DDR-Auslandsnachrich-tendienst).
Sein Sohn Franz Wolf (* 1953) wurde im Zusammenhang mit den Offshore-Leaks als Finanztreuhänder des Michail Fridman be-kannt. Durch Dokumente der Offshore-Leaks Affäre wurde bekannt, daß dieser Franz Wolf in Gibraltar für die von Michail Maratowitsch Fridman gegründete Alfa Group ein komple-xes Geflecht von Firmen verwaltete.
Demzufolge waren zahlreiche Offshore-Firmen von der Karibik bis nach Rußland eingebunden. Franz Wolf war auch Bevoll-mächtigter der Crown Finance Foundation in Liechtenstein, die über die CTF Holding in Gibraltar (Direktor Franz Wolf) an zahlreichen weiteren Firmen beteiligt ist, die wiederum unter seiner Leitung stehen.
Die CTF Holding soll international 60 Milli-arden Dollar angelegt haben. Teile des Fir-mengeflechtes zogen im November 2002 ungewollt die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, als vor der Nordwestküste Spaniens der Öltanker „Prestige“ verunglückte und sank und eine Ölpest verursachte (die bis zu die-sem Zeitpunkt größte Ölpest an europäischen Küsten).
Der Tanker war von der zur Alfa Group und CTF Holding gehörenden Crown Resources gechartert worden.
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Anmerkung
[1]IEA. Internationale Energieagentur.