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Putins „ukrainische Nazis“

erschien in der Ausgabe Nr. 2/2022 der Zeitschrift „Volk in Bewegung“ der Beitrag von

 

Dr. Rigolf Hennig (Bild: Kreiszeitung)

Dr. Rigolf Hennig.

Dieser letzte Beitrag aus seiner Feder, bevor er starb, erhellt Vorgänge und Propaganda beider Seiten im Ukraine-Konflikt. Das macht ihn spannend, und wir lesen:

Im Propagandakrieg des gegenwärtigen Ukra-ine-Konflikts fragen sich viele, was und wen Wladimir Putin mit „Nationalsozialisten in der Ukraine“ meint. Wer sollen diese sein?

Bei jeder Auseinandersetzung sollte aller-dings über eine Tatsache vorab Klarheit herrschen: die Schuld an einem Krieg trägt nicht derjenige, der den ersten Schuß abgibt, sondern derjenige, der den anderen zwingt, den Krieg zu beginnen, hier im Ukraine-Krieg ausschließlich die US-amerikanische Ostküste (alias „Neocons“ alias FED [Federal Reserve System]) und dies aus sehr leicht erkenn-baren Gründen:

Es geht um die russischen Rohstoffe und gleichzeitig um die Beseitigung von Rußland als Mitbewerber um die Macht.

Ein eurasischer Wirtschaftsverbund ohne Dollar-Dominanz der FED wäre das Ende der US-Herrschaft. Zu diesem Zweck wird die NATO ständig nach Osten erweitert.

Die Zusammenhänge sind sehr einfach zu erkennen. Doch die Ratlosigkeit über die laufenden Ereignisse zeigt das Ausmaß des „eingepflanzten Irreseins“ durch die Desin-formation der Medien. Die US-Ostküste trägt die Verantwortung für jeden Toten, jeden Verletzten, jeden Flüchtling und überhaupt jeden Schaden in dieser Auseinandersetzung.

EU, NATO und UN sind demnach Werkzeuge der internationalen Plutokratie – ein böses Erwachen für bundesdeutsche „Gutmen-schen“.

Stepan Bandera

Wer kennt Stepan Bandera? Er ist der Schlüssel zu den „Nationalsozialisten“ in der Ukraine. Bandera leitete während des Zweiten Weltkrieges die Widerstandsbewegung gegen das Sowjetsystem in der (auf Selbständigkeit bedachten) Westukraine und kämpfte mit sei-nen Leuten auf deutscher Seite gegen die „Rote Armee“.

 

Ukrainische Männer der Waffen-SS 1943 in Waffenbrüderschaft mit der deutschen Waffen-SS zur Befreiung der Völker vom Bolschewismus (Bild: Axis-History-Forum)

In der Waffen-SS-Division „Gali-zien“ sammelten sich ab 1943 die ukrainischen Widerstandskämp-fer.

Ich war schon als Student in den fünfziger Jahren mit diesem Widerstand in Berührung gekommen:

Prof. Theodor Oberländer, Vertriebenenmini-ster der BRD und Rußlandberater Adenauers, ging im Hause Hennig ein und aus. Er be-treute seinerzeit die Leute um Bandera, denen die Flucht in den Westen gelungen war. Mein Vater hatte in diesem Zusammenhang als Chirurg in Augsburg einen Patienten ope-riert, der Bandera sehr nahestand (mögli-cherweise war er es selbst).

Diesem platzte die Operationswunde, sodaß eine mühselige Wiederherstellung fällig war. Der Patient überlebte und schenkte meinem Vater ein Buch auf Kyrillisch mit persönlicher Widmung. Mir waren seinerzeit häufige, sehr unauffällige Besuche aufgefallen, als ob der Patient ständig bewacht würde.

Bandera wurde am 15. Oktober 1959 vom sowjetischen KGB vor seiner Haustüre in München mit Blausäure ermordet. Der Mörder war ein Mitglied der bis in die sechziger Jahre kämpfenden Widerstandsbewegung in der Westukraine, den der KGB vor die Wahl ge-stellt hatte, entweder mit ihm zusammen-zuarbeiten oder seine Familie zu verlieren.

Maidanaufmärsche und Putsch in Kiew

Im Zusammenhang mit den immer heftiger werdenden Demonstrationen auf dem Kiewer Maidan im Jahre 2014 wurde ich erneut auf diese Nationalisten aufmerksam: diese traten auffällig militant auf, hatten sich, wie uns der französische Rechtsintellektuelle Thierry Meysan in

https://www.voltairenet.org/article215877.html

wissen läßt, unter der US-amerikanischen Di-plomatin Viktoria Nuland mit dem israe-lischen Kommando „Delta“ koordiniert und nach dem Putsch in Kiew eng mit dem Put-schistenregime zusammengewirkt.

 

Victoria Nuland (Bild: Tagesschau)

Augenfällig ist die enge Zusammenarbeit mit israelischen Reservisten und anderen pro-israelischen Organisationen.

Wieviel hat das noch mit dem antikommunistischen Kampf der Ukraine vor 70 Jahren zu tun?

Ukrainische Nationalisten

Heute wirkten die sogenannten „Asow“-Ba-taillione unter den nationalsozialistischen Sinnbildern der Division „Galizien“ (u. a. Ha-kenkreuz-Fahnen), an der Seite der ukrai-nischen Putschistenarmee verheerend bei der Säuberung der Ost-Ukraine und zwangen letztendlich Putin zum Einschreiten.

Das Vorgehen der ukrainischen Nationalisten entsprach natürlich voll und ganz den Vor-stellungen der US-Ostküste, die den russi-schen Einfluß im Osten der Ukraine um jeden Preis auf allen Ebenen zurückdrängen wollte.

Nach dem Putsch in Kiew 2014 stellten sich die ukrainischen Nationalisten uneingeschränkt in den Dienst von EU und NATO als entscheidende Werkzeuge der Plutokratie.

Merkwürdigerweise regt sich in der EU, die sich dem „Kampf gegen Rechts“ verschrieben hat, niemand über die Hakenkreuzfahnen der ukrainischen Nationalisten auf.

Fataler Irrtum

Leo Trotzki alias Bronstein (Bild; Wikipedia)

Als der in der Ukraine geborene Kommunist Leo Trotzki alias Bronstein mit dem Geld seines Schwieger-vaters, des Multimilliardärs Jakob Schiff, von der New Yorker „FED“, die russische Revolution am 25. Oktober 1917 in St. Petersburg los-trat, welche in der Folge die Russische Auslese samt einem Großteil des russi-schen Bürgertums in Grö-ßenordnungen von -zig Millionen ausrottete, inbegriffen u. a. die mehr als sechs Millionen Ukrainer, die noch in den dreißiger Jahren im „Holodomor“ am geplanten Hungermord der Sowjets verstarben (siehe S. 178 ff, „Schwarzbuch des Kommunismus“),

da war – damals wie heute – die Ostküste der Auftraggeber.

 

„Holodomor“ in der Ukraine unter Stalin (Bild: SZ)

Damals wie jetzt ging es um die Beherrschung des russischen Raumes.

Daß die nachgeborenen Ukrainer (und mit ihnen die baltischen Völker) den mörderi-schen Bolschewismus im Russentum, also in der Sowjetunion, verankert sehen, ist nach-vollziehbar und damit der anhaltende Vorbehalt auch gegenüber Rußland nach der „Wende“ 1989. Das darf aber nicht so weit führen, daß nationale Kräfte der Ukraine heute ihre Todfeinde beim Kampf um den russischen Großraum unterstützen. Der Todfeind Europas ist die Führung der USA.

Nach dem Kiewer Putsch wollte ich daher in die Ukraine reisen, mich mit dem Buch mit der og. kyrillischen Widmung ausweisen und die Nationalisten auf ihren schweren Irrtum hinweisen.

Zu der Zeit war der Gedanke von Bernhard Schaub von einer „Europäischen Eidgenos-senschaft“, also dem „Europa der Vaterlän-der“, in der Ukraine auf äußerst fruchtbaren Boden gefallen. Leider fand sich das Buch nicht mehr, und die Reise unterblieb.

Unter dem Hakenkreuz gegen Rußland?

 

14. Oktober 2020, Kiew: Aktivisten der Ukrainischen Partei der Azow-Nationalisten feiern die 78. Wiederkehr des Tages der UPA-Gründung im Jahre 1942 (Copyright: xSergxGlovnyx)

Nunmehr bedient sich die US-Ostküste der ukrainischen Nationalisten gleichsam als Speerspitze gegen Rußland. Das mutet ange-sichts des bekannten Hintergrundes der Ostküste paradox an, könnte aber u. U. Sinn ergeben. Ich begebe mich hier in den Bereich der Spekulationen, gehe aber fest davon aus, daß die Ostküste einen gezielten Lang-zeitplan zur Übernahme des russischen Großraums verfolgt.

 

Nationalisten des Asow-Regiments drangsalieren Dorfbewohner – sie bekämpfen nicht mehr den Bolschewismus, sondern harmlose Angehörige des eigenen Volkes – SIE sind die Zerstörer der Ukraine, nicht Putin (Bild: Wikipedia)

Wie uns der US-Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski (siehe nachfolgender Aufsatz) wissen läßt, ist Rußland auf die Ukraine ange-wiesen, nach deren Verlust Rußland selbst in Bestandsnot gerät.

Der Barbarossaplan

 

Fast scheint es – noch immer reine Speku-lation – als hätte die Ostküste vor, den Bar-barossaplan umzusetzen. Dazu würden die Truppenbewegungen in Skandinavien passen, wie auch die zunehmende Annäherung von Schweden und Finnland an die NATO. Im Kaukasus würde Georgien den südlichen Eck-pfeiler bilden.

 

Putins Siegesfeier auf dem Roten Platz am 9. Mai 2022 (Bild: BR24)

Putins in jüngerer Zeit schwer verständliches Verhalten erführe eine Erklärung: Der russi-sche Staatschef fordert einerseits und mit Nachdruck die deutsch-russische Partner-schaft zum beiderseitigen Segen, bremst aber andererseits die Aufarbeitung der sowjeti-schen Verbrechen aus, veranstaltet jährlich gewaltige Siegesveranstaltungen über die deutschen „Faschisten“ auf dem Roten Platz zu Moskau, hält an der längst widerlegten Legende vom „Überfall des Deutschen Reiches auf die friedliebende Sowjetunion“ fest und versteigt sich inzwischen zu der absurden Forderung nach Anerkennung eines Geno-zides der Wehrmacht am russischen Volk.

Auf dieser Grundlage kann keine Partner-schaft Bestand haben. Eine Aussöhnung kann nur auf der Grundlage geschichtlicher Wahr-heit und des Völkerrechtes erfolgen.

Indes könnte sich Putin gezwungen sehen, wie weiland Stalin auf eine „vaterländische Front“ zu setzen, welche auch die russischen Nationalisten zumindest auf Zeit mit einbaut, um Rußland im Falle eines Krieges hand-lungsfähig zu halten. Dieser Krieg hat nun begonnen.

Putin hat in der Vergangenheit Klugheit und Mut bewiesen bei seinem schnellen Zugriff 2008 in Georgien, wo auch die israelischen Ausbilder der georgischen Armee Rußland an der Sicherung von Südossetien nicht hindern konnten, bei der Niederschlagung des Putschversuches in Kasachstan im Januar 2022, und auch – was Wenige wissen – bei der Befreiung Afghanistans von der NATO-Besatzung.

Nun hat er nach langem Zuwarten noch rechtzeitig zugeschlagen und verhindert so ein Umkippen der Machtverhältnisse zugun-sten der hochkriminellen US-amerikanischen Ostküste in Europa.

Wie könnte es weitergehen? China wird – Schanghaipakt hin oder her – im Falle eines großen Krieges Rußland voraussichtlich keine Rückendeckung geben und abwarten, bis Rußland und die NATO sich wechselseitig abgekämpft haben, um dann Sibirien und die Äußere Mongolei als Beute einzusammeln.

Wäre es nach der Ostküste gegangen, dann war der Satellitenbereich des Warschauer Paktes bis zu den Grenzen der Ukraine und Weißrußlands die erste Etappe; die Ukraine hätte die zweite Etappe sein sollen und die Barbarossalinie wahrscheinlich die dritte. Da-nach wäre Sibirien an der Reihe gewesen.

Die russische Option

Nun aber könnte der russische Einfluß auf Europa wachsen. Deutschland hätte die Möglichkeit, mit russischer Rückendeckung Ost gegen West auszuspielen mit dem Ziel eines Friedensvertrages und der Wiederher-stellung des deutschen Nationalstaates, des Deutschen Reiches, in Selbstherrschaft.

Bei der Wiederherstellung völkerrechtlicher Verhältnisse in Deutschland wird die „BRD“ verschwinden. Sowohl Rußland wie die Ver-einigten Staaten von Amerika haben ein starkes Interesse an einem starken Europa als Rückendeckung, was stets das Deutsche Reich im Zentrum einer europäischen Völ-kergenossenschaft bedeutet.

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