Leo-Baeck-Preis für Angela Merkel
Sonntag, 16. Dezember 2007 von Adelinde |
Vor kurzem zeichnete der Zentralrat der Juden in Deutschland die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Leo-Baeck-Preis aus.
Leo Baeck
wurde 1873 in Posen als Sohn eines Rabbiners geboren.
„Nach einem Studium am konservativen Rabbinerseminar in Breslau, wo er gleichzeitig an der Universität Philosophie studierte, wechselte er 1894 an die liberale Hochschule der Wissenschaft des Judentums in Berlin, wo er an der Friedrich-Wilhelms-Universität neben Philosophie auch Geschichte und Religionsphilosophie belegte und im Mai 1895 … über Spinozas erste Einwirkungen auf Deutschland promovierte“,
lesen wir bei Wikipedia, und weiter:
„In der Weimarer Republik wurde er zum bekanntesten Vertreter des liberalen deutschen Judentums und übernahm mehrere repräsentative Ämter in jüdischen Organisationen. So wurde er 1922 Vorsitzender des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland und war von 1925 bis 1937 Präsident der Großloge der deutschen Sektion von B’nai Brith …“
B’nai Brith ist die Jahrtausende alte, rein jüdische Dachorganisation, die allen nichtjüdischen Freimaurer-Logen übergeordnet ist, getreu der Vorgabe des weisen Königs Salomo, der als Stifter und erster Großmeister des Ordens in der von ihm errichteten Fundamentalkonstitution festlegte, daß die großmeisterliche Würde in seinem – dem jüdischen – Geschlecht bleiben solle.
Beim Lebenslauf Leo Baecks ist besonders bemerkenswert, wie er sein Leben als führender Jude in der Zeit des Dritten Reiches meisterte. Für viele heutige junge Deutsche ist sicher erstaunlich, daß Leo Baeck 1933 Präsident der Reichsvertretung der Deutschen Juden wurde.
Gab es denn so etwas im Dritten Reich? Wurden die Juden denn nicht verfolgt?
In den USA hatte gleich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten von jüdischer Seite eine Greuelpropaganda gegen Deutschland eingesetzt, mit der sich die Zeitungen in Deutschland und in aller Welt vorrangig auseinandersetzten und die den deutschen Juden größte Sorgen bereitete.
Viele jüdische Verbände und Rabbiner versuchten, dagegen vorzugehen, um schlimme Folgen für Deutschland und die deutschen Juden abzuwenden. Der Berliner Jakow Trachtenberg Verlag veröffentlichte eine Sammlung zahlreicher solcher Aufrufe im Mai 1933 in seinem Buch „Die Greuelpropaganda ist eine Lügenpropaganda, sagen die deutschen Juden selbst“.
Darin findet sich auch die Erklärung des „Vorsitzenden des Deutschen Rabbiner-Verbandes, Dr. Leo Baeck“, die er dem „Berliner Korrespondenten des ,Intransigeant‘ gegenüber“ abgegeben hat. Darin heißt es:
„Die nationale deutsche Revolution, die wir durchleben, hat zwei ineinander gehende Richtungen: den Kampf zur Überwindung des Bolschewismus und die der Erneuerung Deutschlands. Wie stellt sich das deutsche Judentum zu diesen beiden? Der Bolschewismus ist, zumal in seiner Gottlosenbewegung, der heftigste und erbitterste Feind des Judentums, die Ausrottung der jüdischen Religion ist in seinem Programm. Ein Jude, der zum Bolschewismus übertritt, ist ein Abtrünniger. Die Erneuerung Deutschlands ist ein Ideal und eine Sehnsucht innerhalb der deutschen Juden. Mit keinem Lande Europas sind Juden in jahrhundertelanger Geschichte so tief und so lebendig verwachsen wie mit Deutschland. Keine Sprache Europas bedeutet für sie so viel wie die deutsche.“
Welch ein anrührender Wortlaut, welche Liebe und Hochachtung für Deutschland bringt hier ein Jude zum Ausdruck! Und das, obwohl es – wie Rabbiner Dr. E. Munk als Berlinder Vertreter des „Preußischen Landesverbandes Gesetzesgetreuer Synagogengemeinden“ seinen Kollegen in New-York Rabbi Jung mitteilte – „in der Wahlzeit“ „Ausschreitungen Einzelner“ tatsächlich gegeben hatte.
Munk betonte jedoch „in Übereinstimmung mit allen Kollegen“, daß die Meldungen über „Greuelexzesse gegen die Juden Deutschlands“ „den Tatsachen grell“ widersprächen und unverantwortliche Übertreibungen seien. Andere Juden befürchteten, daß die Greuelpropaganda wirkliche Greuel erst heraufbeschwören könnte. Die Reichsregierung täte alles, um sie zu unterbinden! Leo Baeck fährt daher in seinem Appell fort: Weiterlesen »