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War denn keine deutsche Macht da, die das Deutsche Volk aus seinem staatlichen, geistigen, kulturellen, seelischen Tiefstand nach all den Zerstörungen durch die Truppen ausländischer und inländischer Machthaber wieder herausführte?

Friedrich Kopp und Eduard Schulte zeigen den Weg auf in ihrem aufschlußreichen spannenden Werk „Der Westfälische Frieden“:

Der Tiefstand des Reiches konnte nur durch die Taten vieler großer Deutscher und die harte Arbeit vieler Geschlechterfolgen über-wunden werden.

Deutsche Landesfürsten im 17. und 18. Jahrhundert haben in ihren prachtvollen Ba-rockschlössern nur zu oft die Sorge um ihr Land versäumt. Das deutsche Volk jedoch hat auf dem Acker und in den Werkstuben die Verheerungen und Rückschläge des unseligen Krieges wieder eingeholt.

In gleicher Richtung wirkte so mancher ver-antwortungsbewußte Landesfürst durch sorgsame Staatsverwaltung und sparsame Wirtschaft. Das Beispiel des Großen Kur-fürsten, Ernst des Frommen von Gotha oder Karl Ludwigs von der Pfalz wirkte sich hier aus.

Über dieser unsäglich mühe-vollen Arbeit im kleinen und einzelnen, die Friedrich Wilhelm I. zu einer Erziehungslehre der Pflicht und des Staatsdienstes ausgebaut hat, steigen die politischen und kriegerischen Taten der großen Männer auf.

Die Taten der Großen waren es erst, die all das Mühen und Werken in Stadt und Land, das nach 1648 verdoppelt einsetzte, er-möglicht und auf die Dauer gesichert haben.

Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm

Das heldische Wirken Friedrich Wilhelms, des Großen Kurfürsten von Brandenburg-Preußen, leuchtete nach dem Ohn-machtsfrieden von 1648 zuerst auf. Sein harter Herrscherwille und seine Feldherrnbegabung schufen dem deutschen Wiederauf-stieg machtpolitisch Raum.

Im Inneren zwang er dem eigenwilligen Grundbesitzeradel (den Landständen) eine feste Heeres- und Steuerorganisation ab. Mit diesem Kampfmittel konnte er Ostpreußen fest an Brandenburg anfügen und manchen Schlag gegen Frankreich und Schweden, die Gewinner von 1848, führen.

Er, den das Volk seit dem Siege von Fehrbellin (1675) den „Großen Kurfürsten“ nannte, kämpfte noch nicht bewußt für Deutschland, sondern für seinen Einzelstaat und für sein Haus, wie alle Fürsten jener Zeit.

Kardinal Richelieu (ghetti)

Von dem Netz, das Frankreichs Diplomaten seit Richelieu über die deutschen Fürsten gespannt hat-ten, konnte auch er sich noch nicht freimachen. Doch legte er den Grund zu einem neuen Großstaat in Deutschland.

Ruhmvoll focht er am Rhein für das Reich und gab Deutschland tatsächlich wieder eine starke Grenzmacht im Nordosten, so wie es einst der Deutsche Ritterorden getan hatte.

Im Schatten der reichszersetzenden franzö-sischen Diplomatie wurde die deutsche Politik nach 1648 nicht mehr vom Reiche, sondern von den Landesfürsten gemacht.

Ferdinand II.

Dennoch haben die Habsburger-kaiser, seitdem sie nicht mehr an der nur konfessionellen Politik eines Ferdinand II. klebten, viel zur Erhal-tung des Reiches getan.

Sie haben dabei gleichzeitig ihre Hausmacht gemehrt; aber die Feldzüge kaiserlicher Heere geschahen nun für das Reichsganze.

Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (https://smb.museum-digital.de)

Unter den Reichsfeldherren Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, dem Türken-Ludwig, und Prinz Eugen haben die kaiserlichen und landes-fürstlichen Truppen zeitweise Frankreich aufgehalten und die Türken weit in das Donaubecker zurückgeworfen.

Mit ihren Erfolgen, vor allem mit Eugens ruhmvollen Siegen, erhob sich das alte Reich noch einmal zu geschicht-licher Größe. Die Schmach von Münster und Osnabrück war von Reichstruppen getilgt.

Unter den Kaiserfahnen haben gegen Ludwig XIV. und die Sultansheere Truppen fast aller deutschen Stämme und Landesfürsten gefochten!

Prinz Eugen von Savoyen (Getty Images)

Das macht die Taten Ludwigs und Eugens noch bedeutsamer. Ihre Waffen haben vielen deutschen Neusiedlern im Donaubecken jungen, unerschlossenen Boden gegeben.

Das Kaiserhaus stand auf der Höhe dieses Ruhmes, als der Preußenkönig aufstand. König Friedrich II. riß den preußischen Staat zur gleichstarken Großmacht innerhalb des alten, vom Habsburgerhaus gehüteten Reiches empor.

Friedrich Wilhelms I. innere Erziehungs- und Verwaltungsarbeit wurde bei Friedrichs II. kühnem Angriff auf Schlesien 1740 auf die Probe gestellt. Mit dieser Tat und mit Fried-richs männlicher Standhaftigkeit im Sieben-jährigen Kriege hat der stärkste protestan-tische Landesfürst des Reiches sich zum Range einer deutschen Einigungsmacht erhoben.

Friedrich II. der Große (Anton Graff)

Wenn Friedrich auch Empörer gegen das Reichsoberhaupt und den Reichsfrieden war, so hat er ein Kaiserhaus ange-griffen, das 1756 nicht vor dem Bündnis mit Frankreich zurückschrak, so hat er ein Reich verletzt, das politisch nicht mehr schlagfähig war.

Friedrichs Sieg bei Roßbach (1757) traf den französischen Reichsverderber von 1648 nicht zufällig, denn im tieferen Sinne rettete er doch die Zukunft eines erneuerten Deut-schen Reiches.

Maria Theresia (ghetti)

Während Maria Theresia wenigstens im Donaubecken die reichspolitisch wichtige Waffen- und Pflugarbeit jenes Prinzen Eugen fort-führte, den sie Frankreich gegenüber preisgab, nahm Friedrich an Warthe, Netze und Weichsel das Ostmar-kenwerk Heinrichs des Löwen und des Deutschritterordens wieder auf. Damit schuf er dem 1648 eingeengten und zerklüfteten Deutschland neuen Raum.

Nach der Auflösung des alten Reiches (1806) haben die führenden Männer der Befreiungs-kriege, die zum Teil von Bewegungen im Volke selbst unterstützt wurden, zu einem neuen Reiche hingedrängt.

Sie wollten über die Einzelstaaten Habsburgs, Preußens und der übrigen Landesfürsten hinaus. Stein und Scharnhorst seien hier ge-nannt und der Napoleonbesieger Erzherzog Karl (1809), würdiger Nachfahre des Prinzen Eugen. Mit ihnen Andreas Hofer und Schill, Blücher und Gneisenau, Arndt  und Jahn.

Ihr Bemühen war 1809-1815 insofern siegreich, als sie Napoleon I., den Erben Richelieus und Ludwigs XIV., stürzen konn-ten. Aber sie wurden rasch geschlagen, als ihr großdeutsches Reichswollen von den (1648 in den Sattel gesetzten) Fürstenstaaten vereitelt wurde, als Metternich die Burschen-schaftsbewegung erstickte.

Erst Bismarck, ein echter Vollender des Großen Kurfürsten und Friedrichs des Großen, hat mit dem Einzelstaat Preußen die Sehnsucht der Volksbewegung teilweise erfüllt. Nur teilweise, denn auch sein „kleindeutsches“ Einigungswerk mußte die deutsche Ostmark an der Donau noch draußenlassen.

Sein Reichsbau stand noch immer unter jenem Fluche fürstenstaatlicher und innerdeutscher Zersplitterung, der 1648 wirksam geworden war.

Otto von Bismarck (ghetti)

Aber Bismarck hat im Jahre 1871 die Reichsauflösung von 1648 überwunden. Er hat die staatspolitische Voraus-setzung geschaffen für die 1871 noch fehlende umfas-sende Reichserneuerung vom Volke her, die nur durch einen echten Volksführer erkämpft werden konnte.

Ergänzend sei noch gesagt von Adelinde:

Das innenpolitische Werk der Preußenkönige, besonders Friedrichs des Großen, war in jener Zeit inmitten von barocken ihre Völker aussaugenden Potentaten revolutionär. Bei ihnen galt, was Vor-aussetzung des Aufbaus der aus den Trümmern des 30-jährigen Krieges übernommenen Landes- und Volksteiles war: Sparsamkeit, Selbstdisziplin, Staatstreue, Denken ans Ganze.

Das Volk machte freudig mit. Als dann auch die Gleichheit vor dem Gesetz eingeführt war, ereignete sich, was Goethe einmal treffend feststellte:

Wir waren alle fritzisch geworden.

Der „Alte Fritz“, wie Friedrich der Große vom Volk liebevoll genannt wurde, ging nicht nur in seinen Schlachten voran – kameradschaftlich an der Seite seiner Pommern -, er ließ sich auch kritisieren. Sah er einen entsprechenden Anschlag, befahl er „höher hängen“, d.h. er hatte die Meinungsfreiheit einge-führt, in der auch „Majestätsbeleidigung“ kein Verbrechen mehr war.

Er forderte die Pressefreiheit ebenso wie den Ausbau des Bildungswesens, er schaffte die Folter ab. Kurz: Er war der königliche und volksnahe Aufklärer und als solcher eine Ausnahme inmitten der europäi-schen Potentaten. Damit hielt er das Volk zusam-men, das ihm freiwillig folgte.

Ihm folgte nach dem Sieg über Napoleon das Zeit-alter der Reformen. Die große Güte und Volksnähe der Königin Luise begeisterte das Volk, das an ihr hing und mit der Königin eine innerseelische, völkische Einheit bildete. Ihre Worte:

Die Menschenliebe und Achtung der Menschenwürde waren es, die die Völker innenpolitisch vereinte und einander Heimat waren. Als noch keine Massen Fremdvölkischer unser Land überrollt hatten, kam auch nicht so vielen Deutschen wie heute der Ge-danke auszuwandern.

Welch Gegensatz zu 1914, als die Volksseele das ganze Volk samt Sozialdemokraten zur Verteidigung des Vaterlandes vereint hatte, so daß sich die Hee-resleitung damit überfordert sah, die anströmenden Massen von jungen Männern zu erfassen, die ihr Leben fürs Vaterland in die Bresche werfen wollten.

Ein solches Volk vor Augen ließ Friedrich Schiller in seinem „Wilhelm Tell“ ausrufen:

 

Heute wird mutwillig von den Feinden der Völker ein solches völkisches Empfinden und Wollen zerredet. Die Feinde der Völker wissen, worin die Kraft des Menschen verborgen liegt. Daher wird es mit allen Mitteln dem Volk ausgetrieben und werden die Völker in die Herde von heimatlosen Eintagsfliegen getrieben und sich selbst entfremdet.

Dann wären wir ja glücklich bei 1648 wieder angelangt.

 

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2 Kommentare
Marco (Heimkehr)
Marco (Heimkehr)
4 Stunden zuvor

Wie alles auch heute noch miteinander verzwickt und verbunden ist und wie die Machthaber letzlich immer die gleichen Ziele verfolgen und die gleichen Feinde bekämpfen, kann man sehr schön an dem Beispiel Michael Hesemann erkennen.

Die Kirche steht medial seit Jahren unter Druck wegen ihrer Skandale zu Mißbrauch usw.

Google dazu:

„Die christlichen Kirchen stehen seit Jahren massiv unter Druck wegen der Aufarbeitung von sexuellem und machtbezogenem Mißbrauch, wobei Betroffene eine lückenlose Aufklärung fordern, finanzielle Entschädigungen einklagen und juristische Konsequenzen für Vertuschungen verlangen..“

Nun ist ja bekannt, wer die mediale Macht und die der Presse innehat. Als normal denkender Mensch würde man meinen, die Kirche würde sich gegen diese medialen Kampagnen in irgeneiner Form zu Wehr setzen und ihrerseits auf die Verschwörungen ihre „Gegner“ hinweisen. Am Beispiel des Autors Michael Hesemann sieht man, daß sie dies zwar in Teilen tut, aber bei den wichtigen Zielen auf Linie mit dem Kampf des Judentums ist.

Google zu Heseman.

„Michael Hesemann (* 22. März 1964 in Düsseldorf) ist ein deutscher Historiker, Buchautor, Dokumentarfilmer und Journalist. Er erlangte internationale Bekanntheit vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Publikationen zu kirchengeschichtlichen und bibelarchäologischen Themen sowie durch seine frühen Arbeiten im Bereich der Ufologie“.

Zu seinen Verbindungen zum Vatikan schreibt Google:

„Michael Hesemanns Verbindung zum Vatikan basiert auf seiner Arbeit als Journalist und Buchautor sowie auf seinen langjährigen Recherchen in den Vatikanischen Archiven. Er positioniert sich selbst intensiv im Umfeld des Heiligen Stuhls…“

„Seine engste und persönlichste Verbindung innerhalb des Vatikans bestand zum Umfeld des deutschen Papstes Benedikt XVI.

Biograf von Georg Ratzinger: Hesemann gewann das Vertrauen von Prälat Georg Ratzinger (dem Bruder des Papstes). Gemeinsam verfaßten sie den Bestseller „Mein Bruder, der Papst“ (2011).

Kontakt zu Erzbischof Gänswein: Über diese Zusammenarbeit stand er in direktem Kontakt mit dem langjährigen Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein. Mit ihm organisierte er unter anderem ein Privatkonzert zum 90. Geburtstag von Georg Ratzinger.

Verteidigung des Pontifikats: Hesemann gilt als glühender Verfechter der Theologie und des Erbes von Benedikt XVI.“

Nun kam es dazu, daß Herr Heseman Co-Autor im Buch „Die große Täuschung“ von Thorsten Schulte wurde.

In diesem Buch widmet sich Thorsten Schulte umfangreich und schwerpunktmäßig dem zertörerischen Potential der Freimaurerei und bringt auch Verbindungen dieser Freimauererei zu einzelnen Juden zur Sprache.

So weit so gut. Der zweite Teil des Buches ist dann Michael Hesemann überlassen, der dann ebenfalls den Kampf gegen diese Freimaurer aufnimmt, ganz im Sinne des Buches und dabei die Gegnerschaft der Freimaurer zur christlichen Kirche herausstreicht.

Also wie bereits angekündigt vor vielen jahren im „Rakowsskij Protokoll“ dürfen die Freimaurer am Ende geopfert werden.

Und natürlich vergißt Herr Hesemann pflichtgetreu nicht, Adolf Hitler in die ganze Geschichte mit einzubinden. Er bringt Adolf Hitler dann selbstverständlich in die Nähe der Freimaurei, und Hitler muß jetzt auch noch „Freimaurer werden“, nachdem er an anderer Stelle Rothschilds oder Warburgs Marionette war oder gleich ein Abkömmling der Rothschilds war oder seit neuestem in „Betchley Park ausgebildet wurde“.

Aber das Interessanteste über Herrn Hesemann fand ich zufällig, als ich nochmal eine alte Schrift des freien Publizisten Kawi Schneider gelesen hatte. Kawi Schneider beschäftigte sich am Ende seiner Veröffentlichungen intensiv mit der Dritten Macht und der deutschen Absetzbewegung nach Südamerika. Als er über die damit ausgelösten Anfeindungen gegen sich schrieb, fiel dann plötzlich der Name des „Ufologen“ Michael Hesemann.

Kawi Schneider schreibt:

„Wenn man dieses Thema öffentlich anspricht, sind die Reaktionen in 90% der Fälle sowohl bei Linken als auch bei Rechtsextremen und bei allen dazwischen derartig haßerfüllte Beschimpfungen, die man nicht für möglich halten würde.

Auch bin ich schon, schockierend peinlich, angewinselt worden, ich solle doch bitte bitte sagen, daß ich nur Witze erzählen würde. Nur zwei Typen von Zeitgenossen habe ich gefunden, die rational und aufgeschlossen darüber diskutieren können: Die kleine Szene der sogenannten Nazi-Esoterik mit der Vril-Philosophie („Frauenhaare müssen mindestens 65 cm lang sein, sie schützen die Lunge des Astralkörpers“ usw.), und supertrockene Naturwissenschaftler, denen jede politische Richtung wurscht ist, und die wie Uhrwerke nach „Beweisen“ und „Hypothesen“ fragen und alles mit „erstens zweitens drittens“ ausdrücken.

Als ich vergangenes Jahr im beliebten Jo-Conrad-Forum im Internet das Thema „reichsdeutsche Flugscheiben“ ansprach, gab es neben Zustimmung regelrechte propagandistische Breitkeil-Angriffswellen gegen mich. Meist unter Anführung eines Michael Hesemann, der als der führende private UFO-Experte gilt: Wenn die UFOs tatsächlich Reichsdeutsche seien, also „tumbe Killer“, werde er sie höchstpersönlich abschießen – aber nein nein, das sei ja alles nur braune Soße, alte Nazi-Lügenpropaganda, es gäbe unter bzw. in den UFOs nur Außerirdische mit „Raumschiffen aus Licht und Plasma“. Alles andere sei Lüge und gefährlich, denn es könnte bei Nazis neue Endsieg-Hoffnungen wecken.“

(Die verschwiegene Hälfte der Geschichte: Das Zeitalter der Wunderwaffen 1928 – 2002 / Teil I
Kawi Schneider)

Marco (Heimkehr)
Marco (Heimkehr)
4 Stunden zuvor

Rakowskij Protokoll Klappentext:

„Das Unglück des Zweiten Weltkrieges war, daß man gegen Hitler unbedingt Krieg machen mußte.«

Rudolf Augstein (SPIEGEL 7.1. 1985)

Das »RAKOWSKIJ-PROTOKOLL« ist ein historisches Zeugnis von kaum zu überbietender Hintergründigkeit und Dramatik. Kristjan Jurjewitsch Rakowskij (1873 — 1941), Sowjetbotschafter in Paris, wird unter Stalin 1937 als Angehöriger einer oppositionellen Gruppe verhaftet, die der Diktator fürchtet. Er wird aber nicht wie Tuchatschewskij, Gamarnik, Jakir und viele weitere Internationalisten, die Stalins Nationalkommunismus ablehnen, liquidiert, sondern bekommt eine letzte Chance, sein Leben zu retten. Er soll dem GPUBeamten Gabriel G. Kuzmin die Motive seiner Konspiration mit der deutschen Reichsregierung und sein Wissen über die Hintergründe der Revolution von 1917 zu Protokoll geben.

Rakowskij, dem es um die Erhaltung des Sowjetsystems, notfalls unter stalinistischen Vorzeichen zu tun ist, nützt diese Gelegenheit, um Stalin einen Plan zu unterbreiten, wie er gemeinsam mit Deutschland Polen angreifen und im Anschluß daran Hitler in einen vernichtenden Krieg mit den westlichen Demokratien verwickeln könne, an dessen Ende die sowjetische Vorherrschaft steht.

RAKOWSKI-PROTOKOLI

Rakowskij zeichnet dem ungläubigen GPU-Mann, der noch daran glaubt, daß der Sozialismus seinen Sieg eines Tages der Krankheit des Kapitalismus, dem sogenannten „inneren Widerspruch“ verdanken werde, das Bild einer internationalen Verschwörung, in der Kapitalismus und Kommunismus – „Kapintern“ und „Komintern“ — unter einer gemeinsamen Leitung stehen. Rakowskij selbst versteht sich als Abgesandter dieser Leitung, hat in 4 dieser Funktion die Finanzierung der Oktoberrevolution 1917 vorangebracht und Trotzkijs Machtapparat mit aufgebaut, kennt aber seine Oberen nicht. Er kann darüber nur Indizien zu Protokoll geben. Indizien, die Schlaglichter auf 7 zeitgeschichtliche Ereignisse werfen, welche in der Geschichtsliteratur aufgrund der unzureichenden Quellenlage oft ausgespart werden. Dabei ist das = »Rakowskij-Protokoll« keine Variante einer nationalistischen Verschwörungstheorie, sondern das Zeugnis eines Kommunisten und Freimaurers, der derartigen Theorien abgewandt ist.

Das »Rakowskij-Protokoll« erschien wenige Jahre nach seiner Auffindung in den Hinterlassenschaften des NKWD-Arztes Dr. Josef Landowsky 1950 in Spanien. Eine deutschsprachige Ausgabe veröffentlichte wenig später in kleiner Auflage der Dürer-Verlag in Argentinien. Der vorliegenden Ausgabe liegt diese Übersetzung zugrunde.“

Zu den Freimaurern:

„Kuz.: Nach dem Bilde, das Sie mir von Rußland im Jahre 1917 gemalt haben, müssen sie sehr „schlau” gewesen sein, wenn sie das glauben sollten…

Rak.: Das waren sie und das sind sie! Die Freimaurer haben jene erste deutliche Lektion nicht begriffen, nämlich die Große Revolution, in der sie eine bedeutsame revolutionäre Rolle gespielt haben und die die meisten Freimaurer verschlang, voran ihren Großmeister, den Herzog von Orleans, besser gesagt, den König, der auch Freimaurer war, und danach Girondisten, Hébertisten, Jakobiner … und wenn einige überlebten, so geschah es dank Napoleon Bonaparte und seinem Putsch im Brumaire.

Kuz.: Wollen Sie damit sagen, daß die Freimaurer bestimmt sind, durch die Hände der Revolution zu sterben, die von Ihnen selber herbeigeführt wird?

Rak.: Ganz richtig … Sie haben eine tief geheim gehaltene Wahrheit formuliert. Ich bin Freimaurer, Sie werden es gewußt haben, nein? Also gut. Ich werde Ihnen also das große Geheimnis sagen, das man immer dem Freimaurer zu enthüllen verspricht — aber das man ihm weder im 25ten, noch im 33ten, noch im 93ten noch im höchsten Grade irgend eines der Riten enthüllt. Ich kenne es, selbstverständlich nicht, weil ich Freimaurer bin, sondern weil ich zu „Jenen” gehöre.

Kuz.: Und was ist es?

Rak.: Die ganze Bildung des Freimaurers und das öffentliche Ziel der Freimaurerei geht dahin, alle notwendigen Voraussetzungen für die kommunistische Revolution zu schaffen und zur Verfügung zu stellen, natürlich unter verschiedenen Vorwänden, die sie unter ihrem bekannten Dreispruch verbergen. Und da die kommunistische Revolution die Liquidation der ganzen Bourgeoisie als Klasse und die physische Liquidation jedes politischen Führers der Bourgeoisie voraussetzt, ist das wirkliche Geheimnis der Freimaurerei der Selbstmord der Freimaurerei als Organisation und der physische Selbstmord jedes irgendwie bedeutenden Freimaurers. Nun verstehen Sie schon, warum, wenn dem Freimaurer ein solches Ende vorbehalten ist, man Mysterien, Theaterszenen und soundsoviel „Geheimnisse” benötigt — um das wirkliche Geheimnis zu verbergen. Lassen Sie sich, wenn Sıe dazu Gelegenheit haben, nicht entgehen, sich in irgendeiner zukünftigen Revolution die Geste von Erschrecken und Blödheit zu betrachten, die auf dem Gesicht eines Freimaurers erscheint, wenn er kapiert, daß er von den Händen der Revolutionäre sterben soll. Wie er kreischt und sich auf seine Verdienste um die Revolution berufen will! Das wird ein Schauspiel, um auch zu sterben — aber vor Lachen!“

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