Propagandalüge Nr. 2 – Fortsetzung
Dienstag, 19. Mai 2026 von Adelinde
Der Unterschied zwischen
Demokratie und Diktatur ist,
daß du in der Demokratie wählen darfst,
bevor du Befehle befolgst.
Charles Bukowski
Thomas Engelhardt:
Die Verluste der Roten Armee im Krieg gegen die Deutsche Wehrmacht
Dieser Tage, zum Jahrestag des Kriegsendes, war wieder die alte Leier zu hören, die Ar-meen der verbrecherischen Deutschen Wehr-macht („Mörder in Uniform“) hätten in den besetzten Gebieten der Sowjetunion eine Blutspur der Verwüstung und Vernichtung hinterlassen.[1]
Es muß hier immer die teuflische Zauber-formel „Der Krieg ist ein Meister aus Deutschland“ gelten. Dem mörderischen Treiben der deutschen Soldaten sollen demnach in der Zeit zwischen 1941 bis 1944 vorgeblicher Weise, so der heutige Stand, 27 Millionen sowjetische Bürger zum Opfer gefallen sein.
Diese Zahl steht heute so festgemeißelt wie die andere bekannte Zahl von 6 Millionen.
Es erscheint notwendig, diesen Sachverhalt genauer zu beleuchten und zunächst einmal erscheint es erforderlich, den Ursachen und dem Verlauf nachzugehen, der diese Zahlen-akrobatik ermöglichte.
Denn unmittelbar nach Kriegsende 1945 war die sich auf die eigenen Gefallenen bezie-hende sowjetische Doktrin eine völlig andere. Um die eigenen Opfer vor der Bevölkerung zu verschleiern machte die sowjetische Propa-ganda in den ersten Monaten nach Kriegsen-de keinerlei Angaben zu den eigenen Verlu-sten, obwohl diese erfaßt und registriert worden waren.[2]
Stalin selbst hatte den Befehl gegeben, die vorliegenden Opferzahlen und zwar sowohl in Hinblick auf die Zivilopfer, insbesondere aber die gewaltige Zahl der gefallenen Sowjetsol-daten von etwa 5 ½ bis 8 Millionen, nicht öffentlich zu machen.
Die genaue Ermittlung der Kriegsopferzahlen erschwerte das Stalin-Regime durch Geheim-haltung, Aktenvernichtung und das Dekla-rieren von Massenmorden des Stalin-Regimes vor und während des Krieges als Kriegsfol-gen.[3]
Kriegsschäden, mangelnde Demographie und gesperrte Archivbestände machen die Fest-stellung der tatsächlichen sowjetischen Ver-luste in den Jahren nach dem Krieg und bis heute unmöglich.[4]
Jedoch läßt sich dessen ungeachtet seit acht Jahrzehnten ein inflationäres Hochrechnen und eine quantitative Überhöhung der sow-jetischen Kriegsopfer des deutsch-sowjeti-schen Krieges konstatieren.
Dieses Aufblähen und künstliche Wachstum sowohl der den Kriegsereignissen zum Opfer gefallenen sowjetischen Zivilisten als auch der Zahl der Gefallenen der Roten Armee hat ganz offensichtlich System.
Es stellt ein propagandistisches Meisterstück allerersten Ranges dar, mit dem Zweck, die Deutsche Wehrmacht als Verbrecher- und Mörderbande vorzuführen und insbesondere auch von den eigenen Verbrechen abzulen-ken. So nimmt es nicht wunder, daß auch ausländische Historiker diese ursprünglich aus der Sowjetunion stammenden Zahlen-konstrukte begierig aufnahmen und sie in eigenen Veröffentlichungen verarbeiteten.[5]
Nötig ist infolgedessen ein Blick auf die Nachkriegszeit, um die auf Rechen-kunststücken beruhenden Zahlenent-wicklungen nachvollziehen zu können.
Im März 1946 wurde von Stalin die Zahl der Kriegsopfer der Sowjetunion aus Propa-gandagründen mit insgesamt 7 Millionen angegeben (sic.). Mit Beginn der Entstalini-sierung in der UdSSR, etwa ab Mitte der 1950er-Jahre, galt dann die offizielle Zahl von 20 Millionen Kriegstoten.[6]
In der Ära Gorbatschow wurden beginnend ab 1985 einige sowjetischen Archive geöffnet und flugs wurde die neue offizielle Gesamt-zahl von 27 Millionen sowjetischen Opfern des Krieges, davon 7 Millionen Zivilisten, genannt.[7]
Im Jahr 1989 schätzte der russische Histo-riker Wladimir I. Koslow die Gesamtzahl der sowjetischen Kriegsopfer sogar auf 40 Millionen (!).
Dabei bezog er neben den gefallenen Sol-daten, die er auf 15 bis 20 Millionen schätzte (man beachte diese Spannbreite; Koslow nannte seine Zahlenangaben aber auf Be-rechnungen fußend !), zu Tode gekommene Zwangsarbeiter[8], aus dem besetzten Deutschland Repatriierte (insgesamt 5 ½ Millionen Menschen!), im Krieg ums Leben gekommene sowjetische Juden und aus militärischen Gründen in stalinistische Haft- und Arbeitslager Verschleppte, die dort zugrunde gingen, mit ein.[9]
Eine vom sowjetischen Verteidigungsminister Dmitri Jasow[10] eingesetzte Kommission ermittelte in der Zeit von 1987–1991 insge-samt 37 Millionen sowjetische Kriegstote (sic.), davon 8,6 Millionen Gefallene und sage und schreibe 27 bis 28 Millionen Zivilisten, die als Opfer des Krieges zu beklagen waren (!!!).
Russische Historiker bestätigten diese Zahl der gefallenen Angehörigen der Roten Armee. Andere wie der britische Historiker Richard Overy bezifferten die Zahl der im Krieg als Opfer zu beklagenden sowjetischen Zivilisten auf etwa 17 Millionen.[11]
In den 1990er-Jahren, als russischen und ausländischen Historikern erstmals Zutritt zu den ehemals sowjetischen Archiven gewährt wurde, waren neue abenteuerliche Zahlen im Schwange.
Bis zu 26 Millionen sowjetische Gefallene wurden nun angegeben, wohlgemerkt auf unsicheren Angaben fußend und lediglich geschätzt, für den Briten Richard Overy aber eine „unwahrscheinliche“ und forschungs-mäßig abgesicherte (!!!) Größenordnung.
Für die zivilen sowjetischen Opfer des Krie-ges wurde nun die Zahl von 24 Millionen vorgeschlagen (!), was einschließlich des möglichen demographischen Wachstums einen Bevölkerungsverlust von bis zu 40 Millionen während des Krieges bedeuten würde. In Anbetracht derartiger Geschichts-klitterung reibt sich der Beobachter die Augen.
Deutlich wird jedoch, wie unsinnig alle diese Zahlenspielereien sind. Einziges Ziel ist, die sprichwörtliche „deutsche Schuld“ ins Uner-meßliche zu steigern. Mit Geschichtswissen-schaft hat all das nichts zu tun.
Laut dem Autor Christian Hartmann hatte die Sowjetunion etwa 26,6 Millionen Kriegsopfer zu beklagen. Darunter 11,4 Millionen Solda-ten, von denen 8,4 Millionen durch die Kampfhandlungen und 3 Millionen in deut-scher Kriegsgefangenschaft starben; den größten Anteil der sowjetischen Opfer bilde-ten aber 15,2 Millionen getötete Zivilisten.[12]
Ins Auge stechen dabei diese scheinbar bis nach dem Komma genauen Zahlen. Diese aber entbehren wie gesagt völlig der Realität und stellen reine Phantasiegebilde dar!!!
Der russische Autor Vladimir Tarasov legt den (angeblich aktuellen) Forschungsstand zu den sowjetischen Opferzahlen zugrunde und nannte im Jahre 2012 in einer Veröffentli-chung auf sowjetischer Seite 26,9 Millionen Tote des deutsch-sowjetischen Krieges .[13]
Heute werden in russischen Veröffentli-chungen folgende Zahlen genannt:
10 Millionen Gefallene (von 34 Millionen ehedem mobilisierten Sowjetsoldaten)
11 Millionen direkte Zivilopfer des Krieges (Anm.: Diese Zahl erscheint nicht verifizierbar.)
5 Millionen Geburtenausfälle (!) infolge der gegebenen sog. Übersterblichkeit, der kriegsbedingten Geburtendefizite sowie der infolge der Opfer des Krieges (Gefallene und Zivilisten) eingetretenen Geburtenausfälle (sic.)
Geburtenausfälle und Geburtendefizite nachträglich als Kriegsopfer zu deklarieren und in eine angeblich solide Berechnung der Kriegstoten einzubeziehen, ist ein Novum und erscheint ganz besonders perfide.
Ein Blick zurück in die Geschichte.
Aufgrund der chaotischen Bedingungen in der Roten Armee in den ersten 12 bis 18 Monaten des deutsch-sowjetischen Krieges konnten die Gefallenen, Vermißten und in Gefangenschaft geratenen Soldaten der Roten Armee in der Regel nicht erfaßt und regi-striert werden.
Die Deutsche Wehrmacht vernichtete allein in den ersten sechs Monaten des Krieges 20 (zwanzig) sowjetische Armeen.[14]
In dieser Zeit bis Ende 1941 wurde faktisch die Hälfte der aktiven Truppenverbände der Roten Armee vernichtet oder erheblich dezimiert.[15]
Ganze Armeegruppen wurden eingekesselt, aufgerieben, lösten sich auf.[16] Andere Truppenverbände setzten sich fluchtartig ins sowjetische Hinterland ab und fluteten ungeordnet zurück.[17]
Die sowjetischen Verluste des Jahres 1941 können nur annähernd abgeschätzt werden, insgesamt waren es jedoch etwa 4 (vier) Millionen Mann.[18]
Gefallen, verwundet, gefangengenommen. Diese Verluste konnten jedoch aufgrund der zur Verfügung stehenden mobilisierten Re-serven sofort wieder aufgefüllt und ersetzt werden.[19]
Die sowjetische Militärbürokratie versagte in dieser Zeit bzw. brach zusammen. Dieser Umstand ist auch die Hauptursache, daß (wohlgemerkt bis heute) keine belastbaren und quellengestützt sicheren Angaben zu den sowjetischen Gesamtverlusten des deutsch-sowjetischen Krieges gemacht werden können.
Die Verluste der Roten Armee (Gefallene, Verwundete und Vermißte) beliefen sich im ersten Kriegsjahr 1941/1942 (gerechnet bis Mitte 1942) auf etwa 3,1 bis 4 Millionen Soldaten. Ein Großteil dieser Verluste resul-tierte aus der Gefangennahme von Hundert-tausenden Sowjetsoldaten in den großen Kesselschlachten (Bialystok, Minsk, Smolensk, Wjasma und Brjansk, Kiew).[20]
Allein 1941 gerieten nach deutschen An-gaben 3,3 Millionen sowjetische Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Schätzun-gen gehen von etwa 800.000 bis über 1 Million gefallenen und schwer verwundeten Soldaten der Roten Armee allein für das Jahr 1941 aus.
Die Rote Armee verlor etwa 20.500 Panzer. Das entsprach über 72 % ihres damaligen Gesamtbestandes. Diese extremen perso-nellen und materiellen Einbrüche brachten die Sowjetunion an den Rand des Zusam-menbruchs.
Die Rote Armee verlor im deutsch-sowjeti-schen Krieg („Großer Vaterländischer Krieg“) 1941–1945 offiziellen (jedoch unsicheren) Angaben zufolge zwischen 8,6 bis 11,4 Millionen Soldaten, davon 3,3 Millionen in deutscher Kriegsgefangenschaft.
Insbesondere letztgenannte Zahl stellt jedoch ein Konstrukt dar und läßt sich durch keine Quelle bestätigen. Deutscherseits konnten die gewaltige Zahl der Kriegsgefangenen nicht mehr registriert, erfaßt und verwaltet werden.
Die relativ große Spanne der Angaben der Verluste der Roten Armee (siehe oben) ist für sich allein jedoch bereits Indiz für die These, daß den sowjetischen bzw. russischen Zah-lenangaben auf gar keinen Fall zu trauen ist!
Insgesamt gerieten etwa 5,7 Millionen sow-jetische Soldaten an der Front in deutsche Kriegs-gefangenschaft. 2,4 Millionen sich in deutschem Gewahrsam befindliche sowje-tische Kriegsgefangene wurden nach Kriegs-ende repatriiert. Aus der Differenz wurde geschlossen, daß 3,3 Millionen in deutschem Gewahrsam ums Leben gekommen seien.
Erstens aber läßt sich die Zahl von 5,7 Millionen durch die Deutsche Wehrmacht gefangengenommenen sowjetischen Ar-meeangehörigen nicht bestätigen. Die Gesamtzahl dürfte wesentlich geringer sein.
Zweitens wurden gemäß eines Stalinschen Befehl alle sich gegenüber den deutschen Streitkräften ergebenden sowjetischen Soldaten (ebenso wie die freiwillig zum Dienst sich verpflichteten Ostarbeiterinnen, die etwa 800.000 in deutschen Uniformen Dienst tuenden russischen Hilfswilligen sowie die etwa 1 Million in Formationen der Deut-schen Wehrmacht und der Waffen-SS kämp-fenden Staatsangehörigen der UdSSR) als Vaterlandsverräter deklariert und nach Kriegsende entsprechend unbarmherzig behandelt.
Wer aus diesem Personenkreis beim Vor-rücken der sowjetischen Armeen und der den Kampfverbänden der Roten Armee nachfol-genden NKWD-Truppen des Geheimdienstes (49 Divisionen, ca. 1 Million Mann umfas-send) nach Mitteleuropa bzw. in den besetz-ten Gebieten des Deutschen Reiches nicht sofort liquidiert wurde, ging in der Regel im GuLag zugrunde.[21]
Etwa 5 Millionen sowjetische Soldaten sind im Kampf gegen die Deutsche Wehrmacht und die mit der Wehrmacht verbündeten auslän-dischen Truppen (Italien, Ungarn, Finnland, Rumänien, Slowakei, Spanien) gefallen.[22]
1,1 Millionen Soldaten der Roten Armee wurden in den fünf Jahren des Krieges (bzw. vier Kriegsjahren) schwer verwundet und verstarben im Hinterland und in Lazaretten.
Die extremen Verlustzahlen der Roten Armee waren primär durch die rücksichtslose Krieg-führung der Roten Armee bedingt. Sowjeti-sche Generäle vertraten die Auffassung, daß die Armee vor allem eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen habe; das Leben der eigenen Sol-daten hatte dabei nur einen geringen Stellenwert.
Die hohe Todesrate der Truppen der Roten Armee war letztlich eine Folge des von den Offizieren ausgeübten gnadenlosen Druckes, um so den (oft, gerühmten, allerdings frag-würdigen) fanatischen Widerstand zu er-zwingen und damit aber letztlich eine Konse-quenz des stalinistischen Unterdrückungs-systems.
Zum anderen forderte die Art und Weise der sowjetischen Kriegführung diese außeror-dentlichen Verluste. In den großen Schlach-ten (Stalingrad, Rschew, Kursk, Berlin) wur-den jeweils Millionen Soldaten unter meist mangelhaften logistischen Bedingungen regelrecht verheizt, um die befohlenen Ziele zu erreichen.
Für die Truppen der Roten Armee waren diese Schlachten (beispielsweise in der Schlacht von Rschew) unwahrscheinlich verlustreich.[23] Allein in Stalingrad und in der Schlacht von Berlin verlor die Rote Armee jeweils 1 Million Mann an Gefallenen und Verwundeten.
Auf die eigenen Soldaten wurden keinerlei Rücksichten genommen. Das entsprach der alten russischen Militärdoktrin, die bis heute aufrecht erhalten wird.[24]
Fassungslos beobachteten die Soldaten der Wehrmacht aus ihren Stellungen heraus im-mer wieder die wellenartigen Vorstöße von sowjetischen Infanterieverbänden auf die deutschen Linien, wobei oft nur die 1. Welle ausreichend bewaffnet war und die nach-folgenden Wellen die Waffen der Gefallenen aufsammeln mußte.
Ebenso berüchtigt waren die unmittelbar hinter den sowjetischen Fronttruppen ste-henden Sperreinheiten (Innere Truppen des NKWD und Sperrverbände der Roten Armee [25]), die auf jedes Zurückweichen vor dem Gegner mit Beschuß von hinten reagierten …[26]
Heute werden in russischen Veröffentli-chungen Verlustzahlen genannt, die den seit der Gorbatschow-Ära entwickelten (bzw. von der Sowjetpropaganda vorgegebenen Zahlen folgen.[27]
Diese finden in Eingang in die veröffentlichte Literatur, in Beiträge und Aufsätze und wer-den in Fernseh-Dokumentationen ständig wiederholt.
Wie die bekannte 6 Millionen-Zahl auch hat die 27-Millionen-Zahl inzwischen vollständig vom kollektiven Bewußtsein der manipulier-ten und indoktrinierten Bundesdeutschen Besitz ergriffen.
Kommt es mit Normalbürgern zu Gesprächen und Diskussionen über diese Themen (Stichwort „Verbrechen der Wehrmacht“) werden stets diese beiden Zahlenwerte bedient.
(Fast) Niemand aber unterzieht sich der Mühe und analysiert diese Zahlenangaben, unter-sucht die gegebenen Zusammenhänge und nähert sich den Gesamtzusammenhängen fragend und kritisch.[28]
Summa summarum rechnet man 26 Millionen Tote zusammen und rundet diese, weil es so schön paßt, dann noch auf 27 Millionen auf. Soviel also zu den „sicheren“ und auf „For-schungen“ beruhenden Zahlenkonstrukten!
Durch diese Rechenkunststücke und Zahlenakrobatik steht heute diese 27-Millionen-Zahl wie festgemeißelt! Kaum jemand hinterfragt diese noch (im übrigen so wenig wie die bekannte 6-Millionen-Zahl).
Entspäche diese Zahl von 27 Millionen sowjetischen Kriegstoten jedoch der Wahr-heit, hätte die Sowjetunion in ihrem „Großer Vaterländischer Krieg“ genannten Krieg gegen Deutschland ein Achtel (!!!) ihrer gesamten Bevölkerung verloren.
Dies aber steht in krassem Gegensatz sowohl zu den tatsächlichen Bevölkerungszahlen als auch zu der Tatsache, daß die Deutsche Wehrmacht und ihre Verbündeten gerade einmal etwa zwei Fünftel des europäischen Teils der UdSSR besetzte!
Im Jahr 1939 verzeichnete die UdSSR eine Bevölkerung von insgesamt 191 Millionen Einwohnern, davon lebten 108,5 Millionen in Rußland, 40,5 Millionen in der Ukraine (ohne die zu Polen gehörende Westukraine) und etwa 9 Millionen in Weißrußland (ohne das bis 1939 polnische Weißruthenien).
1941 war die Einwohnerzahl der Sowjetunion dann infolge der Annexionen (Moldawien, Litauen, Lettland, Estland, Ostpolen) um ca. 20 Mill. Menschen (!) auf 210 Millionen angewachsen.[29]
Für das Jahr 1950 wird die Bevölkerungszahl der UdSSR mit 178,5 Millionen Menschen angegeben, neun Jahre später, 1959, wird jedoch die Zahl von 209 Millionen Einwoh-nern genannt.[30]
Auf welche wundersame Art und Weise in-nerhalb von neun Jahren die Einwohnerzahl um sage und schreibe 30 ½ Millionen Men-schen gewachsen sein soll, bleibt ein un-auflösbares Rätsel und Mysterium!
Dies auch vor dem Hintergrund, daß im Krieg gerade der reproduktionsfähige Teil der Be-völkerung, also junge Erwachsene, zahlen-mäßig die größten Verluste zu beklagen hatten, und zwar sowohl an der Front als auch im Hinterland.
Dies war zwei Ursachen geschuldet. Dem militärisch organisierten Arbeitseinsatz in der Rüstungsindustrie sowie der Ernährungslage. Die allgemeine Ernährungslage war seit Beginn des Krieges 1941 angespannt und entwickelte sich aufgrund des Verlustes der landwirtschaftlichen Überschußgebiete in der Ukraine und in den besetzten Gebieten Rußlands 1942 und 1943 katastrophal.
Die Zahl der Bevölkerungsverluste der UdSSR im deutsch-sowjetischen Krieg steht zudem in einem direkten Zusammenhang mit den unermeßlichen und niemals erfaßten Opfer-zahlen des Stalinfaschismus und insbeson-dere in der Zeit des Großen Terrors.[31]
Es ist heute unstreitig, daß allein in der Zeit des Großen Terrors 800.000 politische Gefangene unter Stalin exekutiert worden sind, 1,7 Millionen Menschen gingen im Gulag zugrunde bzw. wurden ermordet, darüber hinaus kamen 390.000 Kulaken (Großbauern) während der Umsiedlungen ums Leben, insgesamt etwa drei Millionen Opfer.
Diese hier genannten 3 Millionen Opfer des Stalin-Terrors stellen allerdings lediglich eine konservative Schätzung der stalinschen Gesamtopferzahl dar. Die tatsächlichen Opferzahlen gehen weit darüber hinaus.
Der russische Schriftsteller Wadim Erlikman legte im Jahr 2004 eine andere Schätzung der Stalinschen Opfer vor.[32]
1,5 Millionen exekutiert,
5 Millionen im GuLag gestorben bzw. ermordet
1,7 Millionen verloren bei der Deportation ihr Leben (von den insgesamt 7,5 Millionen Deportierten),
1 Million im Gulag gestorbene ehem. sowjetische Kriegsgefangene
Danach ergibt sich eine Gesamtzahl von ungefähr 9 Millionen Opfern.
Stalins Biograf Dmitri Wolkogonow schätzte dagegen, daß in der Zeit von von 1929 bis 1953 etwa 19,5 bis 22 Millionen Menschen durch die politischen Säuberungen und Stalins Terror zu Tode kamen.[33]
Um das Ausmaß des sowjetischen Terror-apparates zu verschleiern wurde ein großer Teil dieser Opfer nachträglich als Opfer des deutsch-sowjetischen Krieges deklariert und in die Gesamtopferzahl der sowjetischen Bevölkerung während des Krieges einbe-rechnet.
In den von der Deutschen Wehrmacht be-setzten Gebieten der UdSSR (Gebietsstand 1941) lebten etwa 70 – 80 Millionen Men-schen. Dies entsprach etwa 35 bis 45 % der gesamten sowjetischen Bevölkerung (zu Kriegsbeginn 1941 etwa 210 Millionen Menschen).
Man vergleiche diese Zahl von etwa 70 bis 80 Millionen Einwohnern innerhalb des deut-schen Machtbereichs in den besetzten Gebieten der Sowjetunion[34] mit den behaupteten Zahlen der sowjetischen Zivilopfer.
Wäre die wiederholt kolportierte Kriegs-opferzahl von 27 Millionen sowjetischen Bürgern authentisch (davon angeblich 11 Millionen Zivilopfer), würde das bedeuten, daß jeder achte Einwohner in den besetzten Gebieten Opfer von Kampfhandlungen oder der Besatzungsherrschaft geworden wäre!
Richtig ist aber, daß ab 1943 den zurück-weichenden deutschen Truppen ein Troß von mehreren Hunderttausenden russischen Zivilisten folgte, die vor den nach Westen stürmenden Verbänden der Roten Armee flüchteten.[35]
Im Herbst 1942 war in der Sowjetunion ein Gebiet bis zu einer Linie Leningrad-Moskau-Woronesch-Stalingrad besetzt. Ende 1942, zum Zeitpunkt der größten Ausdehnung der deutschen Besatzung in der Sowjetunion (vor der Wende in Stalingrad), kontrollierte die Deutsche Wehrmacht etwa 2 Millionen km² im europäischen Teil der UdSSR.
Dies entsprach etwa 40 % des europäischen Teils der Sowjetunion mit ca. 70 bis 80 Mill. Einwohnern.
Bereits im Dez. 1941 waren das das Baltikum, Weißrußland und die Ukraine sowie große Teile des europäischen Rußland besetzt (das 1939 von der UdSSR annektierte 200.000 km² umfassende Ostpolen kann hierbei insofern unberücksichtigt bleiben, weil diese Gebiete 1939 annektiert und in die Sowjet-Ukraine und die Sowjetrepublik Belorußland einge-gliedert wurden).
Ostpolen (= westliche Ukraine einschl. Ostgalizien u. Westwolhynien) 200.000 km²
Litauen 65.000 km²
Estland 46.300 km²
Lettland 65.000 km²
Weißrußland 207.600 km²
Ukraine 603.700 km²
Moldawien, nördliches Bessarabien, Nord-Bukowina, Herza-Gebiet[36] 35.000 km²
= insgesamt ca. 986.000 km²
Während der deutschen Offensiven des Jahres 1942 konnten noch einmal riesige Gebiete insbesondere in Südrußland besetzt werden. Fläche insgesamt = ca. 1 Mill. km² (europ. Rußland insgesamt = 3.953.000 km², davon etwa 2 Mill. km² unter deutscher Besatzung), d.h. Ende 1942 waren ca. 2 Millionen km² von der Deutschen Wehrmacht besetzt, das waren zwei Fünftel des europäischen Gebietes der UdSSR.
Diese Angaben sind deshalb relevant, weil die sowjetischen Behörden im Laufe des Jahres 1941 insgesamt 1.360 Rüstungs- und Schwerindustriebetriebe nach Sibirien bzw. in das Gebiet östlich der Wolga und des Urals verlagerten, die sowjetische Kriegswirtschaft zu Beginn des Jahres dennoch vor dem Kol-laps und dem Zusammenbruch stand, ohne diese These hier zu vertiefen.
Zu Beginn des Jahres 1942 drohte der voll-ständige Kollaps der sowjetischen Industrie und damit ein Totalzusammenbruch der Wirtschaft.
Es ist davon auszugehen, daß die Rote Armee ohne die massiven Hilfslieferungen aus den USA den Krieg im Laufe des Jahres 1942, spätestens aber Ende 1942 verloren hätte (bzw. hätte aufgeben müssen) und sich die verbleibenden sowjetischen Streitkräfte hinter die Wolga bzw. den Ural zurückge-zogen hätten.
Auf dieses Szenario liefen die deutschen Planungen hinaus. Stichwort: Linie des weitesten Vordringens, A-A-Linie (Arch-angelsk-Wolga-Astrachan und „brennende Grenze“ (an der Linie des weitesten Vor-dringens, der A-A-Linie, sollte eine neue Militärgrenze, vergleichbar der einstigen habsburgisch-österreichischen Militärgrenze auf dem Balkan, errichtet werden, geschützt und bewacht durch vorgeschobene festungs-artig ausgebaute Stützpunkte und im Hinterland stationierte Alarmverbände und Kommandoeinheiten von Hilfstruppen (Balten, Ukrainer, Weißrussen, Russen, Kaukasier) und der internationalen Waffen-SS.
Andere Darstellungen negieren jedoch diese Bewertung einer möglichen Niederlage der Roten Armee im Jahr 1942 und kommen zu völlig gegensätzlichen Einschätzungen.
Die Deutsche Wehrmacht kontrollierte zu diesem Zeitpunkt, 1942, etwa 60 % der sowjetischen Industrie, deren größerer Teil im europäischen Teil der UdSSR angesiedelt war.
Noch einmal zurück zur Ausgangslage am 22. Juni 1941:
Die rund drei Millionen Soldaten des deut-schen Ostheeres verteilten sich auf 150 Divisionen, darunter 20 Panzerdivisionen.[37]
Die Verbündeten stellten weitere 690.000 Soldaten. Diese Truppen waren in drei Heeresgruppen mit zusammen zehn Armee-Oberkommandos und vier Panzergruppen gegliedert.
Neben den genannten Waffen verfügten sie über 600.000 Kraftfahrzeuge und 625.000 Pferde.
In den westlichen Militärbezirken der Sowjetunion standen ihnen 2,9 Millionen Soldaten der Roten Armee gegenüber, insgesamt 145 Divisionen und 40 Brigaden, gegliedert in vier Heeresgruppen mit zehn Armee-Oberkommandos.[38]
Zur Zahl der den deutschen Truppen gegenüber stehenden Soldaten der Roten Armee werden bis heute in der Literatur zum Teil erheblich voneinander abweichende Angaben gemacht.
Der russische Militärhistoriker Michael Meltjuchow beziffert die Stärke der der Deutschen Wehrmacht 1941 gegenüber stehenden sowjetischen Heerestruppen auf 3,3 Millionen Mann.[39]
Bis Dezember 1941 konnte Rote Armee 45 (fünfundvierzig!) neue Armeen aufstellen. Die erfahrenen Stäbe der bis zu diesem Zeitpunkt vernichteten bzw. aufgeriebenen Einheiten bildeten dabei den Nukleus für die Schaffung der neuen Einheiten bzw. Truppenverbände.
Bis zum Jahreswechsel 1941/1942 führte die Sowjetunion 800 neue Verbände in Divisi-onsstärke ins Feld (!!!). Damit konnte der Verlust von 20 Armeen, die die Wehrmacht allein im Jahr 1941 vernichtet hatte, mehr als ausgeglichen werden.
Bereits vor Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges war die sowjetische Planung davon ausgegangen, daß alle Einheiten nach vier bis acht Monaten schwerer Kämpfe komplett ersetzt werden müßten.
Unsichtbar für äußere Beobachter hatte die Rote Armee dafür mehr 14 Millionen Reservisten erfaßt und ausgebildet (!).
Die Deutsche Wehrmacht hatte bis zum 20. März 1942 jedoch bereits mehr als 1 Million Mann verloren (1.073.000 gefallen, ver-wundet, vermißt), das war etwa ein Drittel der Ausgangsstärke am 22. Juni 1941.
Anders als die Rote Armee war die Deutsche Wehrmacht aber nur unter großen Anstren-gungen in der Lage, diese Verluste auszu-gleichen und die eigenen Truppen aufzufrischen.
Fortgang der Gefallenenzahlen Deutsche Wehrmacht (nur Ostfront)
1941: ca. 357.000 Gefallene
1942: ca. 572.000 Gefallene (einschl. erste Phase der Schlacht von Stalingrad)
1943: ca. 812.000 Gefallene (u.a. Schlacht im Kursker Bogen)
1944: ca. 1.802.000 Gefallene (sowjetische Operation Bagration)
1945: ca. 1.540.000 Gefallene (Sturm auf Berlin)
In der Retrospektive erweist es sich, daß deutscherseits die Stärke und Leistungs-fähigkeit sowohl der sowjetischen Rü-stungsindustrie als auch der Streitkräfte sträflichst unterschätzt wurde.
Mehrere Gründe waren ausschlaggebend. Ungenügende Feindaufklärung und stüm-perhafte nachrichtendienstliche Untersu-chungen durch die Abteilung Fremde Heere Ost[40].
Versagt hat insbesondere aber auch der Nachrichtendienst der SS[41], der im Allgemeinen als qualifizierter eingeschätzt wurde.[42]
Zusammenfassung
In der Gesamtschau läßt sich die Einschät-zung treffen, daß nur eine ungenügende Vorbereitung des Rußlandfeldzuges erfolgte.
Angesichts dieses Gegners hätte im Vorfeld bzw. in der unmittelbaren Vorbereitungs-phase eine genaueste Aufklärung der geg-nerischen Möglichkeiten erfolgen müssen. Das ist nicht oder nur unzureichend geschehen.
Die Führungspersönlichkeiten des Deutschen Reiches gingen hinsichtlich der Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Stalin’schen Ge-waltregimes völlig fehl. Denn das erweist sich als die große Tragödie des deutschen Rußlandfeldzuges:
Die maßlose Überschätzung der eigenen Kräfte und Möglichkeiten, die blinde Ver-kennung der gegnerischen Fähigkeiten und Ressourcen sowie die mangelhafte und ungenügende eigene Planung und deren Umsetzung.
In der abschließenden Bewertung gehen die Meinungen und Urteile bis heute auseinan-der.
Eine Mehrheit urteilt, daß der am 22. Juni 1941 begonnene Feldzug von Beginn an zum Scheitern verurteilt gewesen sei. Vergleicht man die zur Verfügung stehenden Ressour-cen sowie die Wirtschaftskraft beider Länder ist die Einschätzung möglicherweise richtig.
1941 standen sich jedoch nicht das Deutsche Reich und Sowjetrußland als Gegner gegen-über, sondern Deutschland und seine Ver-bündeten, in erster Linie der Wirtschaftsblock Mitteleuropas (Deutsches Reich mit Öster-reich, das Protektorat, das besetzte hoch-industrialisierte Belgien, Italien, Nordfrankreich).
Entscheidend war jedoch das immerwährende Gesetz der Zahlen. Das Deutsche Reich hatte 1941 80 Millionen Einwohner (einschl. ehem. Österreich und Sudetenland). Die Bevölke-rung der UdSSR wies 1941 eine mehr als 2 ½-fach größere Bevölkerung auf, die im Alters-durchschnitt sogar jünger war.
Deutschland (bzw. das Deutsche Reich) hatte infolge der 2 Millionen Gefallenen des I. Weltkrieges und infolge der Hungerkrisen 1917 und 1918 (Stichwirt „Steckrübenwinter“ 1916/1917) Geburtenausfälle in Millionen-höhe!
Die Geburtenausfälle im Deutschen Reich nach 1918 waren eine direkte Folge des I. Weltkriegs. Allein während der Kriegsjahre 1914 – 1918 wurden über zwei Millionen Kinder weniger geboren.
In den unmittelbaren Nachkriegsjahren nach 1918 blieben die Geburtenzahlen aufgrund von Versorgungsengpässen und der demo-graphischen Lücke durch Millionen gefallener Soldaten extrem niedrig.
Neben den kriegsbedingten Todesfällen und den Geburtenausfällen verlor das Deutsche Reich durch die Festlegungen des Versailler Vertrages überdies 13 % seines Territoriums und etwa 7 Millionen Einwohner.[43]
Dies reduzierte die Bevölkerungszahl Deutschlands nochmals deutlich. Die Aus-gangsvoraussetzungen der UdSSR waren dagegen ungleich günstiger. In der Zeit von 1939 bis zum Kriegsbeginn 1941 annektierte die Sowjetunion Gebiete mit einer Einwohner-zahl von ca. 20 Millionen Menschen.[44]
Die wehrfähige Bevölkerung dieser Territorien wurde vor Kriegsbeginn 1941 zwangsweise rekrutiert und in den Dienst der Roten Armee gepresst. Ein bis heute von der Forschung so gut wie völlig vernachlässigter Sachverhalt!
Berücksichtigt man andererseits die moderne Kriegführung der Deutschen Wehrmacht und seiner Verbündeten (Italien, Ungarn, Finn-land, Rumänien, Slowakei, Spanien) (Stichwort „Gefecht der verbundenen Waffen“) und die zukunftsweisenden militärtaktischen und militärstrategischen Neuerungen war ein siegreicher Krieg gegen die 1941/1942 noch nicht überlegenen Kräfte der Roten Armee realistisch.
Die erfolgreiche Verlagerung wichtiger sow-jetischer Rüstungsbetriebe nach dem 22. Juni 1941 in das östliche Rußland, nach Sibirien und Kasachstan[45] sowie die 1942 begin-nenden US-amerikanischen Lieferungen von Rüstungsgütern, militärischen Ausrüstungen, Flugzeugen, LKW, Lokomotiven und insbe-sondere auch von Flugbenzin[46] (!) ver-schoben das Kräftegleichgewicht zu Ungun-sten der Deutschen Wehrmacht und der verbündeten Truppen.
Diese Tatsache veranlaßt heute viele Analy-sten zu der Behauptung, die Planung des „Unternehmens Barbarossa“ sei 1941 mit ihrem Scheitern schon schwanger gegangen.
Eine solche Einschätzung muß unter Kenntnis des Kriegsausgangs freilich leicht fallen. Für unser Volk erwies sich dieser verlorene Krieg gegen die Rote Armee und das bolschewisti-sche System als die größte Tragödie unserer Geschichte.
Nachtrag: „Erinnerungsgesetze“ in Rußland
In Rußland regelt heute ein striktes Erin-nerungsgesetz die Narrative des II. Weltkriegs (in Rußland Großer Vaterländischer Krieg genannt).
Das Gesetz verbietet die Gleichsetzung der Sowjetunion mit „Nazi-Deutschland“ und kriminalisiert historische Analysen, die vom offiziellen Siegesmythos der Roten Armee abweichen oder die Erinnerung an die Rote Armee beschädigt.
Kritiker bemängeln, daß sich der Kreml damit ein staatliches Monopol auf die historische Wahrheit sichert und die freie Forschung einschränkt. Das russische Gesetz gegen „Geschichtsfälschungen“ umfaßt dabei drei Kernpunkte, die den rechtlichen Rahmen und die staatliche Doktrin definieren:
Strafbarkeit der Gleichsetzung: Es ist ge-setzlich verboten, die Handlungen der Sowjetunion mit denen von „Nazi-Deutsch-land“ während des II. Weltkriegs auf eine Stufe zu stellen.
Historiker weisen darauf hin, daß dies fak-tisch die Thematisierung des heute Hitler-Stalin-Pakt genannten deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrags kriminalisiert.
Strafen für „Lügen“: Wer öffentlich der offi-ziellen Geschichtsschreibung widerspricht oder Kritik an der Rolle der Roten Armee übt, dem drohen Geldstrafen oder Haftstrafen.
Genozid-Leugnung: Die Regierung definiert Verbrechen gegen die Sowjetbevölkerung als Genozid. Dessen Leugnung steht ebenfalls unter strenger Strafe.
Am 9. Juni 2021 hatte die russische Staats-duma den Entwurf für einen Zusatz zu einem Gesetz angenommen, der es in Zukunft unter Strafe stellt, die Sowjetunion mit „NS-Deutschland“ zu vergleichen. Das Gesetz trat am 1. Juli 2021 in Kraft.
Das Strafmaß ist im neuen Gesetz eindeutig festgesetzt, jedoch war es durch eine Ge-setzesänderung aus dem Jahr 2014 ihrerseits möglich, nicht-konforme geschichtliche Aussagen mit einer Geldstrafe von bis zu 300.000 Rubel sowie einer maximalen Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren zu belegen.
Und auch die im Frühjahr 2020 abgeänderte russische Verfassung beinhaltet eine ähnliche Vorschrift in Form von Artikel 67.1, der fest-legt, da „die Verteidiger des Vaterlandes“ zu ehren seien und der Staat „den Schutz der historischen Wahrheit“ sichert.
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Anmerkungen
[1]Im gegeben Zusammenhang wird regelmäßig der von Josef Stalin erlassene sog. Fackelmänner-Befehl außer Acht gelassen: Der als „Fackelmänner-Befehl“ bekannt gewordene sowjetische Stawka-Befehl Nr. 0428, der am 17. November 1941 erlassen wurde, forderte auf dem Höhepunkt des Vorstoßes der Wehrmacht im Deutsch-Sowjetischen Krieg, „die deutsche Armee der Möglichkeit zu berauben, sich in Dörfern und Städten niederzulassen“. Zu diesem Zweck seien, so der Befehl:
„1. Alle Siedlungspunkte im Hinterland der deutschen Truppen in einer Tiefe von 40 bis 60 Kilometern ab der Hauptkampflinie und 20 bis 30 Kilometer links und rechts der Straßen vollständig zu zerstören und niederzubrennen. Zur Zerstörung der Siedlungspunkte im angegebenen Radius unverzüglich die Luftwaffe heranzuziehen, in großem Maßstab die Artillerie und Granatwerfer zu nutzen, ferner Aufklärungskommandos, ferner Skiläufereinheiten und Diversionsgruppen der Partisanen, die mit Flaschen mit Brennstoffen, Granaten und Sprengstoffen ausgerüstet sind. 2. In jedem Regiment Jägerkommandos von je 20 bis 30 Mann zur Sprengung und Inbrandsetzung der Siedlungspunkte zu bilden, in denen sich die Truppen des Gegners niederlassen.“
[2]Bis zur Kapitulation Japans, gegen das Stalin in den letzten Wochen des Krieges noch offensiv geworden war, hatte die Rote Armee 6,2 Millionen Gefallene zu beklagen, mehr als 15 Millionen Verwundete, 4,4 Millionen Gefangene oder Vermißte und drei bis vier Millionen Ausfälle wegen Krankheit oder Erfrierungen. Das bedeutet, daß von den 34,5 Millionen mobilisierten sowjetischen Soldaten 84 % gefallen sind, verwundet oder gefangen genommen wurden. Hinzu kommen ca. 11 Millionen (angebliche!) zivile Opfer. Das sind kaum faßbare Größenordnungen. Diese hohe Todesrate der Truppen der Roten Armee war jedoch eine Folge des auch in der Armee herrschenden stalinistischen Unterdrückungssystems. Zum anderen forderte die sowjetische Kriegführung diese außerordentlichen Verluste.
[3]Völlig unberücksichtigt bleibt in der Regel die Tatsache, dass am Tag des Beginns des deutsch-sowjetischen Krieges (in der Geschichtsschreibung heute in der Regel dargestellt als „Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion“ (nicht selten in der Kombination „friedliebende Sowjetunion“) etwa 12 ½ Millionen sowjetische Bürger inhaftiert waren; als Häftlinge in den Konzentrationslagern der Hauptverwaltung GuLag, in den Haft-, Zwangsarbeits- und Besserungsarbeitslagern der GPU bzw. des NKWD, in Zuchthäusern und Gefängnissen. Diese Zahl der überwiegend aus politischen Gründen Inhaftierten machte etwa 5 % der Gesamtbevölkerung aus.
[4]In dem Jahrzehnt nach dem II. Weltkrieg wurden von der Sowjetunion keine neuen Bevölkerungsstatistiken veröffentlicht. Ein Vorschlag für eine neue sowjetische Volkszählung im Jahr 1949 wurde von Staatschef Josef Stalin abgelehnt. In dieser Zeit schätzten westliche Experten die Bevölkerung der Sowjetunion auf 215 bis 220 Millionen Menschen. Im Juni 1956 (nach Stalins Tod) gab die sowjetische Regierung bekannt, daß die Bevölkerung des Landes zu diesem Zeitpunkt lediglich 200 Millionen Einwohner aufweist.
[5]Eines dieser unrühmlichen Beispiele ist Richard Overy und dessen Studie „Rußlands Krieg 1941 – 1945“, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003.
[6]Vgl. Bernd Bonwetsch: Der ‚Große Vaterländische Krieg‘: Vom öffentlichen Schweigen unter Stalin zum Heldenkult unter Breschnew. In: Babette Quinkert (Hrsg.): „Wir sind die Herren dieses Landes“. Hamburg 2002, S. 173.
[7]Qu.: I. W. Kurukin: Istorija Rossii IX–XX. Ww. Učebnoje possobije dlja starščeklassnikow i abiturientow. („Geschichte Rußlands vom 9. bis 20. Jahrhundert. Lehrbuch für höhere Schulklassen und Abiturienten“), Moskau 2001.
[8]Der Begriff „Zwangsarbeiter“ ist nicht korrekt. Es handelte sich um sozialversicherte im Deutschen Reich mit Arbeitsvertrag eingesetzte Fremdarbeiter, im damaligen Sprachgebrauch Ostarbeiter genannt.
[9]Qu.: Vladimir I. Kozlov: O ljudskich poterjach Sovetskogo Sojuza v Velikoj Otecestvennoj vojne 1941–1945 godov („Über die Verluste der Sowjetunion an Menschen im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“), in: Istorija SSSR 1989/2, S. 132–139.
[10]Jasow war seit 1987 sowjetischer Verteidigungsminister und wurde nach seiner Beteiligung am Augustputsch in Moskau 1991 gegen Gorbatschow abgesetzt und inhaftiert.
[11]Lit.: Richard Overy: Rußlands Krieg. 1941–1945. Reinbek: Rowohlt, 2. Aufl. 2003, S. 435 ff.
[12]Qu.: Christian Hartmann: Unternehmen Barbarossa. Der deutsche Krieg im Osten 1941–1945. C.H. Beck, München 2011, S. 115 f. – Richard Overy: Rußlands Krieg. 1941–1945. Rowohlt, Reinbek, 2. Aufl. 2003, S. 435 ff.
[13]Eine Zahl wie hier 26,9 Mill. soll eine auf vorgeblichen Berechnungen beruhende Genauigkeit vortäuschen. Vgl. Edina Rauschenberger: Tagungsbericht Die Einsamkeit der Opfer. Methodische, ethische und politische Aspekte der Zählung der Menschenverluste des Zweiten Weltkriegs. 09.12.2011–2010.12.2011, Budapest. In: H-Soz-u-Kult, 8. Juni 2012.
[14]Ein militärischer Großverband der Roten Armee umfaßte zwischen 40.000 bis 100.000 Mann. Die Schützen-Armeen wiesen eine Stärke von 50.000 – 100.000 Mann auf, die Panzer-Armeen hatten zwischen 40.000 – 60.000 Mann.
[15]Am 22. Juni 1941 war die Rote Armee in einer Größenordnung von etwa 3 Millionen Soldaten in den Bereit- stellungsräumen östlich der deutsch-russischen Demarkationslinie aufmarschiert. Der Angriff auf Mitteleuropa war für Ende Juli/Anfang August 1941 geplant. Am 22. Juni 1941 standen den Angriffsverbänden der Deutschen Wehrmacht und der Verbündeten (insgesamt etwa 3,7 Millionen Mann) etwa 2,9 Millionen sowjetische Soldaten der Roten Armee in den westlichen Militärbezirken der Sowjetunion gegenüber (145 Divisionen und 40 Armee-Brigaden), gegliedert in vier sowjetische Heeresgruppen (Fronten) mit zehn Armee-Oberkommandos.
[16]Nach den großen Kesselschlachten der ersten Kriegsmonate befanden sich sowjetische Kriegsgefangene zu Hunderttausenden, meist unter freiem Himmel, in sogenannten Stammlagern (Stalags) und Durchgangslagern (Dulags), in denen sie oft nicht nur zur vorübergehenden Durchschleusung, sondern langfristig untergebracht waren. Bis Mitte Dezember 1941 waren 3,35 Millionen Sowjetsoldaten in deutsche Gefangenschaft geraten.
[17]Ein Beispiel: Nach der Niederlage in der Kesselschlacht bei Białystok und Minsk, in der drei sowjetische Armeen der Westfront zerschlagen worden waren, baute die Rote Armee Anfang Juli 1941 in der Gegend um Smolensk mit insgesamt 42 Divisionen eine neue Verteidigungslinie auf. Vier bisher in Reserve befindliche Armeen (19., 20., 21. und 22.) sollten einen Übergang der Heeresgruppe Mitte über die Flüsse Dnepr und Westliche Dwina sowie die „Landbrücke“ zwischen Witebsk, Orscha und Smolensk verhindern. Die Hauptstadt Moskau war nur noch 400 Kilometer entfernt.
[18]Die in der Lit. genannten Zahlenangaben weichen zum Teil erheblich voneinander ab. So werden an anderer Stelle die sowjetischen Verluste des Jahres 1941 mit 2,2 bis 3,4 Millionen angegeben. Am 9. Juli 1941 meldete das OKW nach den Kesselschlachten von Bialystok und Minsk insgesamt 328.898 Gefangene, 3.102 erbeutete Geschütze und 3.332 zerstörte Panzer (so viele Kampfwagen, wie das deutsche Ostheer zu Beginn des Rußlandfeldzugs einsetzte). In den Kesselschlachten von Bialystok und Minsk wurden drei sowjetische Armee zerschlagen. In der Schlacht von Smolensk (10.07. –10.09.1941) verlor die Rote Armee 760.000 Mann (486.000 Tote, Vermißte, Gefangene, 274.000 Verwundete) sowie 1.348 Panzer. In der Schlacht um Kiew (23.08.-26.09.1941) verlor die Rote Armee insgesamt 700.544 Soldaten, davon 616.304 Gefallene oder gefangengenommene Soldaten.In der Doppelschlacht von Wjasma und Brjansk (30.09.– 30.10.1941) wurden über 600.000 Soldaten der Roten Armee gefangen-genommen.
[19]Die deutsche Heeresgruppe Süd kam bereits am 25. Juni in einer Lagebeurteilung zu dem Urteil, das der Gegner in „seinem Kampfeswillen, seiner kämpferischen Härte sowie anscheinend auch hinsichtlich seiner Führungs-maßnahmen“ sich als „in jeder Beziehung ernster Gegner“ erwies. Diese Erkenntnis führte zu einer Abänderung der Operationspläne in der Weisung Nr. 1 vom 26. Juni 1941.. Der Feind sollte nicht mehr westlich des Dnepr umfaßt und geschlagen werden, sondern nur noch entlang des Bugs.
[20]Vgl. Fußn. 18.
[21]Zwischen 1945 und 1953 wurden etwa 5,45 Millionen Sowjetbürger, die sich vor Kriegsende aus unterschiedlichen Gründen außerhalb der Sowjetunion, überwiegend aber auf dem Territorium des Großdeutschen Reiches aufhielten, die UdSSR jedenfalls verlassen hatten, repatriiert. Davon wurde etwa ein Fünftel, das Gros der in der Zeit von 1941 bis 1945 in den Formationen der Deutschen Wehrmacht und der internationalen Waffen-SS dienenden urspr. aus der Sowjetunion stammenden Soldaten zum Tode verurteilt oder verschwand mit der Höchststrafe von 25 Jahren in den Lagern des GuLag. Drei Millionen wurden in ein Haft- bzw. Arbeitslager eingewiesen. Nur ein Fünftel – zumeist alte Männer, Frauen und Kinder – durfte mehr oder minder unbehelligt zurückkehren. Eine nicht bekannte Zahl sowjetischer Militärangehöriger, geschätzt werden bis zu 1 Million Mann, mit denen Stalin den Sieg über Deutsch-land errungen hatte, wurden in den Monaten nach Kriegsende Opfer neuer Säuberungen. Auch diese verschwanden auf Nimmerwiedersehen in den sibirischen Konzentrationslagern.
[22]Nach anderen Angaben etwa 6 Millionen oder sogar bis zu 8 Millionen. Zum Vergleich: An der Ostfront fielen insgesamt etwa 3 Millionen deutsche Soldaten. 1 Million deutsche Soldaten gelten als vermißt. Hier weiterführend: Arthur L. Smith: Die „vermißte Million“. Zum Schicksal deutscher Kriegsgefangener nach dem Zweiten Weltkrieg. Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 65, München 1992.
[23]So verlor die Rote Armee in den fünf sogenannten Rollbahnschlachten, die zwischen Oktober 1943 und März 1944 in Weißrußland tobten, trotz drückender eigener Überlegenheit mehr als eine halbe Million Soldaten (!). Dennoch gelang kein Durchbruch durch die deutschen Abwehrlinien. Die deutschen Verluste betrugen nur ein Zehntel der sowjetischen Gefallenen. Nicht von ungefähr wurden (und werden) diese harten militärischen Kämpfe in der offiziellen sowjetischen und heutigen russischen Historiografie weitgehend totgeschwiegen.
[24]Der Vorgang wiederholt sich aktuell im Krieg gegen die Ukraine. Die unverhältnismäßig hohen russischen Verluste, angenommen werden 300.000 bis 500.000 Gefallene seit 2022, sind primär auf den rücksichtslosen Menschen-einsatz zurückzuführen.
[25]Die Existenz und der Einsatz dieser Sperreinheiten wird gerade und nur allzu oft von bundesdeutschen Historikern in Abrede gestellt. Russische Zeitzeugen bestätigen den Einsatz dieser brutal vorgehenden Sperrverbände jedoch unisono.
[26]1941 und 1942 wurden eine Million Soldaten der Roten Armee wegen Feigheit vor dem Feind oder ideologischer Verfehlungen vor ein Feldgericht gestellt, bei 157.000 – einer ganzen Armee – lautete das Urteil auf Tod durch Erschießen. Als der Diktator Ende 1942 schließlich die politischen Kommissare der kommunist. Partei entmachtete, wurden 100.000 von ihnen umgehend an der Front eingesetzt und ebenfalls verheizt.
[27]10 Millionen Gefallene (von 34 Millionen mobilisierten Sowjetsoldaten), 11 Millionen (direkte) kriegsbedingte Zivilopfer bzw. in den Kriegsereignissen gestorben, 5 Millionen Geburtenausfälle infolge der gegebenen sog. Übersterblichkeit, der kriegsbedingten Geburtendefizite sowie der infolge der Opfer des Krieges (Gefallene und Zivilisten) eingetretenen Geburtenausfälle (!!!).
[28]In der Dokumentation «Stalin und das sowjetische „Rüstungswunder“» [2024] (von Gil Rabier mit Florence Loiret Caille u. Birgitta Assheuer) kommen die Historiker Nicolas Werth, Alexander Sumpf, Richard Overy und Mark Harrison zu Wort. Der Franzose Nicolas Werth demontiert in den letzten 10 min dieser sehenswerten Doku-mentation erstmals die bekannte 27-Millionen-Zahl und erklärt ihre Entstehung. Von bundesdeutschen sog. Historikern vernimmt man solche Richtigstellungen nicht. Die Doku ist in der Mediathek abrufbar.
[29]Einwohnerzahlen: Ostpolen 12-13 Mill., Litauen 2,5 Mill, Lettland 1,9 Kill., Estland 1 Mill., Moldawien 2,5 Mill.
[30]Die genannten Zahlen beruhen auf den sowjetischen Volkszählungen der Jahre 1939 und 1959. Für 1950 liegen lediglich geschätzte Angaben vor.
[31]Großer Terror: 19. August 1936 – 17. November 1938. Insgesamt etwa 1,5 Millionen Verhaftete, etwa 800.000 liquidiert.
[32] Lit.: Wadim Erlikman: Poteri narodonaseleniia w XX weke: sprawotschnik. Moscow 2004.
[33]Qu.: Dimitri Wolkogonow: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt, Econ, 1993.
[34]Das dem Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (Alfred Rosenberg) unterstellte und unter reichsdeutscher Zivilverwaltung (!) stehende Reichskommissariat Ostland (mit dem westlichen Weißruthenien 512.000 km²), das Reichskommissariat Ukraine (340.000 km²) sowie die unter deutscher Militärverwaltung stehenden Gebiete der Ukraine, Weißrußlands und Rußlands.
[35]Bereits im Juli 1943 besetzte die Rote Armee Kursk, im August 1943 Charkow, am 6. Nov. 1943 Kiew.
[36]Infolge des sowjetischen Ultimatums v. 26. Juni 1940 von Rumänien an die UdSSR abgetreten.
[37]Qu.: Rolf-Dieter Müller: Hitlers Wehrmacht 1935–1945. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2012, S. 60.
[38]Qu.: Rolf-Dieter Müller: Der Feind steht im Osten: Hitlers geheime Pläne für einen Krieg gegen die Sowjetunion im Jahr 1939. Ch. Links Verlag, Berlin 2011, S. 243
[39]Qu.: М.И. Мельтюхов : Упущенный шанс Сталина. Советский Союз и борьба за Европу, 1939–1941. М.: Вече, 2000, S. 479.
[40]Fremde Heere Ost war die militärische Feindaufklärung des deutschen Generalstabs im Zweiten Weltkrieg. Sie analysierte die Streitkräfte der Roten Armee und wurde ab 1942 von Reinhard Gehlen geleitet.
[41]Sicherheitsdienst (SD) des Reichsführers SS.
[42]Lit.: Daniel Bißmann: Ostexperten und Aktivisten. Nachrichtendienst und Gewalt. Wiesbaden: Harrassowitz, 2024.
[43]Die Angaben schwanken zwischen 6,5 bis 7,3 Millionen Menschen.
[44]Ostpolen, die baltischen Staaten, Moldawien/Transnistrien, das nördliche Bessarabien, die rumänische Nord-Bukowina u. das sog. Herza-Gebiet.
[45]Verlagert wurden innerhalb weniger Monate nach Kriegsbeginn 1.360 Rüstungsbetriebe.
[46]An Waffensystemen, Rüstungsgütern und Ausrüstungsgegenständen lieferten die Vereinigten Staaten an die UdSSR:
14.795 Flugzeuge
7.056 Panzer
8.218 Flak-Geschütze
131.633 Maschinengewehre
105 U-Boot-Jäger
197 Torpedoboote
15,417 Millionen Paar Stiefel
77.900 Geländewagen Willys MB („Jeep“)
151.000 leichte Transport-LKW
200.000 Studebaker US6-LKW
1,5 Millionen Kilometer Telefonkabel
35.000 Funkstationen
380.000 Feldtelefone
30 % aller in der Roten Armee verwendeten LKW-Reifen
56 % aller auf sowjetischem Gebiet verbauten Eisenbahn-Schienen
1/3 aller im Krieg bzw. in der Rüstungsproduktion verwendeten Sprengstoffe
1.900 Lokomotiven
4 Millionen Tonnen Lebensmittel
2,54 Millionen Tonnen Stahl
728.000 Tonnen Nichteisenmetalle
764.000 Tonnen Chemikalien
2,4 Millionen Tonnen Petro-Chemikalien (Schmierstoffe usw.)Darüber hinaus lieferten die US-Amerikaner 58 % des gesamten hochoktanigen Flugbenzins der Sowjetunion. Ohne diese Treibstoffe waren leistungsfähige moderne Flugzeuge nicht zu betreiben. Stalin äußerte auf der Konferenz von Teheran: „Dies ist ein Krieg der Motoren und der Oktanzahl. Ich erhebe mein Glas auf die amerikanische Autoindustrie und die amerikanische Ölindustrie.“