Bevölkerungsentwicklung Deutschland nach 1945 – Teil 4
Donnerstag, 14. Mai 2026 von Adelinde
Thomas Engelhardt:
Bevölkerungsentwicklung in Deutschland (ab 1950 Westdeutschland/BRD)
Die Gesamteinwohnerzahl Deutschlands wird im Jahre 1943 mit 70,4 Millionen angegeben, 1946 mit 64,2 Millionen[1], davon lebten et-wa 45 Millionen Menschen in den drei West-zonen (bis 1951 wuchs diese Zahl durch den weiteren Zustrom von Millionen Flüchtlimgen aus der SBZ/DDR sowie von Vertriebenen und Ausgesiedelten auf 51 Millionen an).
1944 69 Mill.
1946 64,26 Mill. (45 Millionen in den drei Westzonen)
1947 65,84 Mill.
1948 67,36 Mill.
1949 68 Mill.
1950 68,37 Mill. (50,96 Mill.)
1951 68,88 Mill (51,43 Mill.)
1952 69,17 Mill. (51,86 Mill.)
1953 69,56 Mill. (52,45 Mill.)
1954 69,93 Mill. (52,94 Mill.)
1955 70,3 Mill. (53,52 Mill.)
1956 70,7 Mill. (53,34 Mill.)
1957 71,15 Mill. (54,06 Mill.)
1958 71,64 Mill. (54,72 Mill.)
1959 72,2 Mill. (55,26 Mill.)
1960 72,66 Mill. (55,96 Mill.)
1961 73,35 Mill. (56,59 Mill.)
1962 74 Mill. (57,25 Mill.)
1963 75 Mill. (57,86 Mill.)
1965 76 Mill. (59,3 Mill.)
1970 77,8 Mill. (61 Mill.)
1975 78,86 Mill. (61,6 Mill.)
1980 78,3 Mill. (61,66 Mill.)
1985 77,62 Mill. (61 Mill.)Die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland) wuchs zwischen 1950 und 1989 von rund 50 auf ca. 62,7 Millionen Einwohner.
Während die Bevölkerung im Westen Deutschlands zwischen 1990 und 2024 um 10 % auf 67,5 Millionen gewachsen ist, nahm sie im gleichen Zeitraum in Mitteldeutschland um 16 % ab.
Im Jahr 1950 lebten insgesamt 12,2 Millionen deutscheVertriebene in den ehemaligen Westzonen (ab 1949 BRD) und 4,1 Millionen der deutschen Vertriebenen in der SBZ/DDR.
Mit den Vertreibungen aus den Siedlungsge-bieten endete das Kapitel der Auslandsdeutschen.
Opfer der Vertreibungen wurden insgesamt 16,3 Millionen Deutsche, davon waren etwa 3 Millionen frühere Grenzland- und Auslands-deutsche bzw. vor 1945 rückgesiedelte Volskdeutsche.[2]
Qu.: Demographie Deutschlands [https://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_Deutschlands]
Bevölkerung – Zahl der Einwohner in Deutschland im früheren Bundesgebiet von 1950 bis 1989. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/696696/umfrage/zahl-der-einwohner-in-deutschland-im-frueheren-bundesgebiet/
Anhang
Potsdamer Abschlußprotokoll. Erklärung der drei alliierten Großmächte [1] v. 2. August 1945 (Vertreibungsbeschluß)
Artikel XIII: Ordnungsgemäße Überführung (transfer) deutscher Bevölkerungsteile
Die Konferenz erzielte folgendes Abkommen über die Entfernung (removal) Deutscher aus Polen [2], der Tschechoslowakei und Ungarn [3]:
Die drei Regierungen haben die Frage unter allen Gesichtspunkten beraten und erkennen an, daß die Überführung der deutschen Be-völkerung oder Bestandteile derselben, die in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn zurückgeblieben sind, nach Deutschland durchgeführt werden muß.
Sie stimmen darin überein, daß jede derartige Überführung, die stattfinden wird, in ord-nungs-gemäßer und humaner Weise erfolgen soll.
Da der Zustrom einer großen Zahl Deutscher nach Deutschland die Lasten vergrößern würde, die bereits auf den Besatzungsbehör-den ruhen, halten sie es für wünschenswert, daß der Alliierte Kontrollrat in Deutschland zunächst das Problem unter besonderer Be-rücksichtigung der Frage einer gerechten Verteilung dieser Deutschen auf die einzel-nen Besatzungszonen prüfen soll.
Sie beauftragen demgemäß ihre jeweiligen Vertreter beim Kontrollrat, ihren Regierungen so bald wie möglich über den Umfang zu be-richten, in dem derartige Personen schon aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn nach Deutschland gekommen sind, und eine Schätzung über Zeitpunkt und Ausmaß vor-zulegen, zu dem die weiteren Überführungen durchgeführt werden könnten, wobei die gegenwärtige Lage in Deutschland zu berücksichtigen ist.
Die Tschechoslowakische Regierung, die Polnische Provisorische Regierung und der <Alliierte> Kontrollrat in Ungarn werden gleichzeitig von obigem in Kenntnis gesetzt und ersucht werden, inzwischen weitere Vertreibungen (expulsions) der deutschen Bevölkerung einzustellen, bis die betroffenen Regierungen die Berichte ihrer Vertreter an den Kontrollausschuß geprüft haben.
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Anmerkungen
[1] Großbritannien (vertreten durch Winston Churchill, ab 29. 7. Clement Attlee), die UdSSR (Josef W. Stalin) und die USA (Harry S. Truman). Die französische Regierung erklärte am 7. 8. 1945 u.a.: „Bei der Komplexität des Problems ist die französische Regierung, der die wesentlichen Tatsachen noch nicht zur Kenntnis gebracht worden sind, gegenwärtig nicht in der Lage, zu dieser Frage eine endgültige Stellungnahme abzugeben.“ Qu.: https://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_Deutschlands
[2] Die Ausweisung sollte auch die Deutschen der Ostprovinzen des Deutschen Reichs und Danzigs, d. h. der sog. Oder-Neiße-Gebiete betreffen, die Polen bzw. der UdSSR lt. gleichem Potsdamer Protokoll (Ziff. VI, IX-B) nur zur Verwaltung übergeben wurden. Im Jahr 1950 war es 70.000 Deutschen aus Rußland (von insgesamt 12,2 Millionen deutschen Vertriebenen in den Westzonen) gelungen, in die BRD zu gelangen; 5.000 Rusßlanddeutsche (von insgesamt 4,1 Millionen deutschen Vertriebenen in der SBZ) lebten zu diesem Zeitpunkt in der DDR.
[3 a] Die Ausweisung umfaßte (neben zahlreichen Deutschen aus Jugoslawien) rd. 200.000 der über 600.000 Ungarndeutschen.
[3b] Im Gegensatz zur Regierung der Tschechoslowakei, welche die Vertreibung der Deutschen bei den Alliierten verlangte und aktiv betrieb, kam die ungarische Regierung nur zögerlich dem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht nach, Deutsche zu vertreiben.
[3c] Die ungarische moralische Position wird auch durch andere Vorgänge charakterisiert, die auf tschechischer und polnischer Seite keine Parallele fanden: Laut FAZ vom 10. 4. 1996, S. 6: Am 8.01.1946 protestierte der katholische Bischof von Székesfehérvár (Stuhlweißenburg), Lajos Shvoj, bei der ungarischen und der US-Regierung gegen die gewaltsame Aussiedlung von Deutschen aus seiner Diözese. Qu.: Habel, Fritz Peter: Dokumente zur Sudetenfrage. München 2003.