Trumps Iran-Bumerang
Dienstag, 10. März 2026 von Adelinde
Anti-Spiegel (Thomas Röper)
bringt am 9. März 2026 17:05 Uhr etwas Licht in das Dunkel amerikanischer Kriegspolitik:
Die politische Woche in den USA – Trumps Iran-Bumerang
Der Iran-Krieg läuft für Trump nicht so, wie er sich das gedacht hat. Und in den USA be-ginnt der Widerstand gegen ihn auch in sei-ner eigenen Bewegung zu wachsen.
Auch am gestrigen Sonntag war der Bericht des USA-Korrespondenten, den das russische Fernsehen in seinem wöchentlichen Nach-richtenrückblick gezeigt hat, wieder von Iran-Krieg dominiert.
Um zu zeigen, wie in Rußland über die poli-tische Woche in den USA berichtet wird, habe ich den Bericht aus den USA auch diese Wo-che wieder übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Ein weiterer, 12.000 Kilometer von den USA entfernter Krieg für die Freiheit US-Präsident Donald Trump kam zur Dover Air Force Base in Delaware, um den ersten im Rahmen der Operation Epic Fury gefallenen amerikani-schen Soldaten die letzte Ehre zu erweisen und CBS berichtete:
„Alle sechs waren Reservisten des 103. Logistikkommandos. Diese Einheit sorgt für Lebensmittel, Treibstoff, Wasser, Mu-nition und Transportmittel.“
Die fünf Männer und eine Frau starben zur selben Zeit am selben Ort, nur wenige Stun-den nach Beginn der amerikanisch-israeli-schen Operation.
Am 1. März traf ein iranischer Luftangriff das Kommandozentrum im kuwaitischen Hafen Shuabaya. Die kuwaitische Luftabwehr hat irrtümlich amerikanische Kampfflugzeuge abgeschossen, konnte die anfliegende Sha-hed jedoch nicht abfangen.
Es ist ein weiterer, 12.000 Kilometer von den USA entfernter Krieg für die Freiheit. Die USA haben bisher offiziell sechs Opfer bestätigt, die Iraner hingegen behaupten, die Zahl der gefallenen amerikanischen Soldaten gehe be-reits in die Hunderte.
Trump selbst rechnet offen mit weiteren Op-fern, weigert sich aber weiterhin, mit Teheran zu verhandeln. Was sollte er dann als Sieg verkaufen?
Journalisten fragten ihn an Bord der Air Force nach der Trauerfeier:
„Können Sie mir erklären, was bedin-gungslose Kapitulation für Sie bedeutet? Anders gefragt: Was wollen Sie vom Iran?“
„Ich sagte ‚bedingungslos‘. Das bedeutet, dass sie kapitulieren oder nicht mehr kämpfen können“,
antwortete der US-Präsident.
Doch es ist bereits klar, daß es auch Trump nicht gelungen ist, einen schnellen, siegrei-chen Krieg zu erzwingen. Nun eilt eine dritte Kampfgruppe unter Führung des Flugzeug-trägers USS George H.W. Bush in den Nahen Osten, um die beiden anderen Kampfgruppen zu verstärken. Sie wird innerhalb der näch-sten zehn Tage im Kampfgebiet sein, um den Iran anzugreifen. Die Washington Post be-richtet, daß an der neuen Phase der Opera-tion Epic Fury atomwaffenfähige strategische Bomber teilnehmen.
Und das Wall Street Journal berichtet:
„Zum ersten Mal in der Geschichte werden alle drei Typen US-amerika-nischer Langstreckenbomber gleichzeitig im Kampf eingesetzt. Dazu gehören die B-2 Spirit, die B-1 Lancer und die B-52 Stratofortress.“
Offensichtlich sieht Trump derzeit keine andere Möglichkeit, als die Situation weiter zu eskalieren. Und er kündigt seine geplante Eskalation in den sozialen Medien an:
„Heute wird der Iran sehr hart getroffen.“
Theoretisch hätte der Kongreß Donald Trump stoppen können, da beide Kammern gleich-zeitig Resolutionen vorbereitet haben, die ein Ende der Beteiligung US-amerikanischer Streitkräfte an den Militäraktionen gegen den Iran fordern, schließlich waren diese Aktionen nicht vom Kongreß autorisiert. 47 Demokra-ten stimmten für die Antikriegsresolution.
Letztendlich scheiterte der Versuch, den Präsidenten in beiden Kammern zu zügeln. Und der Reaktion der Kongreßmitglieder nach zu urteilen, wurden ihnen keinerlei Beweise dafür vorgelegt, daß der Iran einen Angriff plante.
Der Demokrat Richard Blumental befürchtete, es könne zu einer Bodeninvasion kommen, und er sagte, es sei nicht klar, welche Ziele die Trump-Regierung im Iran überhaupt verfolge.
Trump sprach die ganze Woche über eine Bodenoffensive gegen den Iran. Nachdem er zuerst erklärte hatte, „keine Bodentruppen“, sagte er später, das sei „eine Möglichkeit“. Dabei spekuliert die amerikanische Presse, daß die 82. Luftlandedivision als erste zum Einsatz kommen könnte.
Deren Fallschirmjäger haben ihre Übungen in Louisiana abrupt unterbrochen. Die Division hat bereits während des US-Einmarsches in den Irak mit kurdischen Einheiten zusam-mengearbeitet.
Trump soll mit kurdischen Führern über die Idee einer Invasion des Irans mit Unterstüt-zung der Rebellen gesprochen haben, doch vor den Kameras hat er direkte Frage zu einer Invasion bisher nicht beantwortet.
„Unter welchen Umständen entsenden Sie Bodentruppen? Wie stehen Sie dazu?“,
wurde Trump gefragt.
„Ich will gar nicht darüber reden. Ich halte das für keine angemessene Frage, wissen Sie, ich werde sie nicht beant-worten“,
antwortete der Präsident.
Zuvor hatte der US-Präsident trotzig erklärt, daß ihn Umfragewerte prinzipiell nicht in-teressieren, doch diese Zahlen kann er nicht ignorieren. CBS berichtete:
„62 Prozent der Befragten gaben an, die Ziele der USA in der Operation gegen den Iran nicht zu verstehen. Viele glauben, daß es sich nicht um einen kurzen Kon-flikt handeln wird. Viele gehen von meh-reren Monaten, viele von mehreren Jah-ren aus. Vor allem aber lehnt die Mehr-heit den Einsatz grundsätzlich ab.“
Kriege ohne Ende und Ziel, in denen auch noch Amerikaner sterben, sind das, was Trump den Globalisten seit Jahren vorwirft. Der Slogan „America First“, das Versprechen, die Ordnung im eigenen Land wiederher-zustellen und sich nicht in die Angelegen-heiten anderer Länder einzumischen, der ihn vor gut einem Jahr ins Weiße Haus zurück-brachte, wurde laut seinen treuesten Anhän-gern durch den jüngsten US-Krieg im Nahen Osten völlig zunichtegemacht.
Die Journalistin Megyn Kelly sagte:
„Was denken Sie, macht es Sinn, zu be-haupten, der Iran habe einen Präventiv-schlag gegen uns und unsere Bürger geplant? Der Iran, der genau weiß, welche Streitkräfte in der Region zusammenge-zogen sind, all die Flugzeugträger und so weiter. Das ist völliger Unsinn.“
Die Fernsehmoderatorin Megyn Kelly gehört zu den MAGA-Anhängern, die Trumps 180-Wende der israelischen Lobby zuschreiben.
Der Journalist Tucker Carlson war der Erste, der das öffentlich äußerte. Er nannte den Angriff auf den Iran einen
„absolut widerlichen, teuflischen Krieg“,
behauptete, die Zahl der Todesopfer sei weitaus höher als offiziell angegeben, und bezweifelt wie viele andere, daß der Iran kurz vor der Entwicklung einer Atombombe stand:
„Dieser Krieg wird nicht aus Gründen der nationalen Sicherheit der USA geführt, um die USA sicherer oder reicher zu machen. In diesem Krieg geht es nicht wirklich um die massenhafte Vernichtung von Waffen, um Atomwaffen. Dieser Krieg wird einzig und allein deshalb geführt, weil Israel ihn wollte.“
Trump bezeichnet Tucker Carlson und andere Kritiker von Epic Fury als Spalter und Verrä-ter. In einem Gespräch mit einem anderen Journalisten von ABC News schloß er Carlson auf beschämende Weise aus der MAGA-Bewegung aus.
Die Verärgerung und Frustration des ame-rikanischen Präsidenten sind verständlich, schließlich läuft es im Nahen Osten nach seiner und nach Ansicht des Militärs gut, wie Trump sagte:
„Irgendwer hat gefragt, wie ich die Lage auf einer Skala von null bis zehn bewer-ten würde. Ich antwortete, daß ich zwölf bis fünfzehn setzen würde. Ihre Armee ist zerstört, ihre Marine ist zerstört, ihre Kommunikationswege sind unterbrochen, ihre Anführer sind vernichtet.“
Wo er dem Zeitplan eindeutig voraus ist, ist der Einsatz der teuren Bestände an Luftver-teidigung. Laut dem Wall Street Journal be-richten Generäle, daß die Munition für das Raketenabwehrsystem THAAD bald ausgehen könnte und daß ein Mangel an Tomahawk-Marschflugkörpern droht.
Die zusätzlichen elf Milliarden Dollar, die das Pentagon dringend beim Kongreß beantragt hat, werden höchstens für ein paar Wochen reichen. Das nächste große Finanzpaket wird voraussichtlich 50 Milliarden Dollar umfas-sen.
Für Pete Hegseth ist dieser Krieg der Höhe-punkt seiner Karriere, und dem US-Kriegs-minister ist die Rolle sichtlich ans Herz gewachsen.
„Die dummen, politisch korrekten Kriege der Vergangenheit waren das genaue Gegenteil von dem, was wir heute tun. Damals gab es vage Ziele und streng begrenzte, minimalistische Einsatzre-geln. Das wird es nicht mehr geben“,
erklärte Hegseth. Sie schießen Raketen auf den Iran, aber zerstören die Weltwirtschaft. In der zweiten Woche des Golfkriegs sind alle Indikatoren im Keller, und Washington hat immer noch keine Lösung für die explodie-renden Ölpreise gefunden.
Daher versucht US-Handelsminister Scott Bessent, die Lage zu beschönigen und ver-kündet, daß die USA die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend aufheben, wie er erklärte:
„Gestern hat das Finanzministerium unserem Verbündeten Indien erlaubt, russisches Öl zu kaufen, das bereits auf Schiffen ist. Wir können auch die Sank-tionen gegen weiteres russisches Öl aufheben. Hunderte Millionen Barrel sanktioniertes Öl sind derzeit in Tankern weltweit. Durch die Aufhebung der Sanktionen können wir das Angebot auf dem Markt erhöhen. Und wir prüfen diese Möglichkeit.“
Die US-Bürger brachten ihre Meinung zur aktuellen Lage durch Straßenproteste zum Ausdruck. Nach den ersten Angriffen be-gannen Massendemonstrationen in 40 amerikanischen Städten, und die Menschen gehen weiterhin täglich auf die Straße.
In dieser Lage ist die richtige Entscheidung für Trump, bei einer höheren Macht um Hilfe zu bitten. Amerikanische Pastoren haben Trump im Oval Office gesegnet. Viele fragen sich, ob da für Krieg oder Frieden gebetet wurde.
Ende der Übersetzung