Königin Luise – die Deutsche
Mittwoch, 4. August 2021 von Adelinde |
Königin Luise lebte ein Gutsein,
das uns unverfälscht gebliebenen Deutschen im Erbgut und am Herzen liegt und von Schacherseelen als Dummheit ausgelegt wird.
Unbeugsam in der Not ließ sich Königin Luise um keinen Preis von ihrer Seelenhöhe herablocken.
Sie sah dem Bösen in der Gestalt Napoleon Bonapartes schaudernd ins Angesicht, diesem öffentlichen Verleumder ihres Daseins und ihrer Handlungsweise, der vor keiner Niedertracht ihr gegenüber zurückschreckte.
Was die Kurzsichtigkeit und Schwäche der preußischen Verantwortlichen in Staats- und Heeresleitung in Bezug auf die kläglich verlorene Schlacht bei Jena und Auer-stedt und in Verhandlungen mit dem Korsen verschuldet hatten und in ihrer Unfähig-keit zu erreichen außerstande gewesen waren, das sollte sie, die hohe, aber junge Frau von 30 Jahren gegenüber dem unerbittlichen Feind der Deutschen erreichen:
„Die Dinge gehen nicht gut. Alle unsere Hoffnung ruht auf Ihnen, auf Ihrem Vermögen, nehmen Sie es auf sich und retten Sie den Staat.“
So wie hier Zar Alexander I. sie anbettelt, so hoffen andere der verantwortlichen Männer auf sie, obwohl sie wissen könnten, in welche Lage sie die Königin brächten.
Von ihrer Seelengröße war dann selbst dieser Napoleon beeindruckt.

Napoleon, Alexander I., Königin Luise, König Friedrich Wilhelm III. von li. bei Tilsit (Bild: wikiwand)
Die geistvolle Herzensfreundin Luises Frau von Berg bekundet 1814, also 4 Jahre nach Königin Luises Tod:
Es war etwas in ihr, was man eine Verklärung des Lebens nennen könnte, was dem Ge-wöhnlichen im Leben so unvergleichbar war und in dessen Nähe man sich gleichsam veredelt und beglückt fühlte …
und:
… erhebend ist der Gedanke, daß noch jetzt jedes große Gefühl für das Vaterland, für deutsche Freiheit und Unabhängigkeit an das Andenken dieser geliebten Königin sich anknüpft und gleichsam durch sie geheiligt wird.
Wahres Gutsein schielt nicht nach Lohn. In diesem göttlichen Sinne der Zweckfreiheit schreibt Königin Luise auch Briefe an ihre Kinder, so an ihre Tochter Charlotte Anfang August 1801:
Meine gute Charlotte. Ich sende Dir hierbei einen Taler. Glaube nicht, daß ich damit die reizende kleine Girlande bezahlen will, die Du mir geschickt hast und die mir soviel Vergnügen macht.
Man kann nicht bezahlen, was Liebe uns darbietet, diese Liebe, die Dich diese Girlande winden ließ und dabei denken: „sie wird Mama Vergnügen machen, und ich mache Mama so gern Vergnügen“…
Oder ihrem ältesten Sohn, dem Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV., schreibt sie in einem Brief vom 26.4.1810:
… Wirkliche Freiheit besteht nicht darin, daß man alles tut, was man kann, sondern daß man das Gute tut und was man als solches erkennt.
Nur durch Bändigung Deines Willens wirst Du zur Ausführung des Guten kommen, selbst wenn es mit Deinen Neigungen, Deinem Geschmack, Deiner Bequemlichkeit in Widerspruch steht; und Charakter haben heißt:
Nach reiflicher Prüfung des Guten oder Bösen das ins Werk setzen, was man als das Gute erkennt, und alle Willenskraft daran setzen, um sich nicht durch die Leidenschaften abwenden zu lassen, die der höchsten Wahrheit des Guten widerstreben könnten.
Welch eine Mutter! Welch eine Königin! Und welch ein Deutsches Volk, das zusammenströmte, um ihr nahe zu sein in Freude und Leid und von dem man angesichts ihres frühen Todes übereinstimmend berichtet,
daß es gewesen sei, wie wenn sich das Volk als eine Familie fühlte, die ein geliebtes Haupt verloren hätte. (Heinrich Hartmann, Luise – Preußens große Königin, Herrsching 1988)
Und nun wir, das gleiche Volk 200 Jahre später! Welch ein Absturz! von solchem Königtum des Guten zu so einer „Demokratie“ des Bösen, in der gekaufte Fremdgesteuerte das gespaltene Volk seiner Zerstö-rung entgegenführen wollen!

Karoline Friederike Gräfin von Berg, geborene von Haeseler, nach einem Gemälde von Johann Heinrich Schröder, um 1800 (Wikipedia)
Ja, liebe Frau von Berg, das ist unsere Hoffnung noch immer, daß sich das große, heute leider verschüttete
Gefühl für das Vaterland, für deutsche Freiheit und Unabhängigkeit
noch wieder erheben, sich gegen alle Vorteilssucht in den eigenen Reihen und gegen das Übelwollen der Regierenden durchsetzen kann, indem es
an das Andenken dieser geliebten Königin sich anknüpft und gleichsam durch sie geheiligt wird.



