Eine der Ideologien, die auf eine Umformung des Bewußtseins zielte
Dienstag, 7. Juli 2026 von Adelinde
In den Gemeindeversammlungen
sollen die Frauen schweigen.
Denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden,
sie sollen sich vielmehr unterordnen,
wie auch das Gesetz es sagt.
(1.Mo 3,16; 1.Tim 2,11)
Adelinde
Einst lebten unsere Vorfahren im Mutterrecht.
Dann brach der Orient mit dem Judentum und der Romkirche über sie herein, brachte unfaßlich bos-hafte Gewalt über die Frauen, so daß sie sich mit all ihrem Wissen und Können ins Unsichtbare zurück-zogen. Das währte 2000 Jahre bis ins 20. Jahrhun-dert hinein.
Ohne hier als „Emanze“ erscheinen zu wollen – ein herabsetzender Abwehrbegriff der herrschenden „Klasse“ der Männer – will ich hier doch einmal ein paar Beispiele anführen, in welchen Verhältnissen unsere Vormütter noch um die Zeit vor dem 1. Weltkrieg lebten und in ihrem schöpferischen Schaffen behindert zu kämpfen hatten.
Belustigend, wenn es nicht im Grunde so ernst war, sind Erlebnisse an der Universität Freiburg, die 1904 die ersten 4 Frauen zum Studium zugelassen hatte, darunter Mathilde Spieß (spätere von Kemnitz bzw. Ludendorff), die davon in ihren Lebenserinnerungen (Bd. 2) berichtet. Sie studierte Medizin:
Ich begreife nicht, daß Sie studieren. Sie sind doch jung und hübsch. Sie hätten doch sicher noch einen Mann bekommen.
Also was sollte dieser Luxus eines Frauenstudiums! Ja,
… bei unbemittelten jungen Mädchen, für die dies Schicksal (keinen Mann abzukriegen) aber noch nicht feststand, war das „teuere Studium geradezu Wahnsinn. Sie hätten das Geld für die Aussteuer aufsparen, den Brü-dern nicht wegnehmen sollen, sich mit einer billigeren Ausbildung befassen müssen, bis sie wußten, ob sie denn wirklich sitzen bleiben!“
Trotz all dieser schönen Reden trugen sich die 4 Studentinnen denn bei der Uni Freiburg ein, „imma-trikulierten“ sich. Ein Professor schrieb ihr, der Medizinstudentin, noch vor Semesterbeginn
einen 4 Seiten langen Brief. Er teilte mir mit, er habe aus Professorenkreisen gehört, daß ich mich immatrikulieren lassen werde und Medizin studieren wolle. Er erklärte, er könne unmöglich vor Studentinnen sprechen, das gehe ihm gegen seine Professorenehre.
Er bat mich inständig, auf meine Matrikelrechte zu verzichten …
Seine Kollegstunde, die dann folgte und an der sie als Frau (!) trotzdem teilnahm, war denn auch ein Mordsvergnügen für die männlichen Studenten:
War eine Studentin erschienen, und nahm er sie wahr, dann hörte er mitten im Vortrage auf; die Studenten führten im feierlichen Zu-ge die Studentin hinaus, ehe die Vorlesung weiterging! …
Am Tage der Immatrikulation erlebte ich eine zweite Kostprobe. Nach feierlicher Rede des Rektors trat jeder Student zu ihm hin, schrieb sich in das große Buch der Universität selbst als Bürger der Hochschule ein, und ein Hand-schlag des Rektors nahm ihn auf in die Rechte und Pflichten.
Man merkte es dem Rektor an, daß er zum mindesten damals, beim ersten Male, ganz unglücklich war, weiblichen Wesen diese Ehre zukommen lassen zu müssen. So reichte er ihnen denn auch nicht die Hand …
Ähnliches berichtet die Cellistin Raphaela Gromes von den Schicksalen, die Kompo-nistinnen erleben durften. Wüßten wir nicht davon, könnten wir glauben, die Frauen seien eben unschöpferisch, be-sonders auf dem Gebiet der Musik.
Inzwischen steht auf vielen Konzert-Programmen ganz selbstverständlich der Name Emilie Mayers, die als eine der Großen neben den berühmten Klassikern anerkannt ist.
Doch soweit haben es andere Komponistinnen noch nicht bringen können, was an der Auswahl liegt, die die Dirigenten treffen. In Bezug auf Luise Adolpha Le Beau tat sich besonders der Herr von Bülow, der große Wagner-Dirigent, hervor mit seinen ätzenden Schmähungen:
Eine Componistin wird es niemals geben, nur etwa eine verdruckte Copistin. Ich glaube nicht an das Femininum des Begriffes „Schöp-fer“. In den Tod verhaßt ist mir ferner alles, war nach Frauen-emancipation schmeckt.
Raphaela Gomes erzählt weiter:
Er empfahl sie umgehend nach München an Josef Gabriel Rheinberger, der jedoch aus denselben Prinzipien keine Frauen unter-richten wollte. Schon bald beeindruckten die Werke der jungen Luise Adolpha Le Beau ihn jedoch so sehr, daß er sie respektvoll „Herr Kollege“ nannte!
Gomes berichtet:
Als persönliche Sekretärin von Franz Liszt korrigierte Marie Jaéll dessen Arbeiten und durfte diese teils sogar zu Ende kom-ponieren. Liszt war sich ihrer und der Situation von kompo-nierenden Frauen bewußt und brachte deren oft verheerende Lebensumstände auf den Punkt:
„Ein Männername über ihrer Musik, und sie wäre auf allen Klavieren.“
Gut, heute haben sich die Frauen durchgesetzt. Jetzt machen sie sogar in der Politik mit. Aber sie machen eben in der Männerpolitik mit, in einer Politik, die dem männlichen Wesen entspricht, das den Rivalen bekämpft, um selbst die Macht zu ergreifen, und das inzwischen im weltweiten Rahmen.
Frauen als die Empathie-Begabteren könnten in diesen Machtkämpfen ein ausgleichendes Gegenge-wicht bilden. Aber sie gehen eigene Irrwege. Mit großer Selbstgewißheit als Gutmenschin kriminali-sieren und bekämpfen sie die Volksbewußten, in der Meinung, alle Menschen seien gleich, jeder habe das einzusehen, habe die Fremden zu dulden und sein eigenes Heimatland für jedermann zur Verfügung zu stellen. Wie „human“.
So laden sie mit großer gutmenschlicher Geste die Massen von Fremden ins Land – rücksichtslos gegenüber den eigenen Landsleuten.
Wären sie wirkliche Hüterinnen des Lebens, sähen sie die unterschiedlichen Besonderheiten im Leben der Völker. Mutter Natur will das Ewig-Gleiche nicht, sie lebt im Willen zur Mannigfaltigkeit, der auch in uns Menschen lebt.
Der Menschenwürde entspricht es, daß man sich seines angeborenen So-Seins bewußt ist, das sich einordnet in die Völkerfamilie, an deren Vielfalt sich jeder Aufgeschlossene nur erfreuen kann. Wie schön wäre es, Völker zu besuchen, die ihre Eigenart bei-behalten haben und selbstbewußt leben.
Alle Gleichmacherei verödet und läßt die der Heimatlichkeit beraubten Menschen zu egoistischen „Eintagsfliegen“ verblöden und verkommen.


