Siegfried-Sage in Erfüllung
Sonntag, 28. Juni 2026 von Adelinde
Mathilde Ludendorff
schildert in ihren Lebenserinnerungen (Band 3) ein Erlebnis, das ihr in ihrer psychiatrischen Praxis am 1. Tag des Kapp-Putsches am 13. März 1920 geboten worden war und dem Humor reichlich Nahrung geboten hatte.
Der Kapp-Putsch scheiterte bekanntlich, aber in den wenigen Tagen bis dahin war u.a. auch der General Erich Ludendorff gesehen worden, der mit den Truppen durch das Brandenburger Tor geschritten war.
Was geschah nun in der Praxis der Psychiaterin. Sie schreibt:
Am 13. März schien die deutsche Sache siegen zu wollen. Die Regierung hatte Berlin verlassen und war nach Dresden ausgewi-chen. Um 6 Uhr in der Frühe waren die Trup-pen durch das Brandenburger Tor eingezo-gen, und General Ludendorff war dort in Uniform gesehen und jubelnd begrüßt worden.
Diese Tatsachen hatte ich noch nicht in der Presse gelesen, als ich zur Sprechstunde ging und dort eine ältere Jüdin wegen einer Angst-neurose behandelte. Da polterte es plötzlich an meiner Tür, die Patientin schrie angster-füllt auf, und herein stürzte schreiend ihr Mann.
Er tobte händeringend auf und ab, raufte sich die Haare, stieß unverständliche Laute hervor, bis ich ihm ganz energisch Schweigen in meinem Zimmer gebot und ihm befahl:
„Setzen Sie sich!“
Dadurch mäßigte sich seine Toberei so weit, daß einzelne seiner Worte verständlich wur-den.
„Die Regierung in Berlin ist geflohen. Die Militaristen sind in Berlin eingezogen; mein Sohn, mein armer Sohn; mein Ge-schäft, alles ist verlore, alles ist hin. Ludendorff kommt an die Macht, mir sinn alle verlore!“
Da hub auch die Frau mit lautem Jammer und Wehgeschrei an, und er ließ sich nun auch nicht mehr zur Ruhe mahnen. Beide tobten schreiend auf und nieder; und ich saß voll Staunen in meinem Sessel am Schreibtisch und betrachtete die unglaublichen, lärmen-den Vorgänge ein Weilchen, um den Men-schen Zeit zu lassen.
Bisher hatte ich zwar nur allzu deutlich er-kannt, daß die Juden der Linksparteien die Revolutionshetzer gewesen waren, aber die-ser Jude hatte doch am Vortage gesagt, er sei Demokrat und Gegner der Linken. Wie war das möglich? –
So sagte ich denn auch, als sich der Sturm etwas legte und ich wiederum Ruhe und Hinsetzen geboten hatte:
„Was hat denn Ihr Sohn in Nürnberg, was haben Sie denn mit dieser Sache zu tun? Sie sagten mir doch, daß Sie Demokrat sind.“
In jäh wieder aufflammender Angst, sich ge-stikulierend dicht vor mir aufstellend, stieß er da hervor:
„Wir sind alle verlore, sind alle kaput; mir hawe doch alles gemacht, wir Jude hawe’s doch gemacht, wir hawe doch de Krieg gemacht, wir hawe doch de Revo-lution gemacht.“
„So, aber wie denn das?“
„Mir hawes in alle Völker und in alle Pardeie gemacht.“
„So, so, alle Juden haben’s gemacht? In allen Parteien? Das ist mir ja sehr, sehr interessant. Ich danke Ihnen herzlich für die Aufklärung und kann Ihnen nur raten, schleunigst zum Geschäft zu reisen, denn dann sind freilich die Juden in Ge-fahr, vielleicht jetzt schon, vielleicht später.“
Da erst kam dem vor Angst ganz benomme-nen Juden zum Bewußtsein, daß er einer Deutschen doch zu viel verraten hatte. Mit ungeheuerem Wortschwall wollte er mir nun alles wieder ausreden, und seine Frau half wacker dabei:
„Er is ja meschucke, er weiß ja gar nich, was er da redet. Glauben Sie es nur nit!“
„Nun“, erwiderte ich, „dann würde ich an Ihrer Stelle auch gar keine Angst haben, von einem Manne, der ,meschucke‘ ist, läßt man sich doch nicht anstecken! Dann können wir ja ganz gemütlich fortfahren mit unserer Sprechstunde, und Ihrem Manne raten wir einen Spaziergang an, der ihm gut tun wird.“
Aber das ging nun ganz und gar nicht!
„Nein, nein, ich muß fort, ich muß heim.“
„So, dann hat also Ihr Mann auch die volle Wahrheit gesagt. Nun bitte ich Sie beide, die Sprechstunde zu verlassen!“
Schwatzend, schreiend, getikulierend eilten sie von dannen. Das war eine recht ein-drucksvolle Belehrung, die mir wieder alles, was die Flüchtlinge aus der Wolgagegend gesagt und gezeigt hatten, grell vor Augen führte. –
Diese humoritische Selbstenthüllung in der Angst! War sie nicht in unserer alten Sieg-friedsage schon erzählt? Mime tritt vor Siegfried und sagt ihm:
„Ich will dir den Kopf abhauen.“
Diese Juden sagten:
„Wir haben euch den Krieg gemacht, von allen Ländern aus, wir haben euch die Revolution von allen Parteien aus ge-macht und euch dadurch zu Grunde gerichtet!“
Ja, das war Siegfriedsage in der Erfüllung! Gewiß, Mime sprach nicht zu Siegfried, aber zu einer Deutschen und hatte offenbar den Feind, den gefährlichen Siegfried, in Ludendorff gesehen.
Es war Erfüllung der alten Sage, deutlicher konnte sich Mime nicht verraten, und ich verzieh ihm gerne, daß er mir das Trinken des Drachenblutes erspart hatte! Und wie kam es hierzu? Aus der Angst vor der Strafe für geheime verbrecherische Pläne! – Wie in der Sage!
Den Weltkrieg haben sie gemacht, also wohl in allen Völkern planmäßig vorbereitet, und wir ahnten das nicht? Wie konnte so etwas möglich sein, in einem Volk, das durch all sein Schaffen und Handeln soviel Klugheit bewiesen hatte?
Wie oft wohl mag es sich in der Geschichte der ahnungslosen Völker denn ereignet ha-ben, daß sie unerkannt insgeheim um des religiösen Zieles willen „Krieg und Revolution“ gemacht hatten! Das war ein sehr bedeutsa-mer Schritt weiter zu dem Erkennen des ganzen verhängnisvollen Geschichtsgesche-hens.
Es war also nicht, wie die bisherige Erfahrung mir dies immer noch denkbar ließ, ein ge-schicktes Verwerten der augenblicklichen Lage von Seiten raffgieriger und machtgie-riger einzelner Juden. Es war auch nicht nur ein Verwerten der bolschewistischen Revolu-tion in Rußland für die Rabbinerziele.
Nein, die Juden hatten insgeheim die Ge-schichte der Völker in einschneidenden Ereignissen herbeigeführt! Und sie taten es dazu noch nicht nur mit gutem Gewissen, nein, wie jene hebräische Schrift des rus-sischen Rabbiners bewies, in Erfüllung der Befehle ihres Gottes, der ihnen die Welt-herrschaft zugesprochen hatte!
Offen zugesprochen hatte? Wohl gar in der Bibel, die zu vielen Millionen in den Häusern der Christenvölker als heiliges Buch verwahrt – und gelesen wurde? Ein weiteres unfaßli-ches Rätsel!
So läßt uns die Psychiaterin Mathilde Ludendorff – damals noch von Kemnitz – teilhaben an dieser einzigartigen Lehrstunde, die eine Wiederholung der Siegfried-Sage ist.
Die wiederum beweist, daß auch unsere Altvorderen nicht blind waren. Sie erkannten den „Mime“ in seinem Wesen, das nicht das des Siegfried, des Germanen, ist und ihn leicht blind sein läßt gegen-über der Wühlarbeit dieses Mime.
Eine Begegnung in einer psychiatrischen Praxis in München am 13. März 1920. Ein „Trialog“ zwischen Ärztin, ihrer Patientin und deren Ehemann. Ein Wortwechsel, dessen emotionale Ausschläge verräterisch Zeitloses offenbaren und entlarven. „Siegfried“ in erneuter Gefahr? Womöglich könnte er ja auch mit der „Bibel“ erschlagen werden …