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Deutschland und Arabien

Während des I. Weltkrieges waren 800 deutsche Offiziere des Kaiserreiches als Militärberater im Bestand der kaiserlichen Militärmission im Osmanischen Reich ein-gesetzt.

Ein deutsches Expeditionskorps unter Haupt-mann Fritz Klein (1877-1958) stieß bis in den heutigen Irak vor, um einen arabischen Par-tisanenkrieg gegen die Briten zu provozieren.[1]

Darüber hinaus war das deutsche Freikorps „Haidar Pascha“ unter dem Befehl von Ewald Hecker (1879-1954) sowie das Levante-Korps im Kriegseinsatz. Das Levante-Korps war in zwei Korps-Einheiten aufgeteilt. Oberbefehlshaber des Levante-Korps war Generalmajor Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein (1870–1948), (Kommandeur des 1. Türkischen Expeditionskorps), später Befehlshaber der Gaza-Front.

Von Juli 1917 bis August 1918 führte das Korps Generalmajor Werner von Frankenberg und Proschlitz (1868–1933) und in den letz-ten Kriegsmonaten Oberst Gustav von Oppen (1867–1918). Das Korps war direkt dem Befehl der osmanischen Heeresgruppe F unterstellt, welche von General Erich von Falkenhayn und ab Februar 1918 bis Kriegsende von Marschall Liman von Sanders geführt wurde.[2]

„Zwischen Dezember 1917 und April 1918 gab es Stellungskämpfe in Mittel-palästina, von April bis September 1918 auch Kämpfe im Ostjordanland. Die deutschen Truppen in Palästina wurden noch einmal verstärkt; es befanden sich insgesamt etwa 16.000 deutsche Sol-daten in Palästina.

Im April und Mai 1918 kamen dabei auch das 1. Masurische Infanterie-Regiment Nr. 146 unter Major Frithjof von Ham-merstein-Gesmold (1870–1944) und von Mai bis Juli das Kurhessische-Reserve-Jäger-Bataillon Nr. 11 („Marburger Jäger“) mit über 1000 Mann und 468 Pferden unter Major von Menges zum Einsatz. Die deutschen Fliegerabteilungen wurden in dieser Zeit zum Teil nach Amman, Rayak, Aleppo, Hama und Homs verlegt.“[3]

Während des Ersten Weltkrieges war Hellmuth Felmy (1885-1965) Fliegeroffizier u. a. Füh-rer einer „Fliegerabteilung 300“, die den Beinamen „Pascha“ trug. Die Abteilung flog von 1916 bis 1918 in Palästina. Auf dem dortigen Kriegsschauplatz war Felmy der bei den britischen Streitkräften berühmteste deutsche Pilot.[4]

Als ein „Nebenprodukt“ militärischer Auf-klärungstätigkeit (Aufklärungs-Fotografie) entstand die „Flug-Archäologie“, da sich antike Bauwerke aus der Luft eindeutig abzeichneten, während sie vom Boden aus nicht zu erkennen waren.

Während seiner Zeit im Nahen Osten kappte Felmy mittels eines Luftlande-Unternehmens – zusammen mit seinem Kameraden Ober-leutnant Richard Falke – eine britische Fern-wasserleitung. Das britische Expeditions-korps hatte dadurch kurzfristige Versor-gungsprobleme. Die am 25. Mai 1917 ver-suchte Sprengung der wichtigen Eisenbahn-strecke bei El Qantara, weit hinter der Frontlinie, schlug allerdings fehl.

Thomas E. Lawrence urteilte über die deutschen Truppenkontingente:

„Hier zum erstenmal wurde ich stolz auf den Feind, der meine Brüder getötet hatte. Sie waren zweitausend Meilen von ihrer Heimat entfernt, ohne Hoffnung in fremdem unbekannten Land, in einer Lage, verzweifelt genug, um auch die stärksten Nerven zu brechen. Dennoch hielten ihre Trupps fest zusammen, geordnet in Reih und Glied, und steu-erten durch das wild wogende Meer von Türken und Arabern wie Panzerschiffe, schweigsam und erhobenen Hauptes. Wurden sie angegriffen, so machten sie halt, gingen in Gefechtsstellung und gaben wohlgezieltes Feuer. Da war keine Hast, kein Geschrei, keine Unsicherheit. Prachtvoll waren sie.“

aus: Thomas E. Lawrence: Aufstand in der Wüste, 1927.

1941 erließ Hitler mit der Führer-Weisung Nummer 30 „Mittlerer Orient“ vom 23. Mai 1941 offiziell die deutsche Unterstützung für den Irak. Diese Weisung lautete:

„Die arabische Freiheitsbewegung ist im Mittleren Orient unser natürlicher Bun-desgenosse gegen England.

In diesem Zusammenhang kommt der Erhebung des Irak besondere Bedeutung zu. Sie stärkt über die irakischen Gren-zen hinaus die England feindlichen Kräfte im Mittleren Orient, stört die englischen Verbindungen und bindet englische Truppen sowie englischen Schiffsraum auf Kosten anderer Kriegsschauplätze.

Ich habe mich daher entschlossen, die Entwicklung im Mittleren Orient durch Unterstützung des Irak vorwärts zu treiben. Ob und wie die englische Stel-lung zwischen Mittelmeer und Persi-schem Golf – in Zusammenhang mit einer Offensive gegen den Suez-Kanal – später endgültig zu Fall zu bringen ist, steht erst nach Barbarossa zur Entscheidung.“

Der Sonderstab F war eine deutsche Mili-tärmission im Irak während des Zweiten Weltkriegs unter dem Kommando des Generals der Flieger Hellmuth Felmy. Die rechtliche Grundlage war die Führer-Weisung Nummer 30 „Mittlerer Orient“ vom 23. Mai 1941.

Sie bedeutete Waffenhilfe und Propaganda-unterstützung des Deutschen Reiches für den Irak. Ziel war es, den Widerstandswillen der Irakischen Streitkräfte zu stärken sowie ihr Selbstvertrauen gegenüber den in ihrem Hoheitsgebiet stationierten britischen Truppen zu erhöhen.

Die von Hitler erhoffte irakische „Volkserhe-bung“ scheiterte an den militärischen Gegen-maßnahmen der Briten, am dilettantisch durchgeführten Plan und der nur schwachen Präsenz der Luftwaffe in diesem Gebiet. Der Einsatz des Sonderstabes endete am 29. Mai 1941, einen Tag vor dem irakisch-britisch/indischen Waffenstillstand am 30. Mai 1941.

Demnach sollte der Sonderstab F „die zentrale Außenstelle für alle Fragen der arabischen Welt, die die Wehrmacht be-treffen“ werden.[5] Ferner wurde aus Soldaten der Wehrmacht und arabischen Übersetzern der sogenannte Sonderverband 288 aufge-stellt, zu dem später noch der Sonderverband 287, auch „Deutsch-Arabische Legion“ genannt, kam.

Vom 23. Mai bis zum 20. Juni 1941 leitete General der Flieger Hellmuth Felmy (1885-1965) von Griechenland aus eine sogenannte „Deutsche Militärmission nach dem Irak“ mit dem Decknamen „Sonderstab F“ (für Felmy), die über 40 Mitarbeiter verfügte (Zahl: Stand Ende Mai 1941). Ihre Aufgaben waren: die anti-britischen Militärs im Irak zu unterstützen, die dort im April durch einen Militärputsch die Macht übernommen hatten, darüber hinaus weitere anti-britische Militärs im Raum; Erfahrungen und geheime Informa-tionen zu sammeln für die Wehrmacht.

Ende Mai traf sich Felmy mit Fritz Grobba und Joachim Ribbentrop zum Thema „Politische Vorbereitungen für die deutsche Offensive durch die arabischen Länder“. Die drei mein-ten, die Araber seien den Briten gegenüber feindlich gesinnt, diese ihre Haltung sei durch deutsche Radiosendungen und Flug-blätter zu fördern.

Die Deutsch-Arabische Legion im II. Weltkrieg:

Die Legion Freies Arabien (arabisch جيش بلاد العرب الحرة) war eine Legion von Freiwilligen aus dem Nahen Osten, islamischen Teilen Nordafrikas und Südosteuropa, die für die Wehrmacht kämpfte. Bis April 1943 meldeten sich mehr als 20.000 mehrheitlich muslimi-sche Freiwillige zum Militärdienst für das Deutsche Reich.

Die Mehrheit der arabischen Angehörigen waren islamischen Glaubens, jedoch gab es unter den arabischen Nationalisten auch zahlreiche Araber griechisch-orthodoxen Glaubens. Der Großmufti Hadsch Mohammed Amin al-Husseini unterstützte die Legion Freies Arabien durch Anwerbung muslimi-scher Freiwilliger.[6]

Die Wahrnehmung künftiger deutscher Außenpolitik kann nur bedeuten, alte freundschaftliche Verbindungen wieder-herzustellen und neue Bündnis- und Beistandsverträge abzuschließen, ohne Rücksicht auf vergangene bundesdeutsche Verpflichtungen.

An erster Stelle steht hier der vollständige Abbruch aller Beziehung zum Verbrecherstaat Israel und die Identifizierung dieses Staates als Feindstaat. Die in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts geknüpften Beziehungen zum Iran und zur arabischen Nation sind zu er-neuern. Die Teilung der arabischen Nation ist mit deutscher Hilfe herzustellen.

Um dieses Ziel verwirklichen zu können, muß das saudische Königreich als Schutzstaat der US-Amerikaner zerschlagen und die beiden Einzelstaaten Königreich Hedschas und Sul-tanat Nedschd wiederhergestellt werden. Das Herrscherhaus der Saud ist zu eliminieren und zu enteignen.

Die Haschemiten als Wächterfamilie der Heiligen Stätten Mekka und Medina sind wieder in ihre jahrhundertelang ausgeübte Funktion einzusetzen (die Saudis haben mit der Eroberung von Hedschas und Nedschd die Heiligen Stätten lediglich okkupiert; die weltweite Umma, die islamische Gemein-schaft der Gläubigen anerkennt diesen Akt bis heute nicht!).

Im Zuge der Neuordnung des nahöstlichen Raumes ist der Staat Israel zu liquidieren und die jüdische Bevölkerung auszusiedeln. Auf-nahmeländer sind Einzelstaaten der Verei-nigten Staaten.

Ebenso wiederherzustellen sind freund-schaftliche Verbindungen zur Türkei (wobei klar sein muß, daß „Freundschaft“ in der Politik nicht existent ist. Lediglich gibt es Interessenübereinkunft bzw. Interessen-übereinstimmung. Nur auf dieser Grundlage kann es einvernehmliche Beziehungen zwischen Staaten geben. Politik ist in erster Linie Interessenwahrnehmung!).

Daß diese hier konzipierten politischen Ziele einen Balance-Akt darstellen erscheint klar. Erinnert sei an den latent existierenden Interessenkonflikt zwischen dem schiitischen Iran und der überwiegend sunnitisch gepräg-ten Türkei. Ebenso ungeklärt erscheint die künftige Stellung der Kurden und die künftige deutsche Einschätzung dieses ungelösten Problems.

Jede Unterstützung deutscherseits für einen kurdischen Großstaat muß Auswirkungen auf und Konsequenzen seitens anderer beteilig-ter Mächte (der Araber, der Türkei, Irans, Rußlands) nach sich ziehen.

Die kurdische Sache zu unterstützen und damit einen neuen Bundesgenossen zu gewinnen würde gleichlautend neue Feindschaften und Konflikte erzeugen.

Hier kann einer endgültigen Entscheidung nicht vorgegriffen werden.

______________

Anmerkungen

[1*]  Zu beachten sind folgende Abkommen und Verträge:

–   Sykes-Picot-Abkommen vom 16. Mai 1916

–   Balfour-Deklaration vom 2. November 1917

–   Versailler Zwangsvertrag v. 28. Juni 1919 („Friedensvertrag“ von Versailles) (formell in Kraft getreten am 10. Januar 1920)

Vertrag von Sèvres (auch Frieden von Sèvres; türkisch Sevr Antlaşması) vom 10. August 1920

Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 7./ 8./ 9.Mai 1945 und damit Ausschaltung Deutschlands als politisch handelnder Staat. [Teilkapitulation im Westen am 7.05., Kapitulation in Karlshorst am 8.05., nach Moskauer Zeit in Kraft getreten am 9.05.1945].

Literatur:

Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011.

[1]  Literatur: Veit Veltzke:Unter Wüstensöhnen. Die deutsche Expedition Klein im Ersten Weltkrieg. Berlin: Nicolai-Verlag, 2014). https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Klein_(Hauptmann)

[2]  Qu.: https://de.wikipedia.org/wiki/Asien-Korps

[3]  Ebda.

[4]  Felmy war Vater des bundesdeutschen Schauspielers Hansjörg Felmy (* 31.01.1931, † 24.08.2007).

[5]  Der Sonderstab F war eine deutsche Militärmission im Königreich Irak während des Zweiten Weltkriegs unter dem Kommando des Generals der Flieger Hellmuth Felmy (daher das F im Namen der Mission).

Die rechtliche Grundlage war die Führer-Weisung Nummer 30 „Mittlerer Orient“ vom 23. Mai 1941. Sie bedeutete Waffenhilfe und Propagandaunterstützung des Deutschen Reiches für den Irak. Ziel war es, den Widerstandswillen der Irakischen Streitkräfte im laufenden Militärputsch im Irak 1941 zu stärken sowie ihr Selbstvertrauen gegenüber den in ihrem Hoheitsgebiet stationierten britischen Truppen zu erhöhen. Die von Hitler erhoffte irakische „Volkserhebung“ scheiterte an den militärischen Gegenmaßnahmen der Briten, am dilettantisch durchgeführten Plan und der nur schwachen Präsenz der Luftwaffe in diesem Gebiet. Der Einsatz des Sonderstabes – soweit es dessen Tätigkeit im Irak betraf – endete am 29. Mai 1941, einen Tag vor dem irakisch-britisch/indischen Waffenstillstand am Mai 1941.

[6]  Qu.: https://de.wikipedia.org/wiki/Legion_Freies_Arabien https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini

 

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