Das Hakenkreuz 4. Teil
Donnerstag, 12. Februar 2026 von Adelinde
Thomas Engelhardt
Das Hakenkreuz (lat. Svastika)
Das Hakenkreuz läßt sich im europäischen Raum seit der Jungsteinzeit, d. h. etwa ab Mitte des 4. Jahrtausends, nachweisen. Äl-teste Funde in dieser Zeit im mitteldeutschen Raum, in Nordböhmen, im ungarischen Bükkgebirge, in Siebenbürgen.
Zeitgleich gibt es Nachweise in Vorderasien, in Nordafrika, in Nordindien.
Berücksichtigt man die Tatsache, daß sich in Mitteleuropa bis zur Zeitenwende fünf Ein-wanderungswellen kultureller Großgruppen, darunter die Jamala-Kultur, die Indogerma-nen, die Streitaxt-Kultur und die Schnur- und Bandkeramiker nachweisen lassen, wird deut-lich, daß dieses sich in Europa schnell ver-breitende Kultsymbol mit großer Sicherheit aus Osteuropa hierher kam.
Lange Zeit wurde eine mitteleuropäische Herkunft des Hakenkreuzes angenommen. Älteste Fundbelege wie die Felsritzzeichnung im schwedischen Buhuslän[1] schienen diese Annahme zu stützen.
Neuere Forschungen dagegen stützen die These, daß das Hakenkreuz mit Einwande-rergruppen aus dem osteuropäischen Raum nach Mitteleuropa kam. Die Ausbreitung des Hakenkreuzes als Heilszeichen und Kultsym-bol erfolgte über einen sehr langen Zeitraum und in verschiedene Richtungen.
Herman Wirth[2] machte 1928 mit seiner Veröffentlichung „Der Aufgang der Mensch-heit“[3] den Versuch, den Beweis zu erbrin-gen, daß sagenhafte Tuatha-Völker (sog. Atlantiker) infolge ihrer Wanderzüge nach Nordamerika und Nordafrika Sprache, Schrift, Symbole, Sinnzeichen und nicht zuletzt auch Gene in andere Weltgegenden brachten.
Andere Autoren bringen das auch im vorder-asiatischen und nordindischen Raum nach-weisbare Hakenkreuz mit der indoarischen (indogermanischen) Wanderung etwa ab 2.500 bis 1.500 v. d. Z. in Zusammenhang.
Dort tritt es noch heute weitaus häufiger als in Europa in Erscheinung und tritt als religiö-ses und als Kultsymbol sehr häufig auf.
Insofern ist die These, daß die in Nordindien einwandernden Arya (= Bauern) etwa ab 2.000 v. d. Z. das Hakenkreuz mitbrachten, nicht abzuweisen. In Nordindien fand es Eingang in den Hinduismus, wurde später aber auch von anderen in diesem Raum entstandenen Religionen übernommen und im kultischen Ritus benutzt.
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Anmerkungen
[1]Buhuslän, bei Kongelf, Raum Göteburg.
[2]Hermann Wirth, * 6.05.1885 Utrecht, † 16.02.1981 Kusel, Mitgründer der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e.V., (Deutsches Ahnenerbe‘ Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte e. V.), gegr. 1935 von Heinrich Himmler und Herman Wirth.
[3]Herman Wirth: Der Aufgang der Menschheit. Untersuchungen zur Geschichte der Religion, Symbolik und Schrift der atlantisch-nordischen Rasse. E. Diederichs, Jena 1928. Ders.: Die Heilige Urschrift der Menschheit. Symbolgeschichtliche Untersuchungen diesseits und jenseits des Nordatlantik. Koehler & Amelang, Leipzig 1931–1936.