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Ein etwas anderer Blick auf die Geschichte der Völker –

Thomas Engelhardt:

[1]  Indogermanen in Sibirien

In einigen Gebieten Asiens, in Sibirien, in Ostturkestan, im nördlichen Pakistan lassen sich Spuren einstiger europäischstämmiger Siedler nachweisen. Geradezu legendenhaft erscheinen die bei vielen sibirischen Völkern bis heute bekannten Zemlinen.

Das Wort stellt eigentlich eine Entlehnung aus dem Russischen dar (für Semlja, russisch Земля = Land, Erde). Hier im Sinne für „Alt-eingesessene“ verwendet. Die Zemlinen erscheinen in den alten mündlich von Generation zu Generation weitergegebenen Überlieferungen, Legenden und Erzählungen aus alter Zeit.

Die in dem gewaltigen sibirischen Raum heute lebenden finno-ugrischen, samojedi-schen und tunguso-mandschurischen Völkerschaften (Nenzen, Jakuten, Burjaten, Ewenken, Ewenen, Chanten und Mansen, Korjaken, Itelmenen, Tschuwanen, Jukagiren) bewahren bis heute teilweise voneinander abweichende Überlieferungen von den einstmals hier lebenden sagenhaften hellhäutigen und als blondhaarig beschriebenen Alteinheimischen, die summarisch als Zemlinen bezeichnet werden (darüber hinaus gibt es bzw. gab es auch spezifische Bezeichnungen in den jeweiligen Stammessprachen).

Wird die Besiedlungsgeschichte Sibiriens und die Geschichte dieser kleinen Völker und Nationalitäten berücksichtigt, ergibt sich eine interessante Schlußfolgerung:

In Westsibirien können für die Zeit um 6.000 v. Z. einzigartige befestigte Siedlungen von Jägern und Sammlern nachgewiesen werden, zu einem Zeitpunkt, als diese in  Europa noch nicht existierten.

Verwertbare historische Nachrichten über den sibirischen Raum gibt es frühestens seit dem Beginn des 1. Jahrtausends v. Z.. Das sind alt-orientalische, altgriechische und chinesi-sche Quellen. Dementsprechend sind gesicherte Aussagen über einzelneVölkerschaften und Sprachen erst seit der fortgeschrittenen Eisenzeit möglich. Für davor liegende Jahrhunderte und insbesondere die weiter nördlich gelegenen Gebiete Sibiriens stehen ausschließlich nur archäologische Funde zur Verfügung, um eine Einordnung vornehmen zu können.

Im Zuge einer sich über viele Generationen  erstreckenden und von Südsibirien ausge-henden Wanderungsbewegung sibirischer, uralischer und samojedischer Völkerschaften und Stämme Richtung Norden, die mit einer schleichenden Landnahme und Kolonisation verbunden war, unterlagen offenbar die alteinheimischen Siedler, wanderten ab und wurden verdrängt.

Die nachgewiesenen Bodenfunde können diesen altein-gesessenen europiden Siedler-gruppen allerdings nicht eindeutig zugeordnet werden. Sie können aber als Teil einer indoeuropäischen Bevölkerung aufgefaßt werden, die offenbar auch große Teile Nordasisens besiedelt hatte. (1*) Möglicherweise führten aber auch klimatische Veränderungen dazu, daß die Europäer aus Nordasien abwanderten.

Zar Peter der Große besaß in seiner Kunst-sammlung kleine aus Nordchina stammende Goldplatten, auf denen als Relief europäisch aussehende Jäger abgebildet waren. Auch dies ein Indiz, für das einst weite Vordringen europäischstämmiger indogermanischer Stämme nach Osten.

[2]  Indogermanen in Ostturkestan

Im heutigen Sinkiang (Xinjiang), das ist das heute zu China gehörige Ostturkestan, fand man in den vergangenen Jahrzehnten bei Grabungsarbeiten immer wieder Mumien, die sich bei den genaueren Untersuchungen als Europäer herausstellten.

Im Tarimbecken ist es trocken und im Winter sehr kalt, so daß Menschen, die im Winter versterben auf eine natürliche Weise mumi-fiziert werden. Dieses Phänomen traf auch für die frühen Indoeuropäer im heutigen China zu.

Es können deshalb noch in unserer Zeit oft sehr gut erhaltene und tausende Jahre alte Mumien gefunden werden, die zu Lebzeiten wie die heutigen Bewohner Mitteleuropas oder Skandinaviens aussahen.

DNA−Analysen der Mumien zeigen, daß die Menschen, die vermutlich einst das Tocha-rische, eine der indogermanischen Sprachen, sprachen, eine etwa 50 %ige Übereinstimmung mit der DNA von modernen Mitteleuropäern besitzen.

Heute steht als unumstößliche Tatsache fest, daß in den westlichen Grenzgebieten des alten China über Jahrtausende europide Menschen mit einer hellen Haut und nicht selten sogar blonden Haaren lebten. Heute würde man die Bewohner für europäische Touristen halten, doch damals waren es einheimische  Bewohner.

Diese Funde passen aber weder in das gängi-ge Bild der Archäologen noch lassen sie sich in den bislang bekannten Lauf der Geschichte einordnen. Muß die Geschichte möglicherweise also umgeschrieben werden?

Noch dazu finden sich diese Spuren einer früheren europiden Wohnbevölkerung in ariden, heute wüstenähnlichen Gebieten, im Bereich des Tarimbeckens (2*) , in der Turfan-Senke (3*) und in der Gegend um Lopnur (Lop Nor). (4*)

Aus den Funden kann geschlussfolgert werden, daß Asiaten, d. h. Menschen mon-golischer Abstammung, während der Bronzezeit im Tarimbecken vemutlich nur sehr selten wenn überhaupt vertreten waren. Sie besiedelten erst später diese Gebiete und verdrängten die europäischstämmigen Indoeuropäer. Als sicher gilt, daß diese heutigen Trockengebiete in Zentralasien während der letzten Eiszeit, die vor ca. 10.000 Jahren endete, fruchtbare Steppen waren und wohl erst über einen langen Zeitraum von 3.000 bis 4.000 Jahren zu dem wurden, was sie heute sind, kaum bewohnbare Wüsten, Halbwüsten und Salz-steppen. Diese großräumigen Landschaftsveränderungen finden bis heute statt. Die Wüstenbildung (Desertifikation) schreitet in Zentralasien fort und wo der große Asienreisende Sven Hedin (5*)  (übrigens ein Bewunderer Deutschlands, der die Erneuerung unseres Landes nach 1933 begrüßte) vor einhundert Jahren noch intakte Flußsysteme und Seen vorfand (6*) domimieren heute vielfach trocken gefallene Flußläufe und verlandete bzw. verschwundene Seen. (7*)

[3]  Die Tocharier in Ostturkestan (8*)

An den Flußläufen des Tarim, Yarkant, Kaxgar, Karakax, Hotan, Konqui sowie an dessen Unter-läufen Konche Darja, Kum Darja und Schmaler Fluß (9*) die zum Lop Nor-See (10*) im Tarimbecken führten, ent-standen Flußoasen, die vor 4.000 Jahren bronzezeitliche Siedlungen ermöglichten, in denen Menschen europäischen Aussehens lebten, deren Mumien u. a. in den frühbronzezeitlichen Nekropolen Xiaohe und Käwrigul gefunden wurden.

Die bedeutendsten Nekropolen am Kum Darja sind Käwrigul aus der Zeit um 1800 v. Z. und Yingpan aus der Zeit von 220 bis 420. Am Delta des Kum Darja befand sich vom Jahr 176 v. Z. bis zum Jahr 330 die Stadt Loulan und am Schmalen Fluss die bedeutende Nekropole Xiaohe, die vor etwa 4.000 Jahren (!) angelegt wurde.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, als Archäologen entlang der ehemaligen Sei-denstraße verstärkt mit Grabungsarbeiten begannen, fand man im heute chinesischen Teil von Turkestan (Ostturkestan) immer wieder Papierreste mit einer Schrift, die nicht zu entziffern war.

Die Sprache dieser Schrift war unbekannt, und sie unterschied sich völlig von den heute dort gesprochenen Sprachen. Papieranalysen zeigten, daß diese Funde überwiegend aus der Zeit zwischen dem 6. bis 8. Jahrhundert n. Z. stammten, zum Teil aber auch wesent-lich älter waren.

Als es Sprachforschern schließlich gelang, die Schrift zu lesen, war die Sensation perfekt. Die gefundenen Papiere waren in einer ural-ten ausgestorbenen indoeuropäischen Sprache beschrieben.

Diese Sprache konnte rekonstruiert werden und erhielt die Bezeichnung „Tocharisch“.

Über diese Tocharier ist dennoch wenig bekannt. Nach und nach wurden zwar Reste von Alltagsdokumenten und einer einst reichen tocharischen Literatur gefunden, doch es fehlten lange Zeit Hinweise auf das passende Volk, das früher diese ausgestor-bene Sprache gesprochen hatte.

Die tocharischen Sprachdokumente sind heute lesbar und können nahtlos in die Fülle der unterschiedlichen indoeuropäischen Sprachen, zu denen auch das Deutsche zählt, eingereiht werden.

Häufig handelt es sich um Nachdichtungen und Übersetzungen von Werken der altin-dischen Literatur sowie von buddhistischen Texten. Möglicherweise war die buddhistische Religion unter den „chinesischen“ Indoeuropäern sogar weit verbreitet.

Manche im Original verschollene Sanskrit−Texte konnten beispielsweise mittels tocharischer Übersetzungen rekonstruiert werden. Daneben gibt es aber auch tocharische Schriften über die heute ausgestorbene manichäische Religion (11*), die früher einmal eine Weltreligion war.

In der Mehrzahl kamen bei den Funden jedoch triviale Notizen aus Handelspapieren, Geschäftsbriefen oder Abrechnungen von Händlern zum Vorschein.

An eigenständigen tocharischsprachigen Werken sind nur Fragmente aus Liebes-gedichten sowie aus Dramen und Erzählungen bekannt. Die tocharische Literatur wurde von der chinesischen Literatur nur wenig beeinflußt. Das ist ein Indiz, daß keine Handels- oder politischen Kontakte in den chinesischen Raum bestanden.

In der chinesischen Provinz Xinjiang (Ost-turkestan) gibt es an unterschiedlichen Orten verschiedene Fresken aus dem 7. Jahrhundert n. Z., die blonde Männer mit blauen Augen und einer hellen Haut zeigen.

Vermutlich wurden hochgestellte Persön-lichkeiten oder auch reiche Händler dargestellt, die entlang der antiken Seidenstraße ihre Geschäfte betrieben. Sie waren in besten Stoffen und sehr modisch gekleidet.

Uralte Kleinplastiken aus den chinesisch−-mongolischen Grenzgebieten zeigen darüber hinaus kriegerisch aussehende Männer mit vollen und dichten Bärten, die kaum als Angehörige der mongolischen Völker angesehen werden können, denn bei diesen ist Bartwuchs kaum vorhanden.

Das Tocharische war eine sehr reiche Sprache  und stand den westlichen indoeuropäischen Sprachen näher als den ebenfalls indoeuropäischen iranischen Sprachen oder dem altindischen Sanskrit.

Dagegen war die tocharische Schrift eine kursive Schrift  und ging auf das Vorbild von altindischen Schriften zurück. Buchstaben gab es nicht, sondern ausschließlich Silben-zeichen. Worttrennungen waren nicht üblich, und der gesamte Text wurde in einem Zug durchgeschrieben.

Bisher konnten mindestens zwei Variationen der tocharischen Sprache sicher identifiziert werden. Tocharisch „A“ ist im Tarimbecken belegt und war möglicherweise eine feierliche Liturgiesprache ähnlich dem Latein in der katholischen Kirche.

Tocharisch „B“ war räumlich weiter verbreitet und auch sprachlich stärker gegliedert. Wahr-scheinlich handelte es sich um die Umgangssprache der über ein riesiges Gebiet sich verteilenden Bevölkerung. (12*)

Im Grenzbereich zu Tibet fanden sich auch Hinweise auf ein Tocharisch „C“. Die tocha-rische Sprache verschwand zusammen mit dem Volk der Tocharier oder den Völkern, die sie einst sprachen, etwa um das Jahr 1.000 n. Z.

Der Untergang der Tocharier und ihres Gemeinwesens steht mit dem Vordringen mongolischer Stämme (13*) in dieses Gebiet in Zusammenhang. Einige dieser Mongolen-stämme bekannten sich im Gegensatz zu den indogermanischen Tochariern zwar zum nestorianischen Christentum.(14*)

Dies hinderte sie aber nicht, diese seit vielen Jahrhunderten besiedelten und kultivierten tocharischen Gebiete zu erobern und zu besetzen. (15*)

Erst diese Eroberungen durch die mongoli-schen Völker und deren Einigung unter dem berühmt-berüchtigten Dschingis Khan schuf die Grundlagen des mongolischen Weltreichs.

Im Ergebnis der Unterwerfung der Tocharier wurden diese aber offenbar nicht vollständig liquidiert.

Die ostturkestanischen Uiguren, ein sprach-lich den Kasachen verwandtes Turkvolk, trägt noch viele genetische Merkmale von Europiden und grenzt sich bis heute bewußt von den dominierenden Han-Chinesen ab.

In jüngster Zeit wurden sie bekannt, weil die Chinesen nach Aufständen gegen ihre Herrschaft große Umerziehungs- und Haftlager errichteten, in denen mehr als 1 Million Uighuren gefangengehalten wurden und einer brutalen Umerziehung unterlagen.

Da menschliche Zähne oft sehr lange erhalten bleiben und sich ausgezeichnet für Unter-suchungen der mitochondrialen DNA (16*)  eignen, wurden in archäologischen Fundstellen in Kasachstan 36 menschliche Zähne gesammelt und genau datiert. 29 dieser Zähne stammten aus der Zeit zwischen 1.500 v. Z. und 500 n. Z.

Alle Zahnfunde vor dem 13. Jahrhundert v. Z. konnten einem europiden Gentyp zugeordnet werden und erst später kamen in unter-schiedlichen Einwanderungswellen mongoloide Gentypen hinzu.

Es ist daher anzunehmen, daß die Europäisch-stämmigen von Osten nach Westen immer stärker zurückgedrängt wurden. Heute besitzen die Bewohner von Kasachstan, einem turksprachigen Volk überwiegend asiatischen Typs etwa zur Hälfte jeweils europide und mongoloide Genmerkmale.

(Wortvergleiche zwischen der deutschen und der tocharischen Sprache):

Vater   pacer
Mutter macer
Bruder  procer
Schwester  ser
Kuh   keu
Ochs  okso
Tür   twere
neu   nuwe

[4] Die indoeuropäische Völkerwanderung

Die Geschichte der europäischstämmigen Indogermanen auf dem Gebiet des heutigen China begann mit den großen indoeuropä-ischen Völkerverschiebungen in der Zeit zwischen dem 4. und 1. Jahr-tausend v. Z.

Wo die Urheimat der Indoeuropäier einst war, läßt sich nicht sicher bestimmen. In der Regel wird das Gebiet rund um das Schwarze Meer genannt.

Die indoeuropäische Ursprache war außerge-wöhnlich erfolgreich und durchsetzungsfähig. Heute dominiert die Familie der indo-europäischen Sprachen die gesamte Welt.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung sprechen gegenwärtig eine indoeuropäische Sprache.

In zwei Wanderrichtungen zogen einst die Menschen der indoeuropäischen Urbevöl-kerung wahrscheinlich von südrussischen Steppengebieten aus sowohl nach Westen als auch nach Osten.

Es waren kampferprobte und siegesgewohnte Stämme, die bereits Pferde und Wagen kannten und große Viehherden mit sich führten. Sie setzten sich als vorzüglich bewaffnete Krieger zu Pferd gegenüber den Fußsoldaten ihrer Gegner durch und dominierten schließlich die einheimischen Bevölkerungsgruppen, mit denen sie sich später vermischten.

Im Laufe der Zeit entstanden aus diesen unterschiedlichen Vermischungen hunderte neue Völker. Bis auf die Sprache der Basken, der kaukasischen Georgier und der lappländischen Samen gingen in Europa und im Mittelmeerraum alle ursprünglichen Sprachen unter und wurden durch indoeuropäische Sprachen ersetzt.

Auf einige der untergegangenen Sprachen gibt es sogar noch Hinweise. Das waren zum Beispiel die Minoer auf Kreta und die Etrusker im heutigen Italien. Diese stehen bzw. standen in keinerlei  Beziehungen zu heute in Europa gesprochenen Sprachen.

Die Angehörigen der ältesten Einzelvölker des indoeuropäischen Sprachstammes waren nach Skelettfunden sowie frühen künstlerischen Darstellungen groß und kräftig gebaut, besaßen eine helle Haut und zeichneten sich überwiegend durch blaue Augen sowie oft durch blonde Haare aus.

Die westlichen Indogermanen stammten wahrscheinlich von den Völkern der sog. Kurgan-Kultur (17*) ab, die bereits um 2.000 v. Z. im Gebiet der Adria und Donau lebten.

Am weitesten nach Osten drangen jene Volksgruppen vor, deren Einflüsse noch heute in China nachgewiesen werden können. Sie wurden von Fürsten regiert und von den Chinesen als Barbaren bezeichnet.

Vermutlich blieben sie Nomaden oder Halbnomaden und wurden nicht wie ihre Verwandten in den europäischen und westasiatischen Gebieten seßhaft. Die Qualität der Böden war in ihren Wohngebieten wahrscheinlich für eine Feldbau-Landwirtschaft nicht ausreichend.

[5]  Die Nachkommen Alexanders des Großen in Pakistan. Die Hunza im Karakorum-Gebirge (18*) und die Kalash im Hindukusch (19*)

Im Nordosten Pakistans leben zwei Volksgruppen, die sich als Nachfahren der makedonischen Krieger aus der Zeit Alexanders des Großen betrachten. Zu diesen Volksgruppen gehören die Hunza (Hunzukuc, auch Burushin genannt) und die Kalash (auch Kalasha oder Kasivo genannt).

Es sind zwei Völkerschaften, die besonders isoliert im Karakorum bzw. im Hindukusch-Gebirge leben und ihre Abstammung auf makedonische Krieger zurückführen. Der historische Hintergrund: Makedonische Krieger des Heeres von Alexander dem Großen von Makedonien verweigerten die Rückkehr in die Heimat und gründeten stattdessen Siedlungen im heutigen Nordpakistan.

Die Kalash leben im östlichen, pakistanischen Hindukusch im abgelegenen Chitral-Tal (20*) und werden aufgrund ihres als europäisch beschriebenen Aussehens mit den aus Makdedonien stammenden Soldaten Alexanders des Großen in Verbindung gebracht. Ihre Kultur unterscheidet sich deutlich von der ihrer muslimischen Nachbarn. (21*)

Im Sommer 2008 besuchte Prinz Mir Ghazanfar Ali Khan (22*) mit seiner Frau Prinzessin Rani Attica von Hunza die Balkanrepublik Makedonien. Der Prinz und die Prinzessin betrachten sich als legitime und direkte Nachfahren von Alexander dem Großen, entsprechend fiel der Empfang der Königsfamilie in Skopje aus.

Die königliche Familie mit ihrer Delegation landete auf dem Flughafen Alexander der Große in Skopje, wo sie wie Staatsgäste empfangen wurden. Bei der Ankunft im makedonischen Skopje sprach der Prinz Mir Ghazanfar Ali Khan sichtlich bewegt folgende Sätze:

„Dies ist ein historischer Moment für uns und für Makedonien. Wir, die Nachfahren von denen, die an der Seite Alexanders des Großen für die Größe des makedonischen Reiches gekämpft und die gesamte damals bekannte Welt vereinigten, kehren nun nach so langer Zeit zurück nach Makedonien.

Es ist uns eine große Ehre, wieder zusammen mit unseren Brüdern zu sein, nachdem wir über 2300 Jahre voneinander getrennt waren.“

Die Hunza-Täler liegen in sehr unzugänglichem Gebiet des Karakorum. (23*) In diesen Tälern konnte sich die Sprache, ein Dialekt der antiken Makedonen, bis heute nahezu unverändert erhalten.

Unter den Linguisten herrscht seit langem Uneinigkeit über die Zugehörigkeit der in diesen Tälern gesprochenen Sprache. Es handelt sich dabei um das Burushaski und das Kalasha (Kalash, Kâsv’o, Kâsi’o, Kasivo).

Ähnlichkeiten der Sprache der Kalasha  (Ka) und der makedonischen Sprache (MK) im Vergleich mit dem Deutschen (D):

  1. D: Nase -Ka: Nast – MK: Nos

  2. D: Zunge – Ka: Jiph – MK: jazik

  3. D: Urin – Ka: Mutra – MK: Moc (Dialekt: Mutna)

  4. D: Dach – Ka: Drami – MK: Kaldrmi (Dialekt: pokriv / Krovot)

  5. D: Hammer – Ka: Balka – MK: Balka (Dialekt: Cuk )

  6. D: Nadel – Ka: Suzhik – MK: Sucuk (Dialekt: Igla )

  7. D: Mond – Ka: Mastruk – MK: Mesecina (Dialekt: mesecok/mesecuk )

  8. D: Bach – Ka: Patisholi – MK: Patok (Dialekt: Potok, Reka)

  9. D: Gold – Ka: S(z)ue – MK: Zlato

  10. D: Wurzel – Ka: Iznos – MK: Iznos (Dialekt: iznosot, koren, iznosi)

  11. D: Blumen – Ka: Gamburi – MK: Gamburi (Dialekt: cveke / cvetot / gamburite)

  12. D: Reis – Ka: Grinzh -MK: Oriz (Dialekt: rinz, rinaz , rinac, pirinac)

  13. D: Tomaten – Ka: Patingel -MK: Patligjan

  14. D: Huhn – Ka. Kakawak – MK: Kokoschka (Dialekt: Kavka)

  15. D: Mann – Ka. Much- MK: Muz (Dialekt: Maz)

  16. D: Frau -Ka: Istizha -MK : Zena

  17. D: Vater – Ka: Dada – MK: Tatko (Dialekt: Dedo, Dado)

  18. D: Mutter – Ka: Aya (aja) – MK: Majka

  1. D: Schwester – Ka: Baba – MK: Sestra (Baba im heutigen Makedonisch für Oma)

  2. 19. D: Neu – Ka: Noa – MK: Nov/o/a

  1. D: Naß – Ka: Grila- MK: Mokro / Mokrila (G zu K- Lautverschiebung)

  2. D: Trocken – Ka: Shushta – MK: Suvo/Susha (Dialekt: Sushta )

  3. D: Lang – Ka: Driga – MK: Dolga

  4. D: Warm – Ka: Tapala – MK: Toplo

  5. D: Drei – Ka: Tre -MK: Tri

  6. D: Vier – Ka: Chao – MK: Cetiri

  7. D: Fünf -Ka: Poin – MK: Pet

  8. D: Sechs – Ka: Sho – MK: Shest

  9. D: Hundert – Ka: Shor – MK: Sto

  10. D: Was – Ka: Kia – MK: Koe

  11. D: Wo – Ka: Kawa – MK: Kade

  12. D: Wenn – Ka: Kayo -MK: Koga

  13. D: Alles – Ka: Sao – MK: Se

  14. D: Trinken – Ka: Pi – MK: Pie/Pi (Dialekt: Pij )

  15. D: Fleisch – Ka: Mos – MK: Meso

_________________

Anmerkungen

1* Weiterführend:  Reinhard Schmoeckel: Die Indoeuropäer: Aufbruch aus der Vorgeschichte.   Beltheim-Schnellbach: Lindenbaum-Verlag, 2012; Ders.: Die Hirten, die die Welt veränderten. Die Geschichte der frühen Indo-Europäer. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1985.

2* Tarim-Becken. Abflußloses Hochlandbecken, ca. 1 Mill. km², die Flüsse Tarim (2.190 km)  und Konqui (790 km) sind am Unterlauf inzwischen trocken gefallen.

3* Turfan-Senke. Abflußloses unter dem Meeresspiegel liegendes Becken im westlichen Ostturkestan, ca. 50.000 km².

4* Lop Nor. Binnenwüste im östlichen Tarimbecken, Wüsten- und Salzsteppenlandschaft (45.000 km²) westlich des heute ausgetrockneten Lop Nor-Sees.

5* Sven Hedin, Geograph, Topograph, Autor, Entdecker, Reiseschriftsteller, * 19.02.1865 Stockholm, † 26.11.1952 Stockholm.

6* Bosten-See (1.000 km²), Aydingkol-See (152 km²) Lop Nor-See (2.375 km²), Ebinur-See (urspr.1.070km², heute noch 500 km²). Zum Vergleich Bodensee 540 km².

7*  Lit.: Sven Hedin: Durch Asiens Wüsten. Drei Jahre auf neuen Wegen in Pamir, Lop-nor, Tibet und China, 2 Bände, Leipzig 1899 (Neuausgabe Wiesbaden 1981); Ders.: Im Herzen von Asien. Zehntausend Kilometer auf unbekannten Pfaden. 2 Bände. Leipzig 1903.

8* Die Tocharier in Ostturkestan sind nicht mit dem gleichnamigen ebenfalls eine indoeurop. Sprache sprechenden Volk der Tocharer zu verwechseln. Letztere siedelten im Gebiet des Kaspischen Meeres. Die Tocharer gehörten nach den spärlichen antiken Quellen zu den Völkern aus der asiatischen Steppe, die in der Zeit nach 150 v. Z. das gräko-baktrische Reich vernichteten. Nach einer häufig vertretenen Hypothese sind sie mit den Yuezhi der chinesischen Quellen identisch. Der antike Geograph Claudius Ptolemäus erwähnt die Tocharer im 2. nachchristlichen Jahrhundert als volkreichen Stamm in Baktrien. Sie bzw. dieser Teil der Tocharer wurden zu Namensgebern für Tocharistan (im nördlichen Afghanistan) von der Spätantike bis ins 13. JahrhundertMit dem historisch nachweisbaren Volk der Tocharer stand das untergegangene Volk (oder Völker), das Tocharisch sprach, jedoch in keinem Zusammenhang. Die Tocharer waren ein im Aussehen ebenfalls stark europid geprägtes Volk, aber sie waren nicht blond. Von den Chinesen wurden sie Yuezhi genannt. Nach ihrer Niederlage gegen die Vorläufervölker der Hunnen im Jahre 176 v. Z. mußten sie ihre urspr. Siedlungsgebiete verlassen und überrannten später das noch aus der Zeit Alexanders dem Großen von griechischen Herrschern regierte Baktrien. Ihr neuer Siedlungsraum erhielt später den Namen Tocharestan, heute Teile von Usbekistan. Tadschikistan und Afghanistan. Die Toacharer sprachen jedoch  nicht Tocharisch, sondern eine andere indoeuropäische Sprache.

9* Tarim (2.190 km), Yarkant (1.070 km), Kaxgar (Kaschgar) (765 km), Karakax (700 km), Hotan (300 km), Konqi (790 km) sowie dessen Unterläufe Konche Darja, Kum Darja (500 km) u. Schmaler Fluß.

10* Urspr. 2.375 km², Salzsee, heute ausgetrocknet.

11* Der Manichäismus war eine spätantike synkretistische Offenbarungsreligion, gegründet vom Perser Mani. Sie lehrte einen radikalen Dualismus zwischen Licht (Geist/Gut) und Finsternis (Materie/Böse). Das Ziel war die Befreiung des in der Materie gefangenen Lichts durch eine asketische Lebensführung.

12* Ostturkestan umfaßt eine Fläche von mehr als 1 ½ Millionen km², das entspricht etwa der fünffachen Fläche der BRD oder etwa der doppelten Flächte des Bundesgebietes und Frankreichs!

13* Keraiten, Naimanen, Merkiten, Oiraten, Chalcha.

14* Nestorianer: Anhänger des auf Nestorius (5. Jh.) zurückgehenden, 431 als Häresie verurteilten Nestorianismus, der in Christus zwei getrennte Personen (göttlich/menschlich) lehrte. Historisch war diese Glaubensrichtung im Orient und Zentralasien weit verbreitet, im Mongolenreich bildete die Nestorianersekte eine einflussreiche Glaubens- richtung. Heute existieren sdie Nestorianer noch als Assyrische Kirche des Ostens.

15* Interessanterweise aber wurden beispielsweise die nestorianisch-gläubigen Keraiten-Prinzessinnen Doquz-Ḫatun („Pfauendame“ † 16. Juni 1265) und Sorkhatani Beki  († 1252) Schwiegertöchter Dschingis Khans!

16* Die mitochondriale DNA wird  als mtDNA vollständig nur über die Mutterlinie (maternal) weitervererbt.  Das X-Chromosom (im Zellkern) und die mitochondriale DNA (mtDNA  in Mitochondrien) sind genetisch getrennte Strukturen mit unterschiedlichen Vererbungswegen. Während X-chromosomale Gene von beiden Elternteilen vererbt werden (geschlechtsgebunden), wird die mtDNA nahezu ausschließlich maternal (von der Mutter) an alle Nachkommen weitergegeben.

17* Kurgane = Grabhügel.

18* Hochgebirge in Pakistan.

19* Hochgebirge in Afhganistan und Pakistan.

20* Chitral-Tal im Hindukusch, im nordwestlichsten Distrikt der North West Frontier Provinz.

21* Anmerkung: Die bislang unbewiesene Auffassung, daß die Kalash Nachkommen von Alexanders Soldaten sind, basiert hauptsächlich auf Überlieferungen und äußeren Merkmalen, nicht auf wissenschaftlichen Beweisen. (Die Paschtunen in Afghanistan und im nordöstlichen Pakistan sind ebenfalls als eine ethnische Gruppe bekannt, die möglicherweise Verbindungen zu Alexanders Truppen hat.)

22* Prinz Mir Ghazanfar Ali Khan, * 31.12.1945, ist nominelles Staatsoberhaupt des 1974 aufgelösten Hunza-Staates. (der Hunza-Staat wurde am 25. September 1974 von Zulfikar Ali Bhutto, dem Premierminister Pakistans, aufgelöst). Der Hunza-Staat war bis 1974 ein autonomes Fürstentum im Karakorum-Gebirge (heute Provinz Gilgit-Baltistan, Pakistan), regiert von einem „Mir“.

23* Das Große Hunzatal ist ein Gebirgstal in der Region Gilgit-Baltistan im pakistanischen Teil von Kaschmir.

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Waffenstudent
Waffenstudent
4 Stunden zuvor

Um 1990, aber noch vor dem Mauerfall, fand ich in einem Artikel von „Die Welt“ einen Bericht, in dem geschrieben stand, daß man in Nordjapan Genanalysen durchgeführt hat. Und diese Genuntersuchungen ergaben, eindeutig, daß die Nordjapaner von den Germanen abstammen.

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