Stolperstein – Ja oder nein?
Montag, 5. Oktober 2026 von Adelinde
Reinhard Heuschneider
machte sich zum „Tag der deutschen Einheit“ am 3. Oktober 2026 Gedanken über die „Stolpersteine“ in deutschen Landen, die in vielen deutschen Städten ins Pflaster gesetzt sind:
Wie die einfachen und dennoch genialen Er-findungen wie etwa Druckknopf, Büroklam-mer oder Reißverschluß zu Begriffen für die ganze Menschheit wurden, so auch die mit Messingtafel verzierten Stolpersteine.
Außer für ihren Erfinder, Günter Demnig, haben Letztere allerdings keinen praktischen, dafür jüdisch-ideologischen Wert, was die „Bundeszentrale für politische Bildung“ folgendermaßen ausdrückt:
„Die kleinen im Gehweg verlegten Messingtafeln holen die Erinnerung direkt in den Alltag der Menschen. Man ‚stoppt‘ im Kopf und stolpert im über-tragenen Sinne über die Lebensgeschichten.“[1]
Richtig. Es mag kaum eine Rolle spielen, ob die auf der Messingtafel aufgeschriebene Lebensgeschichte vollkommen der Realität entspricht (eventuell unrichtige Angaben sind nicht strafbar und Behauptungen zählen mehr als Beweise), wichtig scheint allein das Stoppen im Kopf, also das Ausschalten des Gehirns und das Einschalten der Emotion.
Schon 1992 hat Demnig den ersten Kopf-stopper verlegt; mittlerweile ist die Zahl auf ca. 130.000 in 32 Ländern angestiegen, samt dem Bankkonto des Erfinders. Seine Frau Katja verwaltet das lukrative Geschäftsmodell in Form einer wegen angeblicher „Gemein-nützigkeit“ vom deutschen Steuerzahler gesponserten Stiftung.
Jetzt gibt es Ärger. Auf einen gemeinsamen Antrag der AfD und CDU beschlossen der Stadtrat der sächsischen Kleinstadt Heidenau, keine weiteren Stolpersteine mehr verlegen zu lassen, stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so
„daß ein direktes Betreten der Gedenk-elemente ausgeschlossen ist.“[2]
Damit ist Katja Demnig ganz und gar nicht einverstanden, denn – so ihr Protest bei einem Interview mit Springers „Die Welt“: Diese wunderbaren Steine würden
„in ihrer Gesamtheit von den meisten Jüdischen Gemeinden vollkommen akzeptiert und auch unterstützt“, und „die aller-, allerwenigsten“ hätten sich „gegen eine Verlegung entschieden.“[3]
Mit anderen Worten, die etwa 0,27 Prozent des jüdischen Anteils der BRD-Bevölkerung sollten wohl genügen, ihren Willen gegen die Mehrheit der nicht-jüdischen Bevölkerung durchzusetzen, oder etwa nicht?
Wenn man sich nicht ganz sicher ist: Stol-persteine ja oder nein, bittet man am besten gleich die jüdische Ikone Charlotte Knobloch um ihre Entscheidung, denn wenn sie, die „jüdische Bavaria“ (so die Ehrenbezeigung Charlottes durch die bayerische Landtags-präsidentin Ilse Aigner), es nicht weiß, wer wüßte es dann?!
Schon vor einem Dutzend Jahren hatte sie in der bayerischen Hauptstadt München Stol-persteine verboten, weil sie es für unmöglich hielt,
„daß sie dort im Namen von Holocaust-opfern zu Füßen der Menschen ange-bracht werden“. Es sei ein Schändungs-akt, daß man die Opfer noch nachträglich „mit Füßen trete“[4].
Diese Begründung deckt sich mit der des Heidenauer Stadtrates, der, siehe oben,
„ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausschließen“
möchte.
Doch wie wundersam! Diesmal war die Präsi-dentin der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern dafür, daß man die Opfer von Heidenau weiterhin „mit Füßen trete“, mehr noch, sie sei
„entsetzt, daß sich eine demokratische Partei (die CDU) dafür hergibt, ein so durchsichtiges Manöver der Extremisten von der AfD zu unterstützen.“[5]
Wieso diese verschiedenen Plädoyers bei der gleichen Frage? Mit ihrem Hinweis auf die AfD hat sie die Antwort schon gegeben, zusätz-lich bekräftigt mit ihrer Forderung nach einem AfD-Verbot, ohne sich dabei bewußt zu sein, daß sie damit das gleiche fordert, was sie und ihresgleichen der NSDAP anla-stet, nämlich die Ausschaltung jeder Opposition.
Vielleicht aber sehe ich das zu kompliziert, und sie macht es schlicht und einfach mit Hilfe von Gänseblümchen: Während sie Blüte für Blüte abzupft, murmelt sie „Stolpern ja – Stolpern nein – Stolpern ja – Stolpern nein – u.s.w. u.s.f.
Vielleicht sollte sich Demnig mit dem christlich-sozialen BRD-Innenminister Alexander Dobrindt zusammentun (derselbe, der im Sommer 2025 nach Jerusalem eilte und dort die Propagandarede Benjamin Netanjahu’s vortrug). Letzterer hat sicher noch gute Ideen.
Zum Beispiel könnte er anregen, dem „Bibi“ noch zu dessen Lebzeiten einen extra großen Stolperstein zu widmen und in Genf zu verlegen.
Bekanntlich dienen die immerwährenden Überfälle der Atommacht Israel auf den Iran, den Libanon und weiterer Länder, das bom-bastische Umackern des Gaza-Streifens in einen Kinder- und Frauenfriedhof sowie der unablässige jüdische Landraub palästinen-sischen Bodens allein der israelischen Selbstverteidigung; doch anstatt das ver-zweifelt sich wehrende israelische Opfer zu würdigen, wurde es durch den Internatio-nalen Gerichtshof in Genf als „genozidal und kriegsverbrecherisch“ verhöhnt.
Mag der Internationale Gerichtshof auch ein zahnloser Tiger sein, so zeigt er doch auf, wie brutal er mit rechtschaffenen Juden, die in reiner Notwehr handeln, umspringt. Das nennt man Antisemitismus, angefangen vom Auszug aus Ägypten bis in unsere Tage! Kein Jude ist seines Lebens mehr sicher, und das Kofferpacken wird zum lebensnotwendigen Wettrennen.
Werfen wir – diesmal im Ernst und ohne Satire! – noch einen letzten Blick auf den Steineverleger Demnig. Es stellt sich die rhetorische Frage, warum der Mann nicht auch Stolpersteine für deutsche Opfer ver-legt, zumal er damit zu einem der reichsten Männer der Welt aufsteigen könnte. Die Antwort dürfte sein:
Der Zentralrat der Juden in Deutschland würde das nicht zulassen, weil es aus politischen Gründen unter den Deut-schen keine Opfer, sondern nur Täter geben darf.
Man könnte kaum soviel Messing auftreiben und Steine klopfen, um der Anzahl deutscher Opfer gerecht zu werden, da selbst nach dem Krieg – zusätzlich zu den im Kriege im Bom-ben-Holocaust ermordeten deutschen Zivilisten! – noch viele Millionen Deutsche massakriert wurden.
Es wäre nicht möglich, die meisten deutschen Todesopfer zu orten, da sie – wie etwa das Beispiel der 21 Vernich-tungslager auf den Rheinwiesen be-stätigt – irgendwo in Feld und Flur, ohne Dach über dem Kopf und ohne Nahrung im Magen, durch Unwetter-bilden im Schlamm und im eigenen Kot erstickten. Man müßte ganze Gebiete und Ländereien mit Steinen zupflastern.
Doch der Deutsche hat im Laufe seiner Ge-schichte gelernt zu leiden, ohne sich dafür wie ein orientalisches Klageweib zu gebär-den, und er würde dieses krämerhafte Stolperstein-Schaulaufen für seine Person als unwürdig zurückweisen.
In diesem Zusammenhang ist es ganz gut zu wissen, was der Stolperstein-Erfinder Günter Demnig in einem Interview verriet, er sagte:
„Am Anfang hatte ich gar nicht vor, die Idee zu realisieren. Für mich war es ein Kunstwerk. Veröffentlicht habe ich es in einem Kunstprojekt für Europa, mit dem Titel „Größenwahn“.[6]
Einen besseren Namen für sein Werk hätte er nicht wählen können.
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Anmerkungen
[1] „Bundeszentrale für politische Bildung“ vom 12. 06. 2014
[2] Focus online
[3] Ebenda
[4] Süddeutsche Zeitung vom 08. 10. 2014
[5] Focus, 25. 09. 2026
[6] Frankfurter Rundschau, 29. 09. 2026