Der „Schuldkult – ein geschichtspolitisches Herrschaftsinstrument der Siegermächte“
Samstag, 26. September 2026 von Adelinde
Einblick und Ausblick von
Thomas Engelhardt
Vor nunmehr fast zehn Jahren, im Februar 2017, erschien posthum das seinerzeit vielbeachtete Buch „Finis Germania“[1] des Historikers Rolf Peter Sieferle.[2]
Das Buch besteht aus einer Sammlung von dreißig Kurztexten aus dem Nachlaß des 2016 verstorbenen Autors. Der Titel Finis Germania wurde teilweise als fehlerhafter lateinischer Ausdruck interpretiert, bei dem das Genitivattribut falsch dekliniert worden sei. „Finis Germania“ wurde deshalb analog zum lateinischen Ausdruck finis Germaniae mit „Das Ende Deutschlands“ übersetzt.
Das aber trifft nicht zu. Der Titel ist völlig anders zu verstehen, nämlich als direkte Anrede an das deutsche Land, an Deutsch-land, das Land der Deutschen:
„Du gehst zu Ende, Deutschland“ oder auch „Das ist das Ende, Deutschland“.
Sieferle wagte hier bereits im Titel einen beispiellosen, wenngleich vielfach mißver-standenden literarischen Kunstgriff. Im Nachwort der Erstauflage erklärte Raimund Kolbe den gewählten Titel als finale Antwort auf das erstmals 1897 von britischer und später im Kontext der beiden Weltkriege von alliierter Seite geforderte ‚Germania delenda est‘ bzw. ‚Germany must perish‘.
Das Buch Sieferles fand nach Erscheinen große Beachtung und wurde vielfach be-sprochen. Naturgemäß war die Entrüstung in breiten Kreisen Bundesdeutschlands ebenso groß, denn Sieferle nennt den in der BRD fest zementierten Schuldkult ein geschichtspoli-tisches Herrschaftsinstrument der Siegermächte des II. Weltkrieges.
Die Deutschen litten daher unter einer wahnhaften Selbstdämonisierung und insbesondere unter Selbsthaß. Der deutsche „Schuldwahn“ ist nach Sieferle auch die Grundlage der jahrzehntelangen Migrationspolitik.
Die Thesen Sieferles wurden in Buchbesprechungen und Debatten als
„zynisch, reaktionär, paranoid, rechtsradikal, antisemitisch sowie geschichtsrevisionistisch“
bezeichnet. Nichts davon trifft freilich zu. Rolf Peter Sieferle wagte vielmehr eine schonungslose Analyse. Oder mehr noch: Er untersuchte Zustand und Lage Deutschlands und führte eine Anamnese durch. Und die Diagnose fiel verheerend aus.
Im Grunde genommen aber war der Versuch der Skandalisierung dieses Büchleins in der bundesdeutschen Öffentlichkeit bereits wieder eine Bestätigung der Thesen des Autors. Denn eine große Mehrheit der Deut-schen findet keinen Zugang mehr zur eigenen nationalen Identität.
Den Aussagen und Wertungen Rolf Peter Sieferles gemäß sind die Deutschen heute deshalb von Selbstvernichtung bedroht. Denn die Bundesdeutschen geben sich selbst als Nation auf, negieren diese deutsche Nation sogar.
Ein Rezensent, Volker Weiß, seines Zeichens Historiker, ging sogar soweit, einen Zusam-menhang zwischen dem Buchtitel Finis Ger-mania und dem von Wilhelm Marr[3] in seinem 1879 erschienenen Buch „Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum“ formulierten Szenario herzustellen. Die Quintessenz der Einschätzungen Wilhelm Marrs lauteten Finis Germaniae.[4]
Betrachtet man die infolge der Kriegsnie-derlage Deutschlands und seiner Verbünde-ten eingetretene Veränderung der geopoli-tischen Lage, insbesondere das Eindringen der beiden raumfremden Großmächte US-Amerika und Sowjet-Union in die Mitte Europas und die jahrzehntelange Aufrecht-erhaltung der Herrschaft dieser Mächte über den Kontinent, möchte man zum Schluß kommen, Wilhelm Marr hätte am Ende recht behalten.
Deutschland existiert im Grunde nicht mehr, ist nur noch eine geisterhafte Erscheinung. Vor 85 Jahren angetreten, dem vereinten Kontinent langfristig die Ressourcen im Ostraum zu sichern und diesen Ostraum in einen bereits geplanten europäischen Groß-wirtschaftsraum einzubeziehen, folgte die vollständige militärische Niederlage und der totale Zusammenbruch.
Davon erholt haben sich die Deutschen nie. Bis heute nicht. Das kollektive Trauma wirkt nach, begleitet von einem fast krankhaft zu nennenden Unterwerfungsverhalten unter jüdisch-israelische Interessen.
Diese freiwillige Unterwerfung ist ausrei-chendes Indiz für den Sieg des Judentums über das Germanentum. Diasporajuden, Assimilanten und Israeljuden müssen heute deutschlandweit als die unschuldigen Opfer internationalen Hasses verehrt werden. Innerlich wurden die besiegten Deutschen zu allen nur denkbaren Bußübungen gegenüber dem jüdischen Staat umerzogen.
Den Bundesdeutschen ist eine sachlich-objektive Bewertung jüdisch-israelischer Aggressionen und Verbrechen verwehrt. Israelische Agenten des MOSSAD haben im Bundesgebiet absolute und vollständige Handlungsfreiheit. Deren Tätigkeit darf weder behindert noch strafrechtlich geahndet werden!
Die Veröffentlichung Sieferles ist dennoch nicht als endgültiges Vermächtnis zu werten. Sich an Deutschland wendend stellt er summa summarisch zwar fest:
„Das ist das Ende, Deutschland“.
Jedoch ist dieses Ende nicht unausweichlich, nicht zwangsläufig. Oder am Ende doch?
Ein anderer Autor, Herbert Kremp[5], zeichnet in seinem 2003 erschienenen Buch „Memoiren der Zukunft. Deutschland 2050 – ein Rückblick“ genau dieses Szenario eines untergegangenen Landes. Kremp wählt für seine Darstellung das Stilmittel der roman-haften Erzählung. Er entwirft darin ein mög-liches Zukunftsszenario, das nachdenklich und betroffen macht.
Mit dem erzählerischen Mittel einer fiktiven Rückschau läßt er seinen Chronisten aus dem Jahr 2050 zurück auf die vergangenen Jahr-zehnte der Transformation in Deutschland blicken und beschreibt dabei den tiefgreifen-den gesellschaftlichen Wandel. Sein im Mittelpunkt stehender Hauptheld, Björn Salde, 2019 in Hamburg geboren, wächst in eine Krisenzeit hinein. Die EU erweist sich in der Nachschau als Scheinblüte, geprägt von ausufernder Bürokratie und Regelungswut.
Deutschland ist wirtschaftlich schwer ge-troffen, alle Reformversuche scheitern. In ihrer Verzweiflung verfällt die regierende politische Klasse auf die Idee, die Schuld an der Misere nicht ihrem Versagen, sondern den dunklen Altlasten der deutschen Vergangenheit zuzuschieben.
Nach einer Kette von Alten-Pogromen und der Flucht des Staatspersonals geht das per Verfassungsänderung in vier Großländer aufgeteilte Deutschland in die Verwaltung der Zentralen Europäischen Television in Luxemburg über.
Hoffnung kommt von den drei Millionen Turkmenen, die seit 2023 in den verlassenen Gebieten Sachsen-Anhalts ein Staatsgebilde mit neuen Gesellschaftsformen aufbauen …
Kremp erweist sich als kluger Beobachter und Analyst. Der von ihm gezeichnete Zukunfts-entwurf könnte eintreten, muß es aber nicht.
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Anmerkungen
[1]Auf Veranlassung der Ehefrau Sieferles veröffentlichte der Verlag Antaios 2017 das postume Werk „Finis Germania“. Der Titel erschien 2026 in der 5. Aufl., nunmehr im Landtverlag Lüdinghausen (Imprint der Manuscriptum Verlags-buchhandlung Thomas Hoof, Lüdinghausen).
[2]Rolf Peter Sieferle, * 1949, † 2016 (Suizid), Dr. phil., Historiker, 1989 Privatdozent, Hochschullehrer, 2005-2012 ordent-licher Prof. (Uni St. Gallen).
[3]Wilhelm Marr, * 16.11.1819 Magdeburg, † 17.07.1904 Hamburg, Journalist, Autor, Herausgeber, Gründer der deutschen Antisemitenliga.
[4]„Finis Germaniae!“ sind die Abschlußworte in diesem Buch von Wilhelm Marr.
[5]Herbert Kremp, Dr. phil., Journalist, Publizist, Chefredakteur, * 12.08.1928 München, † 21.03.2020 Schenkenschanz (Kleve).