„Ohne jede Gewissensbisse“: Zwei geplante Kriege gegen Deutschland
Donnerstag, 5. November 2026 von Adelinde
Adelinde:
Kaiser Wilhelm II. zeigt, wer die Kriegstreiber zum 1. Weltkrieg gegen das Deutsche Reich waren und wie verlogen sie sich nach Ende des Krieges uns gegenüber benahmen. Wer sieht nicht die Parallelen zum 2. Weltkrieg?!
Die Lebenserinnerungen Kaiser Wilhelms II. sind eines der besten Geschichtsbücher, die über die Zeit vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges berichten. Wilhelm II. kannte die europäischen Mächte durch eigenes Erleben.
Als Enkel der Queen des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Irland Victoria pflegte er gute Beziehungen zum englischen Königshaus. Die Queen starb 1901 in seinen Armen.
Von daher erfuhr er von der zunehmenden Deutschfeindlichkeit der britischen Administration. Einer der Höhepunkte war die von Neid und Mißgunst diktierte Wegnahme der deutschen Kohlenstation Kiau-Tschou durch die Briten.
Die über die Weltmeere fahrenden Schiffe mußten fern der Heimat die Möglichkeit finden, Kohle nachzubunkern. Mit China, zu dem Kiau-Tschou gehört und wo sich diese Möglichkeit anbot, eine deutsche Niederlassung einzurichten, gelang es am 6. März 1889, einen Pachtvertrag zu unterzeichnen.
Wir lesen bei Kaiser Wilhelm II.:
Zur selben Zeit regte Mr. Chamberlain in London beim japanischen Gesandten Baron Kato den Gedanken des Abschlusses eines englisch-japanischen Bündnisses an, um dem Vordringen Rußlands im Osten einen Riegel vorzuschieben.
Man wird naturgemäß fragen, warum bei unserem kühnen Vorgehen nicht auch von England die Rede ist, das doch wesentlich daran interessiert war. Aber ein Vorspiel mit England war bereits vorausgegangen. Ich hatte, um dem Mangel an deutschen Kohlen-stationen abzuhelfen, die Absicht gehabt, solche möglichst im Einverständnis mit England zu gründen, zu pachten oder käuflich zu erwerben.
… Diese Hoffnung erwies sich als trügerisch. Die Verhandlungen zogen sich in die Länge, ohne Aussicht auf erfolgreichen Abschluß zu bieten.
Ich nahm daher auf Wunsch des Kanzlers Veranlassung, die Angelegenheit mit dem englischen Botschafter in Berlin durchzu-sprechen. Ich beklagte mich über die Be-handlung eiten der englischen Regierung, die sich überall selbst den berechtigtsten deut-schen Wünschen engegenstellte.
Der Botschafter gab dies unumwunden zu und äußerte sein Erstaunen darüber, daß man in England so wenig entgegenkommend und kurzsichtig sei. Denn wenn eine junge auf-strebende Nation wie Deutschland, deren Entwicklung doch nicht aufzuhalten sei, statt frischweg zuzugreifen oder sich mit andern Nationen zu verbinden, sich direkt an Eng-land wende, um mit dessen Einverständnis Erwerbungen vorzunehmen, so sei das eigentlich schon mehr, als England verlangen könne.
Und, da England fast schon die ganze Welt gehöre, könne es doch wohl eine Stelle fin-den, wo es Deutschland gestatte, sich eine Station zu etablieren. Er verstehe die Herren in Downingstreet nicht. Wenn Deutschland die Anlagen nicht mit Englands Beistand er-halte, werde es sich voraussichtlich selb-ständig geeignete Stellen nehmen, denn irgendein Recht, es daran zu hindern, gäbe es schließlich nicht.
… Schließlich wurden die Verhandlungen von England in ziemlich unhöflicher Form ohne Resultat abgebrochen. Daraufhin entschlos-sen sich der Kanzler und ich, uns an Rußland zu wenden.
Die Besetzung von Kiau-Tschou löste bei der englischen Regierung Überraschund und Ärger aus. Sie hatte bei ihrer Ablehnung bestimmt darauf gerechnet, daß niemand Deutschland zum Ziele helfen werde. Nun war es anders gekommen, und Rekriminationen aus London blieben nicht aus …
Die ablehnende Haltung Englands hat uns damals befremdet. Ein Vorang, der mir zu jener Zeit noch nicht bekannt gewesen ist, dürfte geeignet sein, jetzt Licht in die Angelegenheit zu bringen …
Kaiser Wilhelm weist auf den Professor der Geschichte an der Washington Universität in St. Louis, Roland Usher, hin. Der
hat in seinem 1913 erschienenen Werke zum ersten Male das Vorhandensein und den Inhalt eines „Agreement“ oder „Treaty“ (Ab-kommen oder Vertrag) geheimer Natur zwischen England, Amerika und Frankreich aus dem Frühjahr 1897 bekannt gegeben. In diesem Agreement war vereinbart, daß, falls Deutschland oder Österreich oder beide einen Krieg um des „Pangermanismus“ (Alldeutsch-tums) willen beginnen würden, die Vereinig-ten Staaten sich sofort für England und Frankreich erklären und alle Kräfte aufbieten sollten, diesen beiden Mächten beizustehen.
Professor Usher führt des längeren alle Gründe, auch kolonialer Natur an, die es für die Vereinigten Staaten zwingend machten, sich unbedingt auf seiten Englands und Frankreichs an einem Kriege gegen Deutschland zu beteiligen, den Professor Usher 1913 als bald bevorstehend voraus-sagt!!
Der ungenannte Verfasser von „The Problem of Japan“ hat sich der Mühe unterzogen, die Abmachungen zwischen England, Frankreich und Amerika von 1897 tabellarisch zu rubri-fizieren und dadurch das Maß der gegensei-tigen Verpflichtungen in greifbarer Gestalt darzulegen.
Das Kapitel ist außerordentlich lesenswert und gibt einen guten Einblick in die Vorge-schichte und die Vorbereitung des Weltkrie-ges seitens der „Entente“, die sich damals schon gegen Deutschland vereinigte, wenn sie auch noch nicht unter dem Namen „Entente cordiale“ auftrat. Der Exdiplomat bemerkt hierzu:
„Hier hat man einen Vertrag, von dem Professor Usher behauptet, er sei schon Anno 1897 geschlossen worden, in wel-chem jede Phase der Anteilnahme und Betätigung Englands, Frankreichs und Amerikas bei zukünftigen Ereignissen schon vorgesehen ist, einschließlich der Eroberung der spanischen Kolonien, der Kontrolle über Mexiko und Zentralameri-ka, der Öffnung Chinas und der Annexion von Kohlenstationen.
Professor Usher will uns nun glauben machen, daß alle diese Maßnahmen getroffen wurden, um die Welt vor dem ,Pangermanismus‘ zu schützen.“
„Es ist überflüssig,“ fährt der Exdiplomat fort, „Professor Usher daran zu erinnern, daß, wenn wir wirklich annehmen wollen, daß das Gespenst des ,Pangermanismus‘ überhaupt exitiert, doch 1897 bestimmt noch niemand etwas davon gehört hatte – denn zu dieser Zet hatte Deutschland noch nicht einmal sein großes Flotten-programm aufgestellt, das überhaupt erst 1898 verlautbart wurde.
Wenn es also wahr ist, daß England, Frankreich und die Vereinigten Staaten die gemeinsamen Pläne hegten, die Professor Usher ihnen nachsagt, und daß sie ein Bündnis zu deren Durchführung schlossen, so wird es kaum angehen, die Konzeption zu diesem Gedanken und Antrieb zu seiner Durchführung einem so schwachen Vorwand wie dem Aufkom-men des ,Pangermanismus‘ zuzuschreiben.“
Soweit der Exdiplomat. Und Kaiser Wilhelm fährt fort:
Man muß staunen. Ein direkter Aufteilungs-vertrag gegen Spanien, Deutschland usw. wird von Galliern und Angelsachsen im tiefsten Frieden bis in die Details geregelt, abgeschlossen, ohne jede Gewissensbisse, zum Zwecke Deutschland-Österreich zu zertrümmern und ihre Konkurrenz vom Weltmarkt auszuschließen!
17 Jahre vor Beginn des Weltkrieges ist dieser Vertrag von den vereinigten Gallo-Angel-sachsen geschlossen und sein Ziel stystema-tisch durch diese ganze Zeitperiode hindurch vorbereitet worden! Nun begreift man auch die Leichtigkeit, mit der König Eduard VII. seine Einkreisungspolitik betreiben konnte; die Hauptakteure waren schon lange einig und bereit.
Als er den Pakt „Entente cordiale“ taufte, war diese Erscheinung für die Welt, zumal für die deutsche, ein unangenehmes Novum, für drüben war es nur die offizielle Anerkennung der dort längst bekannten Tatsachen.
Angesichts dieses Agreements versteht man nun auch den Widerstand Englands im Jahre 1897 gegen ein Abkommen mit Deutschland über Kohlestationen und den Ärger darüber, daß es Deutschland mit russischem Einver-ständnis gelungen war, festen Fuß in China zu fassen, über dessen Ausnutzung ohne Deutschlands Mitwirkung man sich eben zu dritt geeinigt hatte.
Usher hat aus der Schule geplaudert und schlagend bewiesen, bei wem die Schuld am Weltkrieg wirklich liegt. Es ist der gegen Deutschland gerichtete Vertrag – „Gentle-man‘s agreement“ zuweilen genannt – vom Frühjahr 1897, der die Grundlage, den Aus-gangspunkt bildet und von den Ententelän-dern durch 17 Jahre systematisch ausgebildet wurde.
Als es ihnen gelungen war, auch Rußland und Japan für sich zu gewinnen, schlugen sie los, nachdem Serbien den Mord von Serajewo ins-zeniert und damit die Lunte in das sorgfältig gefüllte Pulverfaß geschleudert hatte.
Das Auswärtige Amt hat sich im Volke wie im Heere allgemeiner Unbeliebtheit erfreut … Doch kehren wir noch einmal zu Tsingtau zurück. Hier war alles auf die Belebung von Handel und Industrie zugeschnitten, und alles wurde gemeinsam mit den Chinesen ge-schaffen, wie auch die Flagge des chinesi-schen Reiches über der Zollbehörde in Tsingtau wehte.
Die Entwicklung war derart, daß der Ort in den letzten Jahren vor dem Kriege im Han-delsregister der großen chinesischen Kauf-manns- und der Handelsgilde gleich hinter Tiensin an sechster Stelle unter allen chinesichen Handelsplätzen stand.
Tsingtau war eine aufblühende deutsche Handeslkolonie, von den Chinesen geschätzt und bewundert, und viele Chinesen wirkten in ihr mit. Es war gewissermaßen ein großes Musterlager deutschen Könnens und deut-scher Leistungen zur Auswahl und Nacheife-rung für die Chinesen, die Deutschland, seine Leistungsfähigkeit und Produkte vorher nicht gekannt hatten; ein Gegensatz zu den rein militärischen, auf Beherrschung und Erobe-rung gerichteten Flottenbasen Rußlands und Englands.
England verstand es dann, Japan dazu zu überreden, Tsingtau zu nehmen.
Damit ist ein großes deutsches Kulturwerk im Ausland, das vorbildlich für die Art und Weise war, wie ein Kulturland einer anderen Nation die Vorteile seiner Kultur zeigen und mittei-len kann, durch englischen Handelsneid vernichtet worden.
Doch das war nur ein Vorspiel aufgrund von Neid und Mißgunst der deutschen Tüchtigkeit gegenüber. Der Weltkrieg wurde vom Feindbund entfesselt, der mit vereinten Kräften es jedoch nicht vermochte, das deutsche Heer zu schlagen.
Mit gemeinsamer krimineller Energie wurden jedoch die von Deutschland vorgeschlagenen Waffenstill-standsverhandlungen in eine Raub- und Plünde-rungsorgie ohnegleichen verwandelt, die das Deutsche Volk an den Rand seines Daseins brachte. Rund 800.000 Deutsche verhungerten.
Was das Ergebnis des ebenso gemeinsam geplanten 2. Weltkrieges gegen das um Frieden ringende Deutschland war, erleben wir heute 81 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. Ein Retter wie Adolf Hitler ist zur Zeit nicht in Sicht, im Gegensatz dazu eine speichelleckende BRD-Administration, die auf Seiten der Feinde gegen das eigene Volk arbeitet!

