Die Such- und Fahndungslisten der ehemaligen Kriegsgegner
Freitag, 25. September 2026 von Adelinde
Thomas Engelhardt
über die Such- und Fahndungslisten der ehemaligen Kriegsgegner:
Bereits bei Kriegsbeginn 1939 begann der britische Militärgeheimdienst[1] und der Auslands-nachrichtendienst mit der Samm-lung und Erfassung von Personendaten nationalsozialistischer Führungskräfte in den Verwaltungen, in der Polizei (Sicherheitspo-lizei) und der SS.
Mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten begannen auch die US-Amerikaner systema-tisch mit der Personenerfassung des Kriegsgegners Deutschland.[2]
Unabhängig von diesen Aktivitäten und Bestrebungen erstellten ab 1942 auch die sowjetischen Geheim- und Nachrichten-dienste Such- und Verhaftungslisten. Eigens für die Zeit der (geplanten) Besetzung des deutschen Staatsgebietes wurde auf direkten Befehl Stalins der militärische Geheimdienst SMERSch gegründet.[3]
Jeder der drei sowjetischen Geheimdienste[4] bereitete vor dem Einmarsch in das Territo-rium des Deutschen Reiches eigene Fahn-dungslisten vor, die jedoch nicht mit den Listen der Westalliierten abgeglichen wurden.
Es kann davon ausgegangen werden, daß auch die Listen der sowjetischen Sicher-heitsdienste dem Umfang der Suchlisten der Westalliierten entsprachen. Naturgemäß liegen hierzu jedoch keine genauen Angaben vor. Jedoch lassen sich aus den Zahlen der Verhafteten, der Lagerhäftlinge in den 28 Speziallagern und der Zahl der Deportierten entsprechende Rückschlüsse ziehen. Die in der veröffentlichten Spezialliteratur aufge-listeten Opfer stellen lediglich einen kleinen Ausschnitt der Gesamtopferzahlen dar.[5]
Auch die Zahl der den Kampftruppen und Troßeinheiten der Roten Armee nach-rückenden 49 Divisionen der sog. Inneren Truppen des NKWD in einer Stärke von 500.000 Mann ist Beleg, was sich nach der Besetzung Ostdeutschlands und Mittel-deutschlands ereignete.
Diese Sondereinheiten des sowjetischen Innenministeriums errichteten in jedem Kreis, in jeder Stadt des besetzten Gebietes Sam-mel- und sog. Filtrationslager, die Hundert-tausende Verhaftete durchliefen. Aus diesen Lagern erfolgte die Einweisung in die Spezi-allager oder die Deportation in die Sowjetunion.
Ein Beispiel aus der Familie des Autors de-monstriert das systematische Vorgehen der sowjetischen Geheimdienste. Bereits wenige Tage nach dem Besatzungswechsel in Thü-ringen[6] wurde der im Unstruttal in Nord-thüringen ansässige Albin Engelhardt[7] vom NKWD verhaftet. Albin Engelhardt war Land-wirt, allerdings seit den 1920er-Jahren Mitglied der NSdAP. Er verstarb (oder wurde ermordet) im „Speziallager“ Buchenwald. Als offizielle Todesursache wurde „Krupp Pneumonie“ angegeben (wer’s glaubt wird selig).[8]
Albin Engelhardt wurde mit großer Sicherheit Opfer einer Verwechslung. Auf der Such- und Fahndungsliste stand Alwin Engelhardt, preu-ßischer Scharf-richter.[9] Alwin Engelhardt wurde 1934 im Zusammenhang mit der Hin-richtung des Reichstagsbrandstifters Marinus van der Lubbe bekannt, mit der er als Scharfrichter beauftragt wurde.[10]
Es ist davon auszugehen, daß aufgrund dieses Zusammenhangs Alwin Engelhardt auf die Such- und Fahndungsliste des NKWD gesetzt wurde. Die Namensgleichheit wurde dem in Donndorf (Unstrut) wohnhaften Ein-wohner und Landwirt Albin Engelhardt schließlich zum Verhängnis, zumal dem sowjetischen Geheimdienst das Ableben des Scharfrichters Alwin Engelhardt bereits im Jahr 1940 offenbar unbekannt geblieben war.
Die sowjetischen Geheimdienste und Justiz-behörden erfaßten außerdem gezielt alle ehemaligen Angehörigen der an der Ost-front eingesetzten Polizeibataillone[11] (ab Juli 1942 Polizei-Regimenter) bzw. die An-gehörigen der Regimenter der Ordnungs-polizei (ab 1943 als SS-Polizeiregimenter bezeichnet).
Auf diesen Listen waren alle Angehörigen deutscher Militär- und Polizeiverbände er-faßt, denen Kriegsverbrechen in der Sowjet-union und Beteiligungen am Vorgehen gegen die (sowjetischen) Juden vorgeworfen wur-den. Dazu gehörten fast alle Polizeibataillone und Polizeiregimenter der Ordnungspolizei sowie Einheiten der Waffen-SS.
Im Bundesgebiet wurden diese Einheiten und Verbände seit den 1950er-Jahren deshalb auch als sog. „gesperrte Einheiten“ bezeich-net. Dieser Begriff „gesperrte Einheiten“ be-zieht sich im historischen Kontext auf eine Sonderliste der sowjetischen Geheimdienste und der Justiz-behörden der UdSSR.[12]
Die Suchliste der US-Amerikaner
Die US-amerikanische Suchliste umfaßte im Frühjahr 1945 mehr als 1 Million Namen.[13] Von diesen etwa 1 Million Personen wurden etwa 200.000–250.000 im Zuge der Invasion der sowjetischen Truppen als auch im Bereich der auf das Territorium des Deutschen Rei-ches vorrückenden Armeen der Westalliier-ten getötet, weitere mindestens 200.000–250.000 begingen vor dem Einmarsch der Roten Armee und der Armeen der Westalliierten Selbstmord.
Geschätzt einige Zehntausend setzten sich ins Ausland ab, tauchten unter, nahmen (mit bereits vorbereiteten Dokumenten) eine an-dere Identität an.[14] Angenommen wird, daß nach Kriegsende ca. 600.000 Personen in die Hände der Kriegssieger (Amerikaner, Briten, Franzosen, Sowjets) fielen. Die Zahl der tat-sächlich Verhafteten in den Monaten nach Kriegsende war jedoch ungleich höher. In den Westzonen galt das System des automati-schen Arrest.[15]
Der von den sowjetischen Diensten befehls-mäßig zu verhaftende Personenkreis war dagegen noch weitaus größer. Eine Zahl soll das Gesamtausmaß belegen. Allein im vom Krieg schwer gezeichneten Dresden, am 8. Mai 1945 nahezu kampflos eingenommen, wurden von Kriegsende bis zum Ende des Jahres 1945 60.000 Personen verhaftet (Zivilisten und ehemalige Militärangehörige, insbesondere auch alle Offiziere der Deutschen Wehrmacht).[16]
In allen vier Besatzungszonen unterlagen zahlreiche Personengruppen zwingender Inhaftierung:
• Angehörige und Mitarbeiter der deutschen Geheimdienste, die Angehörigen des RSHA, des SD und des RSD (Reichssicherheitsdienst) sowie der Geheimen Feldpolizei.
• alle Angehörigen der SiPo (Sicherheitspoli-zei) und der Gestapo (ab dem Rang eines Kriminalsekretärs)
• Angehörige der an der Ostfront eingesetz-ten Polizei-Bataillone, ab 1942 der Polizeire-gimenter bzw. der SS-Polizei-Regimenter
• Höhere SS- und Polizeiführer, Höhere Polizeibeamte
• Regierungspräsidenten, Landräte,
• Angehörige der Kriminalpolizei und Ordnungspolizei und spezialisierte Poli-zeikräfte ab dem Rang eines Oberstleutnants bzw. Oberregierungs- und Kriminalrats oder mit einem SS-Offiziersdienstgrad
• Führer und Offiziere der paramilitärischen Organisationen (Allgemeine SS, SA, NSKK, HJ, RAD, BDM)
• Offiziere der Waffen-SS
• Mitglieder des Führungskorps und Funktionäre der NSdAP,
• Verwaltungsbeamte ab Kreisebene, Orts-gruppenleiter und deren Stellvertreter, Parteimitglieder (ab Abschnittsleiter)
• das Ausbildungspersonal der Ordens-burgen, Schulungsstätten der NSdAP, der Napolas und Adolf-Hitler-Schulen
• Nationalsozialistische Führungsoffiziere
• Staats- und Verwaltungsbeamte: Angehörige des höheren Dienstes, die seit dem 1. März 1939 berufen worden waren, Staatsbeamte ab dem Rang eines Ministe-rialrates
• Journalisten, Autoren, Schriftsteller, Redakteure, Schriftleiter, Kunstschaffende
• Vorstände und Leiter von Organisationen, Vereinen, Verbänden, Vereinigungen
• Verleger, Herausgeber, Verlagsleiter, VerlagsdirektorenIn der SBZ wurde der Kreis der zu verhaf-tenden Personen noch erweitert. Die Sowjets inhaftierten alle Funktionäre der NSdAP bis hinunter zum Ortsgruppenleiter, in den Städten bis zum Zellenleiter und Blockleiter. Automatischer Verhaftung unterlagen auch alle ehemaligen Wehrmachtsoffiziere, auch die, die bereits aus westalliierter Gefangen-schaft entlassen worden waren. Verhaftet wurden auch alle Angehörigen der Allge-meinen SS sowie der Waffen-SS.
Verhaftet wurden jedoch auch völlig unbe-scholtene Personen. Ein Beispiel sei genannt: Der evangelische Pfarrer Emil Engelhardt[17] war, zu dieser Zeit Gemeindepfarrer in El-gersburg in Thüringen, ab April 1939 Mitar-beiter des „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben“, einer an die Universität Jena angeschlossenen Einrichtung.[18]
Engelhardt amtierte in der Zeit vom 4.09.1939–31.08.1941 als vikarischer Verwalter der Pfarrstelle in Elgersburg b. Ilmenau (Thür.), am 1.07.1942 wurde er in den Ruhestand versetzt. Es folgten der Wegzug nach Baden (Süddeutschland) und dann die Wohnsitznahme in Allensbach (Bodensee), ab 1942 Tätigkeit als Vortragsredner.
Unmittelbar nach dem Einmarsch der Franzosen in Allensbach am 26.04.1945 erfolgte Anfang Mai die Inhaftierung durch die französische Besatzungsmacht und die Beschlagnahme seines Hauses in Allensbach durch die französische Armee, am 28.02.1946 die förmliche Entlassung aus dem kirchlichen Dienst der Evang.-Luther-ischen Kirche in Thüringen (aufgrund des innerkirchlichen sog. Reinigungsgesetzes)[19] und bis 1947 die Internierung in der französischen Besatzungszone.
Mit der förmlichen Entlassung aus dem kirchlichen Dienst verlor Engelhardt die Pensionsberechtigung. Zum Verhängnis wurde ihm die Mitarbeit im genannten Jenaer Institut.[20] 1950 tritt Emil Engelhardt aus der evangelischen Kirche aus. Existentiell hatte er alles verloren.
Enteignet und bar jeden Besitzes zieht er nach Norddeutschland und schlägt sich bis zu seinem Tod 1961 existentiell immer gefährdet mühsam durchs Leben. Emil Engelhardt war jedoch beileibe kein Einzel-fall. Hunderttausende Deutsche erlebten 1945 ff. Lagerhaft, Enteignung, Beschlag-nahmung, soziale Deklassierung.
Die CROWCASS-Listen. Auslieferungs- und Anklagelisten der Alliierten[21] (ab Mai 1945)
Nach Ende des II. Weltkriegs richteten die westlichen Kriegssieger eine zentrale Erfas-sungsstelle für zur Fahndung ausgeschrie-bene Deutsche und andere Staatsangehörige der mit Deutschland verbündeten Länder ein.[22]
Die „Zentrale Registratur für Kriegsverbrecher und Sicherheitsverdächtige“, abgekürzt CROWCASS (Central Registry of War Criminals and Security Suspects) war eine internationale Such- und Auslieferungsliste zur Erfassung aller Personen, die wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder aufgrund angenommener Sicherheitsrisiken gesucht wurden.
Die Listen umfaßten Zehntausende Namen (darunter Lagerkommandanten, Mitglieder des RSHA[23], der SiPo (Sicherheitspolizei), des SD[24] und der Gestapo, SS-Offiziere und Funktionäre der NSdAP).
Die Suchlisten dienten den alliierten Militärbehörden als Grundlage, die sich in den westlichen Besatzungszonen aufhal-tenden verdächtigen Personen aufzuspüren, dingfest zu machen und an die anfordernden Staaten (Polen, Frankreich, Niederlande, Belgien, Tschechoslowakei, Sowjetunion, Jugoslawien) auszuliefern.
Das alliierte „Zentralregister für Kriegsver-brecher und Sicherheitsverdächtige CROWCASS“ wurde bei Kriegsende 1945 eingerichtet, um die alliierte Kriegsver-brecher-Kommission und die Regierungen der vier Hauptsiegermächte bei der Fahndung und Suche nach ehemaligen Feindstaaten-angehörigen[25] zu unterstützen, die ver-dächtig waren, während des II. Weltkrieges auf dem europäischen Kriegsschauplatz Kriegsverbrechen begangen zu haben oder für Gräueltaten verantwortlich gewesen zu sein. Geschaffen wurde das Register 1945 vom SHAEF (Oberstes Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte).
Das Central Registry of War Criminals and Security Suspects (CROWCASS) wurde in den ersten Nachkriegsjahren ausschließlich von den Westalliierten geführt und stellte ein Verzeichnis aller flüchtigen Personen dar, die verdächtigt wurden, Kriegsverbrechen begangen zu haben.
CROWCASS diente dazu, Namen bekannter Verdächtiger mit den Namen der zu Kriegs-ende etwa acht Millionen von den Alliierten festgehaltenen Kriegsgefangenen abzugleichen.
Dwight D. Eisenhower, Oberkommandierender der SHAEF (Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force)[26] und damit Chef des bei der SHAEF angesie-delten Court of Inquiry[27] für die interna-tionale Kooperation zur Strafverfolgung von Kriegsverbrechern in Europa, gab im Mai 1945 den Anstoß zur Aufnahme dieses CROWCASS-Programms.
CROWCASS, wie das Court of Inquiry ebenfalls bei der SHAEF angesiedelt, hatte seinen Dienstsitz zunächst in Paris. Bis zu 380 Zivilangestellte, die etwa 40 alliierten Offizieren unterstanden, waren mit der Sammlung, Sichtung, Sortierung und Weitergabe von Daten beschäftigt, die im Rahmen des „War Crimes Program“ entstanden.
Aufgrund der Vielzahl von aufzunehmenden und erfassenden Daten wurde ab Ende 1945 der Schwerpunkt von CROWCASS auf die Anfertigung von Listen bezüglich der Fahn-dung und Festnahme von als Kriegsver-brecher identifizierten Personen gelegt. Nachdem SHAEF Mitte Juli 1945 aufgelöst worden war, wurde CROWCASS der alliierten Vier-Mächte-Verwaltung bzw. dem Alliierten Kontrollrat unterstellt und der Dienstsitz nach Berlin verlegt.
Als Zivilangestellte der CROWCASS fungierten ab diesem Zeitpunkt deutsche Staatsange-hörige. Die Sowjetunion nahm an CROWCASS de facto nicht teil. CROWCASS ermöglichte die Festnahme und Verurteilung mehrerer Tausend Personen.
Über das CROWCASS-Programm wurden bis zu seiner Beendigung Mitte 1948 etwa 130.000 Berichte über Ingewahrsamnahmen (Festnahmen), Inhaftierungen an Ermittler aus zwölf Ländern erstellt. Abschließend erfolgte die Herausgabe von 40 Bänden mit Namens-listen gesuchter oder festgenommener Kriegsverbrecher.[28]
Im Jahr 2005 genehmigte die britische Regierung die Veröffentlichung der konsolidierten Fahndungslisten von CROWCASS.[29] Ursprünglich sollten die Listen erst ab dem Jahr 2023 öffentlich zugänglich sein.
Die CROWCASS-Listen hatten einen Umfang von insgesamt 150.000 als verdächtigt eingeschätzten Personen. Im Jahr 1947 veröffentlichte CROWCASS eine vierbändige Liste, unterteilt in Deutsche, Nichtdeutsche und zwei ergänzende Listen mit Personen, die verdächtigt wurden, zwischen September 1939 und Mai 1945 Kriegsverbrechen begangen zu haben.
Für die mit der Fahndung und Suche beauf-tragten Offiziere der militärischen Geheim- und Nachrichtendienste wurden die CROW-CASS-Listen zur „Bibel der Nazi-Jäger“. Die eigentlichen Such- und Fahndungslisten umfaßten insgesamt über 60.000 festzu-setzende Personen.
Nicht alle waren jedoch als Kriegsverbrecher eingestuft (einige wurden lediglich zur Ver-nehmung oder als Zeugen gesucht), doch finden sich in den CROWCASS-Listen die mutmaßlichen Täter Zehntausender Kriegs-verbrechen. Unter den mußmaßlich als Täter definierten gesuchten Personen befand sich
Fall Nr. 1: Adolf Hitler, gesucht wegen Mor-des in der Tschechoslowakei, in Polen und in Belgien, ebenso aber auch prominente Persönlichkeiten wie der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, der sich bis zum Kriegsende in Berlin aufgehalten hatte.[30]
Ein weiterer prominenter Ausländer, dessen Festnahme für die Alliierten oberste Priorität hatte, war Leon Degrelle.[31] Degrelle konnte sich jedoch kurz vor Kriegsende am 7. Mai 1945 nach Norwegen absetzen und entzog sich der drohenden Gefangennahme, indem er mit einer Heinkel He 111 von Oslo nach Spanien flog.
Die hier Genannten stehen aber nur beispiel-haft für Zehntausende Ausländer, die, weil sie in Einheiten und Verbänden der Deutschen Wehrmacht und der internationalen Waffen-SS kämpften, von den Alliierten gesucht und in den Such- und Fahndungslisten bzw. Aus-lieferungslisten der Kriegssieger erfaßt wurden.
Schätzungen zufolge setzten sich nach dem Zusammenbruch Deutschlands mehr als 30.000 nationalsozialistische Spitzenkader und hochrangige Angehörige der Polizei, des RSHA und anderer Dienststellen der SS nach Südamerika ab, hier insbesondere nach Ar-gentinien. Andere entkamen auch in ver-schiedene Länder im Nahen Osten, darunter nach Ägypten und nach Syrien.
Ein nicht geringer Teil von Untergetauchten wurde infolge Verrats und Denunziation gefaßt, einige auch liquidiert. Prominentestes Beispiel ist Otto Wächter, SS-Gruppenführer, Generalleutnant der Polizei und ab 1942 Distriktgouverneur des Distriktes Galizien im Generalgouvernement.[32]
Wächter, der bei Kriegsende untertauchte und nach Aufenthalten in den österreichischen Alpen und in Südtirol im April 1949 Zuflucht in einem katholischen Kollegium in Rom ge-funden hatte, wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von Karl Wolff[33], der mutmaßlich die Seiten gewechselt und sich an die Amerikaner verkauft hatte, verraten und von einem US-amerikanischen CIC- Geheimagenten vergif-tet (während eines von diesem arrangierten Ausflugs in die Umgebung Roms).[34]
Der britische Historiker Guy Walters wider-legte und dekonstruierte die gängige These und jahrzehntelange Annahme, daß eine zentral gesteuerte Geheimorganisation wie die legendäre „ODESSA“[35] in dieser Form existiert hätte.[36] Stattdessen handelte es sich um lose, oft von der katholischen Kirche (Vatikan) oder von Geheimdiensten unter-stützte Netzwerke. Andererseits existieren aber Belege, daß es eine Hilfsorganisation namens ODESSA doch gegeben hat.[37]
Walters konnte jedoch beweisen, daß west-liche Geheimdienste (wie die CIA oder der britische Geheimdienst) flüchtige Deutsche als Informanten oder Wissenschaftler im beginnenden Kalten Krieg rekrutierten.
Neben der Verfolgung von als Kriegsver-brecher identifizierten Personen nutzte man das umfangreiche CROWCASS-Verzeichnis auch zur Rekrutierung früherer nationalso-zialistischer Amtsträger, Nachrichtendienst-mitarbeiter und ehemaliger deutscher Ge-heimdienstoffiziere als Agenten für den amerikanischen Geheimdienst oder als Informanten.
Leon G. Turrou[38], der Leiter des Pro-gramms, fungierte dabei als Kontaktperson zum amerikanischen Geheimdienst. Einträge von Personen, die man für sich arbeiten lassen wollte, wie den Experten für politische Kriegsführung Hans Heinrich Herwarth von Bittenfeld oder Reinhard Gehlen[39], sollten nicht im Verzeichnis auftauchen und wurden daher kurzerhand gestrichen.
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Literatur:
Zentralregister der Kriegsverbrecher und Sicherheitsverdächtigen, Konsolidierte Fahndungslisten (1947), 2005. Uckfield: The Naval and Military Press, 2005. (im englischen Original: The Central Registry of War Criminals and Security Suspects, Consolidated Wanted Lists (1947), 2005, The Naval and Military Press, Uckfield).
Earl F. Ziemke: Die US-Armee während der Besatzung Deutschlands 1944-1946. Washington DC: Center of Military History (United States Army), 1975, S. 391 (im englischsprachigen Original: Ziemke, Earl F. (1975). The US Army in the Occupation of Germany, 1944-1946. Washington DC: Center of Military History, United States Army, 1975, p. 391.
Guy Walters: Hunting Evil. The Nazi War Criminals Who Escaped and the Quest to Bring Them to Justice. Bantam (Vereinigtes Königreich): Penguin Random House, 2009, S. 65-80.
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Nachtrag:
Der 1945 ff. in der SBZ von Inhaftierung betroffene Personenkreis:
Der betroffene Personenkreis der Inhaftierten setzte sich zusammen aus:
- Mandats- und Amtsträger bzw. Funktionäre der NSDAP: Zellenleiter, Blockleiter, Inhaber leitender Funktionen der NSDAP sowie Führer nationalsozialistischer Jugendorganisationen
- alle Offiziere der Deutschen Wehrmacht, der Waffen- SS und der SiPo (Sicherheitspolizei)
- SS-Angehörige (Allgemeine SS)• Angehörige der an der Ostfront eingesetzten Polizei-Bataillone, ab 1942 der Polizeiregimenter bzw. der SS-Polizei-Regimenter[40]
- Leiter des Volkssturmes sowie anderer Wehrverbände (z.B. Organisation Todt)
- offizielle und inoffizielle Mitarbeiter der Abwehrstellen in Wirtschaftsunternehmen, Firmen und Betrieben
- Mitarbeiter der Gestapo, Bauern und Großgrundbesitzer (welche insbesondere sowjetische Zwangsarbeiter bzw. Kriegsgefangene beschäftigt hatten)
- Zeitungsinhaber, Redakteure, Journalisten und Autoren (insbesondere handelte es sich um Kritiker des sowjetischen Systems und ausgewiesene Nationalsozialisten sowie Mitarbeiter des nationalsozialistischen Propaganda- Apparats)
- Verleger, Verlagsmitarbeiter, Inhaber von Duckereien
- Angehörige der Polizei (Schutz-, Ordnungs- und Sicherheitspolizei)
- Richter, Staatsanwälte und andere Gerichtsbeamte, Unternehmer, Fabrikbesitzer, Betriebsinhaber
- Vorstandsmitglieder und Leiter von Organisationen, Vereinigungen, Verbänden, Vereinen usw.
- alle Personen, die das NKWD als politisch potentiell gefährlich ansah
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Anmerkungen
[1]Directorate of Military Intelligence (DMI).
[2]Beteiligt waren die US-Nachrichtendienste OSS (Office of Strategic Services) u. CIC (Counter Intelligence Corps). Der zentrale US-amerikanische Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg war das Office of Strategic Services. Es wurde am 13. Juni 1942 unter der Leitung von Major General William J. „Wild Bill“ Donovan gegründet und unterstand direkt den Joint Chiefs of Staff.
[3]Die SMERSch wurde in Vorbereitung der Besetzung Deutschlands am 19. April 1943 auf Befehl Stalins gegründet.
Die Bezeichnung ist eine Abk. und steht für „Smert schpionam“, übersetzt „Tod den Spionen!“.[4](1) NKWD, ab 1946 MWD (Innenministerium und sog. Innere Truppen), (2) NKGB (ab 1946 MGB) (= Staats-sicherheit), (3) SMERSch.
[5]Lit.: Andreas Hilger (Hrsg.) u.a.: Sowjetische Militärtribunale. Die Verurteilung deutscher Zivilisten 1945-1955. Köln, Weimar, Wien, Böhlau, 2003 . – Andreas Weigelt (Hrsg.) u.a.: Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche. Eine historisch-biographische Studie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2015.
[6]Dwer Besatzungswechsel in Thüringen (Abzug der US-Truppen und Einmarsch der Roten Armee) erfolgte in der Zeit v. 2.07.-6.07.1945.
[7]Albin Engelhardt, * 30.04.1902 Donndorf, Krs. Eckartsberga, † 6.02.1947 Lager Buchenwald b. Weimar.
[8]Krupp Pneunomie: Das Krupp-Syndrom (meist als Pseudokrupp bezeichnet) ist eine akute, viral bedingte Schleimhautentzündung im Bereich des Kehlkopfes und der Luftröhre. Die tatsächlichen Todesursachen wurden von den sowjetischen Lagerverwaltungen nicht genannt.
[9]Alwin Engelhardt, * 17.05.1875 Nordhausen, † 10.10.1940 Schmölln (Thüringen).
[10]Die Hinrichtung erfolgte am 10.01.1934 in Leipzig.
[11]Ab 1941 sog. Reserve-Polizeibataillone.
[12]Der umgangssprachliche Name „gesperrte Einheit“ rührte daher, dass die Angehörigen von regulären Entlassungen und den ersten Heimkehrtransporten rigoros ausgesperrt blieben. Die Betroffenen wurden automatisch auf spezielle Listen für mutmaßliche Kriegsverbrecher gesetzt. In den Haftlagern wurden sie isoliert, intensiven Verhören durch den sowjetischen Geheimdienst unterzogen und von Militärtribunalen zu jahrzehntelanger Zwangsarbeit im GULAG-System verurteilt.
[13]Gert Sudholt (Hrsg.): Wanted! Die Fahndungsliste der US-Amerikaner 1945. Eine Million Deutsche im Visier der Sieger. Stegen am Ammersee: Druffel-Verlag, 2002. Das großvolumige Werk gliedert sich in zwei Teile (Buchstabe A-L u. M-Z) und umfasst insgesamt 1.161 S.
[14]Heinrich Himmler ist eines der bekannt gewordenen Beispiele. Mit ihm wurden in Flensburg-Mürwick innerhalb weniger Tage mehrere Hundert Personen mit falschen Papieren ausgestattet.
[15]Der Begriff Automatic Arrest (automatischer Arrest) bezeichnet die von den Siegermächten nach dem II. Weltkrieg angeordnete, zwingende Verhaftung definierter Personengruppen (hoher NS-Funktionäre, Militärs, SS-Angehörige usw.) ohne gerichtliche Einzelfallprüfung.
[16]Im besetzten Ostdeutschland und in der eigentlichen SBZ unterlagen prinzipiell alle Offiziere der Deutschen Wehrmacht und darüber hinaus alle Angehörigen militärischer Sonderverbände (Waffen-SS, Polizei-Regimenter, SS-Polizeiregimenter, Transportkorps Speer, Organisation Todt, NSKK-Transportgruppe, Kraftwagen-Transport-Regimenter der Luftwaffe, Legion Speer, Transportflotte Speer usw.) und der Polizei (Schutz-, Ordnungs- und Sicherheitspolizei) der Festnahme und Inhaftierung.
[17]Emil Engelhardt, * 10.04.1887 Neudorf (b. Pappenheim), † 9.11.1961 Bremen.
[18]Das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ (auch: Eisenacher Institut oder Entjudungsinstitut) mit Sitz in Jena war eine Einrichtung von elf deutschen evangelischen Landeskirchen, gegr. auf Betreiben der Kirchenpartei Deutsche Christen (DC) am 6. Mai 1939 in Eisenach und einem theologischen Lehrstuhl an der Universität Jena angeschlossen.
[19](innerkirchliches) Reinigungsgesetz v. 12.12.1945, § 1.
[20]Emil Engelhardt war seit 1939 Mitarbeiter des „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben“. Mit dem Beschluß der Spruchstelle der thüringischen Landeskirche endete das kirchliche Dienst- und Versorgungsverhältnis. Damit verlor Emil Engelhardt auch alle erworbenen Ansprüche aus dem bisherigen Dienstverhältnis. In der Entlassungsurkunde v. 28.06.1946 wird folgende Begründung formuliert: „Sie sind nationalsozialistischer und nationalkirchlicher Aktivist im Sinne des § 1 des Reinigungsgesetzes vom 12.12.1945 gewesen, so daß dieser auf Sie voll anwendbar ist. Den Schutz des § 3 a. a. O. können Sie für sich nicht in Anspruch nehmen.“ Gegen seine Entlassung aus dem kirchlichen Dienst legte Emil Engelhardt vergeblich Einspruch ein. Der Einspruch wurde gemäß Beschluß des Landeskirchenrats der thüringischen Landeskirche v. 21.05.1947 zurückgewiesen. Damit wurde Emil Engelhardt endgültig aus dem versorgungsrechtlichem Verhältnis der thüring. Landeskirche entlassen.
[21]Deutsche Veröffentl. unter dem Titel: Wanted! Die Fahndungsliste der US-Amerikaner, hrsg. vom Gert Sudholt, Stegen am Ammersee 2002 (Untertitel: Central Registry of War Criminals and Security Suspects. Wanted List), vgl. Anm. 13.
[22]Neben den Achsenmächten waren das Ungarn, Rumänien und Kroatien sowie die Slowakei.
[23]Reichssicherheitshauptamt.
[24]Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (Geheimdienst der Schutzstaffel), wird 1939 dem RSHA unterstellt.
[25]Als Feindstaaten wurden neben Deutschland insbesondere die Verbündeten Deutschlands deklariert (Ungarn, Rumänien, Kroatien).
[26]Oberstes Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte.
[27]Das Court of Inquiry war ein Untersuchungsgericht, das im August 1944 zur Ahndung von Kriegsverbrechen bei den Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force (SHAEF) eingerichtet wurde. Dort unterstand es der 1. Generalstabsabteilung und nahm Ermittlungen bezüglich Kriegsverbrechen nur auf Anweisung der SHAEF auf. Die SHAEF kooperierte mit de United Nations Wa Crimes Commission, die Listen mit zur Fahndung ausgeschriebenen Kriegsverbrechern von SHAEF annahm und auch dorthin weiterleitete.
[28]Veröffentlicht 2005: Zentralregister der Kriegsverbrecher und Sicherheitsverdächtigen, Konsolidierte Fahndungslisten (1947), 2005. Uckfield: The Naval and Military Press, 2005.
[29]The Central Registry of War Criminals and Security Suspects, Consolidated Wanted Lists (1947), 2005, The Naval and Military Press, Uckfield.
[30]Im Sommer 1944 wurde sein Büro zum Schutz vor Bombenangriffen nach Oybin im Zittauer Gebirge verlegt, wo er bis Februar 1945 als persönlicher Gast Hitlers ein stattliches Haus bewohnte. Am 7. Mai 1945 flog das Auswärtige Amt al-Husseini nach Bern aus. Noch am Flughafen wurde er festgenommen und am nächsten Tag an Frankreich übergeben. Im September 1945 entschied Frankreichs Regierung, ihn in ein arabisches Land zu überstellen. 1946 erhielt er in Ägypten Asyl und unterstützte von dort aus den arabischen Krieg gegen den 1948 gegründeten jüdischen Staat Israel. Nach der Niederlage der Araber und der Massenflucht und -vertreibung von Palästinensern (Nakba) verlor er seine politische Führungsstellung. Er war später Lehrer und Förderer von Jassir Arafat, dem späteren Führer der PLO.
[31]Leon Degrelle, * 15.06.1906 Bouillon, Belgien, † 31.03.1994 in Málaga, Spanien.
[32]Otto Wächter, * 8.07.1901 Wien, † 14.07.1949 Rom.
[33]Karl Wolff, * 13.05.1900 Darmstadt, † 15.07.1984 Rosenheim, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS. Chef des „Persönlichen Stabes Reichsführer SS“ u. Verbindungsoffizier der SS zu Adolf Hitler.
[34]Philippe Sands: Die Rattenlinie – ein Nazi auf der Flucht. Lügen, Liebe und die Suche nach der Wahrheit, übersetzt von Thomas Bertram, Frankfurt am Main: Verlag S. Fischer, 2020.
[35]ODESSA (auch O.D.E.S.S.A.). Mit der Bezeichnung „Organisation der ehemaligen/entlassenen SS-Angehörigen“ wird ein gut organisierter und konspirativ handelnder, unter der Führung von Otto Skorzeny befindlicher Zusammenschluß ehemaliger SS-Angehöriger verstanden. Angesichts des unabwendbaren Zusammenbruchs des Deutschen Reiches war das Ziel, nach Kriegsende das Überleben der Angehörigen der SS zu sichern, sei es durch die Fluchthilfe nach Südamerika und in den arabischen Raum oder durch gegenseitige konspirative Unterstützung im besiegten und besetzten Deutschland.
[36]Vgl. Guy Walters: Hunting Evil. The Nazi War Criminals Who Escaped and the Quest to Bring Them to Justice. Bantam (Vereinigtes Königreich): Penguin Random House, 2009, S. 65-80.
[37]Am 12. April 1972 wurde die damalige Wohnung des ehemaligen SS-Sturmbannführers Friedrich Schwend (* 6.11. 1906 Böckingen/Heilbronn, † 1980 Lima/Peru) in Lima (Peru) durchsucht. Bei dieser Hausdurchsuchung entdeckten die Ermittler der BGCP (La Benemérita Guardia Civil del Perú, peruanische Guardia Civil) in einem geheimen Kellerversteck eine große Aktensammlung, darunter ein Protokoll einer Sitzung, die danach als „Akte Odessa“ bezeichnet wurde. In dieser Akte wird ein geheimes Treffen ehemals hochrangiger SS-Angehöriger im spanischen Marbella Anfang der sechziger Jahre dokumentiert. Laut Protokoll waren unter den etwa 100 Teil- nehmern auch sechs frühere SS-Offiziere, die mittlerweile in Israel lebten (!!!) und von denen es zweien sogar gelungen war, den israelischen Geheimdienst MOSSAD zu infiltrieren (sic.). Dem aufgefundenen Protokoll zufolge erhielten alle eine Einladung der Organisation „OdeSSA“ . Ein Begleitschreiben zum Protokoll belegt, daß es Friedrich Schwend auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin von einem der Teilnehmer der Versammlung übersandt worden war. Letztlich Beleg sowohl für diese Zusammenkunft als auch die Existenz der legendären aber von der etablierten Geschichtsforschung in Zweifel gezogenen Existenz der ODESSA.
[38]Leon George Turrou (* 14.09.1895, † 10.12.1986), US-amerikanischer FBI-Sonderagent, Übersetzer und Autor, der vor allem durch die Aufdeckung eines nationalsozialistischen Spionagerings in den USA vor dem Zweiten Weltkrieg bekannt wurde. Im II. Weltkrieg Geheimdienstoffizier.
[39]Reinhard Gehlen, * 3.04.1902 Erfurt, † 8.06.1979 Berg am Starnberger See, Generalmajor der Deutschen Wehrmacht, Leiter der Abteilung Fremde Heere Ost, ab 1947 Leiter der nach ihm benannten Organisation Gehlen, 1956 bis 1968 erster Präsident des Bundesnachrichtendienstes.
[40]Allen ehem. Angehörigen dieser nach 1945 in der BRD als sog. „gesperrte Einheiten“ bezeichneten Polizeiverbände waren Besuchsreisen in die DDR oder andere Ostblockländer nicht möglich. Behörden, Interessenverbände und Kameradschaften informierten bis in die 1980er-Jahre über die Risiken solcher Reisen. Zum Begriff „ gesperrte Einheit“ vergl. Anm. 12.