Rußland! 5. Teil

1894   Russische Truppen erobern und be-setzen das Gebiet des heutigen Turkmenien (Turkmenistan) und gliedern das Territorium in das Generalgouvernement Turkestan ein (Turkemenistan bildete einen Oblast Trans-kaspien).

1898   Besetzung der nördlichen Mandschurei durch Rußland und Gründung der Stadt Har-bin als Bahnstation der zwischen 1897-1903 gebauten Transmandschurischen Eisenbahn, der kürzesten Verbindung zwischen Tschita (Transbaikal-Region) an der Transsibirischen Eisenbahn und Wladiwostok). [1]

1903   Aufmarsch und Bereitstellung russi-scher Truppen in der Mandschurei und in Korea aufgrund drohender Konfrontation mit Japan.

1905   Rußland muß aufgrund des Friedens-vertrages von Portsmouth v. 5. September 1905, der den russisch-japanischen Krieg beendet, die Mandschurei räumen. Jedoch behält sich Rußland trotz des verlorenen Krieges Territorial- und Hoheitsrechte vor und sichert den Behalt der Mandschurischen Eisenbahn.

1911   Infolge der chinesischen Xinhai-Revolution spaltete sich das damals als Äußere Mongolei (heute: Mongolei) bezeich-nete Gebiet, zu dem auch die Provinz Tannu-Urjanchai gehörte, vom Kaiserreich China ab. Unterstützt durch Rußland  bildete sich eine separatistische Bewegung, die am 15. Februar 1912 die Unabhängigkeit von Tuwa unter dem Namen „Republik Urjanchai“ proklamier-te.[2]

1914   Im April 1914 errichtete das Russische Kaiserreich auf dem größten Teil des tuwini-schen Gebietes das „Protektorat Urjanchajski Kraj“ (Урянхайский край, Region Urjanchai), um die dort ansässigen Händler und die rund 4.000 russischen Siedler zu schützen.

Zur Verwaltung des Gebietes[3] gründeten die Beauftragten der russischen Regierung die Siedlung Belozarsk (russisch Белоцарск, Weiße Stadt des Zaren).

1917 leben 12.000–15.000 russische Siedler und 60.000 Tuwiner in diesem Gebiet.

1914   Wie in den Vorkriegsplanungen vorge-sehen, versammelte die deutsche Oberste Heeresleitung nach der Kriegserklärung an Rußland (1. August 1914) im Osten zunächst nur einen einzigen Großverband, die 8. Ar-mee (10 1/2 Infanterie-Divisionen, 1 Kaval-lerie-Division) in Ostpreußen.

Mit dem am 17. August 1914 beginnenden Eindringen der russischen 1. Armee nach Ostpreußen setzten im Osten die Opera-tionen von strategischer Bedeutung ein (vgl. Gefecht bei Stallupönen: 17. August 1914 östlich von Stallupönen, wenige Kilometer westlich der bei Eydtkuhnen verlaufenden deutsch-russischen Grenze).

Die russische 2. Armee überschritt die deut-sche Grenze zwei Tage später. Nach der deutschen Niederlage bei Gumbinnen (19.–20. August) wurden der Oberbefehlshaber und der Stabschef der 8. Armee, die in einem Telefongespräch mit der OHL bezweifelt hatten, daß die Weichsellinie zu halten sein würde, abgelöst und durch Paul von Hinden-burg und Erich Ludendorff ersetzt.

Gleichzeitig entschied Moltke, die 8. Armee durch zwei aus dem Westen abzuziehende Armeekorps zu verstärken. Noch bevor diese Truppen eintrafen, konnte die 8. Armee die russische 2. Armee in der Schlacht bei Tan-nenberg (23.–31. August 1914) fast voll-ständig zerschlagen.

Wenig später unterlag in der Schlacht an den Masurischen Seen (8.–10. September) auch die russische Armee, die sich anschließend über die Grenze zurückzog. Damit war der russische Vorstoß gegen Ostpreußen ge-scheitert.

Dazu Adelinde:

Da, was die Rettung Ostpreußens mit der Schlacht von Tannenberg betrifft, die Historie vielfach Lügen verbreitet, sei hier der Wahrheit gemäß eingefügt:

Nach der verfahrenen Lage in Ostpreußen hatte Ludendorff am 22. August 1914 nach seinem Siegeslauf bei Lüttich einen Brief vom Chef des Generalstabs – General von Moltke d. J. –  erhalten, in dem es heißt:

„Sie werden vor eine neue schwere Aufgabe gestellt, vielleicht noch schwerer als die Erstürmung Lüttichs … Ich weiß keinen ande-ren Mann, zu dem ich so unbedingtes Ver-trauen hätte als wie zu Ihnen. Vielleicht retten Sie im Osten noch die Lage … Auch der Kaiser sieht mit Vertrauen auf Sie.“

Da Ludendorff nach damaliger Ansicht für einen Oberbefehlshaber zu jung erschien, wurde ihm der alte General von Hindenburg beigegeben, von dessen Phlegma man erwartete, daß er das Genie Ludendorff in seinem Wirken nicht stören würde.

Ludendorff und nicht Hindenburg war der Retter Ostpreußens in der Schlacht von Tannenberg, in der unter der Führung Ludendorffs das zahlenmäßig dem deutschen Heer weit überlegene russische Heer geschlagen wurde, so daß Ostpreußen diesmal noch für das Deutsche Reich gerettet war.

Weiter mit Thomas Engelhardt:

Von der kurzen russischen Besetzung Ostpreußens blieben nur Königsberg und fünf Landkreise verschont. Die Schäden waren enorm: 39 Städte und etwa 1900 Dörfer waren verwüstet. 1.491 Zivilisten waren während der russischen Besatzung getötet worden, so wurden beim Massaker von Abschwangen 65 Zivilisten von russischen Truppen erschossen.

Allein aus den masurischen Kreisen Ostpreu-ßens wurden 2.713 Zivilisten deportiert. Die deutsche Kriegsschadenskommission bezif-ferte die eingetretenen  Sachschäden mit 1,5 Milliarden Goldmark.

1919   Besetzung Weißrußlands durch die Rote Armee und Liquidierung der Weißrussi-schen Volksrepublik.[4]

1919-1921  Sowjetisch-polnischer Krieg. Die Rote Armee rückt bis vor die Tore Warschaus vor. 13.-25. August 1920 Schlacht von War-schau, Niederlage der Roten Armee. Der Krieg endet mit dem Frieden von Riga 1921.

1920   Besetzung der Ukraine, Januar 1920 Liquidierung der Ukrainischen Volksrepublik, Ausrufung einer Ukrainischen Sowjetrepublik und 1922 Anschluß an die Sowjetunion.[5]

1920   Die Rote Armee besetzt nach der Schlacht um Buchara v. 28. Aug. 1920 das ab 1917 wieder selbständige Emirat Buchara und unterwirft das Land sowjetrussischer Herr-schaft.

1920   Annexion der mittelasiatischen Staa-ten Khanat Chiwa und Emirat Buchara durch Sowjet-Rußland; Auflösung dieser Staaten und Eingliederung in die Volksrepublik Cho-resmien[6], danach in die Turkestanische Sowjetrepublik[7]

1921   Friedensvertrag von Riga v. 18. März 1921. Durch diesen Vertrag gewinnt Polen einen erheblichen Gebietszuwachs. Sowjet-Rußland verzichtet mit diesem Vertrag auf einen großen Teil  der in den polnischen Tei-lungen 1772, 1793 und 1795 gewonnenen Gebiete.

Eine Folge des Vertrages ist die Teilung Weißrußlands. Der westliche Teil fällt an Polen, der östliche Teil mit Minsk wird faktisch von Sowjet-Rußland annektiert, bildet formal eine Weißrussische Sowjetrepu-blik (100.000 km²), der 1924 und 1926 administrativ westrussische Gebiete (Gomel, Mogilev/Mogiljow, Witebsk) angegliedert werden.

1921   10.000 Soldaten der Roten Armee marschieren in die Äußere Mongolei[8] ein und unterwerfen das Land ab dem 3. Juli 1921. Die Hauptstadt Urga[9] wird besetzt und am Juli 1921 wird die formale Unabhän-gigkeit der Äußeren Mongolei verkündet.

Das Land bleibt jahrzehntelang sowjetisch besetzt und ist als Satellitenstaat faktisch ein Teil der Sowjetunion, lediglich nominell selbständig (Ausrufung der sog. Mongoli-schen Volksrepublik am 26. Nov. 1924)[10], erlag jedoch vollständiger und umfassender Sowjetisierung.

1934  Einmarsch der Roten Armee in Ost-Turkestan. Der Einmarsch diente der direkten Einflußnahme auf die weitere politische Ent-wicklung in diesem riesigen Territorium (1.665.000 km²) und der Etablierung eines dem der Sowjetunion vergleichbaren politi-schen Systems mit dem Ziel, Ostturkestan zu annektieren und in den Staatsverband der Sowjetunion zu integrieren.[11]

1937  2. Intervention und Einmarsch der Roten Armee in Ost-Turkestan. Nach der sowjetischen Intervention 1937 und der Unterdrückung von tunganischen und uigu-rischen Rebellen im Süden von Xinjiang und der Liquidation der 36. Tungan-Division und der 6. Uigurischen Division zog die sowjeti-sche Regierung nur einen Teil der Truppen ab. Ein Regiment des Ministerium für Innere Angelegenheiten verblieb in Kumul, um eine mögliche Offensive der japanischen Armee abzuwehren, die bereits die Innere Mongolei erobert hatte.

Am 26. November 1940 schloß Sheng Shicai [12] eine Übereinkunft mit der UdSSR, die den Sowjets weitere Konzessionen in Ostturke-stan (Xinjiang) auf 50 Jahre garantierte, in-klusive Gebieten, die an Indien und Tibet angrenzten. Dadurch wurde Xinjiang fast komplett unter politische und wirtschaftliche Kontrolle der UdSSR gestellt.[13]

1939   Infolge des Zusammenbruchs des polnischen Staates im Sept. 1939 wurde das Territorium Westgaliziens Teil des  General-gouvernements  für die besetzten polnischen Gebiete, damals inoffiziell auch als „Neben-land des Deutschen Reiches“ bezeichnet, und bildete den Distrikt Krakau.

Ostgalizien dagegen wurde 1939 von der Sowjetunion annektiert, in die Ukrainische Sowjetrepublik eingegliedert und verblieb bis 1941 im Machtbereich Stalins.[14]

1939   Ultimatum an Rumänien in Bezug auf die Abtretung Bessarabiens. Am 24. August 1939, eine Woche vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, schlossen das Deutschland und die Sowjetunion den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. In einem geheimen Zu-satzprotokoll wurden die territorialen Inter-essenbereiche der beiden Staaten in Ost- und Südosteuropa und in Skandinavien festgelegt.

In diesem Zusatzprotokoll war zwar nur die Rede von Bessarabien, aber die Sowjetunion besetzte am 28. Juni 1940 neben dem Terri-torium Bessarabiens auch den nördlichen Teil der Bukowina.

Dem vorausgegangen war ein auf 48 Stunden befristetes Ultimatum zur Abtretung, dem Rumänien kampflos nachkam. Nach der Be-setzung des Territoriums durch die Rote Armee wurden 250.000 rumänischsprachige Moldauer nach Zentralasien und Sibirien deportiert.

Von der Verfolgung waren nur die Bessara-biendeutschen ausgenommen, die unter dem Schutz des Deutschen Reichs standen und bis November 1940 als sog. Vertragsumsiedler ausgesiedelt wurden.

1939   Polnisch-sowjetischer Krieg 1939[15]. Vom 17.-22. Sept. 1939 besetzte die Rote Armee Ostpolen (200.000 km²), faktisch fast genau die östliche Hälfte des bis dahin exi-stierenden polnischen Staates.

Die sowjetische Besetzung Ostpolens, der Kresy, begann mit dem Einmarsch der Roten Armee am 17. September 1939, nachdem deutsche Truppen am Sept. 1939 die deutsch-polnische Grenze überschritten und die polnischen Hauptstreitkräfte bei Kutno eingekesselt hatten.

Die letzten regulären polnischen Einheiten kapitulierten am 6. Oktober 1939. Sofort nach der Besetzung Ostpolens setzten Repressionsmaßnahmen des sowjetischen Geheimdienstes ein.

Von 1939 bis 1941 wurden in Ostpolen insgesamt etwa 110.000 Menschen verhaftet. Das Schicksal der Häftlinge verlief unter-schiedlich und ist teils nicht vollständig geklärt. Die bekannten Opfer sind z. B. ca. 40.000 Menschen, die in das Arbeitslager Workuta verschleppt wurden; eine andere Gruppe, ca. 7300 Zivilisten, wurde nach einigen Monaten in Gefängnissen in Weiß-rußland und der Ukraine, im Frühling 1940 in Bykiwnja (bei Kiew) und in Kurapaty (bei Minsk) ermordet. Weitere ca. 10.000 wurden im Sommer 1941 bei der Evakuierung der Gefängnisse ermordet.

Im Zuge der Sowjetisierung der annektierten polnischen Gebiete wurden mehrere hundert-tausend polnische Staatsbürger gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Zwischen Februar 1940 und Juni 1941 wurden – nach Lage der Akten des NKWD – in vier großen Wellen ins-gesamt 330.000 Personen nach Sibirien und Zentralasien deportiert.

Bis 1993 wurde in der polnischen Forschung geschätzt, daß 800.000 bis 1,2 Millionen Menschen deportiert worden seien. Diese Angaben werden nach Öffnung der sowjeti-schen Archive heute als überhöht angesehen, erscheinen dennoch wahrscheinlich.[16]

1939   Estland: Am 24. Sept. 1939 verlangte die Sowjetuni-on von Estland ultimativ die Erlaubnis, in Estland Militärbasen einrichten zu dürfen. Zugleich versprach die Sowjetuni-on, die estnische Souveränität nicht antasten zu wollen.

Für den Fall der Weigerung drohte sie mit einem Angriff. Solche Forderungen ergingen auch an Lettland und Litauen, sowie an Finn-land. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatte die Sowjetunion entlang der estnischen und lettischen Grenze insgesamt 437.235 Mann, 2.635 Geschütze und 3.052 Panzer stationiert.

Gleichzeitig blockierte die Rote Flotte den Zugang zur See und sowjetische Flugzeuge drangen in den estnischen Luftraum ein. Unter diesem militärischen Druck und im Vertrauen auf das Versprechen, die eigene Souveränität behalten zu dürfen, akzeptierte die estnische Regierung das Ultimatum. Am 28. Sept. 1939 unterzeichneten Estland und die Sowjetunion einen Vertrag über „gegen-seitige Hilfeleistung“.

Auch Lettland und Litauen unterwarfen sich den sowjetischen Forderungen. Lediglich Finnland lehnte ab und wurde infolgedessen 1940 von der Sowjetunion angegriffen, konnte seine Unabhängigkeit jedoch auf Kosten von Gebietsverlusten behaupten. Die Sowjetunion arbeitete dennoch Pläne zur vollständigen Annexion der beiden Balten-staaten, Litauens und Finnlands aus.

Mit der Direktive Nr. 02622 vom 9. Juni 1940 wurden Vorbereitungen für einen Angriff der Roten Armee auf Estland eingeleitet. Das Land wurde zu Land, zur See und zur Luft blockiert. Am 14. Juni 1940 schoß die sowje-tische Luftwaffe das finnische  Passagier-flugzeug Kaleva ab, das auf dem Weg von Tallinn nach Helsinki war.

Am selben Tag stellte die Sowjetunion Li-tauen ein Ultimatum. Ein solches erging an Estland am 16. Juni 1940. Es forderte den baltischen Staat dazu auf, die Stationierung weiterer 100.000 sowjetischer Soldaten zu-zulassen und eine prosowjetische Regierung zu bilden.

Noch bevor die estnische Regierung dem Ultimatum zustimmte, hatten bereitstehende Militärverbände die Grenze bereits über-schritten. Die nunmehr 115.000 im Land befindlichen sowjetischen Soldaten besetzten umgehend Bahnhöfe, Häfen und Flughäfen, sowie Postämter und Verwaltungsgebäude und übernahmen dort jeweils die Kontrolle.

Damit hatte Estland seine Unabhängigkeit de facto bereits am 17. Juni 1940 verloren.

Fortsetzung folgt

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Anmerkungen

[1]Gesamtstrecke Tschita-Hulun Buir (Innere Mongolei)-Harbin (Heilongjiang)-Wladiwostok = 2.100 km

[2]Vgl. 1944, Tannu-Tuwa.

[3]Das Territorium umfasste 65.000 km².

[4]Die Grenzen der Weißrussischen Volksrepublik stimmen mit der Grenzziehung der heutigen Republik Weißrußland nur teilweise überein.  Kartendarstellung: https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Frussische_Volksrepublik#/media/Datei:BNR_(Ruthienie_Blanche)_Map_1918.jpg

[5]Vgl. Fußn. 4.

[6]Die Volksrepublik Choresmien bestand von 1920-1925 und wurde danach aufgeteilt.  Eingegliederte Teile fielen an die neu gebildeten Sowjetrepubliken Usbekistan und Turkmenien.

[7]Die Turkestanische Autonome Sowjetrepublik wurde 1924 aufgelöst und bis 1925 direkt von Moskau aus regiert.

[8]Die Äußere Mongolei war wie die Innere Mongolei ein Teil Chinas, genoss jedoch ab 1915 Autonomiestatus. Die Äußere Mongolei galt als Teil des Interessengebietes Rußlands in Zentralasien.

[9]Urga jetzt: Ulaanbaatar /Ulan Bator).

[10]In der Zeit des sowjetischen Stalinfaschismus wurden etwa 10 % der Bevölkerung Opfer des kommunistischen Terrors, u.a. wurde der gesamte buddhistische Klerus liquidiert  und das Land vollständig russifiziert (u.a. auch durch Einführung des kyrillischen Alphabets). Insgesamt spricht die Forschung heute von mehr als 100.000 Opfern, wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch deutlich höher. In einem Land, das in den 1930er Jahren nur etwa 800.000 Einwohner zählte, kann dabei kaum eine Familie verschont geblieben sein. Die Verfolgungs- und Terrormaßnahmen wurden von Moskau aus gesteuert, das starken Druck auf mongolische Funktionäre ausübte.

[11]Eine von der Sowjetunion unterstützte Republik Ostturkestan existierte vom Nov. 1944 bis zum 20. Okt. 1949.

[12]Sheng Shicai , * 1897, † 1970, De-facto-Gouverneur von Ostturkestan.

[13]Stalins Plan war die Ausrufung einer Ostturkestanischen Sowjetrepublik und deren Eingliederung in die Sowjetunion.

[14]Die Rote Armee hatte ab 17. Sept. 1939 Ostpolen, insgesamt 200.000 km², darunter Ostgalizien, besetzt.

[15]Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen der II. Weltkrieg.

Deutschland forderte aufgrund des bestehenden Bündnisvertrages am 3. September die Sowjetunion auf, ebenfalls in den unabhängigen polnischen Staat einzumarschieren. Stalin und Molotow zögerten noch bis zum 17. September mit der Besetzung Ostpolens, um nicht die Rolle des Aggressors mit Hitler zu teilen, sondern in der Geschichtspropaganda als „Friedensmacht“ aufzutreten und um die Reaktionen Frankreichs und Großbritanniens abwarten zu können, welche eine Garantieerklärung für die territoriale Unversehrtheit Polens abgegeben hatten.

[16]Qu.:  Philipp Ther: Deutsche und polnische Vertriebene. Gesellschaft und Vertriebenenpolitik in der SBZ/DDR und in Polen 1945–1956. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 36, 71.