Obamas Vielzüngigkeit

Wofür schlägt Obamas Herz?

Er ist Weißer, Schwarzer, bekennender Christ, nach der Scharia als Sohn eines moslemischen Vaters Moslem und nun Verräter an Mohammed, er ist US-Bürger und erklärte vor der AIPAC u.a. die ewige Freundschaft der USA zu Israel.

Was will er wirklich? Bei WELT-online vom 14.6.08 lesen wir:

Verwirrend für viele Wähler sind die widersprüchlichen Erklärungen, die Obama zu den strittigsten Fragen der Außenpolitik abgab. Auf die allerschwierigste Frage des Augenblicks: “Wie geht es mit Iran weiter?”, gibt Obama zweideutige Antworten. Vor liberalen Studenten gibt er sich als bewußter Pazifist. Vor der proisraelischen AIPAC-Gruppe, die kurz genannt als jüdische Lobby gepriesen beziehungsweise verdammt wird, erklärte er im Brustton tiefster Überzeugung jedoch, es gäbe keine Grenzen, den Iran an der Atomwaffenproduktion zu hindern.
Auch sprach er sich für ein “ungeteiltes Jerusalem” aus, eine Formel, wie sie selbst die überzeugtesten Freunde des Judenstaates nicht so deutlich auszudrücken wagen. Zwar versuchten seine Sprecher später, die Höhepunkte seiner so positiven, proisraelischen Rede abzuschwächen. Doch im arabischen Raum war der Sturm der Entrüstung groß.

Kommentare von arabischer Seite, Leitartikel in der syrischen, ägyptischen und, vor allem, iranischen Presse bezichtigten ihn der Doppelzüngigkeit, und ein Hamas-Sprecher in Gaza ging so weit, ihn als Kreatur der Israelis, “zionistischen Pudel” und Verräter an der arabischen Sache zu bezeichnen. Die Zwiespältigkeit während eines Wahlkampfes mag unvermeidlich sein, doch sie könnte beträchtliche Schwierigkeiten mit sich bringen, sollte Obama Präsident werden.

In Europa mißt man den Bemühungen der allgemein so überschätzten jüdischen Lobby Amerikas eine viel größere Bedeutung zu, als sie besitzt. Sehr aktiv ist inzwischen auch die arabische Propaganda, besonders an den Universitäten.

Zentren für Nahoststudien und islamische Kultur an Eliteuniversitäten der englischsprachigen Welt erfreuen sich generöser finanzieller Unterstützung. In den letzten zehn Jahren wurden 270 Millionen Euro dafür ausgegeben. Hinzu kommen die religiösen Schulen, die Madrassen, die vor allem von den radikalen saudi-arabischen Wahhabiten inspiriert und geleitet werden.

Vermehrt gibt es auch akademische Boykotte, die gegen wissenschaftliche Zusammenarbeit mit israelischen Universitäten und Wissenschaftskollegs gerichtet sind.

Sie verstoßen gegen die elementaren Grundsätze akademischer Freiheit. Der nächste US-Präsident wird, was immer er im Trubel eines bitteren Wahlkampfs gesagt oder verschwiegen hat, sich besonders der geistigen Entgiftung widmen müssen.