Mosaismus und Eigensouveränität und Volkssouveränität – 3. Teil

Der Autor Matthias Köpke fährt fort:

4. Die Theologie des Kirchengründers Paulus

Apostel Paulus von Bartolomeo Montagna 1482 (Wikipedia)

Ich will euch einen kurzen Überblick über die Lehre des Paulus geben, soweit ich sie feststellen konnte. Dabei will ich aber nur das Wesentliche sagen und es in einen inne-ren Zusammenhang bringen; eine Menge von Dingen muß ich bewußt übergehen.

Paulus also begründete seine Lehre mit dem Gefühl grenzenloser Minderwertigkeit des Menschen¹; alle Menschen sind unter der Sünde² – wie er nicht oft genug wiederholen konnte³; denn alle leben in der Erbsünde, die vom ersten Menschen her auf alle anderen übergegangen ist⁴.

Er bestimmte den Menschen als Gesamt-wesen, mit Körper und Seele und allen körperlichen und geistigen Kräften, als „Fleisch“, das dem „Geist“ (Heiliger Geist = Bibelgeist) als dem Göttlichen gegenüber-steht: Das Wesen des „Fleisches“, d.h. des gesamten Menschen, ist Abkehr von Gott (Jahweh), Feindschaft gegen Gott (Jahweh)⁵; und dieser Feindschaft gegen Gott (Jahweh) entspringt alle sittliche Bosheit, alles wurzelhaft Böse des natürlichen Menschen⁶.

Das Fleisch, also der natürliche Mensch, ist unlösbar mit der Sünde verbunden, ist die Sünde selbst⁷; deshalb ist das Ende des „Fleisches“ der Tod, der grundsätzliche Ausschluß von der höheren himmlischen Welt⁸ – und deshalb ist der ganze natürliche Mensch, auch nach seiner seelischen Seite⁹, dem Fluch Gottes (Jahweh) verfallen, ist durchaus nichtig und wertlos¹⁰ – und zwar von Uranfang an¹¹, nicht erst durch besondere Verfehlung des ersten Menschen¹², durch welche allerdings die Verworfenheit noch gesteigert wurde.

Mit dem Menschen ist nun auch die ganze gegenwärtige Welt schlecht, gottfeindlich und unter Gottes Zorn¹³; sie ist das Reich des Satans, der ihr Gott ist¹⁴, sodaß der Mensch sie restlos ablehnen muß¹⁵; die Weltweisheit ist nur Torheit und von Gott (Jahweh) verworfen¹⁶, und vor allem ist jedes Vertrauen auf eigene Kraft von Gott (Jahweh) verabscheut¹⁷.

Paulus verkündete folgerichtig auch den Teufelsglauben¹⁸; dessen Eigenart ist es in unseren Tagen, daß er aus den Unter-schichten des Volkes nach oben dringt, selbst im Schrifttum sich durchsetzt und ernsthafte Beachtung findet – und dadurch die Menschen, die sich in einer trostlosen Vereinsamung fühlen und zwischen den Trümmern ihrer alten Welt herumirren, vor Furcht krankwerden läßt¹⁹.

Nach der Lehre des Paulus erzeugt der Satan Krankheit²⁰, Unmäßigkeit²¹, Unzucht²², Unfriede²³, allerlei Unbequemlichkeiten²⁴, sogar den Tod²⁵; der Satan tritt auf als Ankläger des Menschen vor Gott²⁶, aber auch als Verführer in Gestalt eines Lichtengels²⁷; jedes Verderben geht von ihm aus²⁸; er versucht den Abfall der Menschen von der Paulusgemeinde²⁹, er ist der Böse schlechthin³⁰ und wird einst sogar seinen eigenen Vertreter in die Welt schicken³¹; vor allem hat er es auf die Frauen abgesehen³², die nur durch die Zauberwirkung eines Schleiers sich gegen seine Macht sichern können³³; die Götter der Nichtjuden gehören alle in die Reihe dieser Teufel³⁴.

Neben dem Teufel verdient bei Paulus noch der Begriff „Welt“ besondere Beachtung: Sie wird im Sinne der jüdischen Endzeitlehre als gottverlassen und teufelsbeherrscht in schroffsten Gegensatz zum Göttlichen gestellt³⁵ – während sie im griechischen Sinn des Wortes „Kosmos“ als Inbegriff der leuchtenden Ordnung gedacht ist; den Juden fehlt ja der Begriff vom Weltall völlig, und sie haben keine Vorstellung von der geordneten Welt – aber bei Paulus ist der „Kosmos“ gerade die Welt, die nicht in Ordnung ist und erst erlöst werden muß³⁶.

So wird zwar das griechische Wort ruhig weiter verwendet, aber sein Sinn ganz unter der Hand genau umgekehrt; solche Umwandlung aber von der Einheitlichen zur Gespaltenheit im Weltbegriff ist nur möglich, wo vom Orient her aus dem Abstandsgefühl gegenüber der Gottheit die Zweiweltenlehre (Dualismus) einbricht³⁷.

Dieser schlechten Welt nun mit ihrem Teufelsherrn und dem sündhaften Menschen steht bei Paulus der Zorn Gottes (Jahwehs) gegenüber³⁸ – für den man zwar nicht den geringsten Grund sieht, da dieser Gott doch die Menschen so schuf, wie sie sind; der aber ganz und gar den jüdischen Rachegott Jahweh widerspiegelt.

Dieser Gott (Jahweh) ist zornig und bleibt zornig³⁹, und wenn der Mensch von ihm eine „Gerechtigkeit“ erhält, so bedeutet das nur, daß er äußerlich von Gott (Jahweh) als ein Gerechter erklärt wird, innerlich aber genau so minderwertig bleibt wie bisher⁴⁰: Gott (Jahweh) tut also nur so, „als ob“ der Mensch „gerecht“ sei.

Eine wirkliche Neuwerdung des Menschen tritt erst ein, wenn dieser den „Geist“ erhält: denn der Pneumatiker (Geistträger), der die Tiefen der Gottheit erkannt hat, lebt in einer völlig anderen Welt und läßt die Menschen-welt tief unter seinen Füßen⁴¹, sprengt kühn alle lästigen geschichtlichen Zusammenhänge⁴².

Zu solcher Erhebung des Menschen aber führt keinerlei eigene Anstrengung und Leistung⁴³; sie ist durchaus Sache der göttlichen „Gnade“⁴⁴ und des Wunders⁴⁵ – beide Menscharten des Fleischlichen und des Geistträgers stehen einander schroff und abgeschlossen gegenüber⁴⁶; soll der „geistliche“ Mensch entstehen, so muß der natürliche Mensch in seiner Ganzheit sterben⁴⁷; und das ist keine menschliche Tat, keine sittliche Leistung, sondern bloß Hinnahme einer Gnade, die im Sakrament der Taufe⁴⁸ zauberhaft gegeben wird⁴⁹.

Der „Geist“ ist also schlechthin übernatürlich und dem Menschen gänzlich unerreichbar; und das Beste im Menschen ist – nach Paulus – ein Fremdes, von außen Herangebrachtes, bloß aus Gnade gegebenes Zierstück⁵⁰, und zwar den von Gott (Jahweh) aus Willkürlaune „Auserwählten“ geschenkt⁵¹, während er die anderen ebenso willkürlich zur Hölle ver-dammt⁵² – ganz das Bild des orientalischen Willkürherrn⁵³.

Paulus mahnte zwar auch: „Jede Seele ordne sich den übergeordneten Gewalten unter“⁵⁴ – aber dabei verwendete er ein Wort (exusia), das im jüdischen Sprachgebrauch „Engel“ bezeichnet⁵⁵, nicht nur die guten, sondern auch die bösen Engel⁵⁶, sodaß der irdische Staat – hinter dem die Engelmächte stehen und der grundsätzlich von Gott gewollt ist – der Feind Gottes und der Kirche sein kann⁵⁷.

Wegen ihrer Grundhaltung zur Welt sind die Christianer im Staat nur „Fremdlinge und Ausländer“⁸⁹, haben auf Erden keinen „bleibenden Staat“⁹⁰, suchen ein besseres, nämlich ein himmlisches Vaterland⁹¹ unter Verzicht auf ihr irdisches⁹².

Und noch eines dürfen wir  nicht übersehen: Was es nämlich bedeutet, daß diese neue Kirche sich einen „Herrn“ als Haupt wählt, der von der rechtmäßigen Staatsbehörde mit Recht als Verbrecher hingerichtet wurde⁹³; das Haupt dieser Kirche ist einer amtlichen politischen Anklage unterlegen⁹⁴, die Jesus selbst – wenigstens nach der Überlieferung seiner Anhänger – als richtig anerkannte⁹⁵; und die Urteilsbegründung über dem Kreuz war in den Augen seiner Jünger eine tiefe Wahrheit⁹⁶.

Ja, noch mehr: Paulus erteilte ihm in seiner ganzen Predigt den Beinamen „Kyrios“ (Herr) – und das war der Amtstitel der römischen Kaiser⁹⁷: Dieser von Pilatus hingerichtete König der Juden also soll der Herr der Welt sein, sein Anspruch auf die Welt genau so sachlich begründet wie der des römischen Kaisers, nur in anderem Licht gesehen⁹⁸.

Dem Kaiser Roms gegenüber berufen sich die Christianer auf ihren König⁹⁹, für den seit Paulus¹⁰⁰ das Kaisertum beansprucht wurde¹⁰¹ als für den Kaiser aus dem Jenseits, der zugleich eine geschichtlich greifbare Gestalt ist¹⁰².

Und wenn Paulus auch in seinen Formeln immer das eigentlich Jüdische wegließ: die Worte vom Davidssohn, Menschensohn, Messias – sodaß er „Christus“ schon zum Eigennamen machte¹⁰³: so hat er trotzdem die jüdische Hoffnung auf Weltherrschaft nicht gemindert: im Kaisertitel „Kyrios“, auf seinen Meister Jesus angewendet, hat er alles Entscheidende unzweideutig gesagt.

Paulus hat das durch weitere Ausdrücke unterstrichen: er nennt die jüdischen Bücher „heilige Schriften“ und nimmt dadurch den amtlichen Ausdruck für Kaiserbriefe und Kaisererlasse in Anspruch¹⁰⁴; was er verkündet, tritt als „Evangelium“ auf, worunter man allgemein „gute Nachricht“ vom Kaiser versteht¹⁰⁵; die Gemeinde sowohl am Einzelort wie als Gesamtheit aller Christianer bekommt den Namen „Ekklesia“, als „politische Bürgerversammlung“¹⁰⁶; von der Wiederkehr des Jesus aus dem Jenseits spricht er als von der „Parusia“, womit allgemein die Ankunft des Kaisers mit Beginn einer neuen Jahreszählung in einer Provinz bezeichnet wird¹⁰⁷, oder als von der „Epiphanie“¹⁰⁸, die allgemein bei uns die Sichtbarkeit des Göttlichen im Kaiser bedeutet¹⁰⁹.

Ihr könnt wohl leicht sehen, meine Freunde, daß diese Vorstellung des Paulus von einer Welt-Religion, die ganz und gar im Rahmen der jüdischen Vorstellungen von einer kommenden Gottesherrschaft bleibt, wirklich die weitreichendsten Eroberungspläne aller politischen Machthaber weit übertrifft¹¹⁰: denn wenn er ausnahmslos alle Menschen „unter die Sünde“ stellt¹¹¹, ausnahmslos alle für „erlösungsbedürftig“ erklärt¹¹² und zugleich diese Erlösung nur auf einem Wege erreichbar sein läßt¹¹³, nämlich durch die Anerkennung seines Meisters Jesus als „Kaiser der Welt“¹¹⁴ – dann ist das in Wahrheit ja Weltherrschaftsstreben (Imperialismus), und der römische Papst sieht sich, als Stellvertreter Jesu, als „Kaiser der Welt“ an.

Nach jüdischer und christlicher (und auch mohammedanischer) Lehre ist der Sinn der Weltgeschichte der Kampf des Reiches Gottes (Jahwehs), gegen das Reich der Welt (Satans). Des „Lichtes“ gegen die „Finsternis“. Die Welt soll unter der Herrschaft Gottes gestellt werden, die WELTHERRSCHAFT muß von den „WELTreligionen“ angestrebt werden. Das „Licht“ muß über die „Finsternis“ siegen.

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Fußnoten (Numerierung wie im Original)
¹ Röm 7, 18.  ² Röm 3, 9.  ³ Gal 3, 22; Röm 3, 23.  ⁴ Röm 5, 16ff.  ⁵ Röm 8, 7.  ⁶ Bousset, Wilhelm: Kyrios Christos, 4. Auflage, Göttingen 1935, S. 121.  ⁷ Röm 8, 3.  ⁸ 1. Kor 15, 50.  ⁹ 1. Kor 2, 14.  ¹⁰ Bousset, W.: Kyrios Christos, wie oben S. 122.  ¹¹ 1. Kor. 15, 45.  ¹² Bousset, W.: Kyrios Christos, wie oben, S. 125.  ¹³ Bultmann, Rudolf: Paulus; in: RGG IV 1019-1045, S. 1032.  ¹⁴ 2. Kor 4, 4.  ¹⁵ Gal 6, 16.  ¹⁶ 1. Kor 1, 20ff.; 3, 19  ¹⁷ Röm 4, 2ff.; 9, 12.  ¹⁸ Deissmann, Adolf: Paulus; 2. Auflage, Tübingen 1925, S. 57.  ¹⁹ Harnack, Adolf von: Die Mission und Ausbreitung des Christentums, 4. Auflage, 2 Bände, Leipzig 1924, Band 1, S. 154.  ²⁰ 2. Kor 12, 7.  ²¹ 1. Kor 7, 5.  ²² 2. Kor 11, 3.  ²³ Röm 16, 20.  ²⁴ 1. Thess 3, 5.  ²⁵ 1. Kor 5, 5.  ²⁶ 2. Kor 2, 11.  ²⁷ 2. Kor 11, 4.  ²⁸ 1. Kor 10, 10.  ²⁹ 1. Thess 3, 5.  ³⁰ 2. Thess 3, 3.  ³¹ 2. Thess 2, 9f.  ³² 1. Kor 11, 10.  ³³ Dibelius, Martin: Die Geisterwelt im Glauben des Paulus, Göttingen 1909, S. 20.  ³⁴ 1. Kor 10, 20.  ³⁵ Pfleiderer, Otto: Die Entwicklung des Christentums, München 1907, S. 13.  ³⁶ Kittel, Gerhard: Die Religionsgeschichte und das Urchristentum, Gütersloh 1932, S. 88f.  ³⁷ Kittel, G.: Die Religionsgeschichte und das Urchristentum, Gütersloh 1932, S. 91.  ³⁸ Röm 1, 18; 4, 15.  ³⁹ Bultmann, Rudolf: Paulus; in: RGG IV 1019-1045, S. 1040.  ⁴⁰ Bultmann, R.: Paulus; wie oben S. 1037f.  ⁴¹ 1. Kor 2, 10ff.; 3, 1ff.  ⁴² Bousset, Wilhelm: Die Religion des Spätjudentums im neutestamentlichen Zeitalter, Berlin 1903, S. 118.  ⁴³ Kittel, Gerhard: Die Religionsgeschichte und das Urchristentum, Gütersloh 1932, S. 121.  ⁴⁴ Bultmann, R.: Paulus; wie oben S. 1038.  ⁴⁵ Bousset, W.: Kyrios Christos, wie oben S. 122.  ⁴⁶ Bousset, W.: Kyrios Christos, wie oben S. 125.  ⁴⁷ Bousset, W.: Kyrios Christos, wie oben S. 126.  ⁴⁸ Röm 6, 3ff.  ⁴⁹ Bousset, W.: Kyrios Christos, wie oben S. 128.  ⁵⁰ Bousset, W.: Kyrios Christos, wie oben S. 129.  ⁵¹ 1. Kor 1, 2; Röm 1, 6f.; 8, 28ff.  ⁵² Röm 9, 15ff.  ⁵³ Meyer, Eduard: Ursprung und Anfänge des Christentums, 3 Bände, Berlin 1921, Band 3, S. 409f.). ⁵⁴ Röm 13, 1. ⁵⁵ Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit; in: Theologische Aufsätze Karl Barth zum 50. Geburtstag herausgegeben von Ernst Wolf, S. 90-109, München 1936. S. 100ff.  ⁵⁶ 2. Kor 12, 7. Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit, wie oben S. 101.  ⁵⁷ Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit, wie oben S. 108.  ⁸⁹ 1. Petr 1, 1. 17; 2, 11.  ⁹⁰ Hebr 13, 12. 14.  ⁹¹ Hebr 11, 16.  ⁹² Hebr 11, 14f.  ⁹³ Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit, wie oben S. 92f.  ⁹⁴ Luk 23, 2; Joh 19, 12; vgl. Apg 17, 7.  ⁹⁵ Mark 15, 2.  ⁹⁶ Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit, wie oben S. 91. ⁹⁷ Deissmann, Adolf: Licht vom Osten, 4. Auflage, Tübingen 1923, S. 298-303.  ⁹⁸ Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit, wie oben S. 91.  ⁹⁹ Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit, wie oben S. 92.  ¹⁰⁰ 1. Kor 12, 3; Röm 10, 9; Phil 2, 6-10.  ¹⁰¹ Weinel, Heinrich: Die Stellung des Urchristentums zum Staat, Tübingen 1908, S. 19.  ¹⁰² Dehn, Günther: Engel und Obrigkeit, wie oben S. 91.  ¹⁰³ Deissmann, Adolf: Paulus, 2. Auflage, Tübingen 1925, S. 148.  ¹⁰⁴ Deissmann, Adolf: Licht vom Osten, wie oben S. 321f.  ¹⁰⁵ Deissmann, Adolf: Licht vom Osten, wie oben S. 313.  ¹⁰⁶ Bauer, Walter: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testamentes, 2. Auflage von E. Preuschens Handwörterbuch, Giessen 1928, S. 374.  ¹⁰⁷ Deissmann, Adolf: Licht vom Osten, wie oben S. 314ff.  ¹⁰⁸ Pastoralbriefe.  ¹⁰⁹ Bousset, Wilhelm: Kyrios Christos, 4. Auflage, Göttingen 1935, S. 244f.  ¹¹⁰ Guttmann, Michael: Das Judentum und seine Umwelt, 1. Band, Berlin 1927, S. 255.  ¹¹¹ Röm 3, 9.  ¹¹² Röm 3, 23f.  ¹¹³ Phil 2, 10f.; Apg 4, 12.  ¹¹⁴ Phil 2, 11.
Quelle: Dr. Friedrich Murawski „Der Kaiser aus dem Jenseits“, Theodor-Fritsch-Verlag, 1939.)

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5. Krieg des „Lichtes“ gegen die „Finsternis“?

Was sagt der Jesuit Gatterer zum 1. Weltkrieg?

„Millionen junger Krieger sind vorzeitig vom Tode weggerafft worden und Hunderttausende ihrer Angehörigen sind aus Hunger und Gram, in Krankheit und Elend ihnen gefolgt. Entsetzlich sagen wir Menschen. Was aber sagt Gott? 

Was ist der Tod der Gotteskinder, das heißt, der im Gnadenstand lebenden Menschen, vom Standpunkt Gottes aus?

Der Tod ist das Tor von der Zeit in die Ewigkeit, von der Fremde in die Heimat. Jung sterben heißt, vor Gott, somit in Wahrheit nach kurzem Aufenthalt in der harten Fremde in die selige Heimat kommen.

Wenn also jetzt im Krieg vom himmlischen Vater viel mehr Gotteskinder nach kurzer Mühe und Arbeit heimgerufen werden als in Friedenszeiten, ist denn das ein Unglück? — Unter diesen Millionen sind viele Tausende, die in Friedenszeiten die ewige Heimat sicher nicht erreicht hätten, sondern zur Hölle gefahren wären.

Woher ich das weiß? Aus ihrem früheren Leben …

War also der Krieg für diese Tausende nicht ein großes Glück? — Unter den Millionen Gefallenen sind andere Tausende, welche in großer Gefahr schwebten, verloren zu gehen, durch den Krieg aber gerettet wurden.“5)

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Anmerkung
5)   Gatterer SJ in „Sendbote des göttl. Herzens“, 8

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Fortsetzung folgt