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Die Linke. Ein Nachtrag.

Thomas Engelhardt

sieht genauer hin und klärt auf:

Die Begriffe »Links« und »Rechts« taugen zur eigenen politischen Standortbestimmung nicht mehr, erscheinen sogar völlig unge-eignet.

Bei genauerer Betrachtung erweist es sich, daß der Hauptgegner diese Etikettierungen für seine Zwecke benutzt, die da heißen Spaltung, Hetze, Differenzierung.

Die heute (und seit mehr als 100 Jahren) als links bezeichneten politischen Gruppierungen bildeten sich durch die infolge der Industria-lisierung entstandenen politischen Aktivitäten der organisierten Arbeiterschaft heraus, die sehr früh der Radikalisierung und Ideologi-sierung durch volksfeindliche und anationale Kräfte erlagen.

Es lag in der Natur der Sache, daß als Haupt-gegner urspr. das nationale, in der Folge das internationale Großkapital und die Hochfi-nanz definiert wurde. Die anationale Kompo-nente kam erst später als Charakteristikum hinzu.

Die Sozialdemokraten und die deutschen Kommunisten beispielsweise waren noch in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts überwie-gend national eingestellt (sie lehnten das Versailler Zwangsdiktat ebenso ab wie alle anderen politischen Parteien).

In der im Dez. 1918 gegründeten KPD domi-nierten beispielsweise durchaus national eingestellte Politkader, wenngleich die Füh-rung der Partei bereits als deutschfeindlich bezeichnet werden muß (die jüdischstämmige Polin Rozalia Luxenburg, heute meist Rosa Luxemburg genannt, ist hierfür bestes (bzw. schlechtestes) Beispiel).

In der Zwischenkriegszeit fand in der KPD eine politische und ideologische Auseinan-dersetzung über die Strategie und Taktik statt, wobei unterschiedliche Parteiflügel zu identifizieren sind, darunter die moskauhö-rige und sowjetisch orientierte Fraktion (die sich gegen erhebliche Widerstände schließlich durchsetzen konnte). Geführt wurde die KPD ab Mitte/Ende der 1920er-Jahren von Intel-lektuellen mit bekanntem Hintergrund (bzw. der bekannten Abstammung; Stichwort «Kleines Volk»).

Diesen intellektuellen Parteikadern standen die von Moskau instruierten Parteikader gegenüber (Walter Ulbricht, Ernst Thälmann, Wilhelm Pieck und andere). Aber selbst ein bis in die Haarspitzen rot gefärbter Partei-funktionär wie Wilhelm Pieck besaß noch eine patriotische Ader und nationale Einstellung, soweit man das einem überzeugten und von Moskau beeinflußten Kommunisten zugeste-hen kann.

Einer der namhaftesten Vertreter der national eingestellten Parteikader in der KPD war der heute weitestgehend (und zu Unrecht!) ver-gessene und unbekannte Willi Münzenberg.[1]

Willi Münzenberg (Bild: Wikipedia)

Weil sich Willi Münzenberg, seit  unter dem Eindruck der Moskauer Schauprozesse von Stalin und seiner Clique abwandte, den verbrecherischen Charakter des Sowjetregimes erkannte und entlarvte und den Führungs-anspruch der sowjetischen Funktionäre auch gegenüber den deutschen Kommunisten und der KPD infrage stellte und diesem vehement widersprach, wurde er 1940 vom sowjeti-schen Geheimdienst NKWD liquidiert.

Kein Museum, kein Denkmal, kein Straßen-name erinnert im heutigen Neudeutschland an Willi Münzenberg, der allerdings, auch das ist zuzugeben, in scharfem Gegensatz zur national-sozialistischen Bewegung und dem staatsgewordenen System Drittes Reich stand. Letztlich gelang ihm der Schritt über die ideologische Schwelle nicht.[2]

Andere gingen diesen richtigen Weg. Karl Albrecht (eigtl. Karl Matthäus Löw)[3] wäre zu nennen. Als ein Beispiel von Tausenden. Auch Karl Albrecht ist heute verges-sen. Zu Unrecht wohlge-merkt! Historisch Interes-sierte kennen jedoch seine sowohl vor als auch nach 1945 einst in hohen Auflagen erschienenen Bücher.[4]

Wir sollten jedenfalls damit aufhören, poli-tische Zuordnungen und Bezeichnungen zu akzeptieren, die uns der Gegner oktroyiert. Die sog. Linke ist heute sowenig „links“ wie wir „rechts“ sind. Der Gegner benutzt den Stachel der Spaltung und des Auseinander-dividierens, um seinen Herrschaftsanspruch und seine Macht zu sichern und durchzuset-zen. Das alte Prinzip „divide et impera“ (lat. für „teile und herrsche“).

Linke bezeichnen sich sehr gerne selbst als links, ohne freilich definieren oder erklären zu können, was eigentlich „links“ sei. Der Teil der radikalisierten Bevölkerung, der sich selbst „links“ definiert, hat den tatsächlichen Feind des Volkes, d. h. also auch seinen eige-nen Feind, längst aus den Augen verloren, mehr noch, dieser Bevölkerungsteil läßt sich wie die sprichwörtliche Kuh aufs Glatteis führen und bekämpft mit zunehmend un-lauteren und illegalen Mitteln und Methoden den vermeintlich „rechten“ Gegner, die „Nazis“, die „neuen Faschisten“. Derweil reiben sich die, die das ganze „Spiel“ lenken und leiten, die Hände und fahren in ihrem Treiben fort.

Der Hauptgegner des schaffenden Volkes, der sog. kleinen Leute, das Großkapital und die internationale Hochfinanz, ist aus dem Focus des politischen Kampfes der sog. Linken nahezu vollständig verschwunden. Den sog. Linken ist faktisch der klassische Feind ab-handen gekommen.

Das mutet angesichts der Realität seltsam an. Denn infolge der desaströsen Politik unter Rot-Grün während der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder wurde eben auf Betreiben dieser Hochfinanzkreise der Umbau der bun-desdeutschen Wirtschaft und die faktische Marginalisierung des deutschen Kapitals, repräsentiert von der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Commerz-Bank und der Allianz-Gruppe, vorangetrieben.

Mehr als 40 (vierzig!) Einzelgesetze[5] ermöglichten die sog. Liberalisierung des Kapital- und Arbeitsmarktes mit allen bekannten Folgen (Flaschensammler, Lebensmittel-Tafeln, Erosion des Mittel-standes, Etablierung des zweiten Arbeits-marktes, Umbau des Sozialstaates, Ein-führung von HARTZ IV, Masseneinwan-derung, Rentenarmut, Wohnungsnot, Verkauf des kommunalen Wohnungsbestandes, Privatisierung von Post und Bahn, Privatisie-rung kommunaler Versorgungsbetriebe usw. usf.).[6]

Hier könnte und müßte die sog. Linke ansetzen. Hier bestünde ein ungeahntes Betätigungsfeld für diese Clientel. Bank-paläste und Unternehmenszentralen wären zu stürmen und zu besetzen. Das Kapitalismus-Modell als solches infrage zu stellen. Statt dessen wird die sog. Linke auf die sich herausbildende nationale Opposition gehetzt.

Der Gegner schlägt mit diesem abartigen „Spiel“ zwei Fliegen mit einer Klappe. Er selbst agiert im Hintergrund, wird als Gegner weder identifiziert, erkannt noch angespro-chen und bekämpft. Und er kontrolliert einen Teil des politischen Spektrums, der für ihn selbst höchst gefährlich werden könnte. Indem er aber die Medien besitzt, lenkt und leitet hat er die wesentlichen Machtmittel in der eigenen Hand.

Die sog. Linke hat in ihrer übergroßen Mehrheit (sieht man von der radikalen Antifa und einigen Splittergruppen der extremen Linken ab) weitestgehend ihren Frieden mit dem kapitalistischen Staat und dem ihm zu-grunde liegenden politischen und gesell-schaftlichen System gemacht.

Das ist ein völlig neues Phänomen der ge-samtgesellschaftlichen Entwicklung im kapitalistischen Staat, denn die Linke stellt das politische Modell dieses Staates und die spätkapitalistische Gesellschaft in seiner Erscheinungsform der Schwatzbudendemo-kratie (genannt „freiheitlich-demo-kratische Grundordnung“ bzw. – eine ebensolche leere Worthülse – „parlamentarische Demokratie“) nicht mehr infrage und hat aufgehört, den kapitalistischen Staat und sein System zu bekämpfen.[7]

Der seit der Etablierung des kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaftssystems sich permanent verschärfende Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit wird heute tabuisiert, verharmlost, marginalisiert. Und ist dennoch existent.[8]

Bei Lichte betrachtet und bei genauerer Über-prüfung erweisen sich heute in Gebrauch befindliche Begriffe und Bezeichnungen dem Sinn nach und in Bezug auf ihre Inhalte als völlig abwegig.

Der sowjetische Stalin-Faschismus etwa gilt heutigen Sozialisten und radikalen Linken allenfalls als extrem entarteter Sozialismus, dessen verbrecherischer Charakter verharm-lost wird. Die Opferzahlen sind in der Regel unbekannt oder werden marginalisiert.

Nach linker Definition wäre der Stalinfa-schismus als rechte Diktatur zu klassifi-zieren. Nahezu alle Wesenselemente, die gewöhnlich dem Faschismus zugeschrieben werden, erfüllte der Stalinfaschismus. Mit einer Ausnahme:

Privates Eigentum in Form von Kapital, Grund und Boden, Produktionsmitteln und Produk-tionsinstrumenten existierte nicht, sondern befand sich in der Hand und unter der Auf-sicht einer kleinen verbrecherische Funktio-närsclique.

Im Gegensatz dazu wird der historische Deutsche Nationalsozialismus als „Faschis-mus“ gebrandmarkt, verächtlich gemacht und diskreditiert. Sicherlich war dieser Deutsche Nationalsozialismus weder „links“ noch „rechts“.

Die nationalsozialistische Bewegung, in der Hauptsache von der Jugend und jungen Er-wachsenen getragen, war eine politische Bewegung völlig neuen Zuschnitts. Sie verkörperte eine befreiungs-revolutionäre Bewegung neuen Typus und beinhaltete zwei grundlegende politische Programme, die in der Zielstellung deutlich wurden:

  1. die soziale Befreiung von kapitali-stischer Ausbeutung durch die internationale Hochfinanz und das organisierte Großkapital, das bereits damals (wie heute wieder) große Teile der deutschen Wirtschaft beherrschte.

  1. die nationale Befreiung von auslän-discher Unterdrückung, Knechtschaft und Ausplünderung.

Die Lage damals ist demzufolge mit der Situation von heute durchaus vergleichbar. Die der sog. „Linken“ durch den Staat zugewiesene Rolle ebenso.

Daß aber wesentliche Teile der organisierten Linken 1933 noch in bedeutendem Maße national eingestellt waren, wird durch die Tatsache belegt, daß im Laufe des Frühjahrs 1933 etwa ein Drittel der deutschen Kommu-nisten in die NSdAP übertraten (die KPD hatte 1933 ca. 330.000 Parteimitglieder, von denen etwa 100.000 ins Exil ins Ausland gingen, 100.000 traten nach der sog. Machtüber-nahme in die NSdAP ein).[9]

Soviel zur aktuellen Betrachtung unter Be-rücksichtigung der historischen Gegeben-heiten.

_____________

Anmerkungen
[1] Münzenberg war ab 1924 bis zum 5. März 1933 Abgeordneter der KPD im Berliner Reichstag.  Auf dem 11. Parteitag der KPD wird Willi Münzenberg 1927  als Mitglied des sog. Zentralkomitees der KPD gewählt.
1938 wird Münzenberg auf Betreiben seiner parteiinternen Kritiker und Gegner aus dem Zentralkomittee der  KPD ausgeschlossen. 1939 zieht er persönliche Konsequenzen und kommt einem Parteiauschluß mit seinem Austritt zuvor.
Zunächst ein Anhänger Stalins, wurde Münzenberg zu einem seiner Hauptfeinde und entfernte sich 1937 von Walter Ulbricht und der KPD. Nach Abschluß des „Stalin-Hitler-Paktes“ 1939 warnte er vor dem „Verräter Stalin“.
Willi Münzenberg war in mehrfacher Hinsicht ein beachtenswerter kommunistischer Funktionär. Als einer der wenigen KPD-Kader erkannte und entlarvte er die Gefährlichkeit des Stalinschen Terrorsystems als entarteten, deformierten und verfälschten Sozialismus.
[2]  https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_M%C3%BCnzenberg
[3]  https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Iwanowitsch_Albrecht
[4]   Karl Albrecht: Der verratene Sozialismus: 10 Jahre als hoher Staatsbeamter in der Sowjetunion. Nibelungen-Verlag, Berlin/Leipzig 1939. Ders.: Sie aber werden die Welt zerstören. Verlag Herbert Neuner, München 1954.
[5]   Die Liste dieser Einzelgesetze kann beim Autor angefordert werden. Th. E.
[6] Im übrigen ist festzustellen, daß sich nahezu alle im DAX gelisteten „bundedeutschen“ Unternehmen seit der in der Zeit der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder durchgepeitschten sog. „Liberalisierung des Kapital- und Arbeitsmarktes“ faktisch in ausländischem Besitz befinden, d. h. in der Regel US-amerikanische Investoren und Anleger („Heuschrecken“) haben sich der deutschen Wirtschaft bemächtigt, diese gnadenlos umgebaut und quetschen diese jetzt aus. Konkreter: Die deutschen Arbeitnehmer werden ausgebeutet, ausgequetscht. Und das ausländische Großkapital verdient sich die sprichwörtliche goldene Nase. Der Prozeß wird von einer Umverteilung begleitet. Gewinne werden immer privatisiert, Schulden immer vergesellschaftet (siehe die letzte Bankenkrise).
Typisch für diesen Umverteilungsprozeß sind steigende Steuern und Abgaben für den „Bürger“ (lies: für den werteschaffenden werktätig Beschäftigten, hier und heute „Arbeitnehmer“ genannt).
Die tariflichen Lohnzuwächse gleichen allenfalls die Inflationsrate aus. Mehr nicht.
Zugleich ist ein strategisches Bündnis von Großfinanziers (George Soros wäre hier zu nennen; eigtl. heißt dieser Georg Schwartz (magyarisiert György Soros alias Schwartz) und NGOs zu beobachten, die sich dem „Kampf gegen den Klimawandel“ verschrieben haben. Die eigentlichen Verursacher von „Wachstum“, „Ergebniszielen“, „Optimierungsprozessen“ bleiben verdeckt im Hintergrund und schauen zu, wie die „Spiele im Sandkasten“ verlaufen …
Diese lassen sich namentlich durchaus benennen. Sie heißen u. a. Eric Mandelblatt (= Soroban Capital GP LLC), Israel Englander (= Millenium Group & Millenium Partners LP),  Stephen A. Schwarzman (Blackstone).
Diesen „Herren“ gehören direkt oder durch ihre Beteiligungs- und Investmentgesellschaften wesentlichste Teile internationalisierter (lies: enteigneter) einst deutscher Großunternehmen und Konzerne.
Die politische Linke thematisiert diese Umverteilungsprozesse nicht. Mehr noch, es wird alles getan, daß diese Informationen nicht unters Volk kommen. Denn wenn die werktätig Beschäftigten wüßten, für wen sie tagtäglich den Buckel krumm machen, würde nicht nur ein Aufschrei durchs Land gehen.
[7] Wer formuliert heute noch Kapitalismus-Kritik? Teile der Partei Die Linken, Randgruppen bei den Grünen, das neue Bündnis BSW (Sahra Wagenknecht). Gesellschaftlich relevant ist Kapitalismus-Kritik heute nicht!
Es käme aber darauf an, den global operierenden Kapitalismus infrage zu stellen.
[8] »Kapital flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere.
»Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. 10 % sicher, und man kann es überall anwenden; 20 %, es wird lebhaft; 50 % positiv waghalsig; für 100 % stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 % und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.« (Thomas Joseph Dunning, engl. Gewerkschaftsfunktionär (* 1799, † 1873), Sekretär der Londoner Vereinigung der Buchbinder. In:  „Trades’ Unions and Strikes: Their Philosophy and Intentions“ (Quarterly Reviewer).
[9]  Die KPD wurde entgegen der immer wieder falsch wiederholten Behauptung weder 1933 noch danach verboten. Da die Parteiorganisation und die Parteistrukturen jedoch weitestgehend zerschlagen waren, löste sich die KPD faktisch selbst auf. Sie existierte nicht mehr. Der sog. illegale kommunistische Widerstand ist eine Mär.
Angesichts der Erfolge der nationalsozialistischen Partei beim Umbau des Staates und der Erneuerung der Gesellschaft und vor dem Hintergrund der erfolgreichen sozialpolitischen Maßnahmen und Neuerungen versagte jedwede kommunistische Zersetzungspropaganda.
Von den bis zum Frühjahr 1933 aus politischen Gründen inhaftierten etwa 100.000 Personen waren bis zum Sommer 1933 bereits 74 % entlassen (Sommer 1933: 26.000 Häftlinge). Mitte 1935 waren nur noch 4.000 Personen aus politischen Gründen in Haft. Hierzu erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
Jedoch sei hier noch eine andere Zahl genannt. Am 22. Juni 1941, dem Tag des Beginns des deutsch-sowjetischen Krieges (heute im Allgemeinen und aus ideologischen Gründen bewußt falsch als „Überfall auf die Sowjetunion“ bezeichnet) waren 12,5 Millionen sowjetische Bürger in Zwangsarbeits- und Straflagern, in Besserungsarbeitslagern, in Konzentrationslagern des Militärisch-industriellen Komplexes, in den Lagern des GuLag und des Geheimdienstes NKWD/OGPU, in Gefängnissen und Zuchthäusern inhaftiert. Auch hierzu erübrigt sich jedweder Kommentar.
(Der Begriff Gulag ist zum Synonym für das sowjetische Terror-System geworden, dem etwa 35 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Abkürzung Gulag steht für das russische „Glavnoe Upravlenije Lagerej“ und bedeutet „Hauptverwaltung der Lager“.)
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Marina
Marina
14 Tage zuvor

Links zu sein ist zurzeit nicht so einfach, es gibt eine GROSSE Konkurrenz…

Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
14 Tage zuvor

Thomas Engelhardt

Zu Willi Münzenberg: “Letztlich gelang ihm der Schritt über die ideologische Schwelle nicht.[2]
Das sehe ich anders. Ich halte auch diese Phase als ideologisch verbrämt. Deutlicher: Auch Nationalsozialismus ist in dieser damaligen Form eine Ideologie.

Der Beweis: Der Mensch braucht keine Politik. Er kann sich sehr gut regional selbst anarchisch organisieren. Wer dem Menschen diese Fähigkeit abspricht und ihn verwaltet, ist ein Ideologe, der anstatt des Menschen denkt und ihn mit Gesetzen und anderen Werkzeugen dazu bringt, das zu tun, was er selbst für richtig hält.

Die richtige Form zu leben wäre, dass Gespräche von allen mit allen entscheidungsfähigen Menschen in der Lebensgemeinschaft stattfinden und abgeglichen wird, was die Gemeinschaft für richtig hält.

Jene, die Fähigkeiten besitzen, setzen sie für die Gemeinschaft ein. Damit hat jeder seinen Platz und Ordnung herrscht.

Last edited 14 Tage zuvor by Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
14 Tage zuvor

Willi Münzenberg wollte somit die Ideologie nicht wechseln.

Last edited 14 Tage zuvor by Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
13 Tage zuvor

Sigrid Barthel
Es herrschte Vollbeschäftigung, und die Menschen hatten keine Angst vor Entlassungen oder Wohnungskündigun-gen oder vor Überfällen jeglicher Art. Heute würde man sagen: Es herrschten paradiesische Zustände. “

Das sieht aus der heutigen Sicht alles so “paradiesisch” aus. Kein Haushalt war ohne Gefallene – überall sah man bis in die 1960er Jahre und noch später – Männer mit krassen Amputationen oder an alten Kriegsleiden laborierende Männer.

Es gab noch nie paradiesische Zustände auf dieser Erde. Jedenfalls nicht soweit wir das überblicken können.

Waffenstudent
Waffenstudent
11 Tage zuvor

Bitte vergesset nicht die jungen mitteleuropäischen Naturwissenschaftler und Ingenieure wie auch Ärzte. Sie alle waren von der NS-Aufbruchstimmung in neue Gebiete fasziniert. Im Ergebnis galoppierten sie der “Jüdischen Physik” um 20 Jahre voraus. Ist es nicht merkwürdig, daß die USA seit dem Tode des SS-Mannes Wernher von Braun keine einzige Rakete mehr problemlos in den Orbit brachten?

Waffenstudent
Waffenstudent
11 Tage zuvor

Vor allem die Bauern mußten sich nicht mehr vor Wucherern und Zwangsversteigerungen fürchten.

Das Erbhofgesetz verbot den Verkauf an Investoren.

Die Preise für Schweinebäuche wurden jetzt nicht mehr an der Börse von Chicago festgelegt, nein, die wurden mit preußischer Gründlichkeit so durchkalkuliert, daß alle damit leben konnten. Hinzu kam, daß der Staat alle landwirtschaftlichen Güter zu garantierten Festpreisen ohne Zwischenhändler aufkaufte. Da schauten die Auserwählten dumm drein, als keine Courtage mehr gab.

Dann war da das NS-Tierschutzgesetz, welches den Tieren eine Germanische Seele zugestand. Schächten, wie heute, das gab es nicht!

Cochius, Markwart
Cochius, Markwart
2 Tage zuvor

Was tun wir mit all dem Wissen?

Schön und gut zu wissen, daß die “linken Bazillen” den falschen Feind haben. Spricht man mit Menschen, gute, auch biedere Deutsche, dann wird erstmal richtig über diese – echt – Volksfeinde hergezogen. Dann aber werden die Augen größer, der Mund klappt runter, es herrscht Nichtwissen und sogar Stauen, wenn die Sprache auf das Zusammenwirken der angeblichen honorigen und “ich bin was geworden mit meinem Schaffen” mit diesen kleinen, linken Bazillen. Ja, das sind die Wadenbeißer und Hetzer, aber deren großkotzige im Hintergrund bleidenden “Herren” sogar Freunde, die schon mal was springen lassen, die sind und bleiben blaß.

Die Antifa ist nicht mehr d i e antifaschistische Bewegung, sie wurde inzwischen auch “gekauft” und dann eingespannt in dieses Spielchen: Leute im tiefen Staat bleiben in der Tiefe, im nebelhaften, sie sind immer nur Opfer von bösartigen Verschwörungstheorien.

Vielleicht war die Coronazeit im Bezug auf dieses verlogene Spiel doch was wert: Vermehrt werden solche fiesen Herrschaften ans Licht gezerrt, und zwar mit Fakten. Ich denke, dieses Wissen muß noch viel mehr hinaus gebracht werden. Gerade jetzt wird wieder erkennbar, wie still die Weichen gestellt wurden. Wir hören draußen nur “Frau von der Leien hat mit vielen Abgeordneten g e s p r o c h e n” und was noch? Ich sage volkstümlich: sie ist eine Linke, weil sie uns linkt.

Der Materialismus wurde ein wichtiger Teil der Umerziehung, er verdrängte den Idealismus mit dem Sinn für die natürliche Gemeinschaft. Aber Treue und Wahrheit lassen sich nicht kaufen. Beides z.B. ist nicht links und nicht rechts.

Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
19 Stunden zuvor

Sigrid Barthel
“..die Anfangsjahre nach dem Krieg,”
“Es herrschte Vollbeschäftigung, und die Menschen hatten keine Angst vor Entlassungen oder Wohnungskündigun-gen oder vor Überfällen jeglicher Art. Heute würde man sagen: Es herrschten paradiesische Zustände. “

Das ist ein Film aus dem Jahr 1956. Sehen Sie mal das primitive Leben. Frauen nahmen Männerjobs an, verkleideten sich. Was hier so lustig aussieht, war real gar nicht lustig und kam öfter vor, als wir uns vorstellen können.
Heimatfilm – Lügen haben hübsche Beine (1956) – YouTube

Heute nennt man es anders, und es ist alles ganz legal. Viel entspannter. Alles ist relativ und sogar Schlaf – “wird überbewertet”.

Falls Sie Fotos aus dieser S/W-Zeit haben, dann sehen Sie einmal genauer hin. Es war brutal einfach das Leben, und die Leute mußten jede Arbeit annehmen, unter allen Bedingungen. Meine Mutter wurde auf den Tag an ihrem 14. Geburtstag ausgeschult und warf ihr Bündel über die Schulter und mußte in den Dienst gehen, es war ein Wirtshaus. Schlafen mußte sie in einer Truhe in der Gaststube, aber leider konnte sie an Schlaf nicht denken, weil die Betrunkenen laut waren und obendrein noch rauchten.

Lange blieb sie dort nicht, ihre nächste Arbeitsstelle war ein Bauernhof, wo sie unter anderem Milch liefern mußte. Der Knecht, der den Traktor fuhr, konnte nicht immer absteigen, also wuchtete meine Mutter die Milchkannen vom Hänger auf den Abstellplatz.

Als meine Mutter dann später ins Krankenhaus mußte, fragte die Krankenschwester, ob sie früher Sportlerin war, weil sie so großen Venen hatte?

Was ist bitte daran paradiesisch? Vielleicht die gute Luft, und die gute Aussicht? Aber die konnten nicht genossen werden, weil der Alltag so hart war. Keine Maschinen, alles Handarbeit. Von der Entfernung sieht das Gras auf der anderen Straßenseite immer viel grüner aus.

Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
16 Stunden zuvor

Nachtrag:

Vom ersten Monatslohn kaufte sich meine Mutter eine Tafel Schokolade. Die aß sie in einem Satz auf. Soviel zu den Löhnen – bzw. – Einkommen – Auskommen. Es gab an den Arbeitsstellen Unterkunft und das tägliche Brot. Später Dienstzimmer, vor allem im Gastgewerbe, die jedoch überbelegt waren – und dann kamen die Dienstwohnungen.

Die Industrie vor allem hatte Dienstwohnungen für die Arbeiter. Das ist der Grund, warum sich damals viele ein Eigenheim oder Haus schaffen konnten. Unter strengen Sparmaßnahmen und Hilfe von Nachbarn. Sie halfen überall mit, bekamen auch Hilfe, wenn sie selbst Bauarbeiten hatten.

Alle haben zusammengeholfen, jeder so, wie er es vermochte, nach Beruf und Können. Der Humor war überall gegenwärtig, es gingen flotte Sprüche um, und es wurde gelacht, auch auf Kosten anderer. Ein freches Wort wurde geschluckt, da wurde nicht geklagt. “Die alte Spinatwachtel”, “Schabracke” oder “du Depp” waren in aller Munde. “Rutsch mir den Buckel runter!”, “Steh auf, sonst bleibt ein Fettfleck!”

In Kurheimen gab es gutes Essen, und die Kurgäste wurden aufgepäppelt. Heute nehmen alle ab auf Kur und Erholung. Wenn sie überhaupt noch genehmigt wird.

Paradiesisch scheint es nur, es wurde praktisch NUR GEARBEITET.

Last edited 16 Stunden zuvor by Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
13 Stunden zuvor

Ach ja.
Meine Mutter hatte ihre erste Arbeitsstelle im Dezember 1946.

Da gab es praktisch noch keine Wirtschaft, keine Industrie. Es lag noch alles in Nachkriegsagonie. Auch waren die Schulen während des Krieges immer wieder geschlossen worden. Alles lag im Argen. Normale Löhne, welche die Bezeichnung verdienten, konnten nicht bezahlt werden.

Wenn man aber bedenkt, was heute alles erzeugt wird, das niemand braucht? Ich kaufte einmal eine Schere, die konnte nicht schneiden!!! So was wird erzeugt!!! Der übrige Ramsch ist in jedem Geschäft zu sehen.

Diese krassen Lebensbedingungen, praktisch von einer Ecke in die andere, warum wird das einfach so akzeptiert? Warum machen alle mit? Wenn niemand den Ramsch kauft, dann wird er nicht mehr erzeugt.

Gigi Lichtaubergh
Gigi Lichtaubergh
13 Stunden zuvor

Waffenstudent
Dann war da das NS-Tierschutzgesetz, welches den Tieren eine Germanische Seele zugestand. Schächten, wie heute, das gab es nicht!”

Trotz der germanischen Seele der Tiere wurden sie geschlachtet. Tiere sind unsere Brüder. “Wir” fressen kollektiv unsere Brüder. Nachdem sie brutal abgeschlachtet und ausgeweidet werden.

Wissen Sie, daß im Prinzip kein Metzger Rinder schlachten will? Rinder weinen Tränen vor ihrer Schlachtung. Sie werden ohne Hörner gehalten, was einer Amputation gleichkommt, weil das Horn unter Anderem für die Verdauung zuständig ist. Die Herde braucht mindestens eine Kuh mit Hörnern!

Das schert niemanden einen Dreck.

Ex-Fleischer packt aus! Peter Hübner klärt auf (youtube.com)

“Die Preise für Schweinebäuche wurden jetzt nicht mehr an der Börse von Chicago festgelegt, nein, die wurden mit preußischer Gründlichkeit so durchkalkuliert, daß alle damit leben konnten.”

Solche Aussagen tun richtig weh.

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